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Jüdische Rundschau · 1910-01-14 · Heft 2 (14.1.1910) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XV (1910)
Issue
Heft 2 (14.1.1910)
Date
1910-01-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. 2. JUEP1.SCHK RUNDSCHAU Sei fr 17 mul Verschwörern. so war das eine Entgleisung Wir feiern jene Märtyrer der Arbeit nicht minder hoch, die vor Eicher und Not und dem Tode nicht /.uriicksclirccken. und die echcttct liegen in Hrez Jisroel. als Märtyrer des politischen Zionismus, wie wir ihn auffassen und wie er von unserer Leitung vertreten wird. (Stürmischer Beifall.) Hs ist falsch dass der russische Jude Wollfsohn die russischen Juden wieder zurückdrängen will in die Jmleiigasse aus der sie hergekommen. Das ist nicht Hurra.’ Stimmung, aus der ich spreche, das ist einfach das zionistische Iler/, und Ücfillil und die Liebe zum jildi'• sehen Volke, für das wir alle das gleiche Üciillil liabeu. Hs Kiht keinen Unterschied ־/.wischen Juden des Ostens und Westens, cs gibt für uns keine russischen und K.ili/.isohcn und deutschen Juden; für uns gib» es nur jüdische Juden. (Stürmischer Helfall.) Sie wollen neue Gedanken von der LeituiiK naben. Da sind drei Personen im Aktionskomitee, van denen man nicht einen licruusgrcifcn kann, ohne es zu zerzausen. Die drei Ke hg reu so zusa 111 meil, wie der Zionismus mul das Judentum 1111־ uns. Ich rede also nicht pro Wolffsohu, obwohl hier viel contra Wolffsohu gesprochen w urde, sondern ich rede für das Aktionskomitee, das für uns in der Welt den Zionismus repräsentiert. (Lebhafter Helfall.) Was ist Zionismus? Praktische Arbeit? Politische Arbeit? Agrikulturarbeit? Alles das: Zionismus ist die Regeneration des jüdischen Volkes. Das Volk auf dem Weite nach Jerusalem. Der Zionismus muss alle Richtungen vereinigen, die religiösen und irreligiösen, die freien mul die konservativen, alle Nuancen, alle Gruppen finden in dem Zionismus ihren Platz. Aber wir müssen einen Punkt haben, in dem alle diese Arbeit zentralisiert ist. Hin Komitee, /.erstreut in alle Welt, ist kein Aktionskomitee. Ich hin nicht Protestant Kernig, um gerade gegen die katliolisclie Stadt Köln Hront zu machen. (Grosse Heiterheit.) Aber Herl in? — Um Gottes willen nicht! Berlin, da werden sie jüdisehe, z i o n i s t i s e 11 e W e i 1111 a c h t s b ü u m c erleben. (Stürmische Heiterkeit und Beifall.) Dringen Sie das Aktionskomitee meinetwegen nach Antwerpen, wo eine kleine jüdische BcvölkcrunK ist, die wirklich jüdisches Leben darstellt, aber nicht nach Berlin. Sie wollen einen Adler au der Spitze haben in Berlin werden Sic nur einen Sperling haben. (Heiterkeit.) Sic sagen, für den Stillstand in der Bewegung wollen Sie nicht Wolffsohu verantwortlich machen, sondern das Goluth; so machen Sie also diesem Goluth ein Kndc! (Heiterkeit und sehr wahr!) (Zuruf: Paule Witze!) Diese faulen Witze s p r e c 11 c u z u m Herzen des j tl d i s c 11 e n Volkes. (Lebhafter Beifall.) Hier handelt es sieh nur darum, ob wir imstande sind, ein Aktionskomitee zu bilden, das in drei Tagen das Goluth aus der Welt schaffen kann. Wir müssen den Tatsachen ins Gesicht sehen. Audi ich habe die Rede Nordaus nicht angenehm empfunden, aber nicht, weil sie unrichtig ist, sondern well sic leider richtig