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Jüdische Rundschau · 1909-05-14 · Heft 20 (14.5.1909) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 20 (14.5.1909)
Date
1909-05-14
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 229. jUEDISCHE RUNDSCHAU dieses Vcriahrc». was Oie Polizei icdocli vor- Pas nörsciikomitcc protestierte darauf in *ä! an das Handel*״»!«istcrium gerichteten Tele” £ Sn ccecu die ungesetzliche Handlung der Ad- 5S"1tion•!?״ |irotc,st *f bis letzt unbeiwtet geblieben und so Jetzt erneuert werden, vr RcßicrMiKsamwrat funktioniert eben in Russland Jar dann pronipt. wenn cs siel» um Massnahmen c c c c 1* Jic J,K C״ Handelt. Bei einer Audienz des Führers dcr äussersten ,..;•teil in der Puma, Markow, beim Zaren ׳.« jiewr sicli geäussert haben, die Revolution Rech dl »erde , . , ■ _ Revolution s״ auch in der Türkei von!״-siden Siiiiimillmjon gemacht. Echte Tür- 1 e e b e e s in! t c r den .1 tt n g t il r k c n diese ״., iilier.illi 11 .!,t! Pieselbcn Vorgänge. wie in der Türkei, f;rdcn sieh auch in Russland abgespielt haben, wenn I k.. ■1 *.^111 J• u ...h _ _ m i. ״ite Pinna nicht aufgelöst worden würc. Der!1 ״>Jauftr;11־.te Markow, der Fraktion der (lussersten suchten <d• '• den Wortführern der Verbündior) *i!!cn Kaiserlichen Oruss zu entbieten. Unter . echten Türken״ scheint ״Väterchen“ oin iv״jani /« den ״eeliten Russen“ zu verstbhen. Und ,lfl!1!!,!ן er allerdings redit — so was ßibt’s unter ‘in Ju1Ktiivi.cn nicht! Eoglanü Professor Marks, der ültcstc Rabbiner UnJoiis. ist (in Alter von 97 Jahren in Maklcnliead ״•citorl'cii. Sem Ruf als Gelehrter ist weitverbreitet, 5״d nicht miinier bekannt und viciunistrittcii ist sein Sa:;e als Ne nerer, als Gründer der Rcformgcmclndu i# England. M lbst seine Gegner — und er hatte ,׳:reu nicht ’• eilige, wie es bei einem Reformator des!:!!;.disch.n K'miclls kaum anders zu erwarten ist, — ״kniiui N'iliitf seine ausserordentlich rciclicn Wiiscnsscli.!: c an. Pas llehrüisehc war Prof. Marks (;;{!!!liehe Muttersprache, die ihn sein Vater, ein (inccr T.ilnaidforsclicr, noch vor der englischen :{Ute. tseine ausgedehnten spütcrcn Studien machten Wiss.'.i /n einem universellen. — Prof. Marks T.-J schiies^ ein Kapitel in der Geschichte der eng- :.«.•reu Jude!:, einen Kampf, den er stets nur mit den ihr/v’hMci! Mitteln führte. Und wie man sich auch tu wiiiui I'r i./ii'iei! stellen mag, man muss sein konk.!uciit 1l11!\!1k׳/!iihr.tes Lebenswerk voll Klirfurcht nrkunieii. ■ Oesterreich i's durfte nicht allgemein bekannt sein, dass in ü.ui eine iiirKlscli-jiidisclie Gemelndo existiert, welche im II. iiczirk einen eigenen überaus prunkvf׳;! aiiWi't.itt.tcii Tempel besitzt. Dort .’and Hingst Anlass 1!ks Regierungsantritts Seiner Malcstüt dee Sultans M״hammtd V. und auch aus Anlass des Reimes der neuen freiheitlichen Acra in der Türkei t;11'e s tc ״tt es dienst statt, an dem auch der;:׳׳h.1111״H>1:1m',el1e Teil der türkischen Kolonie, der!-tMwh• 15׳;schaitcr und das gesamte Botschaftsrm״nal teüiiuJmicn. Der Oherkantor, begleitet vom C:׳ rptrsi'iui!. brachte den Freiheitsmarsch zum Vormnl der ״Cliaclinm Papo“ lticlt vor der geöffr׳vten l'iiii.iesi.iile die Pestpredigt, die mit einem CcKt tut dui neuen Sultan schloss, Rumänien Das rumänische Ministerium für Handel und '••׳u׳rhe; 1-t vinen Bericht iilnrr die Lago der ar- Wicnden Klassen dieses Landes heraus, der In der «bclinit für Demographie und Statistik der Juden! Herrn M. Schweig aus Bukarest besprochen *"י!