Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1909)
- Date
- 1909-03-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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ו i Seite 152, JUKD1SCHE K UN DSC H A U. No. 13. einten bei dem Unterzeichneten IJcstcllumreii au( Erzeugnisse der Schule ein:!. aus Russland für.1000 l'rcs. 2. ., Holland (iir .500 ״ ׳ .1. ״ Oestemieh-Ungarn für . 2000 ״ ״ .ו¬ Deutschland (iir .... 500C) .. 5. .. Südafrika für. 2000 " /.iisannncu für 10 500 l'rcs. Da infolge des Mangels eines Betriebsfonds die Leitung des Bczalel nicht in der l-agc ist. die zur Herstellung v״n Erzeugnissen der Schule eriorderliehen Rohmaterialien in grossen Uuantitüten ein• kaufen zu können und auch nicht mehr Arbeiter und Arbeiterinnen eiustellen kann, so war dieselbe nur in der Lage. Bestellungen im Werte von 2500 l'rcs. ausfiihren zu können, so dass Auitriige liir 5000 Fre*. i-uriiekgewieseu werden mussten. Nimm( mau den Wert der Rohmaterialien mit dem dritten Teil obiger Summe an. so ergibt sich, dass den Arbeitern mul Arbeiterinnen, respektive deren Angehörigen, l'.innahmeu im Betrage von zirka 5000 l'rcs. entgangen sind. Der grösste Teil der eingcgaugeucn Auftrüge stammt aus den Kreisen unserer Gesinnungsgenossen. F.s ist aber nicht zu bezweifeln, dass die Erzeugnisse der Schule auch sonst gern gekauft würden, wenn man für den Absatz, propagieren konnte. Wir Klauben nicht zu linclt zu schützen, wenn wir aiinchiucn, dass sich ndt I.eiclitlgkclt ein lühr• lieber Absatz von .10 000 bis 10 000 l'rcs. erzielen Hesse, ohne den Flnganu von Aufträgen liir die Teppicliabtcllung zu berücksichtigen. Aus Vorstehendem ergibt sich, dass die weitere Entwicklung in erster Linie von der Schaffung eines Betriebsfonds abhängig ist. Wir müssen daher noch elmuul au die Opferfreudlgkcit nibcrcr Gesinnungsgenossen appellieren. Wenn es gelingt. 100—150 Spender von je 100 Mark zu gewinnen, so w.'ire das nötige Betriebskapital vorhanden und die Prosperität der Schule gesichert, Hochachtungsvoll B e r t r a n d H a mbarg. Schatzmeister des Bczalel. * Wir er!!alten weiter iolgende /.tisehriit: Der ..Order of Zinn״ in Chicago hat auf seiner H. Jahresversammlung, die am 9 Januar 1900 stattgeiundeü hat. den Beschluss gefasst, alle seine Mitglieder zu einem J.'ihrliehcn Beitrage von 10 eents für den Bczalel zu verpflichten. Da diese Organisation mehrere tausend Mitglieder mniasst. so bedeutet dies für den Bczalel eine iührliebe Hinnahme von ca. 1200 bis 1500 Mark. Indem der Unterzeichnete von Vorstehendem Kenntnis gibt, möchte er den verschiedenen Korporationell nalieiegcn. zu Gunsten des Bczalel ähnliche kleine Besteuerungen ilircr Mitglieder einzufuhren. Eine solche würde den einzelnen kaum fühlbar treffen, in iluer Gesamtheit aber ihr eine gute Sache von eminent grosser B c d e u 11111 g sein. Möge dieses von amerikanischer Seite angeregte ein. fache Verfahren hei uns Nachahmung finden. Mit den einfachsten Mitteln Hisst sich oft etwas Grosses erreichen. Hochachtungsvoll Bcrtrnud Hamburg. Schatzmeister des ״Bczalel". ziomsriscHe ßev/e0uf1s Die Tagung des Grossen Aktionskomitees am 15.. 16. und 17. Marz 1006 In Köln (Ausführlicher Bericht.) Israel üelkind, Manager Hirsch um! oekret.V, j Ne 11111a 11 n vom Jewish Colonial Trust sowie doi* ( Seki'elür des Palästina-Ressorts. Herr Awadio-! witz. Entschuldigt haben sich die Herren: Dr. I'ricdcmami. Dr. Uaster, L. Joffe. Grecnbcrg. Montefiore. Dr. Nussig. Dr. Bornstciii-Koban. Samuel 1'!