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Jüdische Rundschau · 1910-03-04 · Heft 9 (4.3.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 9 (4.3.1910)
Date
1910-03-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite HM). I)r. O. Buchnnl. 1111• sich durch ihre mehrjährige Tätigkeit im Dienste des Palüstinuwerkes hervortagende Verdienste erworben haben* von eminentem ITfolg begleitet. •Sie hesnehten fast sämtliche grössere Städte ilcs Ansiedelungsrayous und daneben auch einige Orte nusscriinth desselben. Dr. 0. tiuehiiiil war last sieben Atonale unterwegs, informierte die indische Oeffenilielikeit vorzngswcisc über die ökonomische Seite der palästimselien Kolonisation und war!traktiseh aiissehlicvs• lieb Cur die Schaf finit! eines Instituts für Agrarkredit in Palästina tätig. Herr Dr. Mos sin sohn reiste fünf Monate, sprach über iiuseie Kulturarbeit in 1 *aliistiita und warb ausschliesslich für den 1׳o 11 d s d e s 11 e b!• ä i so I! c n Oy "III n Sill ms zu Jaffa. Seine Vorträge waren überall, aber ganz besonders in Waise bau und in Lodz von grossem Erfolg gekrönt. wo er mit hrlaubnis der Lokalbohörden vor einer lausend• kiipfigen Menge seine Vorträge in h e b ן• ii i sc b e r Sprache hielt. I toi r M. Schein k i 11 bu* leuchtete in seinen Vorträgen alle Seiten des palästiiiischen Lebens mul Kolonisaiionswcrkes. Seine Arbeit war ebenfalls hauptsächlich auf die Vernich• rinig des!•'omls des .1 a f f a e r O y 11111 a s i u in s gerichtet, daneben aber trug er auch zur Bildung von Oriippcn zwecks g e in e i 11 s e 11 a f 11 i e 11 c n I. n n d - kauf in 1 * a I ii s t i a a bei. Was die Eoidcrmig der Palästiiiakuiulc auf schriftlichem Wege betrifft, so war das Komitee auch hierin nicht untätig. Abgesehen von der Vcrhrcilung seiner bisherigen Publikationen veröffentlichte das Komitee in diesem Jabre ein ausfiilirlichcs Protokoll der lei/ten 0 e 11 e r a I v e r sa in m hing in inssiselicr Sprache, welches die der (lene- 1alversa1111nl!1ng vom Komitee unterbreiteten K’cfe• rate über d!e verschiedenen Prägen der Palästina- Ar heit ungekürzt wiedergibt. Der Preis dieser mehr 11s <> Driiei•׳bogen starken Sehritt ist ein sehr uiiissi- ׳.:er: 20 K׳!p.. bei Bezug von 4<) Exemplaren bl K״P. Wir empfehlen die Vrrhrehmg dieser Schritt .mgelegentliehst. Soeben erschien auch int Vcrläge des Komitees eine illustrierte Broschüre von Professur Schatz über die Jerusalemer Kunstschule ״De za lei". Pcrner waren wir dem Verläge ..K op c k e 11 l) i b l i 01 h ck“ behilflich, nach• stehende Broschüren im Jargon zu publizieren: Gr. lii'odonskv. Geschichte Palästinas, M, L. I. il i e 11 b 111 m . Ucker Landkauf in Palästina, II. Spielberg. Der jüdische Arbeiter in Palästina. Prof. Schatz, ״P.czald". Bedauerlicherweise will es uns nicht gelingen, iniinterbidcliene. regelmässige Beziehungen mit!>»• seren Mitarbeitern zu unterhalten. Pie in liebriiisclier Sprache erschienenen inouatliclien Huiu-lins kamen uns einselilic‘>li.׳l׳ Porto ziemlich teuer, wallrend sie nur den Bedürfnissen eines Teiles der Mit* aibeiter entsprachen. Viele verlangten eine gleich- /eilige russische mul Jargon •Ausgabe der Bulletins. Dies würde die Unkosten noch bedeutend vermehrt haben. Dazu kam. dass die Wochenblätter ..IIa*01 am" und ״Rasswjet" in der letzten Zeit die Rubrik der Palästina-Nachrichten erheblich vergrössert haben, (weshalb wir diese Blätter im* seren Gesinnungsgenossen angelegentlichst eiupfch- Ion), so dass für selbständige monatliche Palästina• Bulletins kein Kaum mehr vorhanden ist. Wir haben daher die Herausgabe der hebräischen