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Jüdische Rundschau · 1910-01-21 · Heft 3 (21.1.1910) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 3 (21.1.1910)
Date
1910-01-21
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 30. JUEDISCHE RUNDSCHAU No. 3. Der Liberalismus verlaust ein aufrechtes Rück• )trat, freie Entwicklung einer jeden Individualität, eine Entwicklung des Staumies mul der Religion aus sich seihst heraus, und dass die Teudeu/. heute immer mehr daliingehl, vur den Anderen zu katzbuckeln, alle Eigenart zu verleugnen, das ist das antlUbcralstc, was cs auf de•׳ Welt gibt. ״I) och Geiger saut uns, d a s i s t l i b e - r a I, und U c ig e r ist ein liberaler Mann. Das sind sie alle, alle liberal!!" Der Liberalismus gebietet jedem das Recht ireier Meinungsäusserung, vur allem dem Lehrer auf Kan• zel und Katheder, und wenn die liberale Ueineindc in Berlin einen Rabbiner seines Amtes entsetzt, weil er die Ehre des Judentums seinen Schillern und auch Eremdcn gegenüber frei vertreten hat, so ist was das Reaktionärste vom Reaktionären. ״!) och (lcigci sagt uns, das ist I i b e r a 1," Und wenn hier die Knebelung der jüdischen Eamilie verlang; wird, wenn gefordert wird, dass jeder jüdische Vater, jede jüdische Mutter, die ihr Kind bislang fingstlicli v< r dem verführerischen Ein• floss der christlichen Umgebung gehütet hatte, ihre Kinder mm zur ־rcituahmc au christlichen Rcligions• Übungen nur,liefern müssen, dass sie dazu gezwungen werden sollen durch die Schule, die Regierung, die Polizei, - so wird diese l־,ordcrung nicht von den Antisemiten gestellt, nicht von der Judenmission, sondern im Namen des Liberalismus, von dem Führer der Deutsch-jüdischen Liberalen in dem Blatte, dass sich das repräsentative Organ der gebildeten deut• sc.u-n Juden nennt. Das ist nicht die Schande eines einzelnen, das ist die Schändung des hehren Wortes Liberalismus, eine Schändung der gesamten deutschen Judenhcit. Ich finde nicht die gebührende Antwort. Der IX. Kongress Dritter Verhandlungstag Dienstag, den 28. Dezember 190') NachnilttagssUzuug.4) Zu Beginn der Nuclimitlugssilzung erstattet, stürmisch bcgrilsst.!,rofessor Warburg den Berieht über die Ülbaumspendc, den wir bereits grösstenteils im Bericht des Palästinarcssorts wiedergegeben haben. Sodann erstattete, mit lcbhuftcm Beifall emp* fangen, Dr. Katzenclsohn, der Präsident der Jüdischen Kolonialbank, den Bericht über die Banken Die Tatsache, dass die Jüdische Kolonialbank or 10 Jahren registriert wurde, wenn auch der Jeginn ihrer Tätigkeit erst 1902 begann, gibt ihm mlnss zu einem Rückblick, um darauf das Urteil zu :runden, wie weit die dem jüdischen Volke gegenher übernommenen Verpflichtungen Erfüllung geunden haben. Die Bank sollte das Einanzinstrument ler Bewegung sein. Sic sollte rein finanzielle )perationen zu ihrer Aufgabe machen, die Gewährung ׳on Kredit an existierende Unternehmungen, und u weiter Zukunft wurde eine kleine Dividende m Aussicht gestellt. Aus der Bank ist eine Bankfamme :eworden. die Mutter hat zwei Töchter geboren, die P«1icstitic Coiiipüny und die AräI» Lcvantinc Janking Company. Die A. L. U. C. war ein alter Wunsch Hcrzls, verwirklicht in Konstautmopc! durch lYolifsohn und den Berichterstatter. Es ist geungen, Kinderkrankheiten zu verhüten. Das Kapital )einig 100 IHN) Pfund, wovon 25 000 Pfund cmillicit ,vurden. Dazu kamen grosse Kredite beim Jewish kolonial Trust. Die Bank besteht erst 15 Monate und bietet bereits ein Bild frischer gesunder Ent- Wicklung. Die Bilanz wächst /egehnäss.g_ und r»md and ist in zwölf Monaten von 48 01)0 auf )2 000 1 (und gestiegen. Der Gewinn für 15 Monate beträgt trotz 1 irimdungsspesen und Abschreibungen netto 7.