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Jüdische Rundschau · 1910-04-29 · Heft 17 (29.4.1910) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 17 (29.4.1910)
Date
1910-04-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 17. JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 197. Als ich auf sein Wohl einen Tost ausbrachtc. cnucnitetc er mir. daß er meine Worte nicht ver- Mein■'• aber sich bemühen werde, wenn er noch ein-;1״JI wiederkommen werde, wie ein Hebräer• zu jeden ״ Ueucn Abend verlief’. Hcr/.l die Kolonie Und wieder begleiteten ihn alle ihre Bewohner und wieder galoppierte״ unsere Rosse hinter ihm bis zu dem Smdlulgel. ... Hier blieb sein Wagen stehen, und er stieg aus und hat «US. nach der Kolonie zurilckzukchrcn .. Wir stiegen von unseren Pferden und vcrabschicdeten 1ms von ihm: er blickte uns voller Liebe an ,,nd reichte jedem einzeln die Hand. Zuletzt trat Herde, der Schmied auf Hcrzl zu und saute im Jargon: ״Möge cs uns vergönnt sein, den Dr. Hcrzl l:en - als Präsidenten der jüdischen Repu- ...11 sanftes Lächeln schlüpfte über Hcrzl’s Lip-!•di. ««d er schlug mit seiner Rechten auf Dcreles S'htiltcrn. . . . l ud noch lange Zeit standen wir da. und unsere Auge« 'chantcn dem Wagen nach, der allmählich unseren Blicken entschwand .... \\ :r kehrten nach der Kolonie zurück. n11 ׳ wer. schwer war uns ums Herz .... ..Wir haben heute noch nicht gegessen!” rief der lv׳!e. .!■׳•>'. ohl. den ganzen Tag hatten wir nicht gewissen . . . Und auch am Abend konnte ich weder essen noch schlafen . . . Ich wulltc nicht, was mit n,1r war: ich fühlte mich niedergedrückt und aufgeneben . . . וון sc Nik! <>. Am nächsten Tilge wußten wir cs: li.i.'l hatte in Mikweh Israel eine Begegnung mit Kaiser Wilhelm gehabt, als dieser von Jaffa nach Jerrs :lein reiste. Der Kaiser hatte Hcrzl unter der «rollen Menschenmenge erblickt, sein Pferd auf dem Wege .mgehalten. ihn begrübt und einige Minuten mit 1!.1n gesprochen . . . Am nächsten Tage wußten wir cs: llci/l war nach Jerusalem gekommen, um vom Kaiser empfangen zu werden und ihn für den zior,:stisehcn Oedanken zu gewinnen. I'.is ..Ueheimnis" war gelüftet, die ״Kontbina-!;er." \׳m gestern verflogen . . . l'iul merkwürdig: .,Diese wunderbare Kundebe• ,.iibcrte unsere Phantasie nicht und erweckte in uns keinerlei starke Oef’ihle. Wir waren müde, mildq 1׳n dem gestrigen Bindruck, dem gestrigen Zauber. ♦ Sei׳ lern ward der Name Herzfs in den Kolomen heilig und hochgeehrt. Als die Bank eröffnet wurde־, kaufte man in Riclton lc Zion fünfhundert, m Revliobotli dreihundert Aktien. Hunderte von Schekeln wurden in den Kolonien abgesetzt zum Acreer und Verdrusse der Verwaltung. Viele Jahre sind seitdem vergangen, und viel Wasser ist seither von dem Jordan in den Kincrcth, \on dem Kincrcth in das Tote Meer geflossen . ... \iei hat sich seitdem geändert, aber die Heiligkeit M 1׳ IJer/Ts Namen blich ungesehwiieht . . . Fasere kleine Gruppe von Jungen ist nach allen WmJgcgeiulen zerstreut werden. Neue kamen, nah-!.׳ui ihren Platz ein. und auch diese haben sich zervreut .... Von den ersten ist Bcrclc der Schmied in Ar- ,Centimen, der Rothe in Amerika, der starke wetterl.!rte limge in Australien und das Mädchen, die Sclmkfin, welche Hcrzl auf die Stirn küßte, eine ■H111ui:M1n" in einer kleinen Stadt Rußlands . . . . Und auch der Rosch ha Wand ist in Amerika . . . "'k,'" ,״cr* lst v0,lcr Wunden und meine Seele voller Narben .... , Und sonderbar: Ein ״politischer" Zionist war ich niemals und bin cs auch heute nicht .. . Der sechste Kongreß war in meinen Augen die Zers drung des dritten Tempels und die Charkower ..Rcsohitloii" hcgrilßtc Ich als eine Befreiung, dio Affairc Achad-Haam-Nordau berührte mich kaum . . . Und trotzdem ist bei mir - dem Anhänger Achad-Haams — HerzFs Erscheinung unvergessen: Das heiligste, das höchste Bild der Erinnerung, und sein Zauber hält meine Seele noch bis heute gefangen. Und eine Sache scheint mir klar wie die Sonne: Uns