Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XV (1910)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1910)
- Date
- 1910-01-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2651657-2651659--06815-2663933- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
No. t. iUKDISCHE RUNDSCHAU. Seite 5. Julius bi 111011-Mannheim erstauei den Bericht des Legitimaiionsaussehussos. Her Ausselmss banntragt sämtliche Mandate liir Khliiir zu erklären mit Ausmiliuie von zwei p 0 d o I i s e 11 e 11 M a 11 - da teil, weil dort mehr Delegierte gewühlt wurden, als man zu wählen berechtigt war. Die sildafrikanischen 1י r u 10 k 011 c entsnrechen zwar keineswegs den Anforderungen, nichtsdestoweniger sollen sie t»r gültig erklärt werden. — Der Antrag wird angenommen. Schluss der Sitzung b'.ü Uhr. * Zweiter Verhundlungstag Montag, den 27. Dezember 1909. Voriulttagssllzuiig. Präsident Dr. Nor da 11 eröffnet die Vormittags* Sitzung 41111 lil'.u Uhr. Zur Generaldebatte sind noch 71 Redner eingetragen. Dr. K 0 )1 a n - B c r n s t c i n: Unsere Kritik Kilt nicht Personen, sondern dem System, Hs gibt keine Saite des jüdischen Lebens, die in dem Berichte des Hinteren A.-K. nicht anklingt. Nur von Palästina selbst, von der Hauptsache, ist erst am Schlüsse des Berichts in einer ganz kleinen Kolumne die Rede. War es wirklich unmöglich, alles, was in Palästina vorgelit. so zu würdigen, dass der Kongress ein dcut* liehes Bild davon bekommen kann? Ich meine durchaus nicht, dass man sich nur mit rein praktischer Arbeit beschönige» soll. Ich bin ein politischer Zionist, aber die grosse Weltpolitik interessiert hier nur so weit, als sie wirklich mit der zionistischen Bewegung im Zusammenhänge steht. Warum wird über so wichtige Dinge, wie die Zahl der jüdischen Umwände• rung in Palästina, die einen erheblichen Portschritt ו zeigt, nicht berichtet? Warum steht kein Wort über ' die Kultmarbeit, über unser Gymnasium? Abgedtoschcne Phrasen hören wir, und über die Bank werden Zahlen und Ziffern vorgebraeht, die auf Laien einen gewissen Himlruck machen; aber wie die Bank wirklich in Palästina wirkt, davon hören wir nichts. Neun Zehntel der aktiven Hncrgic geht in Palästina verloren. (Teilweiser Beilall.) Wir Italien jetzt wirklich in Palästina eine Bevölkerung, die nicht! aus Schnorrern besteht, — und ich bin beauftragt, gegen die Meinung zu protestieren, als ob Palästina I nur aus Schnorrern bestünde. — so soll mau d c 11 n 11 n s Pal ü s t i 11 c 11 s c r 11 ü r e 11. Aber man achtet uns nicht. (Beifall bei einem Teil der Delegierten.) Die hohen Herren hören auf die paar Leute oben, die glauben, als Touristen das Land zu kennen. Clcilweiser Beifall.) Ich bin ein Soldat und verlange Disziplin auf den Kongressen, die Kritik kommt mir also schwer an. Wir wollen eine Lands* manuscliaft sein in Palästina. Wir wollen nicht im Ausnahmezustand weiterbeliamlelt werden. Wir wollen, dass auch bei uns ein Mitglied des engeren Ausschusses sitzt. (Herr Wolffsohn ruft: Aha!) Das soll nicht bedeuten, dass ich mich für diesen Posten empfehle. (Grosse Unruhe.) Diese Aha von dieser Stelle ist bezeichnend. (Unruhe.) Wir wünschen, dass auch aus Jaffa, aus Jerusalem ein Strom elektrischer Verbindung mit dem Strome, der aus dem Hxü kommt, geleitet wird, und das ist nur möglich, wenn wir jeden Augenblick gehört werden können, wenn auch von