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Jüdische Rundschau · 1909-05-14 · Heft 20 (14.5.1909) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 20 (14.5.1909)
Date
1909-05-14
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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li ij;J> n JUEPlSGIiS RUNDSCHAU Seite 231. - ,.j ■ /) u V, ח\! n y u Preisausschreiben Veeu Un jour, mon coeur l’a ddcldd, חסוין cccur, un jour, tiendra parole! Avant que 0ur mon front ridd La mort ehante 6a gaudrlole, Avant qu’encore 601t' dvolu C6 6'.£cle, Je tiendra! parole — je vcux aller au Capltole, {Ion cccur, un jour, Fa rdeolu. Avant cncore que mon sang Se verse au Peuple en obole, A fr.A-cro prd, mont, ual, dtang 3'irai, mon coeur tiendra parole. 3usqu’ä Roma la Perflda Sana culrasse j'iral, sans eabre, Reconqudrir un canddlabre 3adl6 emportd de Guda Et piantd sur un arc antlque Par un grassier soldat romain. Duii de la race Ldvitlque 3e suis, et de ma propre maln 3c vcux öter ce canddlabre Et Ic rallumer sur le Mont — Avant que la mort sur mon front Alt dansd 6a danse macabre. 30eeph Marcou-Barouch. Für die beste deutsche Nachbildung dieser Verse sct/wn wir einen Preis von 25 Mark aus. Cinscndungwi ohne Namcusangabc, nur nilt einem Kennwort versehen — Name und Adresse des Vor• hssers in geschlossenem Kuvert mit glolchcm Kenn• wort lie'miiiigcit! — müssen spätestens am Frei• uc, dem l\ Juni 1909 ln unseren Händen sein. Die Prüfung erfolgt durch cind literarische Kom• misslmi. deren Zusammensetzung noch bekannt ge• leben werden wird. Das preisgekrönte Qcdicht wird In der ..Literarischen Rundschau“ der ״J. R.“ veröffentlicht. Redaktion der ..Jüdischen Rundschau.*' gründlich und schneidig — und diese schon vor hundert Jahren ebenso deutliche und ebenso frei• mlltlgc Kritik soll zu einer Verjüngung' des Judentums führen? Man führt die Hand zur Stirn: hfllt Lazarus, was er so pompliaft verkündet? Nein, tausendmal nein. Er hat nur den tausend Schriften und Schrift* chcn gegen die Orthodoxie ein 1001. hlnzugefügt. Musste das sein? Wer wclss, ob nicht dieses Büch• lein, von dem sich der Meister, gerade auch für das Verständnis seiner eigenen Persönlichkeit, so viel versprochen hat. der ■unbestrittenen Sonne seines Ruhmes einen Nebelfleck nuftragen .wird. Und wenn cs noch Sinn hätte, die Orthodoxie zu bekämpfen: aber die Fanatiker hören nicht auf die Stimmen der, Vernunft, die Lauen aber und die Neuorthodoxen untergraben schon genug selber den ohnehin schwan• kenden, Grund ihres Baues. Aber Immer wieder die Frage: wie konnte Lazarus seine Qcdankcn für so originell, seine Methode für so wertvoll halten, dass weitgehende Wirkungen ihre Folgen sein würden? Wie weit hat uns denn die Reform gebracht? Und ging sie nicht bis aufs prophetische Judentum zurück? Hat sie nicht zu erfüllen gesucht, auch sic ״treu und frei", was Lazarus der Erfüllung wert schien? Nein, die religiösen Nöte unserer Zelt liegen viel, unendlich viel tiefer. Es handelt sich heut nimmer um das Fahren am Sabbat oder um die Verbindlichkeit des Schulchnn Aruch überhaupt; ja, cs handelt sich im Grunde auch nicht mehr allein uni die Alternative: prophetisches Judentum oder Tradition, sondern das ist die Frage: Religion oder nicht?! Uns moderne Menschen bewegen und erregen nicht dog* matlschc und rituelle Probleme, sondern religiöse: was wir brauchen, das ist die grosse Einarbeitung־ unseres religiösen Empfindens ln das neue Weltbild, das uns Geschichte, Naturwissenschaft und Soziologio geben: das ist die innere Ausgleichung religiöser Demut und weltlichen Kraftgcfühls. Das gäbe eine Erneuerung des Judentums, wenn einer käme und, religiöser Begeisterung voll, uns den schweren Weg wiese vom alten Land des Glaubens Ins neue des Wissens, des Nichtglaubcns. Und davon hängt auch am Ende der Fortbestand der Religion des Judenturns ab: ob die notwendige neue Synthese gefunden wird. In nlchtlüdlschen Kreisen Ist man uns weit voran, Im