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Jüdische Rundschau · 1910-05-06 · Heft 18 (6.5.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 18 (6.5.1910)
Date
1910-05-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 212. ..... wiegend aus Rußland, Rumänien und Galizien staminend, die jet/.l in einem freien I.atulc leben und fähiger .sind, In der Bewegung zu wirken. Es kann sehr viel für den Zionismus getan werden, wenn alle diese latenten Kräfte aufgerüttelt werden. Ich versuchte Pr. Ilerzl zu veranlassen, nach Amerika zu gehen und er wollte es auch tun, aber unglücklicherweise war es ihm nicht mehr gegeben. Ich will nicht warten, bis cs auch filr mich zu spät ist, darum werde ich dies Jahr fahren." ״Weiden Sie auch nach Canada reisen?" Wenn ich in den Vereinigten Staaten sein werde, werde ich bestimmt auch Canada besuchen, wo wir eine ausgezeichnete Landsmannschaft unter dem Präsidium von Clarcnce de Sola haben, welcher so viel für unsere Sache getan hat und sich als unersetzlich erwiesen hat.“ Handel und Industrie in Palästina Von .1. II. K a 1111 - Haag.*) Palästina ist ein Land, wo die Wirtschaftsstatistik noch gar nicht entwickelt ist. Wenn man sich also über Handel und Industrie informieren will, dann ist man filr die Beschaffung vor zuverlässigen Daten auf die Konsiliarberichte angewiesen. Diese Berichte enthalten viele Ziffern, die ich hier aber nicht alle Vorführern werde. Jeder, der dafür Interesse hat, kann sich diese Ziffern selbst beschaffen. Dass Palästina ebenso wie in den früheren Zeiten, auch in der Zukunft eine grossere Bevölkerung wird ernähren können, davon sind wir überzeugt, wir wollen uns aber vergegenwärtigen, welche Rolle der Industrie dabei Zufällen wird. Um dabei richtig vorzugehen. müssen wir wissen, was das Land hervorbringt, denn die erste Bedingung für eine gesunde Industriewirtscliaft ist. dass genügend und gutes Roht material ohne grosse Transportkosten schnell herbei- I geschaht werden kann. Der Boden Palästinas bringt bei guter Bewirtschaftung ausgezeichnete Erzeugnisse. Ls ist ein vorzügliches Obst- und Gemiiscland. Trauben, Orangen, Oliven und Mandeln, Aprikosen und Maulheeren, Getreide und Buhnen gibt cs in Lrez-Isracl. Ich habe nur die llauptsachccn aufgczälilt. Mau hat auch suche gemacht mit Baum wolle und mit Tabak. Ist das mm alles oder zum grollten Teil Rolunaal für die Industrie, oder sind cs lauter solche gute heu, dall man sie heben, genießen will, so wie liebe Herrgott sie hat wachsen lassen? I'ür die üben trifft beides zu; die jüdische Kolonisation hat gleich von Anfang an ganz besonders um die Ölindustrie gckiiinnieit. l’.s ist dies die einzige isttie. die bis beute in grobem MalSst.die die Kosteil beschädigt. Auch ist die Olivenöl- und die enfabrikation zu erwähnen, die von den Juden, rding■. nur m kleinem Mallstabe, betrieben wird. Ich liahe zwar auch Maulbeeren als eines der desprmluktc genannt, aber die Lust, sich mit der Icngcwinnung zu befassen, ist vorläufig bei den ״) Die vorstellenden Ausführungen, die als Grund-; für das Kongrellreferat des geschützten Vorers dienten, dürften gerade jetzt das Interesse unserer Leser finden. mii den Hcdultlii'cu Annen. Wie halle sie mit ihren schwachen Kräften gekämpft, mit all ihren Tränen und der erzwungenen Fröhlichkeit eines brechenden