Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 5 (4.2.1910)
- Date
- 1910-02-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5. Seite 54. _ .1UKDISCHC_KUNDSCH AU und drei Vertretern der Poale Zion uiiieizeichuet werden soll. Die weitere Agitation und Propaganda soll von den Sammclstclleii des J. N. P. übernommen werden. Auf Vorschlag des Präsidenten wurde beschlossen: Hie David- und Paitny-Wolfisohn-SilHimg soll als Grundstock zur Schaffung; eines Ponds f 11 r den Hau v o n Arbeiter b a usern i n Palästina verwendet werden. Auch für diesen Zweck soll eine Sammlung eiiigelcilet werden. Die vom IX. Kongress gefassten Heseblnsse wurden eingehend besprochen. Die Durchführung derselben wurde in die Wege geleitet. Pine Pingabe der amerikanisch e 11 P e d e ־ r a t i o n sowie ein Gesuch des Order o f Ancicnt Maccabcans sollen dem Grossen Aktionskomitee vorgelegt werden. Bezüglich der Verwaltung der O e I b a 11 m - spende wurde bestimmt, die bereits (riilier be• sclilossene Vereinigung der Propaganda mul Sammeltätigkeit für die Oelbaumspende mit d e in H a n p t b u r e a u d e s .1. N. P. bis zum 1. April d. .1. durch/ufithrcn. Herr Prof. War bürg erstattete sodann lieitelu aber die Vorbereitimgsarbeiten für das Mikrobiologische Institut. Das Komitee soll, nachdem der Vorsitzende, Herr Dr. Arndt, gestorben ist, anderweitig ergänzt werden. l's folgte eine Beratung über Organis a t i o n s f r a g e n. Hier wurde beschlossen, innerhalb des Zeutralbureaus ein besonderes Dezernat für die S c 11 e k e I e i n z i e 111111 g und die I* r o p a ganda eiiiznricliten. Zur Durchführung dieser Arbeiten wurde ein Komitee, bestehend aus den Herren Dr. Ho d e 1111 e i 111 c r mul Dr. llantke, eingesetzt. 111 New York wird von privater Seite ein Aufruf für eine neue Sammlung zwecks L a 11 ü e r w e r b s in Palästina verbreitet, der nach Porm mul Inhalt durchaus ungeeignet ist. Das P. A. C. heschliesst. allen l.andesorganisationen und l־'oderationell sowie der zionistischen Presse zur Kenntnis zu bringen, dass öffentliche S a m m 111 u g e 11 iiir zionistische Zwecke lediglich mit U e - nchmigung der l.nndcsorganisution und des P. A. C. erfolgen dürfen und dass vor allen privaten Sammlungen, die einer Kontrolle der zionistischen Organisation entzogen sind, gewarnt wird. Den weiteren Gegenstand der Beratung bildeten Beschlussfassungen über P resse- A 11 g e I e g e 11 - beiten, die Vorbereitung des Agrarkredit- Instituts und einige andere Prägen. Preicr Zionistischer Diskussionsklub Die Unterzeichneten planen die Begrün Jung teines ״Preicii Zionistischen 1 »iskussionskhihs״, der sieh hauptsächlich mit liatioualkulturcllcn und palästincnsischcn Prägen beschäftigen soll. Die Piniuhrungsrct'crate haben die Herren Dr. Martin Huber. Hcrtlmlj l'ciwel, Naluim Soko low und Dr. S. Soskin freimdlichst übernominell. Die Themata der einzelnen Vorträge sowie Termin und Ort der Zusammenkünfte werden noch mitgcteilt werden. Vorläufige Anmeldungen wolle man an Herrn Richard Licht beim, Berlin W. 15, Bleibtreustr. «13, richten. Berlin, int Pcbruar 1910. Dr. Julius Hocker. Richard L i e h 111 c i in. ,»Die zionistische Gefahr“ Der ״Neuen .likl. Korr." wird geschrieben•. Der IX. Zionislenkongress, der Pude Dezember m Hamburg zum ersten Male auf deutschem Be,den - tagte, trat natm gemäss in der ganzen dentsehen Presse die lebhafteste Beachtung gefunden. Das