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Jüdische Rundschau · 1910-02-04 · Heft 5 (4.2.1910) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 5 (4.2.1910)
Date
1910-02-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 52. nisse, sonder» um geschichtliche Hrkctmtnissc, und was in diesem Ptmktc geschichtlich wahr ist, hat mir erst heute morse» wieder ein altes Pergament sczeigt. Pas nennt die Name» der Verstorbene»; nur die Name», nicht ihre Verdienste um Kirche und Staat. Bei einem eine Ausnahme: ״der Gott auf sich nahm, der beerdigt ist im heiligen Lande"; dem Mittelpunkt nicht nur der nationalen, sondern auch der messianischcn Theorie. Heute klingt cs freilich anders. Heute wird die Tröstung ״inmitten der Trauerreden um Zion und Jerusalem" (wie wunderbar das den im Schmerz Vereinsamten in die demeinschaft zurilckführt) lokal ge—wandelt zu den Trauerreden I» Zion und Israel. Der Zweck steht über der Grammatik — wie über der Geschichte. Mau kann Gegner der Nordan eigentümlichen Geschichtsauffassung sein als Zionist und ihr Preund als Antizionist. Geldes aber nur, wenn einem die Geschichte nicht als Büttel dient. Ich bin weit entfernt. Ricgcr mit seinem unglücklichen Artikel identifizieren zu wollen. Hr hat ihn als Kümpfer geschrieben. Zwei blindmnehende Miichtc sassen dabei auf seinen Schultern und hielten ihm die Augen zu: die Leidenschaft und die Liebe. Unser Organisationsstatut Referat zum IX. Zionis tenkon g r e ss. Von Hr. M .1. Hndenhciiner Was zunächst dass Grosse A. C. und die Jahreskonferenz anlangt, so muss darauf hingewiesen werden, dass durch die Hinrichtung der Jahreskonferenz oder eines kleinen Kongresses ein Zwischenglied geschaffen werden sollte, welchem durch Ihn- Zuziehung aller in der zionistischen IJowcgimg arbeitenden autoritativen Körperschaften ein grösseres j Gewicht gegeben werden soll, tun den Kongress zu! ersetzen. I Bei der Ausdehnung, die durch den letzten Kmi- I grcssbeschluss dem A, C. gegeben worden ist mul j die in meinem Hutwurf weiter entwickelt wird, he- : stellt in der Zusammensetzung des A. C. kein wesint- I lieber Unterschied gegenüber derjenige» der Jahres- I konferenz. Hs liegt also durchaus kein vernünftiger j Grund mehr vor, diese Hinrichtungen parallel nebeneinander hergelteii zu lassen, das A. C. ist vielmehr durch seine Zusammensetzung mit .solcher Autorität auszustatten, dass die .lalircskoiifereiiz überflüssig wird. Bnrcii den Wegfall dieser lustiimioit wird unser Statut wesentlich vereinfacht. Die Zusammensetzung i des Grossen A. C. nach dem bisherige» Modus erschwelt aber die llamlliabmig der Geschäfte der Ile- , wegmig aus verschiedenen Ursachen. Dadurch, dass J die Wahl sämtlicher A. C.-Mitgliedcr unterschiedslos auf Vorschlag der Landsmannschaften erfolgt, ist es möglich, dass Mitglieder in das A. C. gewählt werden, die zwar in einem Lande ein bedeutendes Ansehen gemessen, »her durch anderweitige Geschäfte oder durch die grosse Hmfermmg gehindert sind, an der Arbeit des A. C. regen Anteil zu nehmen. ln zweiter Linie wird durch die Horm der Wahl die Kontinuität der Leitung wesentlich erschwert. Durch verschiedene Partcigruppicrungcn in den einj Zeinen Ländern ist cs möglich, dass Männer, die J U KD ISCHE RUNDSCHAU. ialirelang mit Hrfolg und Hifcr im A. C. tätig gewesen sind, durch den Zufall, dass in ihrer Landsmannschaft die Partelgriippicrung gegen sie entscheidet, dem Kongress nicht zur Neuwahl In das A. C. präsentiert werden. Auf diese Weise gehen dem A. C. wertvolle Kräfte verloren. Der dritte Uebclstand besteht darin, dass die Wahlen in das A. C. lediglich nach dem Verhältnis der Stärke der einzelnen Landsmannschaften vorgenominell werden und hierdurch zahlreiche Mitglieder ins A. C. gewählt werden, die dauernd aiisserstamle sind,;111 den Arbeiten des A. C. teilzmiebmeii. Bei der bisherigen Art der Zusammensetzung des A. C. hat man übersehe», dass die Mitglieder des A. C. in Wirklichkeit nicht die Repräsentanten der Landes- Organisationen und Föderationen darstellen sollen, sondern in erster Linie eine zweckmässig zusammengesetztu Körperschaft zur Leitung der Gesamtbewegmig. Hs kann Vorkommen, dass in einer kleinen