Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 37-38 (15.9.1909)
- Date
- 1909-09-15
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 37/38. J USD ISO 112 RUNDSCHAU Seite 435. Icmitischen Bevölkerung wäre zu wünschen, dass diese unliebsame Störung des Verkehrs bald behoben wird. * Unliingst erschien auf den Strassen Jaffas zum grössten Gaudium der dortigen Bevölkerung da Auto* jimüll, welches in gleicher Weise die vielen auf der prasse licriiiusitzcmleii Leute, die ein solches Unding noch niemals gesehen hatten, wie auch Esel und Kamele in höchstes Erstaunen versetzte. ::in Kaufmann aus Jatfa erstand das Automobil jM Aegypten für .)00 Pfund Stcrl. (ca. 7000 Frs.). Ls hat . wei Touren von Jaffa nach Nablus (Sichen!) und 7.111: k ganz glücklich ohne Störung zuriickgclcgt. J|.)1:cnilich kündigt dieses moderne, In den Zeiten des alte:! Regimes dem Lande fcrngehaltcne Fahrzeug ein»• neue Epoche moderner Verkehrsformen und inlen?leer Umwicklung des Landes an. 2I0HISTISCHC DGWcGUMCf' ine Paleslinc Land Development Company Limited (Is wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis jje.»!*acht, dass die statutarische Oeneralver- 5>;u!.mlung der Palestine Land Development G-npany Limited am 28. September 1009, um ר; nr nachmittags, im Berliner Bureau der Oe- M' Hliaft, Berlin W., Blcibtreustrasse 3435־, si.umtuUm wird, zwecks Entgegennahme des *!.!mtarisclten Berichtes (wovon eine Kopie einem jeden Aktionär vor der Versammlung zuee.־.utdt wird) und zwecks Erledigung aller an* ue.tt Geschäfte, welche auf einer solchen Ver* Sammlung durchgeführt werden müssen. 1012־ Walbrook, London E. C., den 6. September 1909. Im Aufträge des Direktoriums: H. Neumann,Sekretär. Bericht über die Sitzung des Engeren Aktionskomitees Am 29. August fand in Köln im Zionisti• ׳dien Zentralbureau eine Sitzung des Engeren Aktionskomitees statt, an der die Herren Prüsi־ dent D. Wolffsohn, J. H. Kann, Prof. D r. W a r b u r g und Herr D r. R u p p i n , Leiter des Palastinaamtes in Jaffa, teilnahmen. Zunächst berichtete Herr W 01 f f s o h n , der vor kurzem von einer llingcrn Reise aus Konstantinopel zurückgekehrt ist, über die Er• gebnisse dieser Reise, insbesondere über die jetzige politische Lage und über die Massnahmen, die getroffen worden sind, um die öffent־ liehe Meinung in der Türkei über das Wesen des Zionismus aufzuklären. Sehr ausführlich wurde die Frage behan־ delt, zu welcher Zeit und an welchem Orte der neunte Kongress stattfinden soll. Die von eini־ gen Seiten geäusserten Wünsche, den Kongress bis zum Sommer des Jahres 1910 zu verschieben, konnten nicht berücksichtigt werden, da sich sonst das A. C. in illegaler Weise mit den Be־ Stimmungen des Organisationsstatutes in Wider- Spruch gesetzt hätte. Es wurde beschlossen, den Kongress vom 26. bis 3L Dezember 1909 Muttfinden zu lassen. Als Ort des Kongresses wurde Hamburg bestimmt, für dessen Wahl gegenüber den andern in Betracht kommenden '•'non überwiegende Gründe sprachen. Es wurde beschlossen, den Schluss der vvlickelsnmtitlung auf den 15, Oktober fcstzus ’>zcn. Die Uebcrwcisung der Schekelgclder >011 bis zum 31. Oktober, die Abhaltung der Wahlen in der Zeit vom 1. bis 7. November und die Einsendung der Wahlprotokolle bis zum 30. November erfolgen. Es wurde ferner beschlossen, in den Tagen 13 חי°ץ. bis 15. Oktober eine Sitzung des <i rossen Aktionskomitees nach köln