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Jüdische Rundschau · 1910-07-08 · Heft 27 (8.7.1910) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 27 (8.7.1910)
Date
1910-07-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 321. ׳׳ .׳#׳■ ' 4■> te da», s der )!am“ Jen• stigen gute fgemi• |c Ja- An•, IcUIcr Hs!erren Julius Jjiehe )rea- Ver• |M״ns 1uli׳et I groi- ^sen 1 Zen• der!mehr lilung lelau. sc für CM. Hie sein imer natte dni dicu idene und litte» •זי יי• er ver• Es Teil icltts ilbst. wird dann rde? No. 27. Präsident Woliisolin: Hs liegt nunmehr der An*!rag UoUlberg*Marmorck-Siu»on vor, sämtliche Institutionen mit!0 pCt. zu besteuern. lind /war liandelt cs sielt um die Nctto-Hiugiingg der j1;>t1ü1tü»11e11. Hs entstein immiielir eine längere Debatte über die Frage. was bei den versctiiedenen Institutionen unter Netto-Hlngüngeu zu verstehen ist, sowie über die Frage. ob die .luhrcskoiifereiiz überhaupt beredttiet ist. die Besteuerung zu beschliclien. Hs stellt sielt heraus, da» nach allgemeiner Ansicht letzteres Keeln der Jalireskonlercnz zweifellos zusteht. Rechtsanwalt Grnitemami protestiert gegen den Anuag mul will sich mit allen Mitteln dagegen ve: ׳ei!• Präsident Wotlisolui: Sic wissen, da» ich prin- /1!י י d I für die Desteiicrii ng hin; da es »ז*•‘,,,» י'•••• ׳:יו lieraiisMellt, ilajl wir nicht einstimmig Beschluß der Besteuerung gelangen werden, l׳ie ich nicht aut Hude unserer Sitzpngep einen hin» fassen lassen, der vielleicht zu einer Agitu- \ eranlassimg geben könnte, welche unseren In• ־..*nen schaden würde. Herr Uoriichosv: leb kann die Auffassung des /nt lila IM ln ו Mi; llci Präsidenten nicht teilen. Man wird draußen וו י• ««»*«•* .יי*י•«• וייי״׳ ־•••• ־ u wi^ukvi mit > eii Beschlüssen dieser Jahreskonferenz so zufricdui sein, da» man auch diesen Beschluß gutheißen wird Hs ist unbedingt notwendig, da» einmal VOI. f. al'i ir. in! u. /I! eine radikale Opcrntlon munmeu wird. I'r. Kal/enelsoliii wendet sielt mit Hntschicdcu• hei: eccn den Antrag. 'rasident Wolllsolni: Ich möclitc unter diesen tndcii min auch von der Annahme des Antrages au. leb schlaue vielmehr vor. da» wir den An; des H. A.*K. mit Bezug auf die unverkürzte Ab-!;ng der Schckcleekler amtchmcn und dem A.*K. Recht erteilen, die Besteuerung der Institutionen cscliliellen, falls sieh im Laufe des Verwaltungs• Jahres heransstellcn sollte, da» ohne diese Bestelle• nii.e die Ausgaben nicht zu decken sind. Jedenfalls werden wir die Sache in der nächsten Sn/iiiig de? drohen A.*K. zur Sprache bringen. Her Antrag des P räsj Jgnten wu rdt* a 11 f a neeno nt tn c n. Herr lloolli'n: Mi! Rücksicht darauf, da» der!;... Me Kongre». welcher das Budget für das Dienst• 1.11,; 1011/12 zu bewilligen hat. varaussichtlich erst eance Monate nach Anfang dieses Dienstjahrcs tagen wira. bitte ich Sie. Das H..A.-K. zu ermächtigen, im Picmtiahrc 1011/12 bis zum Kongre» nach Mailstab des Budgets für das Jahr 1*> 10/11 zu wirtschaften. I׳, ser Antrag wird angenommen. da ,./־ יו;me; Bcriolite über die Jabreskoufere״/. sei agen. da» bei der Jahreskonforeuz im .!i.ide in Merlin am dritten Tag auch hold Fciwcl anwesend war.!.1» der .lalircskonfcrcnz fanden Sitzungen igeitdcn Tagen: Sonntag, den 2b. Juni. \. C., mittags Direktorium desJ. N. 1’״ chmittags AufsiclUsrat des J. C. T.. 5 Uhr gs Agrarkreditbankkommission: Montag: nie re nz (vertrauliche Sitzung) den ganzen :.!