ist. (Lebhafte Zustimmung.) Wir wollen keinen politischen, keinen kolonisntorisehen, keinen kulturellen Zionismus, wir wollen einen ganzen, vollständigen Zionismus haben. Sic sprechen immer vom Mangel au grossen Gesichtspunkten; ich kenne nur einen grossen Gesichtspunkt, das ist der Zionismus. (Lebhafter Beifall.) Unser Aktionskomitee hat den Zionismus organisiert. Sic werden uns einstweilen keinen Mann gehen, der mehr als Wolffsohu getan hat oder mehr als Wolffsohu tun wird. (Lebhafter Beifall.) Sobald Russland ein freies Lund ist, hin ich der erste, der dafür cintritt. das Aktionskomitee dorthin zu verlegen, wo cs Iiingcliört, nach Odessa. Sic jammern, dass wir keinen zionistiselten Nachwuchs iiahcn. Das liegt an Russland. (Lebhafte Zustimmung.) Wolffsolm kann Russland keine zionistische Aktion bringen, er kann nicht den Bruch und Riss, der zwischen Vätern und Söhnen in Russland geht, beseitigen. Wir in den westeuropäischen Ländern haben Nachwuchs. (Lebhafte Zustimmung.) Gehen Sic dem Zionismus seine Jugend und seine Uiihcfniigcnhcit wieder, geben Sic ihm seinen Idealismus wieder, geben Sic dem indischen Volke seinen Zionismus zurück. (Stürmischer, langandauernder Beifall.) Die Antwort Wolffsohns David W 01 f f s 011 n (mit stürmischem Beifall ciuotuugcnV. Geehrter Kongress! Als Ich heute vormiung zu Ihnen sprach, begann ich damit, dass ich die Luft frei machte, und ich glaube, es war gut. Ls war gut. dass die Kongressmitglieder im Kongresse selbst erfuhren, wie es hei 1111s nussieht, und nicht in der Landsmannschaft und In dun kleinen ()nippen, teil werde jetzt keine grosse pnlcmlsehc Rede halten; ich habe dem, was Ich heute vormittag gesagt habe, mir wenig liln/.uzufügcn; aber einige Berichtigungen muss ich doch Vorbringen, welche von grosser Iledcutung zu sein scheinen. Ich will nicht auf die Rede von Dr. Wcizmann ciugehen. Ich halte cs unter meiner Würde, mich dagegen zu verteidigen, dass Ich auch nur im leisesten Gedanken an Schnorrer und Verschwörer gedacht habe. Dr. Wcizmann glaubt Immer wieder betonen zu müssen — wir sind cs Ja von ihm gewohnt ־*־, dass wir nicht vorwärts kommen. Gewiss, auch Ich mochte klagen; aber wenn ich klage, muss ich auch anderseits sagen, wie weit wir vorwilrts gekommen sind. Hs bedarf auch munchesaial der Hrmutigung und ich halle cs für unrecht, wie ich heute vormittag sagte, dass, wenn man eine Bilanz zieht, ittuii Iimnor nur die eine Seite bcrUcksichtigt und nicht auch die andere. Mit Dr. Tschlcnow muss Ich mich schon ein- Keilender beschäftigen, schon wegen seiner Person, die wir alle ohne Ausnahme hochschützen. Auch mir ist bewusst, dass Tschlcnow schon vor 28 Jahren für, unsere Sache gearbeitet hat, und ich glaube, cs Ist keiner hier, der nicht seine Arbeit anerkennen würde. Ich muss Htm ulso schon ausführlich aut- Worten. Br meint, alles, was geschehen ist, das habo Hcrzl bewirkt. Nur was llerzl geschaffen hat. das hätten wir fortgesetzt und erhalten. Nun, icli gc• stelle es Ihnen offen, es war eine Periode seit Herzls Tod, wo cs viel mehr Arbeit verursachte, die Krbsehaft ztisiimiiieiizuhaltcn, als sic zu vermehren. (Seht richtig!) Und dennoch sind wir nicht ganz untätig gewesen, und cs wäre ein grosses Unrecht von mir, wenn ich mich aussen hin, da mau nur die Schattenseiten