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Jüdische Rundschau · 1909-05-07 · Heft 19 (7.5.1909) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 19 (7.5.1909)
Date
1909-05-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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No. I* J ü EPISCHE iV UND SCHAU Türkei m K«.״>l;111U11<1|)cjür Komitee ״Ulliü|| ß{ fürM.'« י־ך ■״7 - ■•'׳*׳י j^c, VKH.hi in aas Staüi״״. der"' frölheitllchen uctrcicn ist, an der die licfrclcr l," stfüitf«! ""t ‘11'״ mideren Vertrete1! .״ ,,jsi'itiiisclu״׳ \«lksw illcns in legaler Welse mitwirken »ollen. na״.. ־«reuende״ Ereignisse der letzte,, \V<ldl״It fjjhcit 1• ף׳״"Je״ lim eine frohe GcwjSS|lci Z"!cl^t: «־״־״re «).smamsehcii ״rüder, den«, a1!h i« unsere׳»׳ I dreiungsvverke eine wicht|JVS /cccJ-ieli: ־t. halten sich als tatkräftige 5״״ onlll iulullu!•..trimen erwiese״, welche s«,w״׳h| a״f der* l'arl.imeiiMHiiiiiie mit Worten, als auch i,״ to-r und;״s «ilhtfc Sender Ihren Mann Z1I stct',: I n im wohl kein Zufall, dass gerade di #,;J,?.,:.,״k׳ »ekl,־ Oie wawe Jז<י1 ״- l’elierheret, zur Hochburg des 1, 7 tiirKeiUi״: wurde. 0ic dortige ifldisclic Loge mü ärem m•:• eht,״n Meister v״,״ Stuhl, Carass״, , «xrU«־ % ״••iiwcn der Portsehrittspartei die wich.!״;Mell I'- Me geleistet. Der Abgeordnete Carasso tlivli ״״eh der Sprecher der Deputation .׳׳!!triiei war. dem Kxsultan die Nachricht 'bsetzung zu Überbringern lerer Jiidiseher Abgeordneter, Masliach *‘,kU 1,1 11y״ crsh־n Schreckenstaten, die . .ir.amciiiiirier ausser Passung gebracht Aiuhaften Kollegen, indem er trotz. war l'i'i welche \,!:1 sei« Km Jliclt 1 hatte». :11* kinc' ä . ik.Ci ׳! und >ic Uli׳. Vi.lk im״ \ e! ia Seil": . . Nt. י . .III >■ . 'Cl'l J;r i!1»s* . '••NC!leere. ...ix er '« יי. .er. " . .viuler e!:c.t ihr ::en k> viele hatte doch * «•ft im Verlaufe unserer Oesiehichte, ..1 mit edler Begeisterung ihr die Frei• V.;rtseolkes eiugetreten sind. ilmen duiiir Dank wissen? oder wird ,'.e:e!1c Schicksal blühen, wie den Juden ..lerer Länder, deren Blnt für die Freiheit anderer;ü!< ־־sei« ist? Wir!;..:»■» die Annahme einer solchen Analogie : ז i׳ru. N..v:ei1tis auf der Welt fnsst das Verhält• :' v•■״ Ir.!• 11 und Nichtiuden derartig auf Wahrheit tmd \11h;,!;!igkei1, wie in der Türkei. Da gibt cs keine ..t<11: heben Staatsbürger Jlldisciicn Glaubens", vndciii vUu nur schlechtweg Juden. Juden, wie cs I ־'m.::, er. \rmei1ier tmd Albanesen Kitte die durch Kasseverwandtschaft und Gründe Klugheit mit der türkischen Nation ver• ״e/eicliiicud für die Rolle, die neuen• tt.irtr. m;vrc ISriidcr in der Türkei spielen, ist auch la dass von den zahlreichen kolportierten sa! 1m.tM1vu11 tndirere jüdische Namen aufweisen. Nation. :•!.!;<•«.!!<. l’iilldt'l I׳•־ In dt J'vstestreudc der letzten Wochen brachten die trauru.ii Nachrichten, die von Ar״cn1lc.rJ״ctfc״ kici! m den ei Heischen Städten Adaiia und Mersina!,crichtelen, einen schrillen Misston. Das c OK * s(־ ® «RcuiersJ.c T01c;rapbenburea11״ hatte geflissentlich wd mit steigenden( Eifer die unglaublichsten Alt- Än :!Ix die Zahl der Opfer in die Welt hinaus* r< saiint Ha zu bemerkt Paul Rohrbach, ein Kütcr Kenner ׳•rieiitaU'elicr Verhältnisse: , ..I' m Steigerung ist ,rpeUt *. Li1״U nhuauwnd Tote eiht es mclU so schnell, und so isi •i' ZuhlenveihiiUms der Armenier und der Moliam *eedancr in CiDeieu gar nicht, dass i®1?'