Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1910-03-25 · Heft 12 (25.3.1910) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 12 (25.3.1910)
Date
1910-03-25
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2651273-2651657-2651670--06959-2664088
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 138 JUEDISCHE RUNDSCHAU. No. 12. Niclitinoliamedanische, christliche mul jüdische Re• krittelt werde» »ilclisler Tage mich in die Leibgarde d es Sul!a »s eingestellt. Dies ist ein bedeutsames Ereignis, da die Türken selbst bei der Frage der persönlichen Sicherung des Padisehahs die Rassenimterscbiede beseitigen. Sultan Mehmeds l.eibgarüc besteht mir aus einer Kompagnie Infanterie in Stärke von ־/.wcilmndcrt Mann und einer Schwadron Ulanen in Stärke von tiundcrtr.wanr.ig Pferden. * Der ,fiidlsclic Turnverein ״Makknbl" entwickelt sich imer mehr und erfreut sich der Sympathien aller Parteien und Kreise. Dieser Tage wird der ansgczeichnete Turnlehrer Herr Knotier aus Berlin erwartet, zu dessen Anstellung das zionistische Aktionskomitee, der ifiifsverein uml das Odessacr Palästina• Komitee beitragen. Besondere Verdienste um die erfolgrciche Tätigkeit des Vereins, der mehrere Ab* teilungen in den verschiedenen Stadtteilen hat, haben sielt die Leiter A b r a h m o w i 17 und A b r a h a m erworben. — England Wie die ״N. .1. K." aus London erfuhrt, bat die Absicht der Verpflanzung des Bnei-Brith- Ordens nach England feste Form angenommen. Die Uriindung der ersten Loge des U. 0. H. B. in England dürfte demnach schon in den nächsten Wochen erfolgen. Als erster Präsident der Loge ist ein heknnnter englischer Z i 0 n i s t e n fii 11 r e> r in Aussicht genommen. Amerika OeÜfentliclic Abbitte Den •luden in Amerika wird von ״iiizieller Seite in m.mchci Umsicht bcmeikcnswcitc Beachtung erw icseii. S» werden alle Mitteilungen der Regierung und der Stadtverwaltungen auch in den jiddischen wie in den englischen Blättern publiziert, In den Postämtern, die sich in von Juden bewohnten Vierteln befinden, sind auch jüdische Beamte augestellt, welche verpflichtet sind, in jiddischer Spiachc denen zu erwidern, die sieh in dieser Sprache au sie wenden. Es gilt als selbstverständlich, dass ein ausgesprochener!udeniciihl kein üiiVmlielirs Staatliebes oder städtisches Amt bekleiden darf. So musste der hiesige Poliz.cichef B i 11 g h a m vor einiger Zeit seine Stelle verlassen, weil er seine empörenden Angriüe gegen die Juden gerichtet halte. Ein ahn• lieber l all lenkt gegenwärtig das Interesse der öiientbeben Meinung auf siel». Vor zwölf Jahren verfasst ג der damalige New Yorker Polizeichef krank Moisc ein Buch ״The American Metropolice", in dem er die jüdischen Einwohner des ״East End" der niedrigsten Vergehen beschuldigte, fliese Beschuldigungen wurden au den Band genauer statistischer Test- Stellungen als absolut unzutreffend uaeltgewiesen uml der Poli/.eielief inullle deinissioniereu. Zwölf Jahre sind seither verflossen, mul die ganze Affäre wäre in Vergessenheit geraten, wenn jetzt nicht der Name des Expolizeipräsidenten bei seiner Ernennung zum Staatsanwaltsgcltilfcn genannt würde. Das ״Jüdische Morgenjoiirnal" erinnerte bei dieser Gelegenheit an die nübereil Auslassungen Dr. Erank Mörses. Dieser richtete nun an das genannte Blatt einen laugen ,.oiieucn Brief", in dem er alle seinen früheren Behauptungen, die er in der Aufregung eines Kampfes geüussert hätte, in reuevoller Weise