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Jüdische Rundschau · 1910-02-25 · Heft 8 (25.2.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 8 (25.2.1910)
Date
1910-02-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite SS. .1 U K DI S CH K RU N D S CH AU No. 8. wenn, alles zusniiimeitgeiiomuteii, unsere Wirtschaftliehe uiul gesellschaftliche Uesutittlage sieh dadurch besserte: einige wohl auch, wenn sie sich nur gleich bliebe, 11. h, sie würden filr die staatliche Vollbereehligm1g gewisse materielle Opfer bringen, -• aber mir ganz wenige von uns würden auch dann iibersiedcln, wenn sie sehr starke materielle Opfer zu bringen hatten: einige Fromme, die die Heimat der Patriareheii : mit der Seele suchen, einige Enthusiasten, die an einem Krossen Kulturwerke niitschaffeu wollen. Ha aber mir weniKe von uns daran zu Klauben vermöKen, dass Palästina hei iinsern l.ebzeiten ein Land so ■״,ossen Wohlstandes und so hoher Kultur werden, wird, so denken auch nur weniKe an die eiKcne Zukunft, wenn sie zionistisch arbeiten. Sie denken allenfalls au Kinder mul Enkel. aber meistens mir au die S t a m in e s k c n oss e 11, die Kerettet werden sollen, an den Kiiten Namen des allen Stammes, der heute geschändet ist und der glorreich wiederherKestellt werden soll durch eine Volks- Schaffung, die den hohen Kultnrweri des Hintes vor allen Hassern und Neidern unwiderleglich beweist; sie denken an 1'r e i 11 e i t und liecht, an Menschlichkeit mul SelbstbestiimmuiK. die sie kckcii iiiikcrechte Hatburei zm» Ziele führen wollen. Mau saKt oft, der zionistische Idealismus sei nur in Osteuropa zu iiudeu. UiiiKckelirt wird ein Schuh da raus! W 1 r Westler s i 11 d d i e Idealisten! Hie Oestler wollen etwas t'iir sich, und niemand macht ihnen einen Vorwurf daraus, - aber wir wollen nichts für uns; sie dienen sich mul müssen sich dienen; wir, die wir glücklicher sind (und darum ist kein Grund, uns dessen zu rühmen), dienen einer Idee! Für diese Idee truKett wir KeduldiK den Hohn und Spott unserer VolksKenosseii und oft genug unserer ülaubeiiSKeiiossen. brüiKeu wir unsere Arbeit dar; zu all dem führt uns keine uumittclhure Not, viele nicht einmal mehr der religiöse Trieb, sondern mir der Stolz auf unsere adliKe Herkunft, unser Stammesbewusstseiii. Auch das müssen endlich unsere östlichen Minder zu verstehen und zu verzeihen lernen. Und zwar mehl nur, weil wir ehrliche Mitarbeiter sind, sondern weil sie uns tmseic Arbeit auf das ausseisle erschweren, wenn sie ihre besondere Sicllimvc zum zio- ] nistisehen Problem als die einzig mögliche, d i e e i 11 z i k b e r e c h t i k l e ausi nien. Wir brauchen, sie seihst brauchen westindische Imvlligenz und westindisches Kapital driiiKcudst für das Werk ihrer IlefreimiK, ihrer Meii.sehwerduiig. Und sie siussen beides zurück durch die Art ihrer PropaKauda. Mutet den amerikanischen, kanadischen, sudaiiik.mischeii, englischen, fian/.usiselien. belgischen, 111׳ikindisclien, selbst den pi eussischen .luden zu, Nalionalbewnsstscin im Sinne des ()stjndcutums zu haben, d. 11. sicli nur als .luden, als Nationaljiideii mul Kuhurjuden zu betrachten. und die meisten weisen euch entrüstet die Tute! Und mit Recht! Länder der Ziiiluclit sind ihnen oder ihren Vätern