Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 12 (19.3.1909)
- Date
- 1909-03-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Nu.li• um kein Haar hesstr werden, \vc״״ |c)1 a״cj, j ״ru.sste l.״nc״l'«:ld wäre. Nnlaiiii aber sind ־die heil׳ ,len I*riefe, was der «nie Herr C. gar nicht «merkt in haben scheint, in der lat vortrefflich ßcciJnct ־ meine Wahrheitsliebe zu be weisen, wenn Cs für .11״c. die mich kennen, dessen noch bedurfte Denn mc bot.itiKen in Jeilcin Punkte die vollkommene Rieh ״ekeit niemer DarMclhin« so kurz uuu «dr,׳i״Kt siJ a'neli Hie heulen Briefe sind Int Gegenteil eine Warna« fnr die beiden Herren, die ihnen C. wirklich’ Mic ersinnen sollen. Br muss ein intellektuell sehr niedritr stehendes Pnhlikmn. dem schon Uns Wort Professor einen heiligen Respekt elnjngt, vor Alicen haben, dass er mir mit diesen Schriftstücken riiu answ iselieii zu können meint. ׳ 1. ich hatte in der ,.endgültigen Abfertigung“ er- /.,ii’h. dass Prof. Koni« netten mich erbost «wesen H1. ..weil Th ihn nicht so oit zitiert Itubc, wie er es wniiselitc." Herr K. leugnet dies Jetzt und nennt es ,Iicndrun in seiner lieblichen Sprache eine ,.«meine Ur.U-lilkung.״ Und worauf lauft sei» ganzer Brief ..״ C. wieder hinaus? -- Dass ich ihn nicht ein /«•״•cs Mal zitiert habe! leb wiederhole also meine ■ 1־Worte ausdrücklich nochmals, obgleich ich uh bewusst bin. dass sieh Herr K, darüber von 11 .:ו«.erbosen wird, ich wiederhole. ferner, dass uii Herrn K. schon zu viel liltrc angetan habe, indem *01! e i 11 Mal zitierte, da er trotz der zahllosen seit.«ibereicu. mit denen er den Markt überflutet, ״! de:׳ i’eutateuchforsehimg überhaupt nicht in Be• irae'ü Kommt. Hie Wissenschaft bestellt nicht bloss .!סו Herrn K. uud seinen Büchern, wie>er der Welt ilm Jiatis glauben luaehen will, leb hatte ferner er• , 1׳dass ich gerade gegen Herrn K. mit besonderer י»w 1>!"«euhnitigkeit verfahren sei, indem ich ilm '• ..«• persönlich brieflich aniragte. Und was sagt ,!..! ui: Herr K.? — ״Was Hr. Jacob von seiner fast iiv iricbeiieii (iew isseiiltaftigkcit mir gegenüber bc• ••:4. reduziert sieh darauf, dass er mich kim.i.tl seliriftlieii angefragt hat!" Diese Wider* u;a,.; zu verstellen, bin ich allerdings nicht Pro• geling. Iki meser Logik kommt es kuum noch in Be• ir.wia, dass der treffliche Manu in demselben Atem 'וויי -smein in der ganzen wissenschaftlichen Welt k'».!inten sachlichen Ton spricht und gleichzeitig ״!!חgemeiner Verdächtigung" um sieh wirft. W ill man aber diesen Herrn K. noch genauer kennen lernen, so rate ich dringend, die Abfertigung /» lesen, die ich ihm in der Zeitschrift für den e'.mgclisehcn Religionsunterricht l*>n? S. .101 ff. habe -i.se.!edlen lassen, nicht minder seine zahme uud Iah׳•ne Entgegnung ebendort. Daraus wird man er• '.!.eii können, ob er seinen Ton hat rindern müssen ■ der nicht, alter auch hegreifen, warum Cohlcuz in 1; •יg so leielit einen Bundesgenossen finden konnte. 2. Was aber der Brief von Kautzsch widerlegen v׳::. bleibt mir und jedem, den ich darum!«.,fragte, d.uscriul schleierhaft. Auch er bestätigt ja nur. was 1.11 gesagt habe! Erstens bescheinigt er dem Kollegen Kl ing nochmals, dass er einen Ton angeschlagen bat. den ein anstündiges Organ nicht dulden konnte, demselben Kollegen König, von dem ״in der ganzen "i'senseliaftlichcu Welt bekannt sein soll, dass er ״!