• lieles. Schallt. Schein, Moskowitz. Böhm. Dr. Mar* gtilic.s-Wicu, Dr. I׳rü11kel-K״pe11hage11. Boris Goldberg-Wlhia. Die Herren Ussiselikui und Dr. A. Marmorek Italien sich wegen plötzlicher Krankheit telegraphisch entschuldigt. Bevor in die Tagesordnung cinectretcn wird, ge- ( denkt der Vorsitzende der Mitglieder, die in den letzten Monaten aus der Reihe der Lebenden gesehieden sind: des Herrn Dr. Lc« 1). Ko ha 11 sowie des Herrn Aron V c c h t. — Dr. Leo Ko 11 an war einer unserer Besten. F.r war Zionist vom Scheitel bis zur Sohle, er war einer unserer!*alästiuapioiiiere. . der in seiner glühenden Liebe zu miserm Lande sein Schicksal mit dem Palästinas verband. I'.r hat für uns gearbeitet bis /um letzten Atemzuge. Aron Vccht war wohl einer der meist gereisten Juden der Welt. In allen Erdteilen war er zu Hause und überall hat er die l'ahuc des Zionismus aufgepiiauzt. Seiner unermüdlichen Tätigkeit verdanken wir die Gründung und das Blühen unzähliger zionistischer Vereine in allen Teilen der Erde. Mit rührenden Worten gedenkt der Vorsitzende der dahingescliicdenen Herren, des verdienstvollen frühem Mitglieds des E. A.-K,. Herrn Dr. Leopold Kulm und des früheren Mitglieds des Grossen A.-K.. Herrn Dr. Bonderski. Die Anwesenden erlichen sich zum Andenken dieser Toten 'ווי)׳ ihren Sitzen. Der Versammlung liegt gedruckt vor der im Auszug folgende Bericht des Engeren Aktionskomitees Palästinaamt Die Tätigkeit des Pukistiiinumtes war selbstvcrstündlich in erheblichem Masse durch die Netiordn 11 g der politischen Verhältnisse liccinflusst. Die Gewährung der Verfassung und die Pariameiitswalilea brachten es mit sich, dass das Palästinaamt sich politischen!Tagen zuwenden musste. Selbstverständlich war ein direktes, offizielles Eingreifen in die W a!11 b e w c g 1111 g ausgeschlossen. Im Bewusstsein der geringen Aussichten, die sich einer Durchsetzung jüdischer Kandidaturen in Palästina hot. hatten wir dein Palästina,mit die Weisung gegeben, seine Tätigkeit in der Wnhlhcwcgimg darauf zu beschränken, dass es versuchte, die verschiedenen herrschenden Differenzen innerhalb der palästinischen Judeiilieit möglichst aiisztiglcicheu. In dieser Hinsicht war denn auch das Palüstinaauit in der Lage, schätzbare Dienste zu leisten. Die Wahlen hihen gezeigt, dass die Juden, solange 'lc nicht in grossen Massen Ottomane n werden, in Palästina zur poiitiselten Ohnmacht verurteilt sind; immerhin war cs nicht zu umgehen, dass di׳: .Inden sich am Wahlkampf beteiligt 11:111011. Sic kennten im Interesse ihres Prestiges nicht Gewehr bei l'uss!)leiben, wo alle andern Nationen in Palästina um Walilkampi mit Liier teiliiahmcn. Den grossem Teil der Arbeit des Palästinaamtes bildeten Arbeiten administrativer und informatorischer Natur. Die letztem betrafen natürlich in hesoitderm Masse die durch die neuen Verhältnisse geschaffene geänderte Lage und Aussichten wirtschuftlicher und sozialer Natur. Im Zusammenhang damit arbeitete das Palästinaaint mehrere Projekte für Unternehmungen aus, die eventuell für die Durchfiihmng durch unsere Institutionen in Betracht kommen. Auch war das Palästinaaint mit Erfolg 11cmüht, momentane Schwierigkeiten palästinensischer industrieller Unternehmungen durch sein Eingreifen zu beseitigen. Der Sitzung des Grossen Aktions-Komitees ging um Sonntag dem M. d. Mts. eine Sitzung des Engeren Aktions-Komitees voraus. Ausserdem fanden an diesein Tage die konstituierende Versammlung׳ der Palestinu Land Development Company (siche No. 12 der ...I. R.