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Jüdische Rundschau · 1910-03-18 · Heft 11 (18.3.1910) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 11 (18.3.1910)
Date
1910-03-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 12(>. Herr Prof. Geiger: Ich gehörte /.war der Korn- Mission an, war aber verhindert, den Sitzungen hei/nwohnen. Was ich bisher von den Beschlüssen «eluirt nahe, sagt mir zu. Ich selbst hin Herausgeber einer jüdische» Zeitung und kau» ruhig sage», dal! ich keinerlei Konknrreii/. befürchte. Dennoch aber halte ich es für iiiuichtig, wenn das Üeineindeblatt noch andere Artikel bringt als solche, die sich mit Üeliieiiulcaiigelegcnheite» befassen, die ja leider den weitesten Kreisen unserer Uenieinde ganz fremd sind. Herr Heuas l.evy hat die Vorlage mit großer Freude begrüßt. da jetzt endlich auch alle diejenigen uemeiudemitglieder in Groll-Berlin eine jüdische Zeihing in die I laude bekommen werden, die sonst nie etwas von der jüdischen Presse wallten. Aber der .!ilialt darf sich nicht lediglich auf Vmvaltiiugsniigclegeiilic.ie» beschranken, sondern es müssen auch Artikel über jüdische Präge» erscheinen. Das Blatt darf keiner Partei dienen, weder den Oiiliodo\eu noch den Liberalen und soll sich auch bei den W a 111 e n v o 11 s t ii 11 d i g neutral halle 11. irotzdem wäre es empfehlenswert, wenn der Inseratenteil oder eine Beilage des Blattes allen Parleien zur Verfügung stände. Das sei sogar eine Nmvciidigkeit, denn bei de» letzten Ropiasciitaitlenwählen habe es an einem solchen Organ gefehlt; so sei z. B. die liberale Partei nicht imstande gewesen, ihre vollständige Kandidatenliste in irgendeinem jiidischeu Blatte zu veröffentlichen. Herr Dr. Ignatz Cohn: Hs ist selbst verstandlicli, dal! das (iemeindeblatt als solches keiner Partei dienen darf, aber ich möchte mich auch daueren verwahren, dal! etwa eine Beilage politischen Zwecken dient! — Der Inhalt des Blattes darf sich nicht auf kurze Vcrwaltiuigsbcrichte, statistische Notizen nsw. beschränken, sondern mul! interessante Aufsätze bringen. Aber es müssen auch religiöse Artikel in diesem (iemeindeblatt erscheinen, da es eben von einer Keligioiisgcmeinde mul• nicht von einer politischen (ieineinde hcraiisgegebcn wird. Herr Piueiis legt Wert darauf, dal! den Vercinsaiigclcgeiiheitcii ein breiter Raum im Blatte augewiesen wird. Unsere Wohlfahrtsvereine müssen in>pulärcr werden: besonders unter den neu /.!!ziehenden < U'iiieimlcuiiluliedorii. Herr Lewinski: Wenn wir überhaupt ein Blatt 11era1׳sg׳ebu1 wollen, so müssen wir es so «0stalten. dal! es auch gelesen wird, also nicht nur ein amtliches Organ. sondern ein Blatt, das auch nach der belehrenden Seite hin mehr ausgcslaltct ist, damit sich die Lektüre anziehender gestaltet. 111 der hierauf folgenden Abstimmung wird die 11 e r a u s u a b e e i 11 e s ('1 e m e i 11 d e h I a 1 le s g 1 1111 d s a t / I i c h beschlossen, das Blatt soll nicht a u s s c 111 i e I! 1 i c h (ieiueiudeuacliricliten bringen. sondern auch b e lehr e 11 d e A 11 f - s ä t ׳־. e 111. e r d a s W e s e 11 der j (i d i s c 11 e 11 Religion nsw. Königsberg i. Pr. Wie bereits vor längerer Zeit berichtet wurde, besteht in Königsberg, soweit bek.nmt. allein v״n allen deutschen Städten die