uns jemand im Aufsichtsratc sitzt. Präsident Dr. Nordau betragt den Kongress wegen der Verlängerung der abgelaufenen Redezeit für den Redner. Die Mehrheit der Versammlung besehliesst, ihn weiter reden zu lassen. Dr. K 0!1 a n - B c r 11 s t c i n: Auf das Aha musste ich antworten. Ich weiss. was das Aha bedeuten soll. (Zuruf von David Wolffsohn, Meine Gedanken werde ich Ihnen nachher zum Ausdruck bringen.) Nur durch diese Geheimnistuerei der Leitung oben kommt das Misstrauen, konnnen die Missverstäudnisse. Ich spreche nicht von der Piiiauzkontrolle, dafür haben wir Rcvisiunsinstanzcn. Ich spreche nur davon, dass unsere Institute so wenig zionistischen Charakter haben. Wer in Palästina selbst wohnt, der weiss, wie die kleinen Leute, wenn sic dort hinkommen, enttäuscht sind, die Leute, die mit grossen Opfern dort hiugekoiiimcit sind und mm einer feindseligen Haltung begegnen. {Beifall und Widerspruch.) Itent wich beantragt Schluss der Rednerliste, auf der jetzt noch 72 Namen stehen, und die Wahl von Generalrcdncrn. Einstweilen wurde der Antrag auf Schluss der Rednerlisten angenommen. Reielisratsabgeordnctcr Adolf Stand: lm Namen des Jüdischen Klubs des österreichischen Parlaments hegrilsse ich Sie auf das herzlichste. (Lebhafter Beifall.) Der Jüdische Klub blickt mit Stolz aut das jüdische P a r I a 111 e n t. Es stärkt das Lebensdement der jüdischen Nation, wenn hunderte von Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt hierherkommen, um die wesentlichen Interessen des Volkes zu besprechen. Nun zur Sache. Hs gibt eine persönliebe und eine sachliche Kritik, eine produktive und eine unproduktive. Hs entspricht nicht der Würde dieses Kongresses, jemanden zu einem schwachen untätigen Menschen zu stempeln und ihn dann an die oberste Leitung zu berufen. (Lebhafte Zustimmung.) Unproduktiv ist die Kritik, die nur nörgelt, nur abkanzelt. Unser Drcimünncr-Kollcgium leidet an einem vollständigen Mangel von Einheitlichkeit. Zwei starke Ströme laufen auseinander, ein politischer und ein praktischer, Ich weiss nicht, ob das die richtige Bezeichnung Ist, Ich glaube cs nicht, Ich werde mich aber an sic halten. Wolffsohn Ist ausschliesslich politischer Zionist, Warburg Ist ausschliesslich praktischer Zionist. Die drei ergänzen sich nicht. Ihre Ansichten liehen sieh leider auf. Politischer Zionismus, d. b. Nichtstun, d. h. Warten, (Beilall mul Widerspruch). Das Politische ist in höchstem Grade unpraktisch; cs schafft nichts, es ist eine Erstarrung. Wolffsohn ist teilweise inkmiscqucnt. und insoicru Ist er mir sympathisch, dem! er j Ist stummer Opponent der Herren aus dem Westen mit der reinen Politik. Er tut was von Zeit zu Zeit, aber dieser Zustand ist auf die Dauer unhaltbar. Hin Präsident, der für uns dtc nraktische Arbeit in Palästina widerwillig macht, dem man sic abtrot/.t. das geht auf die Dauer nicht. Hin Präsident muss aktiv sein, cs heisst doch Aktionskomitee (Beifall). Er muss ein Eiihrer sein, er muss Ideen geben. Dagegen Warburg: Mit ganz kleinen Mitteln wird da gearbeitet, aber cs wird gearbeitet (Beifall). Der Redner gebt auf den Briefwechsel Warburg-Cowci. ein. Cmvcn hat א Millionen, Warburg 50000 Mk., und doch, wer zuletzt lacht, wird Warburg sein. (Beifall und Unruhe.) Gewiss wäre es Unrecht, wenn man etwa jetzt die Leitung nach Palästina oder der Türkei verlegen würde. Aber, möge die Leitung in Köln oder Berlin bleiben, die Arbeit muss dorthin tendieren. Das ist unser Zweck. Wenn wir noch 10 oder 20 Jahre warten, geht uns die Konjunktur verloren, dann werden wir vielleicht einen politischen, aber sicher keinen Zionismus haben. (Beifall, Bewegung. Widersprueli, grosse Unruhe.) Dr. Braude (Lodz): Die Aufgabe des grossen Aktionskomitees ist, dem Kongress Rcchciiscbaft zu geben, und da ist es zunächst meine Pflicht, Ihnen zu sagen, wie sich das Engere A.