Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1909)
- Date
- 1909-02-12
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite SO. jukoisci 1 n runiיschau No. 7. ftlllance Israälife üniverselle Die Deutsche Konferenz-Gemeinscliaft der ״Alliance Israelite Universelle״ hält am 16. Februar d. Js. im «rossen Saal des Verwaltunggebäudes der Jüdischen Gemeinde Berlin ihre sechste regelmässige Jahrcssitzung ab. Auf der Tagesordnung stellt in der Hauptsache der Rechenschaft»- und Arbeitsbericht des Präsidiums für das Jahr 1908, der Bericht der Mitglieder über ihre Bezirke, der vorläufige Bericht des Herrn Rabbincr Dr. Porges in Leipzig über die Scliulinspcktionsreisc nach dem Orient «nd die Neuwahl des Vorstandes.!VOM HILF5VeRe1Ni Der Hilfsvcrcin der Deutschen Juden hat in Saloniki einen Kindergarten begründet, der am 7. Februar in Gegenwart der angesehensten Mitglieder der stiidtischcn und der jüdischen Gemeinde, des Grossrabbiners und des Kindcrgartcnkoinitccs feierlich cingcwciht worden ist. Der Kindergarten stellt• unter dem Patronate seiner Eminenz des Herrn Grossrabbiners Jakob Mclr. Ausser ihm gehören dem Komitee des Kindergarten» die folgenden Herren an: Gemeindevorsteher Jakob Knsis als Vorsitzender, Redakteur Florentin als Sekret,׳ir, Leon Qotiiiein. Schulleiter, Rabbiner Boton und Salvador Gaclion, •Rechtsaiiwültc M. Chnlfon und Mr. Colin. — Der Hilfsvcrcin der Deutschen Juden hat zwei bisher an seinen Kindergürten 111 Jerusalem tütige Kindergärtnerinnen, die des H e b r ü I s c 11 c 11!nächtig sind, nach Saloniki entsandt. In den Kindergarten, der aus drei Ab* teilungen bestehen soll, werden zuniiehst ISO Kinder aufgciiomtncn. Ls ist in hohem Grade erfrculiclt, dass die Idee, die der Hilfsvcrcin im Orient zur Durchführung gebracht hat, Kindergarten als Fundament des E r z i c 1111 n g' s w c s c n s einzufiihrcn, in immer weiterem Masse Boden gewinnt und dass die Be* vülkcrung im Orient au diesem Werke der Jugenderziehung nach modernen Grundsätzen solchen warmen Anteil nimmt. * t ♦ » VOM ZIONISMUS % % < I Die in B r c s I a 11 erscheinende ״S c 111 c s i s g h e Zeitung“,!;'isst sich ..aus der Rciehsliauptstadt" wie folgt he—richten: Berlin, *l. Februar. Zu einer scharfen Verurtcihiug der zlonMIschcn Bestrebungen kam es am Mittwieh abend in einer Versammlung der Zionistischen Vereinigung zu Berlin. Dr. Margulies aus Trautemm referierte über das Thema ..Der Weg ins Freie“. Wenn auch vor der Hand nicht daran zu denken ist, so führte er aus. dass alle Juden de!• Weit in Palästina einen Ciemcinstaat bilden, so soll man doch durch Griindüng von Schulen daselbst dafür sorgen, dass die .lugend dort den Weg ins Freie vorbereitet. In der Diskussion wurden die Vorschläge schar! kritisiert. Dr, I.ocwc betonte, dass er in Deutsch-!and dem Zionismus mehr dienen könne als in Palästina. Der Zionismus halic seine alte Stosskraft verloren: er sei flau und schlapp und verlange Männer, die zu handeln Kvkscn. Alle ' ' Redner waren sieb darin einig, die Auswande r 1111 g nach Palästina künftigen <1 e 11 e r a t i on e 11 zu il 11 e r I a ssc 11. Nur ein Dr, Auerbach erbot sieb, sofort ausz.11• wandern, um in Palästina als Kulturpiouicr die Stätte bereiten zu helfen. Die ..Schlesische Zeitung״ hat sicli bisweilen in zionistischen Dingen so gut unterrichtet gezeigt, dass sic sich einen .solchen Bären nicht liätte aufbinden lassen dürfen, ln der Versammlung halten nümlich. wie der ״Schlesischen Zeitung" und ihrem verständnisvollen Korrespondenten verraten sei. 