Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 31 (5.8.1910)
- Date
- 1910-08-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ko. 31. -zrBMB-yi.amurtjgf. z׳c und :cnosscn wnltijjcr st und Bc- Promal Jen ״ a n z. Ken der iuimunn sic in itensive lers für wäre. m, um II auch Antrag er vorö 11 c n.!nd auf aß die h mehr n. in- Urn!mc bc der mehr!en. : I b s tdein Steuer :m Orin der all sei, III vor- )rea- Kecl- »Rehen, least" .. der nh die lieht m unnicht ircamumzlieung Acts zu rn die ei halb daß ü sich die* vorihres- An nach er er* sehr nicht : ge- Vert nur :scuttu bctis!e i'stem 'ernur net. Heuer die jeder steil. (li/tUder freitentnute n. ׳a uck. 1s.׳r j. 11 -*־•׳.* ralt KC* i'ttl emwie uc!1 lief tue. bes k׳i• den eftml teil icn ind JUEDISCHE RUNI'OoHAU Seite 367. <chari gespannt bricht auch der beste Horch. Damit rcclmet indessen die Finanzpolitik des deutschen Zionismus nicht, und deshalb ist die verkehrt. An- 5i.m sielt immer wieder au diejenige» Zionisten zu iiilk'ii. die schon heute mehr als zuviel in Anspruch uciioumieii sind, sollte man endlich dazu Übergehen die Rcsiim tc zionistische Masse gleichiniiliU zu den Beiträge» hcranzu- ,jeIm'», vor allen auch jene bchckelzionistcn. die allen l.resies glauben, ihre Pflichten der Organisation ״gcimbi i erfüllt zu haben, wenn sic ln jedem Jahre eine ganze Reichsmark Schekel zahlen. Hs Pt um >״1 ייelir zu verwundern, daß man in Berlin ״•im• /iiilucht zu aiillcrmdcnlliclien Itcltnigcn iiclnitcn /1111111' •1י «lanht. als cs einen ordentlichen Heitrag 1 noch gar nicht genügend ausgeniitzt ist, Jen Laudesheilrag. Ueber diesen lautet die ״i!!»g im l.aiidosstatut: ״Jeder Zionist solt 1 ״mlcshcitrag von mindestens 1 Mark zahlen; s :nippen haften für die Landesbeitrage ihrer ,»or." Im Gegensatz zu dieser Festsetzung ,,her in Deutschland von ca. 7000 Schekelmir ca. 3000 Landesbeitrüge ein. Den (kund •־ehe ich daran, daß mau sich weder in den; Meditier Kreisen, noch dementsprechend in s!cn Ortsgruppen um die Landesbeitrüge je eil bemüht hat. Bevor mau aber zu atilier- -licii Beiträgen übergeht, muß man versuchen. .»Hielten voll mul ganz cinzuzielicn. Ich halte wesentlich ratsamer. •K)(H) Schekclzaliler •mit .11 k zu belasten, als — sagen wir einmal — Jiekelzalilcr (walirscheinlieh handelt es sich kaum um mehr als 000) mit 8000 Mark. -- iiiiii die deutsche I.andcsorganisation die im oline Abzug weitergeben müßte, so würc die l.audcshcitriigc angewiesen, würc gezwunm herrschenden Zustand, der mit dem Landes- » direktem Widerspruch stellt, ein Hude zu ■ Man hat doch wahrhaftig auch keine 1. damit sie auf dem Papier stehen und kein . sieh um sie kümmert, und wenn wir uns .!di den selbstgcgebciien Gesetzen richten und /eigen, daß wr cs mit unserer Sache doch : jeder Beziehung so ganz erst nehmen, was Im» Nicht- und Atitizionisten tun? — komme zum Thema zurück und fasse noch zusammen, daß in Zukunft neben der Faabeit auch die Verwaltung und Propagnnda •יי finanziert werden muH. Das Institut für diese egicrung sei der Organisations-fFarteiOfouds. ul liefern: die Besteuerung der Finaiizinstitule, .״liiing und vollständige Abführung der Sehe- »he Selbsihesteucrmig und die unwaelisenden ״ neu Spenden für den Organisationsfonds. ' dem Organisationsfonds werden zunächst I steil des Kölner Bureaus bestritten. Der IVki-.liiiÜ dient zur Anstellung von Laiulesagitatoreu und zur Subventionierung der schwachen Law«.'Organisation.! ■e solche Kapitalanlage wird der Palästinaarl w;׳ ..e! eher zu gute kommen, als umgekehrt diese kr i׳: .;Mgauda; denn cs wird sofort ein starkes Aav... sv u der Eingänge jeder Art cintrcten. In, liauptsaclic ist vorläufig, daß die zionistische Oeiit elikeit sich der Mängel unserer Finanzwirtsei!.!!: bewußt wird, und dal! unsere leitenden Kreise sieh; iiiilicn, iltre Finanzpolitik auf das Prinzip e.;:/■:י:.Heu: Alles durch die Bewegung, d er auch ein gut Teil für die Bewegung! Jakob Unkoheu. eibi. ii.iinl. lies: eine!