* 0״‘JJ., «lilaelitcn lassen wie Schafe, zumal da sie ^!1 n?ch H‘:1na der I'icibcitsdirii. und schon vorher. l>ev*am'et W\n. Varn lhisland aber Pläne hat. dl« ־״ der T,:־.:ci z« einer Einmischung to"״ ist!euer innerste Winkel des hstllchcn Mlttc 1 ״itvrhcckuis, wr> Syrien und Cillcicn >cn. ,1,ז!:eschene Punkt. Dort stciet d c Tfacc «ז Ik»s«t:.׳!hahn vom Taurus in die KUstcnchcno ‘;הי Adan;, herab. Dort licet die °rcrtze «wischen fCt» türkisch und dem arabisch sprcchcddcn VoiK. 5f׳rt ist auch die armenische ״cvälkcriWenn sieli ak Schutzbefohlene Englands fühlt, wenn i* arabisch redenden Teile der c,* cnt?^׳vition •zu dein fiingtürkischcn '/‘1‘ח׳. dann wird hier die Scheidelinie .TCf’f" J^CK und drüben liegen. Hier ist ,ouch.dto StcUc. einzige, wo der Strang der Bagdadbahn vom fktc nus durchschnitten oder kontrdllcrt werde F"n. Darum sind die cllidschon Massaker* 4n <* ,*t sehr auffallend,“ Hass in der Tat Kümpfe zwischen den Türken den christlichen Armeniern vorgcfallcn «na. t« 1«*wischen la auch von anderer Seite beatätlgt worי Ucher ihre Vorgeschichte wird dw» ״o. *• Vfll> einem Augenseugen berichtett ..Kr», war denjenigen Kurop.'iern. die seit langem in der Türkei leben und mit der Bcvülherunz Pülilung' hatten, sehr wo!!| bekannt, dass zwischen Armeniern und der luohamiueduuinchen llevülkcrumr eine ernsto Spamnmg bcstautl. und dass die Mohammedaner mit verhaltenem Grolle auf die neuen Zustände blickten. Das provozierende Auftreten der Armonier, die in Wort. Schrift und Bild offen für die r.rrichtimer eines armenische» Reiches cintratcn. Hess das Acusscrstc bcfllrchten. Hierzu kam. dass die neue Regierung In unverantwortlicher Weise den Verkauf von Schusswaffen In Menge gestattete, und das Zollamt Revolver. Gras*Gcwchrc nebst Munition frei passieren Hess. Es sind hunderttausende von Revolvern und tausende von Gewehren cingcfilhrt worden, und ganz besonders waren dlo Armenier die Empfänger. Sic rühmten sieb, gut bc* waffnet zu sein, und so lange nocl, einer• am Leben sei. würde mau für das armenische Königreich eintreten. Nach alledem mussten Kenner des Landes ein Massaker In nahe Aussicht steilen.“ Es hestUli&t sich also auch Wer wieder einmal die u. a. von Pfarrer D. Naumann vertretene Au• sieht, dass die Armenier au ihrem traurigen Schicksal d u r c 11 a u s nicht so 1111 s c 11 u 1 d 1 g sind, wio cs uns die interessierten christlichen Mächte glauben machen wollen. Ihre autoncmlstischcu Bestrebungen und die Neigung fortwährend die Intervention fremder, der Türkei feindlicher Mächte anmuten, macht den Hass der Mohammedaner gegen diese Giawrs nur zu verständlich. Ucbrlgens hat die neue Regicrung sofort nach Bekanntwerden die nötigen Schritte zur Abstellung der Missständc In die Wege geleitet und das Parlament hat filr die Hiutcrbllc* heuen eine Spende nus Rciohsmittclu bcrdtgcslcllt. Knustuutliiopcl, *I. Mai. (Mitteilung aus dem Deutschen Bureau der Alliance Israelitc Universelle.! Gestern nachmittag hat in Hasköi abermals eine grosse Fcucrsbriinst stattgcfimdcn. Sr« weit bis Jetzt zu übersehen, sind 150 Häuser niedergebrannt, lieber 500 arme jüdische Familien sind obdachlos. Die A.I.U. hat die nötigen Mittel angewiesen, um dem ersten Bedarf der Heimgesuchten zu begegnen. Auf Veranlassung des ״Club des Intimes•' und des ..Club Israelitc'• fand am Donnerstag, dem 50. April, in Saloniki ein Denionstrailonszuc anlässlich der Thronbesteigung des Sultans Mohammed V. statt, den .35 jüdische H a 11 d \v c r k c r 0 r g n 11 j s a - t io ne 11 veranstalteten, unter grosser Beteiligung auch aus anderen Bevölkcriingskrciscn. P.in Zug von über 10 000 Personen durchzog In in 11 s t c r J1 a