Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 9 (4.3.1910)
- Date
- 1910-03-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ODISCHE RUNDSCHAU ן. Seite 99. ent Ites Ihe m- >nc ritt <cn ein iht |or ״ Ist , Is •ז r: 1J •g in No. 9. <״«< ‘ df, "c״״/cl>״ »c״cn. die dcii Aufruf llltlc,7cicl.nct haben, die Mitarbeit des ein™ i XMmuskomttcc für w tehitger als die des andere״ zu!,,״cn und dafür cmzutreteti, dass. fa|fs üic b *״ ״־/ “י״” י*,,‘ ""״s;|n.1nc11 arbeiten könne oder wollen (auch vollkommen Gleichgesinnte si1 .״ ״,״״, iii.mch 11..1I ״ich, i״1. ״ L;,«1" ״ .(־ .linieren weiche. Hann sollen sie uns die *1 ,,־ l.clu•.. Gründe darlege״. warum sie die Mitarbeit (!c* 01..011 gerade an dieser Stelle für so ״״entbehr llCb und die des anderen l״r so unwesentlich },ulicu \ lelleicht iiher/euxen s.e uns. ״״d die HiniKkcU dt niiiacbsi wieder hergestellt. Wenn sic aber siat >"־M ()rf "f0)'״,u•׳־' gründen. um auf dem nächste Kone,os d״rv.l1 die M a e 111 der Zahl den Streil einem klaren Atisinig z״ bringen", so mögen sic vtciocNieiis in diesem Zusammenhänge nicht von semeen. Verständnis. Zusammenarbeit und 1>i tic £l£C ' ־־־-•׳•■'-־...י'"•« f.i.aHiHUlt'IIJ I l*Vlt UHU jl1u:,־!a1er Wechselwirkung zwischen Ost und West besten Volle gelingen, auf dem X. Kongress eine andere Majorität als auf dem IX. zustande zu bringen und die ״Sieger“ v״n Hamburg zu besiegen. Allein durch diesen ״klaren Austrag״ wird der mit so beweglielien Worten beklagte Riss zwischen Ost und West nicht aus der Welt geschafft; er wird eher noch erweitert und vertieft. Wir, die wir zur Hamburger Majorität gehören, haben uns nicht einen Augenblick über den uns aingezwiingcncii ״Sieg" gefreut und wllrden nichts schmerzlicher empfinden, als wenn wir In die Notwendigkeit versetzt wllrden. zum *zweiten Mal über unsere eigenen Gesinnungsgenossen siegen zu müssen. Ich meinerseits hege die bcstimmte Hofiimng, dass es gelingen wird, einen Weg *zur Verständigung zu linden. Als ein schweres Hindernis uui diesem Wege bctruclitc ich aller den Hund, den die Unterzeichner des Aufrufs ins Leben zu rillen sieli bemühen. Au alle westeuropäischen Ge- >1'111׳«׳»n.!'iss die \crf.isser des Auirufs mit ihrer zweiten VIicm bezüglich der Palaslinaarbeil offene Tiiren eink!:i״ >. ist ihnen selbst nicht entgangen. Sie helfen m» 11 1 der Weise, dass sie die Aufrichtigkeit der .iiiJc ח m /.weiiel ziehen Sie verlangen Garantien, 0• es ehrlich meinen: ״Durch die Tat soll be- \wa , werden, dass mau in Palästina in gemein- >׳״::. Wirken aller dortiger Faktoren vorwärtssh., a" Li. wie denn? Wer sind denn die ״Vak- . a: ' nie an der praktischen Arbeit initwirketi >.-la׳. ״•ad die heute durch die Schuld der Leitung aus- ,in 1.־ sind? Ich meine, wenn es sieh um Unter- U1,1! , s.'11 hamicli. die von der Leitimg, also mit (\r. '• •;ein des Zionismus, ins!.eben gerufen werden vri:״:. können als ausfiihrende Faktoren doch mir äv . I’.itki verantwortlichen Faktoren, wie das [1,!.i'■ .1:0.׳t und die Leiter der Hankidiaien in l'rage k, :;: I iir die anderen, die sich als Faktoren und n 11•Ilgen berufe״ fühlen, bleibt ja noch das ,ui;» .• ■wt der privaten Initiative offen. Mag sein, j, v! ihnen vielleicht mancher ist. der׳ weitmul gross/iigiger veranlagt ist, als unsere t;., ,1!,. \ eitieter im Lande. Sie mögen aus ihrer \•.׳:־•-iicit licr.iustreteii und uns sagen, was au Vr Arbeit bisher verabsäumt wurde und was j 11;!'!< g! .*11111 oder ihre Forderungen für die nächste! M׳,d, Aus dem gerade in dieser W׳nche ver- | .1 "ווו!.'