Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1910-06-24 · Heft 25 (24.6.1910) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 25 (24.6.1910)
Date
1910-06-24
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2651273-2651657-2651683--07132-2664274
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seile 2‘JS. J U H DIS C H Ii RUNDSCHAU No. 2>. Oklobrisnn. die .111' Rmksü-ht;1111 <Us Partnpr״- Mi;iimti oilcr .1111 ilie Wähler der Uvsetzesvorlagc uiiterschncben habe». weiße» die von dieser Partei in allen wichtigen Brägen befolgte Methode wählen mul hei 11er enlwheielemlen Abstimmung ״zufällig" abwesend :.ein. nur um ja nicht In Konflikt mit Stolv- ווהן zu malen: 1110 Minderen werden einfach rechtzotig ihre Untei schrillen •/iiriiekuelimen. wie dies bereits von einigen Oktobristen geschehen ist. Sollte;!her das Diieiwnrl.le doch einticfien und die drille Ihntia in eine וסוווו Ktliiiictic Anwandlung von Ui reellligkeit die Vorlage filr amielinibar finden, so lebt in noch. Ihn! sei Hank das russische Oberhaus, der w ohllobliclie Rcichsrat. der cs ebenfalls nicht unterlassen winde. staalsgcfälu liehe liberale SeitensiMimue des Unterhauses geziemend zurlteh/.usvciseu. ßngland Am Mittwoch, dem 22. d. Mts., um 12 Uhr. hat Koni« Georg V. in London eine II u 1 d i g u n « s d c - iMitation von den Vertretern der A nie In- .1 w 1 s 11 Association und des .1 e w 1 s h Ito a r d 11 f heiMines in St. James's Palace empfangen. Türkei Billige jüdische Zeitungen verbreiten eine Nachlicht, die wenn sic so, wie sic verbreitet wird, richtig wäre niuiiorliiii einige Beunruhigmi« hervorrufeii konnte. Das Warschauer Jnigonlüatl ,.Unser Leben" z. H. Killt sieb aus Merlin tele- Kiapliiercu. ilall den .Inden verboten worden sei, In Palästina Land 11׳׳ kaufen, Ls handelt sich aber bei dem cum türkischen Siaatsrat au die lohal.n Pvhoiden verscbiedener Distrikte der asiatischen Turkei ergangenen l'.rlalt. Juden bei l.andkäut'cn k e i n e 11 K 11 s e 11 ä 11 a 11 s /. u s 1 c 11 c. a , w 10 uns aus /uveilässiger Duelle versichert wird, lediglich um die Aimrischmig alter Ucsti1u1u1u1«cn, Wenn aber der Siaatsrat jetzt Lhcrhaupt auf jene allen Bcstimu.iuigcn ׳/uriickgreit'i. so nimnit man wohl nicht mit Unrecht au, dal'• das auf die autisemitische Hetze einiger palästinensischer Araber /iiruck/miiliren ist. denen das i'leig.'ii des judischen Hinflusses in Palästina persönlich iiubeiiiiem ist. und die deshalb — statt wie sonst, «vice 11 die 1'11 r k e n /. 11 het/cn! zur Abwcch.dnn« phnz- I;cb einmal ihr turkcafremidhches Herz entdeckt haben, weil sie mit dem Antisemitismus «laubeu tie• scli.itte machen zu können. Hie JuuKtürkcu, denen gegenwarti« genug nationale borgen schwer das Herz bedrucken, mögen wohl geglaubt heben. s'cb ihre Stellung nicht imch diircli eine «,m/ iibciilossigc cliauvunstischc Aktion du sei׳ pldizlieli ■iiifgetotielueu Pscudopatrioten erschweren zu sollen und haben ihnen mit der Hriiciicrmi« jener Bestimmungen den Mund stopfvn wollen. Penn im Brust und bei icutcr iiifoimatton werden die Jiiiigtiirken und die leiten* den turkischen .