• Aus »liesein Bericht rrcht hervor, dass von j y*r Gesamtzahl von 127 841 Arbeitern 25184 Juden 1 *;:A wahrend das Verhältnis der rumänischen Ar- |-!c; zu der Gcsamtbevülkcrunc nur 1% Prozent mt.1zt. Das erklärt s'clt durch den Grundsatz, die hilcn nus allen freien Berufen und *ihn Handelszweigen in Rumänien » ׳^Jimsz n 11 r ii n g c n. so dass sic ein Qewerbe | tv.crnen müssoi. Per Rumäne indessen, der auf! ust Weise wenig Konkurrenz in den anderen Be- ׳“ica zu beiärclitcn hat. hält das Handwerk für ent- 1"'«סח nmi /icht es vor, sicit mit Politik oder Handel מ befassen._ Per Präsident der Handelskammer ״Jassv hat kürzlich einen Bericht zusammcna'c- :1״. der ,.vicl'.tigc Momente für die Juden enthält. 'ז?ג darin, dass die ökonomischen Interessen des fhs ernstlich durch die Tatsache leiden, dass dlo?*" ׳״eilt als Mitglieder in die Handelskammer ge- V'•‘1 werden kennen. Bei verschiedenen Anlässen h der llaiu'clsminlstcr ihn nach Informationen r gewisse Handels• und Industricangelcgcnheitcn 1*tt. über die nur die Fremden (Juden) in dor '‘t waren. Bescheid zu geben. Er hat sich an dloso Aufsclilnss gewandt, aber sie haben sielt• W• A,|M;unft zu erteilen, und or muss Union 'Widitcii, wenn sie als Grund lltro Nichtzulassung rtnt”0lli,clsJ<nmmcr angelten, Wonn das Stimm• t ihnen nicht zucrtclit wird unter dem Vorwände, ״ Mo nicht Rumänen solcn, so sei cs notwendig Ä* *H feieren, dass ihnen die Erlaubnis gibt, *strordcntllciio oder korrespondierende Mitglieder «erden. Türkei Aus Saloniki wird uns geschrieben: ln neuerer Zelt melircn sieb in erfreulicher Weise die Anzeichen dafür, dass der frische Wind, den die 1 reilicitsbcwegung in das politische und Gesellschaftliehe Leben unserer Stadt gebracht hat, auch auf das Leben Innerhalb der hiesigen Jüdischen Gemelndo eine belebende Wirkung ausübt. So wurde dieser Tage unter Vorsitz der Leiterin der hiesigen Allianzschule ein Verein ehemaliger Schülerin- יז c n der genannten Schule gegründet. Per neue Verein erfreut sich eines ganz aussergewülmliehen Zuspruchs und zählt trotz der kurzen Zeit seines Bestehens bereits die stattliche Anzahl von 60 Mitgliedern, Den Mitgliedern des Klubs wird unter anderem die besondere Vergünstigung zuteil werden, an einem Samarltcrkursus tciliieUmciv zu dürfen, den einige angesehene Aerzte der Stadt zwei* mal wöchentlich in der ersten Klasse der Mädchenschule der Allianz nbhaiten werden. Nach Absolvie• rtmg von 25—30 Stunden werden die Schülerinnen zu einem Examen zugclassen. Gerade durch diese ätisserst moderne Einrichtung hofft man auf das geistige und sittliche Niveau und die häuslichen Tugenden der hiesigen jüdischen Jungen Mädchen einen wohltätigen Einfluss auszuühcu. Eine Bibliothek religiöser und profaner Literatur, Diskussionsabcudc und gesellige Veranstaltungen sind des weiteren im Programm vorgesehen. Tunis Der bekannte palästinensische Agronom Aaronsohn, von dem wir vor einiger Zeit mitteilten, dass er zu einem der Vizepräsidenten des kürzlich in Tunis nbgchaltcncn botanJschc'tt Kongresses gewählt wurde, besichtigte vor einigen Tagen im Interesse des Vereins ״Oclbaumspende״, der bekanntlich die Wiederauf• forstung Palästinas mit Oclbatnmväldcrn bezweckt, und der in Palästina zu errichtenden landwirtschaftliclicn Versuchsstation