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Jüdische Rundschau · 1910-03-18 · Heft 11 (18.3.1910) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 11 (18.3.1910)
Date
1910-03-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 11• JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 125. Nebenfach« für Deutsch. Kenntnis h« ״ , ist niciit unbedingt crforilerlicli. aber Ich/ ״br״schcn J licucrbcr müssten sich auf etwa 4 s f ™״»׳seht. » pflichten. *,31"0י ver- Kill Speziainr/.t für Unis*. Ohren- 4״״ M kr.uikfu’itci* würde, durch seine NledcrhMiiiS*®?■ einem dringenden Bedürfnis ״״,?1ר * ir! ״t::״K,1׳zc ״׳״ ״*״• «-äjssi^ *"מ -!,i^׳;lä!Ä:;£|»iSÄ tii'11 der ״• IVf, Artikel i 1:1 > Tikw .; siehe 11' '׳' luimU־' Ar.ihe׳ -A11• (riilier ׳•־ ״K’!sei Veiue 5(1(11111 selh>1 jeMie4 lielec. viel Ck ■ ttet/.i!־•• einem «rossen weniger als 100 000 Einwohner hat. Der vcrschwinuciul geringste Teil davon, etwa 300 Familien, sind Juden, die aus Persien stammen. Was die anderen Stüdtc betrifft, so hat Jaffa bei einer Gesamtbevölkerung von 45000 Einwohnern gegen 6000 Juden, Tiberias der Gesamtbevölkerung nach 5000 Menschen mit 2000 Juden. Weder die Ebene Esdrefor befindet sich in jüdischen Münden noch dehnen sich die jildisehen Kolonien bis zur ägyptischen Grenze aus. Somit sind alle Nachrichten aus der Luft Begriffen. Man kdnntc das übergehen, wenn man nicht deutlich die Absicht merkte, die türkische Re- K i c ז n n k g c g c n die Juden verstimmen zu wollen. Das wird aber hoffentlich nicht geschehen. Du S'.t Uv; iicsanü:. ms/cniv Proki.i:: r; sei. / Hunde 1! Fünftel ...leunc Turc" schreibt in '•er die jüdischen Kolonien: i.-r jüdischen Palästina-Kolonie ״Pcthach h״ arbeiten zweitausend, in ״Rcchoboth“ utert. in ,.Risc hon lc Zion" zweiin ״S i c h r o n Jako b" mehr als tausend veen guten Lohn. Die jüdische Seifenfabrik kaufe bei den Arabern die Olivcnabfülle, die ז nichts cingcbracht hätten. Die Kolonie 1■ 11 lc Zion", die vor zwanzig Jahren t Piaster Steuern entrichtete, zahle jetzt iw. an die Regierung. Die Modeiinrcise dan von 5-15 Eres, per Dunam auf 300 Eres. < Die Eingeborenen selbst betonten bei jeder dass sic von den jüdischen Kolonisten ,!: mul ihnen viel zu danken hätten. Solche wie der des .,Osina 1tischcn Lloyd" 4 dann der ..Jeu ne Tu re" — schädigen . sscn des türkischen Reiches. Man müsse , unwürdige Methode der Denunziation aufi cs der konstitutionellen türkischen Re- :•erlassen, für das Gesamtwohl des Staates .־ec zu. tragen. Am Schlüsse schlägt das f.insetzung einer besonderen w s i 011 zur gründlichen Prütnng aller eben Arbeitspläne der z10 - ,111 Organisation wie der anderen 1, Seilschaften vor. * l r.iiiKfurtcr Zeitung erführt aus Jerusalem‘,;!er Zeit werden von hier Berichte hinaus- . ״ v anscheinend eine Hetze gegen die Juden sollen. So wird berichtet, dall seit der 11 der türkischen Verfassung die Einvier Juden in Palästina eine ganz enorme w י •׳ va den. n!!senden kämen sic aus Persien und zu nie den Schiffen aus Odessa an. Vier Bevölkerung Jerusalems, gegen 100 000 11 mosaischen Glaubens. Im wesentlichen H lllooiH.'VMkM __ sei ieru•• ״ein eine jüdische Stadt geworden. Handel unü lUnuea seien allein in den Händen von Juden, t'vi’er Itimdcrt jüdische Schulen gebe cs allein in lerusale:״. und Synagogen schössen int ganzen Lande mc die l’ilze hervor. In Jaffa. Tiberias und anderen Wien zähle die jüdische Bevölkerung angeblich nach Zelmt.uise.uleit. Das und noch mehr