״ mit sachlichen Oründen operiert". Sodann be• '!׳׳:.gt er ausdrücklich, dass Kautzsch den ungc• 2U KD ISCHE RUNDSCHAU Seite 135. rechten Vorwurf Königs bedauert hat. Selbstverständlich war damit nur der ungerechte persüu liclie Vorwurf der ״leichtfertigen Vcrdüehti• gimg•* (mau sicht* dass Herrn König dieser Ton selmu damals geläufig war, demselben Herrn König, ״dessen Ton in der ganzen wissenschaftlichen Welt״ usw.) gemeint. Wenn es nach Herrn Kautzsch anders ״klingt", so muss er andere Ohren haben als unsereiner. Denn dass Herr Kautzsch mir in der Sache recht gal», habe ich weder verlangt, noch lege Ich darauf besonderen Wert, Ich hin so unbescheiden, zu glauben, dass Ich von der T h«r u, um die cs sieh dreht, möglicherweise ebensoviel verstehe wie Herr Professor Kautzsch, obgleich Ich nur ein simpler Rabbiner In Dortmund hin uud er ein ordentlicher Professor der evangelischen Theologie zu Mulle u. S. Also auch dieser Strohhalm rettet den ertrinken• den Herrn Cohlenz nicht. P.r hat die Schlacht ver-!«»reu, das wäscht kein Regen ah. Aber w׳as ist das überhaupt für eine traurige Sache und Partei, die anstatt den Ocgncr mit Oründen. mit geistigen Waffen zu bekämpfen, nichts anderes uiifzubictcn welss, als — Resolutionen und an den Huarcu herheigezogeue persönliche VcrUiiehtlgungen. Dortmund, IS. Miirz 19t© Dr. B. Jacob, Rabbiner. Zu dem unter obiger Uebersebrift In No. fi ver• öffentliehten Artikel von Dr. I״' Weinberg* Dortmund teilt uns Herr M. A. Klausner mit, cs sei nicht richtig, dass ihm je berichtet worden würc. ״Dr. Jacob habe au den hohen Peiertagcu In der Synagoge in unzweideutiger Weise die A.f.U. im Gegensatz znm Hilfsvereiu der Deutschen Juden als nicht der Unterstützung wert angezeigt." Wir helmicn davon gern Kenntnis, dass also * » diese Verleumdung gegen Herrn Rabbiner Br. J ־, J a c o h nicht ins Pc Id geführt worden Ist. oder I genauer, dass sie an den Gesehöftsfilhrer der deutj sehen Konfercnzgcmcinsehatt der A.f.U., Herrn 1 Klausner, nicht gelaugt ist. Unbestritten bleibt da* bei. dass Herr Rabbiner Dr. Jacob, wie von Dr. Weinberg behauptet worden war, und was die Haupt* saehe Ist, ״mich atis dem Berliner Bureau der Deut* sehen Konfcrenzgemelnsehnft seine Rüge" erhielt, so* wie, dass infolgedessen die Dortmunder Gemeinde aus der A.I.U. nustrnt. P. L. D. C. Ein landwirtschaftliches Zukunftsbild j Eine Rede, gehalten In Klucrcth am 20, Tarnt!» 193.1. Von J. B c I d m a n 11 (Kincrcth, Palästina.) ״Wcü Ihr wollt* ist t» kein Mirchcnl״ Liehe MitbürgerI Verehrte Nachbarn und Nach• ba rinnen I Wie alllährlich, versammeln wir uns auch heute, um das Andenken lenes Mannes zu feiern, welcher der erste neuzeitliche Bllhrer In Israel gewesen: Theodor Her•/!. Das Programm ist, wie in all den 24 Jahren, schlicht und einfach: Phantasie zu Pferd und Wagen, eine Bootspartie auf dem Sec Kincrcth bis zur wichtigsten Zentrale im OsiJordau* laml ״Otlead", Sehussprämicn. dann Gesang, histnri* scher Uchcrltlick übet das Wirken unserer Gesellschaff, eine Rede über die Bedeutung Hcrzls für ווויserc Wiedergeburt, und znm Schluss freie Ansprüchen de! Lehrer, Kolonisten und Arbeiter. Das Programm ist das alte, aber die Personen sind leider nicht die alten. Gestern noch halte ich gehofft, dass Herr Bcrmaun von dieser Stelle aus — wie 24 Mal vorher ־.