Landesorganisation sich eine aussergewöhnlieh grosse Zahl von tüchtigen Gesinnungsgenossen findet, die zur Mitarbeit im A. C. zuzuziehen wünschenswert wäre. Da aber diese Landsmannschaft nach dem bisherigen Statut nur ein oder zwei Mitglieder ins A. C. zu wählen berufen ist, ist cs nicht ansgcschlossen, dass die tüchtigsten Kräfte ausserhalb der Führung der Bewegung verbleiben. Diese» Ucbelständen sucht der neue Organisationsentwurf ahznhelfen, indem er einen Stamm von Mitgliedern des A. C. schafft aus solchen Personen, die seit langen Jahren in den verschiedenen Institutionen, welche die Bewegmig geschaffen hat, mit Hrfolg au der Spitze gestanden habe», wie die Vorsitzenden der grossen l'inanziiiMitute, die Präsidenten verflossener Kongressc und die Präsidenten der anerkannten grossen i.amlesorgaiüsatioiieii und Föderationen. Hierdurch wird es möglich, den Kreis der vom Kongress zu wählenden Mitglieder des A. C. auf eine bestimmte kleinere Anzahl zu beschränken, und halte ich dafür die Zahl von 21 Mitgliedern für völlig ausreichend. Die Wald dieser 21 neuen Mitglieder kann vom Kongress ohne Rücksicht auf. das Landsmannschaftspriii/ip mit solcher Gründlichkeit vorbereitet werden, dass hei jedem einzelnen Mandat die Frage der Würdigkeit und der Higming für dieses wichtige Hlireiiamt vom Kongress selbst beurteilt werden kann. Hei der Wald dieser 21 Mitglieder ist es möglich, verschiedene Liste» aid/ustelleu und die Wald nach demokratischen Prinzipien gemäss der Stärke der im Kongress vertretenen Parteien bezw. Fraktionen vorzuiH'limeii. Heute ist es klar, dass die Waid der A.-C.-Mitglieder durch den Kongress lediglich eine Horm ist, während in Wirklichkeit die Wahl ins A. C. von den einzelnen I.aiKlcsorganisntloiicn ausserhalb des Kongresses gemacht wird. Diese vom Kongress gewählten Mitglieder bilden gewissermassen einen jungen Nachwuchs, der allmählich in die Leitung der einzelnen Institutionen nachrückt, die nötigen Hrialirtmgeu in den Geschäften der Bewegung sammelt und die Gewähr dafür leistet, dass die Politik der Bcwogung im Sinne des Kongresses geführt wird. Hin eigentlicher Widerspruch hat sich auch gegen diese Neuordnung, die im Statutentwurf vorgesehen ist, nicht erhoben. Hin heiss umstrittener Punkt ist jedoch die oberste Leitung der Bewegung, die in dem neuen Hutwurf als Präsidium bezeichnet ist. Auf diese Bc- No. 5. Zeichnung lege ich übrigens kein allzu grosses Cicwicht. Ob wir diese Körperschaft H. A. C. oder Präsidium nennen, ist lediglich eine Frage des (ic* sclmiacks, über den sich bekanntlich streiten lasst, t Ich habe den Namen Präsidium gewählt, weil dieser Namen nach aussen deutlich zu erkennen gib!, tj,m cs sich um die oberste Leitung der Bewegung bandelt. Die von mir vorgeschlagene Neuerung bezüglich der Führung soll einem Uebclstand ablielfen, der Ins. her lief empfunden worden ist. Die Leidenschaftlich• Reit und das grosse Interesse, welches die Hrorterimg dieser F'rage licrvorgcrufeit I!.1t, ist übrigens der deutliebste Beweis, wie gross das Interesse unserer (1Csinmmgsgenossen an Organisationsfragen ist, sobald es sieb um bestimmte Personen handelt. Die Lösung dieser F'rage ist aber erst dann völlig gelungen, wem! sie sachlich und ohne Rücksicht auf die in Betracht kommenden Personen lediglich durch die Forderungen der Bewegung bestimmt wird. Ich fürchte aber, auch ein Kolumbus könnte dn:.,e Frage nicht befriedigend beantworten. Die Schwierigkeit dieser F'rage bestellt für 1,1;s darin, dass wir über die ganze Welt zerstreut sind und noch unter dem Goluselend seufzen, das die 7 ׳>. »istischc Bewegung beseitigen will. Hbenso v.:c unsere Anhänger über die ganze Welt zerstreut sind, so leben auch diejenigen in allen Teilen der Welt zerstreut, die geeignet wären, die gemeinsame Spi ׳e. die Regierung unserer Organisation zu bilden, i.s hat deshalb keinen Zweck, in einem Organisation«.