■er. lös 2 Uhr nachts: Dienstag: vormittag? '■'׳.t'iitercnz (öffentliche Sitzung), nachmittags ,;.i'.virs.iimiiliingeii des J. C. T. und des J. N. 1'.. a> Jahreskonferenz (vertrauliche Sitzung). Ab• tauig über die Hinigungsvorschlägc, Sehlu» Ihr nachts; Mittwoch: vormittags Jalireskoii- 11 IIIC Icrui/, nachmittags Jahreskonferenz (vertrauliche Stzuiig). v Uhr abends Schlull der Konferenz. Hs hatte sich die Notwendigkeit ergeben, die Juhu 'konierenz, entgegen der ursprünglichen Ab* sic!:־, ste in zwei Tagen durchzuführen, um einen Tag 7a verlängern. Sie hat also, wenn man von den i'.crntungcn des Sonntag absicht, den 27., 28. und 2‘J. Juni für iltrc Tagungen in Anspruch ge• סח!! en. ... i!ein zur Ausarbeitung der Elnlgnnus-VorKMap emg •muten Ausscltusse gehörten folgende Mßgltcder ler Jahreskouferettz an: Dr. Alexander Marin 0 r e k als Vorsitzender, Boris 0 o 1 d b c r g, 0 ז e :11 a 1111, Pr. Arthur llantke, J. L. Mag 11 cs und Julius Simon. Sieh der Abstimmung über die Eimgungs- Vorschläge ergriif Präsident Wolffsohn Uas Wort zu folgender Ansprache: Mi konstatiere, da» die Anträge einstimmig an- Keiioimnen worden sind, und ich drücke darüber die mniuMc Preude aus, da» die Streitaxt, die in den letzten sechs Monaten so viel geschwungen wurde, dadurch begraben ist, hoffentlich für alle Zeilen. Der Streit hat uns wahrlich keine Freude gebracht, keinem von uns, und ich will offen gestehen, da» wir im Eifer alle gesündigt haben. Es konnte nicht ausbleiben, da» manches harte Wort von der einen oder anderen Seite gefallen ist, das gewiß nicht im lntercsse der Bewegung gelegen war; Ich bin aber uber/eugt, da» Sic alle, nicht nur die Major tat, gleich mir der Ansicht sind, da» wir cs ehrlich meinten und nur das Interesse der Bewegung im Auge hatten. Ich kann Sie versichern, da» len da» sieh keinen Augenblick daran gezwcifclt habe, daß die Opposition von denselben Absichten beseelt ist wie wir, nämlich, da» sic einen Streit führten, Icschcm sclioniajim. Hs sind auch Ausdrücke gefallen, die zu Mißverständnissen geführt haben, ich erkläre, da» es mir sehr leid tut, da» die Meinung aufgekommen ist, da» ich auch nur einen Augenblick von Mitgliedem des A. K., die sich in der Bewegung seit langem betätigt haben, gedacht hätte, da» sic unehrlich gehandelt hätten. Mit den Streitigkeiten werden aber nunmehr auch die Mißverständnisse aufltürcn, und wir wollen uns ehrlich die Bruderhand reichen. Wir waren nie Feinde, wir haben nur als Gegner gekämpft. Nachdem wir jetzt einig geworden sind, hoffe ich, da» wir auch iär alle Zeiten einig bleiben werden. Nachdem Sic diesen Ihren Beschluß gefaßt haben, ob nun mit oder ohne Vorbehalt, hoffe ich bestimmt, da» wir Jetzt alles für dca nächsten Kongre» vorbereiten, damit wir dort wirklich praktische Arbeit leisten körnten und uns nicht mehr mit Dingen nebensachlicher Natur uulliultcn. Ich danke Ihnen und freue mich, da» cs Ihnen gelungen ist, Einstimmigkeit zu erzielen. Freuen wir uns auch, daß wir etwas gelernt haben, nämlich, da» wir schließlich doch einig werden. Möge diese Einigkeit dauern, bis wir unser Endziel erreicht haben werden! (Leb- Itaftcr Beifall.) Dr. Frlcdcmami: Ich beantrage Schluß der Sitzung. Wolffsohn: Ich möchte nur noch konstatieren, Dr. Marniorek hat bei Stellung des Antrages von einer Kommission von drei Herren gesprochen, die bereits gewählt ist. Ist sic verständigt? Dr. Marmorek gibt die entsprechende Auskunft. Simon: Hs wird hier eine Anfrage an den Herrn Präsidenten gerichtet. Der Herr Präsident weiß, da» von Mißverständnissen, die vorgekommen sind, einige Mitglieder unserer Organisation auf das schwerste betroffen sind. Ich nenne insbesondere den Namen des Herrn Bcrtliold Fciwcl. der seine Demission der Jahreskonferenz eingcreieht hat. Ich wäre dem Herrn Präsidenten dankbar, da wir alle wissen, wie treu dieses Mitglied unserer Bewegung von allem Anfang an bis zur Selhstopfcrung gedient hat, und wie unantastbar seine Gesinnung ist, ich möchte bitten, daß Herr Wolfisolm feststellt, alle seine Worte, die er vorher gebraucht hat, auch auf Herrn Bcrtliold Fciwcl beziehen. Woliisolin: Selbstverständlich! Von einer Deiiiissiou weiß ich allerdings nichts. Ich erkläre Ihnen, d.ill ich der Meinung bin, da» der Brief nicht als eine Demission aufzufassen ist. Ich würde cs auch bedauern, wenn einer dieser Herren demissionieren würde. Was speziell aber die Ehrenhaftigkeit des Herrn Bcrtltold Fciwcl anbetrifft, so erkläre ich, da» cs mir nie eingefallen ist, an der persönlichen Ehrenhaftigkeit Fei weis zu zweifeln. — feit schließe die Sitzung. .*. Im Nachfolgenden veröffentlichen wir die Be- Schlüsse, weiche die Jalireskoiifercnz in bezug auf die In Hiigland mul Amerika herrschenden Dlffcretizeit gelallt bat. Die Jahreskonferenz beschloß cs in der Frage der Kniglits of Zion, deren Regelung mit dem neuen Orgamsationsstatiit in Verbindung steht, bis zum nächsten Kongreß beim Status quo zu belassen. Diese Angelegenheit soll auf Antrag Seblüssmgcr dem Kongrcllgcriclit zur Prüfting überwiesen werden. In der Angelegenheit des Order o f Anc ic n t Maccabacans beschloß die Jahreskonferenz mit Rücksicht darauf, da» auch diese Angelegenheit mit der Frage des Orgaiiisationsstatuts eng verbunden ist, es beim Status quo zu belassen, das heißt, den Maccabacuns die Anerkennung als Föderation nicht zu erteilen, ihnen dagegen, um die zlonistisehe Arbeit in England nicht zu stören, bis zum nächsten Kongreß das Recht, 'eigene Sehekolim zu verkaufen und eigene Dclegierte zu wählen, zu belassen. Die Schlusssitzung Naeli der Abstimmung Uber das Budget, die mit der Bewilligung des vom E. A. K. angcsprochcncn Erfordernisses endigte, schritt der Präsident zum Schluß der Verhandlungen. Er erklärte zunächst die Sitzung für öffentlich. Herr Böhm (Wien) ergriff das Wort zu folgender Rede: Int Namen meiner Freunde möchte ich, da wir am Schlüsse unserer Beratungen angclangt sind, meiner großen Freude und Genugtuung Ausdruck geben, daß cs uns gelungen ist, zum Prleden zu kommen, und daß die störenden Differenzen beseitigt sind. Ich stelle fest, daß um das Zustandekommen des Friedens beide Seiten bemüht wäre« und Opfer gebracht haben. Wir versprechen, daß wir alles tun werden, um in den Reihen der Zionisten Beruhigung zu schaffen, und daß wir jetzt mit erhöhter Kraft an unserem großen gemeinsamen Werke mitarbciteii werden. Zum Schlüsse möclitc ich noch dem Präsidium, insbesondere aber dem verehrten Herrn Präsidenten, den herzlichsten Dank für die mühevolle und umsichtige