die herühmten 0 e 1 b a u m w ä I d c r von S f a x (Tunis), die ungeheure Flächen Landes bedecken. In der Schlusssitzung des botanischen Kongresses hielt Herr Aaronsohn einen Vortrag über die zlon Ls tische Kolonisation Palästinas und die landwirtschaftlichen Erfahrungen itn Vergleich zu den in Tunis und Algerien gemachten, ln einem geschichtllchcn Ucberblick über die Entwicklung der Kolonisation Palästinas und die dort begangenen Fehler zeigte Herr Aaronsolm. wie auch tlicsc Fehler die nämlichen seien, die man auch in Algerien und Tunis nicht zu vermeiden gewusst hätte. Weiter sprach Herr Aaronsolm über den Fortschritt der Kolonisation in den letzten Jahren, der einer besseren Kentnis und Bewertung des Milieus und der Wirtschaftliclicn Methoden zu verdanken sei und lud am Schluss seines Vortrages die botanische Gesellschaft ein, eine ihrer nächsten ausserordentlichen S i t z u ngen in Palästina abzuhaltcn, wo sic ln der Lage sein würde, sehr viel zu sehen und zu lernen. Der Qcncrairesidcnt von Tunis dankte Herrn Aaronsolm herzlich für seine überaus beredte Schilderung und forderte die Gesell-' scliaft auf. die Einladung des Herrn Aaronsolm anzunchmon. indem er gleichzeitig die Hofinung־ ausdrückte, dass Algerien und Tunis auf dem botanlsehen Kongress In Jerusalem zahlreich vertreten sein werden. ______ PßL'ße5TINÄ:RUNDSCHAU Erwerbsaussichten für neue Einwanderer in Palüstina Ärzto Für einige tüchtige Ärzte, Insbesondere für Spezialisten lür Augen-, Ohren-, Frauen- und Kinderkrankheiten, dürfte in Palästina noch Platz sein. In der Stadt Jerusalem ist die Zahl der Arzte hinreichend, da hier die Hospitäler aller Konfessionen konzentriert sind. In Haifa wird sich demnächst ein Jüdischer Arzt nicdcrlasscn. Dagegen kommen für die Niederlassung die Städte Jaffa, Tlbcrlas und Safca noch in Betracht. In den grossen Jüdischen Kolonien gibt cs bereits Arzte, doch findet möglicherweise auch ln einer kleinern Kolonie ein Arzt bei bescheidenen Ansprüchen noch genügend Praxis. Die türkische Gesetzgebung verlangt von einem Arzt der in der Türkei praktiziert, dass er vor einer Prüfungskommission In Konstantlnopot ein Examen ״tX doch wird dieso Vorschrift nicht streng ge* ״S’m״״d n mb» In Pntllstln« mehr«־ Xrxl,־ ו in ״A\v111!rt dlo bestandeno Prüfung don Behörden י'" Kc0״ bewÄ stolltuw., Dl« Prüf«»* Mett ^denjenigen, der in Europa seht Examen gemacht hat und der f ranzösischen Spraeh0 ״tüchtig Ist, keino Schwierigkeit. . j Für Prüfungsgebühren und für die Kosten eines etwa zweimonatlichen Aufenthalts in Konstantinopet sind ungefähr 1500 Pres, erforderlich. Ärzte, die bereits einige Zeit in Palästina sind und sich hier bekannt gemacht Italien, haben Aussiebt, in einem Hospital oder in einer lildischcn Kolonio mit einem Gehalt von 2000 bis 4000 Fres. und dem Rechte der Ausübung von Privatpraxis angcstcllt zu werden. Dagegen Ist eine solche Anstellung von Europa aus auf brieflichem Wege nicht zu erlangen. Apotheken sind in Jeder Stadt und in fast Jeder Kolonie vorhanden. Heilpersonal kann in der hiesigen Bevölkerung gefunden werden. Als Sprache ist für einen Arzt das Deutsche oder Jüdische ausreichend, daneben ist die Kenntnis der f r a n z ö s i - sehen, hebräischen und arabischen Sprache erwünscht. Die Gebühren für eine Konsultation In der Sprechstunde betragen־! bis 1,50 Fres., für einen Besuch im Hause 2 bis 4 Fres.' Zahnärzte