Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 14 (8.4.1910)
- Date
- 1910-04-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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״*‘ן ’ ~-■ Nu. 15־• 1u r:D ISCHE RUNDSCHAU hiUigc Hildschimick unterbricht die Reihe der i,1- Itfre>s.1״u•״ Artikel. 741 denen auch Dr. N ״ u ,״ ״ ״ ״. jcr hek.mntc I olitikci»!las Seme beisteuerte. Ks ist I״»cltmt01׳cssat»t, was diese verdiente Persönlichkeit 11 de1״ )"diselien I alästmawerk zu .sauen hat. Da• 1lH־t1 I1.it MCI I astor 1.1» er har 11 mit einer klassl- •heu \M1a1ullung. deren Inhalt wir nicht verraten ״olle״ und können -- man muss sic wirklich nachlesen eingestellt. Raliinuer Dr. Lew lieferte Imi|1>y!h• Palästina-Aphorismen, der Anthropologe Hr, \\ 11 ־ s s e 11b e r g. den di,> Vir..1,,%״•_!;.:t....... * /« liehe sc .iiitl״•' l.istnt•1 och' cos!“'' \u’1t‘ 11 .1 1' V?dir יי!!'1 vv 11H. sich seil" 0.1' fiiiii. I'.il.i '״In! IICII'. den Jur, oilc״ $',1.1• c . S s CI. h er« den die V^how^S'S >h'«isclicn Mudieu an den Juden nach!>״. i'ntsandt hatte, erstattet einen wichtigen Hekr die jemenitischen Juden. Nicht zu vorm Pr. phil. Strauss-Zürich mit 1•■■ '.״s \11stiih111׳n«en. sodann Dr. Helix TI» eil.;1. .1.. die wir hier nur kurz streifen können, n mau bedenkt, dass der Preis der Zeit- . das ganze Jahr nur 2'.• Mark betrügt! so i. raiiseahe eines solchen Monatsheftes doch alles, was man verlangen kann. Hs dürfte u ilen. wenn wir die Zeitschrift nicht nur reu Abonnements 11ntersUi17.cn würden, sou- ^,lulcrs in uiclji/ionisiisclic Kreise ciuzu• o suchten. W ir sind überzeugt, dass das Intelesse durch diese Zeitschrift geweckt!den wird, so wie cs wohl keinen Palästina• .1 eil kann, der sich nicht an dem vorlicgen- :,iien ehrlich freut. Die Zeitschrift kann!.Spedition: München. Westermiililstr. 19IV eii die Redaktion; München. Pettenkofer- "־. bezogen werden. rv 1 Die feie: V. n 1 י : Auw l'is■•. . 1 tr.1t ה \umk iu>l Sv־ »1'liv. .׳ i'.'vll;,.: ' itevu!. kV.,׳ i’r.is »!ei1׳ An vlcnv. $('!111 .1 3msT1scne BewecuriG . Landeskonferenz der (!alizischcn Zionisten (Eigener Bericht.) Beteiligung von 180 Delegierten und zahl- »asten tagte in Lemberg am 27. und die Landeskonferenz der zio- Leu Partei in Galizien, die durch die ca des Präsidenten David Wolf {solut v Heden Hing erhielt. Herr Wolffsohn ״׳mag, dem 27. Marz, in Lemberg ein und den grollten Uhren empfangen. Am Hahn- ׳»imlten sielt sämtliche Mitglieder des zio* l .iiideszentralkomitees, verschiedene Ab- und zahlreiche Ucsimmngsgcnosseit. insv achthundert rersonen. •:.»gsabgeordneter Stand begrüßte den! »in Namen der zionistischen Landespartei, ben Tage beteiligte sich Präsident NVolffeiner von den Zionisten veranstalteten gunü.v.sv.״ '• olksvcrsammhmg. in der ihm begeisterte 0va:1׳.0 »!1;1.׳rgebracht wurden und die sich zu einer ׳״; יv :;;e 1 imdgelnmg für ihn gestaltete. Am Mon-!•s׳ l'esikint er die l.emberger Sehenswürdigkeiten, das 1ud»'.!:׳.׳ Viertel, die jüdischen Institutionen, das tkkiink ,uv Kidtusgemciiide. wo er vom ver- '.»in»»»diu kiiltusvorstand empfangen wurde, Wolffm.Iii! •.׳׳׳;!etc für das Waisenhaus, für das mdiscli(, ן; 11 י, י־ | und fiir das jüdische Studentenbeim h Ino Kronen. I'a »!eiste Zeit widmete er jedoch der Koneinen würdigen und inhaltsreichen Verlauf ״mag. um ltl Uhr vormittags, wurde die durch Al'g. Adoli Stand eröffnet. Nach :ereil/. > nahm. K«1n\ 1 ■ vier W .,i den K\\ n. eli - , ■׳!’Ce'• endei Kinn.