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Jüdische Rundschau · 1909-06-04 · Heft 23 (4.6.1909) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 23 (4.6.1909)
Date
1909-06-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Sehe 260., JUEDISCHE RUNDSCHAU^ No. 23. eignen per sün lieh cii Lebens aiismachc. Dureli ihr 1> e r so 111 i e 11 e 8 Interessiertsein alt'der palüstinisehcn Kolonisation müssen die aktiven Zionisten allen denjenigen, die sieh für Palästina interessieren, ein Beispiel geben. Im l.uufe des letzten Jalir/elmis sind in Pal.'istluu Organe mul Institutionen entstanden, die die Niederlassuug daselbst bedeutend erleiehteru. Hs funktioniert daselbst eine Hank, der man in der Zeit der überfuhrt und der ersten Hinrichtung seine Kapitalien ruhig nnvertrauen kann. Hs existiert die ״Udula", durch deren Vermittlung man (Irund und Boden erwerben kann, ohne Gefahr zu laufen, unreellen Maklern und Vermittlern in die Hände zu fallen. Hs existieren dort ferner gute Sehulcn für die heranwachsende Jugend, cs gibt ein Infornmtionslnireau, das gewissenhaft Auskünfte erteilt, und •- last not least - es existieren Arbeiterorganisationen, die die Verteilung der ArbeltcrkrUfte im Lande regulieren und die Interessen der Arbeiter wahruehmeu. Was ober die Hauptsache ist: cs ist im Laufe der Zeit eine grosse Erfahrung auf fast allen Gebieten der Landwirtschaft und der Industrie gesammelt worden. Wer sieh jetzt in Palästina niedcrlasseu will, braucht nicht mehr ein Pionier zu sein, cs gibt bereits ausgetretene Wege für viele Wirtschaftszweige, so dass die Anpassung 1111 die Ortsvorliülmlsse jetzt unvergleichlich leichter geworden ist. Natürlieh ist es üusserst schwer, dem Lin/.ehieu bestimmte Anweisungen zu geben, wie er sieh an die paliistinischeu Verhältnisse anzupassen habe: das muss jeder auf eigenes Risiko hin tun. Wir können in folgenden bloss einige!•'ingerzeige von allgemeiner Bedeutung geben: 1. Leute, die über ein bedeutenderes Kapital (von IiHHin Rubel (Jo mm Mark) und darüber) verfügen, sind ein erwünschtes Immigrationseleineut. falls sie ausser ihrem Kapital auch ihre A r b c i t s - und U u t e r u e 11 m u u gs In s t mithriugeu. Mit solchen Mitteln kio.ii man sich mit Piautation oder Landwirtschaft beschäftigen, oder Handel und Hahri- Kation im kleinen betreiben. Der Erfolg ist natürlich von der persönlichen Tüchtigkeit und Energie des Unternehmers abhängig. Um ohne persönliche Beteiligung an irgend welcher Arbeit ausschliesslich von den Revenuen seines Kapitals als Rentier zu leben, dazu gehören dort, wie auch 111er, selbstredend viel bedeutendere Kapitalien. 2. Wer sieh in Palästina der Landwirtschaft widmen will, dum ist zu raten. Landparzellen von nicht weniger als 21111 I)miaut zu erwerben. Eine solche Parzelle kommt, wenn sic nicht in der Nähe von Jaffa oder den Kolonien des Jaffaer Kreises gelegen ist, auf ungefähr JodO—2500 Rubel (•JOon ~ 5fnD Mark) zu stehen. Infolge eines mit der Gesellschaft ..Gcnla" in Odessa getrofienen Abkommens übernimmt dieselbe den Ankauf von solchen Parzellen für einzelne Teilhaber ״der für ganze Gruppen zu folgenden Bedingungen: a) Jeder