Herzens, — um Frieden zu stiften zwischen den zwei Menschen, die sie beide so innin liebte, um den langsam, aber unausbleiblieh kommenden Bruch hinauszuschieben. Sie war üalvmoenannen. Nur auf seiuem Vater konnte er noch rechnen. Ja, er würde hin^ehen und seinen Vater Wiedersehen, — alles übrige mußte er Gott überlassen. llinj׳ehen und seinen Vater Wiedersehen; — ja, das war leicht gesagt. Fr ballte die Hände im plötzlichem Zorn über seine Ohnmacht. Fs war zweifellos ein Teil seiner Strafe, daß es ihm verführerisch vorschwebte, ohne daß es ihm möglich war, es je zu verwirklichen? - Wie konnte er sich in Kamorka zeigen? Trotz des langen Zeitraumes, der verflossen war, würde er sicher erkannt und fortgejagt werden wie ein Geächteter. Ermattet stützte er das Haupt in beide Hände. Nein, nein es war alles nutzlos. — Und dann blieben seine Augen, die zerstreut über die letzte Seite des Katalogcs, den er gerade beendet hatte, geirrt waren, plötzlich auf einem Buchnamen haften. ״Das Buch Esther,“ erläutert und mit An• merkungen versehen von . I Ul: DISC HER U N PSC HAU _ Kolonisten nicht besonders gross. Von der Baumwolle hat man sehr schöne Erwartungen; dagegen lullten die Versuche mit Tabak mir wenig Lifolg. Mail muss immer im Auge behalten, welche Produkte In Palästina gut gedeihen, weil cs doch schliesslich der Boden Ist, der alle Güter hervorbringl, aus denen die Imiustriü wiederum das nötige Material entnehmen muss, um ihre Erzeugnisse herzustellen. Das Land muss darauf vorbereitet werden, dass es mit der Zeit den Bedürfnissen einer zuneliinenden Kolonisation ge* wachsen sit. Zu diesem Zweck muss die n a lü rliehe Produktivität des Landes gesteigert werden. Die Industrie kann diesem IJestrcbeit Vorschub leisten, z. B. wird die Industrie das Material für die Bcwässcrungs* und Drainageanlageu beschaffen, ebenso fiir die Anlage von Wasscrlcilungen. Grosse Projekte dieser Art sind schon vorlian• den. Man denke nur an die Wasserleitung fiir Jer u s a 1 c m, an die Bewässerung der Auja-Ebenc und des Jordan talcs und an die Trockenlegung des Landes bei II111 e 11. Es ist dabei nur zu bemerken, dass alle diese Arbeiten grosse Kapitalien erfordern, die heute noch nicht für die genannten Zwecke vorhaitdcn sind. Audi muss mau bedenken, dass vor• läufig noch manches einer raschen Entwicklung der Industrie In Palästina entgegensteht, z. B. wird in ganz Syrien und Palästina weder Kohle noch Eisen produziert. Diese müssen ans dem Auslande bezogen werden. Es fehlt an guten Transportwegen; ein Licht• piiukl dabei ist. dass die Herstellung derselben wieder• hui die Industrie beschäftigen witd. Die Arbeiter sind grosscnteils noch wenig geübt. Es fehlen manchmal ״och technisch geschulte Werkmeister und technische Hilfsmittel.! Alles dieses kann mit der Zeit anders werden, j Es muss Vorsorge getroffen werden, dass bei kleinen Störungen in der Wasser- oder Kraftversorgung ein ganzer Betrieb nicht auf Monate Stillstehen muss. Auch ist der niedrige Einfuhrzoll von nur II Prozent in Betracht zu ziehen. ^Virtsehaftsmasehineii gehen sogar zollfrei ein. Weint es also nicht wahrscheinlich ist, dass Palüslma zu einem grossen Industriegebiet, wie z. B. Belgien oder Sachsen, emporsteigen wird, so liegt doch gar kein Grund vor. warum sieh nicht im Zu• saimiienliaug mit den