׳: oder per anno (» Prozent. Wichtiger als der Gewinn aber ist, dass wir eine beständige Vertretung in K >11• stantinopcl haben, und dass cs uns endlich Kchmgei ist, in der Metropole lies Vätkiscücw Reiches festen Euss zu fassen. , . ״ ... Zur grösseren Schwester, der A. P. C. ״um• gclimid, gibt der Berichterstatter die Ziffern des von 1901 bis 1009 von 39 000 auf 70000 türkische I fuml ״!!gestiegenen Aktienkapitals, der Schulden beim 1. C. T., die zunächst von 13 000 auf 84 490 P und stiegen, um im letzten Jahr auf «000 Pfund zu sinke u, der Einlagen, die von I Million Francs auf 4'* Mi» 10• nun gestiegen sind, und der .11!•X1״״״1,״״,5,11״' i1! '!' liistina. die von 1323 000 auf (>181000 Erancs •uistiegen. Die Investierung der Geschäfte ging immer höher und höher, proportional der Entwicklung des Landes, viel schneller als die Einlagen der Baak. Der Import und Export von Palästina, der vor 20 Jahren auf dem Niveau von Je 5 Millionen stand, vor 5 Jahren 12 Millionen betrug, beträgt jetzt zirka 25 Millionen Erancs. In den letzten Jahren1 haben sieb Export und Import beinahe verdoppelt. Lu. Teil dieser Veigrösscrung ist zweifellos der A.PA* zu verdanken, mul kein geringerer als der Direktor der Imperial Ottomane-Bank bat nur erklärt, dass sic lediglich der A.P.C. zu verdanken ist. (Lebhafter Beifall. Hört, hört!) Die Einlagen der A.P.C. sind ") Wir tragen heute noch den Bankbericht nebst Debatte nach. Vgl. No. 2. ■— Red. wohl grösser als die aller anderen Banken in Pa• iästina zusammen. (Beifall.) Der Redner geht auf die Einzeltiitigkelt der A.P.C, ein: den Kredit au Kolonisten, Vorschüsse bis zur nächsten Ernte, Kredite an Plaiitatloneii, ebenso an Vereine wie Mcmioha Wcuachlu, Agtidath, Nctaim usw. Kein Institut existiert in Palästina, das nicht einen Kredit von der A.P.C. hat. Ebenso steht cs mit der leider noch sehr schwach entwickelten Industrie. Natürlich erfordert dieses Gebiet in einem Lande wie Palästina besondere Vorsicht; und was den kaufmännischen Kredit aiilangt. so nehmen wohl fast alle Juden, die ein kaiifiuäiimselies Geschäft haben, den Kredit der A.P.C. in An• Spruch. Die Bank hat eine Reihe von neuen Ge• scluiUszweigeii cingeführt, den Holzimport, den Orangenexport, ja sogar den Wcclisel wohl über• liaupl erst geschaffen. Sie hat zur Belebung des l.andes beigetragen, zur Gründung von Leihgc• iiusscnschaften; es bestehen 28 Genossenschaften mit 113א Mitgliedern. Sodann entwickelt sic eine Reihe anderer Tätigkeiten, z. B. Landerwerb für eigene und fremde Rechnung. Ecrncr HUuscrbau: zwei Htadivieitel mit 10t» Häusern hat sie in Jerusalem erbaut, üii in Jaffa, IO in Haifa. Dies, sowie lang- Iristigc Kredite au Plantalionsbesitzer sind ernmg• licht durch den Kredit des Natioualfonds. Momentan stehen wir in Unterhandlung mit der ״Esra“ wegen des Baues von