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Jüdische Rundschau · 1909-08-13 · Heft 33 (13.8.1909) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 33 (13.8.1909)
Date
1909-08-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 379. t.־ ta, Icti j.־r loa 1 H'- I j ne I die j ich! tcr i ׳1 יי tes i Die »et» .tcr ibe Ifs• ren der »ul• cke »iinic cn- .0. irt• ns• ute llti* den and ngo den ini• : en• 1 bc• len, der truvill. will oritat• äste und ist. Iso n i c :en c n• r.11:, ist, 500 ■inic den, der;rr.d H der II ussi• 110• No 33. d* U LI) IG G UND SCHAU einen» AN־luss1:cb1ci« *»»geführt weide. Wir wolle»» jcliliessliel» um unser Werk die beide״ großen jiklL sehet» l'.irtclcu. das liberale und das orthodoxe judentun' gruppiere». Wem» wir mm auf unsere noch ganz kurze, vorbereitende latigkcit einen Blick werfen, so könne!» ttir mit Genugtuung fcststellc», dass uns vor allem dieses letzte, anssciordcntlici» bedentsaiuc, aber auch jchwierr.tc Werk gelungen ist. tis freut mich hervorlieben .’•׳׳ können, dass wir dies der Initiative und j,m!:!::eer.enkomnieii der $trcn!rgl.lubigcn Kreise in praii״in!: ״״d Berlin verdanken. Die führenden Persmilukkeiteu dieser Kreise hielten es für ihre Pflicht, an diesem Krossen, allgemein jüdischen Kemme׳•־•' erk mit/.iuirbciten, nacltdeiu ihnen die Sicltcrl» ■׳: gegeben worden war, dass dieses Werk - ent'-t׳■'cclieud den Ucbcrzcugunjrcn derjenigen, jenen cs zugute kommen soll — in vollen» Einklang mit den Anforderungen des überlieferten Judentums durel»t:e Art werden wird. Pn.cזי die Ereignisse in der Türkei werden!ו nun gedrängt, unsere Arbeiten mit der grösst• »» Intensitiit zu füll ren, um dem Appell .!• führenden Kreise der Jung-Türken tunheilst lv gerecht werden zu können. Me:־ . Herren, Sie werden cs in der Tat zugeben. s wir hier Mir einer historischen Gelegenheit stehen. .־.'׳ sich so bald nicht wiederholen wird. Die Türke braucht dringend Menschen und Kapit. I zur Inwcrtsetztmg ihre»* leerstehenden Gebiete, :iiiserc armen Glaubens gc»10sscn bc d 511:!! ebenso dringend eines leerste her»- den uebietes; und dass sich unseren wohlhabendi 1 il.nibensgcnosscn die Möglichkeit erscbiieSM. m diesem Koionisationsgebicie ihr Kapital miubrmu.tal anzulegen und gleichzeitig den Armen Existenz..•׳,gliclikcitcn zu verschaffen. Ist sicherlich tbeniaiis nicht zu verachten. Wen, wir aber ans Ziel gelangen wollen, können wir uns.!■■: moralische Kundgebungen allein nicht be- *ciir.iii.11;1. «<r müssen auch die finanzielle Seite ins Auge i.."•.׳!). Die A.J. K.O. wird in einem etwas »;•;deren Stadium, sobald sie mindestens eine halbe Miliimi u״־nmnelt und ihre vorbereitenden Studien abgewki* "•en hat. an die Gründung einer ErwerbsccscllseV.it. einer Landkoinpagnie oder Purzcllierungsbr.k tiei. ,.treten. Vor allem aber muss sie einen grossen Kolonlsatlonsionds schuften, um ein grosszügiges Ansiediungswerk in Fluss za!