׳c, :1 Ausw eis der Aiiglo-Pulcsliiic-Coiupanv; l.;"." י . dass die Summe der von der Hank in; , :.is::. . •'clien lieschäiten investierten Kapitalien j vj.1 1: .1. cel.uilenen Jahre gegen das Vorjahr um j V.ui.1.:1׳: f-’res. vermehrt h.u. Wenn die Unter- /s'.elnivi ••1» Aufrufs iiber Material verfugen, aus dem 1 e׳.'kW•,di 1M. dass mehr, viel mehr hätte gescheiten j k in.11. d,1 n mögen sie es uns nicht vorenthalten.! *״'־: Jui ...Verneinen Klagen, dass nichts geschehe, '׳o\ie 1׳.be ׳. den Mangel an l*’remligkeil mögen sie :.as .ik'ii: 1:1111011: davon haben wir noch vom Kon- •;•esse l: : genug. •\11c:< au der dritten These, die reale, moderne I׳־ link 1:.. fordert, werden die Verfasser des Auirufs i׳u kea.i :11 ciiizigui Zionisten auf Widerspruch si^sca. V.wim aber unser Lriolg wie der Aufruf!,ין: K’e.lit betont - sieh nur aus der rastlosen Arbeit '•vlvi׳ v: geben kann, so sorge mau dafür, dass diese ' tvicT. un jeder auf seinem Platze, ihre Pflicht tun mJ nagende man die nicht allzu reichlich vor- L1.uk::en Kräfte nicht auf die (jriiudting von Kampffg.ia,Nationen innerhalb der eigenen Partei. f e einzige!•■rage, bezüglich deren es Meinungs- ■ct'N!la-deiilieiten gibt, ist die in der vierten These •׳:;gwu-glc Aenderung des Oigaiiisatioiisstatuis. Allein •1«Nil i.iaui sagen uns die Herren nichts neues. |)ie *'s: .<!nag des Organisatioiistatuts sollte den liauptsunIh kssieii Heratnngsgegenstaiul des IX. Kongresses ׳ •י1•'■ י nid es im nicht die Schuld der Leitung, dass J.i ... xtbare Zeit mit ebenso mtcrquicklichcu wie ׳a!a;; -sigen persönlichen Rekriminationen vertrödelt v 1ud.. so dass es zur Erledigung dieses w ichtigen ',.cgu.Ni.mdus nicht mehr kam. Ich weiss nicht, " ekl•■ Mellung der Präsident zu den vor geschlagenen Lud. 1 nngeii eiiigeiioiiiiuen hätte; ich glaube, auch •iic \ nasser• des Aufrufs wissen es nicht: aber ich uc1'">, dass diese!'rage weder mit Ost noch mit ^cm etwas zu tun hat mul dass über einzelne Punkte unter den Anhängern, wie unter den Gegnern '1«i־ g *ginwariigen Leitung die Ansichten geteilt sind. 1•י־ geilt also nicht an, die Präge der Aenderung des Pfg.iiiisaiionsstatuts zum Unterscheidungsmerkmal /A' iseiien den Hosen und den Gerechten zu machen. Was uns not tut, ist nicht eine neue Kampf- ״ig.niisaiion, sondern ״gegenseitiges Verständnis , ׳/״us.ii.iineuarbeit“ und ״fruchtbare Wechselwirkung z'Aisclien Ost und West". Ls muss versucht werden, Tis zum nächsten Kongress die Gegensätze aus/.ugleiehcii. die Verstimmungen zu beseitigen und Hedingtiu^eii zu schuften, die cs unseren östlichen Oe- Miimingsgenosscn ermöglichen, an der* Arbeit der l-eitutiu teil/.unclimcn. Um dieses Ziel zu erreichen, 1*darf cs der Nachgiebigkeit und Versöhnlichkeit auf beiden Seiten. Wird der Kampf in der durch den Auff״l eingeleitctcn Weise fortgesetzt, dann kann cs im *" .... VersammlungskalQndQr Itcrllii. National * Kulturelle Vereinigung liidiseber Akademiker. Soimalieud, 5, Mürz.0) Herlln. jiidlseli-uailoiialc l raueiivereliilgmig. Dicnstag. S. März.‘) Gleiwltz. . Purim- und Kinderfest, Sonntag. <». März.