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Jüdische Rundschau · 1910-03-18 · Heft 11 (18.3.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 11 (18.3.1910)
Date
1910-03-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 127. No. 1 *•_ d. h. geographische Zusammenfassung im eigenen lande. Das 1st dic Vorbedingung fßr den Forthe. stand ויחוו Weller ortbildimg einer jüdische״ Ku &־־ Dieser Möglichkeit Verwirklichung strebt der Zionisraus an. d״ an« letzten Ende eilt PcrsünHcUVccitsprobtem sa Uas Verlangen nach Freihett. Der Redner schließt mit einem begeisterte» Appell. sich aus PersönliclikciisRriiiulen der zionistischen Bewegung anx«$cldiei!cn. Per Redner iiattc cs verstanden, mit seinen interessanten Ausführungen das den weiten «aal kaum fassende Publikum über VA Stunden 7.u («sein. Au den Vortrag schloß sich eine kurze Dis- זגו• S a n u I c r auf eine Anfrage hin OeU^nlicit nalim, den Zionismus noch in seiner praktischen I at1«kc t und in seinem Verhältnis zmn Religiös« darzustcllcn. KatmwUz. Der riilimlichst bekannte Jüdischnuilhatbclic Verein ״llnsomlr" aus Bcndzl» (Russ. Polend gibt am Montag, den 28. Mürz, auf Veranlassn k der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe im Saale »!•׳ Konzei bekam.; •׳ Kunsu י wccl!s1:. aus As. EinlaJ. י Wunv' w orte t 1 IV hielt •> lung •■״■ die e׳y Jahre יי der T• Jahre . heran" halten .׳ und Ci. ׳ mi hu;. der l’il. pljnin.ii Kr.nA•; n tur dm. usw. grolivrui... ZU CfH'iVi wurden <t h 111 * l\ 1. I wieder•!■׳!cizteii I’!:• Mmtiiede ו . Ser.Himtei, 0rtsur11|';׳e die linnw nmn ihn nicht oft erlebt. — der 1״ b r i n 11" für diesen 1 ״ReichsliaHe" ein Vokal- und Instrumental Das Programm, dessen Einzelheiten noch ,geben werden, wird jüdischen Volks- und .mg mit Orchestcrbeglcitung in bunter Ab- •g bringen. Dem Konzert scliliciU sich — is des Purimfestes — ein Dali an, zu dem ,!11 nach auswärts nur auf besonderen ו י gehen. Diesbezügliche Anfragen beuul- 1ir Simon ץ r eit 11 d, Kattowitz, Sedanstr. 8, ,1. Die Natloiialjüdlsclie Fraucnverclntgmig :־« März ilire diesjährige Gcncralvcrsamm- Nach Begrüßung der Anwesenden dureh Vorsitzende verlas die Schriftführerin den ־ .!it. welcher ein übersichtliches Bild von .nt der l'raucnvcrcinigung im verflossenen tolgendcn tiebieten gab: Erziehung der;«enden Jugend zur Liebe und zum Pestliuientmn durch Veranstaltung von Purim- ־ kah-Kinderfesten. sog. Kirulernuelunittagcn!.esc- und llandarhcitsahendcii 11.sw.; ferner .י des jüdischen Ücmcingcfiihls durch einen :.!1 Krankeiifürsorgedienst hei auswärtigen mul der Pflege jüdischer Kunst mul l.licra- .lullere Veranstaltungen wie Teeabende luachscnc. Audi eine erhebliche Verler Mitglicdcrznlil war aus dem Bericht Bei der darauf folgenden Vorstandwahl Itarnen Prau Schere k, Prau Lu- 1a11 S m o s e 11 c wer, Prüulcin B c 11 d i x 1י Fräulein Saintcr ncugewühlt. Den kt der Tagesordnung bildeten Anträge der welche lebhaft erörtert und zmn Teil anwurden. Als Vertreter der Zionistischen uberhruchte Herr Dr. Köllen sc 11 er and den Dank für die rege Tätigkeit der Füucnvwuuiiguug. Pie Zionistische Ortsgruppe sicht mit hem!»