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Jüdische Rundschau · 1910-07-22 · Heft 29 (22.7.1910) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 29 (22.7.1910)
Date
1910-07-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 29. IüiiiiiixpcihIc geführt, 1111U nacluletti wir die Bilanz jes Vereins per I. April 1910 festestem haben. Uber- •r.iheit wir die Uuchfültrum; und die Kasscngeburjtng jc1״ ll.uii'ibnreaii des Jüdischen Nationalfonds ü! KoiM. .lewisli Agricultural i:\perlment Station. Pas bei weitem erfreulichste Ergebnis der He- ז!eh im' e r tode war die׳ finanzielle Sicherstellung der!.indwiMscliafilichen Versuchsstation, deren Grün- June die zionistische Kommission zur Erforschung P.1I.1M111.1S vorbereitet hat. und die letzt, nachdem sie eine amerikanische Gesellschaft eingetragen ist. den Namen ...lewisl! Agricultural Experiment <1.111 u'• fuhrt. Ihe amerikanisch-jüdischen Philan* thronen, die die Pinnit/.lcruug dieses für die landvuiiscluifiliche Kolonisation Palästinas so aullerciJi 11.lieh wichtigen Instituts Übernommen haben sind des Dankes aller Paliistittalrcunde sicher. Der |יזיי:..1וי managing der Station, Herr Agronom A. A.n׳ 'olm, befindet sich bereitsauf dem Wege nach ■na mul dürfte noch in diesem Monat seine Tu;.;'eit beginnen. Hygienisches Institut. 'ei ihireau hat während der Bericlitsperiode die :!irif’lichen Arbeiten fiir die zur Gründung des l,u!sehen Iiisümts in Palüstimt eingesetzte Korn- •,".י •n erledigt, mul nachdem die Vorarbeiten dieser Ko», issioii weiter vorgeschritten sein werden, wird Jics Kommission wahrscheinlich ein eigenes Sehretan. entsetzen. Wie unsere Gesinnungsgenossen ,1u\ ׳.•u in der Presse veröffentlichten Hericlitcn ersch »üben werden, schreiten die Vorarbeiten der Kon »Issum vorwärts. Ob es gelingen wird, dieses Ins ׳u auf dein Wege kleiner Sammlungen finanziell s.c! ustellen. erscheint uns sehr fraglich. Wir gl.1.;!י aber, daß, falls dieser Weg sich nicht als g.n:.. r!:rw'ciscn sollte, es bei planmäiligetn Vorcch uns wahrscheinlich gelingen dürfte, jüdische i\. 111 י open für diesen so änderst wichtigen Zweck ix, , ״. innen. Hebräische Wandkarte. .. vom Palästinarcssort in Gemeinschaft mit Je;!׳ t'Jess.ier Pal.'iMiitakoitiitcc herauszugehemte hei'; sche Waiulkatte wird hoffentlich bald ersc!:. e!1 können, nachdem die Vorarbeiten, wie uns vor ״!/ein aus Palästina berichtet wurde demnächst ihre ceiiiligung gefunden haben .werden. Kulturfonds, V. e aus der HUanz des Kulturfonds hervorgeht, l;,1!'c;; sielt die Lümahmen dieses Ponds im letzten .t.d.r׳. inr um einen geringen lietrag vermehrt, was J .׳ ..!,׳ai .׳nriiekzufulireii ist. dall es unserm vereinigten!uiieaii mit Rücksicht auf unser sehr hesd.;.•׳ .'.׳. Personal nicht möglich ist. sich auch mit Jet •. anda für diese!» lönids zu beiassen, wällteü.l! h,' Vorschlag betreffs der Einsetzung einer Ivm•;; 1 ־ Pronngnnüuknmmissüiii für diesen Ponds \.-ri. •cli kerne cuchmigiing seitens des A. C. -e:u M1׳t. e 1 :•:ein 1111־״״ten wir noch der Jahrcskonfctu!/ d; 11;s vom '.'erb,11111 jädisclier Erauen für Kultut.u!•׳;.׳, e» Palästina und von dem chrcnamtUchcn tie'wM!!!rer des Vereins Hczalcl. Herrn Hcrtrand lijüil'i׳. g. /11gcgan::encn Berichte unterbreiten. Verband jüdischer Praticit fiir Kulturarbeit In Palästina. Am י Januar dieses Jahres hat die Gencralvcrvnia. .mg iles Verbandes stattgcluttden. Der Jahresl׳:t!m seinerzeit den Kongreßteilnehmern ־zugesteil׳ v.tgden. Sejt dieser Zeit hat der Verband wei-!ir Lr;ic,;hel;e Portvhritte gemacht. Es sind zirka •51 <ייvMie .Mitglieder liinztigekniuiucii. I s >t»itzenatclier in Jaffa hat sich gut entvu •; Aufträge sing genug da. nur fehlt cs an A i. .