Stadium, in dem iir.ui neu Zionismus glaubte ignorieren oder lächerlich machen zu Können, ist :1 uch für Deutschland emlgiltig überwunden. Mau siebt ein. dass es sieli schliesslich um eine so bitterernste Sache handelt, die von einer grossen Anzahl ernster Menschen vertreten wird, dass mau - wie auch die Stellungnahme nusfnllcu mag sich auch jedenfalls ernsthaft zu ihr stellen muss. Während die jüdische und die u i c h t j U d 1 sc 11 e Presse, von wenigen Ausnahmen abgesehen, das durchweg tun. haben es einige jüdische Kreise nicht unterlassen können, wieder mit den urültesten, tausendmal widerlegten Unterstellungen gegen den Zionismus loszaziciien. Statt sachlich etwas gegen die zionistischen Bestrebungen vorzubringen, polemisiert eine Zuschrift an die ״Prankiurtcr Zeitung״ gegen den Zionismus mit den! haltlosen Argument, der Zionismus wolle die deutschen Juden Deutschland entfremden. Dabei stellt sic als Ziel der deutschen Juden die ..völlige Gleichstellung und A s s I m 11 a - t i o 11" hin, ״nicht aber unter Aufgabe des Judentimis". Wenige Zeilen später aber konstatiert sie die ..Agonie" der jüdischen Glaubenslehre und die Unmöglichkeit. dass die ״ufopislisclic nationaljlidiselie loee" das Judentum werde retten können. wir meinen, dass jemand, der solcherart als Jude das ganze Judentum aufgibt, ü herb a upt das Re eil t verwirkt 11 a t, i 11 j ü d i s e 11 c 11 D i n g c n mit- ־/ u s ז ין c c 11 e 11. Die Zuschrift charakterisiert übrigens gleich am Anfang die Geistesriehtimg ihres Urhebers dadurch, nass sic sagt: ..Der größte *Teil dci deutschen Juden kennt dto Tciuiun/eii des Zionismus nicht •nid steht Ihm Interesse- und verständnislos gegenüber . . . . . Das passive Verhalten (der deutschen Juden) wird sich in Gegnerschaft verwandeln, wenn die Ziele der Zionisten klargclcgt werden." Wer einen soleben logischen Wirrwarr verzapfen kann, wer weiter offen erklärt, heute nach mehr als zwölf Jahren zionistischer Aglt.itimistütigkeit in vollster Oeileutlielikeitl noch einer Klarlegung der Ziele der Zu», nisten zu bedürfen, der täte doch wirklich gut daran, erst sich seihst zu 11111 e r r i c 111 e n, hevor er die Leser eines angesehenen mul bedeutenden lililles zu belehren iintcriihimit! Gewissenhafte Leute dürften von solcher durch keinerlei Saehkeimtnis beirrten Unentw eg!<1׳.it einen recht eigenartigen Piudruek erhallen Dem Zionismus kann in der Tat hei denkenden Menschen der Hoden gar nicht besser geebnet werden als durch solcherlei unverantwortliche mul in sich absolut unlogische Gegenerklärungen. Wenn die zionistische Bewegung keine ernster zu nehmenden Gegner hätte, so könnte sie ihre A gi ta - t i o n ruhig cinstcllcn. * Eine tinlizionislisclie Organisation Bein Zionismus ist eine grosse Phre widerfahren. Der IX. Kongress hat offenbar in Hamburg einen so grossen läiulrnck gemacht, dass man zur Bekämpfung des Zionismus eine besondere Organisation fiir notig hält. Dein ״B. T." wird aus Hamburg unter dem 2. Pcbruar telegraphiert: Hamburg. 