— in seiner kurznngehundenen, kernigen Art den Uchcrblick über die P.L.D.C. gehen wird. Aber bereits heute früh telephonierte er aus der letzt eingerichteten Zentrale ״Ncgcw", südlich von Gliiizali. dass es ihm ganz umuügl!!ch sei, heute in unserer Mitte zn erscheinen. Der Grund ist fol* gender: Der Khcdivc von Aegypten hat 'für beute seinen Besuch in der Zentrale ״Ncgcw" augesagt, um das neueste Werk der P.L.D.C. zu besichtigen, und mit Rücksicht auf den hohen Gast, der auch dort der n.'ichste politische Nachbar ist, hat es Herr Dermanu für angemessen gefunden, den heutigen Tug in der Zentrale ״Ncgcw" zu feiern. So ist denn mir die ehrenvolle Aufgabe ziigefalleu. Sie h,vutc im Namen unserer Gesellschaft zu begriissen und micli auch über den Werdegang der P.L.D.C. nus/ii* sprechen. ־ ־ Hochverehrte Versammlung! So mnucher unter Ihnen wird sich noch des kleinen Anfangs unserer Gesellschaft besinnen, sich mich der ersten Pcier er. Innern, die auf dem uns gegenüber gelegenen Hügel Im Jahre I91M stattgclumleu hat. Klein und still war die erste l eier, uud noch kleiner und stiller war der Beginn unserer Gesellschaft. Am 4. Sivan 5C09 war es, als Herr Bcrmaun mit acht Arbeitern aus Pcthach Tikwali. das damals noch eine Kolonie war, 1:1er in Kinereth, damals Dcleika* unwcLdztmi genannt, anlangte. Kein Haus, keinen Garten und keinen Eruchthaiini, ja nicht einmal einen Brunnen halten sie vorgefmiden, obwohl das Wass.T hier doch bereits in einer Tiefe von Mt Zentimetern hervor.'prudclt. Ohne Reden und feierliche Zer.'• monien gingen sie an die Arbeit. Die Hauswirtschaft wurde eingerichtet, das Behl wurde von Schutt um) Steinen gereinigt und man hat Hunderte von Stämmen wilder Baume ausgegraben, von denen Jeder einem Knmccl glich. Ein jeder Tag bczeiehnctc einen wo!• teren Schritt auf dem Wege der Kultur und der in• tensiveu Arbeit. Als aber der 20. Tannin herein• brach, da geschah cs wie von seihst, dass die Arbeit ruhte, dass tuai: im WadMI-Bedseh is für die Ausscluuücktiug־ des Schaar*Hcr/l Blumen sammelte und das merkwürdigste war. dass, obwohl keine Parole ausgegeben wurde, sieh doch zu uns die Lehrer, K׳!• lonisten und Arbeiter der Umgehung versammelten; alle kamen sie licrhcigeströmt, von Mil.'liamiah, Jcma. die Getim von Bctli-Dagan. ja seihst das ferne Mcs'ch.1 am Busse des Taborberges uitsandte eine fröhliche Kimierscbar unter der Püliriing des braven Schulleiters Moselie Ehrlich, der auch damals '.»vi der ersten Beier des Jahres I91w, die Hcrzlrcdc hielt. Seit damals ist uuseic Gesellschaft stetig gewachsen. Meute besitzt die P.L.D.C. .1? Zentralen, von der Zentrale ״Chermou" im üusscrstcu Norden, bis zur neiigeschaffencn Zentrale ״Ncgew״ im iiussersten Süden. Und Jede dieser Zentralen ist von vielen Nebengüteru umgehen; abgesehen von Auch au den übrigen Verkäuferinnen vor-!gehend, blieb er nicht niüssig. Von einer n forderte er seine Steuer, vier, fünf ׳ckett, zuweilen aber begnügte er sich mit r einzigen. Dabei süess er die Krauen nach 1 Seiten, zertrat ihre Körbe tinti Schüsseln, setzte ihnen nach, wenn sic davonlicfcn. ..Biseherinnen!" rief eine Obstliündlcriu zu I־isehverknt1fer,t)11cn hiitllhcr, ״er geht!