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Jüdische Rundschau · 1910-07-08 · Heft 27 (8.7.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 27 (8.7.1910)
Date
1910-07-08
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1ur.msc.ur• Rundschau No. 27. _ Seile 320. ____ Sache Kriiiulücli «prüft haben. Wir bitten Sic um ein schnellere* Tempo. Wir, üic'vir laelieh die Notla« vor Annen haben, in der .sieh die Kolonisationsarhcit befindet, wir. die wir sehen, d a II 11 n s 1' n II u m!•’ 11 U verloren K c 111. haben das Reell(, etwas Temperament zu linhoii. Und es iniiil sieli bei Ihnen der Gedanke durchsetzen. da 11 je 11 e r Ta c. den wir jetzt ve r־ streichen lassen, für die Ewigkeit verloren ist. Die Finanzfrage 111 der vertraulichen Sitzung, die Mittwoch Nach• mittag slandf.iiid. wurden I* r e II * A n g e I e g e 11 heilen besprochen, sowie das Hu dg et erledigt und angenommen. 1111 Nachfolgenden gehen wir einen kurzgefallten Bericht aber die Beratungen des Budgets. Der Präsident erteilte Herrn llooHöu das Wort zur!:iiileitung des Budgets. Herr lloofii n führte 1111• gefülir folgendes aus: ln allererster Reihe möchte ich darauf aufmerksam machen, dali das vorliegende Budget überhaupt das erste ist. welches in unserer Organisation einer .!ahreskonferenz. oder einem Kon• grell vorliegt. Bis jetzt waren die Verhältnisse bei uns noch nicht genügend geordnet, tun dem Para• graphen unseres Organisationsstatutes, welcher deut• lieh besagt, dail der Kmutrell und die Jahreskoiifcrcnz sieh mit der l’eMsiellniig eines Budgets zu befassen haben. Folge z.11 leisten. Dies soll nunmehr anders werden. Das II. A.-K. ist gewillt, auch in dieser Be* Ziehung Ordnung zu schaffen und von, mm an nur noclMiach einem rcuclmäßlc bewilligten Bugdet zu wirtschaften. (Zustimmung). Allerdings ״mH ich schon von vornherein betonen, dalt das II. A.-K. viel• leicht verpflichtet sein wird, an dem nächsten K״u• grell mit einigen liideniiiitätsaiifragen wegen I1>c1- 1 schrcitung des lltats lieranz.uircten. Während doch die Staatsiuinistericii im l.aufc des Verwaltuugsiah• res immer noch die Gelegenheit haben, sich uaehträg• lieh Kredite für besondere Zwecke, welche hei der Aufstellung des Budgets nicht vorausgesehn werden konnten, vom Parlamente bewilligen zu lassen. muH das II. A.-K. in solchen Fällen hei unserer jetzigen Organisation auf eigene Verantwortung handeln, und ist es auf eine nachträgliche Genehmigung durch Kmigrell• oder Jahreskoiifcrcnz angewiesen. Bei den Debatten über die Prel'angelegenheit ist die Frage der Beschaffung der Mittel und die Finanz• fiage überhaupt schon mehrfach erörtert worden. Ils ist dabei aber ein Gesichtspunkt unerwähnt ge• blieben, den ich nunmehr beleuchten mochte. Hs bandelt sich nicht mir um die bndgctmällige Deckung der vorgesehenen Ausgaben, sondern vor allen Din• gen um die Bescliallutig der Mittel. welche im Laufe des nächsten Verwaltungsjahrcs tur die Weiterfiihrung unserer Geschäfte erforderlich sind. Unsere Schuld beim 1. C. T. beträgt beute in gewöhnlicher Rechnung ca 90000 M. Für das neue Uienstjalir werden wir ca. 160000 M. brauchen. Dem gegenüber halten war aus dein laufenden Schekel• Jahre (wenn wir das vorige hongrclllose Sehekeltaltr unserer Berechnung zu Grunde leeen). noch auf ea. 511000 M. zu rechnen, während die F.iiuuilituen für das nächste Scliekelialir voraussichtlich zum weitaus vMutlteii Teile erst in den letzten Monaten vor dem Kmigrcll einlaufcn werden. Wir werden also genö• tigt sein, einen Kredit bis ea. 2001101) Mk. heim I. C. T. zu beanspruchen und haben heute vom Dirck• toriuni des 1. C. T. die Mitteilung empfangen, dail wir die MaxiniaUreiize des uns bewilligten Kredites schon überschritten haben! Unsere I inanzfrage ist also vor allen Dingen eine Kredltlrsigc. Im weiteren Verlaufe seiner Ausführungen gibt der Referent verschiedene detaillierte F.rlüutertmgen zu den Posten des Budgets. . . , Herr Kniin bemerkt, dali er hei der P.crntu.v.