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Jüdische Rundschau · 1909-06-11 · Heft 24 (11.6.1909) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 24 (11.6.1909)
Date
1909-06-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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jJJEPISCHE RUNDSCHAU Seite 275. 1 I i ו f | f \ » s 4 ־ I . ז; 1 t i 1 i f l 1 ,1 11 r\. vJ/Ö ח ü / / -j c 1 ׳ U׳ V...! 1 U \> u Merkspruch Cs werden audt goldene Behren gopftackt, Winn man dem Unkraut zu (reibe rüdtt, (Talmud-Spruch) yn Morgen in Jerusalem zur Zeit des Herodes pic $‘׳.n׳־* beginnen in der (rlllicn Morgen• des Jnnimorgens zu verblassen, die \T,lsur י‘זיluviien• Tciiinils uiaelicii bei Fackel• 4cm dir :.*>e und melden ihrem Anführer, dass jn tuJs.’iiic: sei Die Priester, die in der ver• treuen N...ht keinen Dienst Imtten, stehen mm auf,!4mui c.i ־’׳•ul, Unten Ihre Amtsklelder ' «n und v Wl;vu 11. ״״ יי׳d Fasse in dom «rossen Bronze• 1 ,ki» «n \ rlmfe. Durch das Los wird ihnen die üvwrk•! .״:geteilt. Alsdant blasen sic in ihre Tr.'inpctcü. .;.!ss es weithin schallt, um das Volk in *er Sud! 1׳׳׳׳; Mor«en«cbct aufzufordern. Auf den Befehl des llauptioaims der Ten...cl• (,״;ho י . ״!ס die l.cvitcn nun alle Tempeltore. Die Y.:t'cwm׳■ für den Morgcngottcsdicnst, der in .׳tm Opfer!• eines Lammes gipfelt, werden begonnen. p;e As:l1c ees!|!«en Opfers wird vom Altar weg• -efezt und סיי Feuer entzündet. Dann holen die M^ik.np.c'1 ihre Instrumente. unc die «chc11i«ten Wi-rkzcnce. . ״• i״r den Opferdienst im Tempel Ver• utnJmiii! •'•den. werden von den Leviten auf einem siX'riwu I!vcli bereit gelegt. Nachher wird die tV.ichc .•!!י•׳ ,*.st. und die Pr-ester und Leviten, die;inen! P1u1>׳. :aten. begeben sich zur Ruhe. Die |!‘t Gebote " erden aufgesagt, und die Priester segnen \.U im.l verbunden das ״Schema", dem ein ücl'Ci ver.mue'it und eines folgt. Inz« 1>c!.v 11 beginnt es in der Stadt rege zu wer• Jen. und ua'.er den Zcdcrbiiumcn auf dem Oliven• Uw v er.U'11 die Verkaufsbuden geöffnet. In der S41.e des!viupels sehen wir die Vieh• und Qcflügel• LnJler. und die Geldwechsler eilen zum Tempel• mark! seihst. Dieser wird ausserhalb der Tempel• rjuern ahgchalten und entwickelt ein üusserst leb• Wies Treiben in allen Zweigen des Handels. Nicht jal^rmaim besucht den Morgengottesdienst n; Tempel.!«Imohl fast alle, denen cs möglich ist, ihr Gebe! durt verrichten. Manche besuchen die anderen Synagogen, an denen Jerusalem reicht Ist. So begeben sich jene beiden feinen Herren, die ganz t\־h grieciiischcr Mode gekleidet sind und griechisch nit einander sprechen, nach der Synagoge der Vcxandrincn. Die Bürger, die in den verschiedenen Handels*«eigen tätig sind, haben ihre eigenen Üe• Insorte. Ihn frommer Kupferschmied, der sich nach irr Syn;1k<׳gc der Kupferschmiede begibt, verspottet he beiden eleganten jungen Leute, indem er ihnen *״ruft: ״D.s Buch des Gesetzes sollst du Tag und Nacht im Sinne haben. Nun geh’ doch und finde!ine Zen ans, in der es weder Tag noch Nacht Ist, Hsdanח magst du die Weisheit der Qricchcn 5!”diercn." Jener 1Uc Mann, der einen Stuhl über seinem Me ir.igt, ist ein Rabbi, der sich nach dem Schul• Wne begibt, (l)ig Rabbis betreiben alle nebenher 1',ר Gev.erbe: sic sind Schneider, Bäcker, Ärzte, Agronomen, Architekten, Schreiber, Geldwechsler, ';״miede 11 sw.) Dieser alte Rabbi ist Schuhmacher ־־• wahrend eines Drittel des Tages. Rin anderes drittel va bringt er mit dem Studium und den Rest •:f Zeit im Gebete. Denn es heisst*. ״Tue iegUche Aft von Arbeit und gib nicht als Entschuldigung an: J;b bin ein Gelehrter und zu gut dazu." Er wird ' יי *u<i anderen gelehrten Männern begleitet, die ®ich der Vorschrift, reinlich und festlich gekleidet *Uf Andacht geilen. Sie zollen dem alten Rabbi die Sf'sstc