Linnelitiiiig. dal! in den h 1111 e 1 e 11 Lehranstalten die j n d i s c 11 e 11 Se h ti I e r 1111 d Sc h ii I e - t 111 n e n a 11 d e r e in en a u s 1׳ e s p r o c h e n e 11 r i s 11 i c 11 e 11 C 11 a r a k t e r t r a 1: e 11 d e 11 M 0 r d e 11 a n d a c 111 t ׳: i I n e h m e 11 müssen mul gezw׳Hirnen sind, sich das für die Andacht cingcführtc eil r i s 11 i e 11 c Gesangbuch anziischaiien und es zu der Andacht mii/itbriugcn. Da die (lemeindevertretiim׳ seinerzeit es a hieb nie, Schritte Zeiten diesen Zustand zu unternehmen, so richteten im vorige» Sommer (!1) ('leineindcmititlieder an Vorsiand mul Kcpraseiitaiitciivcrsammhuig eine Hingabe mit dem lirstichen, bei der Behörde vorstellig zu werden, dal! dicstr Zustand beseitigt werde. Nach fruchtlosen Verhandlungen mit den einzelnen Schulleitern wurde ein entsprechendes (lesiich an das l'roviu/ialsclmlkollezium gerichtet: die Antwort der Behörde wurde in der letzten Repräsentanten- Mtzimvt am Jo. Pcbriiar iiiitgeteill. Nach einer einleitenden Bemerkung. die Behörde wünsche, dal! die ״schöne (ic in ein schuft“ zwischen jüdischen und christlichen Schülern wie bisher ungestört bleibe, wurde dann weilet־ ausgefiihrt, dal! man jedoch auf jüdische filtern keinerlei Gewissenszwang ausiibui wolle; cs sielte diesen frei, um Dispensation ihrer Kinder von der Morgenandaelit nachzusucheu, die Direktoren würden dann in jedem Palle diesen Dispens erteilen. Von uns nahestehender Seite wurde migcfragt, was der Vorstand nunmehr zu tun gedenke und auf die Antwort, dal! man sich mit diesem Bescheide begnügen wolle, mit JintscliieUenheit verlangt, dal! man dies nicht tue, vielmehr unter allen Umständen beanspruchen müsse, dall die Kinder wie in allen übrigen Slädtcn generell von der Andacht befreit werden, und nicht erst die filtern sieh• in iaJem einzelnen Palle dieses Recht erbitten mülJtcn. Vielmehr mill'.tc man denjenigen filtern, die Wert darauf legten, dall ihre Kinder an der Christliehen MorKcnandaeht tcilnehmcn, cs überlassen, geradeso wie cs jetzt bcz.üglich des christlichen Religiunsuiitcrrichts sei, den etwas blamablen Schritt zu tun, besonders um Zulassung ihrer Kinder zu dieser Morsrenan dacht na eh zu suchen. Auch wurde sehr entschieden dagegen protestiert, duff die Behörde cs sielt erfaubo, an die Zuerkennung eines uns verfassungsgemäll zuslcltcndcn Rechtes einen müden _-JUKI)!SC HK k u N r) S C H A u Tadel ztt knüpfen wie den zu Hingang der bcltördliehen Antwort ausgesprochenen. Die sehr lange und lebhafte Diskussion führte zunächst noch zu keinem Resultate, da diese Angelegenheit zur Zeit noch der Schulkommission zur Beratung vurliegt, wonach die Rcpäsentaiitcnvcrsammhiug sielt noch einmal damit zu befassen haben w׳ird. Königsberg I. Pr, Vor einigen Tagen ist die Aus- Siedlung der Kmistgewerbcselmle Bezalel geschlossen worden, die vierzehn Tage lang im Kunstsalon von kiosemanu Cs Linthaier I »cwimderimg und Prctide hei .luden und aueli hei Nieliliudeu hervorgerufen hat. Mit der liamhurger Ausstellimg. die in ihrer üppigen Aufmachung denen, welche sie zu sehen Gelegenheit fiatten, unvergeßliche llimlrlickc liinterlicll, konnte sieh die hiesige Kollektion nicht ,messen. Aber die leuchtenden, farbenprächtigen Teppiche, die feinzisilierten Silber- und Metallarbeiten wie auch die vielen kleinen P.rzcugnisse bildeten doch nicht nur eine köstliche Augenweide; sie boten immerhin einen , ■migcndeii Überblick über die Leistimgsfähig! des Bezalel. Die mehrspaltigen, anerkennenden!