-;;mci;. so dall in den letzten Tagen auch in Jet •v i.!t! mi Ansehl'iü an den Hczalcl ein Atelier seg; Met wurde. _; r das Krankciiliat'S Schaarc-Zion in Jafia '''!!׳ . cviiwester Stichel engagiert, die auch die la : ״• der von der Moskauer Ortsgruppe gegrilltihu Woeluieri'tiieitstube itbernebmen wird. \r Vcrfand hat ierner beschlossen. Herrn Pr. Mn• .!di bei der Einrichtung eines Hospitals m h.1.1 I»vliiit'liclt zu sein •in I dureli eine besondere Km ־.lang die hierzu erfotderlicltcii GtKlO Mark auf- 5 י!״׳/Hl Mark Italien wir hierfür bereits erhui*. . ׳'c vom Verband ausegibldete Schwester Ein* Im׳, ns Jaffa hat in llrcslau ihr Examen bestanden!m l , dort noch einige Zeit in der Augenklinik tätig gr . uii Sie ist vor einiger Zeit nach Palästina 'ur . ׳.kehrt und hat wohl inzwischen ihre Tätigktr, .*,!genommen. , . ,, M;i Veranlassung des Palästinaamtcs hat der Vcr .!ן.j j|,r die Neuorganisation der Arbcitcrkhchc ׳״• Ui■wlmii-le.Zion 150 Erancs leihweise Itcrgcgcbcn. Bezalcl. >ci! dem letzten Kongreß bis heute läßt sich fol- Kcmles sagen: Was die Pinanzlagc des Hczalcl anbef'ifii. mi hat dieselbe durch die Schaffung einer wei* fern Anzahl Untervcrcinc und durch eine Anzahl Vcreine, die in Bildung begriffen sind, ferner durch weitcre energische Propaganda eine Kräftigung erfahren. Hotzdem im verflossenen Jahre sich die Einnahmen fast verdreifacht haben, sic betrugen «egen 21)000 Mark Im Vorjahre. Ist mit der Möglich• ״ei! z.u rechnen, dafi auch in diesem Jahre die für . JÜDISCH E RUNDSCHAU_ die Schule eingehenden Betrüge bis zum Schluß unseres Geschäftsjahres eine beträchtliche Steigerang erfahren haben werden. Die Zahl unserer MitglicJer hat sieh beträchtlich vermehrt, und wir werden einen Zuwachs von mindestens 1000 bis 1500 Mitgliedern zu verzeichnen haben. Die Schule selbst entwickelt sich in fortgesetzt steigender Weise. Vor einigen Tagen wurde gememsaiit mit dem Verband jüdischer Erauen in Palüstina ein Snitzen.itelier der Schule ungegliedert, welches bereits von ca. 30 jungen Mädchen besucht wird. Die Zahl der ain.jlezalcl beschäftigten Persotten beträgt beute 237. Infolge Veranstaltung einer großen Anzahl von Ausstellungen in ca. 25 vcrschiedenen Städten des ln- und Auslandes sind der Schule Aufträge in beträchtlicher Höhe zugekommen, dadurch sind die verschiedenen Ateliers auf längere Zeit hinaus mit Aufträgen versehen. Im ganzen hegen der Schule fiir ca. 5(1000 Pres, unerledigte Aufträge vor. Der Absatz der Erzeugnisse wird in diesem Jahre ca. 100 000 Pres, betragen. gc״cn nur 20 000 Eres, im Vorjahre. Die verschiedenen Ateliers entwickeln sieh in ausgezeichneter Weise, und die meisten derselben müssen eine be»räehtlichc Er- Weiterung erfahren. Es ist dringend erforderlich, zur Aufnahme von ca. KH) jungen Mädchen ca! Pep- Pichatelier zu errichten. Pas lithographische Atelier hat sich gleichfalls so gut bewährt, daß wir dasselbe ebenfalls zu vergrößern beabsichtigen. Das gleiche wird bei dem Eiligran- und Damaskusmctall-Atcücr erforderlich sein. Die Qualität der Erzeugnisse verbessert sich ständig; bei den Teppichen ist dieselbe eine so gute, dall an derselben in technischer Beziehung überhaupt nichts mehr auszusetzen ist. laut Urteil eines zugezogejjen Eaelmumns. der der Leiter der grüßten deutselten Tcppieltfabrik ist. Was zur Verbesserung der Erzeugnisse noch zu tun bleiben wird, wird darin bestellen, daß man durch das Engagement eines tücbtigen Kunstgewerblers den Geschmack der Erzeugnisse za! verbessern suchen wird. Um dies zu erreichen, stehen wir mit einem allerersten Kunstgcwerblcr in Unterhandlung, den wir als Leiter der Metall- und Holzatclicrs zu gewinnen hoffen, und haben diese ynte.rliaijdlungen