• die י .Mite gehe za h iv hici: leite ' den <nmä ordi1 1;. ., 1.1, e'S 41N» IlMM ir.de• Wer <elu sic . gen. st.1t!':,K S:.!: .Me: ' mch: vJ.tui r.icli SO*. e 1 e.m••. 1.1'; ge!11׳; Oe ' d.e I k<-k aüsi״ lieber die Fiinmzrefürni unserer Ocsaintorganlsation wird sich voraussichtlich eine eingehende Diskussion entspinnen, die wir mit den vorstehenden Artikeln eröffnen. Die Ausführungen über die Finanz- Politik der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sind aber so durchaus verfehlt, daß wir sofort entschieden dagegen unkämpfen müssen, uni zu verhindern, daß jetzt kurz vor dem deutschen Dclegiertcutag in die Kreise unserer Freunde Uber eine so wichtige Angelegenheit Uuklarhcik!: hinelngctragcn werden. Die Zionistische Vereinig׳ :׳ für Deutschland hat schon seit Jahren nie 10׳' .Züge von den bei ihr eingehenden Sehekullm gemacht. Die Ausgaben der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sind aus Landesbeitrügen, Broschüren und freiwilligen Spenden einiger weniger Gesinnungsgenossen bestritten worden. Die beiden Voraussetzungen, von denen Herr Jakob Hukoheu ausgeht, entsprechen also nicht den Tatsachen. Die Z. V. f. D, hat immer wieder versucht, die Hinnahmen aus den Lnndesbeiträgen zu steigern, cs ist ihr aber nur in seltenen Füllen gehingen, Gesinnungsgenossen, die nicht In Ortsgruppen organisiert sind, zur Erkenntnis zu bringen, daß auch diese Parteipflieht von ihnen erfüllt werden׳ muß. Die Gründe liegen zum Teil in einem Mangel unseres Statutes. Wenn Herr H. sich den von ihm angezogeneu Paragraphen unserer Satzungen niilicr ansclicn wollte, so wird er erkennen, daß gerade in den Be- Stimmungen, auf die er seine Vorwürfe gegen die Z. V. f. D. gründet, der Grund für die geringen Ergcbnissc au Laiulesbclträgcn zu suchen ist. ״Jeder Zionist soll einen Landesbeitrag zahlen", cs ist leider keine M 11 ß bcstimmmig. Mit der Zalihing des l.undcsbcitragcs sind politische Rcchlc nicht verknüpft, sogar das Wahlrecht zum deutschen Delcgiertcutag liiingt allein von der Zahlung des Schekels ab. ״Die Ortsgruppen haften für die Landesbeitrüge ihrer Mitglieder, aber ein großer Teil unserer Schekclzaliler gebürt keiner Ortsgruppe an." Aber auch hei den in Ortsgruppen organisierten Zionisten hat die Haftung der Ortsgruppe sich als nicht ausreichend erwiesen, teils weil seihst eifrige Gruppen heim besten Willen nicht von allen Mitgliedern die Landesbeitrage erlangen können, teils weil die Z. V, f. D. den Gruppen gegenüber mir moralische Zwangsmittel hat. und der Appell au das zionistische Gewissen nicht immer den entsprechenden Widerhall findet. Gesetzt aber auch, cs würc der Z. V. f. D. gelungen, alle Gesinnungsgenossen zur Zahlung ihres Landesbeitrage.s mit Erfolg zu veranlassen, so würde die liüehstsmmiio von 70110 Mark gerade der Hälfte des Etats der Z. V. f. D. entsprechen. Von dem relativ geringen Betrag von 1*1000 Mark noch Abstriche zu machen, wäre nur angängig, wenn die Z. V. f. D. ihre Tätigkeit eiiisclirünkcn wollte zu einer Zeit, wo allgemein die Ueherzeugung sieh diirehgesetzi hat. daß nur eine starke, systematische Agitation unsere Bewegung in Deutschland