׳ des Budgets im II. A.-K. sich mit demselben in sofern nicht einverstanden erklärt hat. dal) dasselbe ihm noch zu optimistisch erscheint• F.r bezweifelt, ob w ir die notigen Mittel werden aufhrlngen können und hält unter sulchen Umständen die holten Ausgaben für die Presse für ungerechtfertigt• Herr Horucliow fragt an. oh in den Abrechnungen der ״Welt*’ und des Jüdischen Verlages nicht Posten Vorkommen, welche eigentlich auf das Zentralhuro gehören, oder umgekehrt. Dr. IlcvniuiPi: Als vom Kongreif bestellter Rcvisor kann ich die Mitteilung abgeben, da» ich. der ich seil .lallten die Rechnungen des Zcntralhiircaiis kontrolliere, konstatiert habe, da» man mit der neinhellsten Sorgfalt bestrebt ist die verschiedenen Ab• teihmgeii des Zeiitralbiircaus mit striktester Genau• igkeit mit den Beträgen, welche zu deren Lasten fal* len. zu belasten, mul da» Schiebungen oder Vcr• biteluiiigeu, welche geeignet wären, die Resultate ten* denz.iös darziistellen. durchaus nicht Vorkommen. Herr Boruchow! Iler Präsident gab uns zwar das Versprechen, da» keine gröliereit Ausgaben ge• macht werden, als wir hier bewilligt haben, ich bin aber der Ansicht, da» er dieses Versprechen Hielt: genau wird einlialtcn können, wie auch Herr lloofi.״••• .schon angeführt hat. und ich schlage deshalb vor. dem Grollen A.*K. das Recht zu geben, im Laufe des Vcrwaliuiigsinhrcs Uebcrschreitungen des heute vorlie• geadelt Budgtes bis zu Bi pCt. des angesetzten Be• träges zu geiiehniigeii. Zur Frage der Mittel möchte ich bemerken: Ils ist ia allznparadoxal. da» die zio• uiMische Organisation, welche so grolle Fonds gc• scliaiien bat. selbst kein Geld hätte, wenn cs sieh darum handelt. /. B. einmal eilten Agitator irgendwo• hin zu schicken. Die Idee der Bestciierum: aller rinan/instltiite ist eine sehr gesunde und wenn es auch grolle Widerstunde dagegen ui')t. so wissen w׳ir doch, da» dabei ein gutes Stück Sentimentalität im Spiele ist. Nun ist zwar der Antrag vor dem Kon* gresse zurückgezogen worden, doch nichts desto• wenige! bat die •lahreskonfcrenz das Recht, einen solchen 15cscliluB zu fassen. Nach einer solchen Beschlullfassmig könnte dann die Bank ohne Risiko den Kredit erweitern• Sclilielilich möchte ich Vorschlägen, den vom II A.־K. gestrichenen Posten für die Subvention des ״lla‘ Olaiu" mit 2600^ Rubel wieder in das Budget einziisielleii. Der ..Ha' Olam" ist unser einziges offi* zielles hebräisches Organ mul er mu»tc ohne die Subvention cingehcn. Dies würde einen überaus schlechten Umdruck machen. Die allgemeine Orga* nisatüHi hat die moralische Pflicht, den ..Ha' 01.1111" zu halten, da sic cs ja ist, und nicht die russische Organisation, welche ilm geschaffen hat. Uebrigeiis wurden die Kosten der Liiiiiidatmii gcwifl ebenso viel betragen, als die Subvention und diese Kosten um»• teil die Organisation im kommenden Jahre doch jedenfalls tragen- Herr NVnlffsohn: Dar. F. A.