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Jüdische Rundschau · 1910-05-27 · Heft 21 (27.5.1910) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 21 (27.5.1910)
Date
1910-05-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
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1/ l י I I I I I I 1 ו 1 1 1 1 1 Abonnomonts au( die wöchentlich am Prclmb erscheinende ״Jildlacho K’ii.uI'cImii" kosten bei der l'sredlilon und hei allen Post, uimorit vierlcllährltch 1,25 M, .׳],'.scrli.illi Dculselilanda und Oestcrrelch-Unitarn» 2,— M; (ur MUttllcdcr indischer Ver• eine Im Sainniclbcius durch den Verein I,— M. Vcrlair JUülacho Rundacliau I1.. 0, m. b. 11. Perlln SW. M. Zimmerair. 77. tli'sch.'lllssliindcn: 3 bis 7 Uhr ausser Sonnabend und Sonntag. ור¬ ו I I I I I I I I I I I «umi .?wiiiiauwiiu uuu r I I I I I I I I I I I Anzeigen kosten fflr die fflnlgeapaltene Pctltzcllc oder deren Raum 25 Pitt.; Stcllen-Anttcbolc und Qesuebe sowie VereinsmlU telluncen 11. ..Kleine Amelsen nur 15 PlB. oooooo 00 Manuskripte werden. wenn Porto bclllcgl. stets aurtlck. gesandt. — Redaktionsschluss Mittwoch vormittags. Redaktion Jüdische Rundschau HcrllmCharlottcnburg. Blelbtrcusir. 49. Tel. Cb. 9SSI. Sprechstunden Dienstag und Donnerstag 5—6 nachmittags. I I I I I I I I I I I J TUM Nummer Berlin, den 27. Mai 1910 —18. liar 5670 XV. Jahrgang Bericht des Geschäftsführenden Ausschusses des Z. K. der Zionistischen Vereinigung für Deutschland über das Winterhalbjahr 1909/1910 Z.u Beginn des Winters 1909 setzte die Agitation itir den Zionismus in Deutschland nur langsam ein, da die Ortsgruppen mit der Einsammlung der Schckclgcldcr für das KongrdijaUr beschäftigt w.t!! 11• Später lenkten die Kongrcßwahlcn selbst und die Debatten über die auf dem Kongreß vom is.sichtlich zu behandelnden Fragen die Aufiiic.'ksainkcit vieler von der eigentlichen Agitation ah. Allerdings stieg so die Zahl der Schekel, einselTeßlich der vom Misraehi gesammelten, auf 6800. Da deutschen Zionisten verfügten daher auf dein IX. Kongreß über 34 Mandate, während sic auf dem VIII. Kongreß nur durch 31 Delegierte vertreten V .11 cn. iHr Verlauf des IX. Kongresses selbst wirkte auf ti.ts Ansehen des Zionismus in Deutschland sowohl üiiuh seine positiven Ergebnisse wie auch ganz besonders durch den Ernst der Debatten und den parldir.entanschcn Verlauf der Verhandlungen günstig ein. Die jüdische Presse in Deutschland hat denn auch über den Kongreß fast ausnahmslos objektiv berichte:. Unsere Ortsgruppe in Hamburg-Altona ־ konnte in den ersten Wochen nach dem Kongreß erneu Zuwachs von über 100 Mitgliedern verzeichimi. Auch in den anderen Ortsgruppen war eine erhöhte Tätigkeit zu bemerken, die im wesentlichen dar.tr! zuriickzuführcn ist, dal! die zahlreichen Kon- Kaiibesiicher aus Deutschland von Hamburg mit dem festen Vorsatz, gesteigerte Arbeit für unsere Idee zu leisten, zurückgekehrt waren. Als besonders eintlrncksvoll zeigte sich die Wirkung des Schauturnens der Jüdischen Turnerschaft und des vom K.Z.V. und ß.J.C. gemeinsam veranstalteten Studentenkommci’ses. Parleksekrelür Unserem Parteisekretär, Herrn Kurt Blumen■ fehl, war cs daher möglich, eine nicht nur sehr umiaugrciclic, sondern auch durchweg recht erfolg* reiche Tätigkeit zu entfalten. Schon vor dem Kon- ►ז• c hatte er Agitationsreisen durch Ostpreußen, Wcs.prcußen und Posen unternommen und einzelne V(>.:t.igc in anderen Landcstcilcn gehalten. Nach den; Kongreß ging Herr Dlumcnfcld