Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 7 (18.2.1910)
- Date
- 1910-02-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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•11 Seite 7$. ו v t1 3 ן I ו, ז י י M I נ fest zustcll וו,״ mul dann die betreffenden Uiucniehiner unter A 1111 r 0 1111 n g des Boykotts zur B, 111- I a s s 1111 g jener A n g c s l e 11 e 11 a 11 f / ״ lor• dem. Diese hetzerischen Treibereien bedrohen aufs schwerste die jüdischen Angestellten und Arheiter. Galizien Bin von der g a I i / i s e 11 e 11 KJ e g i e r u u g an die lieweibotieibciidcn versendetes Muster• Statut zur Reform der Zechen enthalt 11. n. folgende Paragraphen: ״S -י• Mit Rücksicht aui die Vergangenheit der Zeche und in Berücksichtigung des Umstandes, dass sie auch die I'flicht hat. für die ethische Br־ Ziehung 11 er Lehrlinge zu sorgen. wurde he* schlossen, vir den Ball, dass der Obinaun der Zeche nicht aus dein Kreise der A 11 g e h ii r i g e 11 des C 11 r i s 1 e 11 tu 11 s gewühlt wurde, der Obmann- Stellvertreter unbedingt ein Christ sein müsse, so dass stets entweder der Ob man 11 oder dessen Stellvertreter ein Christ sein müsse." ..S -40. Das Ve rm üyen der auf tlr11ml der fiiihcrcn Statuten bestandenen Zeche gehört ausschliesslich den AI i t g 11 e d e r n Christlieber K o n f e s s i 011." Das ist ein wirkliches ..Musterstatut", dessen ..ethische ii r z. i e 11 u 11 g s "-Wirkung sich nicht bloss auf die ״Lehrlinge" beschränken kann. Die ealizische Landesregierung scheint eine besondere Auffassung von der ״Ethik" eines Rechtsstaates zu haben. 1 Lilcrurischcs Prcisuuschreiben! Die .1 ii d i s c h e T n r n e r s c h a 11 wird in aller-;■:׳!: nächster Zeit zu Propagnitdazw ecken eine Tendenz.• I sciiriit. welche sieh mit den Zielen der jtidisch-uano- I! nalcn Turnsachc und der (kschichie der jüdischen i Tiirnbcivegung belasst, licraiisgehen, Der Ausschuss , J| der Jüdischen Turm.rsolt.1it hat zwei Preise ,!'|15 י!» Mk. und 2(1 Mk.) iiir die Binsender der besten. ‘ '1 dieses Thema behandelnden Schriften ausgesotzt. 1 ,׳ Die i.älteren licdmgungeit dieses Preisausschreibens t , mikI aus dem demnächst erscheinenden l'chruarlieft;1; der Jüdischen Turucr/eltim« (Berlin. Ale\a1ul:r- I Strasse .*•>» za ersehen. Die hetrct'ieiule Turit/.eitiimj»• ן,! ntmmivr 1s! evgen Voreinsendung von .4*1 Pf. erhält-;■׳ liv I». t \ S ן i ■ f I. 1 : r t ziomsTiscHe ßeweGunß Aufruf! Der IX. ZiiniiMcukmigrcss in Hamburg hat einstim in i g die Bildung eines (len o s s e 11 s c 11 a I t sioiuls zum Zwecke der Begründung von laiidwirtseli.utliolicn Piudiiktivgonosseiisehafteii in Palästina beschlossen. Die anwesenden Delegierten iiaheu in schöner Opferfreudig!.eil sofort zirka •hlIHM) Pres, gezeichnet. Der Onnidstoek ist damit gelegt. Aber nocli fehlt viel, um das Werk zu vollenden. Wir wenden nns an das indische Volk mit der dringenden Bitte, den beschlossenen Ponds durch möglichst grosse und möglichst schleunige Spenden auf die erforderliche Mindesthöhe von BMI (Hill!,res. /!