2. Pcbruar. (Privat-Telegramin.) Unter dem Namen ..Moria" wurde von den ilamhiirg-Alioiiaer israelitischen Gemeinden eine Gcgciiorgaiiisaiion gegen den Zionismus gegrimdel, die auf Deutschland mul das Ausland ausgedehnt werden soll. Zu dieser etwas mysteriösen Depesche erhalten wir aus lla m 11111 g folgendes T c I e g r a in m: Hamburg, 3. Pehruar. Unter der Überschrift ״Pine iiiitizionistiselie Organisation m Hamburg- Altona" wurde gestern in allen Hamburger Blättern (auch in den antisemitischen ״Hamburger Nachrieh• teil") die nachstehende Notiz veröffentlicht. A\orla. in einer Versammlung von hervorragenden Mitgliedern der Israeliien-Oemciuden Hamburgs und Altonas ist beschlossen worden, eine Organisation ״Moria" zu gründen. Diese verfolgt das Ziel, ein Gegengewicht zuoi Zionismus zu bilden, alle kleineren Kolonis itioiisvercme zu einer grossen Palästina- Organisation zusaminenzuseliliessen und die Israeliten in allen Ländern zu einer lediglich praktischen Arbeit auf dem Hoden Palästinas hcranzuzichcn. Ps ist zugleich beschlossen worden, in allen Zentren der jüdischen Gesamtheit gleiche Organisationen zu schafien. Wir erfahren dazu aus zuverlässiger Quelle, dass das I laupt dieser im Patstellen begriffenen rein o r t h o d o \ e 11 a n t i z i ח ס i s t i s c 11 e 11 ״O r g a 11 i - satioif der 0 l> e r r a b b i 11 e r von Altona Herr 1)r. Le r 11 e r ist, der seit Jahren an dem Plane arbeitet und sich bisher in Ungarn und Russland vergeblich um Anhänger bemüht hat. Der über P.rwniten grosse Prfolg des Kongrosses, und insbesondere das rapide W a c h s c n des Mlsrachi in Hamburg-Altona, bat den Herrn Obcrrabbiucr veranlasst, jetzt au Ort und Stelle seine Wirksamkeit zu entfalten. Pine kleine Anzahl wenig bekannter und einflussloser Orthodoxer hat sich daraufhin zur Bekämpfung des Zionismus ziisnuimcugcfiindcu; man will sich a 11 s s c h I i c s s - lieh au die StreuggIü 11 bigcn wenden, um sic vor dem siegreichen Misraehi zu warnen und i.iu die Misrachistcu seihst mit allen Mitteln zum Abfall von der Gesaiutorgauisation zu bringen. Man erwartet Hülfe aus Prankfnrt «am Main. ״Das also ist des Pudels Kern!" Nun, wir sehen der weiteren Hntwickchmg dieses eigenartigen GeliildcK in voller Seelenruhe entgegen. Der Nalionalfonds Im Jahre 1909 Die Gesamteingängc des ״Jüdischen Nationalfonds" im vergangenen Inlire betragen nach einer Zusam- ן mcnstcllung der beiden in der ״Welt" veröffentlichten Halbjahrsstatistikcn 4ü3 755.06 Mark, davon 10526103־ Mark im ersten und 238 491,03 Mark im zweiten Halbjahre. An der Spitze stell* Russland mit 124 624,64 Mark, in denen allerdings eine grössere | Spende von 30000 Mark inbegriffen ist, alsdann 1 folgen Österreich (ohne Ungarn, Kroatien, Sl.ivonieii, Bosnien) mit 07 958,78 Mb. Üctilichljiil mit 48 302,75 Mark (inbegriifen eine Spende von öl»()() Mk.). Rumänien mit 415.87 12׳ Mark. (|as die vierte Stelle durch eine grosse Spende von 24 01«) ALirk erklommen. An fimlter Stelle «,•du Nordamerika mit 35 917,70 Atark. danach kommt Südafrika mit 226,81.70 Mark, P. 11 g I a n <1 mu 18595,70 M;trk. Unter 100»«) Mark Ideilien Itetgijn (8 249.97). Ungarn (1765.10). Argentinien (1 (.959)). Canaüa <14'*9.1(>). Bulgarien (31,23.74) und TwVci (3 163,16 ALirk). während die übrigen Lander unter 3»««> Mark Zurückbleiben. Mitteilungen des Zcnlrutbureaus der Zionistischen Vereinig, für Deutschland 1. Wir bitten alle Ortsgruppen und Vertrau,n\ iiiämier, die uns bisher keine Bestellung .011 .־, überall sehr gunsti׳g aufgeiiumiuene Pia last in.!, lla n dl) uch übermittelt haben, dies umgehend 11.־,״,. znhoien, da die Auflage mir klein ist. P.mzelpt. 1s (nur gebundene Pxemplare) 3 Mark, bei Ahm,11 ,!1, von 10 P.xcmplarcn an grösserer Rabat! fiir Or׳v Kruppen und Vereine. 