‘‘ ״Der Wächter geht, er will uns fortjagen!' ״O, Gott, der Räuber kommt schon wieder 1** ..Er hat doch vor einer Stunde sein Qeid mntnen!" ,.Ich fliehe, bevor er kommt!" ״Nein, •ich rühre mich nicht von der Stellel habe noch heute keinen halben Rubel ver- 1t und meine Kinder sind hungrig!" ״Lut, warum bleibst du? Lass uns fort! Aber Lea sass wie ungcnagclt, sic vernt weder die Stimme der Ruforin, noch den '11 und das Getöse um sie her. Sic sass in hinken versunken zwischen den beiden• ׳hkörben, die zu ihren Seiten auf der Bank ulen und hatte die Augen auf*d*:n Boden gcr :et. Sie sass hier, inmitten des 0cw׳ühls der asse, aber ihr. Geist weihe anderswo, zu ise am Krankenbette des Mannes. Soeben ז sie gebrochenen Herzens von dort zur״c}c־ ehrt, denn er war sehr,geschwächt,, so dass er kaum ein Wort licrvorztibringen vermochte; er war leiehenfahl und atmete schwer und kurz. Die Ihm dargercichtc Stippe konnte er nicht gcmessen ... ja, einen so schweren Tag hatte er seit seiner Krankheit noch nicht gcJiabt. Wie sehr wünschte s!e in diesem Momente an seiner Statt krank zu sein, wenn er nur gesund würdet Sie stand uit seinem Bette uud betrachtete sein abgezehrtes Gesicht, und musste •ihre ganze Willenskraft atifbicten, um den Tränenstrom zurückzndfimmen, der aus ihren Augen hervor- ׳/tihrcehcn drohte, sie fürchtete, ihn dadurch noch mein־ zu betrüben. Kr aber Wess keinen Klagelaut vernehmen, ׳er seufzte nicht einmal, sondern hob seine bekümmerten Augen zu ihr empor. Dann ergriff er ihre Hand und flüsterte: ״Lea cs sclmeület mir Ins Herz ... Du frierst den ganzen Tag dratisscn, heute hast du noch keinen Bissen gekostet . . . ich kann dem Leid der armen Kleinen nicht Zusehen ... sic vergehen vor Hunger ... gib doch nach . . . bringe mich ins Spital! . . ־." Lea zuckte bei diesen Worten zusammen und antwortete sanft: ,*Nicht doch, Salmon, fordere dies nicht von mir,. Ich will eher sterben, als dich Im Spital wissen. Gott wird uns schon helfenI" -יג Dann ütysrkam lim ein leichter Schlaf und ס־י&ו freuta sich sehr dnrübor, denn er batte die ganze Nacht kefn Auge geschlossen. Aber die Kinder stimmteil ein lautes Weinen an und n'ofen nach Brot ״Stille doch, Kinder!“ schalt die Mutier, ״weckci nicht den Vater! Sehet ihr denn nicht, wie krank er ist? Ich bin auch hungrig und mache keinen Lärm. Bald gehe ich hinaus, und wenn Goti mir gute Losung schickt, kaufe Ich euch Brot!־ — Aber die Kinder waren von diesen sehönci Aussichten nicht gesättigt und weinten nod lauter, so dass der Schlafende sich regte. Er• grimmt stürzte sich Lea auf die Kinder um schlug sie herzlos; die Kleinen wurden eilige schliddert und blieben müusehcnstMl; abei gleich darauf empfand die Mutter bitten Schmerz über ilire Grausamkeit ... sie sind jj noch so klein, haben sich zum Hunger nocl nicht gewöhnt ... Lea wandte sieh an da! Pcnstcr und weinte blutige Tränen: 0״ Qott strafe mich, aher nicht meinen armen Mam und die kleinen Würmer!" Daun trat sic auf die Kinder zu und sucht( sie durch Liebkosungen und Trostworte zu bc• ruhigen. Den Knaben küsste sie. setzte ilm au das zweite Bett und bedeckte ihn mit olnci alton Decke, und dem älteren Mädchen befall sic, nicht vom Bett des Vaters zu weichen de er Jeden Augenblick erwachen und etwas verlangen könnte, während sic selbst auf die Straskc gehen wollte, um Ihnen Brot zu bringen. Da erwachte der Kranke und winkte, dass sie