zmücUnimmt und sich als aufrichtigen Ercunü und Bewunderer der Juden und des Judentutns erklärt, was er inzwischen durch Eördcrung zahlreicher jüdischer InstHntioucu bewiesen habe. Aus New׳ York wird der Tod des bekannten hebräischen Schriftstellers und (ktehrleu J. L. Sassn i t z. gemeldet. Der Verstorbene, der aus Rußland stammt, hat sich vorzugsweise mit wissenschaftlichen Prägen, besonders solchen der Mathematik, befallt und mehrere Werke in hebräischer Sprache darüber veröffentlicht. Mr. Louis Hämmerling, der bekannte Beginiuler der bekannten ״Porcign Languagc News- Papers Association", fordert ־zur Gründung einer Allgemeinen Organisation der Einwanderer auf. die zum Zwecke der gegenseitigen Hilfeleistung und der Verteidigung der Interessen aller Einwanderer in Amerika dient. Die jüdischen Zeitungen stehen dem Plane der Gründung dieser Organisation, die den Kamen ״Liberty Immigration Society" führen soll, sympathisch gegenüber und treten dafür ein. daß die Juden sich rechtzeitig Ihren Anteil an der neuen Organisation sichern. * Vor zwei Jahren wurde der Chicagocr Millionär Julius RosenwaId zum Präsidenten des jüdisehen W 0 h 11 ä t i g k c i t s v c r c i n s erkoren. Bei Antritt seines Amtes verpflichtete er sielt, jährlich das doppelte der größten Spende zu entrichten. Diese war im vorigen Jahre 8000 Dollars. Roscnwatd erlegte 10000 Dollars. Als aber dies Jahr jemand 10 000 Dollars schenkte, zögerte der Millionär kurze Zeit — um dann den dreifachen Betrag, also 30000 Dollars dem Verein zukonintcn zu lassen. Schöner und edler kann tuan sein Amt nicht versehen. Ob Roscnwald wohl viele Nachahmer finden wird? Wir hoffen cs. Pfl Lfl C5TIN A-R UNDSCHAU Erntc-Erfjcbnissc in unseren Kolonien M n s k a r e 111 B » t h I a, Die Kolonie umfaßt eine Pläclie von 10400 Dunum, Ule unter 31 Kolonisten verteilt Ist. Die Ernte des letzten Jahres ergab an 1400 Kcl Weizen. 2350 ״ Berste. 78(1 ״ Pul (Dolmen, 8.15 ״ Kersetme (Wicke). Da zur Erntezeit die Preise pro Kd sich bei Weizen auf ö Prs., bei Berste auf 3!נ׳ Prs״ bei Pul und Kersetme auf 5 Prs. stellten, repräsentierte die Ernte einen Wert von 84 000 Prs. in Weizen, H325 ״ ״ Berste, 3 01 Kl ״ ״ Pul, 4 175 ״ ״ Kcrscnne. zus. von 100 400 Prs. Hierzu kunimi die Sesam-Ernte im Werte von 33 800 Prs., so daß die gesamte Ernte in brutto einem Werte von 134 200 prs. glcielikum. Hiervon sind die Osclicr-Abgabe im Betrage von Istxx) Prs. mul K 01 o n i e - S t e u e r n im Betrage von 7500 Prs. ubzuziclicn, so daß 108 700 Prs. als Reinertrag zu rechnen sind. Demnach hatte eine Koloiii.steu-Pamilic in Maskereth Bathla im Durchschnitt ein Einkommen von 3500 Prs., wovon sic die Kosten der Wirtschaft (Unterhaltung des lebenden und toten Inventars, Anschaffung von SautgctrcUlc, Arbeitslöhne und dgl.) und ihren eigenen Lehens• unterhalt zu decken hatte. ln der Verteilung des Besitzes sind unter den Kolonisten von Maskereth Bathla keine besonders grollen Unterschiede zu vermerken. Den niedrigsten Besitz von 1811 Dun,1111 hat mir ein Kolonist. 250 Dunant. 2(10 300 340 380־ 420 500 besitzt 575 Duitain. Ein Hrutto-Utttkommcn von nahezu 20(10 Prs. hatten 2 Kolonisten. 