-K. in seiner jetzigen Zusammensetzung bewährt hat. Es war c i n Experiment des letzten Kongresses. Es wurde ein Manu an die Spitze gestellt, ausgestuttet mit der ganzen Autorität des Parteiführers und mit dem Rechte, sich seine Mitarbeiter zu wählen, ihre Zahl und ihren Aufgabciikrcis zu bestimmen. Heute steht das Engere Aktionskomitee da als das Produkt der Willensäusserung des gegenwärtigen Präsidenten. In seiner Zusammensetzung und in der Art der Geschäftsfilhrung hat es sieh nicht bewährt, cs hat die Bewegung in die Bahnen des Burcuukrutismus hitiühergcleilet, die den Tod jeder Bewegung bcdeuten, den Tod der Arbeit; eine gute Leitung vom Standpunkt der formalen Burcnuführuug ist noch keine Bewegung. Wir haben heute den Schmerzensschrei ans Palästina gehört. Man sagt, die Bank wird gut geleitet. Nun, dann bedaure ich, dass ste der l'od der Arbeiten der Partei ist. (Teilweiser Beifall und Widerspruch.) Wir haben cs erfahren. Wir wollen in Galizien eine Bank für die kleinen Leute begründen und haben uns an die Kolonialbank gewendet. Wir haben vom Präsidenten der zionistischen Bewegung eine sehr entgegenkommende Antwort bekommen. Wir haben Versprechungen bekommen, aber dann wurden wir vom Direktorium der Bank abgewiesen. Ein Beweis für die Berechtigung unseres Bankgründuiigsverlaugcns ist die Tatsache, dass die Bank trotz der Abweisung durch die Kolonialbank heute blüht. (Hört, hört.) In Russland und Österreich spürt mm! nichts von der Tätigkeit des Engem Aktionskomitees. (Zustimmung und Widerspruch.) Es ist eine burcaukratischc Maschine, emo leere Maschine ohne Inhalt. Die Politik, die da״׳ Engere Aktionskomitee in der letzten Zeit getrieben bat, zielt geradezu darauf ab, dem Grossen Aktionskomitee die Kontrolle zu beschneiden. Da müssen schliesslich die Mitglieder des Grossen Aktionskomitees die Lust an der Arbeit verlieren. Wir brauchen eine Leitung, die in Berührung mit den Pulsen der Volksocwcgung steht. (Beifall, Unruhe rechts.) Grccnbcrg (mit Beifall und Widerspruch cma■ fangen) spricht englisch. Der Redner wendet siel gegen die Darstellung Uber die Angelegenheit dci galizischcii Vorselmssbank. Das Direktorium dei Jüdischen Koloninlbnnk hat die Angelegenheit sein gründlich durchgeprüft. Braude war in London ge wesen, er war hei sämtlichen Direktoren der Bank Mail konnte aber auf seine Ideen nicht cingehen weil man wünschte, das Geld der Bank hauptsächlicl in Palästina anzulcgcii (Beifall, Widerspruch um grosse Unruhe) und nicht in Galizien fcslzulcgcn. Eii Gegensatz zwischen praktischem um politischem Zionismus, wie Ihn Dr. Stam zu konstruieren versucht, besteht nicht, poli tischer und praktischer Zionismus können sich voll ständig decken, dreenberg führt hierfür ein Beispie au. Vor einigen Monaten waren türkische Delegiert in l'.ugUud w,\ü hauen durch VmUuehmg von Si Brands Moiitcfiorc eine Besprechung mit den eng