• und Genugtuung das Wachsen und die emsiw Arbeit des Vorstandes, man lerne immer mehr die l'Muenkraft in der inneren Arbeit als auch in der Auücnprnpuganda schätzen. Mit einem Appell an die Anwesenden zu weiterer tatkräftiger Mitarbeit schir.ii der Vorsitzende die Versammlung. Königsberg I. Pr. ln der Königsberger Zlonlstl* sehen Vereinigung hielt am 7. Mürz Herr N. So kolow, einen Vortrag über die ״Renaissance der jiidisehen Kultur“. Das jüdische V״!k, führte der Vortragende ans. das auch exterritorial eine eigene Existenz iulire. stehe an der Schwelle einer grollen Epoche, am Begum einer neuen, starken jüdischen Kultur, hie hebräische Kultur, die h c b r U -;sehe 1'ublizisti k befinden sielt bereits heute •ח sutmuiswerter Biiitc. Auch in der heutigen iudisc!1 cn Politik treten starke Kulturkcimc?!;tage. Au Stelle der früheren geduldigen Zurück* l'altum: die zweckentsprechende l’olitik des Zu* Emiliens»iilusses zu tatkräftigen Organisationen getreten Darin liege die Verkörperung eines politischen Sinnes, ua Stuck sozialer Kultur. Auch der 'Vis- *ense h;י i t sei eine andere Behandlung zuteil ge- '•;׳orden Sic nimmt Fühlung mit dem Volke und ״Idet 1 ס.!! י Spezialität mehr für Orientalisten und The<.|t״ Selbst auf dem Gebiete der Kunst ^i einprogressive Entwicklung bemerkbar. Alle 5״stre׳i.!11׳gen Können sich aber nur entfalten und *u In׳»; ster Blüte gelangen, wenn dem jüdischen '*>lke 1 .; normalen Lcbcnsbcdingungcn wiedefgeftben \»■.:den. Das jüdische KuUurproblcm könne nur!? der ’»'1 -.iUclt gelöst werden. Ein *«nira״ ״׳is Mittelpunkt für alle jüdischen Kultur- .:en müsse in Puiüstina, wo alles mit uer s historischen llcwuntscins auf den Juden geschaffen werden. Das sei das Moment, •1 Vortragende seine mit äußerst starkem ׳!{genommenen Ausführungen, das die der n a t i 0 n a 1 - k u 11 u r c 1 len Richtung . ׳aus betonen und dessen Verwirklichung sie trschnc!,, 1~ , Künigsberg 1. Pr. Den Höhepunkt in dem regen rjc" »•’ r .,Ihriali", welche den ganzen Winter hinurch v1(.r/.chntägig gut besuchte Vortragsabende "anstaitct hat, bildete die Anwesenheit N. So ko-?'״s, der am 8. März vor mehr als 100 Zuhörern *weisUindigen Vortrag über ״Lewinsohn Nre!,;., Wucht tinwirhe, tihlolt!ן »eifall ״Sngcr יחו Zinn■ und st;״ cvsky" hielt Prädestinierten S0k0low schon tu i ht־rvwagcndcn literarhistorischen Kcnnlntesc Ve״c,ll i lieina, so war doch vor allem 5 daU cr Leben und Wirken der beiden krollen 6 &cincr Zuhörerschaft in heb ז äi * c h c J ^>rachc nahe brachte, und so Gelegenheit k»b dlo 3 '^chaft zu bewundern, mit welche«• er unsere slL^uDersprachc beherrscht V/ohlklamt v n <KC ״abc brachte, und so Ockgenhelt kab, d e *״ ,«ständnislnnlgen Hörern einen Eindruck, wie Aufrichtiger Dank gebührt wahrhaft festlichen Abend. L. Hamburg. In der Zionistischen Ortsgruppe llamburg-Attoua hielt der Parteisekretär, Herr Gurt BlumcnfclU. am Sonntag, den 13. März, einen Vortrag über ״Probleme des modernen Judentums". In streng wissenschaftlicher Beweisführung und in aulierordenilich anregender Form gab der Redner u. a. eine eingehende Darlegung des Nationalitäts- Problems und kam zu dem Schlüsse, daß eine Lösung der Judenfragu im jüdischen Sinne nur durch den Zionismus, U. 11. also durch einen geographischen Zusammcnschluß im eigenen Lande herbeigeführt werden könne. Die hochinteressanten Ausführungen des Redners fanden den lebhaftesten Beifall der sehr zahlreichen Versammlung. Nach •Schluß der öffent• Heilen Versammlung sprach Herr Blumcnfcld im Kreise der Gesinnungsgenossen noch eingehend über die Arbeitspläne der nächsten Zukunft und machte insbesondere genauere Mitteilungen über die am 27. und 28. März in Berlin stuttiindende erweiterte Sitzung des Zentralkomitees, in der über die verschicdcncu Vorschläge zur praktischen Arbeit und damit über die Mittel und Wege zur Ausgleichung der bestehenden Differenzen beraten werden soll. Hamburg. 