׳. *cfitc in den grollen Tageszeitungen aus der Haler ihrer erstell Kuustrefereiiten legten Zeugnis ab, mit welchen Lilien ״unser Bezalel" heute schon vor dem objektiven Auge des sachlichen Kritikers bestehen kann. Rege wie der Besuch, war auch die Kauflust. Hs wurden insgesamt für ca. BUH» Mk. Waren nbgeset/.t mul in so manchem jüdischen Hause unserer Stadt nimmt der Bezaleltepiüeli einen Uhren• platz ein. Hin besonderes Verdienst an dem schönen Gelingen hat Prau Bella Pewsner aus .laiia. Sie hielt einen informierenden Vortrag über das Jeruspionier Institut mul warb dem Verein Bezalel nicht mir .!0 neue Mitglieder, sondern brachte auch au einmaligen Spenden in wenigen Tagen .\5(1 Mk. zusummen. L. VeRCINS-RUNDSCHAU Die Schrift uurr er Vereine wer Jen <c.>e1e!1. Ja! Il.׳r1ct11e möglichst knapp zu hallen 1m<1 *le sieis recuucltig «iimittude ManuNkrlpio nur auf olnnr snlto bosohrolbon — «louUlolio tlohrlftt Sport. Die Tuiiuls-Ahtcllium des ,•Jüdischen .lugend• hmules•' .spielt yom 1, April an jeden Sonntag von 12 א Uhr vormittags aut 0 Plätzen der llolieimiaiinsehen Tennisplätze. Tennis ist nicht nur ein .schönes mul liclieiiswnidiges Spiel, es gibt auch allen, die es ernstlich betreiben, eine hervorragende Gelegenheit, die P.lastizilut des Körpers und seine Ausdauer zu itiitleni mul trägt viel zur Prlangiiug einer freien und iiuge/w inigeiieii Korpcihnltimg bei. Auch ist Tennis ein hervorragendes Mittel zur Kräftigung von Lunge und Muskeln. Anmeldung nimmt entgegen: Mild. med. Paul G. Pransiütz, W. 15.. I’falzburgerstralte 711. Berlin. Pie vereinigten /lonisllselicii und jüdischiialhmaleu Organisationen Groß - Uerlliis veranstalten aiilitHlieh des Piirimfcstes 5671נ am Sonnabend, d e m 2(1. M ä 1 /, , abends 9 Uhr, im T i e r g a r t e 11 11 o f am Baludioi Tiergarten ein grolies Balliest zugttnsten der Sledlnngs- (ieimssenseliaft in Palästina nach dem Vorschläge des Herrn l)r. I’raiiz Oppen- Iteliner. Hs wird dafür gesorgt werden, dall der Abend sieli :׳.u einem genußreiche» gestaltet. Aus dem reichhaltigen Programm lieben wir hervor: Humoristische Revue, Cabaret, Tanz, Kaffeetafel, Tombola usw. Jfintnttsknrten ä 10י״ Mk. sind in der P.xpcdilmn der ״Jiidi sc beit Rund sch au", Zimmerst!-. 77 (•1 (1 Uhr itaelnn.), in 1 Zentralb 11 re au, Cliailntiaiburg. Bleibtreiisir. •19, im Kauf- 11 a 11 .s des W e s 1 e 11 s , sowie bei nachfolgenden N a t i o 11 a 1 f 011 d s - Verkaufsstellen: Louis Lamm, Buchhandlung. Neue Pricilrichstr. (!1/(13: Sigismund Jacob, Drogerie, Kleine Andrcasstr. 11; K 1! I! e I s k i. Cig.irctlcngeseliüfi, Gorlardstr. 3: Arth. Hirsch, Miinzstr. 22; .1. II. Wagner, Prenzlauer Allee Pe Id in an 11, BIciisburger Str. 27; Dr. .1. l.e will ski. Cliarlottenbiirg, Berliner Stralte 120, gegenüber dem Rathaus im Lokal der Pirma A. P. Ncumann Solme, Drogcnlums; ff. Z i c I i n s k i, Cigarettengcsehäft, Cliarlotteiiburg, Rankestr. 1.1; Louis Bl c leb rode, Buchhandlung, Berlin, Pranzstralte 7; ferner noch bei Dr. Julius Loewenh c i m . Nene lVuyetnlicrsltattc H; Dr. G. W i t - k 0 w s k y, llalcnscc, Wcstfälisehcstr. 