ihre Vaterländer Kcwesen, haben ihnen Sprache und Sitte, Wohlstand und Bildung. staatliche (iieiclibcrechtiKtiuK und ult Kcinn: volle oder fast volle bürgerliche UleiehhereclitiKuiiK gegeben. Ein schlechter Mensch, ein unnatürlicher Mensch, wer das verKcsscn kann! Was wahrhaft IchemliK ist, seliliiKl Wurzel, wo es lebt; wer in einem Rechtsstaate leben kann, als IiürKcr leben kann, der verdient allen Hass, wenn er nicht mit Liebe dankt! Sokui• die ausuewanderten Russen drüben, sobald sie mir atifatmeii können ans dem Druck des Lastend, werden Patrioten, - und wir sollten 11״s als Prämie füllten, als Nur-Oüste in Ländern, in denen seit vierzig Oeiteratioiteu die Oral»- steine unserer Väter stehen? Hie Ostiudcn. die Un- Kliiekliehen, die an der Seele leiden, die kein Vaterl.iiul keimen, sollen ihre abnorme Lage nicht für die RckcI halten und uns nicht Assiiiiilanieii schelten, wenn wir uns als Patrioten bekennen.. Wären wir Assimilaiiteii, wir wären Kcwiss nicht Zionisten und wahrscheinlich dem .Imleiiunii liiiiKst entfremdet. Das also lässt sieh die Krosse Masse der Westjtulcu nicht zumute». Aber das. was ich Zionismus neune, das werden sie alle freudiK amielmieii. l.s werden Skeptiker aussen stehen bleiben aus praktischen Oründeu; sie werden bestreiten, dass mau aus Juden Hauern machen kann, sie werden nicht Klauben, »lass mau die MüKlichkcit haben kann, eine dichte jüdische IkvölkeruiiK in Palästina aiizusiedel» aus den oder den Gründe». Alter g r 1111 d s st t z I i e h ist jeder Westjude, der noch Jude heissen will, Zionist in meinem und meiner Gesinnungsgenossen Sinne. Hie Zionisten haben sich bis jetzt in ihrem ofientliehen Auftreten damit hcKUiiKt• sRh •ds loyale ״Staatsbürger" zu bezeichnen. Has müssen sie saKcu, soKar in Russland und Rumänien. Alter wir Westler siml mein־ als mir das. ,.Loyale Staatsbürger“, das ist etwas NcKntivcs: wir sind etwas sehr Positives, wir siml Patrioten. Keine Hurranatrioieii. alter Patrioten! Wir lieben unser Vaterland und sein Volk, seine Kultur und seine l.amlseliaft, wir dienen aus vollem lleiven seiner OcKenwart und seiner Zukunft, die auch unsere Zukunft sein soll, mul wir sind entschlossen, alles daran zu setzen, damit seine Zukunft so ausselie, dass wir ohne Rückhalt, ohne Vorbehalt, ohne PiiiseliränkmiK. den Käuzen Komplex des Staatlich-Kesellseliaftliclien Gefüges bejahen können. Wir sind keine ״Gaste", die morKcn w eiter wollen, sondern IhirKcr auf die Hauer. Vielleicht wird einer oder der andere von 1ms sein Glück in Palästina oder andersw o suchen: es sind ja auch schon alldeutsche Offiziere nach Amerika ausgewandert: in der Masse aber denken wir nicht an Auswanderung, wenn mail uns das I.eben nicht so sauer macht,!lass wir ehrenhalber nicht bleiben können. Wir halten das Volksb e w11 ׳ s s t s e i n des Volkstums, in das wir hinein- Kchoreii sind. Dennoch sind wir Zionisten, dürfen es sein. Heim wir haben daneben, mit tiiiscrm Volksliewusstsein durchaus vertcaj'heli. unser jüdisches Stammesl» e w 11 s s t s e i 11. Wenn diese AuifassuitK nicht mehr bloss wie bisher tut ZioniMuns Kcdnldct, sondern als vollberechtiKt. ais gleichberechtigl anerkannt w׳ird, dann wird unsere Werbearbeit im Westen leicht sein. Hann s.iKen wir