Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 18 (6.5.1910)
- Date
- 1910-05-06
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2651657-2651676--07042-2664177- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 18.!1:1I JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 215. Merkspruch Was dein flufle an andern sah, Wird andern an dir nldit entgehn j Wir stehn uns selber viel zu nah, Um unsere fehler selbst 1u sehn.’ Mirjams Gesang Frei nach Th. Moore. Lass: schallen die Pauken, das Leid ist vorbei, Gcsii'j hat Dchcvah, Israel ist frei} * ging!, •iinget, denn Pharao’6 Stolz ist gebrochenl Sein. Wagen und Reiter, so prächtig und gut, Umi5- .f.t war ihrPrahien, derHerr hat gesprochen, Und 'v.igen und Reiter bedeckte die Flut. La50: .־•challcn die Pauken, das Leid ist vorbei, Gesi .:! hat Dehouah, Israel ist frei. Preis1:, preis't den Eroberer, preiset den Herrn, Zum Schwert ward sein Odem, zum Pfeil ward sein Wort. Wer!.ehret zurück nach Egypten, dort Kunde Zu h ingen vom trefflich gerüsteten Heer? Der Herr schaut hernieder, da ging es zu Grunde, Ur.d .רII seine Tausende sanken ins Meer. Lass! schallen die Pauken, das Leid ist vorbei Gesiegt hat Dehovah, Israel ist frei. Denk’ immer gut von deinem Nächsten Wci gut vom Nächsten denkt, wird immer von den aiulucn um beurteilt. lim .inner Baiiersmat'ii vermietet sieh an einem ciittem־ wulmenden und reichen Uutsbesitzcr; man!.am ni'cr den Lohn überein, und er arbeitete drei Jahre nacheinander in seinen Feldern. Voll Vcrtrauen m die Rechtschaffenheit des Herrn, den er als emui gewissenhaften Mann kannte, verlangte er nie etwas von seinem Lohn. Nach Ablauf der drei Jahre sagte der Hauersmann zum Gutsbesitzer: ״Herr! cs ist iet/t Zeit, daß ich die Früchte meiner langen Muhen nach Hause trage. Meine Familie erwartet mich, und bedarf meiner. Gebt mir das durcli meine Mühe verdiente Geld.“ ״o guter Mann!" antwortete schmerzlich der Grün Incsiucr, ״ich habe kein Geld." ״Ikvalilt mich mit dem geernteten Getreide!“ — ״Ich i; *he kein Getreide mehr." — ,.Gebt mir Vielt." Ich Italic kein Vielt mehr." — ..Gebt mir Land." habe kein!.and mehr". —- ״Gebt mir Haus* Ich habe nichts mehr", rief schmerzlich der kr arme Landsmann nahm, ohne einen Vorwurf •me Heleidigung auszustollcn, weinend seine ״.,׳ge zusammen tmd ging nach Hause. N vh Verlauf einiger läge sah der Landmann wir.•.:, Herrn kommen, gefolgt von Wagen, voll mit reich.׳. Waren und kostbaren Schätzen. Der gute Mann nahm seinen Gast hcr/licl! auf, und sic »allen beim IfcundsehuUUcUea Mahle. Hierauf frug ihn der Gutsbesitzer also: ״Mein Freund! Als ich dir er* Härte, dal! ich kein Geld halte, was dachtest du da '״•״ in;, '.*׳ Welchen Verdacht hattest du gegen mich«׳ ״kernen Verdacht, ich dachte, vielleicht hat sich dir eine־ wohlfeile Ware geboten, die du gekauft hast." «Als ich dir erklärte, daß ich kein Vielt habe, was duchust ,ln?" ... 