Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1909)
- Date
- 1909-12-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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solche erkannt, dass die begründete Hoffnung auf eine Absatzmöglichkeit vorhanden ist. In der Komposition der Teppiche dürfte cs freilich noch mancherlei zu verbessern geben. Hs kann nicht Zweck der Schule sein, sieh mit dein Problem der Schaffung eines neuen Kunstgeschmackos zu befassen. Bei der Herstellung der Teppiche wäre dies um so weniger angebracht, als die verschiedenen asiatischen Völkerschaften einen so guten Geschmack entwickelt haben, dass ein Abweichen von diesem bewahrten Stile nur eine VcrschlechteruiiK, nicht aber eine Verbesserung desselben bedeuten würde. Wohl können und sollen Teppiche mit religiösen und jüdischen Motiven auch zukünftig aus der Schule hervorgehen, das Hauptgewicht muss ׳" ״*.« »ן. 3 "ז ד י I I I-י •/ ,י* ׳,׳/■. ן' " ' ■1• ' י 1 ,■#, \ hi ■?•: ־ •י!י?*r *!י --'י ׳קזד ו*/ /׳,) ) י י <V '-׳1/ A / /1<- f '.ו,׳"'־ WXpiy*'- * יי - י ג. Oege n stünde wieder aufleben zu lassetn Diese kunstgewerblichen Erzeugnisse sollen zum Teil Ko• pien alter KnnstgcgcnsUinde repräsentieren, teils sollen sie in dem alten Geschmack, unter Verwendung der modernen Technik, hergestellt werden. In ähnlicher Weise sind die Ateliers für Damaskusmctallarbeitcn und Holzinkrusticrungen zu erweitern. Au der Schule, welche mutmehr auf eine fast ׳31 וi jährige Tätigkeit zurüekblieken kau», Ist bereits J ein Stirnim tüchtiger Handwerker, Arbeiter und Arbeiterinnen, ausgebildet worden, welche sämtlich in der Schule selbst Ihre Tätigkeit ausüben. Wir müssen nunmehr zu erreichen suchen, ־.~4י, a 'V. ׳/ / stellten Erzeugnisse haben wir bisher ohne Schwierigkeit in den Kreisen der Freunde unserer Selmle schlankweg unterbringen können. Im verflossenen Winter war sogar die Nachfrage nach Bczulclcrzcugnissen eine so «rosse, dass wir Bestellungen von mchreren 1000 Mark bedauerlicherweise unausgeführt lassen mussten, da die Schule damals noch nicht gcmisiibcn. Wir müssen nunmehr zu erreichen suchen, nügend leistungsfähig war und auch die nötigen Mittel zum Einkauf der Rohmaterialien fehlten. Inzwischen ist aber hierin ein gründlicher Wandel cingctreten. Die verschiedenen Ateliers funktionieren tadellos, und der Wert der monatlichen Produktion betrügt bereits SßOO Francs. Mit der vermehrten Fingerfertigkeit der Arbeiter und Arbeiterinnen wird sich die Produktion in abseiibarer Zeit naturgemüss weiter steigern. Wenn wir daher niciit rechtzeitig Vorsorge treffen, dass der Absatz der Schule in geregelte Bahnen gelenkt wird, so könnte der Fall eintreten, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen zeitweise beschäftigungslos werden, oder dass die erzeugten Gegenstände gelagert werden müssen. Um einem solchen Missstandc recht* zeitig vorziibeugcn, bedürfen wir eines kaufmünnisehen Unternehmens, das sich mit dem F-inkauf der Rohmaterialien, mit dem geregelten Verkauf der Er- Zeugnisse und mit der Weitergabe der cingclaufcnen Aufträge an die im eigenen Heim tätigen Arbeiter und Arbeiterinnen zu beschäftigen haben wird. Dadurch wird die Leitung der Schule entlastet und in den Stand gesetzt, sich ausschliesslich mit der Ausbildung der Schüler und Schülerinnen und mit der Herstellung neuer Entwürfe befassen zu können. Viel Arbeit werden wir noch zu leisten haben, und manche Schwierigkeit muss noch aus dem Wege geräumt werden, bis wir das uns vorgcstccktc Ziel: ״Die Einführung des Kunstgewerbes und der Hausindustrie in Palästina" erreicht haben. Die seitherige unermüdliche und uneigennützige Arbeit des Leiters der Schule berechtigt uns aber zu der Hoffnung, dass unser Ziel in nicht allzu ferner Zeit erreicht werden wird. ״Und Lust und LIcbo sind dio Fittiche zu grossen Taten.4* Tcppich-Atuüor diesen fertig ausgebiUieten Arbeitern und Arbeiterinnen die Möglichkeit