Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 8 (19.2.1909)
- Date
- 1909-02-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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niiilit hat, vier Unwahrheiten (»(Zuschlägen. Ule Id. 1.. /«ei Sitzen ausgesprochen habe״ soll, so mögen Sie mir gestatten, zum hehutze dieser alten angesehene» Paine ehilKc Uenierkungcn zu ninchen• K lc״c!' Der Atisschtisi des Verbandes der Sv,״״״,״״״ ikmeiiulen ־־ nicht der Verband, wie iolt MrtUinMch gesehrieben habe ist ״vcrnnlnsjSt worden,•' ln seiner Slt/1111gf '2 ווו«־». November v. Js. sieh mit der An• gelegenhc ( Jacob-Coblenz zu befassen. Der Punkt 3 der damaligen lagcsordnung lautet wörtlich- ..Antrag mehrerer Ausschussmitglieder auf Stcl-!r'li’coh-Cnldc^!״* "8"'''1^״ dCr All«clc«c״l<cit!legen den Protest des Ausschussmitgliedes Dr. J.u״׳l» hat sieh der Ausschuss mit der Angelegenheit befasst »öd die Kundgebung einer Rilgc gegen Dr Jacob beschlossen. In einer Sitzung am 28. November v. I. haben sodann der Vorstand und die Reprüsen-!.iiiunvers.iiimilung der Syuagogcngcmchidc Dortmiii'il beschlossen, dass infolge der Ihrem Rabbiner mul damit ihr selbst durch jene Resolution /.!!gefügten lleleidiguug die Gemeinde Dortmund aus dem Vorbände anstritt. I s verrät eine grosse Pertigkeit des Joiigliercns, wie Herr S. Plürsheim in Dortmund es zuwege bringt, in den Punkten .3 um! 4 seiner Berichtigung diese' Taivichen aut den Kopf zu stellen. Man muss schon mit der Kunst des Seiltauzens vertraut sein, wenn 111.n1 durch die verschlungenen Pfade den Weg liiu'cu will. Im Punkt l der Berichtigung Ist mein Irrtum — die ' crwechsclnng des Verhandes mit dem Ausschuss üis Wrbamles •— zwar angcdcutct, aber nicht durch Aimilirmigsstriche als wesentlich gekennzeichnet. In |'>mkt 2 -I ist dieser Irrtum ebenfalls übergangen mul in .1 mul 4 in folgender Weise misgebeutet: IVr Verband habe keine Rüge beschlossen; der Wilvndstag habe im Ocgcntcll ״die" von Dr, Jacob gv•" mischte persönliche Auseinandersetzung nicht zugvi.iSHii: folglich sei es unwahr, dass der Austritt du Dortmunder Gemeinde eine unmittelbare Holge Kues \ktes gewesen sei. Der letzte Verbamlstng bat Anfang Juli 1908 in üeSeiikiichcn stattgcfimdeu. Ein Pall Jacob-Coblcnz eu'tieric damals gar nicht. Herr Plürsheim stellt Meli dumm. tut. als habe ich den Verhaudstag vom Am.iiig Juli gemeint, stellt irgend etwas fest, was;mi dem Verbandstag vorgefallen ist und was mit der umliegenden Sache in gar keinem Zusammenhang Mein, um dann seine unsinnige Schlussfolgerung setzen zu können. Zum Schluss spricht er dann so m'iunlier v״n der hier allein in Präge kommenden Resolution des Ausschusses, die er wiederum ohne N1 ׳ mit dein Gespenst des Verbandstages in Verbin• dimg bringt. P.r spricht ganz willkürlich von der J’• Monate später“ gefassten Resolution. P.r hätte Me!ui: dem gleichen Recht mit dem Tage der Welt• seli״p:nng in Beziehung bringen können. Ueber diese Art der K< mbination. von Tatsachen zur Tagesordiiimg! In P.rgiinzung meines Artikels in No. 6 Ihres Blattes kann ich Ihnen mittcileii. dass das von den! Außchuss des Verbandes der Synagogcngcmelndcn WcMi'aiens den Verbandsgcnielnden zur Einführung t1npf״l1le11e Koblcnz'sche Rcligioiisbiiclu wie mir von /toerl.issigcr Seite berichtet ist. die Genehmigung der /1!M,11tdi.!cn Behörde nicht gefunden hat. Dortmund. Dr. L. W c I n b c r g. Verhandlungen des PrcusslsclicmAbgeordncIcnhauses 29. S11 z. u n g vom 12. Februar. Besoldung der ovangolUchcn Geistlichem. Die Erörterung beginnt