auf sechs Wichen nach Schlesien und hielt dort in fast sämtlieh•״;; jüdischen Gemeinden Obcrschlcsicns und in Brt.'lau Vorträge, deren Folge eine Stärkung unsc• 1er Oiganisation und des nationaliildischcn Lebens ib iv.iilesicn war. Sodann begab sich Herr Blumen- Klil . uf eine zweite Reise nach Posen und Ostbrei \!1 mul trat dann eine Agitationsreise nach Nor! estdcutschlund an, die ihn nach Hamburg, H!ld׳;• heim, Oldenburg. Jever, Varel, Bremen und lirc; •;rhaven führte. Zcnlralburcau Auch in der Arbeit unseres Zcntralbureaus bemerkten wir den Einfluß des Kongresses. Unsere Korrespondenz mit den Ortsgruppen wurde inten- 4!ver.!er Zusammenhang zwischen der Zentrale und den einzelnen Vertrauensmännern stärker als früher. Auch war cs uns möglich, in stärkerem Maße mit *len zerstreut wohnenden Parteigenossen in Fühlung *u treten und sie so in dauerndem Zusammenhang *nit der Parteileitung zu erhalten. ״Jüdische Kundschau״ Die ״Jüdische Rundschau" erwies sich immer mehr als das vorzüglichste Mittel zur Durchbildung und strafferen Organisierung unserer Parteigenossen. Unter der Redaktion von Herrn Dr. Julius Becker hat unser Partciblatt in */♦ Jahren einen Zuwachs von 900 Abonnenten erfahren, wohl der beste Beweis fiir die steigende Bedeutung unserer Parteipresse. Der Verlag ״Jüdische Rundschau" hat uns unter der bewährten Leitung von Fräulein Berta Majcrowitsch im Vertrieb der von uns herausgegebenen Bücher und Flugschriften, sowie in der Versorgung der Parteigenossen mit nationaljüdischcr Literatur eifrig unterstützt. Die Sammlungen für zionistische Zwecke haben in der Bcrichtszcit guten Fortgang genommen. Auch die neue Sammlung für die Siedclungsgcnosscnschaft in Palästina hat uns Deutschland zahlreiche Beittäge erhalten. Ortsgruppen Die Zahl unserer Ortsgruppen hat sich in der Bcrichtszcit um sieben vermehrt. Wir haben neue Ortsgi uppcu ir. AI len stein, Deutsch- E y I a u , H o h e n s a l z a, Cosel, Offenbach, Trier, Konstanz, neue Schckclzahlergruppen, teilweise von größerem Umfange, in Insterburg, Tilsit, Neiße, Frankf u r t a. O.. Quedlinburg, Jever, Hildes-!1 c i m und 0 a i I i n g c ח gewonnen. Wir dürfen hierbei allerdings nicht übersehen, daß dieser Aufschwung sich im wesentlichen auf Ostdeutschland und Norddeutschland und zwar mit Ausnahme von Berlin erstreckt. In Süd- und Westdeutschland ist noch wenig, in Berlin leider nichts von einer Besserung der Organisation zu spüren. Unser Parteisekretär hat Anfang Mai eine größere Agitationsreise nach West- und Siiüdcutschland angetreten. Wir hoffen, daß cs ihm gelingen wird, die (Iriimllagen für eine erhöhte Tätigkeit unserer Freunde in diesen Teilen Deutschlands zu schaffen. Dauernde Erfolge zu erzielen wird allerdings nur dann möglich sein, wenn von den Ortsgruppen in West* und Süddcutschland später beharrlich und unter Aufbietung aller Kräfte weiter gearbeitet wird. Wir sind immer mir in der Lage, Vorschläge zu machen, Anregungen zu geben, allgemeine Grund- Sätze für die Propaganda aufzustcllen. Ein Erfolg bleibt uns trotz eifriger Tätigkeit Immer da versagt, wo die Lokalorganisatioacn nicht ständig werben und Aufklärung verbreiten. Für Berlin kommt ein schwer zu beseitigendes Hindernis in Betracht, 114111lieh die Tatsache, daß das Palästina-Ressort, unser Zcntralburcnii, unsere Kotnmissioneu f ii r Nationalfonds• und Palästina- A r b c 11, der V e r I a g und dicRedaktiondcr ״Jüdischen Rundschau", der Verein Bezalcl, das Palüst