־'taatsnt inner sieliei nicht im Z w e i f c I sein, w o sic ihre 1׳ r e u 11 d c 1: n d w o s i c di c 1' c i 11 d c des türkisch c n Re i c h e s zu s u c h c 11 h a 11 e 11! Vcrclnsltcdcrbuch Jung-Juda Wie bereits vor tiniicer Zeit initgeteilt wurde. Icabsichigt der Misselmß der Jüdischen Tiirnersehalt das Verelnsllederbueh ״Jung-Juda" in dritter Völlig veränderter AuflaKe neu beratis/iigeben, da die beiden ersten Auflaicen in verhältnismäßig kurzer Zeit ver- «riffen wurden. Im jüdischen Vercin.slcbcn hat sieh immer mehr das Bedürfnis nach einem alliccmeinen judischen I iederlmcli bemerkbar «emaclit und dieses Bedürfnis wird jetzt, wo die jiidisclivn Juicendoricanisatioueu wie Pilze aus dein Boden schienen, noch stärker werden. ln größerem Made als bisher werden die allliclichten Studenten-, Kommers•, Wunder- und Turn Heiler Aufnahme finden, aber auch der speziell jüdische Teil wird beträchtlich uusgebuut werden: ebenso wird eine Bereicherung des Notcntciles clntrctcit. Das neue Büchlein wird also die bisher noch notwendige Benutzung allgemeiner Liederbücher unnötig machen. Da das Uedcrlmeh bereits in nächster Zeit herauskommen wird, werden schon jetzt alle Vereine und Privatpersonen ersucht, die In ihren Vereinen üblichen Gesänge, vor allem auch neue Vcrelnslieder und etwaige neue Kompositionen an d 011 A u s s c h u (i der Jüdischen T u r n e r c h a i t Berlin, Alexanderstraße 39, cinzuscndcn. PALfleSTINA-RUMOSCHAU Die Lage der Kolonie Chcdcrah (S p e z i a l b e r i c h t aus C h e d c r a 11.) In diesem Jul!re ist die I'.rnte in uuseier Kolonie nicht besonders günstig ausgefallen. Infolge der unerwartet spät eiiigetretcncn starken Regengüsse Im Biiililin« Ist kaum auf eine befriedigende Sommerernte zu rechnen. Auch die Resultate der Winterernte sind mir als nüitelmüßi« zu bezeichnen, weil unser Boden an sieb viel Bciiehtigkcit enthält und deshalb der starke Niederschlag dieses Winters der Vegetation nicht zuträglich war. im allgemeinen aber «eilt unsere Kolonie, im tle«ensatz zu den «rollen Pl.mta«cn־Ko|onieu in Judäa, wo sehr viel über unhaltbare Ökonomische Zustände «ckla«t w ird, einer «Uten Zukunft eut«e«c11. Schon jetzt läßt sieb fast mit Bestimmtheit sagen. ilall die Kolonie Cliederali. die zur Zeit ihrer tirimilim« die schwersten Bedenken crre«l hat, in nächster Zeit die ökonomisch stärkste Kolonie werden wird. Der liriind bestellt hauptsächlich darin, ilall bei uns in ausgeprägtester Weise eine «emischic Wirtschaft, «rollere mal Versel1iedenarl1«e l'laiiialionen (()rangen-, Oliven- und Mand e I p f I a 11 z 11 n « e n 11. d«l.) sow ie eine nach besten europäischen Methoden betriebene Korner bau- Wirtschaft vorhanden ist. Man trifft in Cliedernli, mehr als m allen anderen palästinensischen Kolonien, alle Alten moderner, landwirtschaftlicher Maschinen, die unsere Kolonisten auw enden müssen, um ihre «rolle l’lüche (die Oemarkun« Chederahs mufailt nher äü 110(1 Diinani) zu bewirtschaften. In der Um«elmn« Chederahs lallt sich am besten fesistelien, wie sehr die jüdische Kolonisation auf die Belum« der Kultur der einheimischen Bevölkerung emwiikt. Durch unseren Riufluß haben nämlich auch die arabischen Dorier der Nachbarschaft an«ef.111«en. K'ii'iwirtscli.iftliclie Maschinen in grober Zahl zu vvr- "enden. Allem