Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIV (1909)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1909)
- Date
- 1909-01-29
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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Ko. 8. JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite SS. Merkspruch. ״einer gibt wenig, einer gibt viel - In Wahrheit »lei gibt ober nur der, weldrir gibt mit Ireundlldrar CTliene." Der goldene Pfeil (Nachdruck verboten.) Von D11 v id J. Ga I tc r. Vor vielen, vielen .lalircn lobte nahe bei jcrnsnlcm ein Schmied namens Kliab mit seinem Weibe Sarah. Sein Sohn Schulen war zwölf Jahre a!t inid sein Tttchtcrchcn Miriam um zwei Jahre jünger. Sarali wur eine kranke Frau, die stets he. smt.lercr Pllcgc bedurfte, Deshalb hatte Kliab seine Schmiede nahe ׳heim Woltnhausc, so dass er mehr- 15ו,1ת. am Tage nach dem Befinden seines Weihes sehen konnte. Die Zeit, von der ich berichte — cs sind etwa zweitausend Jahre seitdem vergangen —, war Ihr unser Volk eine Zeit höchster Kriegsnot, Der Feind war im Lande und alle waffenfähigen Juden standen int i'cldc. um das Vaterland gegen den übermächtigen Occiier zu verteidigen. Auch an Kliali erging der Kriegs™(. Aber, konnte er sein krankes Weih und zwei iimiilindige Kinder in s<> gefahrvoller Zeit schutzlos daheim lassen? Seines Volkes Not rief ihn, aber hatte er nicht zu• itiiclist Pflichten als Onttc und Vater? Aber dann, sollte er dem bedrängten Valcrlandc schien Dienst vcrsicen? Diese Prägen sillrmien unf lillali ein mul licsnii ihm keine Ruhe, 111s er sieh entschloss, sie seinem NVeihc Sarnli mitzuteileu. ״Wie kannst du noch zögern," sagte sie, ״da ich doch nur Mutter von 7. w c i Kindern hin, und JvriisnKm. der Mutter von Tausenden jüdischer Kinder, der feindliche Tyrann mit Vernichtung droht? Ciclie hin. Kämpfe für unser Vaterland, und der Kwige licwliüi/c dich! Die Sorge um mich und unsere l.kl׳en :!her überlasse mir.“ \m nächsten Morgen nahm Kliab Abschied von Weib und Kind und stiess mit anderen Juden seiner Doftccmcinde zum Heere Juda Mnkahhls. Monate vergingen, ohne dass Nachrichten vom Pcldc Ins Dorf drangen. Die Kinder begannen sich nach dem Vater zu sehnen, und auch Sarah bangte um Ihren Mann, der so lange fern blich. rngcfiihr ein Jahr nach der Abreise Kllnhs kam einer seiner Landsleute, den ein feindlicher Speer• wurf /.um Krüppel gemacht hatte, heim, erzählte von dem Heldenmut der indischen Krieger, und crwtilmtc besonders die Wunder der Tapferkeit, die Kliab, der Schmied, im Kampfe verrichtet hatte. All das hörte Schulon, P.linbs Sohn, leuchtenden Auges und beschloss, nicht länger untätig Im Dorfe *11 bleiben, während draussen der Kampf um Israels Geschick tobte. Noch am selben Abend suchte er all sein bleiernes Spielzeug zusammen und warf cs in den Sclimclzlicgcl. der seit des Vntcrs Abreise »״benutzt dnstand. ..Was machst du da?" fragte ihn Mirjam. .,Pfeile," antwortete er. ״Hörtest du nicht, dass t' im iiidischen Lager an Pfeilen mangelt?" ״Willst du denn selber liingchcn und Mutter ganz, allein lassen?" fragte die Schwester. Schulon ont* ortete nicht. Kr wurde nachdenklich, und ein Platten überflog sein Gesicht. Doch bald wurde er "ieder fest in seinem Kntschluss. ..Aber das Heer braucht Pfeile, vielleicht sind die. welche ich jetzt giesse, von Nutzen.