״) Breslau. Zionistische Ortsgruppe. Donnerstag, 10. März, abends 9 Uhr. Theater-Restaurant. TUeaterstrasse. M i t g I i e d e r v e r s a m m - luiig. Georg Le will: Die Zionistischen Institutionell. *) Näheres siehe Vcrcliis-Rnndscliati.) simmngsgenossen, den;n gleich mir nicht der Kampf, solidem der Friede;:Is aas erstrebe11sw׳erte Ziel erschein״ richte ich daher die dringende Hitte. dem geplanten Unternehmen fern zu bleiben. L. I'. s t e r m a 1111, Hamburg. Bodenreform in Alt- und Neü-israel Mit mmiei• groserem Staunen blickt die Kulturnieu'clilieit auf die uralte Hodengesetzgebung der Heiligen bellt 111. Denn immer klarer wird es, dass diwe w mideibaren tiesei/e als der tiefste Ausdruck das jüdischen Geistes die Richtung bezeichnen, in der ein gerechter Ausgleich der sozialen Gegensätze zu iiudcn ist: keine Volkskrait. keine Sittlichkeit kamt bestehen, wo nicht Jedermann ein Recht au Gronil und Hoden als uuvulieibares (int besitzt. I!m halbes .l.ilirtaiisend vor Solon, ein ganzes vor den (iracclien. wurde durch Moses die Bodenreform in Alt-Israel angeführt. Die SJedliingsgeuosseusehalt In PuläslJmi, das bedeutet die Hodenreform in Neil-Israel in neuer l'oriu, wie sie .f.ihrtaiiseiide sozialen Leides herausgebildet haben. Wir haben gelernt, die Gleichheit lies (iriindageinmns wirksamer zu bewahren, als es durch die Gesetze über das Jobeljahr möglich war. Die Genossenschaft, der genossenschaftliche Gemeinbesitz an Grund und Hoden lässt es gar nicht erst zu den verhängnisvollen Verschiedenheiten des Ligentums kommen, die das Jobeljahr alle halbe Jahrlimuleit einmal atisglcieheu wollte. Unter ihrem Schilde ist jedem der Wohlstand, allen die Gleichheit gewährleistet; nbeilcgeue Kraft und Klugheit gemessen wohl hölicres Ansehen und Pinkoinntett, können aber den Schwächeren nicht unterdrücken. Heute, wo der jüdische Stamm, heimatlos und von! Hodenbvsiiz ausgeschlossen, sieh wieder seiner Linlieit bewusst wird und mit allen Kräften danach ringt. Uuvclt twjwe Verwurzelung mit der Ucde seiner alten Väterlich״״! wieder zum Volk zu werden, kehrt er zu den alten heiligen Ackergesetz.cn zurück, wenn er auf der modernen Genossenschaft aiifbant. Hierzu bietet die 1:imichtuug des Jüdischen Natio, nalfonds die gegebene Grundlage, da seine Hcstiinmutig ist, Grund und Hoden in Palästina und seinen Nacliharländcrn als Grundbesitz des jüdischen Volkes für ewige Zeiten zu erwerben. Die Sicdlmigsgeuossensehaft, die Genossenschaft des Besitzes und des Hcfrlcües, vom Zionlstcn-Kongrosse in Hamburg einstimmig beschlossen, soll auf diesem vom Nationaifonds in Erbpacht erworbenen Hoden den Anfang bilden zur Verwirklichung einer Hoffnung von zwei Jahrtausenden, soll der erste Versuch sein, die Ketten der wirtschaftlichen, sozialen und teils auch politischen Knechtung zu zcrrcisscn, in denen acht Millionen unserer Stummes* und Glaubensgenossen, zwei Drittel unseres Volkes schmachten. Uebcrflilslg, die Segnungen der Genossenschaft zu schildernI Sic hat sieh, wo sie erprobt wurde, als die sturmfreie Pestc erwiesen, die ihre Mitglieder vor Armut und Verfall schützt, als das Werkzeug, das den Wohlstand und die Sittlichkeit Itcraufzaubert; von allen Arten der Genossenschaft aber hat keine entfernt so Wunderbares geleistet, wie die bäuerliche Besitz- und Hvtriehsgcnosscnschaft. Sic wird sieh auch hier bewähren, dessen sind w׳ir sicher. Sic wird jüdische Handwerker und Hausierer zur Landarbeit erziehen, sie wird aus zersplitterten jüdischen Proletariern freie, gedeihende Hauer» machen, um die stell das Hand der Genossen• schuft schlingt, das ihren Verband unzerbrechlich macht wie jenes Pfcilbiindel des arabischen Märchens. Aller sie wird mehr leisten *als nur die Um- Schaffung von Luftiucuschcn in Hauern, die im Vollgenuss aller Kulturgüter, sclbstbcu׳usst und liocbgebildet, in Preihcit auf der unverlierbaren väterlichen Scholle wirken. Wer Hauern schafft, schafft auch Städte! Wo der Hauer Nahrung zu Markte zu bringen hat, gedeiht das Handwerk