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Jüdische Rundschau · 1910-07-15 · Heft 28 (15.7.1910) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 28 (15.7.1910)
Date
1910-07-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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|t * '• t |! < I »i »i f \ I ] J! 1 # 4 I I 1 a! I i 1 r i S'.iic m die I3e«rü1ulu1)« der betreffenden Abweisung aller* dinKS zur Beanstandung Aula(» biete, zumal aus dem amtlichen Verzeichnisse der zur Annahme von Prak* tiknnten ermächtigten Krankenanstalten nielit hervergehe. dal! »las Kreiskrankenhaus in Britz rein kon* fessioiicllon Charakter hat. 111 Prcuileii verfährt man sonst allerdings weniger mild gegenüber Dingen. die ..zur Beanstaiidim« Aulall bieten." Die jüdische Jugendbewegung ln der vierten Vorstandssitznng”) des Verbandes jüdischer Jmrendvereine. die am 12. Juni in Berlin stattfand, berichtete der Vorsitzende Dr. Apfel über die am 29. Mal in Braunschwei« erfolnte üriimliii!« des Bezlrksverhaudcs fiir Norddeiitscliland. bei der er den Verband vertreten habe. Pr hebt mit tknugtuun« den harmonischen Verlauf der Tagung die rege Arbeitsfreudigkeit und die Verbaudstreue hervor, die in der Versammln!!«: zum Ausdruck «0kommen sind. Bein Vereine in Hamburg wird für die lieiiiiiliiiiigei! bei der Lütbenifmi«. dem Vereine in Itr.iiinsehweiK fiir die ausgezeichnete Burelifiihrmt« der Tagung der Bank der Versammlung ans* gesprochen. Br. Apfel berichtet ferner über die Vcrhaudhiii- «en. die unser Verband mit dem Beutsch-lsraeUtisehen Ucmeindcbimd und dem Verbände der jildischeu Lehrervereine im Beutscheii Reiche betreiis der kleineren, für .ln«eudvercins«ründun«eu nicht «eei«11ete!1 Plätze geflogen hat, über die ein Protokoll des üenerulsekretars des B. J. U. B. vor!1e«t. Ls wird mit Befriedigung zur Kenntnis «euommen. dal! der Verbamlsvorsitzende die Vereine Halle und llanibm« besucht und dort Vorträ«e «ehallen hat. Her Vorsitzende berichtet von dem ausvtezeiehneteii lüiidriiek, den er von diesen beiden Vereinen erhalten hat. ln Halle war mich eine Deputation■ des Lrfiirtcr Vereins erschienen, die eine eifri«e l’ropacaudaarbeit fiir den kommenden Winter in Aussicht stellte. Im Anschhill hieran wird die Redncrfrmto ein«elivnd besprochen, und es wird beschlossen: Xur Propagierung der .I11«e11dbewe«1m« und des VerbatHls«edaukens sollen di.e Herren Dr. Apfel. R.-A. I.iclitenber«, Ref. Regensburger, Ref. Isi Kahn- Köln, Ref. Dr. Wrrll1<.*i!11-lU• rlin, Rei, Dr. Oscar Nathan-Hamburg mul sonst die dazu «eci«netcu und bereiten Herren von Verbands wetten als offizielle Verbandsredner im kommenden Winter die Vereine besuchen und in denselben Vortrü«o halten. Vornclmilich über Themen, die in der Diskussion ein Lingclscn auf die Jugemlhewegmig und die Arbc“ des Verbandes crmü«|icl1cn. Die Verbandsrediier erhalten auller einer Lahrkarte 11. Klase 12 Mark Ta«esspcsen. wobei jeder an«efan«cne Ta« voll berechnet werden soll. Die Reiscspesen und Diäten tra«cn die Vereine. ■ Biojungen Vereine, die auf einen der «enaunten Herren reflektieren, werden ersucht, bis zum 1. Amtust <L J. an die Verbu.ulsleitmtg Mitteilun« zu machen. Ls wird daun im Laufe des Au«11st ein Plan aufgostciU und den Rednern die einzelnen Vereine zmtetellt. Piiianzicll sehr .schwache Vereine tnü«en hei die* *) Vorstehender knapper Auszug aus dent Pro* tokoli der «enaunten Sitzun« dürfte auch fiir weitere Kreise von Interesse sein. JUliPlSCHE RUNDSCHAU sein