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Jüdische Rundschau · 1910-08-19 · Heft 33 (19.8.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 33 (19.8.1910)
Date
1910-08-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
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.1 UE DI SCH E RUNDSCHAU Seite 395. No. 33. IjiuI bezeichnen, wahrend ich für meine Person die Möglichkeit finde, meine Kräfte noch mehr tds bisher den allgemeinen Arbeiten unserer Bewegung xu widmen. ilcuehmigc» Sic den Ausdruck meiner ausgc• zeichneten Hochachtung mit Zionsgruß. Köln im August 1910. Dr. Dodenhcliucr. Jüdischer Nalionalfonds Am t. August d. J. fand in Köln eine Sitzung des PircUorniiiis des J. N.-F. statt, die eine Reihe von nbei.ms wichtigen Angelegenheiten erledigt hat. Die. scllvti .sollten bereits in einer Sitzung anläßlich der J.111uskoufercnz behandelt werden, mußten aber in• folg, .mderweitiger luanspruehnainuc der Mitglieder ae.s ׳;lektoriums vertagt werden. ,.׳i der letzten Sitzung nahmen teil die Herren: Pr. Hoden I» c im c r, Vorsitzender: D. Wolffso! 1. Governor; Dr. Ka tzenclsohn, als Qast; Di. Rapp in, Leiter des Zaliistinaamtcs. S. Ho! 1 en, Direktor der Kölner Bureaus: N. Qroß, $ch:...!r des Hauptbureaus. :e Herren Dr. T c 111 e n 0 w , Dr. H a n t k c und!*>.■: 'S0r Warburg, die an der Teilnahme ver- Iim. ii waren, hatten scliriftlicl* zu den einzelnen Du: :en der Tagesordnung Stellung genommen. ott den gefaßten Beschlüssen berichten wir über j.־m . bezüglich der Ansicdhmg von Arbeitern des Dil. :.mateliers am Uczalcl auf dem Hoden des Jildisch. 1 Nationalfonds in nächster Nummer.!!in zweiter, vom Palüstinaamt herrührender Atu .1g. der gleichfalls den Hezalel betrifft, ging da* hm einen Anbau an die Bezalciltäuscr au; nfiihrcu. der maximal bis zu 12 000 Pres, kosten dm.;c. Das Tcppichaiclicr des Bczalel sei nämlich, v. 1 das Pnlästiuaamt berichtet, für die sich ständig w•■ ׳״rollernde Zahl der Arbeiterinnen (gegenwärtig ca. 100) zu klein geworden. Da die Bczalclhüuscr den J. N.-F. gehören, handle es sich um eine Amelio• ramm. bezw. um Ausbau seines Besitztum», lieberdüs sei der Hezalel bereit, sielt mit einem Drittel an den Kostet: zu beteiligen. Es wurde beschlossen, den Anbau unter der Bediuning auizuführen, daß die Uesamtkosten von 121)00 Pres, nicht überschritten werden und daß der Verein Hezalel sich au den Kosten mit einem Drittel, zahlbar in drei Jahresraten, beteilige. Hie Präge der ArbeUcrwohuungcti, ••.eiche ein Haupthindernis der Scl’.hafimachung jtidi.sclier Arbeiter in den Kolonien bildet, beschäftigt seit l.iiigcm die Leitung der zionistischen Organisation sowie die N.-P.-Vcr\valtunß. Her letzte Kongreß hat bekanntlich zu der Präge nt der Weise Stellung genommen, daß er beifolgcn• den Antrag des Herrn Dr. Pas in an ik angenommen hat: ״Der Nationalfonds wird beauftragt, bei Waltruiig seiner statutarischen Bestimmungen noch in diesein Jahre mit dem Hau von Arbeiterwohnungen zu beginnen in allen denjenigen Kolonien, wo eine 'gr<׳!;ere Anzahl von jüdischen Arbeitern schon vorli.MHien ist." Hie letzte Sitzung hat nun über diese Frage eingehend beraten, insbesondere im Hinblick darauf, daß ie’./t Aussicht vorhanden ist. auch andere in Pal.isaua interessierte Gesellschaften zu veranlassen, sich an der Hildung eines Arbcitcrhcimslättcnfonds beteiligen. Das Direktorium beschloß, 20000 Pres, als Bei- :! g des Nationalfonds zur Gründung eines ArhclterhcimstättcnfomJs /. bewilligen. Der vom Nationalfonds geleistete 1׳!:rag soll jedoch, ohne die Beteiligung von anderer ל. :te abzuwarten, sofort zur Verfügung gestellt und r Erbauung eines Hauses für ledige Arbeiter in H<!ach Tikwah verwendet werden können. Sämt- 11 bc Hauser und Haulielikcitcn sollen unter gewissen Bedingungen P.igcntum des J, N.