1)10 Jiidlscho Turncrschalt von 1892 zu llnmbiirg |;,V. hielt um N. März ilire diesjährige gesehäftlleiic ordentliche Generalversammlung, welche überaus stark besucht war, unter der Leitung des ersten Vorsitzenden, Herr P. Mark, ab. Aus dem der Versammlung vorgclegtcn Jahresbericht entnehmen wir, daß in der Mäimcrabtcilung an 90 Turnabenden 1728 ]*ersnnen, das sind durchschnittlich 19 Personen pro Abeml turnten; in der Damenabteihmg war der Besuch erheblich hoher, cs turnten an 8b Abenden 2554 Turnerinnen, d. It. 29,7 pro Abend Ikr Kassenbericht schließt bei einem Budget von 1309,47 Mk. mit dem geringen Uberschuß von 20,88 Mk. ab. Dem Kassierer wurde Dccharge erteilt, ln den Neuwahlen wurden die Herren Mark und A. Jacob iu den Tururat wiedcrgewählt und zu Revisoren die Herren G. Kn|1» mul 'V. Wollt l»c stellt. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete ein Antrag des Tururats auf Erhöhung der Anzahl der Turnratsmitglicder von 7 auf 9 Personen und auf Gewährung des Stimmrechts an die volljährigen Mitglieder der Dameuahteihmg. Es hatte sich nämlich eine Gruppe von HO Personen unter der Leitung der Herren Dr. Ernst Tuch und Dr. Weigert, welche sich anläßlich des zu Ehren des Zionistenkongresses veranstalteten Schauturnens der nationaljüdischcn Turnvereine zusanunengcsclilossen hatten, zum Eintritt in den Verein gemeldet unter der Bedingung, daß die beiden Anträge hei der Generalversammlung gestellt und von dieser angenommen würden. Da die Befürchtung ausgesprochen worden war. daß eine politische Agitation in den Verein getragen würde, hatten die genannten Herren sich aus drücklich verpflichtet, sieh jeglicher B c t ü 11 - gang im n a t i 0 n a I j ü d i s c h e m Sinne innerhalb des Vereins auf Jahre hinaus zu enthalten. Trotzdem machte siel» eine energische Opposition, geführt von denjenigen Herren, welche in letzter Zeit den Bruch im jüdischen J ugcn db und 11 c rbcigc - f ii h r t h a b c n. auf der Versammlung geltend. F ii r den Antrag auf Zusammenschluß im Interesse des Friedens und der Einigkeit sprachen außer sämtlichen Vorstandsmitgliedern die Herren Dr. Tuch.Dr. Victor. Ca )1 n. Rosenberg. Korn borg und besonders Dr. R. Cohen als Vorsitzender des Vereins ehemaliger Schüler der Talmud-Tora-Rcalscliule, welcher Ehrenmitglied der Turnerschaft ist Gegen denselben sprachen vor allem die Herren Bleie r, Mehr gut und Alfred Behrens, der Vorsitzende des jüdischen Jugendbundes. In namentlicher Abstimmung fanden die Anträge des Tururats nur eine einfache Majorität, cs stimmten 21 Herren dafür und 11 dagegen; da aber zu ihrer Annahme nach den Statuten des Vereins eine!M Majorität nötig ist. so gelten sic als abgelebt«. Die versuchte Einigung ist demnach, trotz erheblicher gegen seitigen Entgegenkommens. Rcschci- Ur Hamburg. Ein neuer jüdischer Turnverein ist hier unter dem Namen ״Jüdischer Turnverein Bar Koetiba zu Hamburg״ gegründet worden. Die konstUvdevewite V e v s׳.