1. ״l'ali du cs vielleicht an andere vermietet hast. «Als!eh dir erklärte, daß Ich Heine Früchte!!ahe, welchen Verdacht schöpftest dur ״Keinen, ich dachte, dafl sie vielleicht nicht vcr* reimtet sind." . ... . ״AK ich auch kein Land hatte, was dachtest du?״ ״ ״Ich dachte, dafl du cs verpachtest hast. ., ״Und endlich", fuhr der 015״^mehfbesttze! '=1' dir g״r erklärte, daß ich gar nichts mehr bcs zc, "'«hi einmal die notwendigsten u«r auch da dein Vertrauen in meine Rechtschaffen ',Ut noch nicht erschöpft?“ M ״ ••Nimmermehr, ich dachte, du hättest *י" dein Vermögen Oott geweiht: und so blieb air ״icl'»s mehr filr mich." 1 I ,.1• i I gerat. ׳d 1 Herr. 1 I -1 1 1 fidci 1 ו׳ Mel' ״liei Gott! Du!last die Wahrheit getroffen. In einem Augenblick des Zornes wegen der schlechten Aufführung meines Sohnes weihte ich mein ganzes Vermögen dem Himmel. Die Gcsctzcsgclchrtcn haben mir mein unbesonnenes Gelübde gelöst. Hier hast du reichen Lohn für deine Arbeiten. Wolle Oott fiber dich immer so günstig urteilen, wie du günstig über mich geurteilt hast'." Handarbeiten aus Palästina Bei dem was ich auch heule zu erzählen habe, worden wohl die Jungen verächtlich die Nase rilmp* fen, cs geht auch eigentlich mehr die kleinen Müd* chen an — denn cs handelt sich tim Handarbeiten. (Jnterredung eines Wellweisen mit einem Rabbi Ein Wcltweiscr sprach zu einem Rabbi: Euer Gott nennt sich ein Eiferer, der keine andere Gottes- Verehrung neben sich dulden kann, und gibt bei allen Gelegenheiten Abscheu wider den Götzendienst zu erkennen. Wie kommt es aber, daß er mehr die An* betcr der Götzen, als die Götzen selbst zu strafen scheint? Ein gewisser Fürst, antwortete der Rabbi, soll einen ungehorsamen Sohn haben. Unter andern nichtswiirdigcn Streichen mancherlei Art hat er dlo Niederträchtigkeit, seinen Hunden des Vaters Namen und Titel zu geben. Soll der Fürst aut den Prinzen, oder soll er auf die Hunden zürnen? — Wenn aber ז;:;;׳•,;-, 1׳f/ ־.״: 'fi.׳*,"-/״.'.״*) Aber nicht etwa um die gehäkelten Kiichcnkantcn und gestickten Tahlettdeekehen. wie ihr sic schon den Eltern zum Geburtstag arbeiten könnt; seht euch nur einmal die nebenstehenden Abbildungen an. So etwas Schönes könnt ihr nicht arbeiten, nicht wahr? Das sind nämlich ganz feine Spitzen, wie man sie mir im Orient zu machen versteht. Und wisst ihr, wer die hcrgestellt hat? Unsere jüdischen Mä d c 11 c 11 in Pa I ä s t i 11 a. Die machen nun frei* lieh nicht zu ihrem Vergnügen so feine Handarbeiten, (in ihren schlichten Häuslichkeiten w-lirdcn sich diese auch gar wunderlich aiisnelnncn), sondern weil sic selbst ihr Brot erwerben möchten. Darum hat der Verband jüdischer Frauen für Kultur* arbeit in Palästina eine Handarbeit!.