Arbeiterwohnungen. I'llr die Kolonisten werden Landwirtschaftsmaschinen beschafft, eine Viehveisichcriingsgescllschaft ist gegründet. Der allerwielitigstc Teil unserer Tätigkeit in Palästina ist 1״,er die Gewinnung oder Uebernalime von Kon- Zessionen. Schienen und Drähte, die Nerven und Muskeln eines Landes, gilt cs dort erst liincinzu• bringen. Es ist das eine Lebensfrage für das Land, seine Erschliessung. Ehe das neue Regime kam, war es überlmipt ausgeschlossen, auf diesem Gebiete etwas zu erhalten. Seitdem haben wir alle Hände voll damit zu tun. Es ist eine ganze Reibe von Pro* k'kien, fur die innn sieh interessiert, und wir haben eine sehr schwierige Position: auf der einen Seite ahzuwiegeln: denn wenn etwas misslingt, ist cs nicht nur eine Erage verlorenen Geldes, sondern auch unseres Prestiges und unserer Stellung. (Sehr wahr!) Nun von den Tochtcrinstitutcn zur Hauptbank, v11״ den Kindern zur Mutter, zum I.C.T. Der ge• samte Shares-Verkauf beträgt seit 1902 18784 Pfund, fast jedes Jahr glcicliiiiässig. Pie Hälfte unseres Kapitals wird von den ’loelitergescllselialten und anderen Instituten wie die Palästinahaiidelsgesell• schuft, das Palästina-Industric-Syndikat. die Etarisch- Expedition, sowie die Whitechapel Brauch aufgebraucht. Sonst ist es ein reines Bankgeschäft. Daneben betreibt die Bank den Export von Manchester nach dem Orient. Aber im übrigen machen wi!׳ alles, was sieh durbictet. wenn cs nur sicher und liquid ist, weil wir Geld immer flüssig haben müssen. Das ganze Leben der Mutter konzentriert sich jetzt auf das Interesse der Kinder: cs ist nicht eine stiefmütterliche Behandlung, wie manche glauben, es sind ja aucli dieselben Leute an der Spitze. Die Geschäfte des I.C.T. entwickeln sich sehr gut. Die Umsätze betrugen 1111 Jahre 1907 6 300 000 Pfund, 19:iS fi MIO 00. 191)9 bis zum 30. November HllüOuo. bei einem Kapital von 250000 Pfund, das beweist, dass die Bank wirklich arbeitet und dass sie existieren kann. Dass der I.C.T. in bezug auf Dividende nicht au der Spitze der Banken steht, kann nicht wundernehmen. Ls sind da eine Reihe grosser Schwierig- Ucitcn. der Sonnabcndschluss und leider die Tatsache, dass wir zu wenig Depots von zionistischer Seite haben. Aber immerhin haben wir in den sieben Jahren unserer Existenz 32000 Pfund Dividende aus• geworfen und eine ganze Reihe anderer Ausgaben gehabt, die zwar nicht geschäftlicher, aber um so mehr zionistischer Natur sind. 201)1100 Pfund pro Jalit haben wir ausgegeben für rein zionistische Zwecke. (Hört, hört!) Und trotzdem haben wir •יי den letzten sechs Jahren noch 50000 Pfd. mehr schaffen können, als da waren. (Hört, hört! Lebhafter Beifall.) Wir sollen ein Einanzinstrument der Bewegung sein, gewiss: aber dazu dürfen wir nicht zerstückelt werden, sonst sind wir kein Instrument, sondern ein iiimiiizcs Werkzeug. Sie iiillssen dafür sorgen, dass wir erhalten und verstärkt werden. Wenn wir bedenken, dass wir vor elf Jahren zaghaft an die Begründimg der Bank gegangen sind und Jeu\ eine Bank in London und VVhitechanel haben, eine ganz ansehnliehe Bank in Koiistaiitinopel und in der A.P.C. eine Gründung, die geradezu eine Umwälzung der Ver• liülmisse in Palästina bewirkt hat. so ist das doeli nicht so wenig, wie man es von manchen Seiten