• bringen. Nicht eher dürfen und werden wir hegiimeu, als bis das uns zm Verfügung stellende Kapital gross genug ist, um einen Misserfolg infolge mangelnder Mittel zu verhüten. Jeder verlorene Tag vermeint die Schwierigkeilen, weil die l.and preise in Palästina immer hoher steigen; jeder Tag führt viele unserer Volksgenossen über See, wo sie der Sache des jüdischen Volkes leicht ganz, verloren gehen. Die Schaffung einer trag 1' ä h i g e 11 Kreditha sis für die Massciiansiedlung freier jüdischer Bauern in Palästina, das ist die Absicht des Werkes. V.s ,ucU über die Klemkoknusauou auf die Urosü- Kolonisation, und nicht nur für Bauern. Denn w er Bauern schafft, schafft auch Städte, in denen andere Zehiiuiuseiide, hoffentlich Hundert• tausende, als freie stolze Bürger leben können. Weil wir aber eine Kreditbasis schaffen wollen, erbitten wir keine Almosen, sondern Beitrüge, die verzinst und a 11 m U h I i e h getilgt werden solle n. Jeder, der m!.s einen Beitrag von mindestens Ml Mk. gewühlt, erhält zu* nächst einen Interimsschein, der sobald wie möglich in den Anteil einer ordnungsmässig errichteten Kapitalgesellschaft umgetuusclit werden wird, deren Born! und Sitz zur Beratung stellt. Die kleineren Beträge unter-HO Mk. aber sollen von der Genossenschaft dem Nationalfonds verzinst und almühliclt zurückgezahlt werden. B.ine gemeinnützige Kapitalanlage also, das ist es, was wir erbitten und im Namen der Gemeinschaft unseres Volkes fordern. JUEDISCHE K UN DSC HAU Beiträge und Beteiligungen nehmen alle Landessaiiimelstellen des Jüdischen Nutianalfonds und das Hatiptbureaii in Köln, Karolingerring 31 (z. H. des Herrn M. .1. Bodcnlicimcr) entgegen. Im Namen de» Komitees des .liidlsclicti Genossen• »eliailuimids: Dr. M. J. Bodcnlicimcr, Köln. Dr. A. Ikmtkc. Berlin. .1. II. Kann. Haag. S. Kaplansky-Kaplan, Wien. Dr. N. Katzcnelsolm, Libau. L. .1. Kessler, London. J. Kremeneizky. Wien. Dr. Pr. Oppenheimer. Berlin. Dr. Max Roscnfcld, Lemberg. Dr. B. W. Tsolilcnow. Moskau. Prof. Dr. O. Warlmrg, Berlin. D. Wolifsolm, Köln. * Verzeichnis der iiir die Sledliiiigsgenosseiiselialt cliigeguugenen Betrüge. B r st e r Aus w e i s. Johann Kremenetz.ky. Wien.Sinn» Kr. A. Simons. Mz.. Haag.Win Br. David Wold.solin, Köln .Willi Br. Moritz. S. Wollt, Hamburg.MHl Mk. Ludwig ,Wuthiusoltn und Brau, Hamburg . 51H1 Mk. Julius Simon, Mannheim. 5111) Br. J. Ii. Kann. Haag. 51M) Br. Bcrtnmd Hamburg, Berlin.*HM» Mk. Blisabetli Pertitz, Tcplitz-Sdiönau . . . 31H1 Kr. Heinrich Bard, Lemberg.hin Kr. Jean Bischer. Antwerpen.250 Pr. Joseph Cowsii. London. H)2 Mk. Dr. Charles Drevftiss. Manchester . . . lim Ml>. B. (iuklherg. Wilna . tun Mk. Dr. Pranz Oppeiilieimer, (irosslichtcrfeldc- West . 11M1 Mk. Dr. Siegfried Sehwarz.selnld, Brankfurt a. M. Inn Mk. i:. Bpstein. Ihmiel. Bin!Mk. Brau 0. ii. Colieu. Hamburg. BMI Mk. Dr. Samuel Sclmr, Stauislaii. BMI Kr. Dr. Alexander Hausmann. Lemberg . . . bmi Kr. Dr. Samuel Rappaimit. Lemberg .... BMI Kr. Ludwig Steiner. Töplitz-Selmnau .... HX1 Kr. Dr. Polluk (Limas), Wien. Bin Kr. Rabbiner Dr. Ilernt. Banetli, (iablouz a. N. Inn Kr. Dr. B. W. Tsehlenow. Moskau. WH Br. Rechtsanwalt Dr. AL J. Uodcnlieimer. Köln Bin Br, Oskar Lieben. Ung.-Ifradiseli. .ווי Mk. A. tiurewitseli. Moskau. 511 Mk., Wilhelm Waldmann. Droliohycz .... 511 Kr. Dr. Leon Silbcrmann. Neiisandez .... 511 Kr. Brust Breiid. Dux. 511 Kr. Viktor Breiid. Tepluz.-Scliönau. 511 Kr. L. Liebeiistein. Lodz. . 5(1 Br. lug. Hugo Sloiiit/., Prag. 511 Br. Moses Lüb Uiicublum Das Odessa er!