Suchen wenigstens; mit dem Finden hat'» freilich noch gute Weile. Aber wenn wir Juden nur erst beim Suchen wären! Der uns das lehrte, der dürfte sich wahrhaft ״Erneuerer des ■Judentums“ nennen, Dr. Bruno Klrscbncr. Bücher-Besprechungen Die Krnouerung dos Judentums. * Ein Aufruf von Moritz Lazarus, Berlin, Georg Reimer, 1909. Sechs Jahre nach Ihres Mannes Tode übergibt N'ahida Lazarus sein Vermächtnis an seine Glaubensgenossen der Ocffcntllchkclt. Warum so spät? Well sie erst jetzt den Augenblick dazu gekommen glaubt; \\ eil in all dem Ringen nach Aufklärung, nach Befreiung, wie sic cs In der Judcnhcit plötzlich «jlirzimchmcn meint, der Führer zu fehlen scheint, Der soll :ms mm Lazarus werden. Viele Leute, die warmen Herzens und offenen Auws mitten im pulsierenden Leben des Judentums stehen, werden erstaunt sein zu hören, dass sich cht neues Ringen nach Aufklärung Im Judentum fühlbar njichen soll, in der Tat, man weiss nicht, was die Herausgeberin mit ihrer Vorbemerkung will. Sic Mit etwas nach Pose aus. — Aber vor allem: was »>t uns Lazarus? Zeigt er endlich, ein neues rcli• Cioscs Genie, den Ausweg aus den religiösen Irrunscn. in denen wir uns tatsächlich — aber nur schon fcdtt l:mgc —!)cfindcn? In dem Masse, mit dem "51! ווג irrend und voller tiefinnerster, ernstester Spannung an das Werk hcrangcht, In dem Masse )*'ird m״n bitter enttäuscht. Gewiss, ein echter Lazarti;;: scharf, geistreich, wahrheitsuchend, ehrlich *!impfend: aber ist in dem ganzen Schriftchcn auch ז״ין ein neuer, erlösender Gedanke? Lazarus bc• Kämpf! die Orthodoxie, unbarmherzig und mit ge• K'chtcni Spott: cs gelingen ihm ln diesem Kampf Prächtige Hielte, die sitzen und schmerzen; aber das bilde der Orthodoxie soll der Beginn einer neuen f«kR,scn Acra sein? Er lächelt über die sogen. Moderne indische Wissenschaft, er empört sich über ••kasuistische Spaltung der Begriffe“, er vor- Pcntct den ״Buchstabcndlcnst“, malt die ״Gefahren Autoritätsglaubens" aus, wl§ gesagt, überall Dlo Kunst dos Radlcrcns, ein Handbuch von Hermann Struck, verlegt bei Paul Casslcrer In Berlin, mit 94 Abbildungen und 5 Originalen. Ein wirkliches Verdienst nennt Kcrr in der etwas derb gehaltenen versifizierten Vorrede dies Buch aus der Feder unseres bekannten Ocsinnungs* genossen Struck, und er hat Recht damit. Künstler und Dilettant können glclclmiässl^ daraus lernen, In knapper und klarer Form werden wir belehrt, wlo Kupferstich, Radierung, Holzschnitt und Lithographie entstehen, Aquatinta und Scliabkunst, Crayon und Vernis mou sich unterscheiden. Aber das Buch zeigt mehr, als das kunst- und hatidwerksmässigc. Es bc• reichert uns nicht nur um totes Wissen, sondern cs gibt uns einen völligen historischen und künstlerischen Uchcrhlick über die edle Kunst des Schwarz und Wclss, lehrt uns die Intentionen der grossen Künstler der Vergangenheit und Gegenwart verstehen und In Ihr Wesen und Empfinden clnzudringcn. So wird cs zu einer Art künstlerischer Anleitung überhaupt, zu einem Lehrbuch, aus dem man reichen Genuss schöpft. Aus Jeder Seite des Werkes spricht zu uns die starke und wahre Individualität des strebenden Künstlers, der mit sich selbst wie mit den anderen zu Gericht geht, stets von dem Verlangen erfüllt, dem Schönen und Wahren zum Siege zu verhelfen. Das Studium des Buches wird belebt und angeregt durch eine Fülle von O r Iglnalr adle* rungen und Reproduktionen, die uns die Eigenart der Meister und die Wirkungen der einzelnen Verfahren anschaulich vor Augen führen. Mit Liebe und Sachverständnis sind die besten Werke ausgewähit und dem Text cinverlcibt. Eine Bc. sprcchung der Blätter erleichtert Jhr Verständnis, und selbst da, wo wir bei dem Schüler Llcbcrmanns einmal glauben, dass er den andern Richtungen nicht ganz gerecht wird - wie bei Earlom - freuen wir uns des Subjektiven, das so ehrliche Bcgclstc• rung atmet. , ״ Jedem Kunstfreunde sei das prachtvoll ausgcstattete Buch bestens empfohlen. Ad. Fr. Aus Israels tehrhallon. Kleine