licrvorgclmhcn hat, nicht auch zeigen würde, was wir geschaffen haben. Als Hc/zl starb, da sind wir Waisen gewesen, arme Waisen. Wir hatten eine Koloiiialhank, die noch nicht ausgehnut war: wir hatten die A.P.C. begründet, die erst mit der Arbeit hegoimeii hatte mul sehr langsam vorwärlsgiug, Seit dein Tode llor/.ls hat die A.P.C. ihr Kapital um das Doppelte vermehrt; wir lmheit heute vier Hlliulen in Palästina und haben auch eine Bank und eine Vertretung in Konstaiitinonel. Wir halten in Palästina ein Pulüsiimuimt geschaffen, und wir haben gearbeitet, wie cs mit unseren Mitteln möglich war. Dass wir nicht mehr geschaffen haben — ich will nicht sagen, dass Sie daran schuld sind —. ich will nicht sagen, dass Sic mehr geredet als gearbeitet Italien, aber keineswegs trifft die Schuld die Leitung, die Leitung, die ja nur das ausiiihren kann, was diu Zionisten ihr gehen, was die Zionisten schaffen. Dann aller ist es auch nicht richtig, dass wir gar keine neuen Gesichter scheu. Bs ist darauf hingcdcutct worden; Aus Russland sehen wir leider keine neuen Gesichter. Wenn ich aber den Kongress liier an- Seite, da sehe ieli sehr viele neue Gesichter aus dem Westen, aus allen Bekcn und Buden. Aus Russland sind wenig neue gekommen, ich will nicht untersuchen, w־ar11m. Mir ist aber gesagt worden, weil 1mm es nicht verstanden hat, neue Kräfte hcrunzuzichcn. Dann kam eine Geschichte, und da hat unser verehrter Herr Dr. Tschlcnow sich verrechnet. B» sagte: Als die Revolution in der Türkei ansge• brachen ist, du geschah wieder nichts von der Leitung, man hat wieder nichts unternummeu. und da sind wir dann in Moskau zusamniengctreteu! Die Revolution in der Türkei ist ausgcbroclien im Juli (Zuruf: am 21. Juli); und Mitte August beriefen wir die Jahreskonferenz und das Grosse Aktionskomitee zusammen, mul wir haben bei dum Grossen Aktinns- Komitee und in der Jalircskonfercnz, wie Dr. Tsehletiow sielt entsinnen wird, lang und breit darüber gesprachen. Moskau aber ist erst im Oktober zusamiiicngcirctcn. (Hört, hört!) Ich glaube, das ist eine ganz grosse Differenz, und Dr. Tschlcnow war nicht berechtigt, zu sagen, dass wir uns um nichts gekümmert haben. Jetzt kommt die Geschichte mit der Agrarkom* mission. Wir werden auf die Agrarkommission noch zuriickkomiiien. weil ein Spczialreferat darüber gchalten wird. Ich erkläre ganz offen, dass ich in der Sitzung des Aktionskomitees dagegen war. nicht weil ich gegen eine Agrarbank bin, sondern weil ich gcsagt habe, cs ist zu früh, wir wollen diesen guten Gedanken nicht durch zu frühe Arbeit verderben; w׳ir wollen uns gedulden, bis die Zeit kommen wird, und dann werden wir damit in die Oeffentliclikcit treten. Wenn wir die Vorarbeiten machen, werden wir die Sache besser machen, als damals bei der Gründung der Jüdischen Kolonialbank. Damals wussten wir noch nicht, wie wir die Sache machen mussten, aber heute haben wir ein Instrument, haben etwas gelernt, und das werden wir ausnutzen. Und noch ein Wort: Dr. Tschlcnow spricht von Heindseligkeit. Ich hin überzeug! davon, dass die Herren mir persönlich nicht feindselig gesinnt sind, ebensowenig wie ich ihnen. w׳ir arbeiten ia alle ־/.nsammeii und haben alle zusammen dieselben 111• tcressen. Aber ich weiss wirklich nicht, wie ich das bezeichnen soll, wenn man mit