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Jüdische Rundschau · 1910-03-11 · Heft 10 (11.3.1910) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 10 (11.3.1910)
Date
1910-03-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 111. N0JO. fühle für das Alincnland in seinem Tancrcd-Uucl.״* er Hess seinen politischen Einfluss, was ihm nicht wenn: Widerstand brachte, zugunsten der Juden spiele», er unterstützte die Pforte usw. Nehmen wir eine Fülle solcher!)Israelis und wir haben” das groteske Bild einer liidisch-stammcnsbcwusstcn. cmrliscli-mmlikanisclicn Adels-Gesellschaft, Schaffe sich, wer will, andere Beispiele, was alles aus der Abstraktion jüdisches Stammesbcwusstscin werden kann. Bass sic ihrer ganzen Natur nach, im Vergangenen wurzelnd, ohne Entfaltungsdrang im Milieu der Gegenwart, am ehesten zur Inaktiv!• t .11 hiiuiberlcitct, ist selbstverständlich. Hass sie in Anlehnung an den Zionismus nur zu leicht von einem idealistisch-altruistischen Streben ZU einer raffiniert-bequemen Assimilation führen kam•: Was an uns jüdisch ist — machen wir zu eine־ Kategorie der Vergangenheit. Das Judentum dei .indem, das ״uns jetzt eine ungeheure Versor- > und Er/.ielnmgslast aufbürdet“ — schieben wir 1i.lv י Palästina: diese Möglichkeit, diese Wahrsclidn- I1v.i1' 1t wird niemand bestreiten können. Wenden wir uns aber nun den wichtigen Beolu.!,Hingen Oppenheimers zu, beziehungsweise den wu׳';!gen Tatsachen, die nur durch sein: ״Wie ich cs •Hie״ eine andere Darstellung erfahren haben. (Schluss folgt.) Jüdische! ,alästina-flusstellungen ׳ ׳ssiclhmgcn der Produkte der jüdischen Kolm n hat es schon gegeben. Jetzt finden auch Aus', n.ingcn von Erzeugnissen des neuen jüdischen K1as>: v w erbcs statt. Palästina-Vorträge mit und uh!»!; Jcriiiatcrnil — ja sogar ernsthafte Kurse über ».!fragen finden ein immer wachsendes Publiktini.I der Kreis der jüdischen Palästina-Interessen gewinn: von Tag zu Tag an Ausdehnung. 11.! vlurltc es denn an der Zeit sein, auf Vorschlüge muck :■»greifen, die in früherer Zeit — als das gegenwarim Interesse erst augestrebt wurde — noch nicli: 11.:ne״ durchgeführt werden können, und deren Zeit ivui gekommen sein mag. Im;!.Igcndcn soll der Plan einer umfassenderen Palü s ן i ״ a - A u s s t e 11 וו n g aufs neue zur Diskiissint) gestellt werden, weil wir der Ansicht sind, dass kaum eine andere Art von Veranstaltung so geeignet ccm wird, einem grösseren Kreise in einürucksvullcr Weise vor Augen zu führen, was da ist und was da nt ö g l i c h wäre. Wer.» es sich nur darum handeln sollte, die Protluktc der jüdischen Kolonien auszustcllcn, so hüttc icli meine Zweifel, ob das gut arrangiert werdet» konnte und ob cs besondere Zugkraft haben würde, - aber kein Zweifel kann bestehen, wenn wir, wie angcdcutei. eine Ausstellung bieten wollen, die nicht nur der Welt zeigen will, was wir in Palästina geleistet haben, sondern auch •- uns selbst und anderen was noch in Palästina zu leisten ist. Palm aber bietet eine Palästina-Ausstellung tut " eitere 11 Sinne auch Gelegenheit, einmal darzustellen, was - unter der leitenden Idee der Palästina-Arbeit - auch an deren Werten geschaffen wurden ist, und wiederum in Verbindung hiermit iicsse sielt mancherlei zeigen, was Nun ‘.h״n näher! - ein Bellen — ein vielfaches l.clio Liul nun wagt sie's, schaut rückwärts: vom leuchten- ׳»eit Scltnccfcld Bel>t > vli's dunkel; — ein Wolf — und noch einer — un Rudel! Ihre \ ׳gcl zerfleischen die eisigen Hände, Mit d 11 eigenen Leibe das Kindlcin beschützend Ruft *!e lallend dein Pferde die schmcichclndstcn '\ortc. Ihelu Ginn hinter sich hört sie das Bellen unu : auchcn. .״ ..Ninn;■ t.ucli selber, Jehovah. nur rette den Knaben. 1 ו״'א neben ihr, leuchtend — das Aug eines Wolfes — 1'•f ׳-! m:ucn die Hände, schon sinken die Zügel. Aber,! eine Stimme';* wer hat cs gerufenr: ׳Murg•.,, fruit ist die Reih an den Juden der Markt- Madt! l״'׳d mm ).