״) sowie eine Aussehusssltzung des Vereins Oclliaumspcudc statt. Am Montag, dem 15. März begann sodann Im ״Hotel Kaiser Friedrich" die Tilgung des Grossen Aktions-Komitees. Vormittagssltzung am 15. Käfz 1909 Der Vorsitzende des E. A.-K. Herr Wolffsohn eröffnet um lü'/i Uhr die Sitzung und begrüsst die Mitglieder des Grossen Aktionskomitees im Ntnnen des E. A.-K. Anwesend waren die Herren: Präst* dent Wolffsobn, Professor Dr. O. Warburg. I. H. K a n 11. S. O r o n c tu ann . Dr. M. . Bode n- 11 ei me r, Dr, Camille Lew. Jean Fischer. Dr. S. Franzi<!• Bereitstem. Leopold Kessler. Dr. E. W. Tsehlcnow. I. RosofJ. Davis Trlotsch• A, Idelsobn, Borthold Feiw01. I. L. Q01 dberg. Professor O. Bclkowsky, Dr. S. Lcwln. Jakob Mosor. Herbert Bcntwich, Johann K r 0 m c n c t z k V. Dr. A. H a n t k c. N. Sokolow, Dr. Heymatin -Berlin (als Revisor und Berichterstatter der Finanzkommission) und J. Berger als Protokollführer. Ausserdem wolmtcn als Q&ste den Beratungen bei: Dr. Bogratschow. rur das Aktionskomitee und das Palastinaressor! arbeitete das Palästinaaint mehrfach Denkschriftci und Abhandlungen aus. Wir erwähnen iushcsiuulcr« eine Denkschrift über dos Hebräische Gymnasiim (siehe unten). Für den .indischen N a t i 011 a 1 f o n d s hc sorgte das Palästinaaint den Ankauf eines Stücke: Land bei l.ydda und die Verpachtungen eines Telle: seiner Ländereien Auch war cs in juristische Hinsicht durch die Abfassung und Durchführung voi Verträgen und Abkommen für ihn tätig. Für den Verein Ocl hau nt spende bcauf sichtigte das Palästinaaint die Entwicklung der beide; Piian/.ungcii des Vereins, desgleichen für di PaIcstinc Land Development Compaii: die der Gutswirtscliaft in Kiucrctii, deren Arbeite: in erfreulicher Weise fortschrciten. Für den Bczalel hat das Paliistinaam dauernd die Kontrolle der Einnahmen und Ausgabe mul der gesamten Geschäftsführung In Händen. E hat olnc Revision und Umgestaltung der Buch j filhrung der Anstalt vorgenommon, so dass jetzt di j innere Einrichtung der Schule als vollkommen gc j ordnet gelten kann. Auch die Werkstätten de I Bczalel haben in letzter Zeit einen bemerkenswerte | Aufschwung genommen und ihre Produkte bedeuten I verbessert. Das Seil ul wese 11 forderte das Palästinaaint durch Einführung von Handarbeitskursen für Mädeben In Jaffa. Für die ־Ausgestaltung des 111 f o rutit t-imus - Wesens in Palästina bat das Palästinaaint uns Vorschläge unterbreitet, die der heutigen Sitzung vorliegen werden. Warenfonds Die Verwaltung der beiden dem Amt untcistehenden Warenfonds bereitete viele Mlilic. Dieses gilt insbesondere für den Kischincwcr Fonds, aus Ueui 29 Kinder unterhalten werden. Aus dem russischen Hilfsfonds werden jetzt neun Mädchen und vier Knaben unter Aufsicht des Palästinaamtes erzogen. Hebräisches Gymnasium Die letzte Generalversammlung des Jüdischen Nationaifouds bat beschlossen, dem Hebräischen Gymnasium in Jufia unter gewissen Bedingungen dl• Mittel zum Erwerb eines Bauplatzes zur Verfügung zu stellen. Gegen diesen Beschluss hat das Zcntr;■:• bureati des M i s r ו c h i für Westeuropa bei uns eine;! Protest eingelegt. Wir haben den Protest sowo'׳l dem Hcbrüischen Gymnasium bekannt gegeben, tu׳: auch das PaHistinaamt ersucht, uns ein Gutachten über das Gymnasium zukommen zu lassen. Dies*• Gutachten haben wir erhalten und es samt dc!.1 Protest den Mitgliedern des Grossen A.