iihcr in Mähmaschinen befinden sich ini Besitze der Bcllnvhcn der nächsten Nachbarschait von Cli.dir.'h, Die jüdischen Kolonisten fungieren dahu als l.chrcr, unterweisen die Pcllaclicn in der llamlhalnin« ■l! r Maschinen und werden auch herbei* «cnüiii, um die Maschinen in Ordnun« zu erhallen. Auf diese Weise bearbeiten die l'Vllacheu ihre Beider intensiver, mul der Wert des Bodens steigt fort- «esetzt. Audi fnr jiidisclie Arbeiter is! Cliederali ein «1111sii«er Platz. Die arabischen Arbeiter, welche in der Wmki/cit zwar Inlli« sind 1111,1 für einen Ta«׳.•• Mm von e t. 1,20 fr. arbeiten, sind int Sommer zur l'.rnte/eit sehr lener mul hüufi« überhaupt nicht zu haben. Besonnene Kolonisten ziehen es datier vor, ancli 1111 Winter dem indischen Arbeiter etwas mehr zu /.ililen. um ihn auch im Summer zu Italien. liegenwärt!« sind hier ca. •10 jun«c Arbeiter hescliafn«!. Die meisten hek0st1«en sich in der v׳!n der r11l1ri«e11. «ahläischeu Arheiteror«.misation ״A wo da 11" (Arbeit) cin«cr1chtctcn Küche. Lilie ändere Gruppe van 10 Arbeitern iulirt eine komiimulstlsche Wirtschaft, d. 11״ was jedes Mit«lied verdient, wird in die «cmeiusame Kasse af)«efiihrt, aus der wieder die Bedürfnisse eines jeden l'.mzehien. ohne Rücksicht auf seinen ei«enen Verdienst, «edeckt werden. Die Ui tippe besteht aus lauter tüclui«cn, in der Kolonie sehr «erne «eschenen Arbeitern mul wird ״Kincictlicr Kommune" «eiiaiini, da sic aus el1e1nali«en Arbeitern der;־'arm Kincreth besteht. Da nur ein I eil der Besitzer des Bodens von Cliederali m der Kolonie wohnen, die iil>ri«cn hin- Kc«cu noch im Auslände weilen, sind die allgemeinen l.asieii. die die Kolonie zu tra«cn hat, für die geringe Zahl der Einwohner viel zu buch. P.s wird datier eme BesUinmiin« vorbereitet, nach welcher die int Auslände weilenden Besitzer von Boden in Cliederali gezwungen werden sollen, entweder nach Cliederali zu iihetsicdelu, um au den all«euteincn Steuern in vollen Malle sich zu hetcili«en. oder ihren Besitz zu veräußern. An sich «iht es in unserer Kolonie noch Platz für viele neue Ansiedler, insbesondere wenn «rollere Blüclieit als bis jetzt für PflanziuiKcn verwendet werden sollten. Zweifellos weiden auch neue Kolonisten hinzukommen. da sich die Ocsimdlieitsvcrliültnissc in den letzten Jahren wesenllicli ««bessert haben. Wenn auch im Hochsmiimer das Malaria-Bieber häufi« auftritt, so sind doch ernstere Bälle, insbesondere das Schwarzwasserlieber, welches in früheren Jahren so viele Opfer dahiiiKerafft hat, in den letzten Jahren nicht mehr voruekommen. B.s ist auch zu hoffen, daß die Eukalyptus- Wälder, von denen unsere Kolonie die aus«cdehntesten in ganz Palästina besitzt und die zur Ücsundun« der Kolonie so sehr beigetragen haben, zu einer aus«iehi«en Rimuiliiiietpielle |ur die K«׳!«.i(,c werden. Ls «ibt in unserer Kolonie uHcr .',ןיוןן)י Liikalyptusbatmie, die zum 11be1W1e«emlen Teile der 1CA, zum Teil auch einzelnen Kolonisten «eimiu! |He Wälder der ICA hüt Herr B. Berlin .ms fnr neun Jahre «epachlet. und es wird in ״,,el1ss<:r Zeit IcMKcstclIl weiden können, wie dieses cmheimische Holz verwertet werden wird um! inu!