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Jüdische Rundschau · 1910-02-11 · Heft 6 (11.2.1910) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 6 (11.2.1910)
Date
1910-02-11
Page
– (sequence 6)
Language
German
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,.V VOM ZIONISMUS •:•:' An die Lundcsor$janiS(1lioncn und l'üdcralionen G c s i n 11 u n j* sgc n os$cn! Nachdem jetzt der Kongress vorüber ist, ergeht aufs neue au Luch der Huf zur Arbeit. Was uns der Kotigress gebracht hat, die Meinungen, die er wicdergespiegelt, die l'ragen, mit denen er sich beschäftigt, die Aufgaben, die er uns i1interla?su1 hat, das alles ist in zahllosui Versammlungen, Vorträgen und Zeitungsartikeln hinlänglich erörtert und, wie wir annelnucn, ge• klärt worden. Jetzt gilt es, wieder zur Tagesarbeit überzugeheu, zu der unaufhörlichen Intensivitiit, die die Grundlage all unseres Wirkens und recht eigentlich das Bindeglied bildet, das zwischen all den verschiedcnim Anschauungen und Gesichtspunkten vermittelt, die die zionistische Organisation ausmachen und in unserer nationalen Bewegung nach Palästina ihren tie‘- sten Grund haben. Die Tagesarbeit — das ist vor allem das F.insammcln der Schekel. Wir wissen sehr wohl, dass man viel darüber geklagt hat, all unserer Mahnungen Quintessenz sei der Ruf nach den Schekeln. Wir wissen es, und wir wiederholen diesen Ruf aufs neue, lauter, dringender noch, als zuvor. Fs sollte nicht darüber geklagt, es dürfte nicht darüber gespottet werden, wenn die Leitung verlangt, dass mau sich mit verdoppelter Knergie der Sammlung der Mittel widme. Und umsoweniger ist dies jetzt am Platze, nachdem der Kongress den Antrag der Leitung, ihr durch Besteuerung der Institutionen die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, abgeleimt hat. Jetzt muss also der Schekel allein ausreichen, um die Bedürfnisse zu decken, und zu diesem Zwecke muss sein Frlrügnis vervielfacht werden. Die Bewegung kann eben ihren grossen Aufgaben nicht nachkommen, und wird es nie können, wenn ihr nicht die materiellen Grund- Lagen zur Verfügung gestellt werden, wenn nicht ihre Anhänger?.,1111׳ durch unablässige Werbearbeit ständig vermehrt und zur tätigen Pflichterfullung angehalten wird. Sammelt den Schekel ein! Jetzt ist die Zeit! Wie immer man den K011gross beurteilen, wie man sich zu seinen ITgebnisseii auch .sU׳lk1־t mag: er war eine mächtige Demonstration des zionistischen Gedankens und bildete in seiner imposanten Wucht ein unwiderstchliches Propagandamittel. Benutzen wir diesen Faktor! Nicht als ob wir verlangten, dass die Debatten jetzt ruhen, dass die Auseinander- Setzungen jetzt eingestellt werden sollen. Im Gegenteil! Je eingehender die Aussprache erfolgt, um so mehr werden die Meinungen sich klären, um so besser wird dem nächsten Kon* gvess vovge־AVbeiiet sein. Aber versäumen wir darüber nicht unsere wichtigste Pflicht, die Bewegung materiell zu kräftigen und auszubauen, den Schekel ciuziiziehen. Wenn jetzt aller Orten mit dem genügenden Eifer gearbeitet, wenn jetzt überall das rege Interesse, mit dem die Öffentlichkeit unsere Verhniulhmgen verfolgt hat, in der richtigen Weise ausgebeutet wird, dann kann es nicht daran fehlen, dass die Schekelsammlung dieses Jahres ein glänzender Erfolg wird. Es ist die Aufgabe der Landesorganisation und Förderationen, jetzt die Vereine durch ununterbrochene Mahnung zur schleunigen, talkräftigen Einziehung des Schekels, zur Voranstaltung von Schekel-Versammlungen und -Demonstrationen anzuhalten. Es ist die Aufgabe der Vereine, jetzt überall mit nie versagendem liifer und unermüdlicher Hingabe dein Rufe der Organisationsvorstäudu zu folgen. IN ist die Aufgabe der einzelnen Gesinnungsgenossen, jetzt selbst den Schekel sofort zu entrichten und mit aller Kraft darauf bedacht zu sein, andere zu veranlassen, durch die Sclukelzahlung ihrer Zugchörigkeit zur zionistischen Organisation, ihrer Sympathie für unsere nationale Sache den einzig unwiderleglichen Ausdruck zu geben. Und wenn so überall sich JJas richtige Verständnis für diese Forderung des Tages geltend macht, dann kann niemand mehr daran zweifeln, dass dieser Kongress eine mächtige