־ringen und dauernd für alle mit diesem Werk vabtiiulcnen Ausgaben sorgen zu können, die die;!ui li.winu berechneten Erwcrbsgescllschaften allein nicht zu tragen vermögen. Die j.i.iisclie Philantropic hat hier Gelegenheit, nicht mr einen der zahlreichen, vorübergehenden ’/.necke, *׳•mlern für ein Unternehmen sich zu he- Utige i. ü. s einem namhaften Teile unserer leidenden Okuibeite/eiiossct» dauernd zu einer gesicherten Evisitiiz verhelfen soll. Meine Herren, zeichnen Sie l1׳r den l'1,׳uls. der die landwirtschaftliche Besiedelang sm<| die Industricalisicrung des Orients durch Juden k■/.weckt und Sic werden den GriimiMein zu einem historischen Werk legen, für weiem s Ihnen noch viele Generationen der Judenheit dankbar sein werden. f4ü;.;;1uC110 ג«0ט .,ס! ג u», o.!\uliSC11Cf . m 9 •w %« *twvl< Mitglied der Kcpräaeata,1;cn*V0rsanm»lu1»s der Jüdischen Gemeinde in Berlin. Meine Herren! Auf das Ganze müssen wir unser Augenmerk richten, auf die Grösse des Werkes, das hier in Rede steht. Meine Herren! Dieses Werk wird vollbracht werden, weil cs vollbracht werden muss, weil seine Durchfiihrm1t: eine traurige Notwendigkeit ist. Von dieser Überzeugung muss sicli jeder durchdringen, der ein Gefühl hat filr das furchtbare Elend, in den» unsere Glaubensgenossen in Russland und Rumänien schmachten. Die Hoffnungen, die man auf die russisehe Revolution, auf die Umwandlung Russlands in einen Verfassungsstuat gesetzt hat, sind zu Schnnden geworden; der Druck, der auf unseren Glaubensblödem lastet, ist nur noch stärker, unerträglicher geworden. Systematisch gellt man in jenen Ländern darauf aus, die Juden seelisch und physisch zu Grunde zu richten. Ihre einzige Rettung bleibt die Auswanderung. Aber wohin ».sollen die Ärmsten sich wenden? Die sonst so »׳astfreundlichen Länder, England und die Vereinigten Staaten von Nordamerika, setzen der Einwanderung der ostcurapäisclicn Juden immer grössere Schwierigkeiten entj gegen; da ist cs eben unsere Aufgabe, für die Un- I glücklichen eine Zuflucht zu schaffen, wo sic durch Arbeit ihr Leben fristen können. Was ist natilr-; lieber, als dass man ihre Schritte dorthin zu lenken , sucht, wo sie nicht bloss geduldet werden sollen,! nein, wohin man sie ausdrücklich ruit? Und nun, da über der Türkei die Morgenröte einer neuen Zeit j aiifgegaiigeu Ist, da Ule Türkei sieh zu einen» Rechtsj Staat entwickelt und alle Sicherheit eines solchen für I Leben und Eigentum und freie Bewegung in Handel i und Wandel bietet, sollten wir nicht zögern, unseren gequälten Glaubcnsbriidcrn die Wege nach Palästina und den angrenzenden Ländern zu ebnen, zumal da ein grosser Teil der osteuropäischen Juden eine traditionelle Hinneigung zu diesem Auswandcrun»׳,sgebiet hat. Meine Herren! Sorgen wir dafür, dass uns nicht der furchtbare Vorwurf von unseren unterdrückten Brüdern gemacht werden könne: Ihr habt den rechten Moment,verpasst, Ihr hattet ci: in der Hand, uns unseren» Elend zu entrcissci» und einer glücklicheren Zukunft entgegenzuführen, aber Ihr habt durch Euer Zaudern und Zagen die günstige Gelegenheit ungenutzt vorübergcliett lassen. Die Urteile der Sachverständigen und die bisher erreichten Erfolge der Kolonisation dulden keinen Zweifel, dass der Boden von ausserordentlicher Fruchtbarkeit ist, er harrt nur der Münde, die seine Schätze ihm entlocken. Ich lege aber den grössten Wert darauf, dass nicht bloss die Bewirtschaftung des Hodens in grossem Massstube, sondern auch diu Industrialisierung dieser Länder Ins Auge gefasst wird, Hätte man denn, und mit solcher Geschwindigkeit, Eisenbahnen gebaut, wenn diese Länder nicht grosse RcichtUincr in sich bergen und die Schaltung von