mir. mit dem man als mit einem Breunde verkehrt, auf einer Sitzung des Aktionskomitees ziisammciikonimt und man spricht über die neue Situation, und wenn dann acht oder zehn Herren sich absondern In Petersburg und dort Beschlüsse fassen, von denen ich keine Ahnung habe, und diese Beschlüsse dann an sämtliche Landes- Organisationen verschicken. Liebenswürdig kann ich das nicht nennen und freundlich auch nicht. (Zu- Stimmung.) Ich kann nur das eine sagen: Das ist nicht der Weg, den man geht. (Lebhafter Beifall.) Nim noch eines! Sie sagen, wir wollen Ja nur einen Versuch machen, mul wenn auch wirklich ein Hehler gemacht wird, so würde das nicht schaden. Gewiss, einen Beider machen, schadet nichts, wir machen allo Hehler, dafür sind wir Menschen. Wenn aber derseihe Helder zum zweitenmal gemacht wird, so ist das strafbar. (Zustimmung.) Wir haben bereits ein Komitee aus diesen Mitgliedern gehabt, und ich halle Ihnen heute vormittag anschaulich geschildert, wie das ausgesehen hat. und nun wollen Sic denseihen Hehler ein zweites Mal machenI Das ist es. wogegen Ich gesprochen habe. Und nun — Ich glaube, man ü׳U sieh zu sehr und zu freundlich mit meiner Person beschädigt. Ich hin nur ein Mitarbeiter, auch Ich suche die Aeintcr nicht. Slo haben mir das Amt auferlcgL und Ich habe cs so gut Ich konnte bisher versehen, und wenn Ich Ihnen erklärte, dass es mir unter diesen Umständen nicht mehr möglich ist, so müssen Slo es mir gluuben. Ich habo das beste Zutrauen zum Kongress, zu Ihnen allen, die Sie hierher gekommen sind, dass Sie den richtigen Weg finden werden, und wir werden hernach hei der Organisation darüber sprechen. (Stürmischer Beifall.) Dr. Isidor M a r g u I i c s - Wien nimmt das Wort, um in Horm einer tatsächlichen Berichtigung den Standpunkt der west-österreichischen Landsmann• sciiaft zu präzisieren, da er als Gcitcralrediier nicht mehr zu Worte gekommen ist. Die Annahme, seine Landsmannschaft habe geschlossen gegen Wolffso'mi Stellung genommen, sei unrichtig. Auf dem vorigen Kongress hätten nur zwei oder drei Mitglieder ihre Stimme gegen seine Wald abgegeben. Bs bestehe auch kein Kompromiss mit der russischen Landsmann- ' sciiaft. Die west-österreichische Landsmannschaft halie heute ausdrücklich den Beschluss gefasst, der Leitung Hank und Vertrauen aus/,us11reehen.r und speziell Wolffsolm dafür, dass er in schweren Zeiten die Leitung der Organisation übernahm und mit Aufopferung seiner Kräfte geführt hat. Aber die west-österreichische Landsmannschaft wünscht eine A e 11 d c r 11 n g des Svsicins, eine kollegiale Verfassung. Bin von einer Anzahl von Delegierten, an erster Stelle von Krcmenczkv-Wieii, Kessler-Johanueslnirg und Dr. Hriedcmann-Berlin uutcr/.eichnetcr Antrag besagt: ״Der Kongress dankt unserem verehrten Führer David Wolffsoim und dem B. A.-K. für die seit dem letzten Kongress geleistete aufopferungsvolle Arheit aufs wärmste und erteilt ihnen die Bntlastung, indem er ihnen sein Vertrauen aussnrieht." Das Vertrauensvotum Kino zweite aus dem Kreise der russischen Landsmannschaft cingcbrachtc Resolution lautet: ,,Nach Anhörung der Berichte über die Tätigkeit des B. A.-K. und der Aufklärungen des Präsiden* teil desselben sprieltt der Kongress seine volle Auerkcimung aus für die korrekte Hiihrung der administrutiv-fiiuiiizicllcii Geschäfte der Bewegung.