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Jüdische Rundschau · 1910-05-20 · Heft 20 (20.5.1910) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 20 (20.5.1910)
Date
1910-05-20
Page
– (sequence 6)
Language
German
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HJCD1SCHE RUNDSCjjAL Seite 23S. N*». 20. türkische» Parlament erst in der nächste» Session zur Beratung gelangen. Die jüdischen Abgeordneten beabsichtigen dabei ftir die unbeschränkte Einwauderutut von auswärtigen Juden nach der Türkei einzutreten. Im Scotcmbcr d. J. wird in Da lat. einer Vorstadt von Koustaiitinopel, durch den ״Hillsverein der deutschen Jude n" ein drelklas* siger hebräischer Kindergarten eröffnet werden. Die I.chrcrinncn für diesen KinderRarten werden aus Palästina bezoRett werden. ■ .־ r•:. vr»;,',׳;’*״*! -iik - Von verschiedenen Seiten sind nach K o 11 st an t i non e 1 Anfragen gerichtet worden, iiiicr die Aiihinhiiichcdiiigimgcu in türkischen Staats s e 11111 e 11. Sulche Anfragen haben auch mehrere jüdische Studierende in der Schweiz, in Delirien und in Deutschland «erichtct. In der Türkei existieren keine Begrenzungen für die Aufnahme von Ausländem in Staatsschuten. Für die Aufnahme ist die AhlcRiinR einer besonderen Prüfung notwendig, wobei die Beherrschung der türkischen S ין rache natürlich notwendig Ist. Ausländische Schulzeugnisse allein reichen nicht aus. Nach Schild) des laufenden Lehrjahres gedenkt die türkisclie Negierung verschiedene Erleichterungen inlie/oc auf die A 11 e r k c 11111111 g a 11 s 1 U 11 d i s c 11 e r Schulz e n g 11 i s s e ein/.nfülircn. Amerika Der Missionsprediger Rcv. Thomas M. Clialme rs hatte bei den städtischen Deliürdcn von New York um die Erlaubnis nnehgcsnclit, in den Strallen predigen und Ückchrungsversuciie maelieu zu dürfen. Mr. Uaynor, der Hiirgcrmcistcr von New York, eine der populärsten Persönlichkeiten im amerikatuselten politischen Leben, bat dem Herrn darauf foigciule Antwort zuteil werden lassen: Geehrter Herr! Ich denke, dal) diese Proselytenmachern oft zu weit getrieben wird, Glauben Sie nicht auch, dal) die Juden eine sehr gute Religion haben? Italien nicht die Christen die Schriften der Juden iibernon inen? Ist nicht das neue Testament von Juden geschrieben worden? War nicht Jesus von Geburt Jude, wenn ich hiervon mit der gehörigen Hochachtung sprechen darf? Haben wir Christen nicht viel oder das Meiste, das wir haben, von den Juden? Warum sollte irgend jemand so schwer arbeiten, um die Juden zu bekehren? Heber ihren reinen Glauben an den Lilien. Walin n Gnu wird uns sehnt! aus dem I•linket vorgochivhiiicbcr /.eit berichtet, und dieser Glaube ist eine der uingebr«*ebenen Traditionen der Welt. Ich halte es nicht für angebracht. Limen L.r- 1״.*.״js m vscbcii. um auf den Strallen der diehtberten judisehen Stadtteile, die Sie bezeichnen, lekehrimg der Juden zu predigen. Würden Sie ben damit nicht belästigen und mehr Schaden •teil als Gutes tun? Ihr ergebener W. J. Gay nur. Nach dem ltöricht der New Yorker Gesellschaft zur Förderung von Ackerbau und Handwerk unter den .luden beschäftigen sieh jetzt in den Ver׳einigten Staaten Nord uueiika dlttt) jüdische Familien (Ml mehr als im Yoijahre) mit Landwirtschaft. Jede Familie durchschnittlich auf fünf Personen herechnet, ergibt das eine Zahl von 17 000 Personen. Die l.age dieser Juden ist im allgemeinen zufriedenstellend. An vielen Urten beteiligen sie sieh an der Lokalvcrw.iliung. ln der