Leitung der Verhandlungen aussprechen. (Lebhafter Beifall.) Präsident Woliisolin: Ich danke dem Herrn Vorredner für seine liebenswürdigen Worte. Auch ich spreche die Hoffnung aus, daß wir von jetzt ab in bester und erfolgreichster Weise zusammen für unser großes Ziel werden arbeiten können. Ich bin sicher, da» wir, wenn wir uns anstrengen, nicht allein die notw-endigen Mittel aulbringcn. sondern auch in jeder anderen Beziehung vorwärts kommen werden. Ich richte nochmals die dringende Bitte an Sie alle, daß wir schon heute damit beginnen, den nächsten Kongreß vorzubcrcitcn. und durch eine ruhige sachliche Diskussion, wie w׳ir sic hier geführt haben, uns für den Kongreß rüsten, damit wir nicht unvorbereitet hinkommen. Indent ich noch Ihnen allen wünsche, daß wir uns bei der nächsten Sitzung des Großen A.-K. in bester Oesundheit wiederfinden, schließe ich die Jahreskonferenz. (Lebhafter Beifall.) Budget des Aktionskomitees für das “ Dienstjahr 1. Juli 1910 bis 20. Juli 1911 Ausgaben: Palästina-Ressort Berlin 8 400 M. Palästina-Amt Jaffa 20000 tt # Reiseu. Agitationskosten 10000 •t Auswärtige Vertretung des E. A.-K. 13 000 Broschüren 1 000 Die Welt 9 000 Preßhurenu 8000 Gehälter Miete. Licht, Telefon, Heizung. Anschaffung 2JUÜU «1 usw. 8000 «« Porti und Telegramme 2 500 Zinsen 2000 A.-K.-Sitzungen und KonercOvorbcrcitung 6000 •t Rückvergütung an Mcrzl's Erben 3 400 Presse 40000 «• Subventionen und Dispositionsfonds: Jüdisches Institut für technische Erziehung in Palästina Verein Bezalel Wörterbuch Ben Jcluida lla ())am Diverse zur Verfügung 3 200 Mk. 3 500 ״ 1 000 .. 4 3011 ״ 3 9SO ״ 16 000 10300־ M. Einnahmen: Rückvergütungen: J. C. T. für AufsiclUsrat .1. N.-F. für Pnlüstina-Amt A. I״. I). C. auf auswärtige Vertretung des E. A.-K. J. N.-F. fiir Subvention. Jüdisches Institut , J'\r, l?c,|nischc Erziehung in Palästina J. N.-F. für Subvention Bezalel Kulturfonds für Subvention Wörterbuch Ben Jehttda Zu decken durch Schekel, Parteistcucr und Preisfonds 3 250 M. 12000 8 000 3 200 3 5( Kl 10(k: 130 330 170000 M. « AUS AEL'CR W€LT־:J Russland -1• Scheinbar stellt wieder eine russische auswärtlge Anleihe bevor. Denn die Zarenrcgicrung bctwiwu sich die öiientViclic Meinung im Auslände über ihre jüngsten barbarischen Leistungen zu bc• künftigen. Die offiziöse ״Rossia" führt aus. es sei u c 11 Juden gar kein besonderes ״U 11 ■ r c e 111" zu gefügt wordc 11. Die Regierung hätte nur die .,gesetzlichen Bestimmungen" zur Ausführung gebracht. Aus Kiew seien .,nur" ctw׳a vierhundert jüdische Familien ausgewiesen. Diese Angabe entspricht nicht den Tatsachen. Diu Zahl der aus Kiew׳ verbannten Juden beträgt mindestens das Fünffache. Die Niedergeschlagenheit der Ausgcwicscncn wird durch folgenden traurigen Vorfall illustriert: Ein angewiesenes jüdisches Mädchen wurde wahnsinnig und stürzte sich auf dem Wege von Kiew nach Odessa aus dem Eisenbahnwagen, wobei sic tödliche Verletzungen erlitt. Die russische Regierung hat ihren diplomatisehen Vertretungen im Auslände den Auftrag erteilt, die auswärtigen Regierungen zu ersuchen, daß sic ״entsprechende Schritte" gegen die Proteste unternehmen mögen, welche an verschiedene!( Orten wegen der Behandlung der russischen Juden und Finnländer veranstaltet wurden. :j

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