י a I ii x t in a K o in i t e t nbei inittolt die Tnoierii.icliriolit vom Ableben seines langjährigen, verdienstvollen Mitglieds Moses 1.0 11 L 11 i e 111 (11׳ m. In dem Verblichenen verliert die Zionsidec einen ihrer eifrigsten und unermüdlichsten Verfechter, mul die hebräische Literatur eine!) ihrer bedeutendsten Repräsentanten. Die pal.istiiiophile Bewegung seit ihrem Anheginn bis auf die Jetztzeit, sowie die nenliebräiselie Publizistik sind mit seDci'i Namen aufs engste vor- '!.impft. Moses Loh L i I i e n l) 111 in wurde in Keidany, einem kleinen Städtchen des (ionvernements Kow110. am 22. Oktober I.M3 als einziger Sohn strcngglaiihiger Litern geboren. Lr genoss die dort übliche ״Cheuer"-Brz1el111ng an den Duellen des tahnmlisehen mul nihhinisehcn Scliriftiums. und wurde, kaum dem Knabenalter entw iclisen, nach Wilkomir verheiratet, wo er unter das harte Joch einer hefchlliaberiseheii Schwiegermutter geriet, die ihm hesonders wegen seines Bildimgsstrehens viel ziiset/ie. Von Natur aus zart mul sanftmütig, wurde er durch den aui ihn lastenden Druck und die düstere Pinstcrms des Ohcuiücbcns v.mw rnmigui, Kample gegen die dogmatisehe Brstarrung und die lebensfremde Binseitigkeit ,des rabbiniselien Judentums angefeuert. Seine laute, aus den jüdischen Religioiispriiizipicn selbst liergeleitele Borderung nach einer ״Reform des Oesetz.es im Binklang mit dem Leben" die aber von Jen westlichen Reformhcstrebungcn wesentlich nbwicli erregte den Schrecken der Orthodoxen und rief eine tiefgehende Bewegung unter der jungen (iuueratlon hervor. L i I i c n b I u in verlangte von seinen Brüdern die Aneignung europäischer Bildung als praktische Pascinsgrundlage. Später, als er nach Odessa kam, musste er sich überzeugen, dass die modernisiertet) Juden die westliehe Kullui• um den zu teueren Preis der Entf r c nt d u n g vom Judentum erkauft hatten. Und so gelangte er zum einzigen Ausweg: Zum Streben nacli der Errichtung eines jüdischen Zentrums in Palästina, das allein die Möglichkeit zu einer harmonisehen Synthese des B.chtlüdischen mit dem Rtimnenschliclicn bietet. No. 7. Dieses Ideal bat ibn iortan ausschliesslich cr. füllt, und ihm widmete er drei Jahrzehnte hindurch, bis zur letzten Stunde seines tatenreichen Lehm’, die ganze Kraft seines klarschauenden (leistes ן)״״ seiner von glühender Liehe zum jüdischen Vo|!<c erfüllten Seele. Dr. Joseph Cuhn j Aus Duisburg wird uns geschrieben: j Am II. Pcbruar ist ein Jahr vergangen, m! Dr. Joseph Cahu aus Mülheim (Ruhr) im Aller c. •II Jahren starb. Sein Bild steht mit dcrsiiK״ Lebendigkeit vor uns, als wenn seine dunkdii du..!!. dringenden Augen noch auf »tu! ruhten. Dr. C. in, war, wie eine Zeitung hei seinem 'lode sei! .!>. eine Zierde der Menschheit und des Judentums.; 1I(. j Tagcspres.se aller Richtungen gedachte seine! 1; \ langen Traiicrartikeln. Dr. Caim war ein w v. , v I j rulmiter Kinderarzt. Da ei den WTuis« 11 an j sproclien liatte, dass jedes Wort des Lohes au se,> ״ J l (irabe unterbleibe, veranstaltete die jüdische 1• |; I meinde nach der Beerdigung einen Tiaiiergos. s. |; dienst, dem auch uuuiehcr Nielitjude ergriifen I 1• r wohnte. In allen Kreisen der Bevölkerung bi.!, \ j J man dem edlen Manne eine wahrhait rniireiule I. j entgegen. Bin Arbeilerblatt berichtet über ן folgendes: ״Dr. Calm war ein wirklicher Mensel■ freund. Nicht wie die sich brcitm.iclieluie An r J