tischten ihren Lesern 1,1t 1ui0 11 er Zeitungen auf und deutsche lilaiier 11,ulen nichts Eiligeres zu tun, als diese Nachrichten zu reproduzieren. Es ist aber nichts anderes als eine stark tendenziös gefärbte Uehcrireibmu: t.Vr Tatsachen. Tatsache ist, dall von sechs Einwyinleicrn fünf enttäuscht das Land wieder verbk1׳>. I'.il.istina hat keine Industrie, sein Handel st unenv.!ekelt, der Konsum überhaupt unbedeutend. Hie Eum anderer, zum weitaus überwiegenden Teile unhemiüute Leute, greifen aus Mangel an anderer livkit.iuigiiiig zur Feldarbeit. Der Tagelolm Ist gering, .!er Akkliniatisatioiispro/.clt schwer. Tatsache <s; kiir,. d.tlS Jerusalem alles in allem überhaupt VOM ZIONISMUS Das 25j1II1rlgc Jubiläum des Vereins Bnc Zion in Moskau Die älteste Organisation der zionistischen Bewegung hat im vorigen Monat den Gedenktag ihrer Gründung festlich begangen. Es ist dies der Verein ,,Bnc Zion" in Moskau, der vor 25 Jahren von Dr. Tschlcnow, Rabbiner Masclt, Uss I s c 11 k I n, J. L e w o 11111), Marek und andern gegründet wurde. Am 20. Februar fand die Fcstfcicr im Hause Dr. Tsclilenows statt. Rabbiner Masclt bcgriilttc in einer wannen Ansprache im Namen der Mitglieder des Vereins Dr. Tschlcnow, Dr. Toik a 0 z 0 w s k I sprach Uber die Tätigkeit des Vereins in den 25 Jahren seines Bestandes, Ingenieur J. Lcwontiu (der unter dem Pseudonym ״Clmschi hoarki‘ bekannte hebräische Schriftsteller) 110b die Verdienste Dr. Tsclilenows um den Verein und die zionistische Arbeit hervor, durch die sieh Dr, Tschlcnow eine so grolle Popularität erworben habe. /\m seihen Tage fand ein Fcstmccting der Mitglicder des jubilierenden Vereins statt. Dr Tschicnow cröffncte die Versammlung mit einer gchaltvollen Ansprache, in der er die verschiedenen Entwickiimgssiadien der zionistischen Idee besprach. Bcsonders eingehend schilderte er die Zeit zu Beginn der Otter Jahre, als die Ausweisung der Juden aus Moskau erfolgte und die Türkei die Tore Palästinas vor den Juden sehloll. ln warmen tiefempfundenen Worten verweilte der Redner bei der Erscheinung ilerzls und deren Einilull auf die Gestaltung des Vereins. Die nächste Rede, der Bzstündige Vortrag des Rabbiners M a s e h, war dem Andenken L i 1 i c!1b 111111 s gewidmet, dessen Schaffen und Wirken der Redner trefflich den Zuhörern vor Augen führte. Sodann erfolgten Bcgliickwünseliuugsansprachcn verseliiedener Deputationen: so sprachen Herr Raskin im Namen des zionistischen Lokalkomitccs Moskaus, Herr Aritzkin für den Verein der Jungzionisten, Frau Kali 11 fiir den Moskauer Fraucnvcrciit für Kulturarbeit in Palästina, Herr Günstling fiir das russische Zcntralburcaii des Jüdischen Nationalfonds, Herr Wisoliniak für das Moskauer Komitee der | (1 cuIah; im Namen der Ihrialt sprach Herr Kill- | riclt. Her zufällig anwesende Herr Dr. Goldborg aus Berlin überbrachte der Versammlung ebenfalls seine Clrürte. Unter anderem berührte er das augenblicklich aktuelle Thema von den östlichen und westlichen Zionisten und wies darauf hin. daß er. trotzdem er auf dem letzten Kongreß die Taktik der östlichen Zionisten nicht teilen konnte, cs doch als seine Pflicht betrachten müsse, zu bezeugen, dall cs in der Organisation nach Herzi keinen Mensehen gibt, der in soMicm Grade die Liebe und die Acht 1111 g der östlichen wie auch der westlichen Zionisten gewonnen habe, wie der Präsident des Marek, eines der ältesten Mitglieder des Vereins, gab einen geschichtlichen Rückblick über den