- schule eingerichtet, in der die Mädchen in solchen Arbeiten unterwiesen werden. Damit Lehrerin lind Schülerinnen sieh nun auch verständigen können, müssen natürlich alle ein tmd dieselbe Sprache spre* eben (wie sollte sonst wohl die Lehrerin einem Müd* eiten beibringen, dass es ..gcprmlclt" hat?), und darum spricht man in dieser Schule nur unsere Mutterspräche — hebräisch. Seht ihr, da ist noch, etwas, worin diese armen, einfachen Mädchen man* eher von euch voraus sind: ihr müsst euch also tllchtig dran halten, um nicht von ihnen beschämt zu wer* den. Wollt ihr mich etwas für diese fieissigcn jtldi* selten Mädchen tun? wenn ihr wollt, so sage ich euch gleich was: falls eure Mutter oder grosse Schwester einmal ein Geschenk zu machen hat und weiss nicht was. so erinnert sic an die schönen Klöppelarbcltcn aus Palästina, von deren Erlös arme Volkes ihren Lebensunterhalt be- Vergesst cs nicht! H. H. C. Gott die Götzen ausrottete, erwiderte jener, so würde weniger Gelegenheit zur Verführung sein. — Ja, vcrsetzte der Rabbi, wenn die Tore nur Dinge anbeten, an welchen nichts gelegen wäre. Allein, sie beten auch Sonne, Mond, Gestirn, Flüsse, Feuer und Wasser an. Soll der Schöpfer um dieser Toren willen seine Welt zu Grunde richten? Wenn jemand Getreide stiehlt und es cinsäct; soll das Getreide nicht aufschicsscn, weil es gestohlen ist? 0 nein, der weise Schöpfer lässt der von ihm selbst so wohl geordneten Natur ihren I.auf. Der Unvernünftige, der sic missbraucht, wird schon zur Rechenschaft gefordert werden. Mädchen unseres streiten möchten. Reichtum nicht besteht, das Glück steh oft dreht Rabbi Vhija gab seiner Frau die Weisung: Wenn Arme an die Tür kommen, ihnen nur gleich Brot zu reichen, damit unscrii Kindern, wenn sie in dlo Lage Kommen, auch so geschähe. Was! Warum? fragte die Frau, fluchst du den Kindern mit Armut? Man muss sich auf alles gefasst halten, gab er zur Antwort, das Glück wendet sich gar harrT-r־T«MMTmTMa Isaac Drei Tage war Isaac im Herzen seines Vater tot, denn am vierten Tage hatte Üott sich ihn zum Opfer erkoren. Schweigend zog Abraham gen Moriah hin, als ihn die freundliche Stimme weckte: Siche Vater, hier ist Holz und Feuer — wo ist aber das Lamm zum Opier? - Mein Sohn, sprach Abraham: Gott hat sich selbst ein Opferlamm ersehen! So gingen sic beide schweigend weiter. Und als sic kanten an die Opferstätte, der Altar gebaut und alles bereit war, ergriff der Vater seinen Sohn, legte ihn auf den Altar, nahm das Messer in die Rechte und sah gen Himmel hinauf, (der Mut des Vaters und die Bereitwilligkeit des Sohnes durcltdrang die Wolken und trat vor dem Allbarnihcrzigcn). Abraham 1 Abraham! rief ein Engel des Herrn vom Hinmici herab, schone des Knaben und tue ihm nichts! Es ist genug! Freudig nahm der Vater den wicdcrgcscltcnktcn Sohn, das Opfer Gottes, zurück. Und siche, ein Widder verwirrt sich im Gesträuch. Er nahm ihn und opferte ihn statt seines Lieblings und gab der schrecklich-frohcn Stätte einen Namen und er schauete das Gehorchen des Vaters und sah die Gehorsamkeit des Sohnes. Silbenrätsel ka, da, cl, graph, li, ne, stc, tal. Zu suchen sind'4 dreisilbige Wörter, deren At fangs* und Endsilben oben gegeben sind. Hat ma die richtigen Wörter gefunden, so kann man die! so ordnen, daß Ihre Mitteisilben ein musikalisch« Instrument nennen. _ Pir'ilWUJfllilW11 *tu IWlMiMMHn1aiMllifflu.j|U1Wi j ''1 1 I I, י :1 I t r, t, | Ifc V* '■ * > li 1 ׳!