mit der Besprechung des Antrages Plekholt Ureis. Vp.) u. Gen., die Reglcrung zu ersuchen, Im iiüelistlülirlgcn Etat Mittel zur Gewährung von dauern der Beihilfe an I c i s t ti111 g s u n f ü h i g e Jüdische K u 11 u s g c - ייי CJlüden für ihre Geistlichen und deren Hinterblicbciien hcreitzustelicu. Abg. Tonriieau (Ztr.) empfiehlt namens der K o m in I s s I o n Ahle I! n u 11 g dieses Antrages und berichtet über die einschlägigen Kounnissionsvcrhaiklluiigcn. Abg. Eleklioli (fr. Vp.): Im Kultusctat Ist ein Ponds von .350000 Mark ausgeworfen zur Unter- Stützung von Geistlichen aller Bekennt- II i s s c. Obwohl also der Wortlaut dieser Position Kein Hindernis bietet, ist mir bisher nicht bekannt geworden, dass auch Midi sc he Geistliche aus diesem Ponds Unterstützungen erhalten haben. (Sehr wahr!) Bel der Stellung unseres Antrages haben wir uns auf den Standpunkt der Billigkeit gestellt Wir wünschen, dass nicht nur den beiden grossen Volksküchen, sondern allen anderen RcHgionsgcsellschaften, besonders den Icistungsschwachen jüdischen Gemeinden Beihilfen gezahlt werden, denn wir dürfen von unseren lüdlsehen Mitbürgern nicht verlangen, dass sie für die beiden Volkskirchen mit bezahlen, wenn Ihren eigenen Gemeinden Keine staatlichen Beihilfen gewtthrt werden. Aus einer Denkschrift zur Reichsfinanzreform, die dem Reichstag vorgclcgt ist. geht hervor, dass in 91 Prozent der Jüdischen Kiiltusgcmciudcn 100 bis .100 Prozent der P.inkommenstener als Kirchensteuer erhoben wird. Während die Evangelischen pro Kopf 1.JJ, die Katholiken 0,9.3 Mark bezahlen, müssen die Juden 10,97 Mark pro Kopf Kirchcngcmcliulestcuern entrichten. (Hürtl hört!) Unsere Jüdischen Mitblirger zahlen also bei weitem mehr Steuern für K u 11 u s z w e c k c als d I e . C h r I s t c n. Trotzdem herrschen namentlich im Osten der Monarchie beklagenswerte Zustände. Die indischen Geistlichen entbehren der Altcrszulagc und der P c 11 s i o 11 ganz. Gewiss ist die Stellung der grossen Volksküchen zum Staat eine andere wie die der jüdischen Kirchcngcuiciudcii. Gegenüber den beiden Volksküchen bat der Staat ein sehr weitgehendes Aiifsichtsrccht Aber auch gegenüber den jüdischen Gemeinden hat der Staat In beschränktem Umfange das Aufsichtsrecht. Stichhaltig sind also die Gründe unserer Gegner nicht. (Sehr richtig!) Württemberg, Baden, Sachsen. Anhalt, Mecklenburg-Schwerin ge* währen den Jüdischen Ktiltusgemciuden erhebliche Zu- .schlisse Auch der Abg. De. v. Hevdebrand hat früher die Tendenz unseres Antrages gebilligt. (Sehr richtig!) In der Kommission wurde gerade von kunserv a t i v c r Seite anerkannt, dass die Allgemeinheit ein Interesse daran habe, dass unsere jüdischen Mitbürger ..religiös versorgt würden" — so drückte man sieh damals aus. Ps sind in der Tat la auch schon im Etat 40 000 Mark ansgeworfen. die unter Umständen jüdischen Knltusgancimlcn zuflicssen können. Hs liegt im Staatsintcressc. dass Männer, die einen religiösen und ethischen P.inflnss nusüben, vor den .׳iussersteu Nöten des Hebens geschlitzt werden. (Sehr richtig!) Man hat gesagt. Herrnhuter. Mcnnnnltcn und andere könnten denselben Anspruch erheben. Ich möchte zunächst darauf lilnweiseti. dass ausser den beiden grossen Volkskirchen auch die Altkatholikcn von Anfang an unterstützt sind, Hndlich möchte ich erwähnen, dass die Herrnhuter doch Uber reiche Mittel verfügen. Auch Ministerialdirektor Schwartzes ist gleichsam ein Opfer, das wir Oott bringen . . . alktnfalls könnte sich aber der Mensch ein lit-ispicl nehmen . . . weLsst du denn, was morgen kommt, was heute noch kommt . . . weiss n1;m überhaupt etwas .... Und was man "י• iss. heisst das gewusst . . . .? Der Mensch ist nur ein Mensch .... er ist in der Hand des Allgewaltig'.