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Jüdische Rundschau · 1910-05-27 · Heft 21 (27.5.1910) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 21 (27.5.1910)
Date
1910-05-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 210־. 1 U I■: DIS CII1• Hü N D S CI 1A U No. 21. das alte Projekt der Herausgabe einer jit di selten J 11 g c n d /. e 11 s e 11 r i 11 wieder aufgcuouuueu. Wir Itoffcn. dall die leider zu frtlli cingcgaitgene Zeit• sein ift ״J u 11 k 1 s r a c I", in einigen Monaten wieder zu erscheinen beginnen wird. 1111 Zusammenhänge hiermit stellt ein Preis• aussc 11 reiben für eine Jugcndschrilt über P a 1 a s t i n a. das wir in kurzem veröifent* liehen werden. Wir Itoffcn, so einem lange fühl• baren Mangel in der zionistischen Literatur abzu• liehen. Linen vollen iieweis für die indirekten Wirkuu• gen unserer Agitation bietet die Gründung der P n 1 ii s t i n a P 0 r s c 1111 n g s g c s c 11 s c 11 a f t in Lerlfn, an deien Spitze neben vielen unserer Freunde die bekanntesten Persönlichkeiten der Berliner Judenheit stehen. m Die verschiedenen Auflassungen, die auch innerhalb unserer Vereinigung Uber die Ergeh•) n i s s e des IX. Kongresses herrschen, haben j unsere Arbeit, wie die obigen Ausführungen wohl am besten ergehen haben, nicht wesentlich gehindert. Nur die Vertreter einer geringen Anzahl von Orts• gruppen hatten sich aul dem Kongreli der Opposi• tion angcschlosscn. aber auch diese unsere Freunde haben sich wie früher so auch diesmal vorbehaltlos in den Dienst der Propaganda gestellt. Immerhin durften wir nicht übersehen, dall bei vielen unserer Freunde eine Unsicherheit über die Zukunft der Zio• nistischcu Organisation Platz gegriffen hat. eine Un• Sicherheit, die übrigens bereits vor dem Kongresse vorhanden war. durch diesen aber hei manchen nicht { behoben worden ist. j Die Oslcrkonfcrcnz » Wir hatten daher für den 27. und 28. Mürz nach Berlin eine Sitzung cinhcrufcn. zu der wir nicht nur die Mitglieder des Z.-K, sondern auch die Vor• stunde sämtlicher Ortsgruppen und Üruppenver• bände cingeladcn hatten. Die Sitzung war denn auch von ea. öp Herren besucht. Die Tagung schloli mit der Annahme folgender Resolutionen: Die Vnsimmlmig konstatiert mit Genugtuung: Alle Redner haben sich dahin ausgesprochen, dall die praktische Arbeit in Palüstina nach Krüiten zu fördern ist. Allgemein ist uls wünschenswert erachtet worden, daß jede Chance einer Arbcitsmügllch• keil in Palästina mul für Palästina ausgemitzt, ins• besondere die Schaffung des Agrarkreditinsütutes unter Heranziehung aller Preunde Palästinas mit allen Mitteln unterstützt werden muB. Des weiteren erscheint cs als dringend notwendig, für die lamhvirt• schaftlichc Kolonisation Palästinas eine plaumülligc Tätigkeit in die Wege zu leiten. II. Die Versammlung hält cs für wünschenswert. daB die Vertreter der in Betracht kommenden Lau• Jerusalem Voti Dr. M;1 r l i n B u b e r. l.s geschah zu Zeilen, daß den Baalschem des Nachts Stimmen aus der Tiefe aufriefen und sein Ohr wurde hell und wach, obgleich der Schlaf auf seinen Sinnen lag. Er unterschied alsdann mit großer Klarheit, wie von undenk• lieber Feim* der Laut aus dein Munde vieler 111• alter Dinge auf der Wanderschaft zu ihm war und ein einiges Getön von ungeheurem Weh sein Lager umgab, Er fühlte, daß ein Wille hier hun• dert getrennte Stimmen zu einer verflochten hatte. Die Stimmen langten an sein Herz und weckten es auf. Aber sie wäret! von allzuweit, und das Herz verstand den Sinn ihres Wortes! nicht. Es konnte nur die große, ferne Not ahnen, die cs anrührte, und war von dieser Zeit zu allen Tagen und Nächtet! im Gleichmaß seiner Schläge erschüttert. Aber in einer Nacht waren die Stimmen ganz nah an des Meisters Ohr, zitternd von der Müdigkeit der langen Anm.; Diesen Artikel des geschätzten Verfassers entnehmen wir mit gütiger Erlaubnis des Autors dessen kürzlich erschienenem Buche ״D I e Legen• den des Baal schein״, dessen Lektüre wir un• seren Lesern angelegentlichst empfehlen. (Verlags• anstatt R u 11 c n u. L 0 e n i n g. Frankfurt a. M.) dcsorganlsationcn und Föderationen mit einander zwecks Aussprache in Fühlung trete!!. Das Zentral• Komitee wird beauftragt, die vorbereitenden Schritte cinzuleitcn. 