Kolonie .,Woodliane", die fast nussclilielSlich von Juden bewohnt ist. sind alle höheren mul niederen beamte luden. Die Mcr/l-Gcdcnkniinimcr der ״Wc ist soeben zur Ausgabe gelangt. Sie enthält Originalbeitrüge von: Adolf Agai-Porz.o, Uuoul Aucrnhciiuer, Dr. B. Beek. Dr. M. I. Bmtenheimer, Martin Buber, Dr. Josef Clia/aiiowit/, A. Coralnik. Josef Cowen, Rahh. Dr. M. F.hrcnpreis, Dr. A. F.iiaseheti. Dr. A. Fricdcuiann, R. Gokiberg. G. Hecht, Richard Huldschiner, Dr. A. liiez, Dr. 1. Katzeneisohn. Leon Kellner, Johann Kreun.uet/.ky, Dr. tleiur. l.iivve, Dr. M, Mandelstamm. Tobias Markus. A. Meerowitscli, Dr. Jm. Moses. Max Nordau. Franz Oppenheimer, Dr. Schcrlag, A. Sclmiitz. 11. v. Schüller». Adolf Stand. Berta v. Suttner, Kabb. Dr. t). Thon, Prof. II. Vanibviv, Dr. S. Werner, David WoHlsolin, 11. York-Steiner, ferner eine grolle Anzahl bisher ttnvcröffcntlieliter Bilder Herz.ls und seiner Familie, sowie Faksimiles unveröffentlichter Briefe. Die Nummer Ist durch die!,.Spedition der ״WeU“, Köln, Karolingerritt« 31, /.um Preise von 50 Pfg, pro Exemplar (in (einer Ausführung auf Kunstdruckpapier z.unt Preise von 1,20 Mark) zu beziehen. PAL'AeSTI NA:RUMDSC HAU Die Regierung autorisierte die Oründung der ״Bnnque de Pa lest lue“, die Ihren Stammsitz, in Jcrusnlcm und ein Kapital von 250 (HK) Pfund (ca. 5000 000 Mark) haben wird. Sie wird sich mR Bankgeschäften und Finanzoperationen befassen. Mr. I.c von t in, der Direktor der A.P.C. in Jaffa, und Mr. Lepowsk׳ל, der Direktor dci Filiale in Beyrouth, befinden sich augenblicklich in Safcd, um die Vorbereitungen für die Eröffnung einer Filiale der A.P.C, in Safe d zu treffen. Die Herren haben bereits ein passendes Grundstück gemietet, da die Filiale in etwa zwei Monaten ihre Geschälte aufnehtueu soll. Der Jerusalemer Korrespondent der ״N. J. K" berichtet: In den nächsten Tagen wird hier ein Institut eröifnet werden, das nicht 1*1011 für Jerusalem und Palästlua, sondern für die gesamte türkische Judeuheit von gewisser Tragweite sein kann. Herr Dr. Paul Nathan hat nämlich seinen letzten Aufenthalt in Jerusalem 11. a. auch dazu benutzt, um hier eine Ralilihierscliulc ins Leiten zu rufen, in der in erster Reihe scphardischc Jünger sowohl den traditioucHcn Anforderungen als auch den Ansprüchen der Zeit entsprechend zu Rabbinern ausgcbildet Werden sollen. Die Hauotleiirer• sind die Chacliamim Ben Zion Koinkali und Usiul. Dr. ürünhut und der Gelehrte I. Ab Pincs. Sämtliche Gegenstände werden hu II c lt r ä i s c ii e 11 vorgetragen, jedoch wird auch die a r a b i s e 11 e mul die t ii r k i s c 11 e Snrncln* iintcrrlehtet werden. * Die R e c h o b o t h c r Pcssachsp io l c scheinen sieh endgültig eingebürgert zu haben. Zum drittenmal haben sie im letzten Chol-Hamoed stattgefunden und wieder ein grnlles Publikum aus Stadt und l.aml hcrhcigclockt. Besonders uiaclitc sich der neue Reehobotlicr Arzt. Dr. Moscovitz, um das Fest verdient, der zusammen mit dem Turnlehrer Orlow das Arrangement in Händen!mite und für Aufrechteriialtuug einer musterhaften Ordnung zu sorgen verstand. Aus dem Programm sind hervorzuheben die T u r 11 ii h 1111 g c 11 um) die R i 11 g k ä 01 p f e, an denen sich auch der Jaffacr Turnverein und die Schüler des Hebräischen Gymnasiums beteiligten, und P f e r d e w e 11 r e 11 n e n . hei dem sielt einige junge Kolonisten aus Clicderah besonders auszcieltneteii. Line besondere Attraktion bildete die Bez a I e I - A n s s t e i I » » g , die in einem der Pavilhms veranstaltet und rege besucht wurde. gl Direktor Hubert Auhagen, der bekannte lundwirtsclinftliclie Schriftsteller ttml Landwirt, der vor divi Jahren im Aufträge der deutschen Regienmg Palästina und Svrien besuchte und unter den Publikationen des Kaiserlichen Auswärtigen Amtes in Berlin die gediegene Studie über die landvvirtsilinflliclicii Verhältnisse Syriens und Palästina veröüiiillicht hat, ist nun /um zweiteinnal in Jahn ein• getroiien. Er beabsichtigt, in Palästina einige Zeit zu verweilen mul liier einige agronomische Probleme, insbesondere den Einilii» des Tnuialls auf einige p.ilä• stineiiMsehc Kiiitumi zu studieren . Herr Auhagen will hei dieser Gelegenheit auch mit den Verhältnissen in den deutschen und jüdischen Kolonien genau bekannt werden. - al - Unter* den gegenwärtigen Palüstinabe- Suchern befindet sich auch der Vorsteher der jüdisüicii Gemeinde in Bukarest, der Millionär D r. Stern, der bisher ein Gegner des Zionismus war mul durch Prof. S c 11 a t /. und die ..Bcz.1Icl"-A11sstei* lang in Bukarest ein Anhänger unserer Bewegung geworden ist. I!r stellt ict/t;111 der Spitze des ״Be* /alsT'-Komitocs in Rumänien und hat sieh vor Pess.wli nach Palästina begehen. Dr. Stern hat im Lande die besten Eindrücke empfangen und ist voller ׳,•gcislcrniig für das nein• jüdische Leben, das man .er überall beobachten kann. - Auf dem Boden von ״Migdol". bei ׳Liberias, den einige Moskauer Juden im vorigen Jahre erworben haben, wird jetzt eine B a 11 ווו w 11 ״ n 1 a » t a v c angelegt. Man hofft auf gute Hrfolge. Zum provisorischen Verwalter ist Herr Uliiekin bestimmt worden. Unser Gesinnungsgenosse Herr Ab ז ab am P o d I i s c 11 c w s k v in Warschau hat dem Odessaer Palüstinnkomitcc!100 Fr. für Tu munterr i c 111 s z w e e k e in Palästina zur Verfügung gestellt. Mit dieser Spende ist der erste Schritt zur Begründung eines besonderen Fonds (auf den Namen des Stifters) für die körperliche 11 e b u n g u u d Stählung der Juden in P a 1 ä s t i n a gemacht worden. Die grolle Bedeutung dieses Fonds bedarf keiner besonderen Erörterungen. Es ist daher drin* gern! zu wünschen, dal! alle Zionisten, mul nicht nur diese, dieser Institution ihr regstes Interesse zuwenden. Die jüdische in Rnülaml Iml dem B il d n n g s g c s c 11 s c h a hebräischen Lehre in Palästina fiOO Fr. zur Verfiigur verband . -...״״״. gestellt als Beitrag für die llerausRabc der liebr; Ischen pädagogischen Monatsschrift ,.Han i!tue h Auch der Moskauer Frauenveroin zur Förderung di Kultur in Palästina unterstützt die literarischen Pub! katlouen des genannten Verbandes. Herr Goldbct aus Wilna lmt dem Verbände 500 Fr. für die He ausgaho eines hcbräischon Jugendorgun überwiesen. Der junge hebräische Schriftsteller Ra dUr- 1' Id סחו; ווו in JMia 11:11 eine״ neue״ lu.br.,,^!,1״ » Icnltct" begründet, der die Herausgabe Vr besten Werke der allgemeinen Weltliteratur in fl, Ser Sprache bezweckt. Der neue Verlag, der 1,1/;Ver B i.sis J״״ Aktien 0״« ״ Fr. gegründet ,st, im iiiuientlieh m den hebräischen SeluiUsk-lle!• ZIOMISTISCHe BCWeßUHG 1'rüsldcnl Wolffsohn in l*n{jl;1nd Von Glasgow begab sich Piasideut W11״i« |l״ nach M a »ehester und L e 0 d s. In t»ei׳Jen *T Städten wurde er von zionistischen Abordnungen uui dem Balmhof begrünt. Am Abend iamlcu gr<»r,e .',Ue• titigs statt, die m feierlichster Form verliefen ln Manchester sclilult sich an die Vcrsauuulmig ein! -1:1. fang in der Chcelliain Town Hallau. In Leeds wurde Präsident Wolfisolm zmu Eltreiimitglied dev (;ns. grupoe der Allerent Maeeuheans ernannt, i'.r l esuchte dort auch das von unserem Freunde t <,b Moser gestiftete Herzl-Moscr-Hospital. w<> er n Dr. Umanski und anderen Mitgliedern des I•• uitees begriilil wurde. Am nächsten Tage fuhr Herr Wolifsoha 1.,.h l.ondon zurück, wo der Verein Aliavatli V.v.