Aussicht auf Rcalisicrung. Von den in der Schule aiisgcbitdcten Teppichkmipfcrinneii ist eine grolle Anzahl heute so weit, daß wir dieselben in ihren eigenen Behausungen etablieren küniicn. Jede dieser Arbeiterinnen soll mit einem Wcbsttilil. den dazu gehörigen Werkzeugen und einem kleinen Betriebfonds versehen werden. Von höchster Bedeutung halten wir ferner die Ansiediuiig einer Anzahl Jemeniten mit ihren Kamilien auf Nationlbpidsboden. l'iir jede dieser Eamilien müßte ein Arbciterliaus mul inmitten dieser kleinen Kolonie eine größere Werkstatt eingerichtet werden unter Leitung eines 1111 Hczalcl ausgchildetcn Vorarbeiters. Wir denken, daß es sich ermöglichen lassen w ird. jeder dieser Eamilien ein auf einem •i -5 Dimarn großen Terrain errichtetes Arbeiterhaus zuzuweisen, um denselben Gelegenheit zu geben, sich neben ihrer Betätigung als kunstgewerbliche Arbeiter auch mit. Geflügelzucht und Gemüsebau bc* schäbigen und sieh I 2 Milchkühe halten können. Auf diese Weise würde der Wohlstand der jenieni• tischen Eamilien gefördert und wir in der Lage sein, nach doppelter Richtung hin wirken zu können. Die vorstehenden Projekte werden mit einem Kostenaufwand von ca. 51)000 Eres, verbunden sein. Wir glauben aber anneluucn zu dürfen, daß die Lei* tttug des Natioiialfonils sich dazu entschließen wird, das Teppichatelier im Garten der Bezalclhüuscr zu errichten und auch die Errichtung der Arbeitcrhäuser und der Werkstatt auf einem noch näher z.u besinninenden Natioiuilfondsterrain gleichfalls zu übernehmen. Wir wollen schließlich noch bemerken, daß wir hingst Gelegenheit genommen haben, den fiir die Leitung der Ateliers in Aussicht genommenen Kunstgcwerbler nach Jerusalem zu schicken, um an Ort und Stelle sich über die Entwicklung der vcrschiedenen Ateliers und über die weitern Chancen der Schule zu äußern. Der uns übergebene Berich: lautet nach jeder Richtung hin so gut wie nur möglich, so daß wir die Hufhnmg haben können, daß sieh der Hczalcl weiter w׳ie bisher entwickeln wird. Nutürlieh werden auch weiterhin beträchtliche Geldmittel erforderlich sein, bis die Schule ganz auf eigenen Pullen stehen kamt. Ein jüdisches Museum in Prag Vor einigen Jahren gingen eine Anzahl von Gelehrten daran, Antiquitäten und historische Dokumente zu sammeln, die sich auf die Geschichte des Judentums im allgemeinen und auf diejenige von Prag und Böhmen im besonderen beziehen, mit der Absicht, diese Sammlungen in einem jüdischen Museum niiszustcllen. Dank dem Eifer des Komitees, an dessen Spitze Prof. Dr. Lieben und Stadtrat Dr. S e I tu stehen und das materiell von Männern wie dem kaiserlichen Rat Leon Bondy. Emil Grab und Moritz Hahn unterstützt wird, wurde die Zahl der Ausstellungsobjekte so groß, daß cs unmöglich war. sic in den hierfür gemieteten Räumlichkeiten unterzubringen. Unter den linuptsächlichstcn Santmclgegenständen befinden sich Vorhänge für das Allerheiligste, mit Qold- und Silbcrstlckcrclcn. deren einer, 1 der gestickten Inschrift zufolge 186 Jahre alt ist. Seife 345. Andere Vorhänge stammen aus den Jahren 1695, 1697 und 1705. Einer davon war ein Geschenk des Brauenvereins der großen Hof-Svnagoge. Ein wertvoller Gegenstand ist der große Schlüssel, der im Jahre 1021 von Ecrdlnand II. der Korporation der jüdischen Eleischer in Anerkcnnung ihre Verdienste gelegentlich der Revolution 1619 verliehen wurde, in dem hohlen Schaft des Schlüssels befanden sich drei SilbcrschlUsscI zu den Ghettotoren. Auch hochinteressante alte Dokumente sind I nder Sammlung, sowie Porträts hervorragender Persönlichkeiten. Es werden zweifellos bald geeignete Räumlichkeiten zur Unterbringung der Ausstellungsobjekte gcfunden werden. ג; AUS ALLCR