111. Die Anwesenden verpflichten sich, geiucinschaftlieh für die Propaganda der nationalen Idee und die Stärkung der deutschen Landesorganisation mit allen Kräften cinzutrctcn. Inzwischen hat das A.-K. beschlossen, die J a h - reskonferenz bereits auf den 27. und 28. Juni 1910 und zwar nach Berlin cinzuhcrufen. Auch in diesem Beschluß sehen wir das ernste Bestreben des E. A.-K., den llauptbcsehwerdcpunkt, der auf dem letzten Kongreli vorgebracht wurde, zu beseitigen mul die Fühlung der Parteileitung mit den einzelnen Landesorganisationen intimer zu gestalten. Die Debatten über die Ergebnisse des IX. Kon• grosses haben übrigens auf das deutlichste ergeben, wie unbegründet die nicht nur auBcrhalb Deutschlamls in zionistischen Kreisen herrschende Ansicht ist. daB ein grober Teil der deutschen Schckclzahlcr in keinem inneren Verhältnis zu dem Prinzipien des Nutioiuliudenuims steht. Vielmehr haben wir zu un• serei grollten Befriedigung konstatiert, dall auch in denjenigen Ortsgruppen, mit denen wir Verhältnisu. iflig selten Fühlung nehmen können, ';Ine sehr wci: reichende Kenntnis des zionistischen Lebens und ein :illgcmeiues Verständnis fiir die Erfordernisse des national-jüdischen Gedankens herrsche״. Auch in dieser Hinsicht hat sieh unser Parteisekretär durch seine hauptsächlich auf die Betonung des nationalen Gedankens aufgcbnttt« Agitationsmethode Verdienste erworben, die anerkannt werden müssen. Die Debatten über den bekannten Artikel Dr.!•’ranz Oppcnhcimcr's ..VolkxbcwulUsein und Staut• mesliewuBtseiit" haben denn auch erkennen lassen, dall der deutsche Zionismus au intensiver Auffassung des nationaljüdisehcn Gedankens hinter keiner nndc• reu l.nndesorganisatiou zuriickstcht Pinnn/Ii1(]c Unsere llatipisorge in organisatorischer Be• Ziehung war die Frage unserer I' i n a 11 7. e n. 1:1 iriihercu Jahren sind wir mit einem geringen Etat ausgeknmmeii mul haben unsere Bedürfnisse aus den Landesbeiträgen und den Überschüssen aus Bücher- und Brosehlirciivcrkäiifen gedeckt. Wir imillten aber mit diesem Prin/ip brechen, (lernt wir sahen, dall wir in der Propaganda nicht weiter kamen, wenn wir nicht eine Kraft gewinnen, die uns ständig fiir die Propaganda zur Verfügung stellt, und wenn wir nicht diu Arbeit unseres Bureaus vervielfältigen. Die bisherige Tätigkeit unseres Parteisekretärs und die Ausgestaltung unseres Bureaus hat denn auch schon jetzt bewiesen. daB unsere Annahme richtig war. Die Stockung in der Ausbreitung unserer Organisation, die wir in den letzten drei Jahren zu unserem Bedauern konstatieren mußten, ist überwunden. \yif ei hallen neue Stütcpmikte und neue ArbeitMiiogi^,. Keilen. Dementsprechend haben sielt unsere Ausgaben allerdings verdreifacht. Der von uns auf״c. stellte Voranschlag zeigt folgende Auxgabcnpo\K׳n: Gehälter. Gehalt mul Reisespesen des Parteisekre• tärs. Ausgaben für die Presse: ״Jüdische Rundschau“. Porti und Kopialictt .... Agitationsunkosten, Beihilfen an Ortsgruppen etc. Herausgabe von Broschüren, Flugblättern, Lichtbildern etc. . N.-lQMarkcn . Miete . Heizung und Licht .... Telefon . , ,.<־ Unkosten des Delcgiertentagcs . . , ., .vO. - Diverse Ausgaben .... M. 11!!י• . Um diese M. 14 000 jährlich aufzubringen, •, .1 wir auf neue Einnahmen angewiesen. Wir 1. ,! daher jeden einzelnen unserer Freunde auigetm.k ״־־ uns einen Jahresbeitrag für unsere Landesorg.!! tion zu bewilligen. In einer Reihe von Ortsgn:!, .