•», wie, nicht zu vergleichen, ein Stoff in der Hand eines Schneiders .... will 91'. macht er oinen Rock* will er, macht er eine Hose .... Und dann schlief er gewöhnlich sanft und n:l1‘g ein. * * * Inzwischen nüherten sich die Feiertage '״״״er mehr. Man begann zuerst selten und schüchtern, später jedoch immer häufiger und drdvter vom Tode des Indians zu sprechen. Jossl, der gehört hatte, dass der ״Kropf" vom *״üian Uj״ grösste Delikatesse sei, bedang sieh Uciisclhcn bei der Mutter aus, Da aber auch der ältere Sohn von diesem Teile haben wollte "ml der eine sich durch den anderen bedroht *ah. kam cs zwischen beiden zu Tätlichkeiten, denen ln der Regel durch das Dazwischentreten Vaters ein Ende bereitet wurde. Auch Frau Sarah hatte bereits Ihren fertigen Plan. Es stand bei ihr bereits unerschütterlich j icst, wie der Indian zubereitet werden sollte, I um für alle acht Tage ausgcniltzt werden zu können. In ihrem (leiste zerlegte sic ihn schon unzähligcmalc in sc!ne einzelnen anatomischen Teile. Jeder Knochen hatte flir sie eine Bedentung. Nichts sollte verloren gehen, und sie ergötzte sielt hi Gedanken au dem königlichen Mahle , , . . Uiul als cs endlich Krew Pcssach wurde, nahmen s!c alle wehmütigen Herzens Abschied von ihrem Liebling. Man wollte ihn nieman* dem anvcrtraiicn. Frau Sarah selbst sollte unter der schützenden Begleitung Jossls den Indian ins Schlachthaus tragen. Im letzten Moment aber sagte Jossl ab, da er von seinen Freunden cingcladcn wurde, an der Verbrennung des In der Strasse gesammelten Chamcz teilzuuchmcn. Sei1!! älterer Bruder musste Ihn vertreten. Und es trugen Mutter und Sohn abwcchschul den Indian, dessen Gewicht sich bctrücht- Heit vergrössert hatte, seinem Ende entgegen, Sic taten cs beide nicht leichten Herzens, Und nachmittags lag er bereits entseelt auf seinem Lager In der Zimmerecke, mit ausgestreckten Füssen. Jossl trat einen Schritt zurück, als er ihn erblickte, ,es tat ihm im Herzen weh, seinen Freund so regungslos liegen zu sehen. Es war der erste Tote, den er ln seinem kopff hat früher anerkannt, dass Gründe der Billigkeit und Gerechtigkeit für unseren Antrag sprechen. Ich bitte,!!nserein Antrag z.uzustlnuiicii, An dio königliche Stantsrcglcruiig richte Ich die Anfrage, oh sie geneigt Ist, aus dem Ponds von .350 000 Mark zur Unterstützung Geistlicher aller Bekenntnisse den lildisclicn Geistlichen Unterstützung zu gewähren. (Beifall.) Ministerialdirektor v, Chuppuls: S t a a t s l> e I - 11 iIfc(1 werden letzt nur an die beiden grossen Volkskirchcn gcwä 11 rt. Das heruht auf der besonderen Stellung, die diese beiden Kirchen auf Grund ihrer geschichtlichen Entwickelung ehmcluueii. Diese Stellung wird bei der evangeli* sehen Kirche noch unterstützt durch das landcsherrliehe Kirchcurccinicnt. Gewiss hat der Staat auch hei den indischen Gemeinden ein Aufsichtsrccht. dieses bestellt aber nur darin, dass der Kultusbcamtc nicht eher angcstcllt wird, als bis die Förmlichkeiten der Wahl geprüft sind und fcstgcstcllt ist, dass er ein unbescholtener Mann ist Dem Staate steht dagegen nicht das Recht zu, zu prüfen, welche Vorblldung er hat, mul oh er fällig ist. ein solches Amt zu bekleiden. Die jüdischen Kultusgetucindcn stehen darin nicht anders da wie andere Rcligionsgcmcin* schäften, zum Beispiel die Altluthcrancr. MennonUcn. Baptisten und