Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 28 (15.7.1910)
- Date
- 1910-07-15
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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1UEDISCHE RUNDSCHAU Seite 331. No. 2$. pic Iklutte drehte sich jedoch luiuptsäclilieli uni die IT.ute. wie könne für dje ,schulentlassene Juiscnd i!״ Alter von H-IS Jaheen in körperlicher Uczic* l,1mc ccM'rct werden, so daß der Referent keine Ver• .n1l.1>sa1'K li.ute. in die Diskussion cinznirrcifen, Die! jer Zentralstelle gehören fast sämtliche katholischen mul i v.iiieelischen Jiucinlvcrcinc bezw. deren Ver•!י.. .hi. Referendar Regensburger regt daher an, c" sieh nicht empfehlen würde, der Zentrale als V,iwhed bei/.utreten. Die Versammlung beschließt, uni..:me abzuwarien und die Tätigkeit dieser ürga• nis.1!• 11< ׳ genauer zu studieren, t eher das Vcrbaitdsorgnn ic: '■־e! Dr. Apfel. Er legt dem Vorstände einen ־ i.-rni Pr. 1־iiikcl entworfenen l'lan für die bet- ,1.1■ .Men Nummern vor. Dieser Plan wird gebilligt, II1‘ .;׳. Apfel und l)r. Pinkel mit weitgciiemier Voll• 1>1,n 1 ausgerüstet, die ersten Nummern der Zci• 1: '״ייי September ab erscheinen zu I. 1. n. Auch wird er beauftragt, sich nach einem v.. 1 teil Redakteur und passenden Mitarbeitern um• /uh :1. Es ist auch ein Redaktionskomitcc in Aus• ,;,11• eiioiiimcii. in das Dr. Pinkel delegiert wird. ז\ן aehsten Pelegiertenversammlung soll dann vare «clilagen werden, das IJlatt offiziell für die Ver•!׳.ui'! :Mitglieder zu machen. Mit Rücksicht auf die läge des Verbandes wird jedoch auf Antrag des!vrrn Dr. Apfel das Erscheinen der ersten Nuni• im!! der Zeitung von verschiedenen Bedingungen .;H1;. ״g gemacht. .:! Vorschlag des Herrn Dr. Apfel wird bc• schi 'cn. dal! der Verband auf die angesehenen j 11»! n c 11 c 11 Zeitungen abonnieren soll, II. 11:. die Zentrale in der Lage ist, die Berichte der jii.if .!!eil Zeitungen über unsere Jugendbewegung »1 י die wichtigsten Vorkommnisse, im Judentum *11 erfolgen. Milaiilich des abgel.mfencn ersten Geschäftsja' י des Verbandes wird dem Ciescliaftsfulirer Dr. Pr. I das Vertrauen mul die Anerkennung für seine M : enste seitens der Versammlung ausgesprochen. Per von ihm naeheesiielite Urlaub für die Zeit vom I. .11,:1 bis 1. August wird ihm bewilligt. Während r Zeit sind alle Zuschriften in Verbandsangc• lege!iciten an das Bureau des Herrn R.*A. Dr. An.' Berlin W. S. Priedriehstr. 5ö-60, (Equitablc* P..’.1'1) zu richten. Allgemeine Jüdische Kolonisations-Organisafion V. iv e> 1׳.׳Iten vom Präsidium der A. J. K. O. einen 1'11 '*' ־ ic Begriiiuluiig einer englischen W en. . der A. J. K. ()., den wir hier volliu•! 1 gehen: der \. .1. K. O. vertretene Gedanke, von ״•''•«mg in der Türkei Gebrauch zu machen! :>) m־ , -.;r׳'ll/ügige Kolonisptiou osteuropäischer! ׳.,.11 ׳; . ״': gesunde״, geschäftsmäßigen Prinzipiell imtir!.;!: /!! eröffnen, bat nun auch in England An• U. .1!;1•.־den. Am 7. Juli ist von angesehenen eng• In , יi;.1ul׳e11sgcnosse11 eine ״Enclish Diviso . ,.he General Jowish Colouizing Organisation" am 1. 1 cn. I,1.