-P. werden. Fs wurde weiter in Aussicht genommen, daß :•tich die Gelder der D a v i d u n d Fanny Wolff- 011 n - S t i f t u n g dem gemeinsamen Arbcitcrhciin- M.ittenfonds znfliclicn. Diese Stiftung soll jedoch innerhalb des allgemeinen Ponds in einer noch zu bc* v.i'iuncmlcn Form weiter bestehen bleiben. Der Vorsitzende berichtete Uber Ansuchen ameri- ,׳‘■n.iselier Vereine betreffs Ucberlassung, bczlchungs* weise Verpachtung •von zusammenhängenden Par- /eilen für Mitglieder der erwähnten Vereine, wclclio mindestens eine Summe für 50 Dunam zu der Landspende beitragen. Das Direktorium beschloß, den Vorsitzenden zu ermächtigen, cän Statut auszuarbeit^n, auf Qrund dessen Vereinen, welche eine gewisse Summe aufgebracht haben, zusammenhängende Parzellen ln Erbpacht gegeben werden sollen. Es wurde ferner beschlossen, gemäß den von verschiedenen Saimuclstcllcn geäußerten Wünschen, Ratenzahlungen für dlo Landspendo entgegen zu nehmen, Jedoch nicht In kleineren Teilbetrügen als von einem Zehntel Dunam, das sin׳' ein Dollar, vier Mark, fünf Francs usw. Es wurde noch eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die sielt auf die Verbesserung von Nationalfondsbodcn durch Anlegung von Brunnen und Wasserleitungen beziehen, und ferner bezüglich solcher Angelegenheiten, Ule sich vorläufig der öffentlichen Erörterung entziehen. Es sei zum Schluß im allgemeinen hervorgehoben, daß die Natlonalfondsvcrwaltung wieder eine Reihe von Schöpfungen inauguriert hat, die von höchster Bedeutung für unsere Kolonisation zu werden versprechen, die aber unsere Mittel dermaßen in Ansprucli zu nehmen geeignet sind, daß wir an alle Freunde des Natlonalfonds den dringenden Appeil richten, mit noch größerer Energie als bisher bei jeder Gelegenheit für den Ponds zu agitieren. Wir sind fest überzeugt, daß cs keines besonderen Rcdncrtalcntcs bedarf, um, im Hinblick auf die bcrcits geleistete und noch in Zukunft zu leistende Tätigkeit des Nutionalfonds in Palästina auch die bisher indifferenten Juden für unsere Institution zu gewinnen und zu reichen Spenden zu veranlassen. Ein Dr. Gabel-Stipendium für den Bezalel Das Zentralkomitee der galizischen Zionisten veröffentlicht nachstehenden Aufruf: Die Trauer über den Verlust unseres Führers Dr. Gabel gibt sieh weit über die Grenzen unseres Landes kund. Jedermann fühlt cs, daß nicht nur die zionistische Partei, sondern das ganze indische Volk plötzlich einen seiner edelsten und besten Sühne, einen seiner gcsiimmtgstilclitigstcn und treuesten Kämpfer verloren hat. Es wird allgemein als Bcdürfnis empfunden, den Verewigten durcli P.rrichtnng einer seinen Namen tragenden Stiftung zu ehren. Das gefertigte Zentralkomitee der galizischcn Zionisten hat daher beschlossen, ein D r. Heinrich G a b c I - S t i p c n d i u in für einen Bc/.alelseliülcr ins Leben zu rufen. Wir bitten daher alle diejenigen, die ihren Gefühlen für den Verstorbenen Ausdruck geben wollen, alle denselben Zwecken zugcdachtc Spenden diesem Stipendienfonds zuführeti zu wollen. Fs muß jedoch ein größerer Ponds aufgebracht werden, um so die Dankbarkeit unserer Partei wie auch der jüdischen Bevölkerung für den verstorbenen Abgeordneten in würdiger Form zum Ausdruck zu bringen. Wir erwarten, daß alle unsere Gcsimningsgenossen und Freunde, alle Vereine und Institutionen sofort mit den Sammlungen beginnen, werden. Spenden wolle man an die ״C rc d i t-U n i0 n" in Lemberg, Karl-Ludwig-Strallc, mit der Bc- Stimmung ״für das Dr. Gabel-Stipendium" richten und werden dieselben in den PartciblUttcrn ausgewiesen werden. Fiir das Zentralkomitee der Zionisten Galiziens. Dr. D a w i d S c 11 r c i b c r. AUS D6N GEMEINDEN DI• Mitarbeit unterer Leser an dieser Rubrik Ist besonder• ——.