zur praktischen Betätigung ausserhalb der Selmle zu geben. Ist dies erreicht, so ist die Hausindustrie tatsächlich in Palästina cingcführt und gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, eine weitere Anzahl junger Männer und junger Mädchen in die Schule neu aufzunchmcn. Die in unserm letzten Geschäftsbericht in Aussicht gestellte Errichtung einer Abteilung für Korb- und Möbclficchtcrci hat Anfang dieses Jahres Herr Popowitz aus Hermannstadt durchgeführt. Infolge der Anregung unseres Ausschussmitgliedes Herrn Hermann Struck, hat der Lithograph Herr Abraham Qcrzowitz am Bczalcl eine aber auf die Erzeugung von Teppichen im persischen Geschmack gelegt werden. Die Leitung des Teppichateiiers ist mit uns darin einig, dass die in dieser Manier hergcstelltcn Teppiche die meisten Absatz- Chancen zu guten Preisen bieten. Man hat ׳daher bereits den Anfang mit der Herstellung einer Anzahl persischer Teppiche gemacht und wird durch die Verwendung härterer Wolle und durch ein engeres Knüpfen derselben dazu «dangen, ungefähr dieselbe Qualität Teppiche wie in Persien licrziistellcn. Werden wir dies erreichen, woran bei dem guten Willen und der Ausdauer der Leitung der Schule nicht zu zweifeln sein dürfte, so werden wir der Einführung der Hausindustrie in Palästina um einen bedeutenden Schritt näher kommen. Viel Anerkennung fanden die in dem Filigrana t c 11 e r erzeugten Gegenstände. Es wurden Schmucksachen, Nippes und einige Ocbrauchsgcgenstände hcrgcstdlt. Die Nachfrage nacli diesen war eine so grosse, dass dieselbe nicht voll befriedigt werden konnte. Auch das gleichfalls erst seit einem Jahre bestehende Damaskuskupfcratclicr lmt recht geschmackvolle und gut gearbeitete Gegenstände erzeugt. Wandteller und Scederschüsscln, Schalen, Vasen, Zigarcttcntcllcr und eine grosse Anzahl an* derer Gegenstände, teils mit Silber ausgelegt, werden in diesem Atelier hcrgcstcllt. In den! Rahme na tclier wurden nicht nur einfache Rahmen erzeugt, sondern man ist in diesem Jahre dazu übergegangen, dieselben künstlerischer als bisher auszugcstaltcn und beginnt damit, inkrustierte Holzgcgcnstündc herzustcllcn. Wenn wir somit mit dem im verflossenen Jahre in der Schule Geleisteten wohl zufrieden sein dürfen, so kann uns dies nur anspornen, für die weitere Entwicklung der Schule rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Für die fernere Qcstaltung des Bczalcl bietet uns das moderne Kunstgewerbe ein weites Feld. Die bereits am Bczalcl bcj stehenden Mctallatclicrs müssen weiter ausgebaut werden. Die in dem Silber-Filigranatclicr hcrgcstcllten Gegenstände eignen sich für Schmuck- und Nippcssachen, dagegen sind sic für praktische Zwecke nicht geeignet. Wir müssen daher zukünftig in diesem Atelier nicht nur Filigranarbeiten, sondern auch massiv gearbeitete Ocbrauchsgcgenstunde ]!erstellen lassen» die» wenn sic sgcschinack• voll ausfallcn, jederzeit Reflektanten finden werden. Ferner denken wir daran, dio Anfertigung der in den alttfn jüdischen Haushültcn vertreten gewesenen zierliehen Becher, Talelgerätschaften und ri tu ollen Die Zahl der ln diesem Jahre am Bczalcl bcschäftigt gewesenen Personen Ist gewaltig gestiegen, sie beträgt bereits mehr als 150 und wird im neuen Jahre sicherlich noch eine weitere Vermehrung erfahren. Wir müssen daher heute schon erwägen, auf welchem Wege eine dauernde Beschäftigung einer so grossen Anzahl von Personen, wie der Absatz der Produkte der Schule geregelt und für die Zukunlt sichcrgcstcllt worden kann. Die im Bczalcl borge-!Lithographische Abteilung eingerichtet. Die nötige lithographische Presse sowie die sonstigen Utensilien sind zum grössten Teile durch freiwillige Beiträge einer Anzahl unserer Freunde aufgebrachte worden. Int übrigen arbeiten Herr Qcrzowitz und Herr Popowitz für eigene Rechnung, während wir deren Bestrebungen durch mictefreic Oberlassung von Werkstätten im Bczatel erleichtert haben.