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Jüdische Rundschau · 1910-04-22 · Heft 16 (22.4.1910) · page 2

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 16 (22.4.1910)
Date
1910-04-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seile 1S2׳. .1 U 1• P I SC I I r: R UNDSC H A U No. 16. waren, nicht genau ־.lic Arbeit kannten, nicht genau die Verhältnisse iihersehen konnten. Hs winde mir tm.l der I.eitnnjj, hesomlers aber nur. der Vorwurf gemacht. d;1lt ich gegen praktische Ai beit in Palästina bin. I!s wurde mir ferner vor• gehalten. dal* ich ein politischer Zionist bin und dal! icu für die praktische Arbeit nicht genügeml eiutrete. In der letzten Zeit, und zwar in der ersten Aufregung nach dem Kongres*?, wurden mir noch andcie Vorwürfe gemacht, so /.. IV. dal! ich zu viel Kaufmann bin. Die Herren, die das so scharf hervorhohen, haben den Heweis darin finden wollen, dal! ich auf dem Kongrci! die Pinne immer nur vom kaufmännischen Standpunkt ans behandelt habe. Das ist zum Teil wahr. Ich wundere mich aber darüber. Denn als ich vor viereinhalb Jahren das erstemal zum l'rasidenton gewählt wurde, da war ich weder ein groller •ielehrter noch ein hebräischer Dichter, noch hatte ich damals irgendwelche H.igensehafteu besessen, als wie ich sie heuten besitze. Ich war damals nur der Kattfinanu In der /Innlstisclicii Organisation, ich habe nur tinsete Hank und die b'inanz.iustitute neleitet. Und als wir nach llerz.ls Tod in Verleiten• heil waren und ich aufp.erufen wurde, das schwele Amt zu übernehmen, Hcrzls Nachfolger zu werden, da batte ich es i1!r meine Pflicht erachtet, es zu tun. Aber ich hatte damals nicht \crsprncl1e1t. von dieser Minute an Dichter, Souriftsteller oder tie- Ulirtcr zu werden. Ich habe meinen Auftrag als Kaufmann betrachtet, in die zionistische Organisat וו! וו vor!»1101:1 Oulnung zu brimteu. Hs wundert mich, dal! mau mir das zum Vnrwuit machte, als ölt es ein Hehler wäre, da1! in unserer Organisation Ordiuuu׳ herrscht. Daun wurde mir gcs.t.M, dal! ich gegen die pink• tische Arbeit bin. Das ist nicht richtig. Professor W r b 11 r g bat eimual in einer Sitzung 1Ks H. A.C gesagt. dal! eigenilicu wir alle, Warbnrj,, Kann und ich derselben Meinung >׳n׳l, dal! wir genau dasselbe v ollen und da•; wir uns mir 1111 Tempo unterscheiden. Wahrend die einen em rascheres Vorteilen wollen, *;.gen Kann, der die schwierige Attigahe iiberiiommen hat. unsere Hinan/en zu verwalten, und in Miller (unlieber Arbeit, ohne viel zu reden, wirkt . und schaiil und ich: Kaugsam! Ich hin mir he• willst, dal! es hei uns zwei Richtungen gibt: Die p r a k t i s c h e 1111 d d i e p <» I i 1 »sc h e R ich l u 11g. Oh die I! c!1 e 11111111 4׳ c 11 richtig: sind, das hat mit der Sache nichts zu tun. Sie wissen, was darunter zu verstehen ist 1,11 gestehe es offen, dal! ich zur Richtung des politischen Zionismus gehöre. Das schlicht natürlich nicht aus, dal! wir als pruktische Kerne praktisch;11 beiton wollen. Die Differenz zwischen uns und den Cliowewe-Zion bestellt, wie die 110111:1 c I!