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Jüdische Rundschau · 1910-04-29 · Heft 17 (29.4.1910) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 17 (29.4.1910)
Date
1910-04-29
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile!(M. .7! ."א |ü 1:1)1 sc; 111: KU N DSC II AU hallte. Nur die lilerariselie Aufgeblasenheit liaßle er. Das ist ihm freilich in den Wiener Cafes, wo die ״Literatur‘ «•ein acht wird, recht iibcl *.•eimmmcii worden. Die Vorwürfe aber, daß I lerzl die ״Moderne“ nicht hat vertrauen können, sind grundlos. Ich will nicht pro domo sprechen, aber das eine möchte ich doch sagen, daß er mir 1S()(>, zu einer /eit also, da die N. F. P. den ״Stürmern und Drängern“ verschlossen war, Raum für einen Artikel gab, den ich über Detlev von Lilien* eron geschrieben hatte, und daß er nicht lange nachher eine Würdigung Richard D e h m e 1 s druckte, 11m den sich damals in Wien noch *kein Mensch gekümmert hat. Daß einige Wochen später Max Nord au mich dieses Dehmel-Artikels wegen an gleicher Stelle angril'f, ist eine andere Sache. ״Das kann doch für den Dichter du• ,ludcnliedcr,“ sagte Iler/I lächelnd, ״mir eine lehre sein,“ und er schüttelte mir die I land, als hätte er Nordaus wegen mir etwas abbitten wollen. . 1 lerzls l ächeln vergißt man nicht. l's halte den gra/iosen (leist seiner philosophischen l 'r/ähluugen, ׳.len subtilen I lumor seiner Meisicrtcuilletous. Und lachen konnte er, daß 4Iie Herbheit vier!•'alten schwand, die sich von der Nase /um Mund zog. 1 's war im Sommer 1002. Ich war eben aus Berlin von meinen ״Berliner Kunstwandennigen‘•, die ich für die ״Neue Freie Presse" schrieb, /urüekgekommen. I ler/.l las den Artikel und amüsierte sich königlich über eine ßenterkung, die Max 1 iebermann mir gegenüber gemacht und die ich wortgeheu wiedergegeben hatte. I iebermann erzählte mir nämlich, der 1 Iotrat Wiener und der Maler Moll aus Wien wären kurz vor meinem besuch in seinem Atelier gewesen und hätten ihn eiugehulen, doch auch einmal in Wien einen Vortrag zu halten. Worauf 1 iehertuauu, wie er mir sagte, den bei׳len erklärt hat: ״Ich müßte mir ta einen Panzer altlegen, wenn ich in Wien von ragen sollte. Ich bin ja Ur* in de . . .״ Dieser Urjude I .iebermann nun hatte es Theodor I ler/.l angetan, aber dabei iiiii'i'essieris' ihn auch der Künulcr, sowie er ‘sich überhaupt für die bildende Kunst begeistern konnte. 1 r schwärmte für Israels, freute sielt unbändig, als l.esser U 1' v in Wien seine erste Ausstellung hatte, erwärmte sieh für I , M. l.ilien, für Jelutdo 1'. ps 1 ein mul Hermann St ruck. Man konnte äuudenlaitg mit ihm plaudern ... Nun flammt in Tausenden seine Name wieder auf, in abertausende!!. Und tausende feiern ihn, der fortleben wird, solange es Menschen gibt, die nicht vergessen können, daß dieser Hroße nur (lutes getan hat. Merzt * Uns starb ein großer König .... Wir konnten ihn mit keiner Krone schmücken, Ilm nicht mit einem stillen Schloß beglücken, Wir Juden unseiii ungekrönten König. Pr aber schenkte uns mit reichen Händen, In unsre Trauer ließ er Sehnsucht flammen, Fr rief des müden Volkes Kern zusammen, Daß wir des Uliickes stillen