Bulletins eingestellt und bemühen uns, ein anderes Mittel aiisfindig zu machen, um mit unseren Mitarbeitern stets in Pülihmg zu bleiben, mul wir werden jedem dankbar sein, der uns seine Ansichten über diese sehr wichtige Präge mittciUm wird. Und mm über unsere Palästlnnnrhelt. Wir haben Inforuintionsdiiiroaux in Odessa, Kon stau linopel. Beirut. Haifa. Jaffa und Jerusalem. Diese Bureaus erweisen den Pmigrauleii und neuen Ansiedlern alle mögliche um• ralische UnleiMüPiim׳ und ‘׳teilen ihnen mit Anlei־ tung und Auskünften bei. Mit Hilfe des Jaffa er Bureaus wurde im letzte Jahre einige lmmol> i I i e n - A n k ii 11 f e für russische Privatpersonen besorgt. Wir erkennen die Notwendigkeit an, diese Bureaus zu erweitern und ־ztt v c r v o 11 k 0 m mncn. hierzu sind aber viel grössere Geldmittel erforderlich, als uns zur Verfügung stehen. Von den anderen Organisationen beteiligt sich nur der IIil f sverein 11 e r I) e 111 s c 11011 Juden an den Kosten des Informationswescns mit einem Jahresbeitrag von 2500 Praucs. Die letzte Generalversammlung erlegte dem Komitee die Pflicht auf. Gruppen fiir Lniidnnkuuf 111 Palästina ins Leben zu rufen und zu organisieren. Das Komitce ist leider nicht in der Lage, auf irgend welche konkrete P.rfolge seiner in Gemeinschaft mit der Gesellschaft ״Oculah״ angcstclttcn Versuche einer Betätigung nach dieser Richtung liinzuweiscn. Das Komitee setzte sich mit vielen in Verbindung, manche JUEDISCHE ״RUNDSCHAU hinterlegten sogar heim Komitee eine Anzahlung, das Unternehmen scheiterte aber hauptsächlich an dem Mangel an kmtkreten Angeboten, d. h. u u d c m M;t 11 g c I an bereits a n g e k a u f t c u . z 11 r Parzellierung 1111 d zum W0 i t e r vc rkauf paraten Ländereien. Derartige Aukaufe zu inaclieu ist aber unser Komitee nicht im Stande. Dies muss vielmehr aufgahe der grossen Koionisatioiisgescllsehafteu sein: unsererseits köuneu wir sie mir veranlassen, auf dies grosse Werk einzugeUcu. Die Oencralvei.Sammlung beauftragte ferner das Komitee, zur Schaffung eines Jnslituls fiir langlrlsllgcii Agrarkredit In Palästina nach Kräften beizntragen. Das Komitee ging sofort an dies; Arbeit. P.s beschloss einen Versuch zu machen, um festziisielL'n. ob dies Beginnen bei dem jüdischen Publikum Anklaug finden werde. Zn diesem Zwecke beauftragte das Komitee Herrn Dr. Buchinil, der die Agrarfrage im allgemeinen und die türkischen Agrarverhältnisse im besonderen eingehend studiert hat. einige Orte Südmsslaiuls zu besuchen. Das Ergebnis seiner Tätigkeil gab uns die Ueber/eiigung, dass die Gründung eines lusiitiits fiir Agrarkredit bei vereinigter und energischer Arbeit aller Institutionen und Person e n . die fiir Palästina Interesse haben, vollständig gesichert ist. Dr. Biiehinil bereiste einen verhältnismässig armen Bezirk, überall aber fand er entgegenkommende Pcisoueii. die die formelle Verpflichtung unterschrieben, nach Gründung des Instituls fiir Agrarkredit Anteilscheine auf eine bestimmte Stimme zu zeichi.cn hier Miiidestbtftrag war 200 Rubel, viele zeichneten höhere Beträge, der lliiehsthetrag war 2000 Rubel) mul die sogleich 10'»• des Betrages auzahltcn. Herr Dr. Btichmil besuchte die Städte Uictson, Nikol,»jew, Alexandrow.sk (Goavernement Jekaterinoslaw). Bemlery, Kischinew, Poltawa, Krcnienisehiig und!einige kleinere Ortsehaften in der Umgegend. Das Resultat war. dass ׳PS Personen die Verpflichtung übernommen haben, sich au dem Institut für Agrarkredit mit dem He• trage von I־’res, 2'Müöl zu beteiligen und eine An- Zahlung im Betrage von Br׳:s, 2<).lüMt) leisteten. Wir wiederholen: sobald eine