cinzuberufen. Zu gleicher Zeit werden auch Sitzungen des Aufsichtsrates des Jewish Colonial Trust, des Jüdischen Nationalfonds und des Vereins ״O e 1 b a u m s p e n d e“ stattfinden. Herr Dr. R u p p i n erstattete Bericht über die Arbeiten in Palästina, der vom engem A. C. *ur Kenntnis genommen wurde. Herr Professor Warburg berichtete über die Beschlüsse der Agrarkommission, die Ende Juli in Berlin eine Sitzung gehabt hat. Die Mitteilungen der Herren WoKfsohn und Warburr•; über die Sammlungen für das zu Ehren Dr. Max N 0 r d a u $ zu errichtende Mikrobiologische Institut in Pa־ lastinn werden zur Kenntnis genommen. Herr Professor Warburg wurde ersucht, in Berlin ein Komitee zu bilden, das die Propaganda für die Sammlungen t.,:d die Ausführung des Projektes in die Hand nehmen soll. Es wird ferner beschlossen, beim A. C. zu beantragen, die zionistischen Vereine aufzufor־ dern, Sammlungen für irgendwelche Zwecke in zionistischen Kreisen nur dann zuzulassen, wenn diese Zwecke vorher vom A. C. genehmigt sind. Vom Nctionaifonds Der Komi! F*uoust ein KcUordI Die Summe der Spendenoingängc im verflossenen Monat — 3ö 838.65 Mk. ist ü i e 11 ü c 11 s t c M o n a t s ־ s 11111 m e. die der N.-F. seit der Veröffentlichung der statistischen Tabellen und damit wohl Überhaupt zu verzeichnen hatte, — abgesehen vom Endbetrag des Monats Juli d. Js., in dem die Schenkung der Frau Klur (30 000 Mk.) enthalten war. Dieser ״Rekord־‘ Ist um so bedeutsamer, als im August bekanntlich die meisten gcsinmmj:.sgenössischcn Vereine noch In tief־ stem Sommerschlaf versunken zu sein pflegen. Zum Krossen Teil ist dieses günstige Ergebnis auf die rege Agitation zuriicky.ufiiliren, die unsere Landessammelstellen und N.-F.-Kommissare am Todestage Hcrzls für den llerzl wald entfaltet haben. Ferner hüben die Sammlungen Inder Na 110 n a I f o n d s w oc h e viel zur Steigerung der Eingänge beigetragen, was ins־ besondere in den Zigern der Rubrik National־ f 0 n d s m a r k e 11 (Mk. 5267,11) zum Ausdruck kommt. üegcniibcr dem entsprechenden Monat des vorigen Jahres weist der jüngste August einen Mchrcingang von nahezu 12 500 Mark, d. h. über 50^ auf. (Die August-Statistik des Vorjahres schlicsst mit einem Betrage von 2-1394,12 Mk. ab.) Zur Fclerlagskampagne für den ״N.-F.“ Mit dem Uerannahcn der Feiertage wird die Agitation für den Nationalfonds ohne Zweifel wie stets auch diesmal in allen Ländern mit erneuter Kraft cinsctzcn, und so steht denn;׳.« erwarten, dass der erfreuliche Aufschwung unserer hohen Institution nicht nur wie bisher anhaiteu, soiulernn sich immer miiehtiger gestalten wird. Insbesondere versprechen wir uns von der in diesem Jahre zum ersten Mal in allen Ländern einheitlich vorzuneltincndcn Büchscn 1 ee rung und •Verteilung am Cholllamoed Sukkoth eine beträchtliche Steigerung der Nationalfondscingüngc. Au sämtliche Sammclstellen und N.-F.-Kommissionen ergeht daher nochmals die Bitte, der Organisation und Kontrolle der Büehscnsanimlungcn ihr besonderes Augenmerk zuzuwenden und namentlich iiir die Biiehscnlecrungcn an den bevorstehenden ChoWiamoed-Tagsn schon jetzt alles Nötige vorzukehren, damit die Endsummen unserer nächsten Monajtstabcllcn den diesmaligen ״Rekord" reichlich Überholen. ßussDe« 6e1A61men Die Mitarbeit unserer User an dieser Rubrik Ist besonder• ——..erwünscht. . Berlin. Die hiesige Stadtschuldcputation hat eine Verfügung; erlassen, wonach