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Jüdische Rundschau · 1909-02-05 · Heft 6 (5.2.1909) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIV (1909)
Issue
Heft 6 (5.2.1909)
Date
1909-02-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 66, .sc 11 AU ח RUN ״!1 1 u!i r» i sc. Nu. 0. Am heutige» Ta«« (24, Januar 1909) ist Rabbi Hai 111 Na 11 um in diesen Raun erhoben worden. Seine Persönlichkeit wira sich als ganz bedeutende eiitialtcn müssen, wenn sie auf der Höhe ihrer Stellung stellen will. Wird ihm das gelinge». wird er Gedanken zum Lebeu führen, die zu der Tragweite seiner Machtbefugnisse in richtigem Verliiiltuis steilen, so wird sein Name in der Ueseliieiite bleiben. Demi niemals war eine Zelt hierzu so geeignet wie heute. Der Chaeliambasclii Haim Naiuiiu mau wissen, dass die Nation, die iim beute zu seiner Beammg beglückwünscht, Ausserordentliclies von ihm erwartet. Niemand kam! In seinen Ernst lind seinen heiligen Willen, die er beute an geweihter Stätte vor der lluiidcslade und den Vertretern seines Volkes in beweilten Worten bekundete, einen Zweitel setze.1. Wir woben ihm wünschen, dass seine Kräfte aas Vertrauen von Millionen nicht enttäuschen »«»gen. Tcicionaniuycn { Im ganzen tütkisclieu Reiche gibt cs bisuer mir j eine einzige oiieiiliieiie Icloiuiuiuinl.ige, »11u zwar am j der kleinen autonomen lusei Simiui. Im übrigen bietet die Tiirkei cm iiucU völlig treies leut tur der• ' artige Ü1Uer11e11mu1n:e11. * Auch in m־ r 111 ist cs bisher übrigens noch nicht zur Einrichtung eines 'lelepiioiMerkehrs gekommen. Sogar eo! Oiiert- Aussclireibeii oer Regiemi.g hatte mellt den erwaituen Erfolg, ins• »lern, als mir eine Bewerbung von einheimischer Seite cin.ici, die aber nicht \ on der erfoideriiebcn Kaution bedieltet war, s<> dass es sich wohl nicht um eine ernstliche resp. eine 1 liierte seiteils einer solventen Hrma, sondern mir um den \ ersuch gehandelt haben dürfte, sich /!machst oaiic Risiko die Konzession zu sichern, auf (Irtiud deren dann erst Kapital gesucht werden sollte. Jn A e g y p t c 11 ist das Tclephomvescn mitürlich längst hoeiicntwiekelt. Dort hat eine e 11 g Ilse 11 e Gesellschaft das M o 11 o pol, und es gibt Telephon- , netze in allen grosseren Plätzen und Verbindungen; zwischen allen llanptznitrui. Wir können hierzu bemerken,;lass sogar der Miiitiirposten an der üreii/.e der aeg> ptisclivn Sinai-Provinz bei Ra fall!Teil Refali• bereits mit der Gouvernements-Hauptstadt EI - A r i s e 11 mittels l'cicphon verbunden ist, so dass diese Errungenschaft der Neuzeit hier schon tmmittelbar au Palästina l.eraiireieht. 111!,alästiua selbst sollten sieh jüdische Kapitalisten diese Gelegenheit mellt entgehen lassen, «a Saloniki. Unter den liier ansässigen Juden, die Ctn Hauptbestandteil der Bevölkerung Salonikis bilden, hat es unliebsames Aufsehen erregt, das in dem Esposö des tlrosswesirs Kiamil Pascha nur von der Zulassung der tiirkisclieu Christen in die iMilitärsclinleii die Rede ist, und nicht aucii von der Zulassung der .luden. Oie hiesigen Spanioleu werden infolgedessen demnächst eine grosse Volksversammln 11« cinbcrufcn, in der die jüdischen Deputicr teu Emanucl Ca ras so (Saloniki). Nissim Mas!lach (Smyrna) und Earaggl (Koiistantinopel) anfgefordort werden sollen, in dieser Üelegenheit heim Grosswesir vorstellig zu werden. Amerika Die Zahlen der jüdischen l'.inwumlcrung für den Dezember 1908 waren: 1351 Männer. 1558 Erauem 991 Kinder, zusammen 3900 Personen, von denen 2956 in New York blichen. 