andere, bekannte Weltorganisation die Schaffung des A g r a r i n s t i t u t s in die Hände nehmen wird mul dies wird demnächst geschehen, wie wir genau wissen und wir alle gemeinsam nach dieser Richtung arbeiten wurden, wird das beregte Institut in w e n igen Jahren zu arbeiten beginnen mul der jlidisehen K o I o 11 i s a t i <• n i 11 I* :11 ä s t i 11 a als sehr bedeutender Ansporn dienen. Die Generalversammlung fasste ferner den De• Schluss, .lass das Komitee sich auch mit der Gründung von Arbeiterkolonlcn lutasseu sollte. Im Laufe dieses Jahres haben wir keine neue Kolonie gegründet, haben aber einige diesbezügliche Pläne studiert und stehen diescrhalb in Verhandlungen mit einigen KolonisationsgescII* sehaflcn: über den voraussichtlichen Ausgang dieser Verhandlungen können wir vorläufig noch nichts bestimmtes sagen. Dagegen bähen wir einen wichtigen Schritt getan, tun die Zukunft und die weitere l'.1:twiekhmg der von mir. ins Leiten gerufene Ar• beiterkolonien 1:11 ’ - G a 11 i 111 und Her Jakob zu verbürgen. Diese Kolonien haben sich int Laufe der IL2 ־ Jahre ihres Bestehens sehr entwickelt: Brun• neu wurden errichtet. Häuser erbaut. Pflanzungen und Gemüsegärten angelegt usw. Der weitere An* bau dieser Kolonien machte aber einen langfristigen Kredit von Pranes .)0 000 erforderlich zwecks Volluidmig der Gebäude, P.rrichtung des Gemeindebassins. Anlage von Röhret: für die Wasserleitung zu den Gemüsegärten. Aufstellung von Motoren für das Bassin. Den Arh'.itern gelang es mm, die A n g I o P a I c s l i n e C o m p a 11 y zu bewegen, ihnen ein Darlehen auf 10 Jahre unter Garantie 1111׳ seres Komitees zu gewahret!. Wir haben gerne und zuversichtlich die Bürgschaft übernommen, da wir an der pünktlichen Zahlung nicht zweifeln. Als dieses Jahr der Termin fiir die erste Ratenzahlung fällig war, gingen die Zahlungen ziemlich pünktlich ein. Piir Ausgaben öffentlicher Natur bewilligte das Komitee auch im abgclnufcnen Jahre Beiträge fiir die Kolonien Chcdcrah (Arzt), Kastinie (Vcrko• Steuer und Schächter), Jaffa (Krankenhaus), A r 111 f f (Grenzschutz). R a 1111 c 11 (Schächtcr), J c r u s a I c tu (Volkshaus). ln ff jeder Beziehung gedeihlich war die Tätigkeil der Komitees auf dem Gebiete des Schulwesens ln Palästina. In erster Reihe gelten die diesbezüglichen Bcmühungen des Komitees der Jaffaer Töchterschule mit ihren derzeitigen neun Klassen, die von 410 Schülerinnen besucht werden. Die vom Komitee bcstriUenen Ausgaben der Schule betragen in diesem Jahre Francs 25 000, dazu kommen noch ca. Francs 4000 an Schulgeld. Das Komitee scheut vor keinen No. 0 noch so bedeutenden Ausgaben zurück, um um diese Schule, in der zum ersten Male in Palästina der A u so« :11111 u g s u n t c r r i e 111 zur Anwen• düng gelangt und die Grundlage für die Wiedergehurt unserer nationalen Sprach«• in Palästina sowohl, als auch in der Diaspora geieg; hat. zu einem M 11 s t e r i n s t i 1111 zu gestalten. 1111 abgelaufenen Jahre bezog die Schule ihr eigenes prächtiges Gebäude, welches abgesehen vom Bau platz, mehr als Pranes Idd<11111 kostete. Zu dies!! Summe trug das Komitee Pranes 27 Udo hei, während die übrige Summe von unserem P.lireninitglied. Ilern! I. Pc in borg aus Irkutsk zur Verfügung gcsul!• wurde. 