«*irachtung zeigt, dal! ich ich will nur von mir selbst sprechen der Ausiebt bin, dal! wir jede Arbeit, die wir ausfiilireii, julc praktische Leistung niemals als den Zweck ltc-!!achten diiriea. sondern als :Mittel iur unser grobes Ziel, als Hn.lzweck. (Lebhafter Deifall.) Ich will Urnen mit einem praktischen Heispeil klar machen, was ich meine: Wir haben die A. P. C. gegründet. Wenn wir z. H. ihr Kapital von zwei Millionen l'r, verwendet hätten, um Kami zu kaufen, I ienif.skulonisten air/usiedeln, so würden w׳ir damit lb mler 101) Haiuilicu versorgt haben. Die A. P.C, bat aber mit diesen 2 Millionen jetzt schon 7 Millioiieu Hrs. in Palästina investiert und den Nutzen haben nicht nur 10 oder JOD, sondern Jausende. Das ganze Kund hat den Nutzen. Von der Koloiiinlbauk, von der P. I.. |).C. usw. haben sehr viele Nutzen, mul darum sage ich, daü. wenn wir praktische Arbeit iiinehcii, daun sollen wir mir solche uiitcriicliineii, welche für eine grolle Masse von Kolonisten, für das ganze Land, und nicht mir für einzelne Personen oder l'amilien von Nutzen ist. (Starker Hcifall.) Das ist es, was ich unter praktischer Arbeit verstehe. Und von seiten iinsercr Organisation soll nur solche Arheil iiiiteriioiiimcii werden, welche die Möglichkeit schaiil, das grolle Ziel, unser Hmlz.iel zu erreichen! (k'auscliemler Heilall.) Wenn ich von Chowewe Zion spreche, so gebrauche ich dieses Wort nur in seiner übertragenen Bedeutung. Hs soll kein .Millvcrsuindnjs entsichern. ,.Chowewe Zion“, ״Zioitsfreimdc sind wir ja alle, sonst wären wir ja liier nicht zusauimeugekoimnen. Wir heimden uns in einem (icgcnsatx zu jenen Chowewe Zion, welch■.' die kleine Ansiediuug von Juden in Palästina, den Ankauf von Hoden als Selbstzweck betrachten, wenn sie auch dabei an die spätere Zeit denken. Sic sind beschei* dener als die politischen Zionisten. Und mm ein zwei!es. meine Damen und Herren! Die Mittel, die man m s :.uvertraut, müssen wir, wie ich bereits in llamhurg gesagte habe, was man mir auch übel genommen bat wie Walsen- und Miitidclguklcr verwalten. Wir müssen das deshalb tun, damit wir uns den Kredit, den wir heute noch mehl haben, erwerben. Als wir die Hanl, gründeten, da sagten die Pinnii'.lcuie, dal! sieh die Sache nicht halten werde. Kmc Orgnnisaiion, an deren Heilung hauptsächlich ('clehrte beteiligt sind, kann unmöglich (ieseh.iüe mach •11. Wir h:d׳en bewiesen, dal! wir unsere■;*.ich.• wist.hcn. Minden wir;׳her ein oder zwei Projekte ‘.mtcrneliiiien, 1i׳e ziigtmnle gehen, so wurden wir uns den Kredit verscherzen, den wir ihr spätere Zeiten nötig haben. Dieser Schaden wurde mich u ei: ׳.,uaie: dmlurcli. dal! wir den Mut und das Vertrauen zu uns seihst verneint winden. Unsere Bruder in K'tiüknul. vielleicht auch hier und in Rumänien, haben keine Zeit mul drängen. Aber ich möchte das _ Wort gebrauchen: את שיא יעת* נריונ־ת ושיא ידה־, ..Hs ist ein Verbot: i.ian darf nicht dr.i'igen." Diejenigen, die die Ver-; iitwni'tmig nagen, iiia'scn kaltes Blut mul ruhigen Kopf bewahren, sie dnifen sich nicht drängen lasse.1. weil der (iewiim!וי keinem Verhältnis stände zu di m Schaden, den ■mm dadurch aiirielnet. Wir können nur solche Dinge unternehmen, von denen wir die Uebcrzcuguvg!iahen, dal! sie gelingen werden. Und wenn es!mell so lange dauert. Nur in diesem Sinne bat N'׳>!