9-14 weiterzogen. 2560 aus Russland. 1020 aus Ocsterrcieh-Ungarn. 209 aus Rumänien. 41 aus England, II aus Deutschland, 43 aus. der liirkel, 1 aus Holland stammten. Die Dezembereiuwaudcrimg im Jahre 1907 umfasste 8108 Personen, so duss der Rückgang für den Dezember fast genau dem Rückgang .während des ganzen Jahres 1908 entsprach. <* Aus New York wird der ,.Prkf. Ztg." gemeldet, dass Herr Jacob H. Schiff 1(10 000 Dollars für das neu zu errichtende jüdische Technikum in Haifa (P.MhstiiuA gespendet habe. « י י nahezu I lUUUUd; sie haben sieh also binnen H j a 11 r e 11 111 ehr als v e r d o p |) e 11. Die Haupt* eiinmhiiich ilicsscii aus dem Person e 11 v c r k c 11 r, der ungefähr 55 Pro/eut der Gesamtcrtrügnlssc ergibt. Der Grund nir den verhältnismässig geringen PraelUvcrkehr liegt in dem fast gänzlichen Mangel einer!1roduktioit iu Jerusalem. Neun Zelmetel der üütcrbdbrdcrung erfolgt in der Richtung Jaffa—Jerusalem, von Jerusalem gehen die Wagen meistens leer zurück. Ist also auch die Halm Jaffa Jerusalem in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens ein rechtes Schmerzenskind gewesen, so hat sie sieh doch schliesslich recht günstig entwickelt. Deshalb kamt man den geplanten neuen Bahnlinien günstige Aussichten zäibiiiigcn. wofern der Hehler vermieden wird, der bei der Bahn Jerusalem—Jaifa gemacht worden war: die Ucbcrkapitalisicrnng. <« Uelier. den Zustand der unter seiner l.eitmig stehenden Mädchenschule 111 Jaffa berichtet Dr. Turoff folgendes: Die Schule hisst sowohl in püdagogischer, wie in verwaltungstcchnischcr Beziehung noch immer viel zu wünschen übrig. Ks Ist bis jetzt nicht gelungen, geeignete, den Anforderungen der Hygiene entsprechende Seiuilräimie zu finden. Die Schule ist materiell zu .schlecht gestellt, um seihständig solche Lokalitäten erwerben zu können. Grösstenteils sind es Kinder armer Eltern, die die Schule besuchen. Die Schulleitung hat nicht die Möglichkeit, sie zu unterstützen, und infolge dieser Armut kommen oft Krankheiten unter den Schillern \or, die den (lang des Unterrichts sturen. In püdagogischcr Beziehung ist in der letzten Zeit allerdings manches erreicht worden, w as für den weiteren Ausbau des Unterrichtes von grosser Bedeutung sein konnte, j Besonders wurden Verbesserungen vorgeiionupen im Unterricht, der hebräischen Grammatik, der (lengrapliie mul der Handarbeit. Mit grossen Schwierig- Reiten hat die Leitung auf dem Gebiete der Erziehung zu kämpfen. Die Unordnung und die inungelhaftc Sauberkeit, die bei den Eltern der Schulkinder i.n höchsten Masse herrschen, ferner die Wirkung, die die imKultivierte; arabische Gesellschaft ausübt, haben in den Kindern eine Reihe schlechter und verderhücher Eigenschaften erzeugt, die wir in der Schule bestrebt sind,;111sz.umerz.cn. Zu diesem Zwecke ' wurde von vornherein darauf Gewicht gelegt, ein gutes und herzliches Verhältnis zwischen Lehrern uni Schülern herziistellen. Nach und nach gewöhnen sieh die Kinder, den Anweisungen der Lehrer zu folgen. Ohne die geringste Strenge ist es schon gelungen, manches Kind von den von aussen kommenden Lin- Wirkungen zu befreien. Besonders die Ausflüge. Spiele and Pcste. die von Lehrern und Schülern veranstaltet werden, tragen zum Krfolgc bei. Audi musste gegen manche, auf den Gang der Erziehung und des Unterrichtes schlecht wirkende üble Gewolmhcit der Litern angekämpft werden. Beim geringsten Anlass sind die Kinder gewöhnt, von den Litern Tage mul Wochen zu Hause zurückhchalten zu werden. Dagegen wurde in der letzten Zeit seiteils der Schule protestiert, und man hofft, dass auch in dieser Beziehung eine Acndcrung cintritt. Die hier von Dr. Turoif anfgezähltcn’ Ucbcl ver* hindern auch im allgemeinen, dass das Schulwesen in Palästina diejenigen Lrfolgc bringe, die vielfach erwartet werden. Alle Schulverwaltungen führen darüber Klage, mul sicher ist diesem Krebsschaden nur mit geeinten Kräften mul grossem Mlihcaufwnnd cntgcgcnzuarbeitcn. VOM ZIONISMUS•'*!