alle, die Gruppe der Jungen, ״die Herzlr? jCr *l*® *n a"cn v'cr Enden der Weit zerstreut sind, verbindet ein heiliges Qefiihl: Die Erinncrm’2 an den hellsten Tag in unserem Leben ~ den Herzitag in Rechoboth ... und mit heiliger Ehrfurcht worden wir seiner gedenken, bis zu unserer letzten Stunde .... Sabbath Gottgesegnetc Gesichter 111 des Traumes frommer Fröhnd; Sagenstarke sieben Lichter, Blumen, benedeit vom Mond, ln den Nischen fasern Spinnen Netze heimeligem Glück, Und der Harfen Summen, Sinnen Spielt ein totes Reich zurück. Und der Stunden Kriegerreihe, Klirrend und posaunenschrill Schmilzt des Sabbaths weiche Weihe Flötensanft und friedensstill. Auf der Tage iclnvarzc Truhen Tönt er weiße Kränze hin, Daß sie auf den Leiden ruhen Wie ein lichter Freudensinn. Und er stillt der Herzen Sehnen, Schenkt den Ampeln junges Oel, Sieht die Kerzen nur in Tränen, Schluchzend um ihr Israel, Aber die im Joch sonst wimmern, Jubelnd, mit der Welt versöhnt, Und die matten Ampeln schimmern Und die Harfe Davids tpnt. ln die Wiegsamkeit der Weise Singt der gottgeküßte Gast. Alle Lichter bitten leise Ilm zu langer Traumesrast. Eine in die Nacht gebaute Ceder rauscht den Psalm der Zeit. Judas Herz, Jehovas Laute, i larft uralte Heiligkeit. Arthur Silbergleit. Einiges über den ״Herzlwald“ Von Jchoschuah Feldmann-Jaffa. Irre ich nicht, so war cs Elias Auerbach, zur Zeit Arzt in llaiia, der zuerst die Anlegung eines großen imponierenden Waldes als ewiges Denkmal für den so früh und so plötzlich uns entrissenen Führer angeregt hat. Da seine Worte in den ersten Trauertugen, als noch die zionistische Gemeinde über den jähen Verlust von tiefstem Weh ergriffen war, gesprochen wurden, fanden sic allenthalben Anklang, ln deutsch-zionistischen Kreisen fanden sie auch einen einigermaßen vorbereiteten Boden. Vorher nämlich hatten Prof. Warburg und Dr. Soskin in der Zeitschrift ״AltndiilamT einen Artikel ״Volksdomäncn" veröffentlicht, der auf die Wichtigkeit der Wiederaufforstung Palästinas hinwics und insbesondere die hohen Vorzüge des Ölbaums auseinandersetzte: seine äußerste Anspruchslosigkeit, seine sagenhafto Ausdauer und die sichere, lukrative Absatzmüglichkeit für alle Produkte des Olbaums. Gleich den meisten anderen zionistischen Institutionen ist auch die Idee des Hcrziwaldcs nicht ohne Anfechtung und nicht ohne Wandlung ins Leben getreten. Eine wanne Aufnahme fand sic zunächst nur in den Herzen der deutschen Zionisten. Kein Wunder! Wer unmittelbar je beobachtet hat, mit welch* inniger Liebe das deutsche Volk un seinen Wäldern und Parkanlagen hangt, wird auch vielleicht die warme Sympathie, die die deutschen Zionisten und Uber sic hinaus weite Kreise des deutschen Judentums dem licrzlwaldc cntgcgcnbringcn, sehr leicht verständlich finden. In Rußland, im Hauptsitz der zionistischen Bewegung und in Palästina, wo man dazumal am ״Gau Schmucl“ wenig Freude hatte, verhielt man sich zunächst kühl, oder gar mit leiser Ironie. Allmählich jedoch änderte sich dieses Verhältnis hüben und drüben. Gegenwärtig stehen die russischen Spenden für den Herzlwald kaum den der anderen Länder nach. Ebenso ist in Palästina, insbesondere seitdem man gesehen hat, wie viele jüdische Arbeiter bei den Anlagen der Olbäumc schon jetzt Beschäftigung finden, die Popularität des Hcrziwaldcs im steten Wachsen begriffen. Dies kam besonders vor kurzem iinläßlicli des 25jährigen Todestages von Perez- Smolcnsky zum Ausdrucke, als die palästinischen Zionisten Itlr die Anlage eines Pcrcz-Smolensky- Hains im Hcr/lwaUle eifrig spendeten. Die Tat war auch hier fruchtbarer als der Gedanke. Hatte man zuerst nur von eine m Hcrzlw׳aldc zu träumen gew׳agt, so zeigte cs sich doch bald bei Beginn der Arbeit, daß man viel kühner sein darf und neben dem eigentlichen lebendigen Denkmal Herzls das Entstehen von Hcrzlwaldungcn an verschicdcncn Stellen des Landes vorbereiten kann. Ein tieferes Eindringen in das palästinische Kolonisations- Problem wies auch der