Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 16 (22.4.1910)
- Date
- 1910-04-22
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Seite 187, No. m. Jaiicßcii /״ oiiiehcu: w idi igcnfalls. würde er die Kon- 011)50 ./חס״ן schließen lassen. niesen Entscheid des MinisternräsiUciKcn über, brach« 1’l.itoiukow dem Norsitzenden der Konferenz, thron ««•»״zbiint. der nun die darauf bezüg- Julien Verlumlhmgci» aus dem Konfcrcnznrotokoll vtfcielicn fiel*. Auf Vorschlag von einigen Mitgliedern soll die l’r.'iestlrmre einer nrivaten Beratung unter- Heitel "erden. Pie beiden letzten Sitzungen der Kommission für je OriMimatmn der tieniemdc waren der Frage bctreffe der! leisclisteiier gewidmet. Der Jekatcrinos-!!wer Km in.il'biner Brostcm sprach sich entschieden ceceit diese, die Armen schwer treffende Steuer aus, und hr.ielite tolccndcu. einstimmig angenommenen Autr.'C ein: I. Bis zur Abschaffung der Fleischstcucr voll ein lestcr I reis für koscheres Fleisch festgesetzt werden, d.nmt damit die Monopolnäehtcr die Fleischpreise mein nach Beheben erhüben können. 2. Da die diplomierten •Juden nach den gesetzlichen Bcstimimmcen keine I Iciscltabgabcn zu leisten brauchen, die fnr de״ Unterhalt von indischen Wohltütigkeits- und f;r>ie1m11gsi11st1tj1tcn dienen, und jene in manchen Urten eme Rückzahlung des von ihnen für koscheres Fleisch verausgabten Mehrbetrages fordern, — soll 1״c KaM'iiicrkonfcrcny. einen moralischen Vcrweis gegen jene Persona» aussprechen und die Antecting zur Aufhebung dieser Begünstigung geben. i Fs fl! den Gemeinden vorgcschlagcn werden, die materu ' e l..׳ge der Schächter zu verbessern. p.ii.uit wurde entsebieden. die Flcischstcucr im dlge11K0.cn nicht abzuschaffen, sondern cs jeder Gcmeiiuie •11 überlassen, ob sic eine Steuer auf koscheres Heiseli .1 liehen will. Die Gemeindeverwaltung soll auch die llcisclistcunrerhcbung in ihren Händen bchalten. P.e Kommission für Rabbiiiatsangclcgcnbcitcn ksclihm m der weiteren Beratung, die Mitglieder- »hl der Kahhiucrkammissiun von 7 auf 11 zu er* holten. Einstimmig wurde der Antrag angenommen, das Wahlrecht zur Rabbinerkommission auf alle i it d i s c 11 e n K i n w o It n c r in Rußland aus• ,ude'mKc. F.henso wurde beschlossen, die Wahlen tu den indischen Institutionen und Gcmcimjcvcrwaltungen <» Russisch-Polen auf eine breitere, detnokratiscli.re Basis zu stellen. 1יi n sk c r s bekannten Kampfschrift ״A u 10 c m a n- ♦ Pse ..R11 skoi e Snam ic“, das Organ der teilten Russe׳.», verzeichnet•: in No. 71 in einem «W i r c 1 w a r t e 11 ei n D e 1.1 c n t i" iiberschric* hiteii \rt1kel ein Gerücht, wonach ״der Präsident As Miiü.terrats. ilanotnteistcr des Kaiserlichen Ibfes. Naatssekrethr P. A. S t o I y p i n. eine Thora rat einem goldenen, mit Diamanten besetzen Mono״ cnmim des Premiers, in» Werte von 12 000 Rubel, von ״i'i.Kleii" (Juden) entgecengciiomincii habe״. Das ..Dementi״ ist in IWiii einer Strafe von 5*1 Rubel erfolgt, die der Petersburger Stadthuiptm.um gegen du! Herausgeber der ״Ruskoje fmimjc" verfügt hat. *• Pas Ze n t r a I k 0 tn i t c c der z i o n i s t i sehen Organisation für Ru bland in Wilna unternimmt die Uebcrsetzung und Herausgäbe der Schriften Mathias Achcrs in bebrüischer Sprache. Auch hat es die Ausgabe von PinsUr bekannter Kampfschrift ״Autoctnanzinntion" in hebräischer Sprache beschlossen end keinen Geringeren als Bjalik mit dieser Auf• sähe huraiit. Odessa. Stadihauptmann Toi m a t s ch c w vcrl• ,! dem ״Rate der geistigen Verwaltung", der וי in u•: l; s s e 11 c n Familie des verstorbenen Uhr..vv 1. n Schriftstellers l. i 1 i c 1» b l u nt. der mehr ■>:s 2: ». lue Beamter der Gemeinde war. eine l’envion zu gewähren. Offizielle Begründung für die 1'Amlichkcit: die Gemeinde habe keine fei«.!! Mittel. Tatsächliche Begründung den» •öite .:cgcniiber: l.ilictiblmn sei ein Führer der K’ c v <» 1111 j 0 1» ä r c gewesen! England Ks'kämpfung des ftüdchcnhanücis Itu׳ Erste Jüdische Konferenz zur Unterdrückung 1•es .M.