Achtung, eingedenk des Sprichwortes: ״Wenn c״ köuig stirbt, rufe ,.Es lebe der König 1" Aber lfnn der Weise stii bt. so kannst du ihn nicht leicht ‘!setzen." Bcr ermüdete Kaufmann, der dort vorübcrzlcht, S':t niclu וין die Synagoge ein; er machte von der ^ubnis Gebrauch, sich nach der Reise 3 Tage vom bcbeie fern zu halten. Nach allen Richtungen hin zerstreuen sich die Andächtigen. Die meisten von ihnen schauen oft i:!;cu umher, denn sic wissen nicht, welchen neuen '1'»ahsakt Sie von König Herodes zu fürchten haben. •‘•י ehrwürdig uur-sclicndcr alter Mann mit langem ^t und 2 weissen Locken auf der Stirn murmelt **״״ Anblick des ״Theaters": ״Ich danke dir, mein und Gott meiner •Väter, dass du mich zu jenen *'*eilt hast, die in den Synagogen und Schulen leben, 0aJ nicht zu jenen, die Ihr Leben im Theater und Im Zirkus zubringen." ״Amen," fügt sein Weib hinzu, und indem sic ihre feuchten Augen nach dem Turm ccr Königin Mariamne wendet, flüstert sic: ״Wie gut, dass du nicht mehr unter den Lebenden weilst, edle Mariamne!" Inzwischen ist die Sonne aufgegangen, und die Zeit des Morgengebets ist gekommen. Jener Laden* besitzer. der zu spät zum Tempel aufgebrochen ist, bleibt plötzlich stehen und legt seine breiten Tcfillim um Kopf und Arm. Ein Arbeiter — auf einem Obst• bäum hült mit Pflücken inne mul betet in seinem Blättcrtcmpol. Ein anderer Arbeiter legt seine Hacke nieder, um das ״Schema" aufzusagen. Von allen Seiten tönt (lebet. Nur in des Herodes Palas: herrscht tiefe Stille. Der Tvinnu schläft noch, und Keim* Diener schleichen auf Zehenspitzen einher. Das Jüdische Volk betet, und jeder einzige Jude lügt ln (lcdnnkcit dem Gebete die Hute um Befreiung vo!\ der Tyrannei hinzu, Er betet auch in Gedanken für die beiden edlen Sölme des Hauses der Makkabäer, Alexander und Aristobulus. Auch der edlen Fürstin Mariamne gedenkt er, die ihr Gatte gemordet hat — dieser selbe Hcrod־.s, der jetzt seine Sölme im Kerker hält, wo sie zwischen Leben und Tod schweben. Wir wollen noch einen Blick in eine der Syna• gegen werfen. Sic liegt auf einem Hügel und ist ein einfaches Gebäude. Der Gottesdienst wird abgchaltcn. Die älteren Männer füllen die vorderen Blinke, die jüngeren sitzen bescheiden weiter hinten. InNach• nInnung des ewigen l ichtes im Tempel brennt ständig eine Lampe. Nach den üblichen Oebeten wendet sich der Rabbiner an die Gemeinde und fordert sic zu einem lauteren Lebenswandel auf. Mit Gleichnissen und Parabeln würzt er seine Predigt. Nach Beendigung des Gottesdienstes verlassen die Andächtigen die Synagoge. Eine lebhafte Unter• haltung spinnt sich unter ihnen an, sic besprechen die heutige Predigt und kritisieren den Rabbi. Ein ehrwürdiger Alter meint: ״Ich welss noch einen bessern Prediger als unsern Rabbi, — das ist das Herz, einen bessern Lehrer ~ das ist die Zelt und einen bessern Freund — das Ist Gott." Nachdem die Gemeinde das Gotteshaus verlassen, wird die Synagoge geschlossen. Diese dient zwei verschiedenen Zwecken: die Tagesfragen werden dort besprochen ohne Furcht vor den Häschern des Heredes. und — In der Hauptsache — vereint sic diejenigen Im Gebete, denen cs nicht möglich Ist, Ihre Andacht im Tempel za verrichten. k F» Mutter, Ich möchte . . I Von Kurt Abraham — Berlin. Mutter, Ich möchte ein Schaukelferdl Mutter, ich möcht’ einen Schecken l Und auf den Rücken, Mutter, gehört Ein Sattel mit silbernen Ecken 1 Heissal dann reite ich schnell wie der Wind Durch die Wälder und Wiesen, Und ich bekämpfe, wo ich sie find׳, Die garstigen Drachen und Riesen i Mutter, ich möchte ein Schiessgewehr! Mutter, aber kein schlechtes! Drachen zu töten, Mutter, ist schwerj, Da2u braucht man e\n echtes. Und die Riesen, die will Ich voll Mut Wie ein David besiegen, Dass sie alle in ihrem Blut Erschossen am Erdboden