Hafen fänden. l'r gab uns jähe Kraft und große Stärke, Daß unsre schweren Ketten schrill zerbrachen, l:r konnte unsern Mut zur Oltit entfachen, Uns weilten zu dem herrlich-großen Werke. Uns starb ein großer, ungekrönter König. Nicht Worte wollen wir gleich Perlen reihen, Nicht Blumen seinem stillen I liigel weihen, Wir werden unsern Dank in Taten zeigen, Wie er’s gewollt :Wir wirken und wir schweigen! Manns Margulics. Der Hcrzltag in Kechobotli Von Moses S nt c 1 i a n s k i. (Ans ileni Hebräischen itbersetzt von .1. M.) I. IN war im Jahre tsoo .... Wir. .lic Kolonisten. hatten damals gerade eine schwere Zeit ihirelizniiiacheii. Uiilicstiininlc Ge* iiichte Um .׳lischwirrtcn die 1.11(t. dali der Haron mit U111 Kolonien die letzte Abrechnung machen wolle. . . Die einen irenten sieh, die antiereit waren betrübt. Die einen meinten: .letzt 1.U es Sclilnli. die Dinge ' werden sieb aulklüreu Tod oder l.ebeu! Andere j meinten: Noch wäre es Zeit, das Kind liegt noch in 1 ׳len Windeln. . , . Und dam kamen neue (krachte: j Der Union hat die Kolonien einer neuen ״(iesell* . selnü" •!bgelieien. Die 1 men meinten der lea.! schiüinften nnd fragten: Mit welchem Recht? Ohne | uns zu tragen? Und die anderen sagten: Liner neuen ן < iesellselialt. die von allen .,Zionsireundeir der Welt gegründet wurde . . . Und noch andere sagten . . .! Doch was wurde damals ni״ht gesagt?! '! Uns .hinge heseluii'liele mehi denn die <k•• j spräche in der Gesellschaft und die (!erachte in der I l im die Mucke in unserem Herzen. Sic stach lief, I lief his auf den (iriind .... Und aus der Tiefe gähnte i eine Leere, dehnte sich aufwärts und erfüllte das I Heiz, das 1;״ch eähite, mul ׳las Hu!1. das noch ' u :minie.Hamn •ilclil Haron". ״Schliil! ן nicht Sehhili". Was seliertc uns dies alles? War I das di! Wiiuseh me.eier Seele? . . . Was diese ver• | lessene Seele begehrte, wurden wir selbst nicht: 1 Loch dies wallten w ir: Zu enge war ihr der Raum 1 in den vier Lllvn des ״Trauheiistoeks“. des ״Briefes ) aus I ,.ms“, der ״I1U1 Igiieu der Verwaltung und der j M;cn" . . . Und eine finstere Vcrz.weithmg breitete ihre 1׳leget au׳., um das Heilige in uns zu ver• 1 sclilingen ....; Anbei 11:1,1! l'ahstuias kannte mau bereits 1 ler/.l. Der neue Zionismus hatte sclmn Hortschritte ge* mach! und sieh die Herzen gewonnen. W,! |..l״״tv״ Ilerz.l noch mellt. Noch war der Zionismus!!, ll״Sc> reu Augen verdächtig. Die Verwaltung des .Baron aui der 1״.״״׳׳ () Cllowewi-Zioii in .l iffa aui der anderen Seite . beiden Parteien fanden sieh brmlerheli /!;%;,!,״la>1 ‘ in der Lcindsehaft gegen den *Zionismus. |1a. \\ז. Walter verholen die SehckeMn den Kolon,. .,, . fieisiunige Arzt in Rischon 10 Zi.m wies m \s,,,\ ,,,.j Sehriit auf die (iefahr von Seilen des p 1;1 n m .!!;j. * gen Zionismus hin, der mir naen P ין ס u ן r! t a"; strebe: Jeder Palästinenser, der einen Schekel ndang * versimdige sieh an seiner und der Nation Seck Und auch ׳lic Gesetzgeber in Jaifa der-m 11;ןו1ו>;.,;,.;ke,t : das ielieiinnis•‘ tiildcte. welche den g.mzi,, |,,״ I heimlich ״flüsterten“ schrieen licw.tli ob •r : breilun׳: des Zionismus: Ist es möglich? s.,;!c cs" i wahr smn? Wir sind verlor.1.