-dchcnhandcls fand diese Woche zu London 51fit iiiiter den Auspizien der Jcwjsh Associa* tion 14r the Protection of Ums an״ ס""!ni. Die Konferenz wurde in der Musikhallo IkcliM. iii Man ahgchaltci» und dauerte zwei t age, '•me;iiiseiitihchc Zahl von Delegierten aus der 1 ro- '׳mz u ni den verschiedensten Ländern Europas uiiu A׳״c־r1t..(s nahm an der Konferenz teil, die In Lug- ׳sch. Petitscl» und Französisch gcfiilirt wurde. Pro 1 0f bvlvain Lew als Vertreter der AI iancc btueiite Universell« nriisidicrtc• Der Chief Rabbi vt offne verf; uml 1״״n |,c1«ri,1!p.., die Versammelten'. Die Dikussion war {tbhaft. Besonders beteiligten ,sjch a״ ^crAc nr* |'fon Alexander Qünzburg (St. Pctersburg). Dr. t* r e t z. k i (Berlin). Mi» Sadic American f'Pcriku). Dr. Blau und Prl. B. Pappcnhclm 'Frankfurt a. M.). Mr. I Zangwill. A. R. 0ןr0 und Dr. M. Gastcr (London), Dr. A. Ka- "1 n k a (Wien). Die verschiedenen Ursachen dieses unter welchem indische״ ^aucn bcsondcrt tu leiden und an dem leider auch Juden schuld haben, *eilte Universelle prüsuuerte• wer wniv.1 *sauu! ״״eie die Sitzung mit einen» eigens zur Konferenz falben < icbclc. und Mr. Ci• 0■ Mo n tefii or c .';;.,'1'י |!»lt־rsca und a•«־ Orafln D csa r t -iyjPISCHE BUNDSr.Hn• v״rrlCrn behandelt und verschiedene Mittet Fndc zCu ל•?,V Mm 1dicS,c 501 ״'Endlichen Handel ein 1״. CwZl Bord Rothschild gab in sei. nein Hause einen Empfang zu Ehren der *Gäste Am " ״״ *ייב Trorad״־, Restaurant cto *Diner veranstaltet, bei welchem Mr. Claude Monte* Mr°rHcÄ״tPsildCI,t 1l1״.acr Ch*ef Rabbi und 1‘ostimi1 T«1muc1* Ucr ncuc Ministcr für das j ost und rclcgraphcnwcscn, die Hauptredner letzterer versprach die Sympathie und Mitl״lfc der Rccicrung an den JV.,lEabon der Konlcren". Türkei c.״?!,״ Oberrabbiner der Türkei hat einen intcrcssan cn Brief von Yomtob Scmach, der kürzlich Mkä'׳,lvcl,1cr von d.cr A1׳-u• unternommenen mission m Ycmcn angekommen ist, erhalten. Herr 1 lSt ,mit Kr0Rül־ Begeisterung in Snnaa empangen worden, und zwar nicht nur von der jüdischen Gemeinde. sondern auch von der türkischen Bcvölkerung und den offiziellen Persönlichkeiten, denen er Empfeiiiungsbriefe übcrbrachtc. Die liidischo Bc* Völkern״« von Ycmcn, die 3000-3500 Seelen zählt, ist int ganzen sehr arm. Die Ycmcntischcn Juden sind im allgemeinen klug und fleißig. Herrn Scmachs erste borge war, eine Autorität auf religiösem Gc- Inet etnzusetzen. Zu diesem Zwecke hat er eine Versammlung der in Betracht kommenden Juden ucr Stadt cinberufcn, um einen Oberrabbiner und einen Qemcindcrat zu wählen. Die Wahl ist״ a״• Bal>W"cr Mosche Halcvi gefallen, der ein gr imlhchcs Wissen besitzt und großzügig denken soll. Die jüdische Bevölkerung ist bestrebt, sich aus ihrer gegenwärtigen Unwissenheit hcrauszu* arbeiten; unicr diesen Umständen ist zu hoffen, daß Herrn Scmachs Mission von Erfolg gekrönt sein wird und auch die Juden in Ycmcn eine gewisse Organisation erhalten werden. Interessante Personatnachrlehten In den ‘letzten Tagen wurden verschiedenen hervorragenden Juden Ehningen erwiesen. Wir würden dies nicht sonderlich erwähnen und uns dessen rühmen, wenn dadurch nicht stärker denn je der Unterschied, der in Deutschland und besonders in Preußen zwischen Juden und