Verein. Abends gaben die Herren Nelditsch, Alpcm und T s c h i r i k 0 w c r zu Ehren des Vereins ein Bankett, zu dem sich 80 Personen einfanden. Der bekannte hebräische Humorist Lewinski (Odessa) hielt eine bemerkenswerte geistreiche Ansprache und begrüßte den Verein im Namen des Odessacr Komitees. Sodann betonte Rechtsanwalt Gis sin (Mohilcw) die Notwendigkeit zionistischer Erzichungsarbeit und Propaganda unter den Frauen. ״Haben wir", — fragte er — ״das Qeschlccht vorbereitet, dem wir die zionistische Fahne übergeben wollen?" Ein Begrüßungsschreiben des Herrn Usslschkin. der am Erscheinen verhindert war, stellte die gleiche Frage. Auf dem Bankett wurde auch die Errichtung eines hebräischen Iheatcrs in Palästina angeregt. Die Teilnehmer an der Feier sammelten die zur Eintragung des Vereins in das Goldene Buch nötige Summe. Persönliches Am 13. März starb in Berlin einer unserer eifrigsten russischen Gesinnungsgenossen an den Folgen einer schweren Operation im Alter von 42 Jahren Joseph Rosen(cid aus Bcrdytschcw. Er war einer von denen, die ihr ganzes Sein auf dem Zionismus aufgebaut hatten, die so von ihm durchdrungen waren, daß alles, was sic dachten, taten und fühlten, zionistisch und somit jüdisch im edelsten Sinne war. Er starb in der beruhigenden Qewißheit, alles, was in seinen Kräften stand getan zu haben für die große Sache, migearbeitet zu haben nach Können und Vermögen an dem großen jüdischen Renaissancewerk. Sein letzter Wunsch war, man möge auf seinen Grabstein schreiben: ״Mein Körper im Golus Meine Seele in Zion." Herrn l)r. mcü. Julius Locwcnhcim, dem rührigen Vorsitzenden der Zionistischen Ortsgruppe Charlottcnburg und seiner Frau Gemahlin wurde ein Sohn geboren, der die Namen Horst Leo Wolfgang David erhielt. AUSD£N G6M6IND6N Dt« Mitarbeit unserer Leser an dieser — erwünscht.— Rubrik Ist besonder« refeeines Ein Berliner jüdisches Gemcindcblatt ln der Repräsentantensitzung vom 6. März rierte Prof. Senator über die Herausgabe Gcmcindcblattcs. Dieses Gemcindcblatt soll allen Mitgliedern gratis zugehen, um das Interesse an den Gemeinden, ihren Angelegenheiten und Institutionen zu erwecken. Ein Mustcrcxcmplar ist dem Gcmeiiidcvorstaiid und den Repräsentanten bereits zugegangen. Bei der Kommissionsberatung wurden Befiirchtungen geäußert, dal; das Gemcindcblatt eine empfindliehe Schädigung der jüdischen Zeitungen darstcllen könnte. Referent sei dieser Auffassung entgegengetreten; er sei der Meinung, daß das Gemcindcblatt, das selbstverständlich nur lokale Nachrichten bringen dürfe, keine Konkurrenz für die jüdischen Zeitungen mit ihren Nachrichten aus aller Welt bedeute. Die Kommission empfiehlt die Herausgabe des Blattes unter Vorbehalt der Festsetzung des In- Vereins Bnc Zion. Dr. tschlcnow. Der Historiker haltcs bezw. der Ausgestaltung des Blattes. ״Urii sollte. Hoch cs gibt ein jüdisches Neu- ׳!'•*i seit altcrsher jüdische Stoffe. Und hier darf dall keiner unter allen jüdischen Künstlern ׳ev Stoffe so nahe bringt, wie Lilien. Und ich ' ׳■■ir darüber klar, daß dies seinen Grund nicht s! 1 11 haben könne, dall Lilien unserem ״Buch", י• den Stoff entnimmt, eher vielleicht schon ß '• er unser ״Land", Palästina, zum Hinter- , •üiit. Und dam liegt in jedem Bild noch > ’■ 1׳ einer keuschen, innigen Sehnsucht und 11 ׳' gewaltigen Siegeskraft. Denn Lilien, dieser iv idige Krakchler auf den ersten Kongressen, I* ״ mul eroberte mit dem Stift und der Nadel 1 -md. Lilien ist ein Eroberer. Seht seine 11 an, die grollen Anfangsbuchstaben, seht diese a• :ms dem Alephheis und aus der ganzen jüdi- 1 *,.Ui. f)aS sind Eroberungen, die sich in ihrer •!! Bedeutung nur mit der Gesamtleistung unserer 1י': (lioniere vergleichen lassen. Wir haben cr Buden unter den Füßen und keine glühenden en Mehr. durehbhuterte ich den Katalog und wun- 1!!!eh aller die niedrigen Preise. Wo ich ״lar'1 erwartet hatte, stand nur 250 bis 400 Mark, sH1i 5t) Mark nur 1020־ ־ Mark. Das nenne ich!