Industrien die besten Aussichten bieten würde? Vor iS Jahren gab cs in Palästina und Syrien noch keine Eisenbahnen; im Jahre 1006 waren nach einem mir vorliegenden Bericht bereits mehr als 1500 Kilometer Eisenbahn in Betrieb — in Der Heimat zm! Horst du den Sturm die Lüfte durchtosen. Furchtbar gepaart mit des Donners Gewalt ז Urelemente in nächtigem Kosen! Zürnende Gottheit die Wipfel durchhallt! Siehst du die Schar dort den Wald durchschrei- Mutij׳vn Herzens trotzend dem Grimm? Kein Wetter kann sic zur Umkehr verleiten, Zieht doch zur Ferne ein Geist sie hin. Ihren Hesattß verschlinget das Stürmen, leises Plustern nur zeichnet die Spur, Ob alle Kräfte im Wettstreit sich türmen, Friedlich erstrahlt ihres Herzens Flur. Mun ,ind sie am Kreuzweg dunkelumhüllet ־־־ Sie stutzen!-Wen hören sie nahnt Sehnendes Klingen die Nacht erfüllet, Jubelnde Chöre bald brechen sich Bahni Staunen, Entsetzen ergreift ihre ScharctA? ״Wer trotzt ausser uns noch dem Welten N'ur wir, die Diener des Einzigen, wahnm״ Lachen der Menschheit feindlichem 1urm Oa braust's durch die Nacht VJc^onien Als Antwort von drüben der Jubelgesang, Alljudas Klänge die Herzen durchziehen; ״Brüder, Brüder, dem Ewigen Dank!“ ״Wir kommen von Ferne jenseits des Wassers Und suchen wie Ihr der Heimat Gezelt, Durchwandern zum Ruhme des Weltenumfassers Leidenumweht, doch hofiend die Welt!“ — i t — Da dämmert der Morgen mit goldenem Scheine,! Der Siürme Gewalten gehen zur Ruh, Von fern winkt Zions heilige Reine, Vereint führt die Sonne der Heimat sie zu! Erich Mendelsohn. Ai8$€<2LÜ״N :• Ein Jude als Indianerhäuptling Dio letzte Nummer des ״American Hebrew" ent- . ..it eine Sensation, die jetzt in Amerika viel von sich reden macht und trotz der unsdattbwilrdlgcn, romantischen Färbung hier wiedergegeben werden soll, weil ״American Hebrew" zu den seriösesten jüdischen Blättern der Vereinigten Staaten zählt. Der Verfasser des Artikels, Mr. Philipp Cowen, erzählt u. a.: Der Jude, welchem bcschieden war, der Herrscher eines indianischen Stammes zu werden, stammte aus einer reichen jüdischen Familie in Deutschland, deren meh* dem einen Jahre 1006 sind 450 Kilometer cröiinet worden — und bald werden diese Länder völlig von Schicncnstrasscn durchzogen sein. Meine Herren! Sorgen wir dafür, dass wir uns nicht selbst mit dem Rufe an klagen müssen: ״Zu spät!"; dem» schon hat auch die Industrie־ nach demselben Bericht, namentlich von deutscher Seite, angefangen, sich dieser Länder zu bcmächtigen. Darum können wir nicht schnell und energisch genug das grosse Werk, das hier geplant und bereits begonnen worden ist, in die Tat umsetzen, damit unsere unglücklichen Glaubcnsbrüdcr nicht auch diese Welt weggegeben finden. Die technische Erschliessung des jüdischen Ansiedlungsgebictes (Üodcncntwässcrung. — Bewässerung. — Wegebau. — Parzellierung des Bodens.) Von Kultur - Ingenieur J. Treidel, Haifa. I. Üodcncntwässcrung. In der subtropischen Zone, wo ich seit zirka elf Jahren im jüdischen Ansiedlungsgcbietc tätig bin, hat die Bodenentwässerung eine weit grössere Bcdcutuug für den Staatshaushalt, als in der gemässigteu Zone, obwohl auch dort ihre Wichtigkeit nicht zu unterschätzen ist. ln der gemässigten Zone bezweckt die Trockenlegung feuchter und sumpfiger Niederungen die Verbessertmg