liegen! Mutter, ich möcht׳ einen grossen Sack! Mutter, Ich möcht׳ einen Wagen I Mutter, tch kann doch nicht huckepack Nach Hause die Schätze mir tragen! Gold und Silber und Edelstein, Das wird einmal eine Beutel Heissal König will ich dann sein Und höher als andere Leute! Mutter, ich möchte ein Königreich! Mutter, tch werd׳ es mir kaufen! Was es kostet, ist mir ganz gleich; Ich habe ja Schätze ln Haufen I Das kranke Kind und die Engel Von Arthur Silbcrglclt-Bcriln. Die Engel des Himmels sangen so süss, dass das Seelchen des armen, fieberkranken Kindes nach iimen Sehnsucht empfand. Doch konnte cs nicht heimkehren in die Sternonheinnt; denn Mütterchen, das un seiner Wiege stand, flehte zu inbrünstig: ״Bleib' mir, bleib* mir!" Die Engel des Himmels aber sangen imrncr süsser: ״Kommst du nicht!" So flackerte das arme Seelchen, wie das Lieht einer windimucliberührten Kerze zwischen Leben und Tod. Denn auch das Erdental ward ilmi schön durch die Liebe seiner Mutter und durch zuricn Blmnenduit mul Imlden Vogelsang. In dieser heiligen Stunde sandten die Engel des Himmels einen Boten, einen Stern, hernieder. Der schickte seine goldenen Aeuge• lein In die Knmmcr und sah liier ein Bild der Liehe: Mutter und Kind. Wie sic leise die Hund ihres Kindes egriff, sic koste und in sich hinein weinte, wie sie eine Rose in sein weiches Lockenhaar tat, als wollte sie ihr sterbenskrankes Kind für sicii oder zur Fahrt ins Jenseits schmücken. Alles das, was der Stern gesellen, erzählte er den Engeln. Als er von den Tränen der Mutter sprach, taute auch hinter ihren Wimpern der Schmerz auf. ״Soli das Mutter• herz zerbrechen? Lassen wir das Seelchen ihr!" ״Soll cs weiter in den Schmcrzcnslandcn pilgern?" ״So nehmen wir beide. Mutter und Kind, zu mis!" Und also geschah es. Das arme Kind zog auf Engel* schwingen in seine Sternenhrimat. und die Mutter- Seele folgte ihm den blauen Wolken zu, immer höher, Immer höher. Rösselsprung riet | iten | sei recht• Lei:* | (ung sc* , * lern Da• ZI• be• el• ler lieh SClial ni• el• nach Der lieh satt J öf• 1 &ader 11• 0• Heril ner Pro• I die 1 diu- 1 nen stl• gress ß«• strebt ,e« | des \ ) das » eher• ״' Tb•• sch• dor für i nls• 1 ' Der 0■ Kon• Itt• Helm• 1 °* 1 l er* i i 1u- 1! lc Pa• ten Volk 0• 1 41•! siät• i 1 Zl* , mus Die Einsender richtiger Lösungen erhalten eine kleine Reproduktion des Bildes des Mannes, von dem im Rätseltest die Rede ist. Die Lösungen müssen nicht nur den Text, souuern auch tten Zug des Springers geben. Lösungen bis 22. Juni 1909 an die Redaktion an ״Jung Israel", Berlln-Chnrlottcnhurg, Blelbtrcustrasso 49. Preisrätsel-Lösung R A H E L ISAAK MIRJAM FORUM H A M A N Richtige Lösungen sandten ein: Bcrilie u. Emma Elias, Mülhausen i. Eis., (7 und 10 Jahre alt), Ruth Ephraim, (11 Jahre), Posen. St. Adalbert 14/15, Samuel llallcnstcin, (17 Jahre). Kola a. Rh.. Dassclstr. 58. L. Kuciier, 09 Jahre). Wilmcrsdorf. Trautenau S'.r. 8. Ernst Marcuse, (10 Jahre). Berlin א.. Elsasscrstr. 20. Sally Parctzkin. Königsberg L Pr., Pliilosophcndnmmstr. 3 (12 Jahre), Leoni und Walter Salomon, Berlin N. 37, 07 und 15 Jahre). Dma Roscnthal, (ll Jahre), Wetzlar a. Lahn, Bahnhofsirassc 13, Emanucl Schercsclievvsky. Königsberg 1. Pr., (|0 Jahre). Knochcnstr. 35, Kurt Tischler (14 Jahre), Stolp i. P., Bliichcrpiatz 4, Ernst Wands• burger (12 Jahre), Berlin, Mendelsohnstr. 1. Hermann Sachs, Königsberg i. Pr. Mordcchai Korn, Mannheim. Von den Einsendern wurden die folgenden als Preisträger nusgelost. 1. Preis(Percz,Erzählungen): I.öonic und Walter Salomon. 2. Preis (Solomon .1. Solomon Künstler* Monographie): Kurt Tischler. 3. Preis (Elno Scrlo Ansichtspostkarten): Sally Parctzkin. 4.-6. Preis: Samuel Huiienstein, Dina Roscnthal, Ernst Marcuse.

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