jüdische Lehrer vor ihrer Anstellung einen Revers unterzeichnen müssen, in dem sic sich verpflichten, an Sonnabenden und jüdischen Feiertagen zu unterrichten und alle schriftlichen Arbeiten zu verrichten. Berlin. Die Begründung einer Jüdischen Blinden* anstalt für Deutschland — auf dem ganzen Kontinent existiert nur eine einzige in Wien — wurde am Sonntag, 5. September, In einer gut besuchten Versammlung beschlossen. Der Gedanke, eine eigene iüdischc BUn« dcnanstalt zu gründen, geht von Herrn Fabrikbesitzer William Ncuman n aus, dem cs in kurzer Zeit gelang, eine ganze Reihe .angesehener Persönlichkeiten aus der hiesigen jüdischen Gemeinde und aus einer Reihe vor! Gemeinden anderer Qrossstüdtc, wie Ham* bürg, Frankfurt, Köln, Stuttgart, Königsberg, Leipzig, München, Karlsruhe, Bamberg, Breslau und Posen für das Projekt zu gewinnen, ln der konstituierenden Versammlung gab Horr Neumann einen Überblick über die ausserordentlich erfolgreiche Arbeit des vorbcreitenden Komitees. Es sind bereits 2700 Mitglieder gowonnon, und ein Ponds von 35 000 Mark aufgc* bracht worden. Elno ganzo Anzahl israelitischer Gemelndcn, Vereine und Logen hat weitere reiche Bel* hllfcn in Aussicht gestellt. Über dj.0 Gestaltung des Blindenheims gab Herr Schayor Auskunft. Das jüdische Blindenheim soll danach den jüdischen Kin* dern F.Ucrnhaus, Schule und Werkstatt ersetzen. Sic sollen in den Stand genetzt werden, sich, wenn sic clio Anstalt verlassen, eine eigene Existenz zu schalfen, ohne auf Wohltaten und auf Fürsorge anderer ihr Lebelang angewiesen zu sein. An die Kinder- Blindenanstalt soll ein Altersheim jür Bünde Israelitischen Glaubens ungegliedert werden. — Der Statutenentwurf gelangte ohne wesentliche Är.dcrungen zur Annahme. Ir. den Vorstand, der im ganzen ans 20 Herren besteht, wurden u. ,ן. gewühlt Stadtverordnter Max Salinger, Prof. Dr. Rosin, Kommerzienrat G. Simon, die Handelsrichter Kochlcr und Locwenthal usw. Der Sitz der Verwaltung Ist Berlin. Die Eröffnung der Anstalt soll, wenn möglich, schon In allernächster Zeit er-* folgen, selbstverständlich zunächst wohl nicht im eigenen Heim. Ilerlln-Wclsncnseo. Die Jüdische Arbelterko! io in Welsscnscc erfreut sich nach wie vor einer Marsen Besetzung. Die in der Zahl von 80—90 Mann Mündig die Anstalt frequentierenden Kolonisten finden dort Obdach, Verpflegung und Arbeitsverdienst. Jetzt beim Uerannahcn des Winters ist der Vorstand dafür besorgt, auch den vielfach in unzulänglicher Kleidung cintretenden Schützlingen warme Wintersaclicn zu beschaffen. Ein Fonds für derartige Ausgaben ist aber nicht vorhanden; daher ergeht an edle Menschenfreunde die Aufforderung, der Kolonie gcbrauchte Kleidungsstücke zuzuwenden. — Man verlange Abholung durch Postkarte an die Jüdische Arbciterkolonie in Weissensee oder durch telephonischen Anruf, Amt Weissensee, No. 192. Hamburg. Die allgemein anerkannte Notwendigkeit, möglichst allen Schulkindern eine Ferienerholung zu ermöglichen, hatte die z I o n 1 s t i s c 11 c Frauen- Vereinigung der Ortsgruppe Hamburg- Altona auch in diesem Jahre veranlasst, wieder eine Tagesferlciikolonle für jüdische Kinder emzurichten. Es konnte eine Erweiterung dieser, seit 4 Jahren bestehenden Institution stattfiiiden und zwar infolge reichlicherer Zuwendung gütiger Spenden als in den Vorjahren. Es gelang, das Unternehmen mit 70 Kindern im schulpflichtigen Alter durchzuführcii. In