'mit einer Ausnahme nur Zionisten gesprochen, da trotz mehrfacher Aufforderung des Vorsitzenden sich kein Gegner zum Wort meldeten Man ersieht auch daraus, welches feine Verständnis der Bericht* erstatter für das Thema der Versammlung überhaupt hatte. aus DeneeMeiNDeiN lile Miiarbci» umerer Leser an dieser Rubrik Ist besondere ....erwünscht.————. Warnung Dem Deutsch-Israelitischen Qomelndcbtmd wird von Herrn Rechtsanwalt Nassau in Hagen geschrieben; Anfang Dezember sammelte ein Herr A. S. Rosen in Hagen Beitr/ige für das Israelitische Waisenhaus ln Jerusalem. Aus einem vorgelegten Buche ergab sich, dass er bereits seit zwei Jahren in England und Deutschland gesammelt habe. Eine Erkundigung bei der Verwaltung des Waisenhauses ergab, dass Rosen ein Schwindler Ist Vor zwei Jahren Ist er nach Jerusalem gekommen und hat sieb erboten, für die Anstalt z.u .sammeln. Die Anstalt hat ihm 500 Fres. für Kelscspcscu gezahlt. Seitdem hat er nlciits von sieh büren lassen. Aus Anfrage;! von verschiedenen Seiten ersah die Verwaltimg, dass er überall erhebliche Summen eiligesammelt hat. Abgclicfcrt hat er noch keinen Pfennig. Dlo Verwaltung des Waisenhauses bittet dringend darum, Rosen verhalten zu lassem Es ist durchaus erwünscht, dass dies geschehe. Zu diesem Zweck ist die Wcitcrvcrbrcitung dieser Warnung' notwendig. * Ueber die Konfession der Berliner Gemeinde- Schüler teilt die ״Pädagogische Zeitung“ fo sende Zahlen mit. Fs waren evangelisch 198 835. kat 10liscli 22 735. jüdisch 4108, Dissidenten 293. reformiert 85, lutherisch 46, altluthcrisch 43, Meimonitcu 8. Baptisten 144. Methodisten 42. altkatholisch 82, Adventisten 13, Mormone• 1, freireligiös •116. ungetauft 1617. - Unter diesen ״ungetuuiten" Kindern dürften am Fade auch noch eine gan/.c Anzahl indisch sein! « Berlin. Unter reger Beteiligung der Vereinsmitglicder fand am 28. Januar die 15. General- Versammlung der ״Jüdischen l.eschallo und Blblio* tliek“. F. V״ in dem neuen, geräumigen Vcreiiislokal, Oranienburger Str. 58. statt. Der Vorsitzende. Herr Dr. Max G1118 b e r g, schilderte die innere und äussere Entfaltung, sowie die stetig fortschreitende Wirksamkeit des Institutes, das sieh die Pflege jüdisehen Wissens und Verbreitung der Kenntnis lüdi* sclicr Geschichte und Literatur innerhalb der weitesten Kreise unserer Gemeinde zur Aufgabe gestellt hat. Besonders aut unsere Jugend erstreckt sich die Einwirkung des Vereins: in dieser liegt unsere Zukunft und nur die Kenntnis unserer glorreichen Vorgeschichte und Literatur, diu Fühlung mit dem gegenwärtigen Schicksal der Judenheit kann den Rückhalt bieten, um treu aiisznliarren und Angriffe ahzuwclircn. die unter dem Mäntelchen der Wissenscliaft mein denn je das Judentum bedrohen. Wie bisher, hat der Verein seine strenge Neutralität innerhalb der mannigfachen Partcistrüniungcn Im Judentum bewahrt. 79 jüdische Zeitschriften aller Richtungen, eine Bibliothek von 64110 Büchern stellen den Besuchern k o s t e n I o s zur Benutzung und Entleilumg z.ui Verfügung: 511 Prozent der Biiclicrbestände waren im Berichtsjahr verliehen: die Lesehalle selbst wurde von 22 639 Personen besucht: alle Schichten der Bevölkerung, die verschiedenen Belufsklasseu und Altersstufe!! waren vertreten. — Diese Erfolge konnten aller nur dadurch erreicht werden, dass neben dein Interesse unserer Gcmciiulcinitglieder sieh auch eine Reihe grösserer Organist!