iinsern noch aiissenstehemlcn Stammes• Keiiosseit: ״Von den russiseheii und rimiäiiisehen Juden kann kein verständiger und sittlicher Mensch Patriotisnms verlangen. Sie wollen, müssen mul sollen hei ans. und zwar nach dem Lande, das in r sie aus allen ideellen und praktischen Gründe» den Ort des KcriiiKstcu Hrnekes darstellt, dem einziKcn Lande, das ihnen die Pforte» weit öffnet, dem Lande ihrer tausendjährigen Sehnsucht. Hort wollen wir sie zusammeiisiedchi in so dichter Masse und in solcher sozialen ülicdertniK. dass niemals der Judenhass ihre soziale Laue zu stören vernuiK. ״Wer von euch Wcsijndc» jetzt «!der in Zukunft persönlich an diesem Krossen Menschheitswerkc mitschatten will, ist willkommen*, soll doch auch dem Nieiitjtulen das Tor des jüdischen Landes weit kcöffnet sein! Alter niemand fordert, niemand erwartet soKar von euch, dass ihr persönlich unter den Pionieren sein werdet. Wer sich als HtirKcr fiihlt seines Landes, wer mit seiner Sprache und Kultur, seinen Sitten mul seinem Rechte verwurzelt ist. soll bleiben. utiKckrüiikt. uiiKeseliolten, mul nach allen Hüikcikrönen seines Volkes riiiKcu, zur Ulire dieses Volkes, aber auch zur Llire des jüdischen Stammes, dem er entsprossen ist. ״Aber daneben soll er iiutarbeiteit an jenem andern Werke, das der Lhre des jüdischen Stammes Kilt. Setzt eure Intelligenz und latkrait, setzt eure materiellen Mittel ein zur NeiischupfmiK eines judt. scheu Volkes 1׳n Laude seiner Väter. Wenn ihr d.!s tut.'so sollt ihr auf der Lhretuafel dieses neuen Volkes ciiiKesehticbeii werden, auch wenn ihr eures Volkes treue MiirKer bleibt. Hamit dient ihr einer Idee mul doch auch euch selbst, wie man denn überhaupt auf die Hauer mir rieliüK steuert, wenn man sich nach den Stern• bildern der Ideale richtet. Heim je höher sieh das Niveau der jüdischen Masse im Osten lieht, um s•. mehr verliert ״• eurem Volkstum der Judenhass .••! Hoden, und um so KeriiiKcr wird die Zuwaiulenm.: in euer Vaterland, die euch jetzt eine so imgelieu• VersorKiuiKS- und PrzielmiiKslas: .iiiibnrdet und de:! Antisemitismus mit einwandern lässt." Wenn wir so sprechen, so sprechen dum״ sicher, dass uns die Oestler mehl dementieren, Mein, vor den Seheltworten: ״Assiinilanten! Chauvinisten. Pliilo/ionistcn!“ 11.sw׳.: — wenn wir so spreche, dürfen, unter dem Hcifall und Verständnis der Ov juden. dann ist unsere I 'ropaKaiula ein Kinderspiel im ihr P.rlolK Kesicliert. SolaiiKe sie alter nur dciijcniKcn als Zionisten, i Juden anerkennen, der die PsyeliohiKie des russische: Paria hat oder sich atitosuKKcricrt, soIuiikc werde׳ wir nicht nur (wnrnui nichts ankomiut), persönlich / leiden haben, weil wir zwischen Huiun und Bork, stellen, Mindern wir werden auch mit unserer Werbe arbeit mellt vorwärts KelaiiKcn. Und darauf komm: allerdings sehr viel an! ♦ Nun wird man 11:1s triumphierend cntKcKcnhahc:!: ״Wodurch unterscheidet sieh denn dieser soKcnannle westindische Zionismus von dem jüdischen l’htlanthropismus? Wollen denn nicht Hirsch. Rothschild, die Alliance brachte, die Chowcwe Zion Kauz dasselbe?" Nicht im mindesten! Sie wollen c 1 n / c I n e n . besteui.dls vielen einzelnen heiien: das beKt mi'« Kauz fern. W 1 r wollen eine Oes a m 111 e 1 1 o r k a 111 s i e r v n! Jene wollen gedeihende Juden, bestenfalls Kcdvihcitdc Judendotier scli.iiien. wir wollen ein jüdisches Volk schaiieii. Nicht einen jüdischen Staat. Seit die Türkei VcrfasMiiiKsstaat Keworden ist. hat dieser Oedanke unter uns fast alle Anhänger verloren. Hie tinkische VcrfasMiiiK KenuKt uns als ׳!