2. In 14 Tagen gelangt ein neues 8 c ii e k < l flugblatt zur Ausgabe. Bestellungen auf ׳’.« Plugblatt (100 Stück l Alark exkl. Porto) wer :,!! umgehend erbeten, um die Hohe der Auflage fest/״ .stellen. Diejenigen Ortsgruppen, die eine 1'ostk..•׳, mit Lokaladresse beilegen wollen, ersuchen wir! umgehende Aufgabe des gewünschten Textes, d.m1׳• die Lieferung nicht verzögert wird. Die Herstellung der Karten geschieht auf Kosten der Besteller. 3. Das llaiiptbiireau des .1. N.-P. hat ein m liubsch ausgestattetes S a n! m e I f 111 g b I a t J i; Kinder herausgegeben. das sich besonders für , Pu r i 111 a g i t a t o r e n eignet. Kinder, die in deslens 10 Mark fiir den Natnmaliomls sammeln, 1־ halten eine von unserem Gesinnungsgenossen R<*u; 11 0 111 ovsky ־ Paris liergestcllte M 1111 z e . die .< ״־ Brosche oder Uhranhängsel benutzt werden ha! Wir bitten die Ortsgruppen und Vertrauensmänut eine Kinder.samuihing am Purim schon jetzt vor/1 bereiten und 1ms mit/.iiteilcn. wieviel Pxemplare <k־ Plugblattes sie benötigen. Die Abgabe gesell.,1 kostenlos, ״ur gegen Prsatz des Portos. P L. D. C. ״'Die Palesiine Land Development Company Ltd." bezweckt auf koiimierzicUer Basis und Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. den P, r w erb. die A m e I i o r i c 1 11 n g 1111,1 Parzellierung grosserer Grundstöcke n Palästina fiir eigene und für fremde Rechnung behufs Schaffung neuer Siedlung e 1 (Kolonien): 2. die Anlage und Pi lege extensiver 11. n! intensiver Kulturen für eigene mul! fremde Rechnung: 3. die systematische Ausbildung und aUm.11• liehe Sesshaft 111a c I! u n g j 11 d i s c 11 c Landarbeiter in Palästina. Pme Grunderaktie kostet i 50. . M. 1025 Line Namens.iktic kostet t 1. . M. 2» 1.5»•. Lilie Vtir/eigerakiie kostet t LU» AL 22. . Zahlungen 11!r Rechnung der P.L.P.C. nehim folgende Banken entgegen: The Jcwisli Colonial Trust Ltd.. London L. C. W.dhrook, Brook lloiise. A. 11• Ilcymaim א Co., Berlin NW. 7. Unter «I. Linden 5'י Die Gesellschaft ist laut ihren Statuten zur V nähme von Teilzahlungen mehl bcrccatigt. Die Gesellschaft steht im ersten Betriebsjahr. Nähere Auskünfte erfüllt das Bureau der P.L.D.C״ Berlin W. 15. Bleiblreusirasse 3 t '15. AusDeiiGeMeihDen DI« Mitarbeit unserer Leser nn dieser Rubrik )1» besondm —-.—— erwünscht..-- Berlin. Der P.röifnungstcrmin des jüdische״ Genesungsheims zu Leimitz für Lrainn und Aladclu! ist in diesem Jahre für den I. Marz iestgesetz». 1 י י in den Sommermonaten stets eme grosse Anzahl v,1 Gesuchen wegen Ucberiüllung des Heims ahgelclm: werden müssen, tur die l'ruhjalirsmoiiatc Mar/. AI.׳ jedoch noch Plätze Verfügbar sind, empiiehlt es siet׳. I. ingaben um Aufnahme umgehend au d.!' Bureau. Berlin C.. Rosenstr. 2/4. unter Bciingum, eines ärztlichen Ältestes zu richten. Königsberg 1. Pr. Am 15. Sehewat leierte der Iw braisclie Sprachverein ,lliriali“ wie alljährlich de״ P f I a n /. u n g s f c i c r U g. Mehr als l»»ü Personen, alle des Hebräischen in Wort und Schrift mächtig, »ahmen an der echt jüdischen pcier teil. Hebräische Vorträge und Deklamationen fanden grossen Beifall, ebenso eine humoristische Zeitung Xbrub" (J<׳• BannisDrot), die Herrn Klein zum Verfasser hatte, und l.okalercignissc behandelte. Zum o^ten Male nahmen auch viele Kinder an der Peler teil, die gut hebräisch sprechen. Betrübend ist es. dass die Pr• schicncncn alle der russisch-jüdischen Ko• Fortsetzung aul Seife 56.