׳! sind die Beiträge in nennenswerter Höhe zag, worden. Die von uns veröffentlichte erste - mmgslistc zeigt aber, dall bei weitem noch!־ ״ tiberall die Bedeutung der Finanziragc erkannt \ den ist. Im wesentlichen sind cs nur die durch . seren Parteisekretär besuchten Ortsgruppen. e uns aus ihren Mitglicdcrkrciscn größere Beitrag.; Verfügung gestellt haben. Wir richten daher dringenden Appell an alle unsere Freunde, uns 1 .... Bewilligung eines Jahresbeitrages von wenig־;, x 5 M. zu unterstützen. Wir Hoffen aber, daß ג.,:er. dem cs möglich ist. seinen Beitrag ciUxpreJ. I 11׳.her bemessen wird. Nur dann wird es mm 1! heb sein. iww e Arbeit crfoi.׳reic|1 w!יי׳c:.׳ui! mul die von uns in Angriff oder in Aussicht g יי menen Projekte zur Vollendung zu bringen. Die Tätigkeit unseres Parteisekretärs hednu: laiilend bedeutende Ausgaben, die sich nicht s,.;n in neue Einnahmen umsetzen. Gerade die tu und:! ־.g neuer Gruppen, die Gewinnung neuer Vctir.ua ־.־> in.iiuiei erfordert Ausgaben an Reisekosten und i׳r pagamlamatcrial. Spesen iür das Arrangement \ 1 Vortragen mul Versammlungen, die zunächst .!ns .:.!׳ Partciknssc bezahlt werden müssen. Erst wenn cs gelungen ist. einen Kreis ne..׳ r Freunde unserer Sache auch innerlich von de: I (IciiUmg des nalionaliudisehen Gedankens zu eis״.'.״ und sic mit der Bewegung eingehender vertrau: ־: machen, können wir von den neuen Zionisten S,׳ Wanderung. |j• erkannte sie und woher sie ilnn kamen, und er erkannte Eines, das ihm fremd gewesen war bis zu dieser Stunde. Denn es war das alle Land, das zu ihm sprach aus der nie erlösten Schande des Verfalles. E.s war der alle Weinberg, nun zur fahlen Steppe ge• worden, die die Herden fremder Wandewöfker mit verhaßten Hufen traten Jahr fiir Jahr, die begrabenen Mauern unter der Erde, das ver• schüttete Erz, das mitdröhntc unter der Last des unermeßlichen Schuttes, der versteinerte Hang, der einmal den leuchtenden Wald getragen hatte, und der veulorrtc Wasscrqucll. Sie schrien aus der letzten Not, die fühlt, daß der Schlaf unversehens in den Tod sich hinüber• schleichen will, jetzt und jetzt, von Atemzug zu Atemzug, wenn die Hand nicht kommt, die aus dem Dunkel aufreißt und die Seele befreit, die müde geschlagene Seele des alten Landes. Und die Stimmen redeten zum Baalschem־ ״Komm, komm und säume nicht. Du bist der Erwartete, dessen Atem das Gestein von unsc- 1C11 Gräbern heben wird wie der Frühlingswind den Flaum, der aus dem Vogclneste fällt. Dein Wort wird die Kräfte entfesseln. Der Bach wird rinnen, der Wald auferstehen, der Weinstock Früchte tragen, der Fels wird sich kleiden. Komm und lege deine Hand auf uns!“ Von der Nacht war die Seele des 1׳. « schcm in sieh gewiß, daß er sich auftun um und hingellen zum Lande. Und er reckte ־ empor und schrie zu Gott: ״Gib mir l'r!.!׳ Herr, und Frist. Löse, womit du mich hier; blinden hältst, damit ich hingehe in dem 1;׳.׳ e \ das mich ruft.“ Aber Gott sprach nächten1־ •־ 1 ihm mul antwortete: ״Israel, es ist mein Spn:;! über dir. daß du weilest an deinem Orte n dich nicht auftuest nach meinem Lande“ Da lag der Baalschem viele Niielue in o 1 Qual. Die Stimmen waren vor seinem Ohr im1 das Wort des Herrn auf seinem Herzen l י־ der Jammer der Stimmen fuhr als Sturmwind m den Lüften, und es war eine Bewegung wie v! großem Sterben, wie an dem Tage, da Jen! 1• lern, die Herrliche, fiel. Da siegte die Seinem 11 nach der sterbenden Erde über das Wort <׳z Himmels, und da tat sich der Meister auf tmd wanderte gegen Jerusalem. * Es war die erste Nacht, da sie auf ihrer Fahrt unter fremdem Dache sich zur Ruhe leg• teil, der Baalschem und Rabbi Zewi der Schrei• ber, sein Schüler, der mit ihm war. in jener Nacht kehrten die Stimmen der 1 Icimsuohung wieder an den Ort, von dem sie ausgegangeti waren. Und da sie heimkehrten, flog ihnen ein

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