“ Kr sah seiner Schwester in die Augen. Diesmal ־1« *יde s i c traurig und wusste keine Antwort. Ks "זר ein schwerer P.ntschtuss für die Kinder. Mirjam!,m1e schon Immer gewollt, dass Ihr Bruder einmal cin Held würde, aber wenn er jetzt ginge, dachte sie, ,,:זיחי könnte die Sorge den Zustand der Mutter ver• ^blimnicrii. Schulon wusste auch nicht recht, was 'ז tun sollte. Ks war Ihm nicht leicht, Mutter und ■ ehwester 7.u verlassen, denn er hatte dem Vater ״, eh versprochen, dass er sic beschützen wollte. Aber "enn er daran dachte, wie die tapferen Jüdischen oriccrcr für Ihr Vaterland fochten, und wie nützlich Pfeile, die er brächte, sein könnten, glaubte er, )'"יי seinem Beginnen nicht ahstehon zu dürfen, fcillch, durfte er seine kranke Mutter und sein '1‘,bcs Schwcstcrlcln allein lassen? Diese Gedanken ihm durch den Kopf, bis er schliesslich ־vor *ci״c Schwester ,hlntrat und sagte: ״Soll Ich gehen, 1"bjam?״ Weiter konnte er nicht reden, er schloss ',c In seine Arme ,und weinte, s ,, Einen Augenblick schwiegen beide. Dann lief ״,msm ׳aus ־dem Zimmer und kam bald darauf mit y zwei goldenen Armbfiudorn zurück, die der Vater Ihr zum (leburtstng geschenkt hatte. ״Da, Schulon," sagte sic, ״mache daraus auch Pfeile und bringe sic ins Lager. Hier linst du auch noch meinen Ring." Die Nacht verbrachte Schulon in seines Vntcrs Schmiede und mit Tngesgroucn hatte er einen guten, brauchbaren, goldenen Pfeil fertig. Morgens suchte er den Soldaten auf und Hess sieh sagen, wie er am besten Ins Lager gelangen könnte. Am Tage seiner Ankunft ging cs im Jüdischen Pcldlagcr hoch her. Der Feind stand Jenseits der Höhe marschbereit, um das kleine Hilullcln Juden, das nach den langen Kümpfen llhrlggchlichcn war, zu vernichten. Juda Makknhhl erkannte, dass die Stunde der Kntschctdung nahte und hatte alle Vorhcrcltungcn getroffen. Aber cs war im ganzen Jüdi• sehen Lager kein. einziger Pfeil mehr aufziitrcihcn. ״Wenn wir doch wenigstens einen Pfeil für Juda Makkabhi aufgespart liütten," sagte einer der Krieger, ״so könnten wir uns vielleicht dom Feinde so weit nülicrn, dass es zum Nahkampf käme." Gerade jetzt langte Schulon 1111 Lager uu und verlangte nneli Juda dem Makkabäer. Man wies Ilm zum Zelte Judas, und er reichte dem Feldherr!! den Pfeil, den er die Nacht Uber geschmiedet hatte. Juda war für das Ocschcnk von Herzen dankbar, sammelte eine Mannschaft von fünfundzwanzig ver• wegenen Leuten, darunter Kliab, der Schmied, und schlich gegen den Feind vor. Kr schoss den Pfeil ins feindliche Kauer und er• wartclc Ankunft der Gegner. Als die aber sahen, dass die Juden!!fiel! reich genug seien, mit goldenen Pfeilen zu sclilesscii. hielten sie Jeden Widerstund für nutzlos und Hohen 11! wilder Flucht. Dies war die letzte Schlacht ln dem grossen Kampfe, In dem die Juden ilire Unabhängigkeit ge• wannen, und der goldene Pfeil Schiilons war das letzte Geschoss, welches das begeisterte Häuflein Juden In die Reihen der Syrer sandte. Rechtschaffenheit im Handel Reh Safra hatte einen kostbaren Edelstem zu verkaufen. Es waren ihn! von einigen Kauflcutcn fünf Münzen dafür geboten worden; aber er blieb fest bei dem Verlangen von zehn; und das Qcscliüft unterbiiob. Reh Safra ledoch beschloss später, als er nochmats nachdachtc, den Edelstein um den Preis zu geben, der ihm geboten worden war. Den Tag darauf kommen die Kauflcutc noch• mnls in dem Augenblicke, wo Reh Safra gerade mit dem Gebete beschäftigt war. ״Herr!" sagten sie, ״wollen wir das Geschäft machen? Wollt ihr uns den Edelstein um den angebotenen Preis Überlassen?" Reb Safra bleibt stumm. ״Gutl Qutl erzürnt euch nicht! Wir werden noch