Die Aussichten für Zahnärzte sind zurzeit nicht günstig. Es gibt in jeder Stadt mit grösserer Jüdischer Bevölkerung mehrere arabische und Jüdische Zahnätzte, letztere meistens mit russischem Zahnarzt* diplom. In den jüdischen Kolonien gibt cs keine Zahnürzte, und es ist auch zweifelhaft, ob in einer Kolonio ein Zahnarzt seine! Existenz finden wird, da dio grösste Jüdische Kolonie nicht mehr als 1000 bis 1500 Einwohner enthält. Die Mundpflege findet hei der palästinensischen Bevölkerung noch wenig Verständnis. Immerhin ist cs nicht ausgeschlossen, dass ein Zahnarzt in Jaffa oder Haifa noch seine Existenz finden kann. Ein Diplom für die Ausübung zahnärztlicher Praxis wird von der Regierung nicht verlangt, Architekten Die Bautätigkeit ist in Palästina sehr rege. Die Hospitäler, Schulen. Gotteshäuser vermehren sielt von Jahr zu Jahr, und auch Privathäuscr, allerdings meist kleine, wenig kostspielige Häuser, werden in grosser Zahl gebaut. Bisher sind für grosse Bauten besondere Architekten aus Europa berufen worden, während Privatleute ihre Häuser meist ohne Hilfe eines Architekten durch hiesige Maurermeister bauen lassen. Indessen würde ein tüchtiger, erfahrener Architekt in Jaffa, Haifa oder Jerusalem wahrscheinlich doch von vielen Bauunternehmern zu Rate gezogen werden und könnte sich eine auskümmliehe Existenz verschalten. Bisher gibt cs nur in Jerusalem und in üaliiäa Je einen Juden, welche Architcklcn-Arbciten übernehmen. Chemiker Chemiker haben zurzeit in Palästina keine Aussicht auf Existenz, falls sie kein eigenes Kapital haben. Leute ־mit 10000 bis 15 000 Fres. Kapital könnten dagegen durch die Fabrikation von Droßuen, ätherischem öl und durch die Herstellung von Eis auf einer modernett Eismaschine voraussichtlich ihr Auskommen finden. Techniker und Ingenieure Techniker und Ingenieure werden bei der bishcrlgcn geringen industriellen Entwicklung Palästinas nur ln sehr geringer Zahl gebraucht. Techniker und Ingenieure sind nngcstellt: a) heim Bau der projektierten oder bereits im Bau befindlichen E i s e n b a 11 n c n. Anstellung׳ durch dio türkische Regierung je nach Bedarf. Die meiste Aussicht auf Austeilung haben Ottomanen, Franzosen oder Deutsche. Kenntnis der französischen Sprache erforderlich. b) In den Maschinenfabriken von Stein und NVagner in Jaffa, A111 i d und Haifa. Augenblicklich keine Vakanz, Der Bedarf an Ingenieuren und Technikern wird steigen, sobald die zahlreichen Projekte fiir künstliche Bewässerung, Gas. und elektrische Beleuchtung, Tramways, Kleinbahnen und Chaussccbauten ihrer Verwirklichung ״älter rücken. Augenblicklich finden Ingenieure und Tcclmlkcr ohne eigenes Kapital In Palüstina noch kein geeignetes Tätigkeitsfeld. iftvrurzio Für einige tüchtige Tierärzte bietet sich In Palästina aller Voraussicht nach noch die Möglichkeit einer Existenz. Es gibt bisher in Palüstina n u r c I n 0 n von der türkischen Regierung angostciltcn Tierarzt, der aber anscheinend nur sehr selten in dlo landwirtschaftlichen Kolonien kommt. Da der Viehbestand sowohl Ui <1011 deutschen wlo auch ln den Jlldlschon Kolonien nicht unbeträchtlich Ist, und Vlchkrankholtcn ziemlich häufig sind, dürfte sowohl In Judäa wlo In Ober- und UntcrgaUlfla für 10 einen Tierarzt genügend Beschäftigung vorhanden sein. Allerdings wird dem Tierarzt Im Anfang die ziemlich

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