• Dabei dachte ich auch an eigene materielle!c• ״mi dass wieder ein Zahltag ins Land ge- ״üii ist, an dem ich in der Hauptsache aktiv bc- Kt hin, obwohl ich sonst ganz passiver Natur und was soll ich Ihnen die Gründe erst ancn/ - ich habe gar nicht mehr gewählt. Ich *,«er sofort zu meinem Buchhändler gegangen, der riesiges Vertrauen zu mir hat (worum ich ihn fast beneide), und habe mir zu meinem anderen Lilicnbüchcrn noch die beiden Bände der Lilicnschen Bibel*) gekauft, die jene Bilder enthalten, und statt der Anzahlung habe ich das Bargeld für einen Anteil unserer Siedliingsgcnosscnschaft in Palästina in eine besondere Sparbüchse gelegt, um an der Eroberung unseres Landes auch meinen Teil zu haben. Denn der Buchhändler kann warten: meinen Sie nicht auch? .... Georg Hecht. Der neue Mayor von New-Vork über die Juden Aus New York schreibt man uns: Der neue hiesige Bürgermeister, Mr. Gaynor, der sich als Richter des Supreme Court die Sympathien der Juden im East End erworben hat, verdankt seine Wahl zum Mayor von New York zum grossen Teil den jüdischen Wühlern. Zu einer Deputation der Rabbiner aller Synagogen des East End üusserto sich Mr. Gaynor über sein Verhalten zu den Juden. Er sagte dabei u. a..־ ״Sic sind die Kinder einer Rasse und einer Volksfamilie, deren Ursprung am Anfang der Oeschichte in jener Grenzlinie Hegt, wo die Legende 'aufhört und die Geschichte beginnt. Sie gehören einer Rasse und einer Volksfamllic an, die in könig- *) Erschienen bei G. Westermann in Braunschwelg. liehen Palästen gewohnt hat, zu einer Zeit, da die Sachsen und Kelten, vielleicht auch die Römer noch nackt durch die Wälder streiften und in Höhlen wohnten. Das Christentum hat allen Grund, stolz zu sein, aber cs bleibe stets eingedenk, daß cs Ihre heiligen Schriften gänzlich übernommen und sich angeeignet hat. Das Neue Testament, das darauf kam, ist gänzlich oder fast gänzlich — denn cs kann hierüber Meinungsverschiedenheiten geben — von Angehörigen Ihrer Rasse verfasst worden. Die ganze Welt hat Ihnen viel zu danken. Zunächst in der Religion, dem Glauben an einen einzigen, wahren Gott, von dem Sie niemals abwichen. Sic dankt Minen auch viel auf dem Gebiete der Wissenschaft. Literatur und Staatskunst und alles dessen, wovon die Aufklärung, das Glück und die Zivilisation unserer Zelt abhängt. Die Christen hatten niemals wahre Gründe, Sic zu hassen. Der Hass entstand aus Bös- Willigkeit, entstand in Zeiten der Finsternis, der grossen Missverständnisse. Dieser Hass kann sich heute nur noch bei jenen Völkern halten, die noch in Ungewissheit verharren, die noch auf einer niederen Kulturstufe stehen als die übrigen, und die noch der Einwirkung der wahren Zivilisation bedürfen, um von diesem Hass befreit zu werden." Gaynor versicherte, der Mayor aller Bürger zu sein und dafür Sorge zu tragen, dass die am Sabbath feiernden Juden nicht gezwungen würden, auch noch die Sonntagsruhe zu halten.

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