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Jüdische Rundschau · 1910-02-11 · Heft 6 (11.2.1910) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 6 (11.2.1910)
Date
1910-02-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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No. 0. JUKDISCMC RUNDSCHAU Seite 67. ״SiebcHicii D «״»« der Dcuisc .cn Konferenzgentein, schalt der Alliance Isratlite Universelle״ zu sa«n weis*• Mai denn dort Herr Ücl.cimrat Ooldbereer allein das Wort geführt? U. A. w. g! * f I*. L. D. C. ״Tim Palesllnc Land Development Company Ltd.“ bezvuvk! auf kommerzieller Basis und Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. .kn Erwerb, die A.ucliorlcrung und 1,.,rzellierung grösserer Grundstücke in ׳.ilastuut für eigene und für fremde Rechnung i .huis Schaffung neuer Siedlungen lk »loilicn): 2, 1 c Anlage imd Pflege extensiver und Mis.ver Kulturen für eigene und für!i.iinlc Rechnung: 3 . . ssstematische Ausbilung und allmäh- 1 1!c Scsshaf tmuchung Jüdischer ' .111 d n r b c i t c r in Palästina. I urimdcraktic kostet £50.—.— M. 1025,—. I N.iincnsakticn kostet £ 1.—.— M. 20,50. i; \<׳r/elgeraktic kostet £1.1.6 M. 22,—. /. iigcu für Rechnung der P.LD.C. nehmen folge!! Mauken entgegen: Uta auisli Colonial Trust Ltd., London E.C., «' ״ll'iook. Brook Housc. A i!icvmaim -5c Co., Berlin NW. 7, Unter den 1 den 5•». 1• Gesellschaft ist laut ihren Statuten zur Annahm׳• a Teilzahlungen nicht berechtigt. I'o 1 ie.scllschaft stellt im ersten Betriebsjahr. Nähere Auskiinlto erteilt das Bureau der P.L.IU'. Berlin W. 15, Ulclbtrcustrasse 34/35. Aufruf! Tn, 'cltonc Anregung ist aus der Mitte der Arbeiter .. Nationalfonds-Gutc in Bcth־Arlf hervorgesangen l’ercz ben Mosclich Sniolcnsky gelegentlich seines .י Todestages ein ewiges Denkmal durch Anpfl.ii ״g eines Octbaumbalncs auf V..11.1 ׳lfunds־B0dcn in Ercz-Israel zu errichten. Tei• Smolensk war der erste, der mitten In der Aniki.inmgspcriodc, in der an der Auflösung unsercs V«!kMums allseits gearbeitet wurde, den mäch* t gen k i. /ur Erhaltung der jüdischen Nation erhob. Ohre gegen die Fehler, die wir aus dem Ghetto mitgebrach! it.iben, blind zu sein, gegen die er in schärfste t Weise ankiimpftc, ahnte er doch die grosse ki.ift, die noch in unserem Volke schlum* itierie. tl.is er zu neuem Leben weckte, zu grossen Taten iliaiigtc. Ilr war der erste, der den Rul ״Kadimahl" * Vn1 v ,!ו ts gegen Osten! — erschallen Hess, er bc* griff fmi.zeitig, dass die Wiedergeburt unseres Volkes nur in l'.il.istina erfolgen kann. Tkms unermüdlichen Streiters wollen wir nun i n I tiule seiner Träume gedenken und seinen Namen durch ,he Bäume, die wir jetzt pflanzen, dem Andenken unserer Kinder und Kindeskinder für ewige Zeikn 11!crlicfcm. I'w Ircunde und Kenner der hebräischen Lite* ratm. ן!.! die Smolcnsky von bahnbrechender Bcdeutln g w;,r, die zahlreichen Verehrer Smolcnskys, v erdvu vielt gewiss diese Gelegenheit nicht entgehen Lswi und zur Verewigung seines Namens nach kr. i11 ,1׳!tragen. Verein Oclhnumspendc E. V. _ c׳c׳. O. W a r b u r g. Vorsitzender. .