<>1111111 cs und drängt sich heran an den •Vlilitten , , , , Inü sie spürt schon den keuchenden, kochenden S'^Ken früh ist die Reih - darum eile und warne! Kit! verzweifelter Schrei in die Nacht. Von dem •fcfcw sich Lea das Tuch mit dem schlafenden Kinde, ln!i mc schleudert cs mitten hinein in das Rudel. hurcli die winkligen Gassen stürz! ».•in walmsinn’ges Haaren des Judenquartleres Weib mit verwilderten die so oft gehörten und noch öfter unterdrückten ”ragen nach den Möglichkeiten oder Schwierigkeiten einer Jüdischen Existenz in vorwiegend indischem Gebiet zu beleuchten geeignet wäre. Mittelst dieses Idccttgangcs würden wir zu einer Ausstellung des modernen Judentums gelangen, in der unseren Palästina-Interessen ein grosser Raum ge- Reben sein müsste. — Daun wäre die Ausstellung auch der Ausdruck unserer Bestrebung, die Judenheit und Palästina in immer engere Beziehungen zu einander zu bringen. Ich will nun eine Skizze geben, wie Ich mir die Ausstellungen hiernach vorstcllc, und ich habe keinen Zweifel, dass, wenn unsere Elnzclorganisationcn den Plan im allgemeinen aufgreifen, von allen Seiten wertvolle Anregungen beigesteuert werden, durch die der Plan immer schöner und dadurch auch immer aussichtsrcichcr würde. Es dürfte das Beste sqjn, wenn 1 alle, die sielt zu der Saeltc Uussern wollen, dies hier in der ״Rundschau“ täten, die dazu wohl gern eine spezielle Rubrik!!ergeben würde. Zunächst einiges Organisatorische: Hs sollte etwa jede Landsmannschaft eine oder mehrere Hauptversammlungen veranstalten (je nach der Anzahl und Bedeutung ihrer jüdischen Zentren — z. B. in Deutschland etwa Berlin, Frankfurt a. M. und Breslau — in Oesterreich etwa Wien, Budapest und Prag) und eine oder mehrere Wanderausstellungen kleineren Umfanges für die kleineren Zentren und die kleineren Orte (in Deutschland z. B. Hamburg als ein Zentrum Nordwestdcutscltlnnds, Mannheim für Süddeutsehland!md die Schweiz, Königsberg oder Posen für den Osten — in Oesterreich etwa Brünn als ein Zentrum für Böhmen, Mähren, Schlesien — cvcntl. inkl. Preussisch Obcrschlcsicn —, Lemberg oder Krakau für Galizien etc. etc.). Wir werden später sehen, dass die meisten Ausstellimgsobjcktc gerade bei Organisationen vieler 1 gleichzeitiger Ausstellungen so billig und bequem zu I beschaffen sind, dass die Kostenfrage fast verschwindet! Die Hauptausstcllungcn sollten meiner Ansicht nach umfassen: 1 I. Abteilung: Palästina. a) Jüdisches: Produkte der jüdischen Kolonien in Palästina. Handwerks- und Industrie-Erzeugnisse der Juden Palästinas. Bilder vom Leben der Juden Palästinas. Sonstige PalästinabilOcr von speziell jüdischem Interesse. Darstellung der Tätigkeit der verschiedenen jiidisehen Organisationen und Institutionen in Palästina und im Orient überhaupt. Desgleichen über jüdische Palästina-Organisationen im Auslände. Graphische und bildliche Darstellungen des jüdiselten Fortschritts in Palästina. Publikationen über jüdische Palästina-Angelegenheilen. b) Allgemeines: Landesprodukte Palästinas. Erzeugnisse der einheimischen Industrien und des Kunstgewcrbcs. Trachten, Waffen, Geräte, Und schlägt wild an die Tür des crschrock’nen Rabbiners. ״Man hat Kinder und Freunde und Mann mir getötet — Und mein Letztes, das warf ich den Wölfen zum Morgen früh ist die Reih’ an den Juden der Marktstadtl“ Einen Augenblick stellt sie und starrt in die Berne, Und daun lösen sielt plötzlich die krampfigen Olieder, Sie sinkt bin — und verscheidet mit lächelnden Lippen. ne Expcdllion nach /ncsopolamicn Der bekannte jüdische Agronom Ettingcr. an der Expedition der Jc w is11 C0110n itiott Association (JCA) nach Mesota rn len zur Erforschung der dortigen Koisationsmögliclikcttcn .|cjln 1 ,q”״.,ehCVbcVlnden“ sicli •f un'tcr^200°000 ׳El 11 wolmcirn ungefähr 50 000 Juden, / ־Teil von de.» zur Zeit des babylonihen Exils hingekommenen Juden abstammen. .".