PlnlaiUliropeii. denen es mir auf die Beweilir.iiu ) rung ihrer verteil Person aiikommt. sondern ,1 j selbsiloser, wirklicher Mcnsclienfieuml. Nicht a!!!! die Kassemnilglieder der ()rtskrankeiikasse haliei . s j bedauert, als er einst seine Praxis untcrhrucli, soua!! in noch höherem Masse die Armen. Wenn der se' n \ leidende, kleine blasse Mann Besuche abstattete. א er mit scharfem Blick, wo es uoltat. Die Re. - mmgcii, eiie er ausstellte, blieben weil luniei \! geiurehteteii Hohe zurück, und selbst wenn dun niclii bezahlt werden konnten, so wurde einfach!; Strich durch gemacht. Wu es wirklich imp;. griff er, statt Zahlung zu fordern, m de״ eigei , Beutel und gab noch etwas dazu. Zu einer schwe Wochciibettoperation in einer armen Arbeiterfan , in Winkhausen w urde er gerufen. Br /.og noch en älteren Arzt hinzu, weil er die Verantwortung in. ׳ allem übernehmen wollte. Aul die Brage des A - heiter» nach seiner Schuldigkeit gab der altere / «1 Antwort: ■?() Mark! Dr. Calm 11011111 nicht ,da; nichts, sondern gab dem Mann noch 20 Mark, dai ,! derselbe seinen christlichen Kollegen I>c/ai1le11 koiin« Dr. Calm war ein Jude, wusste aber die Nächste׳:• hebe besser zu üben, als viele Christen, die d< . . angeblich die Nächstenliebe in alleiniger Brbpaii; zu haben glauben." Bin anderes Blau meinte, d.!"> in der (iestalt dieses blassen Juden sa h Ute elinu• liehe Nächstenliebe seiner Vaterstadt vcrkorin׳! Iialie. Dr. Calm. mit umfassendem indischen \\ iv־. ausgestattet. gründete und leitete den Verc.it für jüdische (i e s c In c 11 1 e 11 ml Literatur und die Z i u 11 i s l i s c h e V' e r e 1111 g u 11 g Mülheim (Ruhr). Beim Tode llerzls veranstaltete er persönlich eine (iedenkfeicr und erzählte in seiuei aiispi'cchcudeu Weise von der gewaltigen Lmwiiku״» Theodor llerzls auf die jüdische Studentenscliaii .« Wien, die C a h n, als er sieh beim Beginn >ki zionistischen Bewegung längere Zen zu Spe/•. sliidien in Wien aufhielt. baue heohaeliten konm < Bs 11.1! Dr. Cahu keinen Kampf gekostet. Zmuist zu werden. Der Zionisiuiis war ihm etwas Selbst' 1• stündliches. Als bei der Haltung der Mnlhemicr Juden /׳.m grossen Leidwesen Dr. Calm.s die Mullieimer Zion! n• sehe Vereinigung ihre Selbständigkeit aufgehen ׳.:ui sich mit der Duisburger Ortsgruppe versclime• .111 musste, trat er in den Vorstand dieser Omppe ויי׳. dem er bis zu seinem Tode angehorte. Am Jahrzeiltage des hochherzigen Mannes, ■ ■eיי j wir mH Stolz, zu deu Uusecigeu recluwu sUutwn. , \ haben seine Prciinde sein Andenken durcli du i Stiftung eines Oclli a unigiirtciis in I ’ < i lüstiua geehrt.! Zu Johann Krcmcnczkys scchzigslcn ücburlsluo Der hochverdiente frühere Leiter des Ji1d1sJ:u• Nationalfonds, Herr Johann Krcnicnezkv i״ Wien, feiert am 15. d. M das Best seines (!11. 'mhart» tage s. Ks ertibrigt sielt wohl, unseren (icMiimings«'• nosseii vor Atmen zu halten, was Johann Kreme• nezky für die zionistische Bewegung im allgemeine׳' und für unsern Nationalfonds im besonderen bedeu• tet. Es mag nur darauf hingewiesen werden, dass er von den ersten Anfängen des modernen nobm selten Zionismus an zu den treuesten Prcmtden n׳״‘ Mitarbeitern Theodor lierzls gehörte und dass unser verewigter Pührcr seine praktische Erfahrung um• seinen weisen Rat allezeit überaus liochgcschüi/; hat. (Fortsetzung auf Seite KO.) *יי•*"