und der Handel, erblüht Kunst und Wissenschaft. Und so ist denn auch das letzte Ziel, au! dem Fundament des bäuerlichen Wohlstandes das stolze Gebäude einer reich gegliederten Volkskultur aufzurichtcn. Dazu freilich wäre die Grundlage einer einzigen Siedlungsgeiiossenscliaft viel *zu schmal. Aber es wird auch nicht hei der einen bleiben! Per erste Versuch wird zeigen, dass liier eine Kreditbasis gegeben ist, wie keine andere wirtschaftliche Orgauisatiou sie entfernt besitzt. Nicht Almosen erbitten wir, sondern eine Hetciligung au dem grossen Unternehmen. Kredit fordern wir von denen, die helfen können. Und wenn ,vir ihn, wie es unsere Absiebt ist, ausreichend verzinsen lind pünktlich amortisieren, dann werden wii mit grösseren und immer grosseren Miltein arbeiten können, die man uns vertrauensvoll darbietet; und aus der Kleinkolonisatioii wird in kurzer Zeit eine Kolonisation grossen Stils erwachsen. Danim ergeht an alle diejenigen, die nocli ein Herz für ihr jüdisches Volk fiaben. und die uasaai armen Hriidcrn nicht durch Almosen, sondern durch soziale Mitarbeit helfen wollen, der Ruf: Beteiligt Luch an diesem Unternehmen, das den Ausgangspunkt einer neuen wirisJiahliehai und sozialen Lntw ieklung des jüdischen Volkes bilden soll. Für das Gründungskomitee des Jüdischen Gaiossaiscliaitsfoiuls Dr. l'rauz Oppenheimer, Berlin, Gr.-l.ichtcrfcUlv. Hellevuesirassv •M. Jeder Zeichner von mindestens l'is. H);>. erhalt eine provisorische OuiUung. die möglichst schnell in einen Anteilschein einer Kapitalsgcsellsclmit timgewandelt werden soll, deren Fitz uml Vai.issimg zur Beratung steht. Beiträge und Zeichnungen sind zu richten au eins llatinhureau des Jüdischen Nationalfouds z u H ä n d e u des H e r r 11 D. M. .1. Hodenlieimer. Köln. Karolingerring dl und die Landessammelstellen des Jüdischen Nat.oiiaiionds. Arbeit in Palästina Rmids.'hrcihcii des Odcssacr Komitees. Lin Jahr *ist seit •ler letzten General-Ver samniluug unserer Geselischatt, die unserem Komitee eine Reihe von Aufgaben auferlcgt hat, vergangen. MV wollen mm versuchen, unsere Freunde mit der Tätigkeit des Komitees im Laufe dieses Jahres '!0kaum zu nia.heu. Laut Beschluss der Generalversammlung lulircn wir fort durch unsere umhcrrciscndcn Mitarbeiter die verschiedenen Schichten der jüdischen licvöll.c- 11mg mit PulüMiua und dem palästinischen Koloaisationswerk, namertlich aber mit der Tätigkeit unscrer Gesellschaft in Pahstina bekannt zu maclien. I Im Aufträge des Komitees bereiste Herr Moses ' Sclmclict das CVrsoita, Jekatettl no sin wer uii.l das t a u r i s e 11 e Gouvernement, während Herr Nathan Br ec 11 er im Weichselgebiet wirkte. Die genannten Herren traten in Synagogen und Privatversaiiunlimgen auf. such!״•:׳! unser Endziel, die Schädling eines jüdischen Zentrums hn Lande unserer Väter den Massen nahe zu bringen, warben Mitglieder für unsere Gesellschaft und gewannen an vielen Orten neue Mitarbeiter. Die Folge ihrer Tätigkeit war das wachsende Interesse für unsere Gesellschaft in den von ihnen bereisten Gebieten und die erbeb hebe Zunahme unserer Mitglieder,1hl fur das Jab־׳ 1909. Das Komitee sali aber, dass cs für unsere Sache von ganz besonderem Vorteil sein würde, wenn solche Personen Agitationsrciscn unternehmen würden, die in Palästina leben und das Land genau kennen. Denn nur sic können Uber Palästina, seine! Zukunft und das dort im Entstehen begriffene Leben als Augenzeugen berichten. Tutsächlich waren auch die Agitationsreisen der Jaffacr Herren M. SchcInkin, D r. B. Mossinsohn und