Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 9 (4.3.1910)
- Date
- 1910-03-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2651273-2651657-2651667--06919-2664045- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
No. 0. J UED1SCHE RUNDSCHAU Seite 101. durchaus nicht. Dabei haben wir doch das Recht I mehr Interesse und Fördern»* zu erwarten Wir’ ' wirken ausschliesslich ihr die Ko Ion lau- 1 i011 Palästinas, eine Sache, die allen Jüd i sehen Volksschichten, ohne Unterschied der Partei und der Rieht»»* gleich teuer ist. Die Be• tätignng zu Dunsten unseres Komitees wird von keinen äusseren Hindernissen gehemmt, Die Tätig. Keil des Komitees in Palästina während der letzten Jahre hat die volle Anerkennt!»* der letzten Generaiversainnilnii* gefunden. Wir glauben daher hier am Schlüsse unsere Hoifming /.um Ausdrnck bringen zu dürfen. dass unsere Tätigkeit schliesslich doch die verdiente Würdigung linden wird, dass alle Freunde des Paläsiiuawerkcs energisch an die Arbeit gelten werden, um unsere Hinkünfte zu vermehren, damit die segensreiche Tätigkeit unseres Komitees in Palästma eitler gedeihlichen und beschleunigten Hnt- \u:k!1111g entgogcngcht. Odessa, im Januar H»U). a’/..: Der Vorsitzende M. U s s i s c )1 k i 11. auch mit Dr. Herzl zu unterhalten und ich fragte diesen grossen Mann, wie er in wenig Worten zusammenfassen könne, was er für das jüdische Volk getan habe, indem ich voraussetzte, dass die ziomstische Idee, so weit er daran beteiligt sei. keine Ncuscltöpfung, sondern eine Anpassung wäre. Dr. Herzl blickte mich mit seinen wundervollen, leuchtenden Augen an: ״An den anderen Ist cs zu sagen, was ich getan habe, nicht an mir. Ich habe nur das Recht, zu sagen, was ich nicht getan habe. Und das würde mehr Zeit in Anspruch nehmen, als סויג darauf verwenden und ich oplcrn kann." ״Aber Herr Doktor," drängte ich, ״Sie sind doch Journalist." Ich werde niemals die veränderte Art, mit der mich Herzl nun behandelte, vergessen. ״Sagen Sic dann," fuhr ich fort, ״was Sic, wenn Sie über Dr. Herzl schreiben sollten, kurz als sein Werk bezeichnen würden." Der Zionisteiilillirer wurde einen Augen־ blick nachdenklich und sein Gesicht verfinsterte sich für ein oder zwei Sekunden, dann aber Icuchlctc cs auf. ״Ich würde sagen," erklärte er, ״dass Dr. Herzl das jüdische Volk organisiert hat." Russland Deutschland l'c badischen Blätter berichten folgendes: j!c1! aiidcsvoreln der gesetzcslrcueii Juden Badens lut ’1c Denkschrift an den Landtag gern ct. worin er Protest gegen die seine Mit־ glic «1 bedrückende e i n s c i t i g c ׳ V c r w a 11 u n g s־ י־. .זי; des badischen O b e r r a t s der I s 1 mitten einlegt. Hs handelt sich hanptsäehlieh um; Zwang zur Teilnahme am Rcli־ g ן n - n 111 e r 1׳ i e 111, der den Uebcr/.euguugcn vtet 111״u zttw klotlüuft. Sogar ein orthodoxer Rabbiner wurde genötigt, sein Kind dem Reli־ gioiiMmici 1 iclit eines Lehrers zuzuführen, der int nr.iki'Jicn Leben die dem Orthodoxen wieltnus. v 11 Rc 11gio 1tsgesctze xcilisscnt- II c I. > e r I e t z t. Der Verein beantragt daher die gm;.