׳nl.,uer Komitee au der Spitze ins Leben Kennen u orden. \ ich 11'flirv. ׳iclientliclien Uiiterliaiidliiiigen und \<t! .!cituiden Arbeiten, die der Erste Vorsitzende .1 \ I. K. ().. |)r. Isidor (iinsberg und D r. Alfred Nosslg, der Vorsitzende des gcschällsführenden Ausschusses, durcligeführt liatten, wurde im Saal Richelieu des Hotel Cccll in London ein Meeting veranstaltet. Den Vorsitz führte Mr. Leopold Joseph. Direktor des ..Schweizer Bankvcreins". Es ist der A J. K. 0. gelungen — führte Direktor Joseph in seiner Eröffm1״״s5pracltc aus — Kreise, die sieh der Kolonisationsidcc gegenüber an• fangs mehr als zurückhaltend verhielten, von der Notwendigkeit ihres Werkes und den praktischen Vorzügen ihrer Methode zu überzeugen. Diese Methode besteht darin, die Kolonisationsarbcit auf gesicherter rechtlicher Grundlage und nacli geschäftsmäßigen Prinzipien baldmöglichst zu beginnen und eine Verständigung zwischen allen jüdischen Organisationen auf diesem gangbaren Wege herbeizuführen. Die jüdischen Philautronen aller Länder werden das Unternehmen der A. J. K. Ü. unterstützen und insbe• sondere die englische Judcnlielt wird ihm ihren Schutz angedeihen lassen. Schon gelegentlich dieses Meetings sind dem Komitee zahlreiche Spenden und Sympathiekundgebungen zugekommen, die darin übercinstinnuen, daß f•*•־־ eine Kolonisationsorganisatiun von wirtschaftlich 11 u in a n i t ä r c m Charakter in England Raum vorhanden sei. Der Plan, in der Türkei ein Ansicdlungsgcbiet für die Juden zu schaffen, kann nur im Einvernehmen mit der türkischen Regierung durchgeführt werden. Die A. J. K. O, ist die einzige jüdische Organisation, der es gelungen ist, die volle und offene Unter• Stützung der Pforte zu gewinnen. Die Zusichcrungen. welche der Großvezier Hiltni Pascha Dr. Alfred Nos5ig erteilt hat. bestehen unverändert in Kraft.*) ־ Unter den Kundgebungen, die der Vorsitzende! nun zur Verlesung brachte und die 11. a. vom Chief- Rabbi Dr. A d I e r. David A 11 a t i n i und James Cartello herrülirten, verdient ein Brief von Arthur E. E r a 11 k I i n besonderes Interesse. Mr. A. E. I’rauklin. der seine volle Svmpathie mit den Bestrebungen der A. J. K. 0. zum Ausdruck brachte, weihe vor kurzem in K״״M:MHi״״״cl. \vיין <׳■ als Schwaecr des Ministers Herbert Samuel bei den Mitgliedern des Kabinetts cineHührt wurde. In der Präge der jüdischen Pinwandcrune nach dm Türkei erhielt Mr. A. E. Eranklin von dem gegenw iirtigen G r 0 li v ח z i r Erklärungen, die mit den von Hilmi Pascha ahhgcgchcncn vollständig iibcrcinstinintcn. Die Geschichte würde binsi׳,,־׳l׳eh der Behandlung, die die oiiomanische Nation den Juden augedeihen l.ilit. .sicherlich ein günstiges Verdikt fällen. Wenn die jüdische Einwanderung nach der Türkei zunclimen sollte, so könnte er dafür bürgen, daß die .1 u d c n v o n d e n M o 11 a m m e ü a n e r n nie l> c- I ü s t i g t werde n w ii r d e n. Eine unlH׳-״״mzte Einwanderung vou. völlig mittellose.״, osteuropäischen Juden nach Jerusalem, die dorthin kommen, uni vor. Almosen zu leben, könne nicht gestattet werden, weil das Elend dort schon zu groß s״i u׳״l eine Gefahr hi׳■ den Staat bilde. Insoweit aber die Einwanderung *) Wir halten uns für veroß'Hitet. wegen der über diesen Punkt s Zt. entstandenen Kontroverse darauf hinztiwclscn. daß es sich um einen offiziellen Bericht der A. J. K. 0. handelt, den wir wiedergeben, . ohne daß wir unsererseits zu dem Inhalt hier Stellung neinnen. D Red. d. ..J. R.