\ wuwluibc I mwl ־,\m 14. NVätz unter dem Vorsitze des Herrn Dr. Ernst l uch Im Logenheim statt. Herr Dr. Tuch führte in seinem einleitenden Referate aus. daß sich nach dem in Hambürg anläßlich des Zionistenkongresses im Dezember 1909 stattRchabten Schauturnens der nationaljüdischen Turnvereine, welche sielt in de! ״Jüd!- IpUii Tnrncrschaft" zu einem Verbände zusammengcschlosscn6 hatten, die Notwendigkeit herausge- C ' fS jüdische Turnbewegung in Hamburg nnC״!rffi«h zu fördern. Es hatten sich auch schon über 100 Herren und Damen aus der jüdischen Bevölkerung Hamburgs und Altonas unter seiner und des Herrn nf W Weigert Leitung zur Begründung eines coiehen* Vereins zusammengefunden. Im Interesse 5?. Friedens und der Einigkeit sei man jedoch mit!!״״ bÄ'bÄ״»!■״־ •JO״ IM Ischen Ttirncrschaft von 1902 zu Hanibürg E. V. Verbindung getreten, um einen Zusammenschluß Parteien hcrbclzulübrcn. Er habe mit dem rt ״c. Vereins nähere Bedingungen verein- 5welchen die von ihm geleitete Gruppe clntrctcn sollte; er und Dr. Weigert In beider Turnrat bart. unter in den Verein «ich «offur persönlich verpflichtet, sich inner■ EÄr JüÄn Tan־״״halt von 1902" |«lkh־r Agitation hii natlonallMiMben Sinn, zu enthalten. Da die vereinbarten Bedingungen eine Statutenänderung zur Voraussetzung gehabt hätten, sei eine Generalversammlung cinberufcn worden, in welcher trotz den energischen und durchaus anzuerkennenden Bemühungen des Turnrats die vorgeschlagcncn Statutenänderungen von einer allerdings sehr geringen Opposition abgclchnt worden seien. Daher sei ihm und seiner Gruppe der Eintritt in die ״Jüdische Turnerschaft von 1902" unmöglich gemacht worden. Er schlage daher der Versammlung vor, einen neuen Verein in Hamburg zu gründen, welcher tuf staimncstitmlichcr Grundlage das Turnen und die Pflege sämtlicher Leibesübungen, wie Wandern, Schwimmen, Sport und Spiel unter der jüdischen Bevölkerung von Hamburg-Altona und Umgegend zu fördern habe. Dieser Verein, für den unter großem Jubel und großer Begeisterung der Versammlung in Anlehnung an den Berliner jüdischen Turnverein, von dein aus die gesamte jüdische Turnbewegung ausgegangen sei, der Name des Helden aus den jüdischen Freiheitskriegen, ״Bar Kochba", vorgcschiagcn wurde, müsse, obwohl aut breitester Grundlage gegründet, die jüdische Stammeszugehörig• keit immer und überall betonen. Die Versammlung nahm die Ausführungen des Herrn Dr. Tuch mit großem Beifall auf und cs schlossen sich dem neu gegründeten Verein sofort etwa 150 Damen mul Herren als Mitglieder an. Die vorgclegtcn Statuten wurden Im Prinzip genehmigt und in den ersten Vorstand wurden auf Vorschlag Dr. Victors Herr Dr. Tuch als Vorsitzender, Dr. Weigert als zweiter Vorsitzender, ferner die Herren Abraham, Zadik, Leßmann, Werner sowie Frl. Burc h a r d und Hecker gewählt. Schließlich teilte Dr. Tuch noch mit, daß cs den Bemühungen des vorbereitenden Komitees bereits gelungen sei. eine Turnhalle und einen Sportplatz für die Uebungen der Männer- und Damenabteilung zu mieten, sowie einen jüdischen Turnlehrer, eine jüdische Turnlehrcrin und verschiedene Damen und Herren für die Leitung der Uebungen zu gewinnen. Die erste Veranstaltung des jungen Vereins findet schon Sonntag, den 19. März, statt, und zwar wird ein größerer Ausflug unternominell. Leipzig. Am 3. Mürz hielt Dr. Ü. 