״, verloren! j Die ()Öffentlichkeit verhielt sieii zu jede!,uier, I Sache völlig apathisch. Uns. die Jungen, nahm iur die Sache <].,•. tivc Verhältnis der Verwalter, uuseiei '1., .•vi״.jc j ein und auch die < iegiierscii.ifl oer 11«•In■tun,״., ' ׳jvr’ I der Cliowewim denn auch diese hehlen v , ,.,J,'. ) trug nur d iz.u bei. den Zioiiis.ius in unsei,•־ j zu lielieu.Hnd tri IZ'leui begeistert. : neue Bewegung nicht . . . Hinen ..luden•!..!7. gehrte unsere Seele nicht. dem lied.mkeu 1 die L e b e ml i g k e i t . . . Und den Zani,<!. I dein unsere Seele verlanglc. ohne dal; w!1 , - •. ,!Ik. י fiihllen. sahen wir ans der Lerne nicht . , . ״, ן ן.j einmal war der Umschwung gekommen. II. I s v. .11 an 1 aiieiii der cisicn Ko-Ieui.iig Abend. ' ' Der Pegcn hatte im l.amle seinen 11!/ , nicht gehalten und me Alben noch 111ctit k;,cs! Ich und eunee itiugc K.imer׳;idei* Mauden gu .!•\ . dem Kreuzwege. der von U'm1.״ kommt. ז .!.!וו •nrj;: eine leichte Unterhaltung. Pi1<׳/h• 11 schaue 1! .«1!•: Von der Anhöhe der Kolonie kam pj'oiN, i.i!. :: j.f Sohn des RoschdiuAVuad I auf uns /iigel.iann hii noch vo•! der l erne winkte er nur zu: Ziipi YVicr. rasch, die Sache eilt! Wozu die Auii'egimg? v amln ici:!, er• Mannt an meine Kameraden. Irgendein■• neue ״Politik•'! mcattc ׳׳!;, . a dem Kreise. I'.s war gerade die Zeit de.׳ K.inmfe ׳׳:;« •> ■״ ׳.! den .,Allen" und ׳len ..Junge.1". Die .־w'.itle ־ >■ Zankapfel /wischen uns. I'ml der lv’<•'•cli• 1,•W.u.l zur Halde ein Junget. 10׳• i 1.* 11;c e 1 >; \V.v! pendelte gleichsam zwischen den zwei i : :׳...׳ Langsam heg.,h ich mich!׳ach dem llau'e .׳::: , dem Hm׳el ׳••)׳.׳entibor dem .,GI׳1״hch0M״ i! Kaum liatle ich die Tar Ici Stube de*■ I'• w!.• ha \\ .!ad gcon'net mul einen Hlick aui sein ׳! geworfen so wultte ich. ׳lall es si׳׳Ii diesm.d ׳. 11:1: eine , pohiisclie" Angele.'״ ׳hei! h.1׳alel!, * ■■■!' dal» ׳.׳me wi.i.'.igc . Neni1!!׳..׳ "11־; '׳.־.: . . . Sein (icstc'.i war bleich, er!',׳•beite •au Körner . Rasch sclsloii <•׳ (,!.• ’ha h׳nu 1 :•■׳: /;' und wandte sich <1011: an mich. llcr/l ist Jalia! Mm ׳len u:s seinem die Worte hervor, die ihn zu diuckon selueiicn. Ilerz.l?! .... Und ici׳ fohlte, dali meine Stimme sich verändert(.' und mein Antlitz erbleichte. Hier. lies. Und die zitternde Hand reichte mir einen 1 :riet: ’) Vorsitzender des Verw.11tungk״unie׳׳s Kolonie. Ich suli . . . hin!*euer vor den Toren Babels, Das uicdcrhrcnncnd iiuahnt; es rauscht der Strom Am 11 Innigem Ufer, Weiden r׳egen sich Im Wind der Il׳:r״M1:1׳el1i. trübe Augen sind Awv IW.vn KstgelwUcU aut eleu Stivueu Der Männer liefe 1'iPclion alten (iraiiis. .,Das Lener Mirht!“ sagt Jujaehim, der Knabe. ״Lall sterilen! Besser ist’s, die Nacht deckt unsre Stirn Mit Dunkelheit, als dull wir sollen wie Die Röu: tiefer Selmui die Wangen färbt. Lall sterben! Lern ist ja die siille Heimat. Die Nacht ist unser mitleidvoller L'rcimd l.11׳(l deckt 1m: weitem Mantel unsre Wunden. Vertrocknetes (iebein! Verdorrte Hoffnung! Lall sterben, was dem Untergang sielt neigt!" Und wieder Mille w'irifs. Vom Weinen rot Starrt manches Auge ins Verglimmen Der dürren Reiser: gurgelnd