Bcdurfnissen einer zunehmenden Kolonisation, ebenso wie das in anderen Ländern der Fall ist. ein industrielles Leben entwickeln sollte, bei dem die Unternehmer eine sehr gute Existenz finden werden. Es ist nicht zu leugnen, dass hei gleichem Flächen•!nass ein Industrieland mehr Einwohner ernähren kann als ein Aekerbaulaiul. Die Industrie beschäftigt die Arbeiter meistens sowohl im Sommer als im Winter, wahrend beim Ackerbau die Arbeiter einen Teil des Jahres ohne Beschäftigung sind. Vielleicht konnte für die Landbevölkerung diese Zeit durch irgend eine industrielle Arbeit aiisgefullt werden. Selbst• verständlich darf dies nicht in eine Hausindustrie im schlechten Sinne des Wortes ausarten. Die Einführung von Knnstgeucrhe ist liier am Platze, und nach dieser Richtung wird durch den Bez.alc! der Hoden einiger• mnsscu vorhereitel. Wenn auch voraiisztisehcn ist, dass die Ikvölkeriing Palästinas sich hauptsächlich von der Land* und Gartenwirtschaft ernähren wird, so werden doch selbstverständlich industrielle Methoden dabei in An- No. IS. wendung kommen. Heutzutage ist das Dreschen ein industrieller Bctiieb. Ebenso die Milchwirtschaft und die Hotter• nml Küsehcrcitimg. Hesomlers sich diese Industrien dazu, im grossen betrieben zu! werden. Denn wenn auch die Entwickelung der Land• Wirtschaft in Palästina sich zum grossen Teil nach der Richtung des Gartenbaues (Gemüse mul (Hm) neigen wird und diese Wirtschaft bei intensiver Kultur individuelle Behandlung fordert, sonnt v״״ Grollbetrieli dabei kaum die Rede sein kann, so v u| mau sich doeli für manche kommet zivile mm!!. dustricllc Zwecke zu Genossenschaften vereint,;m, wie das übrigens schon heute üblich ist. Die Genossenschaften kaufen Kunstdünger, V■11■״. futtcr, Samen usw.. und man hat Maschinen und («crate für gemeinschaftlichen Gebrauch. Die Iler;dhing dieser Maschinen und Geräte geschieht teilweise im Lande selbst, aber ein grosser Ted m:iss von auswärts bezogen werden.?oll die Industrie sich in Palästina weitel!. wickeln, dann braucht sie vor allem technisch ,<*• schulte Arbeiter: und sie wird solche haben, s•. 1 eine moderne technische Ausbildung im Lande •י! möglich ist. Die Zionisten /.ollen allen denjenigen Vcre. ■1 und Privatpersonen aufrichtige Anerkennung, d :1 Bemühungen cs zu verdanken ist, dass bald!* Jüdische Institut1 für technische I : Ziehung in Haifa den Juden von Palästina die ׳. legenheit bieten wird, sich technisch, jeder nach w r Anlage, auszubilden. Es existiert zwar schon in Jerusalem die II,. 1• werkerschiilc der Alliance und die Kunstgcw <׳rht■w c ״Be/alcl“. die Schöpfung von Schatz: allem da- .- .stitut in Haifa wird die Ausbildung viel weiter * , führen können. als dies bis jetzt in Palästina hm*. '1 war. , Die technische Ausbildung muss die l.r/a 4 j der lugend fr ul) oder spat in die Band nehmen. 4 I besser zu (ruh als zii spät! Denn sobald eine 1! . r.iimii herangewaclisen ist. die ei zogen 1s; 1 jüdischen Laude, die ihre Ausbildung in jüdise 1 Geiste nach jeder Richtung hin dort erhalten daun wird diese Generation mit der Jmlentrage >. r fertig werden, als wir auf unseren Kongresse!: zMter kehren wir zu utisern industriellen V. :• lichkcitcn zurück! Es ist zwar sehr selmn am! .!1. xveiin die Industrie aus den Landcsprodiikieii ■ 1c Erzeugnisse herstcllen kann; sie muss aber auch d.c Möglichkeit haben, diese Erzeugnisse dorthin a bringen, wo man sie gut verwerten kann. Der II.!: I I. der mit der Industrie und mit der Landw irtsj..ft immer Hand in Hand geht, braucht gute!: :1 sehne Ile Verkehrsmittel, damit die g m rasch dorthin geschaht werden, wo sie bald ■ ׳>ü vorteilhaft verkauft werden können. Für die Industrie eröffnet sich da eine sei,*■nc Perspektive. Palästina braucht Wege und Biuci 1. .