'V i t k o w s k y- Berlin in der Zionistischen Vereinigung einen Vortrag über: ״Jüdische Renegaten und ihre liberalen Bundesgenossen". In klarer, fesselnder Weise führte cr aus, wie die liberale Bewegung das Judentum aller historischen und nationalen Worte entkleidet und so den Weg, der zum Austritt ans dein Judentum führt, gebahnt habe. Demgegenüber sei cs Aulgabc der Zionisten, die Bedeutung des historischen Elementes im Judentum überall zu betonen. — In der Diskussion ergrifi Dr. Heinrich L 0 c w c - Berlin das Wort. Er wandte sich besonders gegen Dr. IJ 0 r g c s - Leipzig. Dieser stelle auf dem Standpunkt, daß das Betreiben des Hebräischen in den Allianccsclmicn in Palästina die Hrwerb.sniöglichkciteit der Zöglinge nicht steigere. Dieser Standpunkt sei nur durch eine Unkenntnis des t.'itsüchlichcn heutigen Zustandes zu erklären, alle vorurteilslosen Beobachter stimmen darin überein. daß das Hebräische sich immermehr zu der einzigen gemeinsamen Sprache aller Juden in Palästina herausbildc und damit für die Möglichkeit, sich einen Erwerb zu schaffen, von größter Bedeutung ist. Ilunuovcr. Die Zionistische Ortsgruppe hielt am b. Februar ilire ordentliche Generalversammlung ab. Die Herren des Vorstandes erstatteten eingehenden Bericht über die Tätigkeit der Ortsgruppe und der ihnen unterstellten Ressorts, wonach ihnen Dccharge erteilt wurde. Die Neuwahl, zum Teil nur provisorisch, wurde In einer außerordentlichen Geiieralver- Sammlung ergänzt und ergab folgende Resultate: L Vorsitzender: Herr Oberlehrer Schönemann; 2. Vorsitzender: Herr Referendar Dr. Jacobsohn; Kassierer: Herr Naumann: 1. Schriftführer: Herr Pia tau; 2. Schriftführer: Herr Appel. Zu Beisitzern wurden die Herren Schleimer und Londner gewühlt. Der frühere erste Vorsitzende, Herr Dr. Löb, wurde nach Wilhelmshaven versetzt und »lullte deshalb sein Amt nicdcrlcgcn. Wir danken ihm an dieser Stelle nochmals für seine Tätigkeit. Essen (Ruhr). Im ״Jüdischen Jugcndvercln, Essen, hielt am Mittwoch, dem 9. März Herr Hch. Auerbach aus Essen einen Vortrag über ״Vergangeuheit, Gegenwart und Zukunft der Juden". Daß bei einem so überzeugten Zionisten, wie Herr Auerhach cs ist, der Zionismus Ausgangspunkt und End- Punkt der Ausführungen war, ist selbstverständlich. Die zahlreich erschienene Zuhörerschaft lauschte den klaren und durchdachten Ausführungen des Vortragenden mit lebhaftestem Interesse, wenn auch die Quintessenz des Vortrages, daß im Zionismus und durch den Zionismus das jüdische Volk eine Zukunft haben werde, naturgemäß auf Widerspruch bei dem nichtzionistischen Teile der Versammlung stieß. Die angeregte Diskussion, welcher schließlich durch die vorgerückte Stunde ein Ende gemacht wurde, zeigte, wie sehr Herr Auerbach cs in seinem Vortrage verstanden, das Interesse auch derer zu wecken, die sonst jüdischen Fragen ziemlich gleichgültig gegenüber stehen. Die Diskussion gipfelte in dem Meinungsaustausch, ob cs für die deutsche Judenheit und ihre Zukunft richtiger sei, sich denjenigen politischen Parteien anzuschließcn. die die Qleichhcit aicr Staatsbürger zur Wirklichkeit machen wollen, oder ob ein guter Jude sich und seinem Volke am Besten durch Zusammenschluß und Arbeit Im Zionismus eine Zukunft schaffe. In seinem treffenden, ruhig und sachlich gehaltenen Schlußwort ging Herr Auerbach au( alles gegnerische Vorgebrachte nochmal»

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