Herrnhuter. Ich muss zugeben, nass die lildisclicn Religionsgemeinschaften hohe Aufwciidiingen machen. Aber verschiedene andere Rcliginns- Gemeinschaften. zum Beispiel die Altluthcrancr. sind ruht weniger hoch belastet: 89 Prozent der altlutherischen Gemeinden zahle״ über 100 Prozent Zuschlag zu der Hinkoiuiiienstciier. Die Kirchcuhclträge der Altluthcrancr betragen bis .375 Prozent der Hinkommcnstcuer. Wenn der St aa t a 11 ch dem Antrag des Vorredners nicht entsprechen kann, so s tc h t er doch den Bestrebungen der Antragsteller wohlwollend gegenüber.(!) (Beifall.) Hin Beweis dafür ist, dass bereits 40 000 Mark bcreitgestellt sind. Wenn diese Summe nicht genügen sollte, wird der Staat gern bereit sein, diesen Betrag zu ver* mehren. Die Hrngc des Abg. Hicklmff. ob aus dem Fonds von .350000 Mark auch jüdische Geistliche unterstützt werden könnten, ist nicht ganz sicher zu beantworten. *Früher bat das Hans den Standpunkt . eingenommen, dass unter den Geistlichen nur Geist-; liehe der beiden grossen Volkskirchcn gemeint seien. 1 In der Praxis ist die Regierung von dieser Ansicht jetzt ahgckonmicn. weil zum Beispiel in Schleswig- ' Holstein auch die jüdischen KulUishcamtcn als Geistliehe bezeichnet werden. (Beifall.) Abg. Wlncklcr (kons.): Wir können dem Antrag aus s t a u t s r e c 1111 i c 11 c n Gründen nicht zu st im me n. Billlgkcitsgrilndc können mir dann zu einer gesetzgeberischen Massnahme führen, wenn diesen nicht grundsätzliche Bedenken und ecsctzlicho Bestimmungen ciitgegenstelicn. Wir bewundern dio Opfcrwi'ligkcit ■ler jüdischen Gemeinden, wir möchten Ihnen diese Opfer gewiss gern erleichtern. Aber wir würden uns in diametralen Widerspruch setzen zu einer bis auf den heutigen Tag ununter• b r u c h c n c n R c c 111 s c n t w ic k c I u n g. wenn wir dem Antrag bcistiimutcn. Abg. Dr. Friedhere (natl.): Nicht ausschliesslich Billigkcitseriindc fordern die Annahme des Antrages, sie würden freilich nicht aussehlav׳'׳chc1ul sein können. Hs handelt sich um ein Gebot aitsglciehcndcr Gcreclitigkeit und um die Erfüllung einer staatlichen Pflicht. Nicht nur der evangelischen lind der katholischen Kirche, sondern auch der jüdischen Konfession gegenüber ist der Staat zur Unterstützung Icistungsschwacher Kultusgemeindwu verpflichtet. Alle anderen Auslegungen des Gesetzes sind hinfällig. Die . historische Entwickelung gibt den 'Jüdischen Gemeinden dasselbe Recht J- "" " '• - - י■—...... Leben sah. Er trat deshalb leise auf scmen Sohlen auf. ohne eigentlich zu wissen, warum. Und als Schinul nach Hause kam begann die Zerlegung. Er sagte cs nämlich ausdriiekflieh, dass er dabei sein wolle. Sarah öffnete kunstgerecht den grossen Leib, nahm das Eingeweide heraus, und beide staunten über dio schönen und fetten Organe. Da ergriff pUHzlieh Schmul mit einer raschen Bewegung den Arm seiner Frau und zeigte mit der anderen Hand auf ein winziges Weizenkörnchen, das s'cii auf einem Darm befand. Beide erblassten. ..Laufe zum ״Dajen“ (Rechtsgclehrten), sagte er mit lautloser Stimme. Und sic lief. Atemlos, keuchend, mit geröteten Wangen und zerzausten Haaren. Es schwindelte ihr, als sic die Gassen und Gässeben durchkreuzte, fast versagten ihr d!c Füssc, aber sic achtete auf nichts und lief. Endlich, endlich stand sic vor dem greisen Dajen. ״Rabbi," sagte sic mit vor Erregung kaum verständlicher Stimme, ,,sehet nur, Ich habe in meinem Indian ein Weizenkörnchen gefunden.‘* Der Dajen nahm den Indian, betrachtete genau die Stelle, auf der das Weizenkörnchen lag und schüttelte stumm das Haupt.