3 Kolonisten besitzen 230 le 270 320 3(10■ 410 450 () •I tl ״ 4 3 2 5 I Kolonist von 22tHi 2700 ״ .. von 3000- 3500 ״ ״ 4000 3500 ״ ״ 4500 -4000 ״ 5 ־ 4500 ״( HIO ״ ״ 5000-5500 ״ 5500 öIHMI .. Volt ö(ifH) ״ ״ 1)070 ״ lut allgemeinen ist .sk ereilt Batliia Kolonist. II Kolonisten. hatte 1 י " hatten 7 2 M 4 H tt fl •I ל M •» H «I 4 ., hatte I Kolonist, .. I die Lage der Kolonie ......... v ..... .. als eine günstige zu ber.cichncn, was hauptsächlich dem Umstande zu ver- J.mken ist, daß die einzelnen Kolonisten von der JCA in ausreichendem Maße Boden. Inventar, und Häuser erhalten haben. Die Kolonisten haben bereits in den letzten Jahren mit der Abzahlung ihrer Schuld an die JCA begonnen. Uedem)!. Vor kurzem sind die Abrechnungen für das verflossene Jahr in unserer Kolonie abgcschlossen worden, aus denen sich nachfolgende Resultate für die Winterernte ergeben: . ...!»1 den Bemühungen, eine rationellere und intensive auf, die die Kolonisten allem zu beantworte1)^,״ ״ Kultur einzttführen, werfen sich zahlreiche I'mi״׳) imstande sind und zu deren Lösung eine 1.111 d \s׳ it!, x c 11 n f 11 i c 11 c Versuchsstation mivl cm אu( geleitetes Pa cli organ viel beitragen Umuen. Bedauernswerter Weise hat sich die /..111t de! jüdischen Arbeiter bei uns verringert, weil es t״r Mt keine feste Beschäftigung im Laufe des vt.nzen Jahres gab. Jüdische Kiclilcr ln Jerusalem und in Bevrttth sind!, den letzten Tagen zwei Juden als Richter am I. Instanz ernannt worden. Beide haben vo!; ,;1/t״ die juridische Falk ul lat in Kons* ״S|. 11 o p e 1 absolviert. Die Mehrzahl der Ri, ׳.,׳ vmn alten Regime Italien keinen regelrechten Stti 1. : g.nn* durchgemacht. Jetzt ist die Regierung best! ,. d!{ Zahl der qualifizierten Richter zu vermehren. ־.c1dt jüdischen Richter (Scfardim) sprechen gut liv!;sch. Einstellung des ״Ha/.wt“ Der ״II a /. w i" hat infolge von Unsiimmi.!;tn zwischen Ucn-Jcltuda und dem Hera!;• htr. Herrn Peingold. sein Erscheinen uingestcl! \״.' statt des ״llaz. wi" redigiert jetzt Be n .1<. 1; י du den ״H a o r". der ebenfalls täglich erscheint 1!■ , vor, Herrn Sc her ist i herausgegebett wird. Eine jüdische Kolonie bei liaif.1 Bekanntlich ist vom Jüdi selten Nati* foitds der hiesigen Iläuscrbau-Bcsellschaft .. ..״. da 111• Ach im" ein Kredit von StthtKi Pu. I cwilligt worden. Mit Hilfe dieses Kredits hat tn, '.,kr eine kleine jüdische Kolonie gegriunk׳׳;. ü.v den Namen ״II c r z c I i .1 h" fuhrt. Die Iü4<1׳m ect am Abhänge des Karmel, von wo .01, mB! ein wunderhübscher Ausblick auf die gegi; er• liegenden Berge Galiläas bietet. Es sind I •.;!s ö Häuser fertiggcstclll, die einen ausge/eul. uu Eindruck maclicn. Hebrülsche Wandkarte l’alüslinas Der auf Anregung der hiesigen I. e 11 r e r s e'. i t von der P a I ä s t i n a - K o 111 in i s s i!»11 in Be;;1 vor etwa zwei Jahren gefasste Beschluss. r;1e hebräische Wandkarte Palästinas 1>1r den Gebrauch der hiesigen Schulen lara. ,,1• geben, wird nun in nächster Zeit auch ui• wnklicht werden können. Die Herrn Ein.>11 u Saphir übertragene literarische Arbeit ist Ihh.'.s fcrtiggestellt. Herr Saphir hat ein <1!־,• s c 11 a f t s v c r z e i c 111t i s verlasst, in welchem .'״c historischen oder in der Gegenwart tvi.ii• tigen Ortsnamen in alphabetischer Reihenfolge ■ geführt und neben dem hebräischen Namen bc arabische Benennung in arabischer uml hebräischer Schritt, Ionier der Vcru.1l• 11111 g s 11 c z i r k . in dem der Ort sich liciiiulct.!.ml die wichtigsten Stellen aus unserem Schrifttum, m denen der Ort erwähnt wird, angegeben sind: in e:!u׳r kurzen Bemerkung wird schliesslich aui die liistonOie und gegenwärtige Bedeutung des Ortes bingewicm Die Karte wird sich an die K i c!