minderwertiger Böden und die Gewinnung neuer Kultun'lächcn. Dieselben Vorteile machen sich auch für die Kolonisationsgebictc der subtropischen Zone geltend, dazu kommt aber noch — und das ist zweifellos das Wichtigste — die Verbesserung der sanitären Bedingungen der von der Drainage betroiienen Gegenden und ihrer Nachbargebictc.! Eine alte Erfahrung lehrt, dass Sümpfe und feuchte Niederungen in den Subtropen F'icberhcrdc [ sind. Die moderne Forschung schreibt die Uebertragung und Verbreitung des MalariabaziUus der Anophelcsflicge zu, die ihre Brutstätten in den sumptigen und feuchten Niederungen und stehenden Üewässern hat. Nimmt man durch Drainage dc5n Insekt die Lebensbedingung, so verschwindet erfahrungsgemüss die Malaria. Das stets wirksame Mittel zur Austrocknung der Süinptc und feuchten Böden ist die Drainage vermittels oiiener Grüben oder Drainröhren. Die Trockenlegung der Sümpfe vermittels Anpilanzung von Eukalyptusbäumen hat trotz des hohen Kostenaufwandes dieses Verfahrens nicht immer den gewünschten Erfolg gezeigt. Kleinere Sumpfgcbiclc findet man an der syrisehen Küste überall, wo das Meeresufer eine entwickelte Diincnbildung aufweist und wo die Dünenkette den Abfluss der im Winter sich reichlich bildenden Regenmengen verhindert. Diese Linie kleinerer oder grosserer Sumpfgcbictc lässt sich von Gaza südlich bis zum Promontorium-Album nördlich verfolgen. Weitere Sumpfbildungcn und nasse Böden, die zum Teil im Sommer austrocknen, findet man in den Mulden der grossen Ebenen, z. B. in der Battof- Ebene, der Ebene Jcsrcel, im nordöstlichen Winkel der Snrou-Ebene, in der Einsenkung zwischen Libanon und Antilibanon, der sog. Bcka'a, und vor allen» im oberen Jordantalc, der sogenannten llule-Nicdcrung. 1 rere Mitglieder in der New Yorker grossen Gej schäftswelt eine hervorragende Stellung cinnchmcn. i Er suchte für sich ein Tätigkeitsgebiet int Westen I und siedelte sich uui einen» der westlichen Territorien an. Durch seine Geschäfte kam er mit den Indianern in nahe Beziehungen; er gewann ihr Vertrauen und sie zollten ihm Liebe und Achtung. Eines Tages bot das Oberhaupt des Stammes dmn fremden Juden seine Tochter zur Prau an. Der Jude führte die Tochter des InülancihüuptVmgs heim und wurde bald darauf mit Einwilligung seines Schwiegervaters Zum Chef- Stellvertreter des Stammes proklamiert. Als der alte Häuptling sein Ende nahe »ühltc, berief er die Häupter seines Stammes und teilte ihnen mit, dass nach seinem ׳Jode sein Schwiegersohn sein Nachfolger werde. Diese Botschaft wurde mit grossem Jubel aufgenommen und der aus Deutschland sta»»»n»cndc Jude bcklcidete seinen Herrscherposten viele Jahre hindurch. Der jüdische Indianerhäuptling war ein überzeugter Jude, gab schliesslich seine Herrschait auf und zog mit seinen Kindern, die er beschneiden Hess, wieder in eine Stadt, wo er unter Juden jüdisch leben kann... Das klingt ־wie ein ersonnener Indianerroman, aber die Redaktion des Blattes behauptet, den Natnen des gewesenen ״jüdischen Indianerhäuptlings zu kennen, den Mr. Cowen nicht nennen will, um nicht eine Person zu kompromittieren, welche die höchsten, ethisehen Prinzipien des jüdischen Lebens in einer Gruppe amerikanischer Indianer eingeflihrt hat."

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