Wirkung!unterlassen hat: Die ncuerwachtc Arbeitslust unserer Freunde, die allgemeine Stärkung unserer Organisation. Sammelt darum den Schekel ein! Das Acfions-Comife. David Wolffsohn. Unter Bezugnahme auf obigen Aufruf des Aktionskomitees bitten wir alle unsere Freunde, uns noch im Laufe dieses Monats die erste Rate der Schekelgolder eiuzusendeu. Schckclblocks zur Einziehung der Schekel und Landesbeitrügc sind allen Ortsgruppen und Vertrauensmännern bereits ztige- Kannen, stellen auch in jeder noch gewünschten An* zahl zur Verfügung. Zur Erleichterung der Schekeleinziehung «eben wir ein S c!1 c k e 1 f I u g b 1 a 11 heraus, das zum Selbstkostenpreise (100 Stück l M.) geliefert wird. Bestellungen mif dieses Flugblatt erbitten wir umgehend, damit die Lieferung sofort erfolgen kann. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Zentrallmreau. Verbund jüdischer Frauen für KuUurnrbcii in Paiaslina Im August 1907 wurde der Verbund Jüdischer Frauen liir Kulturarbeit In Palästina gegründet, dessen Ziele und Aufgaben bereits aus dem Namen hervor• Kelten. Trotz seine? kurzen Bestehens zählt der Verband heute schon gegen hkio Mitglieder und ist in fast allen europäischen Staaten sowie in Amerika vertreten. Die i'.innahme» des Vereins im Geschäfts- Jahr 19().s/l«;0׳) betrugen aus Beitrügen und Spenden 8000 Mk״ auch wurde er durch einige grosse Firmen und mehrere Mitglieder mit Wilsche für das .1 a f f a c r Krank e n 11 a u s in dankenswertester Weise unterstützt. r.ino der Hauptaufgaben des Verbandes ist die Bekämpfung der beiden gefährlichsten Feinde des Landes: 1|cr Malaria und der Augen krank- 11 e i t. Zu diesem Zweck wurde eine in deutschen und Jerusalemer Hospitälern ansgebildete Krankensebwester, Frl. T e 111 p e I m a 11 n , angestellt, der vor allem die so dringend nötige Pilcgc von Kranken in deren eigenem Heim und die Sorge fiir die Familienmitglieder der Erkrankten obliegt. Ferner konnte der Schwester Tempel mann die Leitung des J a f f a e r Kranke n h a u s e s, in dem jüdische Arbeiter Aufnahme und Pflege finden, übertragen werden, und die dort erzielten Resultate sind so hefriedigend, dass der Verein beabsichtigt, ein junges Mädchen, das gleichfalls gegenwärtig zum Krankenpflegcrinnenberuf misgebildet wird, im Frühling zur Fortführung ihres Werkes nach Jaffa zu schicken. Auch die Errichtung eines Ambulatoriums mit zwei holumddudeu Acr/.teu und die Verabreichung billiger Arzneien und Nahrungsmittel ist eine der Aufgaben des Verbandes. Ferner musste der Verein sein Augenmerk darauf richten, den in Palästina lebenden Frauen Erwerbsmöglichkcitcn zu schaffen. Als Vorbereitung hierzu bewirkte er die Einführung des Handarbeits- Unterrichts in der Jaffacr Mädchenschule und errichtete ferner ein Atelier zur Herstellung von N a d e I s p i t z c n nach einem speziell orientalischen System. In diesem Institut, das gegenwärtig bereits 25 Schülerinnen zählt, wird neben der Ausbildung der manuellen Geschicklichkeit auch auf die moralische und geistige Förderung der Mädchen in liebevollster Weise liingewlrkt; als einheitliche Sprache bürgerte sich merkwürdig schnell das Hebräische ein. Die Arbeiten, die den feinsten arabischen Spitzen an Schönheit nicht nachstchen, werden bereits in grossen Quantitütcn abgesetzt, und die Spitzcnfndustric dürfte, auch infoglc der leichten Transportmöglichkeit, ein ständiger Erwerb der palästinensischen Frauen bleiben Gegenwärtig Ist der Verband auf dem Wege, eine Krankenkasse für die Spii/eiiarbcitcriimcti v!nzurichten. , , Auch die Bekämpfung des M a U e h e n 11 a n d e | s hat sich der Verband, gemeinsam mit anderen or. j ganisationei) ähnlicher Icndeuz, zur Aufgabe gesetzt. ,. Es harren seiner noch eine Menge weiterer \ז• (! beiten und Verbesserungen oder Erweiterungen der bereits geschaffenen Einrichtungen, an die er erst hcrangclien kann, wenn sich ein weit grosserer Kreis von Frauen ihm angesclilossen hat, un; .,״ dem begonnenen Kulturwerk mitzuarbeiten. Anfragen aus Deutschland werden erb;״» an Frl. carul. med. Resa Hirsch, Merlin N V.. Flcnshiirgcrstr. 12, aus dem Ausland an Frau >4, Betty L e z y 11 s k y, Merlin W., Bayreutherstr. .v, [ Alliance Israelilc Universelle Kiiektritt (ieheimrat Goldbergers vom Fräsldin ■«. Am Dienstag. 