׳liehe Festlegung des Dispenses zur Veruseiitu 4 jedes Ucwissettszwanges. wenn ein nach Uhr;M'11״ und Lelirttmptang genügender Unterricht vor dm Schulbehörde naehgewiesen wird. P.s wäre wohl richtiger gewesen, diese Augelcgc11lu.it vor die nächste Landcssynode zu bringen, statt den Oberrat bei dem Landtag zu verklagen. Oer l.aitdesvcrcin der gcsctzestreucti Juden Badens hat sieh durch diesen Schritt auch um eine zttgkranige Wahlparole für die nächsten SvttodaKvahien gebracht. * In einigen Tugen verlässt der Fruelttdatnpfer ..II ei ini eli K a y s e r" den Brcmerliafencr Hafen mit der Bestimmung nach Savannali. Hs ist ein Schill ויvi sogen, Fehllicrrngrösse (ca. 151) 111 lang und kann ca. 14 (KM) Ballen Baumwolle fassen.) Higett־ :iimerm ist die bedeutende hiesige Baninwoll־ und I’roduhtciitirma H. Kayscr & Sohn, deren Inhaber unsere ticMitmingsgcnosscn sind. Die Flagge zeigt em M.. g e n D o v i d i n b I a u w c i s s e tu Feld e. S. Oesterreich In der vor kurzem stuttgehabten 32. Jahressitzung der Oestcrrcichiscli- Ungarischen Bank machte der Aktionär Brunner der Battklcitttng den Vorwurf, dass sic eine nationale und konie s s 1 o n e 11 c Tendenz befolge und darum niemals einen luden anstelle. Der Battkgonvernenr Dr. 1*0־ imw 1! s e 11 begütigte sich darauf mit der Erklärung, dass im Pcrsonalfragen für die Hankverwaltung!ed1g!n;11 diu Hignutig der Bewerber massgebend sei. iliesv Erklärung ist aber ein blosser Verlcgcnlteitsvorwand. denn tatsächlich ist noch kein c׳ n ־ ziger Jude in der O e s t c r r e i e 111 s c h ־ U 1t ־ sc a r i s c 11 c 11 B a n k angcstcllt worden, während doch manche Juden die ״Eignung" für das Bankiuch besitzen. Die Antisemiten pflegen ia sonst den Juden gerade auf diesem Ucbictc besondere Fähigkeiten zuzuschrcibeit. Nun soll die Oesterrcicliiseh-Uitgarisclic Bank das merkwürdige I cch gehabt halten, dass sich in drei Jahrzehnten bei ihr kein einziger J u 11 e mit eine Anstellung b e - M'nrlicu hätte, der die dazu erforderliche ■J'.igiuing" besüsse. Bauland hu ״Jewislt Lltroniele" schreibt ״Mentor", dass 1‘«׳eh Minen Eindrücken von der momentanen Lage des Zionismtis, so w׳eit er diese als Ausscnstchender beurteilen könne, der Zionismus vor der grossen ucfuhr sielte, sielt durch die verschiedenen Föderationen und Parteiungen zu zersplittern und in Atome aufzu•!״seit. Schon das Bestehen von verschiedenen Par- 'eien innerhalb der Bewegung erwecke diese Gefahr ״nd davor schütze die Tatsache, dass alle diese!*arteigruppicrungcn sich auf das zionistische Progratnin geeinigt haben, auch nicht. . Denn seihst Zangwill und seine Freunde erklärten w. sie, die Itoisten, seien die wirklichen Zionisten ,1nd nicht die anderen, die Zionc*Zionlstcn.. , Daran knüpft Mentor die Erzählung seines kurzen Gespräches, das er anlässlich des Londoner Kon• «fcsscs mit Theodor Herzl gehabt hat. Er schreibt *Örtlich: . Als der Zionistenkongress *״London stattfand, *wtic ich die Gelegenheit - die Ehre kurze Zeit Vom 18.—2(1. Februar fanden liier Beratungen von führ ende 11 Persönlichkeiten der r u ss i selten J u «.1 c 1t 11 c 11 statt. Im Vordergrund der Erörterungen stand die von den III di selten D u nt a a bg e 0 r d 11 e t e 11 ausgearbeitete Oesc*־'!׳CSilv״r*״Ku "vgen Aufhebung des indischen A tt s i e d I u tt g s r a v o!! s. Weitere yerliattdliiitgspuiikte bildeten die S a b b a 111 ־ R u It c , m Verbindung mit dem ücsctzcsprojckt bezüglich des Ruhetages für Angestellte, und die Rabbinerl rage, im Zusammenhang mit der Rabbiner-Kon־ forenz. Betreffs der letztgenannten Frage wurde der Beschluss gefasst, eine Lmpwtc folgenden Inhalts abzufasseti: Soll das gegenwärtig herrschende System der Trennung von Kultus־ und Krottrabbincr beibehalten werden? Wenn ja - welcher Bildttngs־ zensus soll dann von den Rabbinern verlangt werden? Wie ist die Ausstellung von Rabbitierdiplomen zu legeln? Welche allgemein gültigen Bestimmungen sind für die Wahlen und die Gehälter der Rabbiner festzusetzen? — Diese Rundfrage soll an alle kompetenten jüdischen Persönlichkeiten im Reiche versandt und in der jüdischen Presse publiziert werden. Die Erwiderungen sollen dann der