-K. hat. wie Sie alle w issen, im letzten Jahre schwere Sorgen gehabt um die Mittel für die übrige Presse zu finden und wird ntieh in X.iilaiuft grolle Mittel für diesen Zweck auf• treiben müssen. Unter diesen Umstanden meinte da», i II. A.-K.. da» die allgemeine Organisation cs der י russischen Organisation, welche den ״lla* < 11,11!!•• f übernommen hat. überlassen darf und muH, den- ‘׳ selben weiterzufulircn. Pr. Moymaim: Ich möchte, trotz, der ungunstigen Finanzlage, sogar noch die Frliühiing des Budgets \ Vorschlägen. Ils sind nämlich für Reise und Agua•;! tionskosten nur lOlinii M. vorgesehen, uml auf Gmud i : der llrfahrungeii. die ich persönlich in Aegypten, uu! Orient und in Rumänien gemacht habe, glaube ich; sagen zu können, da» unsere Organisation aus der j Anstellung eines berumreisenden Agitators, welcher < eine sehr angesehene Position in und auUerhain ::r!. j sere Bewegung cinnclitncn nmllte. einen ungehci'un! Nutzen ziehen könne Ich halte diesen Puste׳! t;!r y, überaus notwendig, allerdings glaube ich kaum '! wie die Dinge hier liegen, ein solcher Antrag ' nonnnen werden wird, ich mochte aber au j,c , Wieliiigkeit der Sache hingewiesen haben. Wir haben in Deutschland aulicrnrdcntlicl. :•!sc » Urfahrungen mit dem; System der losten Jaliresbclträge gemacht, und ich schlage der allgemeinen Ot!,j. ־ sation vor. dieses Mittel auch zu erproben. Herr NVollisolin: Ich will nicht verfehlen. S I,!. rauf aufmerksam zu machen, da» auch mich c! \n• י trag des II. A.-K. vorliegt, da» die Schekel;cf künftig oll ne Abzug an uns ab/.ufuhreu sma |:> liegt hier nun allerdings ein Antrag der ll.rrcn « Boris Goldhcrg. Dr. Marmorek und ö:us Simon vor. welcher dahin geht da» s.u;. ' finanzielle Institutionen, die der Zionistischen mg.׳, nisation unterstellt sim!. besteuert werden u; '...-•• Iiältnis ihrer Netto-Finiialnnc״. aber bis In•, i ns י IO pCt.. zur Deckung des Fehlbetrages im 1 .’.gc: 1910■■'II: aber wir dmfen zu diesem Mittel mcl grei• fen. wenn wir nicht erst wenigstens besci ’ •mcp haben, da» die fnr die eigent'icbeii Zwecke d•! /vr• trallcilimg nuieebrachtcii Gelder voll mul g.. ׳ jcr Zentralleitung zukommen müssen, leb will in,! :1,״l!r die einzelnen Posten des Budgets 2״r Vcr!!.«! ,;|::r.g bringen und dann über die verschiedenen emgcbti feilen Anträge nbstimmen lassen Fs wurden darauf ־ms der Versammlung ,m l.s F.. A •K. noch einige Detailfragen gerichtet, v. eiche von Herrn MoofiFn beantwortet wurden. Der Antrag Boruchow auf SubvenMioiueim.g des Ha ()laut mit 2000 Rubel wurde angenommen. Dr. Brande beantragt die cn bloc-Annahme des ganzen Budgets, welchem Anträge die J.iIhesk׳.nfe reu/ ziistimmt D a s Budget v i r t! hierauf n n g c ח o m in c n. Der Antr ag Boruchow. n elchcr tl.iliin g.!1f. d,׳s I Grolle A.-K. zu berechtigen, im Laufe des Wrwd• timgSMlires Uchcrschrcitimgen des lltats »,«. ״ 10 nCt. zu genehmigen, wird einstimmig :וזו»• iioiiimcn. Herr Trletscli schlägt vor. unsere Banken f.r die lirhaltung der Presse hcranzuziehen. Herr Iloolllai bcmcikt. da» es keinen Z■׳.!.'• letzt noeli für irgend einen Pusten aus dem An», In!'.tat spezielle Mittel anzuweisen. Die •11)000 M :V : die Presse bilden einen!,osten wie jeder andere!!