Teiihabet; schickt gleichzeitig mit seiner P.rkl.'irmig, dass er eine oder mehrere Parzellen zu erwerben wünscht, ein Aufgeld im Betrage von 500 Rubel für jede Parzelle. b) Den Rest des Geldes, das das Grundstück kostet, hat jeder Teilhaber im Laufe eines halben Jahres zu entrichten. c) 1111 Halle der Teilnehmer sogleich nach I alästina flberslcdclt, erhält er von der ״Gi'ula" eine ge* sonderte Parzelle nebst den Dokumenten, die ihm den Besitz des erworbenen H.igcutums sichern. d) Palls der Eigentümer aber nicht sogleich übersiedeln will oder kann, übernimmt die ״Geii'a ule Aufsicht über das erworbene Grundstück, dessen Verpachtung oder gesonderte Bewirtschaftung; letztcrcs jedoch nur Im Halle des Ackerhaube• t r i c b s. c) Die Hinkünfte der verwalteten Parzclte werden nach Abzug• der auf dieselbe entfallenden Staats- und (Icinehidestcuern und nach Deckung der Vorwnltimgkosteii einmal jährlich dem Higcntlimcr ausgezahlt. f) Bei einer genügenden Anzahl von Teilhabern wird an die Gründung einer Kolonie und die Krrieli* tung der notwendigen Gemcindebautcn und üffentlieben Kiurieiitungen (Synagoge. Brutmen etc.) herangetreten werden, wobei die erforderlichen Anfordcrungcii auf alle Teilhaber ״ach Massgabe der Grosse ihrer Parzellen entfallen. g) Halls aber eine Gruppe von Teilhabern es wünschen sollte, den aiigekaufteii Grund und Boden ausser zum Ackerbau auch zum P I a 111 a ge 11 ha ti zu verwenden, so muss die Gruppe diese Arbeit einer aus ihrer Mitte gewählten oder bevollmächtigten Person, die ihr Zutrauen besitzt, auftragen. Diese Person wird diese Arbeit für Rechnung und Gefahr der Gruppe ausfiiliren; dabei wird jedoch der Gruppe von Seiten der ״Götila" jeder nur mögliche Vorschub durch Informationen, Anweisungen und Ratschläge aller Art geleistet werden: auf Wunsch w ird d i e ״ü e u 1 a" auch die G c s e 11 ä i t s f ü h r n n g der Bevollmächtigten kontrolliere 11״ —!Adresse der ״Geula": Gesellschaft ..Geula", O el css a.) .5. Das unbestreitbar vorhandene und weitgellende iiatioiialgesiimte Schichten des Judentums ergreifende Streiten zur Auslcdlung 111 Palästina soll in der Horm der Bildung von Kolonisationsmuss ermuntert w erden. Hs ist dafür zu sorgen, dass gruppeu aus den i;inw01־mern derselben Stadt oder eines bestimmt umgrenzten Rayons nach dem Vorbilde der Gruppe ,.Menueho-Wcnachlo". die die jetzt blühende Kolonie Reehoboth gegründet hat. eine reale Gestalt aunclmie. Liner solchen Gruppe Ist es zu empfehlt.n. die cinfliesseiidcn GelJcr in der Angln- Palestiue-Cmiipaiiy in Jaffa zu sammeln und zum Zwecke sic 1* Ausarbeitung eines Planes zur Gründüng einer Kolonie, sowie zum Zwecke der Ausfülimm׳, dieses Planes unter Berücksichtigung der materiellen Mittel »1er Gruppe eine oder mehrere Personen aas ihrer Mitte nach Palästina zu entsende•!. Diese Delegierten werden dort von Seiten der Vor- Melier des Palüstinaressorts, der Angio.palestine• Company, der ,.