« 1 ■ IhiS 11 I'alae׳ Tutig; Warm üeset des I KuUv, Ztnt. iudis (»111: die ( Zldlli Wart׳ Mn.». He di Hliei. Wim, titul 1 des Präsidiums erstattete Dr. M. Ringel »inscliafisbericht des Zentralkomitees. Da*!11•״ im verflossenen Jahre 6tö1 Sehekolim . tur den Nationalfonds 2(155(1 Kronen, für '.»I istinazwecke 7828 Kr. gesammelt. Die ״ betrugen (»(158. die Ausgaben 5844 Kr. 1» eier Leitung des Dr. M a 11 s m a nn stellende viessort entwickelte eine rege, erfolgreiche Auf dem kulturellen Gebiet wurde die Auf- •׳»beit vom Zentralkomitee energisch fort- Redner erwähnt besonders die Gründung ta!sehen Schtilvereius, die Organisation der »uimJeii. um deren Zustandekommen das ״׳*nee eitrig bemüht ist, den Kampf um den •*ti'malen Kataster m der Bukowina, die c der ״K r e 11 i t ■ U n i o 11“ und ihrer Filialen, misation der zionistischen Akademiker und!1111 I‘‘ra11cn, und schlicht mit einer Aufforderung zur gemeinsamen rastlosen t Darauf erstattete Adolf Stand den liaftshericht über die Tätigkeit des ״Jüditubs" int Reichsrat. Die Mitglieder des Jüdi- ׳ bihs fühlten sich in erster Reihe als Zionisten; in zweiter Reihe als jüdische Politiker. Sie Hm!!‘.!•ncr jcs jüdischen Volkes, mit ihm zusammen Dim!. n und tielcn sic. Während Stands Ausli,;: ״׳•••״. die einen tiefen Eindruck auf die Anwesen- ״en 11,,!eilte, verbreitete sich im Saale die Nachricht Von der Ankunft Wolffsohns. Vom Tor bis zum Ein- *,1״« im den im ersten Stock belegenen Konferenz* sa;1l bildeten die akademischen Verbindungen Spalier, und begeisterte ״Hcdad,’-Rufc begleiteten den Präsl- Jente״. Als Wolffsohn in den Saal cintrat, wurden «rolle Ovationen bereitet, die sich immer er- »cuvrtcu. bis Wolffsohn auf der Prfisldialtribüne *•dz. nahm und der Vorsitzende Adolf Stand seine Begrüßungsrede begann. Stand betonte, daß der I räsident der Zionistischen Weltorganisation zum ersten Male jetzt in Lemberg weilt und den galizischcn Zionisten sich zum ersten Mal die (Je- Icgcnhclt biete, durch .solchen Besuch mit der Purtvl״ Vitung in näheren Kontakt zu kommen. Am Kongrosse — so führte der Redner aus •— bekämpften wir Wolffsohn aus prinzipiellen Gründen, aber die bewunderungswürdige Person, den energischen Mensehen, welcher nach Hcrzls Tod die Leitung übernommen, den anfopferuugsfühlgen Zionisten, den mutigen Kiimpfer für unsere Idee schützen und unterstützen wir alle. Präsident Wolffsohn, stürmisch begrüßt, dankt zunächst für den ihm bereiteten enthusiastischen Empfang. Er besprach dann die Aufgaben der zionistischen Partei in Galizien mul fuhr fort: Wir sind eine jüdische, aber eine modern-jüdische Partei. Wir kümmern uns nicht um religiöse Angelegenheiten, denn wir arbeiten national und politisch. Wir bcgreifen aber sehr gut, daß die jüdische Religion und die jüdische Nationalität eng verbunden sind und sich von einander nicht trennen lassen. Ich bin zu Ihnen gekommen als a r m c r Präsident, denn ich habe keine Titel und Orden zu verleihen. Zu geben habe ich nichts, ich komme nur - obwohl cs nicht sehr angenehm ist - zu verlangen, daß Sie die Parteileitung 111 ihrer Arbeit für den Zionismus unterstützen. Diesen Ausführungen folgten stürmische Beifallsbcz.eugungeii. In der Naehmittagssitziing berichtete Dr. Hausm a 11 n über die Palästina-Tätigkeit des Zentralkomitees, woran sich eine lebhafte Diskussion anschloß. Am zweiten Vcrhaiullmigstag referierte Snlomon Schüller über die kulturelle Tätigkeit und M. Frostig über die wirtschaftlichen Aufgaben der Partei. Dr. Wald 111 a 11!1 legte ein neues Orgnnisationsstatut vor, welches nach eingehender Erörterung provisorisch auf die Dauer eines Jahres angenommen wurde. Zum Schluß der Konferenz ergrifi Präsident W 0 1 ff soll n wiederum das Wort. Er habe in Lemberg alle jüdischen Institutionen, überhaupt das Jüdische Lehen keimen geleint, und könne behaupten, daß hier, Im Gegensätze zu anderen Ländern, jüdischer Geist mit moderner