“ Unterzeichnet ist diese Brklärung an erster Stelle von Wladimir Temkin. Vizepräsident Dr. Bodenheime r resümiert den Inhalt der beiden Resolutionen. Die eine enthalte eine unbedingte Vcrtrauenskundgelning, die andere mit einer bestimmten Binschrünkung. David Wolfis o h n nimmt das Wort zu einer Brklärung: Die Resolutionen sollen den Abschluss und das Brgcbnis der Generaldebatte darstellen. Hine Resnlution, die das Vertrauen ausdriiekt für die Geschäftsführung und die finanzielle Tätigkeit des A.-K. hat die Bedeutung: Für die andere Tätigkeit kein Ver« trauen. Ich will hören, wie der Kongress stimmen wird, und ich erkläre Ihnen: das eine ist ein Vertraiiensvotum, das andere ist ein Misstrauensvotum. Der Vorsitzende erteilt dazwischen Herrn Hoofiän das Wort zur Verlesung des von dem erkrankten Revisor Herrn Heldstein erstatteten Heriehts über die Kasse und Buchführung. Der Bericht ist kurz: Bs ist alles in vollster Ordnung befunden worden. Der Vorsitzende verkündet dies nochmals den Delegierten, und dann schreitet man zur Abstimmung. Beide Resolutionen gelangen nochmals in den vier Sprachen zur Verlesung, woran der Vorsitzende die Mitteilung schiicsst, dass T c in k i n bittet, cs als seine Ansicht auszuspreehen. dass seine Resolution kein Misstrauen gegen die Leitung enthalte. Der Vorsitzende stellt jetzt die erste Resolution zur Abstimmung, die ״das volle Vertrauen des Kongresscs ausspricht“. •— Dieses Vertrauensvotum wird mit einer überaus grosen Majorität angenommen, und der Kongress jubelt dem Präsidenten des Aktionskomitccs zu. der schliesslich noch einmal das Wort ergreift und ausfiihrt: ״Geehrter Kongress! Ich stelle auf dem Standpunkte, dass wir uns gegenseitig nicht zu danken haben.^ Wir arbeiten alle für die eine Sache, und wenn Sic uns danken, müssen wir Ihnen danken. Ich glaube, cs ist unserer grossen Sache nicht würdig, dass wir uns mit derartigen Kleinigkeiten aufhalten. Mit erhobener Stimme fährt Wolffsolm fort: Und dennoch danke ich Urnen heute abend, weil Sic mir wieder Mut gegeben 11 a b c n,” Um 9 Uhr abends endet die Sitzung. Dritter Verhandlunfjslafl Dienstag, den 28. Dezember 1909 VornilttagsslizuKK. Prof. Warburg gibt den von uns bereits in Nummer 5.) wiedergcgcbcncn Bericht des 1'alGsliiut-Kcssorls Der Berichterstatter Prof. Dr. Warburg- Berlin wird mit stürmischem Beifall begrünst. Bevor er sieh dem sachlichen Berichte zuwendet. knüpft er an die gestern abgeschlossene zweitägige Generaldebatte an. Das kühle norddeutsche Publikum wundere sich über die Brrcgiing, in der diese Debatte geführt wurde, über die Schärfe der Angriffe, aber das Bude der Diskussion war auch nicht anders, als cs hei sonstigen Kongressen in Deutschland zu sein pflegt. Bs ist alles die Holge des Temperaments, und diu Vertreter aus den süddeutschen Ländern wissen ja mich, dass cs in den Parlamenten dort nicht anders ist. Mischt man schwarz und weiss, so kommt eine graue Hnrbc heraus, dio graue Hurbe der Wirklichkeit, die wir hier in unserm Heben Hamburg nun schon die ganze Woche gesehen haben (Heiterkeit). Nun, wo die Wellen der Be* gelstcrung und die Sthrmc der Entrüstung sich ausgctobt habon, sind wir nach zwei Tagea in diese Stirn-

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