Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 32 (12.8.1910)
- Date
- 1910-08-12
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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? U E DIS CHE RUNDSCHAU Seite 383. No. 32. :: AUS ALLCR W€LT:: Deutschland ~~ ,.Eine erfreuliche Kunde“ Pi!• ״Allgemeine Xcituntr des Judentums" liat cnj|i.i1 einmal ihren wahren Charakter cnthtllh. Das hat >:e /war so ganz gelegentlich auch sonst schon ein-׳getan. aber dann sich immer verklausuliert und versteckt hinter allerlei wenn auch noch so duiJi.McIitmen Vorwänden. ,'))’■iTO׳•' t/t ist ihr einmal «an/, spontan‘ das Geständnis eins •Tupft. dall sie eigentlich nicht das sogenannte libc«.:’e Judentum, sondern das extremste Reform* juJfi ׳!m amerikanischer Observanz vertritt. Sic lern tamlich die auch von uns gebrachte Nachricht von er Begründung eines Rdormtcmpcls in London dur, Claude Monte( io re mit den Worten ein: ,..V. 1 oudou kouuut eine erfreuliche Kunde". ,‘•׳s Blatt, das sich so gern als das offizielle 0:.וי• ׳ der deutschen Judenheit ansprechen lällt, wenn cs selbstverständlich diesen Anspruch schon sc• ’ ,׳ccm nicht mehl zu Recht erheben darf, das B> d.is Ludwig l'h il i ppso h n vor bald dreivic Jahrhunderten begründete, und das sich noch in, cm ..unparteiisches Organ für alles jüdische Im "w" nennt — dieses IMalt ist also unter Ludu;. ieiger so weit gekommen, dall cs die Bcgn iuu« eines Reformtempcls. der seinen Besuchern de: Uebertritt zum Christentum erleichtern soll, in.8 u er die Zwischensuite dazu bildet, für eine er- 1r% che Tatsache erklärt. * Das Pogrombild in Frankfurt Pas Gemälde von Stanislaus Fabijanskl ״Po* g •m in Kiew", das bekanntlich ״yf Anordnung 0,•• bayerischen Ministeriums, das damit russischen \\ .;sehen nachkam. aus der Glaspalast-Ausstcllung München entfernt wurde, ist seit einiger Zeit in!■r .111 k f 11 r t im K uns t saIo n Baum, Neue M.nnzcr Stralle 25. ausgestellt. Nun hat cs auch das ,M achten der Frankfurter Polizei erregt. Per P 11 z c i p r ä s i d e n t hat durch einen besonderen Xlcesandten den Inhaber des Salons ersucht, das |S. I d mit Rücksicht auf den bevor- «.sehenden Zarenbesuch in. Friedberg zu entfernen. Der Besitzer hat dieses ״vorliuiige" Ersuchen entschieden a hg eich nt. ״Vorläufig" kann also das Gemälde, das die Schrecken der Judenverfolgung in Kiew am 18. Oky.Vun I115<׳ in erschütternder Art zur Darstellung t>n; et.; cli besichtigt werden. Bei dieser Gelegen- ’ n mitgeteilt, dall die Meldung einiger Blätter, H l sei nach Amerika verkauft, nicht zutrifft. Russland Die ״Aufhebung“ des Ansiedlungsrayons uik. hn Gegensatz zu ihrer Gewohnheit, zu jeder 111.vvorlagc der Duma gleich von vornherein Sieüung zu nehmen, zog cs die Regierung vor. di׳*smal. wo es sicli um die auch das Ausland intervsMcrendc Judenfrage handelte, sich in tiefes Schweigen zu hüllen. Dieser Tage ist sic jedoch ein wenig aus ihrer Reserve getreten. Zwar wurde keine mn/icile Kundgebung veröffentlicht: die Ocffcntliclikt־;• wurde indes bcschicdcn, dall die Regierung den Gesetzentwurf in der oktobristischcn Lesart an* ra 11:1 bar finde. Danach soll der Ansiedlungsrayon zwar nicht aufgehoben, jcdoclt erweitert werden, die Einräumung des Wohnrechts soll nur a ׳!