׳in• /,innistiscUen uttd palästinafreundlichen 1*1.! .!.kn um Abdruck dieses Aufrufs ersucht.) D:: AUS ALL6R W6LT ״ Russland ' M. Januar fand im Handels ministe die Fortsetzung der Beratungen über di 1, g n f 1 c r u n g d c r ין m ן K r a t i 0 n aus R u s! a ״ ]• statt, über deren Beginn bereits bericht( ״ukk In der letzten Sitzung — der dritten diese serattiiiccn wurde zunächst die Frage crörtcr 0e kiic Auswanderer zu behandeln seien, die nie 11 ׳,n einem russischen Hafen aus un "'S1“ «uf einem russischen Schiffe;ondtru mit der Eisenbahn Russland verlassen. Un "'"de der Beschluss gefasst, solchen Emigrant« :'fne unentgeltlichen oder auch nu ''11'leeren Auslandspässe zu gewähr«. s'e sonst aber aller üblichen Schwierig «eite״ bei der Erlangung solcher Pässe zu en »Äcn• Dagegen sollen die von einem russische 1ale>' auf einem russischen Schiff fortreisenden Au! Wanderer unentgeltliche Pässe erhalten. — A״r ״Ac,lstc Beratungspuukt betraf die Agenten. A 1 . Konimlsslonsmitglicder waren einig In der schärfsten Verurteilung dieser die Aus* Wanderer in rücksichtsloser Weise nusbcutcndcn 1 ersonen, und von verschiedenen Seiten wurde der Vorschlag gemacht, die Tätigkeit der Agenten gänz* jtch zu verbieten. Bei dieser Gelegenheit leistete sich der anwesende Polizeichef aus Libau, toduschkin, eine antisemitische Rede wegen der angeblichen Tatsache, dass unter den F.migrations*;!geilten sich auch Juden befänden. Er beantragte die Ausschliessung der Juden aus den Bureau* arbeiten der Schiffsgcscllschaften. Der Vertreter?״ J«wish C010niza 110n Association vJCA) protestierte nachdrücklichst gegen diese Judenfeindlichen Ausfälle. Die Sitzung endete mit der Beschlussfassung, die schädliche Tätigkeit der Agenten gänzlich zu verbieten. Ueber die Frage, ob cs den konzessionierten russischen Schiffs* gcscllschaftcn gestattet sein soll, sich eigene Agenten zum Verkauf von Schiffskarten usw. zu halten, wird in der nächsten Sitzung beraten werden. Zur Charkower Jahrcsmcssc werden von der Administratiou keine Juden zugelasscn. Ausnahmen werden nur mit Kauflcutcn erster Gilde gemacht. Der geschäftliche Betrieb des Marktes ist dadurch fast gänzlich I a 11111 g c I c g t. Das Börscnkomitcc hat zweimal nach Petersburg die telegraphische Bitte gerichtet, Jene den gesamten hiesigen Handel schädigende Nichtzulassung von Juden aufzuheben. Diese Bemühungen sind Jedoch erfolglos geblieben. Die Zarenregierung opfert selbst die Interessen der Russen, um nur den Juden schaden zu können. Der nach Petersburg zurüekgekehrte sibirische Dumaahgcordnctc Bclcussow berichtet über Massenausweisungen von Juden aus Sibirien. Kinder,Greise und Kranke werden nicht geschont. Ein bettlägeriger Jude ist unterwegs gestorben. Selbst eingeborene Juden werden ohne Jeden Grund ausge* wiesen. Es heisst, dass dieses barbarische Vorgehen der sibirischen Administration auf eine Ver- Ordnung der Petersburger Zentralrcgicrung zurfiekzuführen i«t. Früher wurden und noch letzt werden allerhand ״Verbrecher" nach Sibirien verbannt — die Juden aber, die inan doch sonst auch als Verbrecher bchandelt, werden sogar von dort ausgewiesen . . . Argentinien Die unglücklichen jüdischen Emigranten, die sich aus Russland nach Argentinien hcriibcrgcrcttct haben, sind dabei von einem bösen Geschick geleitet worden: sie sind vom Regen in die Traufe gekommen. Denn was jetzt hier vorgeht, steht um nichts hinter russischer Po I i z e i w III k ü r und Brutalität zurück. Der in republikanische Formen gekleidete Regierungsdespotismus führt hier seit längerer Zeit den schärfsten Kampl gegen die freiheitlichen Elemente der Arbeiterschaft. Dieser Kampf ist ein besonders erbitterter geworden seit der letzten Maifeier, die die Arbeiter mit einer