* Statut zu bestimmen, dass eine bestimmte Anzahl .M t* glieder der Leitung an einem Platze wohnen miisvn. denn vielleicht wohnen gerade an dem Platze, n.uii welchem die Leitung zweckmässig verlegt wurde, nicht die geeigneten Persönlichkeiten, um v 11 Kollegium zu bilden, welches zweckmässig nnt* einander arbeiten kann. Anderseits sind vielleicht .01 einem andern Orte, der für die Leitung der Geschähe ungeeignet ist, eine solche Anzahl von Personen zu* summen. Wir müssen aber, wenn wir das Statut nicht auf die Personen ziisclmeiden wollen, in nnscrni Statut mit der Tatsache rechnen, dass die Personen, welche die Leitung bilden sollen, in verschiedenen Ländern zerstreut wohnen. Das ist der wichtigsic Grund für die von mir vorgcschlagcne Dezcrnatan• teiltmg. Durch die Schaffung dieser Dezernate isi es möglich, dass die Leitung und das llauptbtircau sich in einem andern Orte heiindeu als die Mehrzahl ׳.kr Mitglieder des Kollegiums. Gegenüber den grossen Ausgaben, welche der Bewegung erwachsen, wird es keine grosse Mehrbelastung unseres Budgets vor- Ursachen, wenn verschiedene Dezernate gebildet werden und den Leitern dieser Dezernate ein Sekretär beigegeben wird, um die Geschäfte ihres Dezernats mit einer gewissen Selbständigkeit fuhren zu können. Hierbei ist cs nicht ausgeschlossen, dass, sobald die Möglichkeit dafür gegeben ist, die fünfgliedrige Lei* tinig an einem Platze vereinigt wird, der sich hierfür als zweckmässig erweist. Auch dieser Vorschlag ist übrigens nichts Neues, sondern von Dr. Nordau und vielen hervorragenden Führern früher vertreten wor* den und auf meinen Vorschlag vom Grossen A. C. schon in einer Sitzung vom 5. Januar 1VU5 mit grosser Mehrheit angenommen worden. (Fortsetzung folgt.) Morgen neu! Nette Menschen seid, damit auch ich, diese meine lebendigen, durch euren Atem lebendigen Mattem neu bleiben über euch im Wechsel der Zeiten, bis der Berg Zions aufgerichtet wird über den Berget!. So, meine P'remule, stellt es uni diesen Han, und so soll er seine Weihe haben. Weihe; Was ist das? Man geht zum ersten Mal hinein, betet zum erste!! Mai in seinen Mauern, und dankt seinem Hotte• Und doch ist noch etwas anderes dabei; ln dem ewigen Suchen, Streben, Wadi* sen, das unser Dasein bedeutet, erleben wir heute eine Ruhe, eine Stunde des vollkommenen Friedens und ־— wir sind glücklich. Was sollen wir noch sagen? Beten wir, meine Freunde, beten wir: Hott, unser und unserer Väter Gott! Siehe, ein Haus haben wir dir errichtet, Du aber lasst dich nicht bannen in ein 1 laus. Und dennoch suchen wir dich hier. Innig suchen wir dich. Mdgc unser Gebet stark sein in dieser Stunde, dich zu finden, der du dich finden lässt zu jeder Zeit. ... Segne dieses Hans, segne jeden, der cs bc* tritt mit reiner Hand und lauterem Herzen, Bis hierher hast du uns geholfen, hilf uns weiter. Hilf uns das heimliche Haus unserer Seele bauen. Du bist ia unser wahrer Baumeister von dem es heisst: Psalm 127: Wenn der Herr nicht baut das Ihtus, umsonst bemühen sich damit die Bau* leuie. Wenn der Herr die Stadt nicht hütet, um* sonst wacht der Wächter. Umsonst ists, dass ihr früh aufsteht, spät noch sitzet, die ihr das Brot der Sorgen esset. Dein, der es liebt, gibt er solches im Schlafe. Amen! Dem Hausierers Kloglted Dos Kästet trog Ich ln der Hand, Un schwach un müd mein Ton, Zu jeder Slüb un jedem Haus Geh als arcin Ich un araus Un bet: 01״, kolft’s mir onl“ Die Füss, sei sennen schwach vun Gch’n, Doch schlepp ich weiter weit, Hein Herz ward schwer, mich kümmert nlt, Weil leier is doch die Hlnüt, Es kost, es kost die Zeit. ln Helm, dort wart mein blasses Weib Un hungerlg Gesindj ״Der Tate kummt scholn bald zu geh’n, Er brengt, nu scha, west bald dcrseh’n, Oi, wein nit, wein nit, Kind. A jedes Wort, es rcisst mein Herz, DcrgrÖsscrt noch mein Pein, Un wog hob Ich asoi viel Sünd, Zu seb'n nor selten Weib un Kind, 01, gibt mir zu versteh’n. Far wos hol doch dos Leben mich Nit far kein Hcnsch betracht? . . . ich weiss nlt, nein . . . oi, jo, ich weiss, i Es fallt a Thrär mein Ponim heiss: ״Dein Volk is auch vcrechmacht lM Oi, sogt, wie lang ich leiden well, , Un wenn wet nehmen a Eck? — | Zu well Ich do mir still ausgch’n 1 Un ohn a Glück un Sonnenschein, ln Elend, Noit un Schreck?! Ich fräg die Welt, sic io doch stumm, Hein Herz, 01, 00g mir on, Hein Ponim is vun Thrär gewelgt, Un Gott, der groisscr, seht un schweigt, Kein Enfer nit, kein Ton. i

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