zieht der Strom. Von Babels Straften tönt ein fernes Rufen, Von einem Oöitericinpel schallt Troiupotunton, Hin rotes Licht blitzt auf und schwindet wieder. Ein Klang, vom Erz der Opfeibcckeii mischt Sein Dröhnen in das Brüllen wilder Stiere, Wie fremd ist alles, seltsam, götzendienerisch! Wie bebt die bange Seele der Jttdäer! Und Joclinnati ben Simon wirft sielt nieder Und fallt mit abgezehrten Ihimie» sein üewnnd .JUtuj rcillt cs mitten durch und stöhnt: ״Welt uns die wir das Unheil kommen sahen. \ Und nicht zu wenden cs vermochten! Welle den Schwachen! Welt den Stammelnden! Wo ist ׳las göttliche tiesielit. das einst mir ward? Das einst in stilha׳ Nacht vom Lager rill Den Schlafenden? Wo ist die grolle Huld, 1 Die memo 7.mv׳c lenkte, meine Band J Zu drohen tmterwies? Wo ist die Kraft, Hie Königen zu trotzen stark mich machte? Lin leer getrunkener Berber lieg ich liier Im Staube, und des Oolilseliuiieils harre ich. Dir meine Olmn1n־ht selntielzenil läiilre, Wir saugen einstens Stegesiiedcr, jetzt Verhallt im Wind das Slulmeii der Beschlagenen. l ittst trat der Heimat Boden froh der Luit. Jetzt klirrt um unsern Leih die Sklavenkctte. Wenn wir gebeugten Hauptes mit dem Pflug Zur Saat den fremden Hoden vorbereiten. Verdorrt die Quelle! Ausgolilgt der Weinstock!" Da lacht Eliakim, sei•,lügt sich prahlend auf DieBrustund spricht: .AVer sprach: Von Hdom kommt ' Im Purpiirkleitl der Sieger? Wer: Mein Volk Bist du? Errettet wird, wer glaubt? Wer ging Einher und schalt die Klugen, da sic taten Wie ihr Verstand sie hielt? Jetzt seit geschlagen, (ietreten ihr — ich lache eurer Ohnmacht. Ich weil! mir Besseres als weinen; Ich sehe, dalt der Tag gekommen ist l’ür Assttr, und fiir immer sank in Nacht Jchudas Stern. Wohl denn! Ich weine nicht! Seht mein flewand! Seht meine goldnen Ringe! Selit, meine Wange ist nicht hohl vom La sic: •! Verlorne Schwärmer seid ihr. die um eiuM tiewesnes weinen, statt iriwlt ׳/׳t/ugreiieit.! Nehmt an wie teil des!10,100 Herren Art. J Kniet vor pMal-Mviodach wie ich. ruft Heil j Dem König, werit das Päitierkleid von euch! (V'Uvv.chvo ist (etos,dem. Wohlan! j Lin neuer Tag 11:1 neuer.נ Laude Mr.diä Dem. dei oiei.t schlafen wiN." I Ei schweigt 1 Und sieht sielt wohlgefällig um und Inein j Und Imhnt. Da springt Mmachom aut. 1 Meu'tehem hon Clrmatii ben Lüj.i. j Lin gr1״;es Auge b!itzt, auf hoher Stirn j Schwillt blau «lie Zortjesader. mächtig weht | Lin Hart am die entblölUe. breite Brust, j Ein Schrei! Ein kurzer Kamm*! Ein Stob! . ■ Und gurgelnd schlichen sielt des Stromes W.A'Cf Und ziehen tr.'ig dahin in Nach! und Herne. Hneliaufgericlitct aber stellt Menachem. Tief atmet seine Brust, der Brauen Dunkel Beschattet schicksalsschweren Blick, die Llugcl Der schmalen Nase beben leise, und Wie Oroilen eines Donners, der die jäh Erschreckte Erde ntifznhorcheii zwingt, So schallt die Stimme des Gewaltigen: ( ״Wach auf. mein Herz! Wach auf, mein ״זיס׳• Genug sei cs des unfruchtbaren Weinens! Genug des tatenlosen Jammers, und vor allem Genug •sei cs des Spottes! Aui. ihr Brüder! ln Trümmer sank die hocliccbautc Stadt.

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