Midraschim zur Jüdischen Esclmtologic und Apokalyptik. Zum ersten Mal übersetzt und durch rcligionsgcschlchtliclic Exkurse erläutert von August Wünsche, III. Band (1, Hälfte). Eduard Pfeiffer, Leipzig, 1909. Man muss dem auf dein Gebiet der Midraschforschung ganz besonders als Autorität geschätzten Verfasser für die Ucbcrsctzung und Bcarboltung die* ser sehr Interessanten Beiträge, denen noch zwei Bände folgen sollen, sehr dankbar sein. Slo sind speziell zur Erkenntnis und zum kausalen Verstund* nls vieler christlicher und islamitischer Vorstellungen cschatologischcr Natur fast unentbehrlich und haben also Im höchsten Grade rcllgionsgcschichtllchc Bcdcu• tung. Eine eingehende Beurteilung wird erst möglich sein, wenn die ganze Reihe der Lchrhallcn vollstän• dlg vorllcgt, was hoffentlich batd der Fall sein wird. Dr. Bruno KI r s c h n c r. Anlässlich Ihres IV. Turalagcs, der zu Pfingsten in Berlin stattfindet, wird die Jüdische Turnerschaft eine Festschrift hcratisgcbcn, für die bereits eine grössere Anzahl wertvoller Beiträge vorlicgcn., Die Schrift wird vom Bureau der Turnerschaft, Berlin C״ Alexandersrasse 39, III. Aufg. B״ zum Preise von 75 Pf. zu beziehen sein. Zeitschriftenschau Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden, 5. Jahrgang. Mai 1909, Heft No. 5.!.Ab- Handlungen. 1. Dr. occ. publ. Jacob SegaII: Die Bewegung der Jüdischen Bevölkerung in Preusscn im Jahre 1907 mit Rückblicken auf die früheren Jahre. 2. Maximilian Paul Schiff: Zur Statistik der Kriminalität der Juden. 3. Jüdische Wohlfahrtspflege zu Berlin. II. Statistisches Archiv. Krüppel unter den Jüdischen Kindern in Berlin, Austritte aus dem Judentum in Berlin 1907 und 1908. Jüdische cingcwandcrte Insassen in Straf-, Bcsscrungs* und Wohltätigkeltsanstaltcn in den ״Vereinigten Staaten.“ III. Mitteilungen. Verein für Statistik der Juden In Berlin. Jahresbericht des Vereins für die Statistik der Juden in München fllr 1908. Palästina, Monatsschrift für die Wirtschaftlichc Erschliessung Palästinas, 6. Jahrgang 1909, No. 5. Robert Doucct: Die neue Türkei, — Fritz Lorch : Die deutsche Kolonie Haifa ln Palästina II. Dr. Hlllel Joffe: Die sani* tären Verhältnisse Palästinas. Aus der Schulweit. Aus den Hauptstädten. Aus den Kolonien. Handel und Verkehr. Verschied encs. Briefkasten. Jiidischo Turnzeitung. X. Jahrgang. No. 3- 4. Monatsschrift für die körperliche Hebung der Juden. Der IV. Jüdische T u r n t a g. Verbandsfonds Muskcljuden und Nerven- Juden. Von Sanitätsrat Dr. M. Jastrowitz. Ein Wort an die ״Alten Herren". Körperkultur, Von Erich Burin. Nationalismus In der indischen Turnbowegung, Zehn Jahre Finanzwirtschaft des Bar Kochba. Aus der Jüdischen Turn er weit. Vermischtes. Büchcrschau. Fürs prak- 11 s c ho Turnen. Eingegangene Bücher nicm itattfmdtn. Dia mit bczclchncten Werk« «(ad b«teU& lur Besprechung vergeben. ««ז«» * Ewlgo Weisheit. Spruchpocsic des Talmud. Ucbcrsctzt von Max Weinberg. Verlag von Otto Hendel. Halle a. S. (No. 2096—2099 der Bibliothek d. Qes.-I.it. d. ln. u. Ausl.) 1.— Mk. geh. 1.35 M. Bessere Ausgabe 1.75, Geschenkband 2.50 Mk. * Dlo Judcnfrage In Russland. Vom Dumaahguordneten L. N. Nissclowitsch. Verlag Jlidisehe Rundschau. Berlin SW. 68. 1909. (0.30 Mk.) * Die Israelitisch - lüdlscho Hcllandserwartung. Von Dr. thcol. et phil. Ernst S c 11J n. (Aus ״Biblische "י!‘;. U,'u Streitfragen zur Aufklärung der Gebilde- Jc£ }•5 ״•J«us®ä?• ,YcrlaF Gross-Lichterfeldc-Borlin. 1909. (lr- Mk.) . Naumann. 6. Auflage. Verlag der ״Hilfe", Bcrlin-Schönebcrg. 1907. (Geb. 4, - Mk.) * Dlo Legende des Basischem. Von Martin Bub er. Literarische Anstalt RUttcn und LociUng, Frankfurt a. M. (6,— Mk.; gcb. 7,50 Mk.) * Heinrich Heines Memoiren. Nach seinen Werken, Briefen und Gesprächen. Herausgegeben von Gusta v Ka r pcles. 3. Auflage. Berlin. Verlag Karl Curtius. 1909. Preis 4 Mk״ gcb. 5 Mk.. mit Ooldschniit 6 Mk. i ff 1; f »4 4 1 y I i i I ■׳• t, ff

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