ו Städte, keineswegs aber auf Dörfer und 1dflcekcn ausgedehnt werden. Indes, ohne weiteres ־'!elit sich die Regierung auch zu einer bcs.;denen Konzession in der Judenfragc nicht. Und v- Miwn denn die Regierung und ihre Freunde vom rt 1neu Flügel der Duma ihre Kompensation crlmltcn. Z Beginn der Herbstsaison will nämlich die Reg: img der Duma einen Gesetzentwurf vorlcgcn, wo- 5 H die berüchtigten ״provisorischen" 1 י g e s e t z c, die seit dreißig Jahren die russi- •.״ Juden in den eisernen Klammern der Rechtb gkeit halten und sic sozial und wirtschaftlich in I1׳׳;n1ungsl0sc Parias verwandeln, endgültige gesetzliche Sanktion erhalten sollen. II, Bemerkenswert ist immerhin, dall der Antrag Aufhebung des An s iedlun garu y «n .au auch in den ״ccht-russlsehcn Kreisen manche ׳durworter findet. So tritt letzt der vcrbändlcrischc -KiewMan in" für diesen Vorschlag ein und er- ■;.,rt. dall die jüdischen Wohnrcclitsbcschränkungcn nicht mehr zeitgemäß seien und Rußland mehr Schaden als Nutzen bringen. Man sollte daraus whliellen, daß auch die russische Regierung dem Antrage nicht ganz ablehnend gcgenübcrstcht. Wie mit* geteilt wird, sammelt Jetzt die Regierung Matcrialicn bezüglich der Judenfragc. die sie für die bevorstehende Dumabcratung über den genannten Antrag vorbereitet. - Was dabe herauskommen wird, zeigt die obcnstchcndc Mitteilung. Die In Odessa geplante Jubiläumsfeier Ihr den liidlsclicn Volksdlclitcr Sch. Frug mußte aufgegeben werden, da sic nicht die Zustimmung des Dichters fand. In einem Schreiben an ״Odcssky Nowosti" erklärt er, daß cs ihm angesichts der vielen Judenausweistmgen, die letzt einander folgen, sehr schwer falle, in diesen Tagen ein Jubiläum zu feiern. Rumänien 80. Vor kurzem fand in Jassy ein ruinihitacher IfanUelakoiigrcn statt, der von allen Tellen des Landes beschickt wurde. Her Minister für Handel und Industrie eröffnetc den Kongreß mit einer Rede gegen die ..Fremden", wobei er auf die Mittel zur Verdrängung derselben aus den Handelsgcbictcn hinwies. Damit gab der Minister die Direktive für den gesamten Verlauf des Kongresses, der sich fast ausschließlich mit Vorschlägen und Anträgen zur Bckämpfung der Juden befaßte, Mun gedachte dabei auch der in dieser Hinsicht bereits gemachten Versuche: der vor einigen Jahren in Jassy von Studenten veranstalteten Ausschreitungen gegen Juden. . . Dieser Versuch war so ״gelungen", daß er nun wohl wiederholt werden soll. Der Aiitiscniitcnhäuptling Jurga ist zum Mitglied der rumänischen Akademie, dieser höchsten Anstalt des Lundes, ernannt worden, wodurch er ein weiteres Arbeitsfeld für seine judcnfresscrischc Tätigkeit erhält. Amerika 08. All der Deputation, die vor kurzem bei der Paria mentskouunissioi» zugunsten der russischen Juden vorstellig wurde, haben sich die Mitglieder des ״American Jewisli Committee“ nicht beteiligt. In der letzten Sitzung des Ncw-Yorkcr Gcmcindcvorstandes erklärte der Vorsitzende des genannten Komitees. Louis M a r s h a 11, die Gründe für das Fernbleiben der Koinitceitiitglieder von der Deputation: ״Seit einigen Jahren bemüht sich das Komitee darum, daß die russische Regierung die Rechte der a 111 c r i - k a 11 i s c 11 c n Juden ln Rußland nicht schmälern, ln dieser Angelegenheit werden dlploma tische V e r 11 a n d I u 11 g c n geführt, und jede öffentliche Agitation kann dabei nur schaden. Bczügüclt der russischen Judeiiausweisuiigcu kann sieh Amerika in die inneren Angelegenheiten eines fremden Staates nicht hincininischcii, so dall alle Resolutionen in dieser Hinsicht ganz erfolglos bleiben müssen." Nach dieser Erklärung wurde beschlossen, seitens der Gemclndeiiiitglicdcr keinerlei Schritte in der Judenfragc ohne vorherige Verständigung mit dem ״American Jewisli Cominiuec" zu unternehmen. Die l.cisctrctcrci siegt also auch in Amerika. Hcrichligungcn Das in No. 28 der 1״. R." in der Beilage ״Jung Israel" veröffentlichte Itild in den! Texte ״Ruth und Boas" war uns vom Verlage Rud. Schick u. Co. in Leipzig zur Verfügung gestellt worden. Eine Besprechung der ״Schiilwandbüdcr", deren es entitommcn war. finden unsere Leser in der nächsten ״Literarischen Rundschau." * In dem Artikel ״F i na nznoli t i k" von Jakob Hakohcn in Nummer .31 der ״Jüdischen Rundschau" haben sich folgende sinnentstellende Druckfehler ciiigeschlichcn: Auf Seite .366, Spalte 3. Zeile 36 muß es heißen, statt ״Seliäkerkomiiiissioncn" Scliützcrkontmlsslon. — auf Seite •3<>7. Spalte 1. Zeile 50 muß cs heißen, statt ״Finanzregierung" ~ Finanzierung. ziomsTiscHe ßewe0ur16 XU. Dclcgicrtentag der Zionistischen Vereinigung liir Deutschland «tu U. mul 12, Scptemhcr 1910 In Frankfurt a. M., Kniiliiiüiuilsclies Vcrchishnus, Eschenheimer Anlage. Tagesordnung: Sonntag, den 11. September 1910. Vormittagssltzung: 1. Eröffnungsansprache des Präsidenten, Herrn Dr. Bodenliciincr-Cöln. 2. Ansprache des Präsidenten des A.-K... Herrn David Wolffsolin. 3. Wahl des Buieaus. 4. Bericht des Gcschüftsführcndcn Ausschusses. 5. Referate der Herren a) Professor Dr. W a r b u r g* Berlin. b) Dr. Franz Op ח c n h c i tue r- Berlin. Nachmtttagssltzuiig: 1. Generaldebatte. Montag, den 12. September 1910. VormlttaOsaltzung: 1. Agitation. Referat des Herrn Parteisekretärs Kurt ß I u m e n f c I d. 2. Organisation und Finanzen. 3. Anträge. Naelimlttugssltzung: Wahl des neuen Zentralkomitees. # Eine Anzahl von Ortsgruppen hat trotz unserer dringenden Aufforderungen dio Schekel und Landesbeiträge noch nicht cingcsandt. Wir müssen nochmals dringend darauf bestehen, daß die Ocldcr nunmehr sofort an unser Bureau. Charlottcnburg. Ulcibtrcustr. 