Nichtjuden — wenn man zu den letzteren auch die Ucbcrläufcr rechnen will — gemacht wird, iicrvortrctcn würde. So können wir leset», daß die Universität F.dln* hitrglt Herrn Dr. Frccicric Cowcn zum Doktor der Musik ״honoris causa" ernannt hat, daß in Chicago Professor Albert S. Michel son, der Empfänger des vorjährigen Nobelpreises, zun» Prüsi* denten der American Association for the Advanccmcnt of Science gewählt worden ist. Aber mich in ifnmhnrg ist ein Jude zu hohem Range gelangt. Dr. Georg Sch ans ist der erste tingetaufte Jude, den man bis zum Oberlandesg c r i c h t s r a t bat gelangen lassen. Auch in Wien ist ein Jude O b c r I a n d c s g e r i c 111 s r a t gc- "•orden. Allerdings ist das dort nur ein leerer Titel, der zwar die Berechtigung zum Empfange des Oehaltes dieser Rangstufe cntliidt, aber in Wirklichkeit hat sowohl dieser Rat. ebenso wie die andern 5 ungctaiiftcn Herren, die bereits diesen Titel erhalten haben, beim Oberlaudesgericht nichts zu suchen. ♦ Aber auch sonst kamen aus Wien zwei intcr* cssaute Personalnachriclitcn. die, ein eigentümliches Zusammentreffen, von Jen Erfolgen zweier getaufter Rabblncrsühue berichten. Der eine ist der Geheime Rat Sektionselief Dr. Sieghart (ließ: Singer), der Gouverneur der ()österreichischen BodenkrcUttanstalt geworden ist. der andere der Geheime Rat Staatssekretär a. D. Dr. Josef Stere nyl (ließ: Stern) der Präsident der Ungarischen Agrarbank wurde. Man sieht: Ein Klein wenig gut angcwcndctcs Wasser, etwas RilcUgratlosigkcit. ein guter Instinkt filr das. was von oben gewünscht wird, ein bischer Kriechen und Bücken ־ und man kann alles erreichen Wie muß aber die Erziehung gewesen sein, die dieser edlen Herren in ihren väterlichen Rabbinatshäuscri zu teil geworden ist'!* , , , Sollte man da etwa auch schon Geiger sch! Weilniachts- und Ncufahrstlieoricn angewandt haben! * Bazar Krcstin. der bereits früher am ״Bc za fei" tätig war. hat sich wieder nach Jerusalcn begeben und will seine große Kunst erneut in de! Dienst dieses Instituts - und somit des Jüdische* Volkes stellen. , , Krcstin wurde kürzlich hei XXXVI. Jahrcsausstclhmg des dem Kaiser Franz Joseph 1״־—- Bilde ״Bihclcxegcsc großes Gefallen fan M* scs seinem der Eröffnung de Wiener Künstlcrhai vorgcstcllt, der Hin ״russischer“ Erfinder Fin junger russischer Jude, Lundlnc, hat a den» Gebiete der Farbphotographie einc aufschc ,.rr/1'/׳״w11• Frfinduttg gemacht. ״Es ist in der T Sin mehr zu bezweifeln," schreibt die Straftbur* yX.Btr daß dem jungen, kaum dreißigjährig( Russen'die endgültige Lösung des bisher wohl übe wiegend für unlösbar gehn tenen Problems d Sfcrbarcn Farbcnphotograpliic gelungon Ist, wr wcnS dli Sache einmal technisch in der Praxis au geführt werden kann, eine wahre Umwälzung In unserer ganzen Photographie mit sich bringen wird." Auf einmal ist Lundinc ״Russe". Daß er wahrscheinlich Rußland hat verlassen müssen, um Studieren zu können, wird verschwiegen. Es ist immer dasselbe: Leistet ein Jude etwas, so heißt cs: der ״Deutsche", der ״Franzose" oder der ״Russe". Läßt er sich aber ct\vas zu Schulden kommen, gleich fallen alle über die ״Juden" her. ZIOMISTISCHe BEWEGUNG Jüdische Kolonialbank (Auszug aus dem Geschäftsbericht.) Unsere Geschäfte haben im verflossenen Jahre einen befriedigenden Verlauf genommen und zeigen insbesondere die Provisionsgeschüftc einen erfreuliehen Aufschwung, hauptsächlich im Zusammenhang mit der Bevorschussung von nach dem Orient verladenen Waren. Dagegen übte der anhaltend billige Zinsfuß einen ungünstigen Einfluß auf die Höhe der Gewinnziffer aus, da wir fast nur mit cigenen