Kultur gepaart herrsche. Schade, daß er nicht vor drei Jahren hierher gekommen sei. viele Mißverständnisse hätten dann vermieden werden können. Er reise aber jetzt überall hin, weil er sich als den geeigneten Vermittler zwischen den zionistischen Landsmannschaften bctrachte, und er hoffe auch, den Erieden in der Partei wieder I1er/!1stcllen. Mit einer kurzen, wirkungsvollen Rede schloß der Vorsitzende Adolf Stand die Konferenz, und unter Absiiigmig der ״llatikwah" verließen die Dolegierten in gehobener Stimmung den Saal. Nach dreitägigem Aufenthalt verließ Wolffsohn Dienstag abends Lemberg, wobei ihm eine ungeheure Menschenmenge das Geleit zum Bahnhof gab. Der II. WesHkslerrcichlsche Zionistentau Zur selben Zeit, als in Berlin die große Sitzung des Zentralkomitees und in Lemberg die IX. Landes- Konferenz der galizischcn Zionisten stattfuud, wurde in Wien der II. Wcstöstcrreichischc Zionistentag abgehalten, licr sowohl durch die große programmatische Rede des Präsidenten l)r. Isidor Murgulics- Wien, als auch durch die Resolutionen, in der Frage der Leitung und künftigen Arbeit, der Paläs ti 11 a f rage, wie auch des Verhältn issc s zu den K 1111usgcmc inden gefaßt wurden, von großer Bedeutung sein wird. Dr. Emil M arg 11 lies-Prag stellte am Schlüsse seines Referates über die Lage des Zionismus nach dem Kongreß folgende Thesen auf, die mit großer Majorität ommew wurden: I Der west'isterieiehiselie Zionistentag bcißt ireuilig das aut dem IX. Kongreß von izieler Stelle 11ml in offizieller Form erfolgte fgeheii des Charteigeilunkeiis und gibt seiner borzeugtmg Ausdruck, daß im Mittelpunkte aller mistischeii Arbeit nunmehr im Rahmen der in r Verfassung des türkischen Reiches gegebenen iglichkciicii. die von Initiative und Energie er- Itc systematische, großzügige und intensive rtscluifts- und kulturpolitische Arbeit im Lande lästina stehen muß. . II Der demokratische Gedanke ist nicht eine alliec ans praktischen Notwendigkeiten gereue Acußerlichkeit. sondern ein essentieller, nitrierender Bestandteil der zionistischen Idee, t deren Wesen mul Entstehung unlösbar ver- 10*Eine' Zunickdrüngung oder Behinderung der twicklung dieses Prinzips in der Organisation ißte das Vcrantwortlichkcitsgcfühl weitester eise für die Ereignisse und Geschehnisse in der!wegung und damit das Interesse abschwüchcn d den gerade durch das Bewußtsein der ge- :insameti auf jedem lastenden Verantwortung ^geschlossenen Zusammenhang aller Telle Seite 161. Der wcstöstcrreichischc Zionistentag hält daher für notwendig: 1) Dali das grolle A.-K., das in der Kongreß- Verfassung als oberste Behörde vorgesehen ist. gegenwärtig aller Jeden maßgebenden Einfluß auf den Fortgang der Bewegung verloren hat. den ihm gebührenden Einfluß auf die Organisation und Arbeit der zionistischen Organisation in Anspruch nimmt und nusübt: 2) daß das heute in dem Kongreßstatut für die Organisation der obersten Exekutive vorhergescheue Kollcgiulprinzip eine wirksame Ausgestaltung erfährt, wobei für die Möglichkeit einer innigen Verständigung und Zusammenarbeit der Mitglieder des E. A.-K. als notwendige Voraussetzung anzuschcn ist, daß die Majorität der zu erwartenden Exekutive an dem Sitze der Zentrale wohnt; 3) dal! die mimnehr bereits auf zwei aufeinandcrfolgeiidcti Kongressen eingctrctcnc Aus- Schließung des moralisch 1׳nd politisch, national und kulturell wichtigsten östlichen Teiles unsere Organisation von aktiver Einflußnahme auf die Leitung, die den Unterschied zwischen Ost und West verschärft und wachsende Verstimmung in unseren Massen bewirkt, nicht mehr wiederholt und dem Osten der ihm gebührende aktive Einfluß auf die Leitung eingeräumt werde. 