f t c r Ordnung die llauptstrasseu der Stadt und wurde überall mit einem 11 n beso 11 re 11> 1 i c 11 en U n 11111 s i n s m u s hegrüsst. Der Zug hielt vor dem Lokal des OUom.iniselicn Komitees und des Militärklubs. wo die Herren Jakob Cnz&s und MoTso C o h c n namens der jüdischen Bevölkerung An• sprachen hielten. Mitglieder des ottomanisehen Komitees und zwei Olfizlere antworteten in he* geisterten Worten, die h.'iulig von frenetischem Beifall unterbrochen wurden. Der Zug löste sich schlicss• lieh, nachdem er die dem Qual parallel laufende Strasse passiert hatte, auf der Place de la Libertd auf. — Der glänzend verlaufene Demonstrationszug findet überall in Saloniki den grössten Beifall: man bewundert vor allem die straffe Disziplin und die vorbildliche Ordnung dieser jüdischen Man!• festatlon. Ucher die definitive Zusammensetzung des neuen Kabinetts meldet ein Telegramm aus K 0 n s t a 11• tinopel vom 5. Mal: Heute nachmittag übernahm Hllmi Pascha das Q ross wc si rat. Zum Sc 11 cch-ü I -15• Iam wurde Sa 1tib MoIIa 11 ernannt, eine der mar* kautesten Persönlichkeiten der jungtllrklschcn II 11c. ז a 1 e n Geistlichkeit. Sahib Mollali wurde am 19. Juli 1908, wie ich damals meldete, im Zusammen• Innige mit der mazedonischen Erhebung־ verhaftet; .seine Wohnung in Beikos am Bosporus wurde durchsucht und dabei vollkommen demoliert. Das Ressort des Innern behält Perid, das Acusscro Rifaat Pascha, das K rI egspo r tcf cuI llo S a 11 c h» die Pinanz.cn R i f a t Bei, die öffentlichen A r h c i.t c n N 0 r a d u n g h I a n tmd den Wakuf Hamntada. Neu treten in das Kabinett ein: Arif Hlkmct, der das Marlncrcssort übernimmt, Hak kl Bei, der bisherige Botschafter in Rom, als J u £ t! z m i n J s t e r und, der Abgeord* riete Na 11 Bol als Chef der Unterrlchtsvor* waltung; ferner als Ackcrbaumlnfstcr der zweite Vizepräsident der Dcpntlcrtcnkammer A r Ist Id I Pascha und schliesslich Ralf Pascha als Präsident dos Staatsratos. Dieses Kabinett, dass also bereits eine Anzahl von Parlamentariern enthält, diirito jedoch nur die lieber* loltung zu einem Kabinett Forfd Pascha werden, in dem dann eine ganze Reihe jüngerer Deputierter als Minister oder Untersfaatssekretäro Platz finden wer- Seite 217. den. Wie verlautet, tritt bereits jetzt Dschawid Bei als Untcrstantssckrct.'ir in das Finanzministerium ein, PßLßeSTINA-RUNDSCHAU Erwerbsaussichten für neue Einwanderer in der Landwirtschaft in Patüstina In der Landwirtschaft können noch sehr viele Juden ihr Unterkommen linden. Je nach dem Ver* mögen, dem Alter und dem Familienstand (verheiratet oder unverheiratet) ergeben sich folgende Möglich* keiten: I. Leute ohne Vermögen können als Arbeiter Be* schäftigung erhalten, entweder in den Pflanzlingskolonial in Judäa oder in den Ackerbaukolonicn in G a 111 ä a. Anfangs werden die Arbeiter nur tageweise beschäftigt, später können sic auch monateweise angcstcllt werden. Da die Arbeit ziemlieh schwer ist, eignen sich nur Junge, kriiitige Lcuto dazu. Die tägliche Arbeitszeit beträgt acht Stunden. Als Lohn erhält der Arbeiter im Anfänge ungefähr l,?5 Francs (1.20 Kr.. 50 Kopeken) pro Tag: geübten Arbeitern wird später bis zu zwei Francs (1.90 Kr.. 80 Kopeken) gezahlt. Bei 25 Arbeitstagen Im Monat verdient also der Arbeiter im Anfange 52 Francs, später bis zu 50 Francs. Dieser Arbeitslohn reicht zum Unterhalt für eine Familie nicht aus, denn eine Familie von Mann, Frau und zwei Kindern braucht zum Unterhalte 75 Francs monatlich, nämlich 15 Francs für Wolmuugsniicte mul