׳u seinen Ehren ein Bankett veranstaltete. D, schiuil bildete eine IlCMuecItung. die am s, zwisclicn fiiltrendcn Zionisten Londons unter ,!11 Vorsitz des Präsidenten Wolfisolm stauiund. it!c Konferenz seliMt mit der Aiinalmie folgender r.c• Schlüsse: 1. Eine Konferenz, von seclis Vertretern .:er English Zionist Federation und sechs Vertretern des Order of Ancient Maccabeans soll Sonntag. n 29. Mai in London stattfinden. 2. |)r. Charles Drcvfuü soll den Vorsitz, in der Konferenz, der zwölf Vertreter führen. 3. Die Maccabeans werden die von ihnen 1׳.׳..*• tigten Sehekclbioeks direkt vom Zentraliiurc;!!. ne• kommen. Die geplante Konferenz, am 29. Mai wird •.;1 entscheidender Bedeutung für die weitere Ent ' l־:ng unserer Organisation in England sein. 11״:;...:• lieh wird es gelingen, in organisatorischen i r! :.n eine Einigung zu erzielen. Wir werden über ,s Ergebnis der Konferenz berichten. m Der Präsident des E. A. C. Herr W I:; s.. hat aus Anlall des A 11 i e h c n s des Königs v!1 England an dessen Nachfolger f.dgeude K ■- d o 1 e 11 z d e p e s e 11 c gerichtet: His Royal lliglincss the Prinec o! Wales Marlborotigii Ib1׳;sv Als Präsident der Zionistischen Wcltorg.mivu :1. zur/vit in I.<>11*1011 weilend, Italic ich mit lieier t;., ׳. die Kunde von dem Hinseheiden Sr. Majest.1; .׳.s Königs Eduard vernommen. Im Namen ikr , >• iiisiiscluii Organisation des jmlischen Volkes ges:..:־e ich mir, Ew. Königlichen Hoheit unser innigstes in J;unrichtigstes Beileid ausziulriicken. I >as v. e Volk wird es niemals vergessen, dai: ihm unte! scgensreiciien Regierung Ihres gl״״c1c!icn IL . י Vaters ein Territorium für eine a״;״nome Kole unter britischem Protektorate angeboten \un!.־ Diese edle Tat wird für alle Zeiten in den Ami.i!;׳ der jüdischen Geschichte in Dankbarkeit ver/eui; t Ideibeii. Möge der König ailer Könige auch ihnen, m ■, edlen Nachfolger Ihres glorreiclieti Vaters, sei:;.״ Segen in vollstem A\allc verleihen und liibrcich 1 v sielten. gez.: David Wiiliis״!״:. Mitteilungen des Zentralburcaus der Zionistischen Verein!», tür Deutschland 1. Mit Rücksicht auf uns /!!gekommene i schwcrdc» bitten wir unsere Parteigenossen dringen sämtiielie Anfragen über irgend ein Gebiet des Z• ,!<״ ״ :»>* nusschliclU ich an das Zionistische Zemt.:)• burcau, Charlottcnlnirg. Blcibtreustr. 49. zu richte 1. Nur auf diese Weise können wir für pünktliche m:' aiisreiciiende Erledigung garantieren. 2. Die /.weite vermehrte und verbesserte A־:״ läge der vorzüglichen Broschüre ״Zionismu * und ^Staatsbürgerinm" von Rcclitsanw.זייי Dr. K olle n sehe r •Posen ist soelicn erschien. 1; Wir bitten um umgebende Bestellungen, da die Am'• läge nur klein ist. Der Einzelpreis der Broschur.’ beträgt U) Pf.; UM) Exemplare werden für 5 Mk. abgegeben. Persönliches Unser verehrter Gesinnungsgenosse, Herr Gustav Schwalle in Varel, feiert am 22. Mai sein 25jährige*; Jubiläum als Vorstand und Mitglied des jüdischen Landesgemeinderats von Oldenburg. Wir gratulieren dein Jubilar herzlichst. (Fortsetzung auf Seite 2J0).

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