-K. y.ugcstcih. Die Antwort des Gymnasiums, die in letzter Stund־.• cingctrnffcn ist, wird der Sitzung mündlich vorge• tragen werden. Unsere Banken Unseru Banken liaben sieb auch im ver• flnsseiien Geschäftsjahre in höchst erfreulicher Weis• entwickelt. Der .1 e w i s 11 C o I o n i a I T r u s t ist in der Lage, dieselbe Dividende wie im Vorjahre zu verteile*!. \'ährend die A 11 g I o Pa I c *t i n c Co in - l> a n y sogar eine höhere Dividende als in! Vorjahre zur Verteilung bringen kann. Die Bedeutung der Angln Palestinc Company ii r die Entwicklung der jüdischen Siedlung in Palöstin! hat sich auch im verflossenen Jahre gesteigert. Die Bank bildet heute wohl die festeste und bewährtesk• Stütze aller indischen Unternehmungen im Heiligen Lande. Besonders erfolgreich war die Tätigkeit 11er A.i’.C. auch im verflossenen Jahre auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens. Dank der Unterstützung dureli die Bank haben die Genossenschaften aut Gegenseitigkeit auch im verflossenen Jaiire wieder an Ausdehnung gewonnen. Ende des Jahres I9(*s tiutcrstaiulci׳ der Zentrale der A.P.C. in Jaffa zwölf, in Haifa sieben und in Beirut eine l.cftigcnosscitschai'. Ausserdem bestanden noch unter Aufsicht der Bank drei H ä 11 s c r ha u gc sc 11 sc 11 a f t e n in Jer!1salem, Jaffa und Haifa und eine Knlonistcugcnnssc:(• scliaft in Clicdcrah. Agrarkredit Wegen der Schaffung eines Agrarkredits liaben wir uns um ein endgültiges Gutachten an die A.P.C. gewandt, das wir dieser Sitzung voriegeu werden. Geschäftsordnung des Kongresses Die Jalircskoiifcrenz hatte eine Kommission eingesetzt, die eine neue ... für den Ko״• gross entwerfen sollte. Der Entwurf der Kommission liegt jetzt vor und ist in der ..Well'־ veröffentlicht worden. Die Minorität der Kommission. Herr Dr. I'ranzic Bereitstem, veröffentlichte in einer der letzt .־n Nummern der ״Welt" die von ihm bereits, währen! der Beratung erhobenen Bedenken, die sie aufrecht erhalten zu müssen glaubt. Abgesehen von dem Vcrlangen nach der offiziellen Einrichtung eines K״״• gressburi aus. die Herr Dr. Bereitstem in der Geschäftsordnung testgclegt wünscht, bezweckt seine vnrgcschlagctic Aenderung die Aufreclitcrhaltuug der bisherigen Freiheit des Kongresses in der Wahl des Kon «ress Präsidium». Nach dem Vorschlage der Kommission soll von der Wahl ins Koügresspräsidiiim das F. A.-K. ausgeschlossen sein, während Herr Dr. Bereitstem den bisherigen Zustand bcibchaltcn;.u wissen wünscht, wonach der Kongress bei der Waid des Kougrcsspräsidiums in keiner Hin* sicht beschränkt ist. In die Tagesordnung cintrctcnd, macht der V sitzende den Vorschlag, von der Verlesung 1 nüük? } (Bericht des E. A.-K.) nbzuschen. da 1 Bericht ja gedruckt vorliegc. Zu Punkt II ״K o tt s t a n t i n o p e I" wurde! Bericht erstattet. Im Anschlüsse daran wurden! Zustände und Beziehungen Im 011 manischen Reiche eingehend erörtert, die ci loyale und zcltgcmüssc zionistische Arbeit unter d neuen Verhältnissen und in Ucbcrcinstimmungf r den dortigen Entwicklungsstadien ermöglichen. Fortsetzung auf S. 1541 I: 1 » » C M i; r J ti