Hcrzlwald-Idcc ihre besondere Stellung und Aufgabe zu. Diese Aufgabe ist eine doppelte, eine erhaltende und eine schaffende: zunächst gibt cs eine Reihe bereits bestehender Kolonie״, die durch geringe Einwohnerzahl viel zu leiden haben und denen durch Anlage eines größeren Haines und durch den dadurch entstehenden Zuwachs an Menschen und Gemeindesteuern am besten gedient wäre. Andererseits ist cs auch für Neusiedlungen, insbesondere wie sic von der Palcstine Land Develop- .Masaiurra; vor Zeiten, als die Menschen 1׳ eh /.u ljunderltausenden töteten, ging die . daß eines Tages vom Norden eine weiße >. kommen werde, die das Robbenvolk an I rtiliigin Ort führen würde. Ich bin alt, werde den Tau nicht mehr erleben, aber 1v werden ihn vielleicht noch 'ehen. ver* 1־ es noch einmal.“ Lud Kotick saute: ״Ich bin die einzige 1■ Robbe, die je geboren wurde und ich bin in/ige Robbe, die je daran dachte, eine F־ Insel zu suchen. Pas gab ihm neuen Mut; und als er in II Sommer nach Novastoschnah zurückkam, ihn seine Mutter Malkali, sich niederzun und zu heiraten, denn er war nicht mehr iollusschickie, sondern ein erwachsener See- , mit einer lockigen weißen Mähne aut den liein, so schwer, so groß und so wild wie Vater. ״Nur noch ein Jahr*‘, sagte er. « c Mutter, es ist immer die siebente woge, 1111 weitesten landeinwärts geht. Merkwürdigerweise dachte ״?CJ? h t ’ Robbe daran, das Heiraten auf das nächste zu verschieben, und Kohek taiizte mit ihr f euertanz, bevor er seine letzte rorscliungs anlrat. Fr ging nach Weste”' ^,״,?schlief dann rollte er sich zusammen und senna in der Nähe der Kupfcritisel. Fr kannte die Küste sehr gut und um Mitternacht, als er auf ein Schilfbett plumpste, drehte er sich unter Wasser um und streckte sieh. Dann sprang er wie eine Katze, denn er sah ungeheure Dinger das Schilf abweiden. . ״Bei den großen Schauimvcllen von Magel* i lan“,"sagte er ■zwischen den Zähnen. ״Was sind I das für Leute?“ ' Sic sahen weder einen! Walroß, noch einem Seelöwen oder Seehund ähnlich; auch waren es keine Bären, Wale, Haie, Fische oder Mücheln, die Kotick jemals ««ehen hatte Sie waren zwanzig bis dreißig Fuß lang und hatten keine 1 linterllossen, sondern einen schaufelartitren Schwanz, der anssah, als wäre er aus 5m Leder geschnitzt. Die Köpfe sahen un* claublich dumm aus. und sic balancierten, wenn rte nicht weideten, aut ihren Schwänzen un tirfen Wasser, während sie sieh K<f־nsc1t.g Sch verbeugten und mit der Vordernosse winkten, wie etwa ein fetter Mann mit dem Arm wtnkt. K0Uck ihr «y das HäÄ in der S״ .־־«» häßlicher als SeepferdJ* . t er sich plötzlich, was ihm die Möve vor fünf .lahrcn au! der Walroßinsel zugerufeu hatte, und er fiel rücklings ins Wasser, denn er wußte, daß er Seekuh gefunden hatte! Die Seekühe grasten weiter, und Kotick legte ihnen Fragen in allen Sprachen, die er auf seinen Reisen gelernt hatte, vor, und das Seevolk spricht cbensovielc Sprachen wie die maisch liehen Wesen; aber die Seekühe antworteten nicht, denn Seekuh kann nicht sprechen. Bei Tagesanbruch war Koticks Geduld erschöpft. Du begann die Seekühe langsam gegen Norden zu ziehen, und Kotick folgte ihnen, da er sich sagte: ״Leute, die solche Idioten sind, wären längst ausgerottet, wenn sie nicht eine sichere Insel gefunden hätten; und was für Seekuh gut genug ist, ist auch für Seefang gut genug. Nur wollt׳ ich, sie wären etwas schneller.“ Es war sehr langweilig für Kotick. Die Seekühe schwammen nie mehr als vierzig bis fünfzig Meilen täglich, und in der Nacht weideten sie. während sie immer nur die Küste entlang gingen; Kotick schw׳amm über ihnen und unter ihnen und um sie herum, aber sie gingen nicht schneller. Als sie dem Norden näher kamen, hielten sie alle paar Stunden, und Kotick biß sich in seiner Uugeduld fast den Schnurrbart ab, bis er bemerkte, daß sic einer wannen Strömung folgten; da begann er etwas mehr von ihnen zu halten. Eines Tages sanken sie durch

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