* tioneu bereit fand, das Institut durch einen jährlichen Beitrag' zu fördern. Neben dem Vorstand der Jildiselten Gemeinde’ sind liier der OemeindcbuiHl, die Logen, der ״Zctilralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens" und vor allem der Verein für jüdische Geschichte und Literatur besonders hervorzuliebeii. Als ein erfreuliches Zeichen für die wachsende Anerkennung der Vereiiisbcstrclmiigcn liezcielmctc der Vorsitzende den Umstand, dass sich als neuer Freund der Anstalt die ..Alliance Israelite Universelle" den bisherigen «!!geschlossen hat; er gab der Hoffnung Ausdruck, dass auch diese Vereinigung fernerhin der jüdischen Lesehalle und Bibliothek ein treuer Bundesgenosse bleiben möge. — Den Kassenbericht erstattete der langjährige, verdienstvolle Schatzmeister des Vereins. Herr Benas l.tv v. Fr betonte dass die Miteliedorbeitrügc und Spenden crfreulicl1erwei.se zwar reichlielier eiligegangen wären, dass aber andererseits dienc1icLc.se- und Bibliotlicksräinne eine dauernde Mehrbelastung des Etats von jährlich 150n Mark verursachen. Die Einnahmen und Ausgaben balanziertcn mit 6700 Mk.. von denen leider nur ein Betrag von 518 Mk. zur An- Schaffung von Büchern verausgabt werden konnte. Ihrr Lew teilte ferner unter lebhaftem Beifall der Versammlung mit. dass F'rau Franziska Ginsborg, die unermüdliche Förderin des Vereins, anlässlich ihres scehszie'stcn Geburtstages am 19. November 1908. ebenso wie ihr sek Hatte. Herr Adolf Gins borg, der sich um die Begründung und den Ausbau des Institutes überaus verdient gemacht hatte, zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernainit^ worden sind. Nachdem namens der Vcrsnmmhuur Herr Dr. Stier dem engeren Arbeitsausschuss herzlichsten Dank für seine in! Dienste dieser idealen Bestrebungen aufgewendete Mühewaltung ausgcsnrochcn hatte, wurde der bisherige Vorstand wieder gewählt. Diesem gehören an: die Herren Dr. Max G i!1 s 11 c r g. Benas Lew. Dr. TI1. Z1 o c I s 11, Prof. Schäfer. Dr. Alexander, Heinrich 1׳ r a c n k c 1, Dr. H. Hildesheimer, Carl S c 11 w a r z. Dr. K a r p c I c s, Prof. P h 111 p p s 0 n, Prof. R 0 s c 11 b c r g. Rabb. Dr. Stier. Karl Schiff. Gustav S p i c w k 0 w s k I. Auf Antrag des Vorstandes erwählten die Anwesenden den früheren, langjährigen Vorsitzenden und eifrigen Freund des Vereins. Herrn Kommerzienrat Julius Isaac. sek And., zum Ehrenmitglied der ..Jüdischen Lesehalle und Bibliothek". Herr Dr. Ginsberg dankte der Versammlung für dieses Zeichen pietätvoller Ancrkctinung des Entschlafenen und wies — als erwünscht und erforderlich — darauf hin. dass die 1-08«0?iS1*! fJ 10i*«1״11 *־d ou< den ganzen Tag von 9 Uhr früh bis 9 Uhr abends ausgedehnt werden müsste: «Jas könne aber nur durch eine Vermehrung der laufenden Einnahmen erreicht werden. Der no*״ r^c^,c^c .an die Anwesenden die dringende ft ü/,.föLVcrclln d״rch Werbung neuer Mitg ieder tatkräft g zu wirken, und schloss die Mitglicdcrvcrsammlung. Indem er etwa folgendes ausführte: ״Die Verbreitung der Kenntnis vom Ju»1u.- um ist mul bleibt der wirksamste Rückhalt. 0n stärkste Kräftigung der Judenheit selbst. 1״ idealen Gütern unserer Gemeinschaft liegt ihre!.<*. benskraft. das Geheimnis ihrer inehrtaiisemljährigcu. allen Anfeindungen und Widersachern stnmllialtcnden Existenz. Unsere geistigen Schätze sind der tinvcr. siegbare Born, aus dem wir Kraft. Ausdauer 1״״. Stolz schöpfen können. Soll unsere Jugend, die n,;,n. liigfachen lleiinmmgen und Gegenwirkungen;msec, setzt ist. in sich selbst gefestigt und zur Abwehr bereit sein, so muss sic Liebe und Anliäiiglicnktät zun! Judentum empfinden und daher mit sciturr. geistigen und sittlichen Inhalte erfüllt sein. Diesem Ziele, der Pflege jüdischen Wissens innerhalb wei. testcr Kreise unserer Gemeinschaft, dient unser Werfci Mögen ihm auch in diesem Jahre viele neue FrcmuJc erstehen, damit die jüdische Lesehalle und Bibliothek die an sie gestellten Ansprüche befriedigen und ihre grossen Aufgaben in vollem Masse erfüllen kann!" Frankfurt a. M. Zum Vorsitzenden des Vor. Standes des Israelitischen Gemeinde wurde Saoitatv. rat Dr. Th. Ja f 1*6. zum Vorsitzenden des Aus. Schusses Isidor Dreyfuss gewählt und als Stellvertreter S. E p s t e i n bezw. H11 g ״ F r ä ״ k c l/GR6!M5־RUNDSCHAU Dlo SchflMüttrcr der Vereine werden gebeten, d;c I: nioüllcJr*t knapp zu hallen und de kielt rcdiucmg inu! .