<|au vom Warten gesprochen. Wir versiehe!!;!her nicht darunter: die Hände in den Scholl legen und gai nichls tun. Im (legenteil: Wir sind in nmr und fortwährend bei der Arbeit. (I.cldiafter Heilall.) Meine Damen mul Herren! Bei unserer Orga• msaiion iM die I eitmig überhaupt nicht auf Rosen gebettet. Wir haben cs durchaus nicht zu gut: (Jen,! abgesehen von der schweren Verständigung mit den einzelnen Kündern, abgesehen von den vielen Wu״. scheu, die an die Keitum: gerichtet werden, ist |K.j uns noch eine grolle Schwierigkeit vorhanden. Kelter praktische Arbeit soll man überhaupt nicht sprechen: da sollen keine Reden gehalten werden: die Arbeit ni'.ill für sieh seihst sprechen. Wir aber sind /willigen, darüber zu reden, weil man es von ״t(, verlangt. Nun liegt aber die Sache so: Wen״ u!r etwas Vorhalten, so dürfen wir darüber nicht sprechen, weil die Sache daranter leiden Konnte; weil wir über Angelegenheiten, die wir vorh: licn, wie Kauf. Ankauf, Hradclmng von Kon/.css1,.;,c״| li eht sprechen durfen, da sonst die Sache gesell,1«hgt, ja sogar zugnmdo gerichtet verden konnte. ■>!״,] die Pläne, die Vorarbeiten, mililimgen. so durieiיי ׳!: darüber erst recht nickt sprechen. Und ulte! die Pläne und Arbeiten, die ausgefülirt worden sin i, /,! sprechen, hat keinen Zweck mehr, weil sic für viel! selbst sprechen. Audi ist es hei uns Brauch. 1,;!׳; das. was wir gesebaiieu halten, gar nicht mdi: in., achtet wild. Hs wird von uns immer wieder >..״« verlangt. In einer VciSammlung wie der Ihrigen.!!! 1;cr Tagung von .׳.iouistisehun Delegierten, die sich!.׳! rein jahraus mit der Sache beschäftigen, halte k!1 cs fiir überflüssig, uber ■las. was geschaffen word,!!st, zu sprechen. I);׳gegen will ich Ihnen etwas!,! ׳ unsere Arbeit in der Zukiiiiit sagen. Nach meitiei Ansicht müssen wir. 11.oh,,.!!ן wir jetzt grö'leie Möglichkeiten dazu halten, pr.i! ׳.w!1 in Palästina arbeite״, wenn ai.cli vorsiditic. s״ doch in selitie Ile rem Tempo, als dies;. .|lcr der l'all gewesen ist. Wir können es jetzt ,\!ן sicherer und ruhiger tan. ITiiker batten wir es mit einer Regierung :■in, an deren Spil/c■ ein Selbstherrscher stand. imiMicn damals eine Politik verfolgen, die ui,; ,km Worte der Charter gekennzeichnet v.i.ide. I־r. Nor da 11 ha in seiner Iv*t1grd!rc1lc unter . Ue• 1'Hiner Zustimmung den Charter fallen lassen M;cr auch da ist ein kleines Millverständnis cinge•;:׳.!:. Was ist ein Charter'׳־ Doch nichts andca .<!s un Vertrag. In tipscii» Halle ein Vertrag im!• ׳ mtr Regierung. Muni ן<ן,יח e.n Schiit im eine i־< ec mietet, so chartut man es. man schlicht . :!er. ..Charter‘־ mit dem Rheder. Siebt das Mo::, die Bezeieliüusig 1s! von Huletit'mg. vridcru der!;.',..dt. M ir können am h «las, was wir heute von de; ז״ז• kisehen Regierung verlangen, als Charter he/ei!. Dr. Herzl 11:1t den Chaitcr vom Sultan 1:1 c: er• »eicht. Wir können ihn auch von der heimgeu lurkei. von der modernen Regierung verlangen Ki: gelte noch weder: ''•‘11 können beute sogar :;<>:11 inclir erlang.•11. weil eine Reihe von KonzesM״r,c11 iur die Sidierhe;( unseres Kchens und unseres K;!!!!• t. Is. eine Reihe unserer Oruiiilhedingimgcii. die wir fiiiher mitei der Garantie der Machte toolci :.,u. mm wcgiällt. weil in der Türkei jetzt Freiheit herrscht, weil ihn! jetzt eine Regierung botclu. »!0 sieh neiniilp, das. v׳as wir als Urundbcdingung stellten, für die Bewohner der ganzen Türke; /u schaffen. 'Vir .können heute viel eher pr.d.toJie Die weisse Robbe Von R tt (1 y tt r d K y p 1 i n kf■ (Horlsetzimg.) Keine Wiege isl so bequem wie der ein* wiegende Wellenschlag dos slillnt Ozeans. Wenn es Ko(ick über und über kii/elie, sattle ihm Matkall, daß er ״das Wasser fühle‘‘, und (ins pricklige, kitzlige Gefühl bedeutet, d;\R schlechtes Wetter kommt. ״Bald“, sagte sie, ״wirst du wissen, wohin du zu schwimmen hast. Aber iel/t wollen wir Secsehwein folgen, denn er ist sehr weise.