darzustelien sucht. Mir fällt eine Anekdote ein: Ich sass vor einer Reihe von Jahren mit llerzl einmal in London zusammen, und in unserer Gesellschaft war ein Historiker. Der sagte: Sie glauben ihre Scliäiv,«• im Kassetischrank zu Italien, Ihre Schütze haben Sie aber in Ihrem Verzeichnis: 13.5 01)0 registrierte Namen. Welchen Wert kann das' nach 100 Jahren für die Geschichte habenI Nonsens, antworiete llerzl, unsere Schätze sind weder diese 250 001) Pfund noch dieses Register von Namen, sondern unsere Schatze sind die Hoffnungen und das Vertrauen des jüdischen Volkes. (Beifall.) Ich bin kein Mensch der Phrase, aber ich glaube, dass wir mit ruhigem Gewissen sagen können: Um die Hon'• innigen und um das Vertrauen des jüdischen Volkes zu rechtfertigen, sind wir nur zu einem verpflichtet: arbeiten, arbeiten und arbeiten. (Lebhafter Beifall.) im Namen des Aufsichtsrats der Bank verliest Pr. Ericdemann folgende Erklärung: Da der Kongress diesmal nicht wie gewöhnlich im Sommer stattfinden konnte, die ordentliche General• Versammlung einer Gesellschaft jedoch nach den Vor* Schriften der englischen Gesetze nicht spater als 15 Monate nach der vorhergegangciten jährlichen ordentlichen Generalversammlung ״!)gehalten werden dari, war es nicht möglich, es so einzurieliteii. dass die Generalversammlung des Trusts in diesem Jahre zur Zeit des Kongresses stattfindet. In Zukunft soll darauf geachtet werden, dass die (jcneralversainnilang wieder mit dein Kongress zusammen abgchalten wird. , Vor Eintritt in die Diskussion bringt der Norsitzende den von l'r. Tse 111 c 11 ״ w am Schlüsse seines Referats aiigekündigteii Antrag zur Abstiin• mung. Die Agrarkredllkominlsslon beantragt, einen Ausschuss zu wählen, der die Agrarkreditfragc beraten und dem Kongress Vorschläge unterbreiten soll. Der Pcniiaiienzaiisscliiiss schlägt als Koni• inissionsmitglieder vor: Jaeolnis II. Kann, Neiditseh, Feldstein, Podlischewskv. Gurewitscli, Bviacob, Pi. Katzeneisohn, Kremenezky, Bertrand Hamburg, Pr. Preyfuss, Adolf Böhm, Pr. Rappanort, Moser, Julius Million, A. Simons, Pr. Alex Hausmann. Pr. J, W. Steiner, M. II. Schein. Heimer, Pr. Eranz Oppenheimer. Moise Cohen. I)r. Emil Margulies, Ben-Zwi. Ussiselikin, Dr. Sarkin. Beriistein-Kohaii. Struck. Ahronowiiscb. Eerner gehören dem Ausschuss au die Mitglieder der Agiarkommixsinn: Prof. Pr. War• bnrg, Pr. Tschlettow, Pr. Podenlieimer. Soskin. Hantke, Boris üoldberg und Pr. Jacobson. Debatte über die l’alüslinaberichle in der Diskussion über die Paliästinabcrichte erhält als erster das Wort Eiseustadt-Jerusalcm. Er spricht Jargon: Der Kongress hat zwei Tage lang debattiert über Dinge, die man aus eigener Anschauung nicht kennt, denn dazu muss man in Erez Jisrocl gewesen sein. Ich habe von den Makkabäern in Jeruschoiaihn das Verbot mitbekonimen, der Leitung zu applaudieren, sogar dem Prüsideuten Wolffsolm, obwohl wir grossen Re‘־׳״kt vor ihm haben; nicht weil wir gegen ihn sind, sוחי, ׳ weil ein guter Präsident nur der sein k•••’•ו ויי ־ m Erez Jisroel sitzt. Nur einem habe icli trotzdem applaudiert, und das ist Prof. Warburg. Wir sagen nicht, dass die Gelder schlecht verwaltet werden: sie werden gut verwaltet, aber cs wird von hier aus verwaltet und nicht von Erez Jisroel. Erst dann werden Sie etwas