׳{! Marwtkrlole nur aut einer Bette betehrelhcn — deutliche s.hrllp Berlin, Am Dienstag, dem 16. Februar, a;׳cnd> 9 Uhr. findet in den Armin-Hallen (käme׳ Saal, parterre), Kommandantenstr. 58/59 (!;aia Spittclmarkt), eine Gruppcnvcrsaninilung der Berliner Zionistischen Vereinigung statt, zu der die Mitglieder sämtlicher zionistischer Vereine v ן ״ Gross-Berlin hiermit citigcladcn werden. Herr Lazarus Barth wird über die Idee unsere; Organisation sprechen. Die VcrsanA1;!u;1? wird pll 11 k 111 c 11 eröffnet. Es wird wiederhol; darauf aufmerksam gemacht, dass besondere l'loladungcit nicht ergehen. Berlin, Am Sonnabend, Jern 13. Februar, abends 9 Uhr, findet im Saale des Schillcrthcatcrs, ClinrDt• tenburg, das erste Winterfest des ״Jüdischen Turn. Vereins Chariottonhurg“ statt. Berlin. Im Hcrzl-Klnb spricht am Domicis!:״;. dem 18. d. Mts. Herr Edmund Levy über: ״Das Wesen der jüdischen Nationalität." Dieser Abend ist als erster Teil eines Zyklus g«.• dacht, der zwei derartige Vorträge umfassen soll. — Lokal: Wittner, Münzstr. 8 1. Beginn 9 Flu. Gäste, Damen und Herren, willkommen. — Fiir der grossen ,.Jüdischen Rezitationsabend" des Klubs, de• am 24. Februar int Charlottenburger Scliiiler-Tlienter stattfindet, macht sich bereits reges Interesse he• merkbar, und es kamt nur empfohlen werden, sich bald mit Eintrittskarten zu diesem Abend, der cir wirklich k Ii n s 11 c r isc h wertvoller zu werden verspricht, zu versehen. — K.irter sind im Vorverkauf zu haben bei A. Wertheitu. Fein• ziger Strasse und Knntstrassc, Louis Lamm. Neue Fricdrichstr. 61-63 und Ziel i 11s ki. Clou• lottcnburg, Rankestr. 13 (Laden), Die Preise sind Mk. 1,50, 1,—. 0.50. — An der Abendkasse 0.25 Mk Aufschlag. Berlin. Berliner Zionistische Vereinigung, lös Mnkkabä erlest der vereinigten zionistis.hen Vereine von Berlin konnte aus äusseren Gründen erst verspätet und nur in kleinem Masstabc gefeiert wer• den. Immerhin bot das recht gut besuchte Fest n einigen Punkten des Programms Interessantes. Iler• vorzuheben war die kincmatograpliischc Vor'iilinms eines Panoramas von Jerusalem. Besonderes Inter• esse erweckte eine kleine Ausstellung des ..Bf• zalel". Es wird in diesem Jahre wieder die Vernnsta!• tung einer grossen und sorgfältig vorbereiteter P u r I m - F c i c r geplant־, unsere bekanntesten Betlincr zionistischen Humoristen haben ihre Mitwirken!׳ zugesagt. Das gelungene Purim-Fest des voriger! Jahres dürfte den Teilnehmern noch in angenehmster Erinnerung sein. Das diesjährige Fest dürfte, nach oen im Gange befindlichen Vorbereitungen zc schlicsscn, noch amüsanter werden. n v'C״a״ sfcrordcntbcbc Generalversammlung dff ״B. 4 V. hatte sieb mit Fragen des Etats zu befassen. Nach sehr eingehender Debatte über alle denkbaren Fragen, wurde unter Ablehnung eines Vorschlages des Vorstandes auf Erhöhung der BelinlfMi,aU.,• J2 .^k*, bCsclllosscn• dcn Beitrag auf 10 Mk. i ä 11 r 1 i c 11 fcstzusetzen.?/' 5lia8 Auerbach hielt an dem nächsten Abend ein Referat über die Aufgaben K°n ftrcsscs. Der Vortrag wie die an• n«w1tCnd״ ^,skus,sion boten viel Interessantes. Dir Debatte soll demnächst fortgesetzt werden. n, p ® 0 י!־!״^entliehen Versammlung sprach Herr Dr. Emil Mar gulies aus Trautenau über ,^Cf ״ ,*c? n c"• GIc Versammlung war sehr . besucht, Dem zündenden Vortrag folgte eine ן sich auf der Höhe bewegende Debatte über die I grundlegenden Prinzipien des Zionismus. An der