“ sich aul solche Juden beschränken würde, die über genügende Untcrhaltsmittcl verfügen, die ein Gc* werbe betreiben oder für deren Existenz eine Insh* lution sich verbürgt, wäre er bereit, ihnen die Ein* Wanderung zu gestatten und ih״־־״ das ottomniilsclie Bürgerrecht zu erteile״. Audi sei er geneigt, grolle Gebiete von den St a a t sd 0 in ä n c n für russische und rumänische Emigranten, welche Ackerbauer werden wollen, zu verkaufen. Die Schaffung industrieller Betriebe durch jüdische Einwanderer, würde er ebenfalls als Vorteil für den Sta.v *rächten. Aus den nun folgenden Ausführungen von Dr. Isidor Ginsberg, die in Abwesenheit des zur Abreise gezwungenen Referenten vorgolescn wurden, ersah man, daß die Kolonisationsplänc der A. 1• K. O. mit den Anschauungen der türkischen Regie• rung ilbcrcinstimmcn. Die A. J. K. 0. wird bestrebt sein, das neue Ansicdclungswcrk auf eine gesunde wirtschaftliche Basis zu stellen, ln erster Linie so!• len bemittelte und beruflich qiiallllzlcrte EIcttic״ ״'״'<! Pioniere der Kolonisation hcrnn£ezogcu werden Es wird die Gründung einer Lnndkompagnic nach kaufmännischen Prinzipien vorbereitet, die Grundstücke in urbarem Zustande an die Kolonisten verkaufen wird. Ein•; Reibe von Mitgliedern der A. J. K. 0. hat sich gleich dem Referenten bereit erklärt, an dieser Landkom* pagnic mit namhaften Beträgen sich zu beteiligen. Das Kolonisatioiiswcrk wird schon in baldiger Zn* kunft beginnen und sicherlich nicht nur den ostcuro• päisclicn Juden, sondern auch der Türkei Sc«״n brin• gen. Die Laudkompagnie verfolgt einen humanitären Zweck, aber das investierte Kapital soll wie bei jedem anderen Geschäftlichen Unternehmen verzinst werden. Einem derartigen Plane wird die ene|jsch3 Juüenbeit ihre Unterstützung sich**'!••‘'1* nicht verwei* gern. Dr. Ginsberg schloß mit der Aufforderung an die Anwesenden, eine englische Abteilung der a. J. K. O. zu gründen. Dr. Alfred Nossig. mit Beifall begrüßt, er• stattete zunächst über die Stellungnahme der tiirki• selten Regierung zu dem Kolomsutionsolanc Bericht und begründete dann ausführlich die Notwendigkeit der Beteiligung der englischen Glaubensgenossen an der Leitung und den Arbeiten der Organisation. Die politischen Verhältnisse in der Türkei bringen cs mit sich, daß das jüdische Kolonisatioiiswcrk nur dann eine gesicherte Entwicklung nehmen kann, wen״ es unter dem Schutze der jüdischen Be• völkerung aller Großstaaten <»cht. Daher wurde die A. J. K. O. von Anfang an als Inter• 1 natioiiale. allgeut״iu*ji1discl!>* Oreanis.iti'un ßeerö'idet. ן Die deutschen Juden, deren Opfcrwilliekcit un׳> Orr׳;׳• j nisationstalcnt die A. J. K. O. so viel zu verdanken 1 hat. beanspruchen keinerlei Hcee11'״me, Gerade sic | legen das größte Gewicht darauf, daß neben den Spi■ tzen der russischen und österreichischen Judenhed mich namhafte Vertreter der ׳w|i«'d1en uml ־ •'crik ׳• »!selten Glaubensgenossen der Leitung der A. J. K. O. angeboren. Diesen Zusammenschluß aller Grunnon der FmJcnhelt erfordert auch schon die Größe des Unternehmens. In dem bedeutsamen Augenblick wo eine liberale Regierung und ein zitdenfrcundliclics Volk die Mög. Iiehkcit der Schaffung eines indischen Ausiedlungs• gehictcs bieten, müssen alle trennenden Mouicn׳* überwunden werden. Es gilt, mit 'י ׳•״׳.י Kr ift׳ a cm großes Rettimgswerk durclizuführcn. Nach den Referaten von Dr. Oinsberg und Di, Kossig. die in englischer Sprache ״'Mattet wurden. < .11. l iir mich soll cs sein, als ob du nie lA n!iattesf. Voll ist die Welt des Weinens um di: ׳ storbenen, wer wild dich beweinen? Wie om Mißgeburt, um die niemand trauert, wirst du!!gegangen sein. — deinen Platz, im All, iß' m Wcltcnpian sollet du bis in alle Ewig• bi!;inein nicht mehr kennen!