3.5; L. P ü r s t, Aseliaifenburgcrstr. 19; A. Pf c i f c 1, Cbarlotlcnburg, Pestalozzislr. .52a; M. üunzar, Buehhandlung, Oranienburger Str. 71. und an der Abendkasse. Wir ))offen, dall nicbit nur;1,110 Berliner und Charlottenburger Gesinnungsgenossen und Preundc unser P'est besuchen werden, sondern dal! auch alle auswärtigen Zionisten, die aus' Anlaß der Oslerkonferenz. in Berlin weilen, erscheinen werden. Berlin. Mittwoch, den 23. März, abends 9 Uhr, veranstaltet die Zionistische Ortsgruppe Charlottenbürg eilten Vortragsabend, bei dem Prf. Hanna Helene Kolm über das Thema ״Zci tströmu ngen und Nationalju den tum" sprechen wird. Lokal: Cafe Nollcndorf-Cnslito, Klcisistralie. Oästc willkommen, Berlin. Die Verbindung Int K. Z. V. ״Hasmonaon“ veranstaltet im Verein mit dem Freien Zionistischen Dlskussloiiskhib Dienstaff• den 22. März, abends 9 Uhr, einen ölfcnlllchen Dlgkusslonsabond. Das Thema lautet: ״Das Volk und der einzelne". __________ No._ II. Die Hinleiltmg hat Herr Dr. Marlin Huber u|)Cr> iioiimien. Gäste willkommen. Lokal: Kleiner Tn,r. gartcnhoLsaal. Balmhof Tiergarten. Berlin, Der Verein ehemaliger Schülerinnen Uer Mädcliciisclmtc der Jüdischen (ieineinde zu!jc,r|jn veranstaltet anlülllich des 7.5jährigen Bestehens t)tr Mädchenschule und des einjährigen Bestehens <!u Vereins am 21. März in Nemnaims l־cslsalcn. Rost!!, thalcr Str. 00/11 (llackesclicr Hof) eine Soiree iml ansehlielieiuleiii Ball. Alle ehemaligen Schülc 11;ne״ deren Angehörige und Preumle, sowie Gönne;;1״(j Preiinde der Schule sind herzlich willkommen. lalikarten ä Mk. L— sind z.u haben ha r.,i, Klan i>auf. Kaiser Williclinstr. 20. Luise 1! ״ ' <,j. zct. Auguststr. 1.5, Doris (j o I d 111 a 11 n, 7,;/Cf Sir. .או. Berlin. 111 der Jüdisch - naiionalen Praociver. elnlgiin« sprach am Mittwoch, dem 9.!Mar/. üur Rabbiner Dr. l.mil Levy iiber ״Die hebi. jlc Siir.iche". In interessantester Weise stellte '.cr Redner das altüberlieferte Ifebräisclt und das 1! /u enter lebendigen Sprache werdende I lebräiseli e!: 1tf gegeni'btr, Ule es ihm aus dein Monde der jnd L״ Kolonisten in Palästina entgegengetont war. I;;:,׳!• Diskussion versuchte Herr Dr. Pink das gi <c Interesse fiir die ltcbräische Sprache als bclml i .schlechten Lehrmethode in den Religionsselmh i! zustellcn, was von mehreren Seiten lebhaft best: wurde. Berlin, Der von der Verbindung im K.Z. V. ..!! ,s. nioiiaea" und dem l'relcn /loiiistbelieu Di>ku>'-1;>. Klub am Montag, dem 11. März., veranstaltete <׳ liehe Diskussionsabend. erfreute sieh eines sehr 1!., ■.׳ Besuelies. Nach einem kurzen Referat des L :» Hertlmld Peiwel, der den Inhalt des Üp|1enl1e rsehen Artikel skizzierte, entwickelte Herr N,! Sokolow seine Ansichten aber Oppcrlteimers c• daiskengang. wobei er besonders die logischen i •c• und l'alsehseldussc atifdeekte. An der äiillers: : haften Debatte beteiligten sieh von allem die ilv u! Dr. Martin II11 her und Dr. Markus Brau• . Lodz, die in!.heraus glanzender mul geistni. ז Weise die Verschiedenheit iliicr und Oppeiilui.1 ...