■•— «rwllnscht.-■ Jüdisches Kinderheim. Abseits vom Getriebe der Großstadt hat der Fürsorge-Verein für hilflose jüdische Kinder in der Kronprinzen- Straße zu N i e d c r - S c h ö n 11 a 11 s c 11 ein Heim geschaffen, wo Kinder für die ersten drei Lebensjahre, gleichviel ob ehelicher oder unehelicher Geburt, Unterkunft finden. Die stattliche Villa mit hohem Fcktttrm, an die Anlagen des Schlosses Schönhausen grenzen, besitzt einen eigenen Park mit hohen alten Bäumen und weiten Rasenflächen. Ein kleines Schild am Eingang trägt nur das Wort ״Kinderheim". Nichts erinnert, daß Wohltätigkeit Hilisbcdüritigcn dieso Stätte entstehen ließ. Durcli den geräumigen Wirtschaftsliof gelangt man zur Rechten in das Kinderheim, das fiir 30 Kinder licrgcrichtct ist. Jedes neuaiifgciioimneiic Kind wird während der ersten vierzehn Tage im Quarantänczimmcr beobachtet, und daun seinem Alter nach cingcrciht. ln den Schlaf- und Spielzimmern herrscht eine Fülle von Licht und Luft. Während der warmen Jahreszeit dient die nach dem Parke gelegene große Veranda als Eltraum. Die Einrichtung der Zimmer ist einheitlich, wie in einem wolilcingcricliteten modernen Spital. Die Wände sind mit heller Ölfarbe gestrichen, die Bcttchcn und Tische aus weißlackiertem Eisen. In diesem Geschoß Ist auch das Arztzimmer. Eine Trenne höher liegen Kranken- und Miitterzimmer. Letztere haben äugenblieklieh z.wei uneheliche Mütter Innc. Ferner bc* finden sich hier die Zimmer der Oberin, der Schwestern, des Hauspcrsonals und der Wäschcraum. Im Keller liegt die Wirtschaftsküchc, der Flaschenspülraum nebst Milchküche. Ein besonderes Wirtschaftsgcbäudc enthält das Laboratorium des Arztes, die Desinfektionsanstalt, die Waschküche und die Pförtnerwohnung. Das frische, blühende Aussehen der Kinder und ihr frohes Lachen legen Zeugnis dafür ab, daß sic hier von Liebe und Sorgfalt umhegt und Rcpflcgt sind. Breslau. Der Magistrat hat beschlossen, an sieben städtischen Volksschulen, die von einer größeren Anzahl Jüdischer Schiller besucht werden. Jüdische Lehrer anzustcilcn.dic nicht nur den Religionsunterricht erteilen, sondern vollbeschüftigt werden sollen. Zunächst kommen drei Lehrer und eine Lehrerin zur Anstellung. Von den Bewerbern wird gefordert, daß sic auch am Sabbath ihre untccriehtliclie Tätigkeit ausüben, nur sollen sic von Schreibarbeit befreit bleiben. Bezüglich der Prüfungen und der Militärpflicht werden an die Bcwerber dieselben Anforderungen gestellt wie an dio Übrigen Lehrkräfte. VCRCINS-RUNDSCHAU Die Schrlf(fUhrer der Vereine werden «cbeien. die Bericht• mAnllchM knnnn tu hallen und »10 »tcU rcchUcÜlß elnmcndeo. Minuikriplo nur ■ul einer Seile betclirclbco — deutliche Schrillt Cliarlottenburg. Der Jüdische Turnverein Charlottenburg veranstaltet am 28. August seinen diesjährigen F a 111 i I i c n a u s f 1 u g. Wir treffen uns um 2 Uhr am Bahnhof Zoo, um bis Wannscc zu fahren. Von hier aus gehen wir auf herrlichem Waldwcgo zum Restaurant Kohlhasenbrück, wo ca. um 4 Uhr die gemeinsame Kaffeetafel stattfindet. Spiele, Vorträge, Tanz usw. werden die Teilnehmer hoffentlich recht lange Zusammenhalten. Damen und Herren als Oästc herzlich willkommen. —■ Der J.T. V.Ch. (Mitglied der Jüdischen Turnerscliaft) erweckt in seinen Mitgliedern reges Interesse für jüdisches Leben und widmet sich im Speziellen der körperlichen Regeneration der jüdisehen Jugend. Nähere Auskunft über unsere Voranstaitungen (Turnabende, Turnfahrten. Spiele, Scliwimmen usw.) erteilt bereitwilligst Zahnarzt Henry Unna, Berlin W. 3, Körnerstr. 