*: Dr. Leopold Kahn PALA65TINA-RUNDSCHAU In der letzten Zeit beschäftigt sich die türkische Regierung, wie wir bereits kurz gemeldet haben, mit dem Plane, Jerusalem einerseits über Nablas, Afulc mit der H c d s c h a s - B a 11 n , andererscits über Ramlch, Saminarin mit Haifa durch Schienenwege zu verbinden. Die geplanten Linien werden in vielfacher Beziehung denselben Wirtschaftliehen Verhältnissen unterworfen sein, wie die Eisenbahn JaUa-Jcrusalcm. — Zurzeit gehört diese Balm bekanntlich einem französischen Konsortium, das sich, wie man hört, verpflichtet hat, die Aktien nicht zu vcrüusscrn. Lange Jahre ging die Bahn sehr schlecht tmd sie kn mvon einer Hand In die andere, bis das Aktienkapital erheblich Ueruntergcsetzt wurde. Seit• dem sie der gegenwärtigen Gesellschaft gehört, hat sich dlo Plmui/Jngo der Balm erheblich gebessert. Im Jahre 1894 betrugen dlo Bctrictclnnahnicn nur rund 01110 halbe Million Pranken, Im letzten Jahre Atu 22. Januar ist in Wien unser bekannter Gesinnungsgenosse, Dr. Leopold Kahn, plötzlich gestorben. Diese Nachricht wird in den weitesten Kreisen mit grösstem Ikdancrn empfunden werden. Der Verblichene war im Laufe mehrerer Jahre einer der eifrigsten zionistisch*.:» Kittupfer in Oesterreich und gehörte seit dem I!. Kongress bis nach Hcrzls Tode dem K n g c r e n A k t i o n s k o tu j t e c an. Auf allen Gebieten der zionistischen Propaganda, des national-hebräischen und jüdisch-geistigen Lebens in Wien kam die grosse Tatkraft Dr. Kahns zur Geltung. Rastlos war st!ine agitatorische Tätigkeit. Hebräischem Wissen tmd jüdisch-nationalem Wesen hatte sich der Heimgegangene schon früh mit Vorliebe zugewandt. Das Kngorc Aktionskomitee hatte an dem Verstorbenen ein nncrinüdiiehcs aktives Mitglied und einen treuen Ratgeber bei allen Prägen, die mit jüdischer Kultur im Zusammenhänge standen, Auch seine jt1rist'scl121׳: Kenntnisse und Lüriah. rnngeii fandvn bei manchen Aufträgen die zweckentsprechende Verwendung, Aber seine Haupttütigkoit bestand in der rednerischen Propaganda, und mit besonderer Vorliebe in dcr I*örder1mg hebräischen Wissens. Lebendig mc!u vor iinsern Augen die Gestalt Leopold Kahns, der auf den Kongressen eine hcrvorragvndc Rolle spielte. in diesem Hilde würde ein Zug fehlen, wenn wir nicht auch der verehrten Witwe, Prau Sidonie Kahn, gedächten und der grossen Arbeit, die sie an der Seite des Verblichenen auf dein zionistisch-sozialen Gebiete geleistet hat. Hand in Hand haben Leopold und Sidonie Kali״ .hrc zionistische Arbeit geleistet. Kindersegen war ihnen nicht beschert, und in den ersten Jahren haben sie sich durch schwere Sorgen dmUi. kämpfen müssen. Das jüdische l'iihlen tmd die zionistische Uebcrzetigimg wurden ihnen beiden zu einer (,)iiellc werktägiger Gesinnung und umraliseher Genugtuung. In der strengen A!1ifassung vom Ernst der Parteipfliehten halicii sie sieh zusammengefunden. Das harte Schick1ו;י liat der wackeren Prau das beste Gut ih.\s Lebens genommen. Möge sie in dem I.'