lischui Zionisten. Da stellte sich heraus, dass di!)elegierten aus der Türkei sich feste Ansichten ilbc den Zionismus gebildet hatten nach falschen infor mationen, dtc mau Ihnen erteilt hatte, ln Londo wurden sie eines Bessern belehrt. War das nu praktische oder politische Arbeit? (Lebhafter lkifal Widerspruch eines Teiles der Delegierten, erneut Beifallskundgebungen.) Das ist ein Beispiel, das praktische und politische Arbeit sich vollkomme decken. Redner war vor zwei Jahren Mitglied de Engeren A.-K., und aus eigener Erfahrung und Ar schaumig kann er bezeugen, dass die Mitglieder de Engeren A.-K. jede Proposition gefördert haben, di nützlich war für praktische Arbeit in Palästina. Pro Warburg war durchaus nicht der einzige, der für dies praktische Arbeit war. Auch die andern Mitglied« des Engeren A.-K. haben immer vernünftige V01 schlüge für praktische Arbeit gefördert. Jcd< Zionist ist für praktische Arbeit, die möglich Ist. Ma darf nicht unterscheiden, wie cs manche tun, zwischc Zionisten, <1(0 koscher sind und solchen, die nicl koscher sind. Qrecnbcrg wendet sich unter lebhafte! Beifall der grossen Mehrheit der Delegierten un andauerndem heftigem Widerspruch eines Teiles d< Versammlung gegen den, wie er meint, von Dr. bland gemachtc״ Versuch. Professor Warburg gegen David Wolffsohn auszuspiclen. Er sehliesst sich aber der an der Organisation der Leitung, wie sie zurzeit ist, geübten Kritik in einem Punkte an. r ü r die verschiedenen Ressorts müsste 111 a 11 verschiedene Männer h a b e 11, einen als l’ührer. einen als Organisator der Bewegung und einen für die Hinanzen. Aber die Hauptsache ist. dass man damit uuthürt, Unterschiede zu machen zwischen Zionisten und Zionisten. Man muss die Meinungsverschiedenheiten nicht noch künstlich vergrössern. Wir müssen alle Zusammenarbeiten, denn das Arbeitsfeld und Arbeitsziel ist gross. (Stürmischer Beifall und Widerspruch.) Dr. Reich (Paris): Wir haben uns nicht nach Mitarbeit des Engeren A.-K. umgeschaut, sondern nach Anregung, nach ermutigenden Worten. Wir haben eine Reihe von hebräischen Vereinen gegründet, so einen hebräischen Schulverband. Wir haben geleistet, was wir konnten. Aber das Engere A.-K. hat uns wenig geholfen. Dr. Nordau hat richtig gesagt: Als die Umwälzung in der Türkei kam, hat die ganze zionistische Welt ihre Augen nach Köln gewandt. Aber leider musste man sofort die Augen zurückwenden. Es ist wahr: Langsames Arbeiten ist ein Kummer, aber keine Schande. Ich sage aber. Langes Warten ist ein Kummer, aber auch ein Risiko. Man kann riskieren, dass der Moment verpasst wir d. (Teilweiser Beifall.) Was war denn die ganze Dinlomatie. die vor einigen Jahren den Kongress beherrschte und von der wir uns jetzt befreit haben, wenn nicht das Losungswort: Warten, warten! Hat nun aber das Engere A.-K. uns wenigstens zugerufen: Wartet! Vertraut aui uns! Auch das haben wir nicht gehört. Wir haben gefragt, aber niemand hat uns geantwortet. Wenn wir fragten, was sollen wir hohen, dann war Schweigen. Datier auch der Mangel an intellektueller Kraft, die jetzt hinter dem Zionismus steht. Hcrzl setzte mit seinem Schwung, mit seinen Ideen die geistigen Kräfte, von Dr. Nordau angefangea über Zangwill und alle die andern, in Bewegung, und sic schlossen sich uns an. Heute hatten sich die glünzenden Geister auswärts, weil auch unsere Leitung' keine Ideen hat und keine Leitmotive gibt. Wir müssen ein grosses Kollegium 11—Den. und wir müssen den Sitz von Köln absolut an einen andern Ort verlegen. Köln ist weder die Stadt der iüdisehen Zukunft, noch der jüdisenen Gegenwart. Von Köln kann man ebenso schwer mit der Türkei verhandeln wie mit dem jüdischen Volke. (Beifall und Widerspruch.) Wolffsol.ns Anlwor! Präsident Dr. Max Nordau. erteilt hierauf dem mit einer stürmischen Ke idgebung oegritssten Präsidenten des Engeren A.