ruhigen Demonstration begingen und wofür sic von der Regierung mit Pulver traktiert wurden. Als dann später der hiesige Polizeichef einem Attentat zum Opfer fiel, setzte eine Schreckenslicrrscliaft im ganzen Lande ein, die sich besonders getreu die ״Russc 11”, d. i. russische Juden, wendet, die sämtlich als ״gefährliche Revolutionäre" bezeichnet und behandelt werden. Und dabei haben sieb ger.1 Jo die hier ansässigen Juden aus Russland am allerwenigsten an den inneren Vorgängen beteiligt. Die gegen sic gerichtete Wut der Polizeibehörden kennt keine Grenzen: massenweise werden die Juden aus ihren Häusern nach den Polizeirevieren geschleppt, bcschimpft, misshandelt und nach Ihrem H e r k u n 11 s I a n d z u r Ü c k t r a n s p 0 r t i e r t. Der gesamten aus Russland stammenden Jüdischen Bevölkerung hat sicli eine ungeheure Panik bemäehtigt. Und das geschieht in einem Lande, in dem die vor Nicdcrmctzclungcn flüchtenden Juden eine neue und bescre Heimat zu linden hofften! Rumänien Vor kurzem fand in Jassy eine Konferenz statt, welche Über die Gründung einer Kolonie in Palästina für rumänische Juden eingehend beriet. Vor einem Jahre fanden bereits Vorhandlungcu zu diesem Zwecke statt, die Jedoch über das Stadium allgemeiner Erörterungen nicht hinausgckomme״ waren. Die Aufgabe der Jetzigen Konferenz wir nun die Verwirklichung des Planes in‘ die Wege zu leiten. Wie der Präsident der aus über fünfzig Personen *****$* **Sg*™* »«" Schein, mittciltc. hat er den Herren Professor Ot o W a r b u r R und Dr. Franz O p ח e n h c m e r - Berlin einen genauen Plan unterbreitet und ihre volle Zu- Stimmung erhalten. Zur Gründung der Kolonie solle von der Palestine Land Deve opment Co. (PL.D.C.) ein entsprechendes Landstück käuflich erworben o׳nrdcn. dessen genaue Bestimmung durch Hne be 0׳!crc KommlsskM erfolgen wird. Darauf sprach cb *״ttüSg hier anwesender Jüdischer Kolonist aus Palästina über die dortigen Jüdischen Kolonien, welche die schönste und bcstentwickcltste Jüdische Jugend hervorgebracht hätten. Sodann begannen hi« Beratungen über die einzelnen Punkte des Pro* Icktes, die einen vollen Tag in Anspruch nahmen. Als Resultat der Verhandlungen erfolgte die Hegründüng einer Gesellschaft ״Tikwath Zion" zur Ansiedelung rumänischer Juden in einer besonderen Kolonie in Palästina. Sämtliche Anwesenden traten der neuen Gesellschaft als Mitglieder bei und entrichteten gleich die erste Rate des Anteilbetrages. Die rumänische Studentenschaft, von mehreren Professoren geleitet, führt in letzter Zeit eine rücksichtslosc antisemitische Agitation. In allen Universitätsstädten werden Demonstrationen gegen die Juden veranstaltet. Exemplare des ״Ade ve rul", der einzigen Zeitung, die das Verhalten der runiänisehen Regierung gegen die Juden missbilligt, werden von Studenten auf der Strasse verb r a n n t. Das von dem jüdischen Dichter R o n c 111 - Roman verfasste Drama Manasse wurde auf Veranlassung der Studenten von der Rcgicrung aus dem Repertoire des ״N a t i o n a 11 h c a t c r s" ausgeschieden. Zur Abwehr der antisemitischen Angriffe wurde eine Gesellschaft ״Die Jüdische Jugen d", gegründet, die zugleich auch die Verbreitung von Bildung unter den Juden Rumäniens bezweckt. Ungarn Ungarn gilt als ein liberal regiertes Land, in dem sich die Juden der vollen Gleichstellung unter dem Gesetz erfreuen. Der ״Liberalismus" der ungarischcn Rcgicrung hindert diese