׳s Atiifassmig betonten. Cliarlottenbiirg. Der Jüdische Turn verein Cli.ir• loiienimrg im Verband der jüdischen Turner—f: vei'.msialtcl am Sonnabend, den April, in den י samträmnen des II ii tt e 1111 a 11 s c s , Baebsti., A•, Balmhof Tiergarten, sein diesjähriges Punuifest, Ui dem durch turnerische Aiiffuhriiiigcn und kimMlertv .c Vortlage fnr die Uiiteilialtmig der (iaste gl.mzaj Vorkehrung getroffen wird. LberswalUe-Mcssingwerk. in einer gm besuch1; .•־ Vcrscpunlimg am 22. Januar. 111 der die llerrcii Gr. Sal. 11 i I d c s 11 e i in e r aus Berlin über das Th. j ״Was erwarten v ir vom Judentum im 211. Ja r• ImmknV" mul Dr. M. K* o s e 111> 111 111 ״Uber •'11 .׳ IX. Koiigrcl!" sprachen, wurde die hiesige Grtsgru; 1c leorgamsieri und Herr Prediger Hamburger /11׳״ I. Vorsitzenden gewählt. Am 27. Pcbriiar 11,1; in einer von der Zionlstlselieii Ortsgrnppu und d.m l.iceraiurverelti gemeinsam vcraust.iItetcn Versa!:, 1• hing Herr Dr. Hilgen Täubler aus Berlin enui nach Porm und Inhalt vollendeten Vortrag ui er ״l'laviiis Josct>bus". Breslau, ״Das JudcnproHciii im XIX. und NX. J. dirhuiuleri" war das Tliema eines Vortrages, Un Herr Curt B 111111 e n f c I d - Berlin am Donners:, g a!:end in der Zionlstlselieii Vereinigung hielt. In interessanten liistoriscli-philosonliischeii Ausfulirung,;1, die aber stets auch dem weniger gebildeten /iilu i i׳ versiandlich Hieben, versuchte der Redner den 1 kanntlicli noch durchaus nicht fcststelicnden Heg der Nation auseinaiulerz.usctzen. Hr zeigte, wie m Laufe der Zeit die meisten Minoritätsvolker in amic 1t gröberen VölKcrit aufgcgongeii wären. Nur /׳־«i hatten diesem Gesetz, w idei standen, die Zigein r mul die Juden. Die Juden haben sich erhalten du1! ׳ das Bewußtsein der Mehrwertigkeit ihrer Um Kultur gegenüber aller l'rofankiiltiir - solange!e Mauern des Ghetto sie von der Außenwelt . ׳- schlossen. Seit 1S12 etwa bat sieb dies geumi■ r:: Die Gründe, die 2(100 Jahre das Judentum erii 11 haben, hörten auf fortz.ubestchen. Die Pietät k '1 sie nielit ersetzen, zumal sie in der weiteren P<;<•• zu einer ״Piet.it vor Pietät" würde, was eine psw logische Unmöglichkeit sei. P.rhaiten liat sich r; der Juden schöpferische Pühigkeit, ihre Metla e, die Dinge z.u sehen. Diese funktionelle Higenart •־t bei den Juden erhalten geblieben. Der Redner :־ ׳t dies an der ll.iud einer ganzen Reihe von Beispiei. 11 aus. Am interessantesten äußert es sich in der Art des Gebrauchs der deutschen Sprache. 11» Gcc :1• satz zu der tirdeutschen Schreibart, die bescluuMli sei, schreibe der Jude spitz und geschlitien. Bcism.’.e hierfür sind Heine, Harden. Kcrr und andere, laue Nation mul! sieh natürlich einmal auf Grund genu:::• .samen Blutes hcrauscntwiekclt haben. Redner kom z.u dem Schluß, daß ein Volk so lange eine N.1m 1׳ tlarsiclic, als alle (ilicder, die eines liluies sind. d»c gemeinsame Methode des Denkens haben. Die Jmku sind jedenfalls eines Blutes, wenigstens seit Jahr• tausenden und /.war allesamt, so dall ein UiitersclnVd zwischen Ostmul Westjiiden eine willkürliche K<״׳• struktion sei. Pür die Nalion gelte aber wie für jedes Kinzchndividuum als hüclistcs Ziel die Ausbildung zur geschlossenen Persönlichkeit, zur Individualität• Allo bisherige Kultur volzog sich auch als National• kultur. Soll das Judentum erhalten werden, so gibt «» dafür nach diesen Voraussetzungen nur die eine Möglichkeit: durch Normalisierung der Verhältnisse.

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