1111 Anschluß an das Palästinareferat Adolf Bölun's-Wien wurden noch folgende Resolutionen c I n's t i 111 m i g angenommen: I. Der wcstöstcrreiehisehe Zionistentag spricht dem Leiter des Palästinarcssorts Prof. O. Warburg sein unerschütterliches Vertrauen aus. sieht die von ilmi vertretenen Prinzipien als die richtigsten an und verlangt, daß die von ihm nach diesen Grundsätzen geführte Palästinaarbeit die nachdrücklichste und vorbehaltlose Unterstützung aller Parteiorgane finde. II. Der westösterrciehisehc Zionistentag spricht insbesondere seine Genugtuung darüber ans. daß mit der Siedlungsgenossenschaft, welche von der österreichischen Organisation schon seit Jahren propagiert wurde, eine vielversprechende, sozialfortschrittliclie Kolonisationsmcthodc in Angriff genommen wurde. An Stelle des von der Leitung zurüektretenden Dr. J. Margulics wurde Adolf Böhm zum Präsidenten des Zentralkomitees der weM״sterreiehlsehen Landsmannschaft gewählt Die neugc'vählte Exekutive des zionistischen Zentralbmeaus fur Wcstösterreich, mit Herrn Adolf Böhm als Präsklcnt. hat beschlossen, sich in der nächsten Zeit vollkommen auf die Agitation zu Gunsten der P.L.D.C. und der SIcdlungSRenossenseltafl zu konzentrieren. Franz Oppenheimer in Kairo Gelegentlich der Anwesenheit Dr. Franz Oppen- 11 e i in e r s. der sielt auf dem Wege nach Palästina befindet, veranstaltete der Zionistische Verein ״Aliawatli-Sloii** am 20. März eine große Versäumtlung im Theatre Egyptien. Vor dem zahlreich erschicncncn Publikum, das den Theaterraum füllte und den Redner mit lebhaftem Beifall begrüßte, führte Herr Dr. Oppenheimer etwa folgendes aus: Es sind gewaltige Schwierigkeiten zu überwinden, um den zionistischen Plan zu verwirklichen. In einem Laude, das bis heute eine Rechtsordnung im europäischen Sinne nicht kennt, wollen wir ein Volk von Handwerkern und Händlern zum Ackerbau zuriickführcn. Doch bietet gerade Aegypten ein Beispiel, wie man die Schwierigkeiten einer »Massenansiedltmg uberwinden kann, denn durch rationelle Methoden ist cs ermöglichst worden, auf den 2(1 (Ml bebauungsfähigen Quadratkilometern Aegyptens 12 Millionen Menschen anzusiedeln. -- Unser Ziel ist. in Palästina eine jüdische Mehrheit zu schaffen, die unter freiheitlichen Gesetzen Selbstverwaltung haben wird. Dazu brauchen wir keine Autonomie und keine Sprengung der Türkei, vielmehr wünschen wir ihre. Einheit 7,u erhalten. Der erste Satz, den wir uns cinprägcn müssen, lautet: Wer das Land beackert, gibt dem Lande seine N a t i o ־ na II tut. Wir wollen nicht jüdische Plantagcnbcsitzer schaffen, sondern jüdische Kleinbauern, damit das Land jüdisch wird, und weil so die höchste Dichtigkeit der Bevölkerung erreicht werden kann. Unser zweiter Hauptsatz lautet: Wer Städte gründen will, muß Bauern schaffen. Gewiß wollen svir die Forderung der Industrie im Auge behalten. Aber in erster Linie kommt für uns die landw.'irtschädliche Kolonisation in Betracht, deren Ausdelinung ganz von selbst zur Bildung von Industrien führt. Wir wollen uns nicht damit begnügen, ein paar tausend Menschen zu helfen. Unser Ziel ist vielmehr die Hebung der jüdischen Masse. Hierfür reicht das bisher angewandte Wohltätigkcitssystem nicht aus, denn wir brauchen viele Hunderte von Millionen, die nur auf dem Wege der Anleihe, nicht durch Gaben einzelner Wohltäter, beschafft werden können. Deshalb ist cs unsere Aufgabe, die Kred i t b a s i s zu schaffen, die uns die Aufnahme großer Kapitalien ermöglicht. Diese Kreditbasis kann gewonnen werden, wenn mein vom IX. Zionistenkongreß akzeptierter Vorschlag realisiert wird, eine Siedlungsgcnosscnschaft zu errichten. Wir wissen heute, daß der Großbetrieb In der Landwirt- %