“ /.mernd, vernichtet stand der Junge nun vor . ein alten Manne, der, mit dem Zorne eines tilich Sehers in seiner Sprache der Bibel, die all sein 1 obciilang um ihn und in ihm gewesen war, f.־׳.; hatte. Aber jetzt besänftigten sich die Ai- ■ :!cs Greises, und sanft fuhr er fort: ״Komm zur! iukcltr mein Kind, ich hab’ dich ja so lieb, io meinem Rate, und siche, Gott wird dir 'V|׳uer hellen. Entsage dem törichten Trotze; du. was dir jetzt passiert, ist so oft geschehen! für Menschen werden dich verächtlich anschen. •־'!! •-io das tun! Sie sind dann die Geringeren.!>« wirst dann zu dir selbst sagen: ich werde stark Hin, und ich werde das alles geduldig tragen, bis ich meinen Fehler, soviel als mög- Inh, wieder gut gemacht habe. Sieh, ich hab״ «inen Plan: Wenn die Sachen in Paris so weit sind, komm daun mit deiner Frau und den Kin• dir« zu mir, und du richtest dir mit meinem »' r.g gebliebenen Oelde hier in Amsterdam ein neues Geschäft ein. Das ist auch besser, in dem guten, alten Amsterdam, da hättest du nie weggehen sollen. — Und wir bleiben beieinander, und wenn meine Stunde naht, dann hab’ ich euch bei mir, — davor war mir schon immer etwas bange, auch wenn ich nie etwas gesagt habe. So kommt alles noch in Ordnung, sichst du?“ Schwer atomholend starrte der junge Mam\ vor sieh hin, dann ergriff er plötzlich den Kopf seines Onkels mit beiden Händen und küßte ihn leidenschaftlich auf die Stirn. Der Alte machte sich lächelnd los und sagte zufrieden: ״So, Junge, nun bist’c wieder der alte, sind die Grillen nun weg?“ ״Ach weg, — ja! Weg, — o, du mein Gott!“ — stöhnte er in wieder aufsteigendem Wehgcfühl, — und daun: ״Aber ich dank’ dir, — dank’ dir, ich kann dir nie genug dafür danken.“ ״Ich weiß cs, ich kenne dich besser, als du dich selbst.“ ״Also, du glaubst noch an mich, — und du tust cs nicht allein aus Mitleid, — und du ver• achtest mich nicht?“ ״Nein, mein Junge, wenn ich nun noch jemanden einer Verirrung oder auch selbst eines Verbrechens wegen verachten würde, dann wäre mein Leben verfehlt, dann würde es besser sein, ich hatte nie gelebt. — Aber sprich, wen״ du dich jetzt ruhig genug fühlst, und du willst heute ״acht noch zurück, dann kannst du wohl jelzt gehen?“ ״Ja, Onkel, ich muß so schnell wie möglieh, — o, das ist so schrecklich, alle die Mensehen, — die Gesichter, — wenn cs nur erst vorbei war'.“ . ••1'K J«״ße, Mut!“ Dann schieden sie mit einem Händedruck. Der Alte gab ihm bis an ote Korridortür das Geleit, kehrte dann in sein Gemach zurück, setzte sich wieder an den Tisch unter die Lampe. .. ]1י schweren Gedanken vergingen für ihn tue Stunden der Nacht, - er hatte ein Men•?״!cL,‘c,be," , .N,m s011|c ״ ilm immer um sich haben. Wohl war cs etwas hinderlich einen alte״ Mann im Haus, - aber er wiirifc 7ur La?hilf״!" '"״'! s0 we׳«K als möglich zur Ln.t fallen, doch —• jeden Tag wurde er um cm bißchen älter, und cs war’ nicht angenehm, zu sehen, daß du den Menschen lästig ״,s|• “Aber, was hilft’s? da ließ sich nun einmal nichts dran machen. — Das alte Leben muß vor dem jungen weichen. — Ein Geschlecht geht, und das andere kommt, wenn er nur bis zum Ende seinen Verstand behielte, ־־ denn kindisch zu sein, und von anderen abzuhängen!