1811. Hamburg. Aus dem Kreise der Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona konstituierte sich eine ״Gesellschaft zur Verbreitung Jiidlscher Lltcraturwcrke, e. V.“, welche cs sich zur Aufgäbe macht, wie der angenommene Name besagt, die Kenntnis jüdischer Litcraturwcrke 7.u verbreiten. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht das Statut außer Vortrags- und Diskussions-Abenden hauptsächlich haufige Veranstaltungen von Büchcrvcrlosungeii unter den Mitgliedern der Gesellschaft vor, durch welche literarisch-wertvolle, wegen des hohen Anschaffungs- Preises jedoch weniger gekaufte jüdische Literaturwerke weiteren Kreisen leichter erreichbar werden. Der Mitglicdshcitrag wurde, um dem Verein eine große Mitglicdcrzalil zu sichern, auf nur 2 M. festgesetzt. Es steht jedoch den Mitgliedern frei, ein Vielfaches des Jahresbeitrages zu zahlen, wodurch sic das Recht erwerben, an den Verlosungen des Vereins mehrfach tcilzunchmcn. ln den Vorstand wurden die Herren Dr. A. C11 wolies, Rechtsanwalt Bernhard David, Dr. Willy Jacobsohn und Leopold Landau gewühlt, von denen der letztere auswärtige Beitrittserklärungen entgegemiimmt und auch bereit ist. interessierten Ortsgruppen zum Zwecke ähnlicher Gründungen nähere Mitteilungen über die Organisation des Vereins zu machen. lauf nahm eine kürzlich von zur Zeit hier weilenden Zionisten namens des Gruppenverh .indes R11 c i n I a 11 d inszenierte öffentliche Propagundaver« Sammlung. Der große Saal im Westcndlio.el Carl Schröder war bis auf den letzten Platz gefüllt. Profcssor Dr. Q ii n z b u r g - New-York. cröfinetc dio Versammlung. Dr. Goldberg־Neuenahr entwarf in halbstündiger, außerordentlich klarer und suchlieber Rede ein scliarfumrisscncs Bild von dem stets fortschreitenden Auflösungsprozeß im gegenwärtigen Judentum, von dem Durchschnittstvnus des sogenannten ..modernen* Juden und schließlich von den Grundlagen des Zionismus als der einzigen Möglichkeit, diesem Auflösungsprozeß wirksam cntgegenzutreicn und der Judennot ein Ende zu bereiten. Im Anschluß an diese durch vielen Beifall belohnte Rede sprach Herr Heinrich M a r g u I i cs - Kattowitz über das Thema: Was hat der Zionismus geschaffen? Der Zionismus — führte er aus — hat in seiner Agita■ tioustütigkeit drei Etappen zttrücklcgen müssen. Zu• erst sah er sich genötigt, der Mehrzahl der West■ juden überhaupt die Existenz einer Judenfrage zutr Bewußtsein zu bringen. Als ihm dies gelungen war mußte er in jahrelangem nutzlosem Disputieren geg• nerischc Verleumdung und Einsichtslosigkeit bc• kämpfen und versuchen, seinen Theorien Anerken• nung zu verschaffen. Heute icdoch braucht der Zio nismus derlei Argumente nicht mchr.hcutc verweis er auf das. was er geleistet hat: eine Organisation die erste, die ausnahmslos Juden aller Richtungcr umspannt, ein Volk, das von anderen Völkern als sol dies anerkannt und geschätzt wird, und drittens di( Ergebnisse der praktischen Arbeit in Palästina. - Die feurige Rede wurde mit außerordentlichem Ent׳ liusiasmus aufgenommen. Zuletzt nahm Rabbinci Dr. f osnansk!-Warschau das Wort. In einen kurzen historischen Rückblick schilderte er die sei Jahrhunderten existierende Trennung von Ostum NVestjuden, die Verachtung der ersteren durch dii letzteren, zeigte, wie sich die Grenzlinie, die ur sprüngllch vor Spanien lag. allmählich ostwärts ver schob, bis sie schließlich durch die Synthese des Zio

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