> e r t' s c It e W.!1 ־• karte aulclmctt und die meisten Orte mit hebraivmer Aufschrift enthalten, die utinderw iehttgcu dagegen >! einer Zitier versehen, welche mit der Nummer des K־• treffenden Oites im Ortschafts-Register identisch s :! wird. Die Herstellung der Wandkarte hat int« Ue eines Abkommens mit der Palästina-Kommission ävr V e r l a g D i c t r i c 11 Reimer in Leipzig : nominell. I(HM) dz. Weizen. 5W1 ״ Berste. (!18 ,. Bohnen (Pul), |80 ״ Erben. Diese Erträge repräsentieren annähernd folgende Geldwerte: 2(10(10 Prs. für Weizen. 7 40(1 ״ ״ Bei sie, 0111H1 ״ ״ Bohnen, 3 HW ״ ״ Erbsen. zusammen 40100 Pres. Als SoinntereriUc wurden von 512 Dunam 1785 kg Dtirralt. die einen Wert von 180 Prs. darstellen, und 2l׳Ut kg Sesam,. Ule einen Wert von 970 P'rs. darstcllen, abgeemtet. Von den Pflanzungen ergalicn 150 Dunam Mandel- Plantationen 9(100 kg Pruclit, 900 Dunam Weingärten 1800 Kanlar — 540000 kg Pruclit. Die Mandclcrntc stellt einen Wert von ca. 8000 Prs., die Weinernte von ca. 1300 Prs. dar. Somit repräsentiert die gesamte Sommercrnte einen Wert von 22 000 und die Ernte des ganzen Jahres 62000 Ers. brutto. Diese Ergebnisse sind in bezug auf den Weizen als günstig, in bnzug auf die übrigen Fruchtarten als mittelmäßig zu bezeichnen. Der an die Regierung bezahlte O s c h c r maelttc 14,5 Prozent von der Winterfrucht und 15 Prozent von den Pflanzungen aus. Im laufenden Jahre stellten sich die Regen leider erst spät ein, so daß nur der Weizen rechtzeitig gesät werden konnte, die Gerstesaat dagegen verspätet wurde und die Bolincnsnnt bei troykenem Boden vorgenommen werden mußte. Auch nach der Weizenbcstcllung blieb leider der Regen allzu lange aus. Es ist deshalb eine ungünstige Ernte zu befürchten. 1111 allgemeinen hat sich in unserer Kolonie die Methode des Körnerbaus bedeutend verbessert In Neuer Arzt tn Kcchobolh Dieser Tage verlässt Herr Dr. Ptichows. i Rcclmbotii. mit auf europäischen Kliniken einige ׳>«! zuzuhringen und sodann in Jaffa seinen stuiiL• ׳׳•! Wohnsitz nnfznsehlugcn. Anstelle des Dr. T s c h e r• ulkowski, den die Kolonie ursprünglich : stellen die Absicht hatte, der aber zur Ze'l ׳■<• •' nach Palästina zu übcrsicdeln gedenkt, wurde il.ir Dr. M 0 s c 0 w i t z. aus B r a i I a berufen. Sn vי.!׳ 1׳ zionistischen Kreisen ist Herr Dr. Moscov.׳!׳: von seiner eifrigen Parteitätigkeit, die er;•B •v־ ׳• glied des Grossen A.-K. in Rumänien entfaltet I •1׳• bekannt. Eine technische Zeitschrift Herr Ingenieur Goldman 1t in Jaffa gibt m hebräischer Sprache eine technische Monatssclu!.t ״H i tp a t c 11 u t It" heraus. Vorläufig ist das erste Heft erschienen, das reichliches Material bietet. Palastlna-Rclse. Wie man uns aus Budapest mitteilt, veranstalu: ein aus den hervorragendsten Persönlichkeiten der orthodoxen Jndcnschaft Ungarns im Mai I. J. eine Jüdische Qcsellschafts-Rcisc nach Palästina. Die Gesellschaft wird vornehmlich Jaffa - Jcrsalcm Hebron -״ Cbaifa - Tibcrias Safeü — MC1011 un i die Jüdischen Kolonien besuchen. Die Religiöse Leitung hat Sr. Hochwürden der Budapcster ortli. Oberrabbiner Koppel Reich (Budapest, VI. Mohren• gassc No. 7) übernommen. Hiernach ist es überflüssig, zu konstatieren, daß die Verpflegung wüh• rend der ganzen Reisedauer streng ortli. rituell sein wird. Mit Programm und nültcren Auskünften dient bereitwilligst der genannte Herr Oberrabbincr. i» Ungarn gibt sich schon jetzt für diese Reise ein lebhaftes Interesse kund.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.