■•: ' iimssen ans den allgemeinen Hinnahmen .,./,!!!! werden. ׳ Nach kurzer Debatte wird der Antrag I,׳O; abgelelmt. < ״Ruhig, Jakob, ruliipr, — komm nicht als ein Versucher zu mir, das Geld, nimm’s weg, Sol!»11־, nimm’s weg ‘ 1״ lör’ nur Onkel, ruhig zu, und dann ent• schließ* dich. Wenn du es nicht nimmst, dann )•cli* ich als ein Verzweifelnder aus cleiouu Hause, dann wird der Oedanke mich verfolgen, dali ich dich, meinen Wohltäter, arm gemacht Imhe, ilaB ich zu;illen /.eilen vor mir selb:.! als ein Verdammter daslelten Werde, — dann will ich nicht mehr leben! — 1 ade nicht dieses noch auf mich, da(» ich 1 Inglück über dich gebracht liabe,^ lade das niehl seihst auf dich, -- denn den Oed,,mken kann ich nicht vertragen, bedenke das wohl. Ich drohe nicht, aber ich sag’ es, wie es ist,“ ״Du weillt nicht, was du sagst, — wenn ich durch dieses Geld vor großer Armut bewahrt bliebe, dann darfst du dir gewiß nicht scliimi• clicln, daß du dies bewerkstelligst hast, sondern die Menschen, denen cs ־/.ttkatn, haben es dann getan, und selbst diese würden damit keine gute Tat verrichten, denn sie haben die Tat nicht gc* wollt, im Gegenteil sie würden mich verfluchen, falls sie es wüßten. Die Folgen würden dann sein: wir beide werden Schurken von der niedrigsten Sorte, und du erwirbst dir mit deiner scheinbaren Wohltat keine Genugtuung, denn du opferst nicht dich selbst auf, ־ dein Geld ist es ja gar nicht mein־, - - höchstens erkaufst du dir das ewig uagciide Bewußtsein, daß du nicht nur allein ein Verbrechen begangen hast, sondern auch noch einen anderen, der kurz, von seinem I ude Hehl, zt! 11 ו Mitschuldigen machtest und ein langes I eben, in dem er zum mindesten hem:1111 war, gut m sein, elend mul verloren werden ließest . willst du das?“ ״Mein Gott, mein Gott, du machst mich rasend. Du inst kein Mensch. So sollte ein Mensch, der Gefühl hat, nicht sprechen. I nt* barmherzig ist cs! Wo soll ich nun hin? Was muß ich hm? Hast du denn gar kein Mitleid ' mit mir? I.s ist schlecht, schlecht von dir, mir I auf diese Art das letzte wegz.tmehiucu! Du bist | du Egoist, ein l'goist, hörst du, der selbst gut | bleiben will, auch wenn ein anderer hierdurch j in den tiefsten I lölleiipfulil versinkt. •— Gut, gut, > was ist gut? Alles wankt und löst sich, sag’ , mir nun, woran ich mich klammern muß in meiner Not? Der eine ist gut, und der andere ist schlecht, 11״d beide aus Egoismus. Und du sprichst mit Festigkeit und Ruhe, als ob für dich alles gewiß ist. I Ia, ha, glaubst du mm wirk* lieh, das absolut Gute zu keimen, daß du so ailcs wagst und prüfst und so sicher annimmst oder verwirfst. Glaubst du wirklich, den Maßstab zu besitze!!? Und ist dies nicht der l all, Ginn j martere mich nicht und bleibe nicht •י׳י! sil/eit, um alles so still zu erledigen, ab ׳ b e> j dich nichts auginge.‘‘ j ,,Ja, mein armes Kind, ich glaube! 1,1 ן Der andere zuckte plötzlich zusammen IW I ן 1 lande im Schoße krallten sich uwnv.mdvv, da | , leib krümmte sich v!׳״ Schmer/, IV11 •ן ן :יי (hinkte es, ab ob die Verzweiflung das /; 1־r; J mit ihrem Geläute (lurelulränge. denn der!:״»•* } dumpfe Klang des Winmierus duivli/iuei: kaum, wie von allen Seilen aiidringend. ä Du blickte er in den Ueberbatt. wo der griiiu/A:»’ Vorhang des Schreins in Schatten zeiihn. und das schwach beleuchtende Traumleben ■!•t% Sehwehegang vollführte. Die plötzlich sieb an!• drängenden Gedanken überdenkend, preß!.• er seine Lippen aufeinander, und seine Augen vor- . tieften sich vor den suchenden Gedanken: Ts j war vergebens. — wenn er auch den ander.) Teil <! seines Vermögens opferte, cs würde doch ni 1»י ' nützen, der Junge war mm ganz, aus sich selbst. ־־ cs war wohl gut. das Heulen, vielleicht wird I er etwas ruhiger. Aber was muß er ihm <1.יו י«::.־ sagen, um ilm zu trösten, falls er ruhiger wurde’ p (Schluß folgt.) | --- jl 1

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