jedoch nicht, den ״fremden" Juden gegenüber nach russischem oder rmfluischem Muster zu verfahren. Als ״Fremde" gelten nicht nur die unglücklichen jüdischen Fluchtlingc aus Russland, sondern auch die ״polnisehen Juden" aus den! mit Ungarn so eng verknüpften Oesterreich. Unsere Regierung betreibt letzt eine systematische, schonungslose Landesverweisungs- Politik gegen diese Juden, selbst wenn sic sich hier seit Jahrzehnten auf ge halten und cs durch ihren Erwcrbsflciss zu angesehener Stellung gebracht haben. Die Regierung hält cs auch nicht für nötig, ihr Vorgehen, durch welches zahlreiche Existenzen ohne Jede Rücksicht ruiniert werden, irgendwie zu begründen und zu rcchticrtig.cn — umsomehr, als von ihr niemand im l’arlament oder in der Presse eine Erklärung darüber verlangt. Ebensowenig haben sich Rcgicrung und Reichsrat in Oesterreich mit dieser Sache irgendwie befasst. Als seinerzeit einige galizischc Arbeiter in Preussen ausgewiesen wurden, forderte das Parlament die österreichische Regierung nachdrücklichst aul, beim verbündeten Staate entsprechende Schritte dagegen zu tun. Wenn aber österreichische Juden aus der ungarischen Rcichshälftc als ״Fremde" ausgewiesen werden, dann erhebt niemand seine Stimme dagegen. Sind cs doch bloss ״polnische Juden". Galizien Vor kurzem starb in Krakau der bekannte jüdische Gelehrte Dr. Salomon Rubin im 88. Lebens- Jahre. Der Verblichene, eine der markantesten Oe* stallen der älteren Generation, wurde am 3. April 1823 in Dolina. einem kleinen galizischcn Städtchen, geboren. Sein Vater, ein strenggläubiger Chassid. weihte ihn frühzeitig in das rabbinisch-talmudischc Schrifttum ein. für dessen Studium der junge Rubin ausscrgcwöhnlichc Begabung zeigte. Später wandte er sich modernen Bilüungfächcrn und Sprachstudien zu. was ihm die Gegnerschaft seiner orthodoxen Umgebung cinbrachtc. Er musste sich deshalb aul die Wanderschaft begeben, die ihn nach Rumänien, Russland und Italien führte. 1878 Hess er sich mit seiner Familie in Wien nieder, wo er seine grösseren Werke Uber die Kabbala!! verfasste. Die letzten H Jahre lebte er In Krakau und war auf Htc* rarisch-wissenschaftlichcm Gebiete bis zu seinem Lebensende rastlos tätig. Von seinen zahlreichen Werken seien besonders erwähnt die hebräische Uebersetzung der ״Philosophischen Schriften" von Schiller und sein hebräisches Buch Über Spinoza mit dem Titel ״More Ncbuchim hachadosch“ (״der neue Lehrer der Irrenden"). Rubin gehörte auch zu den Mitarbeitern der von Perez Smolcnsky in Wien herausgegebenen hebräischen Monatsschrift ״Haschacha r", die der neuhebräischen Literatur und modern - jüdischen Rcnaissanccbewcgung die Bahn ebnen sollte. Türkei Die S a 10 n i k c r Zeitungen melden, dass S. E 1 der Orossrabbincr Halm Nahum Ellen! Ij . Begleitung des Grossrabblncrs ve Saloniki nach Jerusalem reisen will, um d dort schon drei Jahre währenden Streit um das Ra binat zu schlichten. Wie 1 * A u r 0 r c - Kon s t a nt dagegen aus sicherer OucHe erfährt, ho Halm Nahum von dieser Reise Abstand nchm zu können und das Jerusalemer Interegnum dadur׳ zu beendigen, dass er einen neuen, keiner d beiden streitenden Parteien angehörlgen. Kandidat vorschlägt, der a 11 e n genehm ist Sollte sein Unt« nehmen aber doch erfolglos sein, so wird er Mit März nach Jerusalem reisen, um noch vor dt Passahfest zurückkehren zu können.

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