(Uh.ln”, des Informatlnnshiireaus und unserer anderen Institutionen bereitwillige Unter- Stützung finden Dort werden sie alle nötigen An- Weisungen belammien mul auf diese Weise den gegenwärtig uns zur Verfügung stellenden, reichen Hrfahrmigsscliatz auf dem Gebiete der Palästina- Kolonisation sich zunutze machen können. Hiuc he- Minders tatkräftige und wohlwollende Unterstützung wird den sich bildenden Knlonisationsgruppcn, sowohl liier in Russland, als auch dort in Palästina, seitens der Institutionen und Vorsteher des Gjessacr Palästina-Komitees zuteil werden, das auf der ״״. längst staUgeliabten Generalversammlung diesbe. zügliebe Vollmachten erhalten hat. Die erste auf der erwähnten Generalversammlung zur Annahme gelangte Resolution lautet wie folgt; ״hi uiihctracht des In letzter Zeit zutage treten, den Strebens einzelner Personen und ganzer Grup. pen, in Palästina (irund und Boden zu erwerben, beauftragt die Generalversammlung'das Komitee, sich mit der Vereinheitlichung der Tätigkeit der. seihen zu befassen und mit allen iluu zur Verfügung stellenden Mitteln zum Vollziehen der Ankäufe selbst heizutrngen.״ •4. Hmctt neuen Impuls wird die K״lonisat׳on Palästinas erhalten, wenn cs m nächster Zeit gelingeit wird, eine Agrarbank zu gründen, welche die Aufgabe haben wurde, auf Land- und Hfiuscrliypothcken langsam zu a:; •.!!. sicrcnde Darlehen zu gehen. Mit diesem wichtigen Problem befassen sic'״ in letzter Zeit alle Hiihrcr unserer Bewegung. Die v!:n 2. bis J. März d. Js.in Köln stattgcliahte Koukr,;!׳ der Mitglieder des Grossen Aktions-Komitees ' .!t einen diesbezüglichen prinzipiellen Beschluss gefasst und eine aus zehn Mitgliedern bestellende Kon r..is. sioii zur Gründung einer Agrarbank eingesetzt. ׳:, t dem Aufträge, den Plan einer solchen Mypotia .1• bank atisziiarbeilcii und ihn dem nächsten K״ngr»Av.• vorzulegcn. Die Kommission hat die Aufgabe, nie juridische, finanzielle und ökonomische Seite dieses wichtigen Unternehmens klar zu steilen. In der K m. missioii befinden sielt ancli Personen, die die .1 1. ■. 1. sehe KoDmiaibank vorbereiten und grim.1.■:! initgeliolfen haben, und dieser Umstand verspricht ihren Arbeiten einen besonderen Hrfolg, Jeder Zionist muss sieh jetzt darüber klar sc■11. dass für unser Arbeit eine der wichtigste Phasen begonnen hat. Jeder ungenützt verstreichende l״c erscheint minuiehr als unersetzlicher Ver- Inst für unsere Arbeit in Palästina. Jedermann ist vcrpfMchtct. sein Schicksal unmittelbar oder mittelbar mit dem einen oder andern Zweige unserer Arbeit in!,alästina oder wenigstens derjenigen f ii r Palästina zu verknüpfen. Jedermann muss sieh dessen bewusst werden, und dieses lJewusMv.i,1 dem Kreise seiner Nächsten einf'össcu. dass der Ins••1,: unserer Tätigkeit ausschliesslich von unserer Kiiercic, von unserer )lingebcnden zielbewussten Arbeit an der Kouzcmrutiim unserer materiellen, physischen und geistigen Kräfte in Palästina abhängig sei. rS gl * Alle Anfragen betreffs Organisation von Kolanisatioiisgriiiipeii sind an eine der nachstehenden Adressen zu richtent 1. Au das Komitee der Gesellschaft zur Unter- Stützung jüdischer Ackerbauer und Handwerker in Syrien und Palästina, Odessa (Russl.). Awtseliinikorski Gasse 12. 2. An die Gesellschaft ״Geula*‘, Odessa, Ricliclieustrassc -J8. 