-K. David Wollfsohi., das Wort: Wolffsohn beginnt mit «,er Erklärung, cs sei nicht seine Absicht gewrsen. auf dem Kongress eine grosse Rede zu halten, weil eine Menge Dinge, die er zu sagen hat. Angcligciihciteii betreffen, die mau unter sich auszutragen habe und mit denen man besser nicht in die Öffentlichkeit liinausgeht. Aber ein offenes Wort müsse geredet werden, ln der letzten Zeit seien Dingt cingcrisscn. die eine Gefahr für die Bewegung darstellen!!!:kontrollierbare Gerächte werden verbreitet, zionistische Zeitungen streuten gegen die Leitung, gegen einzelne Personen unwahre Behauptengen aus. Es sei so weit gekommen. dass die Verhandlungen nicht mehr auf dem Kongress staturnden, sondern in den Landsmannschäften. Gruppen und Konventikeln. von denen man zum Kongress mit fertigen Meinungen komme, ohne die andere Partei nngchürt zu haben. (Lebhafte Zu- Stimmung.) Das müsse offen besprochen und offen festgcstcllt werden. Wir sind inzwischen auch so stark geworden, dass wir eine solche Heststellung ertragen können. Wolffsohn charakterisiert die Behandlung, die er sysiematiseh von Pusmnnik und den andern sieh habe gefallen lassen müssen, als wenn er sich für den Posten eines Portiers der zionistischen Bewegung gemeldet hätte. (Sehr gut!) Das sei schon freilich immer so gewesen. Schon Moses wurde durch eine Rotte Kornh angegriffen. Er vergleiche sich nicht mit Moses, aller sind es nicht dieselben, die imserm Hcrzl das Leben verbittert haben? (Grosse Hewcgiing bei den Delegierten. Von einigen Seiten kommen erregte wilde Zurute.) Wofisolm tragt: EüUU steh icrw.nwi getroffen? (Lebhafter Beifall.) (Stand antwortet: Natürlich! und ruft aus dem Chaos lärmender Zurufe: ״Ich schwöre auf Hcrzl, ich habe ihm nie das Leben verbittert." —• Er beruhigt sieb, als Wolffsohn feststellt, dass er natürlich nicht die ganze Opposition meine, sondern nur einzelne wie Pasmanik. und ihm werde er es protokollarisch nachweiscu.) Aber wo war die Entrüstung geblieben gestern, als Pasmanik in unerhörter Weise von dem Präsidenten des A.-K. gesprochen habe. Sic haben ihn ruhig angeliört, also' hören Sic auch mich ruhig an. (Die grosse Mehrheit der Versammlung akklumiert den Redner stürmisch. Die durch wild erregte Zurufe vcranlasste Unruhe nimmt einen tumultuarischen Charakter an.) Allmählich verschafft sich Wolffsohn wieder Gehör: Sie müssen mich anhören, ich werde Sic zwingen, mich anzuhörenI Sic haben eine Abrechnung verlangt, schön! Ich bin Kaufmann, und ich werde dafür sorgen, dass das, was ich auszugeben habe, in der Buchung sich ausglcicht mit meinen Einnahmen. (Sehr gut.) ln Jeder Rede wurde die Qrössc Hcrzls be.ont. Warum? War das zu Ucrzls Lebzeiten nicht auch so. Hat man ihm nicht immer Opposition gemacht? (Lebhafte Zustimmung.) Qott gebe, dass ich noch recht lange auf Ihr Lob verzichten kann, noch lange leben, für die Bewegung leben. (Stürmischer