׳. Elektrizitätswerke und Wasserkraft.mlagcii. 1:1־ bahnen 11ml Hafen. Kais und ll.iinScIscinnchtuii.;! Die Küstcnf.ilirt ist schon heute von Bedeutung. 1 s Absatzgebiet kommt vor allem Ägypten m i ■ traclit. Der Import ist von £473 0(10 im Jahre I 1 auf £8030110 im Jahre 1008 und der Export ' 1׳ £ 393000 auf £ 550000 gestiegen. Alle östlichen II! des Mittelmccrs unterhalten rege Beziehung״ t Fr fultr zusammen, mul ein Gedanke, der plötzlich sein Hirn durchkreuzte, nahm ihm fast den Atem. Hastig suchte er in seiner Schublade nach einem hebräischen Kalender und schlug die Seiten um. Fs war genau, wie er es sich gedacht hatte! In wenig mehr als vierzehn > Tagen würden seine ehemaligen Glaubensgc- ן nossen das Purimlest feiern. Das würde ihm j Gelegenheit geben, — die einzige, die sich je j bieten mochte. — Die im Zimmer Anwesenden sahen auf bei dem seltsamen Ton, der von ihm kam. Es mochte Jubel sein, aber zugleich klang es wie ein Schluchzen. Wahrscheinlich wußte der Pfarrer Hubenstein selbst nicht genau, was cs war. (Schluss folgt.) Das hygienische Instiiut in Palästina Die aus Acrztcn zusammengesetzte Kornmission für das hygienische Institut mit dein Sitz in Berlin ist gegenwärtig damit bcschäftigt, bekannte Bakteriologen, Hygieniker etc. für das geplante Institut zu interessieren und ein größeres Komitee hervorragender Fachleute Ins Leben zu rufen. Der ehrenamtliche Schriftführer der Kommision. Herr Dr. Hans Mühsam, hat bereits Zustimmungen von verschiedenen bekannten Oelehr• U11 erhalten. U. A. hat sieh «1er Direktor des s!.o■! sehen Untersuchiingsamtes in Berlin Herr Gehe׳..• rat Prof. Dr. Proskauer bereit erklärt. > Elirctikoniitee beizutreten. Der bekannte Bn i c Prof. Jacques Locb, Berkeley (Califo nieiO. * r besonders durch Entwicklung von Seeigeln aus befruchteten Eiern in der wissenschaftlichen V ä so jung berühmt geworden ist und dem grolle tu: ׳• P;:ischc Universitäten die ordentliche Professur getragen haben, hat in einem ausführlichen Sein. - bei! seine Zustimmung zu dem geplanten Unter! ' men zum Ausdruck gebracht und die Hoffnung .>ייי• gesprochen, daß er nach seiner hcvoi stellen ■a Uelict Siedlung nach New-York. w״ er die Lu: : der biologischen Abteilung des Rockefeiler Ins״:: s übernimmt, die Möglichkeit haben wird, dein hyu ni'clien Institut in Palästina gute Dienste zu leis־,.!!. zXucIt andere hervorragende Kapazitäten auf mul,• zinischcin Gebiete haben ihren Beitritt in Aussicht gestellt. Nach erfolgter Konstituierung: des Ehren• Komitees wird die Berliner Kommission für »L s hygienische Institut, unterstützt durch Zwcigkm״ missionen in den Hauptstädten verschiedener Länder, eine größere Aktion zu Gunsten des Instituts ein• leiten. Nähere Auskünfte über den Zweck des Instituts usw. erteilt Herr Dr. Hans Mühsam, Berlin W. 30, Maaßcnstraßc 1L

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