vorwärts bringen kann. Seit Jahren ist die Zahl unserer Anhänger in!)eutselilaiid im wesentlichen konstant geblieben; sieh mit den bisher erreichten Resultaten zufrieden gehen, würde einem dauernden Verzicht auf die Zionisicrung der deutschen Juden glciehkammcu. Die Mindestsumiue von H 000 Mark muß also aufgebracht werden, dem deutschen Delcgicrteutag wird infolgedessen, was wir schon heute zur allgemeinen Kenntnis!)ringen wollen, ein dahin gehender Antrag die Erhöhung der Landesbeitrüge betreffend vorlicgc». Gleichzeitig muß der Versuch gemacht werden, Garantien für die regelmäßige Zahlung der Gelder zu schaffen. Schon ans diesen Bemerkungen mag Herr H. erkennen, daß wir nicht gewissenlos und kurzsichtig eine aprös nous Ic d61ugc Politik getrieben haben. Aber den Jahresbeiträgen, die wir im letzten Jahre von unseren bewährten Gesinnungsgenossen, auf denen auch sonst die schwersten Lasten unserer Bewegung ruhen, cingcfordert haben, ist nicht nur die Bedeutung einer NotstandsakiVon beizumessen, vielmehr haben Erwägungen tieferer Art uns zu dicsm Schritt veranlaßt. Der Dclcgiertcntag wird uns Gelegenheit gehen, die Notwendigkeit dieser Maßnahmen vor der zlunlstl• sehen ()Öffentlichkeit zu begründen. K. B. _ Meinestudienreise!!!Palästina Von Dr. Franz Oppenheimer, Berlin. 111. Erstes Stadium; Die Gewinnbeteiligung. Die Arbeiteriiroduktivgeiiossenschaft legt nämlich das gesamte Risiko des Betriebs auf die Schultern der Genossen, und das können sie weder vor sich selbst, noch vor den Kaoitalgcbcrn tragen. Wenn sic das Unglück haben, in den ersten Jahren schlechte Ernten zu machen, so kommen sic entweder in die größten Schwierigkeiten, ja können zugrunde gehen, oder das unselige Almosenwesen muß ciusctzcn und den wirtscliaftlichcn Aufschwung des Untcrnch* mens für initiier zerstören. Auf der anderen Seite kann cs keinem Kapitalgeber zugemutet werden, lnventar im Werte von iinmcrliin 120 000 Eres. Mininiuiii in die Hände einer Vereinigung von Arbeitern zu legen, die technisch den höchsten Grad der Leistungsfähigkeit besitzen mögen, die aber nach keinen Beweis dafür abgelegt haben, erstens daß sic unter sich Frieden und Ordnung aufrecht zu halten imstande sind, und zweitens, daß sic in der Lage sind, einen liocligcstaffcltcn land wirtscliaftlichcn Betrieb zu dirigieren. Denn das ist ohne weiteres klar: ist einmal die Produktivgcnosscnschaft fundiert, so ist der l.citcr der Beamte seiner Arbeiter, und hier sind Diszipßnarseliwicrigkciten fast unvermeidlich, wenn das Verhältnis nicht auf alter Zusammenarbeit und der sicheren Erfahrung von der Nützlichkeit der Organisation beruht. Gegen diese Erwägungen will cs nichts besagen, daß in Um-Djuini, am linken Uier des Jordan, die von der P. L. D. C. eingerichtete kleine Produktivgenossensclmft prächtig ziisanmicnarbcilet und auch gut zu florieren verspricht. Denn hier handelt es sich vorläufig erstens mir um eine sehr kleine, aus 6 oder 7 alten Freunden zusammengesetzte Genossen- Schaft, zweitens um keinen Großbetrieb, sondern kaum mehr als um einen größeren Baiiernbetrieb, drittens um keinen hoehrationellcn Betrieb und viertens um ein vorläufig kurz befristetes Pachtverhältnis; und schließlich gewährt die I*. L. D. C. dieser Genossenschaft beträchtliche Lolmvorschiissc auf ihren späteren Gewinnanteil. Eine solche Organisation ist noch nicht in streng wissenschaftlichem Sinuc Arbcitcrproduktivgeuossenschait zu nennen, womit übrigens gegen den Versuch und seine Ausfülirung nicht im mindesten irgend etwas cingewciidct biii.uiite das Dach. . . Aber das hilft alles nicht, tim!