machen können, wenn Sie in Erez. Jisroel •itzen. BI i t z - Dessau verkündet als Vertreter der Ortsgruppe Dessau, dass diese 100 Oclbüume spcnilet und der Hamburger Kongress-Stiftung 300 Mark zuführt. (Beifall.) Des weiteren teilt er mit, dass die Baronin-Cohn-Oppenhcim-Stiftung in Dessau eine beträchtliche Summe, deren genaue Ziffer er noch nicht nennen dürfe, auf die Dauer von zehn Jahren für die Kolonisation Palästinas bewilligt habe. (Beifall.) Als man die Institute begründete und uns ver• kündigte, was alles in Palästina geschaffen werden solle, da bat cs uns in Begeisterung versetzt, und ich bin aucli überall im Lande hcruiugc/.ngcn und habe geschildert, was wir zu erwarten haben. Aber als icii nach Palästina kam, habe icli den Unterschied zwischen Theorie und Praxis gesellen. Pie Oclbaumspende war gewiss ein grosser Gedanke, und es ist gewiss sehr schön, wenn da grüne Bäume mit JTüchteii sind; aber man hätte doch weiter sein können. Pie Leitung hätte die praktische Palüsiinaarbeit weit mehr fördern können. Pas Baseler Programm soll und muss bestehen bleiben, aber es muss dabei in erster Reihe in den Vorder• grund gerückt werden, dass unsere Hauptaufgabe ist. die Besiedelung Palästinas mit jüdischen Bauern. (Lebhafter Beifall.) Pr. Da ic lies: Man will für Palästina etwas tun, aber erst dann, wenn die ‘^׳•it gekommen ist. Das ist die alte Klausel, die. wenn man sie nicht ausrottet, den Zionismus zugrunde richtet. Wolffsolm hat ja gestern eine Rede gehalten, die eines Präsidenten durchaus nicht würdig war. (Vereinzelter Beifall, lebhafter Widerspruch und grosse Unruhe.) Vorsitzender Dr. Bodetthciincr: Icli weise diesen Aus• druck zurück und rufe den Redner zur Ordnung. Dtiiclics fährt fort: 1 )er Präsident liai .sich i.t iccstcrtt znm offiziellen Verteidiger von Cowen aufgeworfen, da hätte Prof. Warburg aber .schon langst den l.auipass lv.\Uci\ müssen, sveun das waUr ist, svas Cossen über ihn gesagt hat. Wenn die Geschäfte Warburgs so schlecht waren, dass Cowen nicht einmal ein Pfund gelien wollte, so hat das H.A.-K. Verrat geübt, wem! es unser Geld dazu liergegeben hat. Kaplanski, Wien: Das Palästinarcssort sollte sein Augenmerk auch auf eine vernünftige zweckdien• liehe Verkehrspolitik richten, eventuell Gesellschaften dafür organisieren, und dies natürlich mit jüdischer Arbeit in Palästina und den Nchcnlündcrn durchzu• führen stielten. Die nationale Erage in Palästina ist und bleibt die Agrarfrage. Pas Problem besteht nicht darin, ein Volk, das jahrhundertelang sielt nicht mehr mit dem Ackerbau beschäftigt hat, für die Landwirtschaft zu erziehen, sondern es ist die Erage der be* sitzlosen Einwanderer. Meine Eraktion stellt auf dem Standpunkt, dass wir verpflichtet sind, für die Besitzenden ein Kreditinstitut zu schaffen, aber wir wenden uns dagegen, dass die Agrarbank aus bestehenden I onds gespeist wird, die zu ganz andern Zwecken bestimmt sind. Man soll eine Agitation machen, genau so wie damals bei der Gründung der Kolonialbank. Wir wenden uns gegen die Verwendung des Jüdischen Nationalfonds, dieses jüdischen Volksvcrmügcns für Krcditzwcckc. Der Zweck des Nationalfonds ist, Bo- I den zu kaufen ־־־ und ich füge hinzu, den eigenen Bo-

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