49, (Postscheckkonto 8091), abgeführt werden, damit die Dclegierten wählen ordnungsmäßig vorgenommen werden können. Wir betonen hierbei nochmals, daß nach dem Statut der Zionistischen Vereinigung für Deutschland die Ortsgruppen berechtigt sind, je einen Delegierten zu wählen. Ortsgruppen von mehr als 50 Schckclzahtern wählen zwei Delegierte, Ortsgruppen von mehr als 100 Schckclzahlcrn liir jedes weitere angefangene Hundert einen Delegierten mehr. Wir ersuchen alle Ortsgruppen, die Wahlen umgehend vorzuncliincn und uns die Wahlprotokolic möglichst bald cinzuscndcn. Wir w’crdcn den gewählten Delegierten und Frsatzdclcgicrtcn dann Delegiertenkarten zustcllch.' Die Mitglieder des Zentralkomitees haben Sitz und Stimme auf dem Dclcgicrtcntag, brauchen also nicht gewählt zu werden. Nach dem Beschluß des Brcsjlauer Dclcgic rten tages dürfen nur Delegierte g c w׳ ä h 11 werden, die das 24. Leb c n s j a 11 r erreicht haben. Herren und Damen, die bereit sind, ein Mandat außerhalb ihrer Ortsgruppe anzunchmen, wollen uns dies baldigst mittcilcn. Folgende Gesinnungsgenossen haben sich bisher zur Ucbcriialime von Mandaten bereit erklärt: 1. Boschwitz• Berlin. Dr. Heinrich L o e w• c - Berlin. Frau Johanna l.ocwc- Berlin. Referendar Dr. Jacob M oc 11 c r Altona. Fräulein Berta Majerowitsch -Schöneberg. Fräulein Fanny Hildesheimer -Berlin. Bertram Stern-Wiesbaden. Dr. Siegfried Sc 11 warzschild - Frankfurt ״. M. Max Br a u n t hal-Frankfurt a. M. Redakteur S. Q c i s - Frankfurt a. M. Samuel S t c r n - Frankfurt a. M. Jacob S t r a u s - Frankfurt a. M. L. Pc rIm 1111 er-Frankfurt a. M. Isidor Hirsch- Frankfurt a. M. I. L. Goiteilt -Frankfurt a. M. Die Ortsgruppe Frankfurt a. M. ist bereits eifrig mit den Vorbereitungen /um Delegigrtentagc beschäftigt und bittet alle Qeslniiuiigsgciiüsscn, die zum Dclcgicrtcntag fahren wolle״, um recht baldipc Mitteilung, damit für alle Delegierten und Gäste Wohnungen beschafft werden können. Mit den Hotels Luitpold, Kaiscrstr., in der Nähe des liauptbahnliofes, und Drexcl, Gr. Friedbergerstraße, im Zentrum gelegen, ist ein Abkommen getroffen worden, wonach den Delegierten dort Zim- 111er zu dem ermäßigten!,reise von 2.50 Mk. cinschl. Frühstück zur Verfügung stehen. Anmeldungen sind an Herrn Dr. Siegfried Schwarzschild, Frankfurt a. M., Zcil 74, zu richten. Die Städtische Straßenbahn in Frankfwrt ». N\. hat sich bereit erklärt, den Teilnehmern am Dclcgicrtcntag einen Fahrpreis von 30 Pf. pro Tag und Person zu bewilligen. Es werden Lcgitimationskarten ausgegeben werden, die eine Bcnutzung der Straßenbahn von Freitag, den 9. bis Dienstag, den 13. September für 30 Pf. täglich nach Belieben gestatten. Das Promcnadcn-Cafd im Kaufmännischen Vcrcinshause, Eschenheimer Anlage, ist als Treffpunkt für die Delegierten und Gäste für den Vorabend des Dclegiertvntagcs. Sonnabend, den 10. Scek teniber bestimmt. Wir machen ferner schon jetzt darauf aufmerksam, daß im Kaufmännischen Vcrcinshause selbst ein Auskunftsburcau für die Delegierten und Gäste errichtet werden wird. Anläßlich des Dclcgicrtcntages wird auch ein großer Kommers und eine Volksvcrsammiung veranstaltet werden. Näheres hierüber wird noch bekannt gegeben werden. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Zentralbureau.