WELT:: Deutschland Eine Pogrom-Deballe im bayrischen Landlag ln der bayerischen Abgeordnetenkammer wurde am Sonnabend der Kultusctat beraten. Bei der Position Kunstsammlungen kam In Vertretung des bcurlaubten Ministerpräsidenten Staatsrat von Lössel auf die Angriffe zurück, die wegen der Entfernung des Eabjiansky sehen Bildes ״P 0 g r o tn in Kiew" aus dem Münchener Glaspulast gegen die bayerische Regierung gerichtet worden sind. Der Staatsrat erklärte, daß er im Einvernehmen mit den» Minister des Innern und dun Kultusminister, ohne erst die Intervention des russischen Gesandten, die vorauszuscltcn war, a b z u w a r t e n, d i e E n t f c r n u n g d e s Bi I d e s v 011 der Ausstcllungslcitung vcrlangte und auch ohne weiteres soior: erreicht ha I! c. Auf Unbefangene mache das Bild in seiner Komposition den Eindruck, daß d!e Schuld und die Verantwortung für das scheußliche Blutbad dem Zaren zugeschoben werden solle. Es wäre eine schwere Verletzung der internationalen Courtoisic gegenüber dem Möna reiten eines befreundeten Staates gewesen, hätte man in einer Ausstellung, und zumal in einem staatlichen Gebäude, das Bild belassen. Das hätten auch die Künstler der A 11 s s t e I lu n g ohne v e it c r e s a n e r k a n n t. (I!) Der sozialdemokratische Abgeordnete Müller- München griff diese Erklärung des Rcgierimgsvortreters heftig an. Er bezeiehnetc sie als eine Lieb c d i e n e r e i g c g e n über R u ß I a n d und eine Blamage für die bayerische Kunst. Es kam zwischen dem sozialdemokratischen Redner und dem Ministerialdirekmr Staatsrat von Lössel zu einem 11 e t t i - gen Zu sa in nien s toll. Der Staatsrat erkürte cs schließlich als unwürdig für einen Reg1c r u n g s v e r t r c t 0 r. in dieser Sache mit dem sozialdemokratischen Redner einer Meinung zu sein. Von liberaler Seile w urde durch den Abg. Müll e r-M e i n i n g e n gegen die Stellung der Staatsregierimg in dieser Sache Protest erhüben. Voll mar beschwerte sich dann über ״unpassende Anrcmplungcn" vom Ministertisehc, worauf Ministerialdirektor von Lössel erwiderte, der Ministerpräsident Prhr. von Podev.ils habe von der ganzen Sache nichts gewußt. Er. der Staatsrat. habe vollständig auf eigene Vcra 111 w o r t u n g gehandelt, worauf Vellmar trocken erw iderte: ..D a s merkt m a n!" Einstweilen bleibt cs also bei der Enticrnung des Bildes. Der Monarch des ..befreundete־״• Staates kann stolz sein auf die Knechte, die er im heiligen deutschen Reich besitzt, und die er nicht noch zu bezahlen braucht. Wenn nur Herr von Lossei rächt nach russischer Gewohnheit nächster Tage in einem anonymen Briefe eine Humlerrubclnotc zugesandt erhält. Die ״Deutsche Tageszeitung״ ist mit ihrer Hciicbelpulltlk wieder mal bös bei eingefallen. In der ״Gegenwart" wird ihr folgendes vorgehalten: Die Deutsche Tageszeitung liebt die Juden nicht und dagegen kann kein Mensch etwas cinwenden. Unverdrossen kämpft sic gegen den ״jüdischen Geist", und das ist ihr gutes Recht. Aber sie macht cs sich mitunter dabei doch zu bequem. Paßt ihr ein Mann nicht, dann ״degradiert" sic ihn zum Juden, auch wenn er so christlich-germanisch ist. wie etwa Herr Dr. Ocrtel; hat aber ein Jude solche Verdienste, daß sie diese keinesfalls totschwcigcn kann, dann befördert sic ihn, um ihren Lesern nicht den Schmerz zu bereiten, dall sic einen Ebrücr lobt, zum ״deutschen Mann". Das gibt natürlich mitunter recht ergötzliche Stückchen, wie neulich. So erklärte in Ihrer wissenschaftlichen Beilage ein Herr v. Lcvetzow cs als charakteristisch für den »jüdischen Geist", daß ein Professor Leo in einer Vorrede zu den von ihm herausgegebenen Schriften (Briefen)

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