-cw sein Trost finden, dass der Name des Iteimgcgangenen dauernd an die Geschichte des Zu* iiisiuus geknüpft bleibt! Vom jüdischen Nalionalfonds Die soeben veröffentlichte Statistik der im Jahre 19118 eingcgangeiien Spenden für den Jüdisc.ui Nationaliuiids verzeichnet als Gesamtertrag- 11 i s des letzten Jahres 275/38,41 Mark, von deuoi 865,14 Mark als Erlös» inr Postwertzeichen 1mJ 267,84 Mark als Erlös für Materialien cingcga1׳.u1 sind. >u dass sieh die Summe der Geldspende!! an: 2716(15,73 Mark stellt. Davon sind insgesamt 37 556,91) Mark aus Deutschland eingegangen, w« u z» bemerken ist, dass unter dieser Summe sieh /um ׳ersten Male S ין e 11 d e 11 a ns D e u t s e 11 - S 11 ü westafrika im Betrage von 104 Mark bcfindui. Die erste Stelle nimmt Deutschland in der Sammlung für die Oclbaumspende ein mit 15 373.57 M. während dann erst im weiten Abstande Oesterrcu.11 mit 8270.45 Mark, sodann Russland mit 737.01 Mark, danach Südafrika mit 2971,01 Mark und scliliesshJi Nordamerika mit 1952,38 Mark folgen. Alle anderen f.ander haben für die Oelbainnspende weniger a:> je 10'Mi Mark aufgebracht. Insgesamt betragen da Oc’ibaumspendci' ca. '*/.. der gesamten Eingänge im den Natioiiiilionds, nämlich 46048,24 .Mark. Hin Goldene Buch erfreut stell offenbar einer besonderen Beliebtheit in Russland G8 653,83 Mk.) und Südafrika (14 891,14 Mark). Auch Nordamerika bringt inr das Goldene Buch 10 168,71 Mark, fast seiner gesamten Nntionalfonds-Spcndcn auf. Die Telegramm- Blaukette haben eine nennenswerte Verwendung ins jetzt mir in Österreich (1433.70 Mark), Russland (859,31 Mark) mul Deutschland (632,23 Mark) gefunden. Die Sclhstüesteucrung. diese der Ur- Weiterung am dringendsten hcdiirituc I1;stitu; brachte dein NationaltonJs insgesamt mir 9211.8(! Mk. ein; daran sind mit nennenswerten Betrügen nur Oesterreich (3555,52 Mark). Russland (2397,38 M.nk) und Deutschland (1867,04 Mark) beteiligt. Eine verhältnismässig grosse Summe für die Sclhstbcstcucrung haben auch die Niederlande mit 413,94 Mark aufgebracht, die fast die Hälfte ihrer allgemeinen Spenden und etwa ,/״ ihrer gesamten Spenden ausmaclitcn, während beispielsweise dir die Sclhstbcstcucrung Deutschland mir */,. der allcemeinen und ein Drcissigstcl der (ksamtspciulc:!. Russland V,״ der allgemeinen und ebenfalls un.c. führ den 30. Teil seiner Gcsamtspenden aiifgcbr.u s haben. Die Sammclbcgeii, die in Deutschland י"'! jetzt zur Einführung gelangen, haben fast den gesamten Ertrag von 10 058,52 Mark, aus Österreich (5784,46 Mk.) und Russland (3369,04 Mk.) Vt.- vuudertmg erwecken die relativ g e r in gf li g I gc n Beträge, die für Natlonalimidsmarken eingegangen sind, insgesamt 26 534,0s Mark. Mit ■grosseren S11 men sind liier nur Nordamerika (10 787,51 M.r . .ז'1״י, Gcsamtspenden Nordamerikas), Rnssl.mä I [.'•P9•9 Mk.) und Südafrika (377655 Mk.) bctcili t m‘S‘1 dC" , lcl1c״ ״ctrag wie die Nutio״alfom>•; Marken ergeben die Sammelbüchsen, doch sind dcu! Lr ragmssc »her alle Länder in entsprechendem Ver- 11-iltnis verteilt. in dSC7?imfwICln0" ^punUcn' dי' ־• olsr, die zume.M sLtZ m ir ל’;‘‘ "v IrKCI,d ci״cr Gratulation, Dank• S ü iüi ^r Ji1110 Avcckiicstiimnuiig ״usgewiescnoi S fy־st ’/•■ der Ges;.- si mnie aller Spenden, nüinlich 87 944,23 Mark lllei- 0stc?rdehambnC1rnMl,Ci: 1<ussla״d »"'« 24 m,t> I Mk., mit 10a?2 7i Mw 6 w7'ל Mkl u,ld Heu t schI and mit 10 052,78 Mk. Nordamerika und Rumänien geiKi! (Portsetzung auf Seite os•'

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