im nächsteil Monat stattiindenden Beratung zu gründe gelegt werden. Bis dahin sollen auch in allen grösseren jüdischen Gcntcittdcn die W a lt 1 e tt für die a 11 g c ־ meine r u s s i s c It ־ j il d i s c It c Organisation vorgenommett werden, als deren Hauptaufgabe die einheitliche und p I a tt m ä s s i g c Regelung aller i 11 n e r j ii d i s e It c ח Fragen gedacht ist. Japan Vor einiger Zeit hchaupielc eine a 11 g e 111 i c 11 vom japanischen Konsul unterstützte chines i s e h c Zeitung in Peking, jüdische Kapitalisten in Amerika hätten die Anregung zur E r w׳ c r 1> u 11 g der mandschurischen Fixe tt b a h tt gegeben, um in jenem Lande e tu i ־ g r i c r c n d c Juden aus Osteuropa anzusiedeln. Die Zeitung richtete dabei heftige Angriffe gegen die anterikaniseiten Juden, die ״von der Mandsclturei Besitz ergreifen wollten." Hin New Yorker Jude, M r. Fisher, wendete sieh darauf an den hiesigen amerikanischen Botschafter mit einer Anfrage über diese Angelegenheit. Der Botschafter erwiderte ihm, die ganze Sache sei von Personen erf u n d e n, die bestrebt sind, die f r c u n d s c 11 a f t ־ liehen Beziehungen zwischen Japan und den Vereinigten Staaten zu stören. Japan unterstütze keine Zeitungen in China, und cs suche nicht die Juden zum Sünden bock für politische Interessen u machen; dies überlasse es anderen Ländern. Dass die japanische Regierung jene Behauptung nicht gleich dementierte, liege an der Unmöglichkeit, alle von böswilligen Menschen ausgestreuten Lügennaeltrichtcn zu widerlegen. Türkei Der Handels min istcr hat den Obcrrabbitter, C11 ach am baschi Nah 11 nt, ungefragt welche Wünsche er tu bezug auf die Lage der türkischen Juden in Persien habe. Es solle jetzt ein Handelsvertrag zwischen der Tür■ k e'i und Persien abgeschlossen werden, und dir Regierung würde bei dieser Gelegenheit zt Gunsten der türkischen Juden in Pcrsier ti״ Hs^st das erste Mal, dass eine Regierung bein Abschlüssen eines H a n d c s v c r t r a g c s mit cinetr anderen Staate auf die Interessen ihrer IW di■ sehen Bürger bedacht ist. Man sieht: die Regierungen der west• liehen Kulturländer können in bezug au! wirklleite Menschlichkeit und Toleranz von dci!asIaVischen‘• Türkei noch viel lernen Der türklscho Gesetzentwurf über die Kon- ,״.«iniimi Die Regierung hat der Kammer das viel• Ä " Gesetz Uber die, Voriclliuriß von Ko» ™Zielt vorgelcgt. n seinen grundlegenden Be• Ä5Xcיי־י* *» «»״ ״ "f״<» ״«“" «hoben«, Forderungen des Senats an. Der vorliegende Gesetz• entwarf bestimmt, dass alle Konzessionen, die eint «״ta.t.1n1r des Staatsschatzes nach sich ziehen. dU tm Budget vorgesehenen öffentlichen Die ns berühren! dl“ ־״1־ Ablnd״״״« bc.l.hcnder 0«ou, nötig machen, und die die im vorliegenden Gesetze nicht berührten Fälle betreffen, ein besonderes Gesetz erheischen. Die Kammer und der Senat können die vorgclcgtcn Konzcssiottscntwürfe nur im ganzen annehmen oder ableltncn. das Recht der Abänderung einzelner Bestimmungen steht ihnen nicht zu. Alle übrigen Konzessionen werden von der Regierung oder den Orlsbcltördcn verliehen. Wenn, zwischen dem Konzessionär und dem Besitzer des Grund und Bodens die für die Ausübung der Konzession erforderliehe Einigung über den Verkauf nicht zu erzielen ist. wird das Entcignungsvcrfahrcn eingclcitct, dessen Kosten der Konzessionär zu tragen hat. Sind die benötigten Grundstücke brachliegendes Staats• laud. so werden sic dem Konzessionär lür die Dauer der Konzession unentgeltlich überlassen. Aul Verlangen des Konzessionärs und unter Zustimmung des Ministeriums muss ihm auch, wenn sich hierfür die Notwendigkeit ergibt, die