״;feiuliclt-reclitliche Sicherung" durchaus und Kewälirleistct uns alles, was wir brauchen: die Se I b s t v e r w a 11 u n k in der (iemeiiule und in den Provmzialpar׳lamenteit. wenn wir nur erreichen, was wir wollen: SchaiiuiiK einer dichten, alle Lrw erltszweiKc KlcicliuütssiK besetzenden. namentlich auf bäuerlich-agrarischer Basis ruhenden jüdischen HcvolkeruiiK. die überall im l.aiule die iMelirlieit aiismacht. Dann herrscht sie in allen piUKeit der Selbstverwaltung und herrscht m i t im Zciitralpailaiiicnt, und das ist natürlich auch che Absicht und der Wunsch der veri.issuiiKstreueu Ottoinanen nicht jüdischen Stammes. .Wenn dieses Ziel erreicht sein wird, so wird das jüdische Volk in Palästina neben seinem jüdischen Stamiiiesltewusstseiii auch jüdisches Volkshewttsstsein mul u t tu 111 a 11 i s c h c s R c i c 11 s 11 e w u s s t - sein haben. Kauz so wie der Häver oder der Provcnc.de liehen ihrem Reiclisbew nsstscin doch noch ein Kesmides panikuiaristisehes Teil Volksbewusstsein besitzen. Und das ist kiü so! Denn ein Orchester klingt um so besser, von je /alilreicheren I11st1n,ne1iu׳H es besetzt ist, freilich müssen sie Takt mit Mccietkteii Tischen, bei Wein und süssen Früch• ten, liept ein Stückchen trockenes schwarzes Johannisbrot ־״־ z.ttr Frinneruutf an die frostig• kalten Chaniiscliah-Assar-Beschewat im Oolus. Handel und Wandel in ftltbabylonien Unter diesem Titel vcrötieinViclit Friedrich Delitz seit ein kleines liiiclt hei der Deutschen Vcrlagsanstalt in Stuttgart, in dem er ein abgcinndetcs Itild der materiellen Kultur Altbabyloiiiens auf (Ir mul der neuesten PorscliuiiKeii entwirft. Wieder lenkt er den l’.liek nach dem wundersame» Kulturland des alten Orients, dessen Himkel sich durch die jüngsten ׳irehüoloKiseheii Forschungen und OrahuiiKeii imitier mehr erhellt. Dieses flache, von einem dichten Netz zahlloser Wasserriimcn übersponueue mul befruchtete, beispiellos reiche Land ist ja nicht umsonst als die Stätte des cinstiKcn Paradieses bezeichnet und für das ״lohnendste Kol״• nisationsfeld der (ieKciiwart״ erklärt worden. Die Kultur, die sieb in dieser Kliiekliehen Um- KelmiiK entwickelte, ist von semitischen Liuwaiiderern zusammen mit der UrbevülkeriiiiK der Same• rer Kcschaficn worden, wobei sich zwei Ranz verschieden beanlagtc, aber geistig Klcicli hochstehende Völker zur Kliiekliehen Einheit Zusammenschlüssen. Die Sumerer nümllch waren glänzende Rechner, während die Semiten früh künstlerische Fähigkeiten zeigten. Einfach war die tägliche Naltr u n g dieses Volkes, das Brot, das in Qcstalt von Fladen im Backtrog bereitet wurde, galt als die ״Stütze des 1 Lebens": Wasser war dafl beliebteste Qctränk. Die 1 Kleidung war dem heissen Klima angepasst.! Während der Kopf durch Tücher und Binden kckcii; die Sonne sorgfältig geschützt wurde, genügte für; den übrigen Korner ein durch Gürtel oder Scluil um die Ilüften befestigtes Wollen- oder Linneuvte• wand, :ilier welches wohl noch ein übergewand in malerischem Faltenwurf angelegt wurde. Zur ן l'iisshcklcidmiK dienten zumeist Sandalen. 