1111 abgelaufenen Jahre wurde au du Jaffaer Töchterschule von dem durch Herrn 15. .1 a i:, in (Jrodno aufgebrachten Uelde (Ers. 1490) u, Bibliothek fiir die Schuljugend gegründet, <i. auch den anderen laffaer Lehranstalten zu gir kommt. — Zur Zeit entbehrt die Töchterschule n<>. ucr geziemenden M <11 ׳ i I i c r u 1» g und dt nötigen Lehrmittel, da das Komitee lenk nicht in der Lage ist. die hierzu erforderlichen Koste zi: bestreiten: das Komitee hofft jedoch, dass sk edle Spender finden werden, die diesem Bediirio Iv’eehmmg tragen werden. Mit grosser Genugtuung kann das Komitee die Fntwickhmg des hebräischen G y m 11 a si ums zu Jaffa hinveisen. v elehes in seine: Lehrerkollegium und in seinem Aufsicl1tsr.it em ausgezeichnete Leitung besitzt und immer mehr <11■ Sympathien weiter Kreise gewinnt. Im laufende! Jahre bestanden zwei Präparanden• mul f.mf ll.mp: kla.ssen. Die Zalil!er Schule׳■ Knaben in;.: Mädchen beträgt zur Zeit 1,!י. Das Kassa wesen der Anstalt h*:gt in den Händen unseres K<> mitees, welches das Budget des Gymnasiums (l're■ ,Ir» DUO) verbürgt, für di; VergrosHrimg des Gymna sialfmids Sorge tiägt und aus seinen allgemeinen Mitteln zu den jährlichen Ausgaben Pis. 50(10 bei trägt.. Wie m ׳len vorigen Jahren erhielt mul .subven honiute das Komitee auch im letzten Jahre folgend!. Schulen und Institutionen: die Kindergärten za: Beirut, Saffed, Haifa, Tiberias. .lern• s a I c nt; die Schulen in C h e d er a h, W ml 1 C 11 a n i!1. M <1 z a , A r t <1 f f. Ge d e r a 11, K a st i nie: das Komitee bestritt ferner die Kosten des hebräischen Unterrichts in den Alliance-Schulen zu Beirut und Tiberias. und subventionierte die Kunstschule ״B 0 z ו i c 1", die Abteil u 11 g f 11 r 11 a n <1 w e r k s 11 n t e r r i e 111 an der Jaffaer Ta hu u d To r u h * den Le 11 r c r v e r ba n d, die Zeitschrift ״Il u - p o e I h a - z a i r" und die B i b I i ס• t h c k c 11 zu .1;11 f :1 mul Haifa, ferner bewilligt; das Komitee in diesem Jahre folgende neue Siibvcn• tionen: ihr die orthodoxe Schule ״T a e h k e ווו o n 1' in Jaffa, zur Proiimmg neuer Schulen in Haifa. Gazza, Maehnaiin mul Ber-Jakob, im spezielle hebräische Zeitschriften für Land Wirtschaft und i ii r Pädagogik in .1 a f f a . für Abendkurse in Jerusalem, fiir die Hi• b I i o t h e k zu T i b e r i a s, für einen T u r 11 I c 11 r e r. der Palästina bereisen und überall das Turn wesen unter der Schuljugend mul den Fr• wachseilen ordnen soll. Unser Uchcrhlick über die Tätigkeit unseres Komitees ist zu Ende (wenn wir nicht noch eine Reihe von kleiner*•!! Arbeiten in Erwähnung Dringen sollten). Die Leser dieses Rundschreibens wer• den mm in der l.agc sein, uns ihre Ansicht über 11״• scrc lätigkeit mitznteilcn. Wir können nur noch hinzufiigcn. dass wir Pläne und Entwürfe für weiter! Ar beit in Hülle und Fülle haben, leider aber ge bricht cs uns an den notigen Mitteln. Folgende Ani Stellung zeigt, welche Geldmittel uns vom 1. Ja■ nuar bis zum .11. Dezember 1909 zur Verfügung ec stellt worden sind: I. Mitglicderbeiträge .Pres. 51.121.70 * IL Einmalige 11. spezielle Ausgaben ״ lässs.ls I III. Tcllcrsammlunevn am ״Freu*• j Jom Kippur" (für Landkauf . 35077.42 j IV. Ergebnisse von veranstalteten Abenden, literarischen Vorträgen 11. dergl. 7(iss.911 V. Ptir das Jaffaer Gymnasium . . ,. 35329.04 VI. Für verschiedene unantastbare Ponds in Wertpapieren .... ״ <>or>9.211 VII. Zuschuss - Spende Feinberg. Irkutsk, für den Jaffaer Sclmlbati 1501 ״H1. Sa. Francs lf13 07k.04 Mit diesen Mitteln lässt sich wahrlich nicht viel machen. - Es ist geradezu beschämend, dass viele Freunde der P:\lasti1utarhcit unserem Komitee nie In die gebührende Berücksichtigung zu teil werden lassen. So z. B. erfüllen grosse, durch ihr Verständnis und Interesse fiir gemeinnützige Werke ausgezeichnete jüdische Gemeinden wie Moskau. Kiew und Petersburg ihre Pilicht in dieser Beziehung

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