“ Hin Trupp Meersehweine schwamm vor ihnen her, und klein Kot ick folgte ihnen so schnell er konnte. ״Wo• her wiül ihr. wohin ihr zu schwimmen halu?“ keuchte er. Der Führer rollte sein weilk-s Auge, tauchte unter und sprach: ״Mein Schwanz prickelt, Söhnchen! Das bedeutet, daß hinter uns ein Sturm kommt. Nur schnell! Wem! man sich aber südlich vom klebrigen Wasser befindet (er meinte den Acquaior) 1111(1 der Schwan/, prickelt, so hat man den Sturm vor sich zu erwarten, und man muß nach Norden. Vorwärts! Die See trefiUit mir hier *rar nicht.“ Das war eines der vielen Dinge, die Kotick lernte, und er lernte immer. Nach sechs Mona• ten wußte Kotick alles Wissenswerte über den Seefisehfang, und während dieser ganzen Zeit Mar er noch nicht auf dem Trocknen gewesen. Aber eines Tages, als er in der Nähe von .Inan l'cmaedes •!all» schlafend im wannen Wasser lag, fühlte er sich faul und schwach, wie die Men•'׳(heil, wenn sie den Frühling in den Beinen spürrii, und er ti'imicrte sich au die schöne, lausende von Meilen entfernte Küste von Novnsioscimali, an die .lugendspide mit den Kameraden, an den Geruch des Seegrascs, au das Brüllen und Kämpfen. Und augenblicklich schwamm er nach Norden, und tmlci'wcgs traf er viele Kameraden, die alle dasselbe Ziel im Atme hatten, und sie Salden: ״Grüß (»ott, Kotick! Heuer sind wir alle Mol• lusscliickic. Wir können den Feuerlanz. (nnzcu und im frischen <)ras spielen. Aber woher hast du den Rock?“ Kolieks Reiz, war fast schneeweiß, aber trotzdem er sehr stolz auf ihn war, saute er nur: ..Schwimmt schnell! Ich sehne mich nach festem!.and.“ Und so kamen sie alle zu den Gestaden, wo sie geboren wurden, und wo sie die alten Robben, ihre Väter, kämpfen gesehen hatten. Diese Nacht tanzte Kotick den Feuertanz, mit den anderen kleinen Robben. Die See ist in Sommernächten von Novastoschnah bis ßukaunon hinunter voll Feuer, und jede Robbe hinterläßt auf ihrem Wege einen leuii.;׳!! Streifen. Dann gingen sie landeinwärts zu Un!'kitzelnder I lolltischickie, wälzten sich im wil• den Weizen herum mul erzählten cinauUr ihre ITIebnisse in der See. ״I leda, (irimsehnabel“, redete plötzlich r׳n großer I lollnsschickii' Kotick an. ״Wo Iium *tu dir, den weißen Rock anjgeschafft?“ ״Ich hab' ihn mir nicht atiueschanV‘, >.tg!c Kotick. ״Fr ist mir gewachsen.“ Und al> er gerade im Begriffe war, den Spötter nicdci.u• wirfen. kamen ein paar schwarzhaarige Männer mit ulatten roten Gesichtern hinter einer Sand• diinc hervor. Kotick. der noch nie einen Men* sehen ui sehen hatte, hustete und senkte ih n Kopf. Die Molluschickie watschelten ein pa.*r Schritte weiter und glotzten. Die Mämii'i־ waren Kerick ßooterin. der erste Robbenfän::« r der Insel, und Pafalamon, sein Sohn. Sir kamen aus einem kleinen Dorfe, das kaum eine halbe Meile von den Spielplätzen entfernt war. und sie suchten sielt eben jene Robben heraus, die sie zu <fcn Schlachtplät/.en treibe!! ־־־ denn die Robben werden wie Schafe fjelric* ben —- und dann in Sealskinjacken verwandeln wollten. ״Hollall!“ sagte Patalamon. ״Da schau her! Fine weiße Robbe!“

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