3. An Herrn B A. Goldberg. Wilna, Alex.ni• dcr-Doulevard No. 18. Das Zcntrul-Komltee der zionistischen Organisation. Zum Glücke noch für den unglücklichen Heller bekam der Kommandant in dem Augenblicke, da ihm das Verdammungsurteil zur Be* stütigung unterbreitet wurde, den hocherfreu* liehen Bericht von dem Waffenstrecken Görgey’s bei Vilngos. Die Revolution war als beendigt zu betrachten, und in seiner Freude darüber fühlte er sich bewogen, die verhängte Todes* strafe in eine lebenslängliche Haft zu verwandeln. * Der Vorgang bei Vilngos verfehlte natürlicherweise auch die erhoffte Wirkung nicht. Das Waffenstrcckeu von dreissigtausend Aufständischen lähmte die Insurrektion nach allen Seiten. Auch die Festung Komorn ergab sich, und die kaiserliche Gnade amnestierte die Iie* Satzung. Unter den Amnestierten befand sich auch Sebastian, der sich nun nach P . s, seinem heimatlichen Orte begab. Ach, in welch einem bejammernswerten Zustande traf er hier die Familie seines ehemali* gen Prinzipales! Der Judengemeinde zu P..s wurde wegen der vermeintlichen Verräterei des Herrn Heller, als ihres Kommune-Mitgliedes, eine Strafe von vierzigtausend Gulden auferlegt. Ganz natürlich, dass mail zu allererst nach der Habe des verräterischen Urhebers griff, wodurch dessen Familie in die äusserste Dürftigkeit ge* riet. Johanna arbeitete Tag und Nacht, um das Haus zu erhallen, was ihr aber nur kärglich gelang. Diese ungewohnte Anstrengung, ver* bunden mit dem tiefen Grame über das harte Schicksal ihres unglücklichen Vaters, hatte ihre sonst rosigen Wangen gebleicht; ihre schönen blauen Augen, sonst die Wahrzeichen ihres hei* tern Gemüts, waren jetzt matt und gerötet. (Schluss folgt.) Der Sternensohn Prolog von Alfred N ossig. (Anliisslicli des IV. Jüdischen Turntages zu Berlin.) I. Kr war der letzte der Hebräer, Des Volks der Helden und der Scher. In seinen Gliedern glimmte noch Makkabls Mark, ־ ITink war er wie der Hirsch und wie der Lowe stark. Wie eine Säule war er von stolzen! Marmorstcin Und ragte königlich, ein Turm von Elfenbein. Er schleuderte den Helsblock wie einen leichten Ball Und keiner brachte ihn, der mit Ihm rang, zu Fall. Was war's, das ihm, gleich Sirnson, so hehre Macht verschafft? Der Sternensohn zog aus den! Himmel seine Kraft. II. Gebrochen sank Israels Hcste. Die Welt durelniuerten Judas Rcslc. Hern blieb der Stamm der Wanderer dem Schwert } und Pflug, Hr leine für das Buch nur, das er mit sich trug, n r ttn ^‘״Kte sich, cs senkte sich die Stirn. Der Koiiicr schwand, cs blieb nur Seele und Gehirn. ן Doch dass er Sternensohn, vergass der Jude nie!־.:: er ward zum Volk der Priester, zum heiligen Volk der Pflicht. Das war das zweite Reich, das Reich der Willenskraft: ln einer morschen Hülle der Geist, der Wunder schafft. III. Voilendet nun das Werk der Zeiten Ihr, Krstlingssühne der Befreiten! Sdd wie*diO )f°lkCS HcIdcn^rpcr wieder auf. Doch'sei dir wlc ״irschc N‘״k i1״ Lauf. Macht des Amis der Schwung der Seck p, K*ClCu« -mt ^1vverpU.nd Buch, so zeugt Ihr Judas drittes Reich. uüd blick zürn HlmmcY Junt* r *‘f‘ClLa1״cUban0"hnl Ein *!ober M 111m01ף׳ ung-Barkochba, Stcrncnsohnl £.״ m0ric״> “n<1 doch voll Oeiiiciknll. de du :ur Statue, die lebt und schafft!

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