׳!linier mir — weiß ich — steht eine und *uv. heit mein Pferd. .. י 'ml ein wohlig weicher Hauch kost‘ mir du!! die Knochen, als ob sic nicht das Pferd, •:n mir den Rücken streichelt. Nur noch >־1 <׳ * '*ein ich's. — Stellen Sic sich vor! Ich kom. ic gerade an, da die Leute zum Essen 131־!»... Dehorah ißt nicht. Warum? Ich soll :mell an den Tisch setzen. Natürlich laden i.iHit die anderen auch ein. Und selbstvcrständlieh ׳.. ird sich auch die Mutter nichts weiter tlabu denken.!)en gestanden liebe ich solche Einladefein nicht gerade, wie ״unsere Brüder“ alle Sulun- Sachen hassen. Schließlich, ein paar Ouhi■ a mit einem guten Bruder durchzubrinkt־!', da bin ich immer bei. Aber solche bek'luchnden Einladungen machen auch tot! . . . Aber wissen Sie, Deborah kann ich nichts abschlagen. Ich falle eben wieder darauf rein. . . Ich tluike, du wirst versuchen, für’s Essen zu zahlen. Ich esse und frage dann nach meiner Schuldigkeit. — ״Donnerwetter! Sie haben nur für Hafer und Zigaretten zu zahlen“ sagt sie. Und dabei lächeln die kleinen Lippen so süß, und die Augen blicken mich mit so schelmicshem Blick an, als wollten sie sagen*. ״Reingefallen!“ . . . Was denken Sie davon? . . Nun, so .schnell lasse ich mich nicht remlegen. Und wie sie gerade wegguckt, lasse ich in ihre 'lasche — mir nichts, dir nichts — ein Silberstück verschwinden — ganz heimlich. Ich drücke mich;.us der Stube und bin schon auf meinem Wagen, ilopp, mein Wasske! Ich ziehe die Leine an und schwinge die Peitsche. Port ging’s. Erst auf der Chaussee traute ich mich, mich umzudrehen. Deborah steht auf der Schwelle und blickt mir nach und winkt mir von ferne mit dem Kopf, wie einer sagt: Fahr gesund! Und ich denke: Sei du gesund. Und ich lasse meinen Gaul langsanier laufen, damit wir uns länger angucken können — ich und Deborah. Ein paar Tage später komme ich desselben Weges und gebe meinem Gaul zu saufen. Ich habe kaum die Krippe zwischen den Rädern vorgeholt, da steht Deborah schon hinter mir. So — sagt sie —־ willst du mich reinlegen I Sei brav und nimm das Silberstück zurück! Und sie zwingt mir das Silberstück in die Hand. ״Dummes Zeug,“ sage ich und weise sie zurück, als wüßte ich von garnichts. Sic aber läßt sich auf nichts ein und beschwört mich bei ihrer Gesundheit, das Geld zurückzunehmen. Stecke ich also das Geld in meine Tasche. Werden uns später sprechen. Und wie sie midi wieder mal zu einer guten Suppe cinladeii will, sage ich kurz: nein. Und sie? Meinen Sic, sie hat gegessen? Donnerwetter! Sie ist in die Stube gegangen und hat sich ans Fenster gestellt. Und Ihre Augen suchten mich. Ich lehne an meinem Wagen und blicke sie an. Wir schweigen beide. Aber ihre Augen reden, bitten, flehen. Vielleicht, daß ich in die Stube kommen soll. Wer weiß? Aber ich bleibe fest. Nein. Und so blieb’s. Ich bin weitergefahren und habe nicht mal zum Abschied gewinkt; nicht einmal umgesehen habe ich mich, ob sic mich grüßte. .. Wie ich nun am anderen Morgen zurückfahre, halte ich wieder vor dein Gasthaus, um den Gaul zu füttern. Deborah sieht mich vom Fenster aus, kommt gleich heraus und bleibt auf der Schwelle stehen, Ihr Gesicht ist kreidebleich, die Augen müde, versonnen und voller Tränen und so still sieht sie aus wie ein Huhn, das sich vom Dach aus den bewölkten Himmel anschaut. Ich gehe auf sie zu. ״Wasdst dir, Deborah?“ sage ich. ״Gar nichts“, antwortet sie — und Tränen perlen ihr in den Augen. ״Du siehst so blaß aus!“ sage ich und ich fühle, wie ein seltsames Mitleid mich packt.