Qcsiich den Antra« stellen — unter Darlegung ihrer Verhältnisse ihnen die Kosten für die Reuncr «an/, oder teilweise aus der Brilnnselicn Stimm« zu ersetzen. Autler diesen «enaunten Verbandsrednern, die die Aufnabe liaben, die Lillilun« der Vereine mit dem Verbände zu erhalten, soll noch die im vori«cn Jahre zusaiiimeiiuesteiltc Rednerliste den Vcreinen in Lrimienin« «cbrnclit werden. Auch bei diesei! Rednern empfiehlt cs sich, dall mehrere Vereine sich ztisamnienschlicllcn, damit die Redner Ranze Tour mies i!1 einer kurzen Xcit absolvieren können. Die nächste Belenierteiiversammluii« soll mit Rücksicht darauf, dafi im Jahre 1911 Ostern und Pfingsten mit den jüdischen PcicrtuKcu ziisammeiifalleii. am 19. März 1911 statllinden. Als Ort der Versatumluii« wird Hannover «ewiüilt, das durch seine zentrale La«c und seine «Uten Verbindungen nach allen Rieht1111«eu als selir «cei«nct erscheint. Vom Verbände der deutschen Juden liest ein Schreiben vor, in welchem unser Verband ersucht wird, die ihm a11«csel1!ossene11 Vereine zu veranlassen, die «ennnnte Or«anisatiun bei ihrer Arbeit «e«cn die ZnrüeksolziiiiK der Juden hu Heere durch Licfcrini« von Matepal zu unterstützen. Die dem Schreiben des Verbandes der deutschen Juden bei«csel1lossenc Aulu«c wird ein«el1eud erörtert, wol ei manche Wünsche zum Ausdruck «ebraclit werden, die dem Verbände der deutschen Juden über« niittelt werden sollen. ־ Hs wird beschlossen, dem Wunsche des Verbandes der Deutschen Juden nach- /iikoiiimeu, denselben aller zu ersiiclicn, seine Hrhelmn«cn nicht bloli auf die Xuriicksetz.un« der jiidisehen Lit1jähri«-Lrciwilli«en zu hcscliränken, solldem sie a 11 i di e V. w e i j ä 11 r i « e 1t aus/.udylincii: iilierdics soll auch die Lra«e betreffs Zuführung von jüdischen Mannschaften zu den Uiitcroffizierscliulcn iiulcn Kreisen der Hrhchuugen 111itei11bozn«cn werden. Unser Verband ist bereit, den Anla«en des Vcrluiides tlcr Bciitschen Juden, wie Lra«ebo«en iisw. ein K’imdscbreilien 111ilz11«eben. In diesem lick'leii* selireil'cu sollen die Vereinsvorstäude «ebeten werden. das ihnen von den Mit«liedern zuKC«an«ene Material zu sichten und zu liearheilen und cs dann unserer (iesehäflsstello Berlin W., Klciststr. 12. ein* zusendcii, die es dem Verbände der Deutschen Juden überreichen wird. Hin jeder, der das Material dem Vcib.uulsvorstaude liefert, soll seinen Namen hinzu* fügen und ausdrücklich angelten, ob er es wünscht, (lall sein Name bekannt gegeben werde. Ferner snlleu die Vereine «ebeten werden, das Material ileilli« und v e r l r a 111 i e 11 zu .sammeln, ohne über diese An«ele«enl1eit viel zu diskutieren. Die Vcr* eine sollen auch darauf aufmerksam «emaeltt werden, dall mir e i 11 w a tul s f r e i e s, positives Material für die angeregte Hilielmii« von Wert ist: ein positiver Fall sei mehr wert als eine «rolle Zahl von allgemeinen Vorm11t1m«en. Die Zahl der dem Verbände a״«esel1Iosse11en Vereine ist von <17 auf 52 «ostie«en; neu I1inzu«e• lomtntett sind die Vereine: Bonn, Crcfeld, Insterbur« (Ili1*scl1ael1a1), Kattmvitz und Nürnberg-Fürth. Anllerdem linben die Vereine Mainz, Neuwied, StralUmrg i. l'K ihren hahli«en Aiischlull in Aussicht «eslcill. Die iihri«ct1 mit unserer UiiterstÜtzun« l>e- «riiudeten Vereine wollen mit ihrem Beitritt noch aliwarten, bis sie im Innern erstarkt sind. — lm Entstehen begriffen sind Vereine in Hanau, Königs- I ber« i. Pr., Tilsit und Worms. No. 28. Innerhalb der Vereine Berlin und Ha nt- S bur« «ab cs