״. weil es das vom Auslände imponierte eisei/en Vichvcrsichcrunfl in Sichron• Jakob Die ViehscrsielierunKSKcnosseuschait vmi Si.h! Jakob bat sieh im ersten Jahre ihres Bestehens nnr «ut entwickelt. Die Bilanz fnr das Btatj.iht \ ,, I. Marz 1W> bis zum 2*. I'clnimr Din weis*. einem Umsätze von AM«) I'rcs.. wie 1ms aus >1.11׳ u J. ikoli «escliricbcn wird, eine Lrsnaruis \׳. •׳, l*"rcs. auf. Diese Lrspamis ist allcrdm«s 111 e1;.׳r Lime der Subvention der JCA iur die du, flossencn Jahre im Betrage von 2-1')0 I res ./u . r. danken. Wenn di: Viel1verMel1eiuu«s«emissv.!t ans 11׳«ei1er Krau uml ohne Mibv.-utn.n Ins* : kil sollte, dann mußten die MitKlicdsHeitraee um m*0 1 (soviel iietraKt jetzt die iihrh.he S11l1ve1׳t1<>:׳ kr JCAkrltolit weiden. Im letzten Jahre haben ,!.1!\. .׳ die Mitglieder ,',I i'rcs. vimte/ahlt, 1la«e«en 1. *.,! I7‘M I'rcs. iur SeluiJ.’nersatZ be/ahlt weiden ziemlich Imhc Kahl der Unfälle wird von siele*, äigliedern der (lem'ssenscl.aft darauf zurück«.!!, (laß im ersten Jahre 11nvors1cl1ti«erw eise altes, kes und sonst versiü1er11n«su11tä!11«cs Vielt . iKunmcn wurde. Berichtigung Zu dem Bericht über den Verband jmii'J.er Brauen für Kulturarbeit in Palästina ist zu bet. . :1. daß Zuschriften aus I) c u t s c I! I a 11 d zu ruin. %J au 11.tu Betti l.es/ynski, Ikrln, li.isu r. Straße .W». aus den 11 11 r i « e 11 l.an dein . Di. Re/, a II »r sc 11. Berlin. BlenMmr«ers;r, 12. ZIOniSTISCHe B6V/6GUn6 Zionistische Juhreskomcren/ Am 21. mul ls. Juni findet in Bcrhi ״.*.* Zamistisclic Jalireskonferenz statt, deren i.,is. ordnun« ssir ie* letzter Nummer mitgeteilt habet;. Die Teilnehmer der Konter.•nz, die Mitglieds! L$ (irolieu Aktions-Komiteer.. die Präsidenten der l (,!«.niisatioiieu und l'cdcratmueu etc. etc.; /.. T.bereits in diesen Tagen in Berlin ein. in., /,! (•en wichtigen Brägen, di: der Jalircskonierea״ zur B.ntscbcidmi« b/.w. \ orberatnii« unterbreitet weiJnt. in Voik.infereiizen Stelltm« zu nehmen. Wir Wunsche•!! den ileratmigeu du D.iilcteii/ besten l’.rfol« mul h״tien, dal, sn /!aa Segen iur unsere Bewegung und ihre idealen /..de verlaufen möge! II. Ausweis läiigcg.mgcne Schekel und Lande'! ei• t 1 a « c '־um I. - 20. Juni 19:0־ Schekel Landest’'t Königsberg i• Pr. 75 (davon 17 aus Tilsit) S a ווו t v r וי 1V ' 1 a r 11 o \v i l z. 20 Zeitz 1 W e r b e n 1 M a 1 n /. 50 50. Pos .*11 DU 5, R a 111» o r 1.0, B e 111 h c 11 so B r e s 1 a u 00 .0«׳ 1 .1 11 ii 11 e וו La 1? .׳ 1 Ha 111 b e r « 5 M. R y I! n i k 10 1 1. Halle 17 12. Lübeck 5 0 s t r o w o 2 ז 0 11 h c 1t n (>, M 11 h 111 a u s e 11 i. B. 1 s. ot (, t. O’.s. Mk. ,15,1,5.1 1. Ausweis (No. 22 der ...Lnl. Rundschau" 1270.50 .־.151 ISOaAO Mk. Iso.','" V* Wir bitten alle Ortsgrunpen und Vertrauen*• mäiuier dringend, die restlichen Schekel und Lande*• hell rage umgehend an 1ms ah/uführeii. Alle tiehk'f sind auf unser Postscheckkonto M)'>1 ״der atü P1*״/ a11weis1m«c11 mit der Adresse ״Zionistische Vereint* Uimg für Deutschland, Cltarlotteuhur« 2, Blcihtrcn* blralle 49“ eluzuzahlcit. An Herr» WollsteUtcr sind itur noch Gelder für den Jüdischen Naüomtlioiid* elnzusclilckcn. Zlonitilicho Vcrel11]«u11« lür Deuochland. Finanzressort. Dr. Heyntaun. (Fortsetzung auf Seite 300)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.