Ina-1 ndu s t r lc. Sy ndl - kat, der Verband jüdischer Frauenfür Kulturarbeit in Palästina eine große Anzahl der besten Arbeitskräfte absorbieren, die dann fast sämtlich für die lokale Arbeit nicht mehr In Betracht kommen. Wir hoffen indessen, daß cs die Berliner Zionisten möglich machen werden, auch trotz dieser Arbeit in unseren Zentral-Institutioncn ihre lokalen Vereine zu stärken. Es muß ermöglicht werden, dies durchzusetzen, da in Berlin fast ein Viertel der deutschen Judcnlielt konzentriert ist, und dieses Viertel einen seine Zahl noch übersteigenden Einfluß auf die gesamte Judenheit Deutschlands ausübt. Aus der laufenden Arbeit unseres Zcntralbureaus heben wir folgendes hervor: Bücher und Flugschriften Für die Schckelagitation haben wir auch in diesem Jahre ein neues von Herrn Dr. Friedemann verfaßtes Schekclflugblatt herausgegeben. Für die Nationalfondspropaganda haben wir eine fünfgliedrige Kommission eingesetzt. Wir erhoffen von ihr eine weitere Vermeh* rung der einlaufendcn Spenden. Die uns vom Haupt- Bureau des J. N. F. zur Vertilgung gestellten Kinderllugblättcr haben uns tut einigen Orten gute Diensto geleistet. Für die P.L.D.C. hat unsere Palästina- Kommission unter der Leitung Dr. Fricdcmaun's eine umfangreiche Agitation zum Absatz von Aktien eingeleitet. Von der Broschüre Dr. Kol | c n schc r ' s ״Zionismus und Staatsbürgertum" ist eine zweite vermehrte Auflage erschienen. Auch die Herausgabe eines Zionistischen Merkbiattes ist in Vorbereitung. Herr Zahnarzt Schachtel hat uns hierfür bereits einen praktisch angelegten und reichhaltigen Entwurf zur Verfügung gestellt. Die 1. Auflage des Zionistischen A-B-C- Buches in Stärke von 2000 Exemplaren ist bis auf etwa 50 Stück verkauft. Wir werden bald die Herausgabe einer zweiten Auflage zu erwägen haben, bei der wir natürlich die Erfahrungen der 1 Auflage verwerten werden. Die 2. Auflage des Palästina-Hand• buch es von Davis Trietsch ist von uns übernonunen worden. Leider bat sich bisher für dieses überaus instruktive Buch noch nicht das Interesse gezeigt, das wir erwarten durften. Unsere P a I ü s t in a-Lichtbildcr finden nach wie vor in Deutschland wie im Auslände großen Anklang. Wir hatten Bestellungen auf unscrc Serien mit dem Vorträge von Herrn Dr. Friedemann bis nach Südafrika und den Vereinigten Staaten von Nordamerika auszufültren. Auch nach Rußland, Ocstcrrcich-Ungarn und anderen Lündem haben wir Serien geliefert. Wir hoffen, dieses allgemein beliebt gewordene PropagandamUtcl weiter ausbaucn zu können. Jugendbewegung Unsere ernsteste Aufmerkasmakeit nahm das Anwachsen der jüdischen Jugendbewegiing in Deutschland in Anspruch. Wir können mit Genugtuung konstatieren, daß cs jetzt in Deutschland fast in jeder größeren Gemeinde einen Jugendverein gibt. Ein großer Teil von ihnen ist im Verband ״Jüdischer Jugendbund״ organisiert. Unsere Parteigenossen arbeiten in diesen Organisationen eifrig mit. An emigen Orten sind allerdings Dificrenzen zwischen Zionisten und Nichtzionisten vorgekommen. Diese Differenzen konnten aber meist wieder beigclegt werden, und wir sind überzeugt, daß allmählich überall auch unsere erbittertsten Qcgncr cinschcn werden, daß die Zionisten das beste und meist unentbehrliche Material für die Gründung und Erhaltung jüdischer Organisationen .abgeben. Um auch unsererseits an der Beeinflussung der Jugend im jüdischen Sinne mitwirken zu können, haben wir

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