1 Durch strenge Besetze, wie sie uns in den 2,so Paragraphen der (icsotzcs-Stcle II ulmm u r i h is I erhalten sind, waren alle Verhältnisse des privaten; mul öffentlichen Lebens geregelt. Schriftliche und! j durch Zeugen beglaubigte Abmachungen hatten allein J! Gültigkeit; das «alt nicht mir bei jedem Lhevertrag, ' | sondern auch bei jedem Kaufgeschäft. Wer irgend 1; etwas ohne Zeugen und Vertrag erwarb, galt als i Hieb mul wurde getötet. Heiratete jemand eine i Frau mul vergass die Autsetziing des Schriftstücks, j so war ieues Weil) nicht seine (iattin. Jedes Miidi eben fand einen Mann, wenn es nicht von ihren\ i | Vater zur Priesteri» und damit zur Ehelosigkeit he• | stiimiit wurde. Wie es auch heute noch bei den! [ Arabern der Fall ist, wurde die Braut ihrem i j Vater vom Vater des Bräutigams durch ein Oe- I schenk a bge k a!1 f t. Hie Preise, die gezahlt 1 werden, sind heute noch so verschieden wie damals. Hei den Hsclicbur-Arabcru kostet ein Müd- I dien eine Büffelkuh von ca. 14 Mk. Wert oder einen | Esel und drei Schafe. Ein babylonisches Mädchen wurde von ihrer Mutter gegen einen SkFavcn im Wert einer halben Silbermine und Vk Mine Silber 1 in bar verkauft. Sehr hübsch sind einige in solclicn alten Kaufverträgen überlieferte Mädchennnnicn: so heisst eine Braut Lumazümi, ״Mein kleiner Schutzengel," und eine andere Ina-libbierschit. ״In das Herz gepil.iazi." Oft war die Mitgilt sein gross, bestand in Feld 11ml (jarteii. in Sklaven. Sclnnueksachcn, Tieren »sw. und zeigte schon die Itocligeachicte Stellung an, die die F'raticn in Altbabvlonien cinnahmen. Im Gegensatz zu *len Av.vrern herrscht bei den Ilal1.vl׳micrn eine zarte Rücksichtnahme auf die Frau, was wohl auf stimc 1׳selten Einfbiss ziiroekzufiihren ist. Wahrend m Assvricn der Manu seine ITtn einfach wegschicken konnte, musste der Bahvlomcr bei der S c 11 e 1 düng der Frau nicht 11111 ihre Mitgiit, sondern •meli ein beträchtliches S c h c i d e g v I d v ס r von einer Mine Silber geben. Hie Frau besorgte den Haushalt mul es galt als ihre höchste Tugend, zuhause zu schallen und zu walten. Unterstützt v'tirde sie von Sklaven und Sklavinnen, deren Preis im Durchschnitt 10 30 Silbersekel (25 75 Mk.) tu, den Mann und 5 ü Silhersekcl (etwa 15 Mk.) für die Frau betrug. Neben dem Ackerbau und der Viehzucht entstand schon in sehr alter Zeit ein lebhafter Handel iimethalb Babyloniens. Er blieb nicht lange Tauschhandel, sondern erhielt schon im dritten Jahrtausend v. Clu. emen grossen Aufschwung durch die Verwendung der Edelmetalle, besonders des Silbers, als Werl• me.sser. Der Handel mit Laudcsprodukteii beschäl• tigte lind crnälnle zahllose Gross- und Kleinhändler. Der Grosslmiidcl konzentrierte sieh in den Grossen Städten und hatte schon ähnliche Formen wie bei uns. Der ausländische Handelsverkehr stand ebenfalls in hoher Blüte; in grossen Karawanen wurden die gewerblichen Erzeugnisse durch die Wüste nach den benachbarten Ländern befördert. Natürlich sucht Delitzsch auch hier seiner bcaknnlcn These, Babclonicn sei die Wiege aller Zivilisation, Argumente zu schaffen.

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