Differenzen. In Hamlnir« wur- { den dieselben bci«cle«t. ohne dal! der Verliamisvor- I stand in Aktion zu trjt.cn brauchte. Der Verbandsj Vorsitzende übcrzc11«tc sich in llambur« persönlich 1 von dem iiiiiunchtcen a11s«czeiclmete11 Hinvcr- ] nehmen. Zwischen den beiden Vereinen in Bremen wurde eine Verständi«1m« an«el>a!111t, so dall be- «rilndete Hoffnim« vorhanden ist, daf! sie sieh in Bälde vereinten werden.! Ueher die vom Vorstände an«ere«ten rrclla«־ und Scderaheudc licKcn günstige Bericlile vor. Die Freitagabende haben sieh auller in Frankfurt auch in Coln vorzu«. lieh bewährt. Die Sedcrahcnde sind an vielen Orte.:. < wie Bonn, Brautischwci«. Düsseldorf. Nordhauser. j; j Oppeln und Ratibor «länzcnd aus«cfallcn. So sehn.:) { . B. ein Verein: ,.Der Soderabend verlief unter «t... ' 1 I Her Betcili«un« so seliön. dal! für das nächste .1.' ׳ j | eine Ausdehnung auf beide Abende und eine Hrw;;. } tcrun« der Kreise der cinzuladcmlcn Personen v׳ .; «eselien ist." Hin anderer Verein schlicht sei!. 1 1 Bericht: ״Wir werden die Vcranstultmi« eines >« derabends aueli für die Zukunft beiheliaLcn." 1■ , : wäre allen Vereinen zu empfehlen, da die Sc!: ־.;; ahemle nicht mir auf unsere Veiemsmü«l1cde1■ . ■ regend wirken, sonderji aueli ein uusge/.eiehtiv , Prüpagnndainittcl darstcllcn. Viele Vereine, die einen ci«cucn Abend 1, veranstalten konnten, sorgten dafür, daU dieje!!■ . Mitglieder, die ohne Fa.piilieiiaiisehhil! sind, in \ - einsfamilien zum Scdcrabcnd em«eladen wu! . j insbesondere nahm man sich der j ii d i s c 11 e 11 S ׳;. jj d a t e n an.; Von manchen Seiten wird von einer;, schnellen Gründung von Bczirksvcrbäiulen;!...* raten. dagegen die Abhaltung von Bezirkstag!: wie sie seinerzeit in Frankfurt a. M. Matt«ciu!. ui ’׳ hat, empfohlen. Hiue lün«ore Aussprache findet auch über La Berliner Jimctidhiind statt: cs wird bedauert, dall dieser Bund die S \!!- l> a 111 i c n weiterer Kreise der j 11 d i s c!, e i S e v ö l k c r u n « sieh bis jetzt n och 111 L; hat erwerben k ö n n e n . und d a r> u; e jüdischen Onjaiiisati״ neu sieb '■<•11 ihm zurück ziehen wollten.*) Da Kein Kr* tretcr des Jugeiidbumlcs zugegen ist. wird \״uc* schlagen: Der Verband soll« sieb vorläufig in der 1<’< -־\• .׳c hallen und die Lni'.vicklmi« Uts Jtigeiullmiuk\ .!1». warten. Jedoch soll dem Jmreudbundc d1n,h cm Vorstandsmitglied des Verbandes :lalicKclee; "er* deiij dall vieliaeli die Meinim« vertreten sv... d...l manebc Vorkommnisse inneriialb des Ucrlimr Ju* «endbuudes die jua«e Jugendbewegung diskret ־;ac׳. «erade ein Verein in Berlin müsse 11111stcr.:!l:1« 1 arbeiten. Referendar Regensburger bittet. 00 Pt׳<* tokoll festzustellett. dall der Bericht in der ..M״ats* biir^crzeimn«" vom 3, III, lil übet die Propaganda* ■ vcrsammliin« des Berliner Jt1«cndh111ulcs am 21. I'c• bruar den Tatsachen nicht eujspiicht und eine ..uti* semitische HntstcHun« ist. Uebec die T!t«un« der Zentralstelle!' 1 r V o I k s w o It I f a U r t in Bramtschwci« beneätet Referendar Re«ensbnr«er, dall in der Ta«eM>t׳d1״!::« auch die Ju«et1dve1ei11shev. e«nn« erörtert v> 1 uv. *) Wir halten es für sehr bedenklich, dm;!.!1 um die (1 runde der Mi1!11elli«keiten so im \u Bo«en herumecht, statt die l'ra«e offen zu d:*' - tieren! Die Red. I i 1 I! ¥ f } 1 'i!