8. Februar, hat die Deut sc e K o n f e r c 11 z - G c m c i n s c 11 a f t der Allia i Israelite Universelle, die aus den deutschen gliedern des Z c n l r a I - K 0 m i t e c s der Allia; •: bestellt, ihre siebente Jahrestagung in Berlin grossen Sitzungssaal des Verwaltungsgebäudes Vr j Jüdischen Gemeinde gehalten. Aus allen Tt1:\׳ * Deutschlands waren die zur Teilnahme Berechtig•. :1 mit den Mitgliedern des Berliner Lokal-Komit• s erschienen oder hatten legitimierte Vertreter 1 sandt. Das Zeiittal-Komitcc hatte seinen Gcsehäi - fjihrer delegiert. Den Vorsitz tulirtc der Präs . d e!11 der Deutschen K o n f c r e n z - < i י m e i n s,e h a f t / Geheimer K< »umer/.ieiirat (iul! berge r, der den ausführlichen Rcchenschafts- 11׳ I Arbeitsbericht für 1909 erstattete und den Arber < plan für HM0 darlegte. j Nicht weniger als 27 neue Lokal-Komitees sa I i j 191 19 geschaffen worden. Die M i t g I i e d s e 11 a : :; der Alliance in Deutschland hat sich seit der Reo:•! ganisation der Deutschen Konferenz־(iemeinseha!:. * d. i. seit vier Jahren, um •1(» Prozent, die Beitrag1 ■.־ leist ungen haben sich um 73 Prozent uesteigei־ Wie im vergangenen Jahr, hat auch 191)9 die Albane•׳ Israelite Universelle in mehr als HO Schulen ctw. 4.000 ר Zöglinge unterrichtet, zum Teil gekleidet unä I gespeist. Die Alliance hat dafür im vorigen .lallte; 1'ן Mill. Pres, im ordentlichen Etat ausgegeben, sie hat etwas mehr für das laufende Jahr ausgeworfen. Für Scliul-Ncubautcn sind ausserdem 380 000 Frcs. bewilligt, nämlich 80 000 Frcs. fiir Neuhauten in Tri• smiis, (10 000 Frcs. in Tibcrias, 100 000 Frcs. in Haskeiiy-Constantinopcl, 60 000 Frcs. in Sennch (Persien). Die landwirtschaftlichen und die H and• w e r k e r s c 11111 c n . sowie die Institute fiir Lehr lingc aller Arl. haben au Umfang gewonnen. du glücklichen Ergebnisse der Erziehung zeigen siel! allerorten. Der Bericht konstatierte ferner zu allge• meiner Befriedigung, dass es der Alliance Israeli׳•• Universelle in Marokko gelungen ist. den Ve! suchen ein Ende zu machen, die früheren landesüblichen Bedrückungen der jüdischen Bevölkerung wieder aufichen zu lassen. Sobald sich die Ordnung tler inneren Verhältnisse in Marokko gefestigt haben wird, soll auch die Einführung der deutschen Unterriclits in den marokkanischen Allianceseltulen erf״!• gen. Die Feier des fünfzigjährigen Be• Stehens tler All in nee wird Anfang Mai vo! Zemral-Komitee festlich begangen werden. Das Pr< gramm. das die Beteiligung aller Länder, in dem : die Alliance vertreten ist. vorsieht, wird rechtzeitig veröffentlicht werden. Am Schluss der Tagung gab (ieheimrat Gold ■ h erg er unter herzlichstem Bedauern tler Ve•• Sammlungsteilnehmer bekannt, dass er eine! längst gefassten Entschluss jetzt vc ■ wirkliche, indem er aus dem Zcntra1 K <> m 11 c e a 11 s s c 11 e i d c 11 n d d a m i t na c h 1111 g e fä 11 r f ü n 1 j ä 11 r i g e r A in t i c r 1111 g d. ■ Präsidium der I) e u 1 s e 11 e n Konferenz■ G e m e i n s c 11 a f t n i c d e r I e g e. Auf dringend < inut wiederholtes Ersuchen der Versammlung c׳• klärte sich (ieheimrat Goldberger bereit, die schäfte bis längstens nach der Jubiläumsfeier weite zufiilircn. Das Zcnrnl-Comitee wird inzwischen ei >■ Anzahl deutscher Mitglieder kooptieren. Alsdar soll die Neukonstiluierniig des Vorstandes der De, scheu Konferenz-Gemeinschaft erfolgen, in den llnr Justizrat Max Fuchs-Berlin als einer der beiden stc vertretenden Präsidenten in der gestrigen Versaim hing gewählt worden ist. * Da Herr Gelicimrat Go I dl) erg,er über J ■׳ Motive zu seinem Rücktritt vom Präsidium!1 dem obigen Comtnuniiiuü nichts verlauten lässt, s׳' wollen wir auch keine Vermutungen darüber äussern. zumal der Entschluss ausdrücklich als ein ״längst gcfat.sler" bezeichnet wird, womit aber wohl gesagt sein soll, dass er durch Vorkom in n isse der letzten Zeit nicht beeinflusst worden ist. Auf* fällig bleibt aber immerhin, dass das offizielle B<1llo• tin ausser einigen Zahlen und den üblichen Phrasen so ga!,nichts von den Verhandlungen der I

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