C0 Francs für Nahrungsmittel: ein unverheirateter Arbeiter kamt Jedoch mit dem Lohn auskonmicii, da der Lebensunterhalt eines unverheirateten Arbeiters sich mit 40 Francs. Im Notfälle auch etwas billiger bestreiten lässt. F.s ist wünschenswert,!lass der Einwanderer wenigstens 100—200 Francs mitbringt, damit er für die erste Zeit, wo er noch wenig verdient und zeitwellig ohne Arbeit ist. einen Reservefonds hat. Arbeiter, welche einige Jahre in der Landwirt- Schaft in Palästina tätig gewesen sind und sich als tüchtig bewährt haben, haben Aussicht, von einer indischen Kolonisationsgcscllscliaft als Pächter oder Kolonisten attgesicdcU zu werden und so zur Selbständigkeit zu gelangen. II, Leute mit einigen tausend Francs Vermögen können ebenfalls nur als Arbeiter ihre Existenz finden. Sic haben jedoch die Möglichkeit, auch ilire Familien mitzubringen, denn Frau und Kinder können in folgender Weise mitverdienen: n) durch Halten von Kühen. Eine Kuh kostet ca. 150 Francs tmd ergibt bei sorgfältiger Pilego durch Verkauf von Milch, Butter und Käse einen monatliche» Verdienst von 5—10 Francs. b) durch Geflügelzucht. Die Anlage eines Hülmerliofcs kostet 500—1000 Francs, und cs lassen sich daraus nach einiger Zeit durch den Verkauf von Eiern und Hühnern 20—.30 Francs monatlich verdienen. e) durch Gemüsezucht (Kartoffeln. Toniatcii. Blumenkohl. Zwiebeln usw.). Die Gemüsezuclit (und eigentlich auch die Milchwirtschaft und Geflügelzucht) kann allerdings nur dann in richtiger Weise erfolgen, wenn man ein eigenes Häuschen mit Garten und Brunnen errichtet, was ca. 4000 Francs kostet. Dafür spart die Familie die Wohnungsnöte und kann aus dein Verkauf des Gemüses 20 Francs monatlich und mehr verdienen. III, Leute mit 15 000 Francs Vermögen können sich als Kolonisten atisicdcln und Ackerbau (Kürnerbau) treiben. Da cs in Palästina nur in sehr seltenen Fällen möglich »st. Land zu pachten oder gegen langjährige Ratenzahlungen zu erwerben, muss der Kolonist das Land gegen bar kaufen und folgcndo Aufwendungen machen: 200—250 Dnnani Land (20—25 ha) ä .30—40 Francs OHK1—mono Pres.. Haus mit Stall .31)00- 4!10 א Fres., lebendes und totes Inventar 1000—2000 Fres.. Saatgut und Lebensunterhalt bis zur ersten Ernte 1000 bis 1500 Fres״ Summa 11000—17500 Fres. K 0 r 11 c r b a 11 k 01 o 111 c n sind die gaiiläisclien Kolonien und in Judäa Chodera, Ekron, Artuf. Katra und Kastiuic. In einigen dieser Kolonien gibt es noch etwas Boden zu kaufen. Ausserhalb der jildisehen Kolonien Ist es dem einzelnen unmöglich. Boden zu kaufen, weil die Kaufvcrhandlungcn sehr schwierig und auch nur grössere Landstücke von einigen tausend Dunam zu kaufen sind. Für Ankauf von Land ausserhalb der Jüdischen Kolonien müssen sich wenigstens 15—20 Lcuto zu einer Gesellschaft vereinigen. Ein Kolonist, der 250 Dunam Ackerboden besitzt, kann davon, wenn er flcissig und tüchtig ist. ca. 1500 Fres, Gewinn Im Jahre haben. Dieser Betrag rolcht zum anständigen Lebensunterhalt einer Familie In einer Kolonie bei bescheidenen Ansprüchen aus. IV, Lcuto mit 25000 Francs Vermögen können als Kolonisten auf 200—250 Dunam Körnerbau treiben und daneben noch auf ca. 100 Dunam clno Pflanzung von Mandeln. Aprikosen und Oil von anlegen. Eine solche Pflanzung erfordert ca. 10 (WO Francs. Kapital Im Laufe von 9 Jahren und bringt nach 9—12 Jahren einen Ertrag von 1000 Pres Jahrlieh. Elno solch« gemischte Wirtschaft (Ackerbau und Pflanzungen) bletot viele Vorteile.;( I 1

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