■ ■I L f Der Sohn des alten Volkes Von M. N. v n n C a in p ett. \ (Sclilud.) Aber auf dei־ Ruine des alten konnte ein neues Gebäude entstehen, das mußt du ihm deutlich faßbar machen, daß er fühlen soll, daß das!.eben weiterocht und daß er sich unter j׳ute.r VührunjLj selbst wieder aufbaul, und daß er jetzt noch nicht an der Grenze seines Schaffens anßdanKt war, daß es nur eine wirkliche Grenze gibt: den Tod. Nun wird er ruhiger, — wie Kummer den Met)- sehen alt macht! Armer Jun^e, seine Wangen glühten, — was er verbrochen hat, schwer hat er cs gebüßt. Unselige Spielsnchl! F.r mußte wohl nicht hei Sinnen sein, als er eben so zu ihm sprach, — doch war möglicherweise ein Kern von Gerechtigkeit in dem, was er ihm gesagt hatte. — Waren seine Tugenden und Gebrechen wohl allgemein menschlich, oder halte er sich durch sein streng gottesdienstliches Leben, sein Sich-jeden-Tag-Priifen und Verbessern selbst so unter Zucht gestellt, daß die rein menschlichen Untugenden, aber auch das Guttun aus dem Gefühl heraus bei ihm nicht mehr zuin Vorschein kommen konnten, sondern daß alles, alles durch das Prinzip regiert wurde, das vor jeder Tat die Frage stellte: Will die Thora das oder nicht? -- Ja, so war es, so — aber auch dann immer blieb sein Denken und Fühlen nunsclilich. Ja, es wurde immer menschlicher, nicht in dem gewöhnlichen, aber fiir ilm hüchsien Sinn; denn da die Thora für ihn die Offenbaruug des höchsten Wesens, folglich auch Nalur war, blieb er, gehorsam der Natur, ein echter Mensch, frei von Veranstaltungen. O, mm fing er an zu sprechen, armer Junge, wird er sich seines Zornes schämen? Wenn er nur bester Onkel, du bist gut zu mir gewesen, gut, hörst du, — immer —־ ach, mach’ dir jetzt nur nicht den furchtbaren Gedanken hegt — an Selbstmord. — das war die große Gefahr. . . . __ ... 1t vtvio OVUtUlV dunklen Mauer, trat in den Lichtkreis der L auf seinem Antlitze eine ruhige Entschloss( Seinem Onkel die Hand reichend, sagte er ״Du verzeihst mir wohl, nicht wahr, wußte nicht, was ich sprach. Ich geh* nun — glaub* mir, ich ehre und achte dich als ich je sagen kann. — Denke nicht mit keil meiner, halte von mir wie früher l Gott, daß ich auch so sein könnte wie du was kann ich jetzt noch tun? Alles ist v es ist geschehen. Leb* wohl! Was ich sagen wollte — Nein, ich hab* nichts zu sagen. — Warum zitterst du jetzt?! 1 4 keine Sorge, — so, so ׳— ja. das Geld soll idi tnitnehmen. — Na adieu!‘ Und er wollte ddi nach der Tür wenden, aber der Alte ergriff seiי '׳ Arm und sagte gebieterisch: ״Nein, so laß' ich dich nicht gehn. - - Ko::; ׳ hierher, daß ich dein Gesicht sehen kann. Nim hab’ ich noch was zu sagen, — ich ihm - schaue deine Pläne, ich sehe deine Feigheit; < deinen Augen, — du möchtest mich gern u־ ־׳ armen — zum letztenmal — aber du wagst!s nicht, um keinen Verdacht zu erwecken. Ich י - kenne dein Verlangen, von allem erlöst zu sei•;, aber weißt du das wohl, wenn du solches tu . dann soll dein Andenken verflucht sein, sei! : deine Kinder sollen deinen Namen nur 1;.; Widerstreben nennen, sollen sieh ihres Vau:> schämen, der nichts anderes, nicht mein* war י ein Mörder. Jede F.ritmerung an dich werde i a aus meinem Merzen heraustrenneu und denke!;: Deine Mutter hat keinen Sohn gehabt. Die Kam* mer, wo du geschlafen, die Plätze, wo du ge* sessen hast, werde ich fliehen, als wäre die Pest dort, die Sforim, woraus ich mit dir gelernt habe, sollen nicht mehr unter meine Augen kommen, — ich werde sie nicht mehr anfassen, weil sic ein solcher Elender angefaßt hat. Dein Name wird ein Greuel sein in meinen Ohren, und in meiner Tcfilah soll seiner nie gedacht p'-: t t

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