Mitteln arbeiten. Der Durchschnitt dre Londoncr Bankraic betrug 3,10 pCt. (gegen 3 pCt. in 1908). Störend wirkte auch bei der Verwendung eines Teiles unserer Mittel der Umstand, daß unser Tochtcrinstitut. die Angio-Palcstinc-Co., von den ihr als Kredit zur Verfügung stehenden Geldern fast gar keinen Gebrauch machte: sic war in der Lage, ihren Gcschäftsbcdarf zum größten Teil aus ihren stark angcwachscncn Depositen zu decken. Wir andererseits konnten dieses Geld nur kurzfristig, also zu ganz billigen Raten anlcgcn, um cs im Bcdarfsfallc jederzeit für die Anglo-Palcstinc-Co. disponibcl zu halten. Der Bruttogewinn beträgt £ 16,100, Spesen und Unkosten betragen £ 8.5f)0. — Das Aktienkapital hat sich im Laufe des Jahres um £ 921 vermehrt und beträgt am 31. Dezember 1909 £ 256,482. Der Nettogewinn beträgt £ 6.724,11. Der Geschäftsabschluß der Anglo-Palcstinc-Co. ist wiederum befriedigend. Die Dividendc wird wahrscheinlich wie im Vorjahre 47* pCt. betragen. Pie Geschäfte der Anglo-Lcvantine Banking Co. in Konstantinopel, deren Aktienkapital (von £ 25.000 wir zu *A besitzen, haben sich im ersten Jahre des Bestehens sehr günstig entwickelt und wird der erzielte Gewinn wahrseheinlieh die Verteilung einer Dividende von 6 pCt. gcstatten. Dagegen schließt unsere Filiale ln Whitechapel leider wiederum mit einem Verlust (£ 400) ab. Die Depositen bei ihr nehmen zwar fortgesetzt zu. aber die Kleinheit der einzelnen Beträge vcrursacht große Arbeitskosten und die sonstigen Gcschäfte bringen auch nur bescheidenen Nutzen. Das Direktorium hat beschlossen, der General- Versammlung — der Termin derselben wird noch bekannt gemacht werden — die Erklärung einer Dividende vo!1 2'-• nCt.. — 6 d. per £ 1 -Share zu cmpfcWcn. Aus der dem Belicht beiliegenden Bilanz entnehmen wir. daß die Jüdische Kolonialbatik außer ihren Kapitalien über folgende Reserven verfügt: Reservefonds I.-IV.: . 3809 £ U n I) c h 0 b c n c Dividenden: . . . 17,098 £ Von letzteren werden allerdings nach den Erfahrungen der Vorjahre noch mehrere tausend Pfund Sterling abgehoben werden. In den» inzwischci» abgelaufenen drei Monaten des Geschäftsjahres 1909*10 sind nicht "enigor als 900 Pfund Sterling an Dividenden früherer Jahre zur Auszahlung an die Aktiotiäre gelangt. Der Pensionsfonds der Bank beträgt 500 Pitiud Sterling. Wohl mit Rücksicht aui Angriffe, die auf dem Kongreß erhoben worden sind, bemerkt die Bilanz, daß der Bestand der Bank an 2E! p r 0 z c n t i g e n Kon sol s fast ausnahmslos als gegen Sicherheit gegen l.ombardvofsenüxse bei anderen Banken desind nicht weniger als 900 P/utiU Sterling an Diviponiert ist. also in» Betriebe mitarbeitet. Mitteilungen des Zentmtbureaus der Zionistischen Vereinig, tür Deutschland Die 2. vermehrte Auflage der Broschüre ״Zfon is m us und Staatsbürger^ m" von Rechtsanwalt Dr. Kollo n s c!1 c r - Posen wird in einigen Tagen fcrtiggcstclit sein. Wir bitten alle Ortsgruppen und Vertrauensmänner, uns schon jetzt Bestellungen auf die vorzügliche Broschüre zukommen zu lassen. Einzelpreis in Pf., bei Abnahme von 100 Stück 5 Pf. Die Verbreitung der kleinen Schrift wird wesentlich dazu beitragen, jedem Zionisten die Möglichkeit zu geben, alle die Bedenken, die immer wieder von unseren Gegnern gegen unsere staatsbürgerlichen Qualitäten vorgebracht werden, zu zerstreuen. Persönliches Das Mitglied des Zentralkomitees der Z. V. f. D., Herr Rechtsanwalt Dr. Kol lens eher * Posen hat sich mit unserer bekannten Gcsinnungsgenossin, Fräulein Betty K a I i s k v-Charlottcnburg verlobt. Die Redaktlon spricht dem Brautpaar Ihre herzlichsten Glückwünsche aus.