״״lerer Teil kam später, als de Kreuzfahrer usende von Juden ans Palästina und anderen Län- •n des Orients vertrieben. Die Juden von Bagdad idien sielt ausschliesslich der arabischen Sprache, bst das Hebräische sprechen sie nach den Regeln . ״.,!,L ״n Snrache aus und leisten auch ihre riJhtscde^in arabischer Sprache. Ihre Schulen, Inuid-Thoras, sind vom Typus ähnlicher Schulen i r?1* *üiidkchcn Frauen kleiden sich so wie die ,.?iLHÄnenAm! der Strasse sieht man sie Typen, Lebensweise und Gebräuche der elngeborenen Bevölkerung (In Originalstückcn, Abbildungeil etc.). Sammlungen und Publikationen des 1 alestinc Exploration Fund (London) und ähnlicher Institutionen. Bildliche Darstellungen und Sammlungen betreffs Fauna, Flora und Oeologic des Landes. Vcgctationsbildcr. Archäologisches (Abbildungen und plastische Re- Produktionen). Jüdische Baudenkmäler und Rekonstruktionen. Jüdische Münzen etc. Palästinakarten (die alte Mosaikkarte von Madaba etc.). II. Abteilung: Modernes Judentum. a) Literatur: Jüdisches Zeitungswesen (Exemplare aller jüdisehen Zeitungen ■*־ natürlich nur ״möglichst“ alles — cs gibt und gab ca. 1300! — Vieles evtl, nur in Reproduktionen). Jüdisches Buchwesen. (Moderne Hcbraica. — Jüdischer Verlag etc.). Spezial-Ausstellung der ״Jewish Encyclopedia“ (mit photographischen Vorlagen, Farbentafeln• OriginalstUckcn etc.). Ausstellung von Jugendliteratur. Dokumente der jüdischen Bewegung. b) Kunst: Jüdische Kunstausstellung — Malerei und Plastik — (Originale und Reproduktionen von Kunstwerken jüdischen Interesses). 1. Jüdische Sujets jüdischer Künstler. 2. Jüdische Sujets nichtjildischcr Künstler (z. B. Rembrandts Judcnbildcrl). 3. Nicht jüdisches von Juden. Jüdische Musikalicn (ähnlich gegliedert wie ״Kunst"). Jüdisches Kunstgcwcrbc. 1. Synagogalc Kunst. 2. Buchkunst (Illustration. Schriftproben, Einbände cte. — z. B. liagada von Serajewo und zahlreiches andere). 3. Jüdische Gold- und Silbcrschntiedc-Arbeiten etc. etc.). c) Jüdische Wissenschaft: Statistik und Demographie (Literatur, Graphische Darstellungen, Typen und Bilder von Leben der Juden aller Länder — speziell des O.icnts) etc. d) Dic jüdischen Organisationen, ihre Aufgaben und Leistungen, c) D i c jüdische Emigration.!)Porträts moderner Juden. III. Abteilung: Anteil der Juden an der modernen Kulturcnwlcklung. a) Po r t rä t ga Ie ric von hervorragenden Gelehrten, Künstlern. Literaten, Handelsherren, Technikern, Politikern, Staatsmännern etc. jüdischen Stammes.!))Leistungen der Juden auf allen Gebieten, soweit darstellbar. c) Graphische Ueber sicht über Schul- und׳ Universitätsbesuch der Juden in den verschiedenen Ländern etc. d) D e r Einfluss der jüdischen Ideen und der jüdischen Tätigkeit auf das gesamte Mcnschhcitslcbcn. nur dicht verschicicrt. und auch zu Hause unlc scheidet sielt das!־aiiiiliculcbcn der Juden nur wen von dem der Araber. Die Frauen nehmen ihre Mali zetten niemals zusammen mit Männern ein, selbst d Ehegatten nicht. Ueber seine allgemeinen Beobachtungen bericht!;׳crr .!:1,׳ngcr: Meine Reise hierher ging ■1 Meer über Aegypten und Indien. Von Bassora. di ersten Stadt Mesopotamiens, fuhr ich teils per Schi' teils zu Pferde ungefähr W)ü deutsche Meilen b tsagdad. Das Land ist durchwegs unbebaut, nui kann sagen, eine Wüste, aber der Boden ist sch fr u eh tb a r, genau so wie in uralten Zeile Die Engländer sind hier schon flcissig an der Arbc und beginnen mit der Gründung grosser Untcrncl niungcn. Die Kultur von Baumwolle, Rc| unt R?.h.r?״ckcr kann hier die Quelle menscl lichcr Rcichtümcr werden. Ob cs den russische Juden lohnt, hierher zu emigrieren, ist eine Frag auf die ich jetzt noch keine entschiedene Antwo fhrbCi,irt׳man,l'r ,Unscr? Expeditionskommission wii ihr Urteil erst nach Abschluss der genauen F ök,0,10'"iscll?n wirtschaftliche Verhältnisse des Landes abgeben. In den Wintc nionuten ist das Leben liier sehr gesund. Wir sin im Januar, und hier ist es sehr warm. Des Morse! uV!r Prat* Wärme und am Tage ist < recht heiss. In einem Monat beginnt der Frühiin “"d .*מי ^S?rZ׳Hnr״ scl|on der Sommer. Im Somrm erreicht die Hitze mitunter 50 Qrad Celsius ii behauen. Im allgemeinen vertragen die Euronär hier Ule Hitze gut, denn das Klima in Mitte Mesopotamien ist sehr trocken. Die Expedition I! n.gcr annlmmt• Anfang des Somtnei zurückkehren können. nme'

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