zwei reservierten Strassenbahnwagen fuhren die Kinder täglich nach Ncumühlen, dem herrlichen Aus- Ilugsort an der Unterelbc, wo dieselben mit Milch, Brot und Eiern versorgt wurden. Unter der vorziigliehen Aufsicht einer angcstcilten Dame, der einig׳; gcwisscnliaitc liebevolle Helferinnen zur Seite stunden, genossen die Kinder unter Spiel und Gesang alle Freuden, die das Leben in der Natur dem Stadtkind bietet. Auf Wunsch konnte ein Teil der Kinder durch das freundliche Entgegenkommen des Vereins zur Speisung hilfsbedürftiger israclitischer Kinder in der Spciscinlic Kohlhöfcn Mittagessen erhalten. Bei sämtlichen Kindern war nach Beendigung der Ferienwochen eine gute Gcwichtszunahmc zu konstatieren. — Die Veranstalterinnen waren bemüht, durch mancherlei Anregungen, wie z. B. durch Vorlesen von Erzählungen, Versehenken von jüdischen Büchern, Bildern u. dcrgl. in den Kindern die Liebe und Begeisterung für das Judentum zu erwecken. Die Fraucnvercinigung beabsichtigt, das so sehr im Aufblühen begriffene Werk immer weiter zum Wolde der jüdischen Jugend auszubauen und in den weitesten Kreisen das Interesse für diese Sache wach zu erhalten und neu zu wecken. Frankfurt a. M., Wie erst jetzt bekannt wird, hat der verstorbene Philamrop Rapli. Ettlinger eine hochherzige Stiftung gemacht. Mit •10 000 Mark Kapital wurde nämlich in Hofheim im Taunus ein Kinderheim gegründet, das armen kranken, israelitischen Kindern zur Kräftigung und Erholung dienen soll. Leimitz. Das iüdlscho Genesungsheim zu Lehnitz für Frauen und Mädchen hat für die Herbstmonate noch einige Plätze verfügbar, in den Sommermonaten muss stets eine grössere Anzahl von Gesuchen um Atifalinie in׳ das Heim abgelchnt werden, daher empfiehlt cs sich, Eingaben für die Monate Oktober, November sofort unter Beifügung eines ärztlichen Attcstcs an das Bureau des Vereins Jüdisches Genesungsheim, Berlin, Rosenstr. 2/4, zu richten. Bromberg. Ver ungefähr 1U• Jahren ist hier die Errichtung eines jüdischen Altersheims geplant worden. Für diesen Zweck haben bereits einige Jlcrreu grössere Summen gestiftet, so dass der hierzu vorhandene Fonds bereits 20 0ÜO Mark betragt. Der Bau ist zur Aufnahme von vorläufig 12 Insassen bestimmt und soll in praktischer Ausführung der Neuzeit entsprechend ca. 50000 Markjcostcn. Da hier ein dringendes Bedürfnis für Errichtung eines solchen Altersheims vorhanden ist, so ist hier Gelegenheit, gegeben, ein gutes Werk durch baldige Zuwendungen weiterer Spenden zu unterstützen. Spenden nimmt dankend Herr Fabrikbesitzer Robert Aron, Bromberg, entgegen. .י I \ V. . _ S«5״״lHlll,führcr dcf Vereine werden gebeten, dlo Uerlehta mögllchti knapp tu hatten und sie stets rcchucüta ctmusend״״ Uanaokrlpto nur auf oiao* Coltobo.Äbeal! UoutlioUo Cohrtf» I Borlln, Berliner Zionistische Vereinigung, Am Montag, dem 20. September, abends präzlso 9 Uhr, nndet In den SophlenstUen (Vfrchow-Saal), Sophienstr. 17/18, dlo diesjährige ordontllcho Goncral« Versammlung statt, wozu dlo Mitglieder der Berliner Zionistischen Vereinigung hierdurch cingciaden werden. Tagesordnung: 1, Bericht• des Vorstandes. 2, Bericht doa Kassierers und der Revisoren. 3, Wahl des Vorstandes und der Revisoren. Anträge sind vor Beginn der Versammlung beim Vorstande schriftlich einzurcichen. Besprechung über den IX. Kongress. Der Eintritt Ist nur den Mitglieder der Berliner Zionistischen Vereinigung gestattet.