Benutzung von Stein■ brüehen, Kiesgruben und Grundstücken gestattet werden, gegen Entgelt, wenn sic Privateigentum, uncntgcltlicii, wenn sie Staatsland sind. Für die Dauer der Konzession können alle Grundstücke, die für die Arbeiten notwendig sind, von allen Abgaben befreit, desgleichen die Aktien, Obligationen usw. auch von der Stempclpflicltt entbunden werden. Schliesslich können auch die Tclegrapltcngebiiltrcn aufgehoben werden, wenn der Konzessiousinhabcr dafür dem Staat besondere Vorteile bieten kamt. Die Regierung kann ferner die Bestimmung aufnehmen lassen, dass dem Staatsschätze als Gegenleistung für die unentgcltlichc Ucberlassung des Baugrundes und von Bau• material in den letzten 16 Jahren der Konzcssions* dauer eine jährliche Rente gezahlt werde. Nach einer bestimmten Frist werden die konzessionierten Betriebe in ottomanischc Gesellschaften umgewandelt und den Landcsgcsctzeit unterstellt. Die Regierung wird ermächtigt, eine Verordnung über das bei der Vergebung der Konzessionen cinzuschiagende Ver־ fahren zu erlassen. Das vorliegende Gesetz bezieht sich nicht auf Bergwerke und Steinbriicbc. ZIONISTISCHE BEWEGUNG ftn die Deutschen Zionisten! Wir wenden uns hierdurch an alle deutschen Zionisten mit dem dringenden Appell, die Saturnlungen fiir den Jüdischen Nationalfonds nach Kräften zu fördern und die Tätigkeit der neuen N.-.F.* Zentrale für Deutschland zu unterstützen. Die Ertragnisse der Nationalfondssammlungct! sind von Jahr zu Jahr gestiegen. Int letzten Jahre wurden in Deutschland für den Nationah'onds, die Oclbaumspcndc und sonstige palästinensische Zwecke OlMKMl Mark gesammelt. Durch das Anwachsen der Sammlungen wurde die Arbeitslast für den Verwaltcr der Saitimclstcllc. Herrn Wollst einer, so gross, dass ein eigenes Bureau eingerichtete werden musste. Auf Veranlassung des Kölner Mauptbureaus erfolgte die Konstituierung der Unterzeichneten Zen• trale. die nunmehr ihre Arbeiten aufgctiommen hat. In Zukunft sind alle Zuschriften an den .Jüdischen Nationalfonds, Zentrale für Deutschland“. Bcrlin-Charlottcnburg, Bleibtrcustr. 49, alle Geld- Sendungen nach wie vor nur an Herrn Max Wolist einer. Charlottcnburg, Sybelstr. 50, ■zu lieh len. Unsere erste Sorge gilt der Organisation der Büchstnsamtitlungcn. Die C It a I u k a h erzielt durch ihre Büchscnsammlungen jährlich mehret e Million eit Mark, und auch unsere N.-F.-Santinlungen würden sich vervielfachen, wenn überall Büchsen aufgcstdlt und regelmässig geleert würden. Zur Zeit sind in Deutschland Hunderte von Büchsen verteilt, die keiner Kontrolle unterliegen. Wir haben uns daher an sämtliche Ortsgruppen, Vertrauensmünner und Nationalfonds-Kommissäre mit dem Ersuchen gewendet, uns eine Liste dcc in ihrer Stadt attfgcslclUcn Büchsen einzusenden und wiederholen hier noch einmal unsere Bitte. Gleichzeitig richten wir an alle Zionisten Deutschlands, in deren Besitz sich eine N.-F.-Büchse befindet, die bisher seitens einer Ortsgruppe, eines Vertrauensmannes oder eines N.-F.-Kotnntissars nicht kontrolliert wurde, das dringende Ersuchen, uns unverzüglich den auf der Büchse angebrachten Kennbuchstaben nebst Numer (z. B.: K. 2M oder D. 608) mitzutellcn. Nur durch regelmässige Kontrolle und Leerung der Büchsen, die in den grösseren Gruppen durch Natlonalfonds-Kommissarc oder besoldete Kräfte erfolgen muss, können die Sammlungen nul die gcwünschte Höhe gebracht werden. Die Leerung muss mindesents zweimal im Jahre, und zwar am besten zu Pessach und Sukkoth, vorgenommen werden. Das Geld ist an Herrn Wollstciner unter Angabe des Kennbuchatabens und der Nummer der Büchse abzufflhren. <