zwei Münzen Itinzutun!" ״Nun denn! Es sei, wie ihr wollt! Ihr bekommt die zehn Münzen!" Reh Safra bleibt wiederum stumm. Da Reh Snfra jetzt sein Gehet beendigt hatte, sagte er: ״Hcrrcnl Ich betete und wollte mich nicht unterbrechen. Was den Preis des Edelsteins anbetiilft, so war ich schon entschlossen, ihn um das Angebot von gestern zu gehen. Ihr werdet mir also fünf Münzen geben. Ich knnn nicht mehr nehmen." Der Mutter Lieder Von Arthur Sllbcrglclt, Berlin, Wenn still ihr seltsames Gefieder‘ Die Dämmrung breitet auf die Olcbcl, Lässt Mütterchen die braune Bibel Und singt die alten, alten Lieder, Wohl In dem Stübchen lauscht die Luft Als ahnte sic: der Klang der Lieder Bringt Jenen wundersamen Duft Der alten, alten Tage wieder. Wir Kinder aber werden still;. Wir fühlen es, dass reiner Friede Am herrlichsten im Muitorlicdc, Dem g־utcn, süssen wohnen will . .• .׳ Vielleicht macht uns dos Dämmern bang, Dass wir nicht aus der Stille treten Und nur, im Ohr der Mutter Sang, Anstatt zu tanzen . . . boten, beten. Theodore Roosevelt über die Makkabäer Theodore Roosevelt, der Präsident der Ver* einigten Staaten von Amerika, erfreute Jüngst die jungen Bcsuclicr eines C ha u u k a I!f c s t cs im Osten New Yorks durch folgendes Schreiben: ״Den kleinen iiUlischcn Knaben und Mädchen, die am Sonntag im Ulis Settlement zusammen kommen, meine nllcrhcrzlichstcn Glückwünsche! Ich wünschte. Ich könnte hei Euch sein, um mit Euch die Makkabäer zu feiern: dem! ihr wisst doch, dass die Vaterlandsliebe und die Heldentaten der Makkabäer sie schon Immer zu meinen L1 c h I h! g s• heldcn gemacht linhcn, Ks Ist recht, dass jüdische Knaben und Mädchen die Erinnerung au ihre eigenen Volkshcldcn aus früherer Zeit mit Stolz und Bewunde. rung erfüllt; denn gerade solch ein Siolz wird sic nicht hindern, zu Ihren Landsleuten die brüderlichsten Beziehungen zu pflegen, sondern 1111 Geerntet! dazu beitragen, das Band der Freundschaft enger und fester zu knüpfen. Euer wohlgeneigter Theodore Rooscvelt." Zwei Katscl von Jehuda ha-Levy Zwar blind, hiil's doch du Aug’ Im Kopfe, Und alle brauchen'», klein wie gross, Müht stets sich ah lür andrer Kleidung Und Ist doch selber nackt und bloss. * Ist klein, kanust's mit dem Arm umspannen, Und fasst doch viel olm' Zahl und Ende. Das Auge schaut den Inhalt deutlich, Doclt nimmer grellen Ihn die Hände. Preisrätsel! 2 3 4 Hi?8910 3 7 8 4 ו. 2 3 8 in 4 0 3 9 <> S f, A (t 7 H 9 in ß 8 2!0 7 S (t ft 9 5 7 9 .1 8 9 10 A 8 n א 9 10 Land in Europa. Fluss in Ägypten. Oriech. Name eines Buches d. BilieK Name für das jüdische Volk, Jüdischer König. Bezeichnung einer zusammengehörig gen Mcnschengruppc. Zirkusplatz. Jüdischer Name. Biblischer Fraucimamc. Die Buchstaben I--10 ergeben einen, allen unseren Lesern bekannten Namen. Lösungen müssen auf einen! besonderen Blatt Pnplor an die Redaktion von ״Jung.lsrael" bis zum 8. Februar clngcsandt und das Alter des Einsender!» angegeben werden. (Adresse: Bcrlin-Cliarlottcnburg. ßieihtreu-Str. 49.) Folgende fünf Preise gelangen zur Verteilung: 1. Jüdischer Almnnach. 2. Josci Israels (aus ״Jüdische Künstler"). 3. Gratisabonnement auf die ״jüdische Turnzeltuiig" 19f)9. 4. und 5. Je eine Serie jüdischer Ansichtspostkarten. Briefkasten Adoll B. ln B. Dein Rätsel ist leider nicht hraiiclihar. Bei einem sogenannten ״Arlthmog'rvph“ (ZahlcnriitscD dürfen nämlich zu den Rätsclwortcn keine anderen Buchstaben verwendet werden, als diejenigen, die im Hauptwort Vorkommen. — Das Quadratrlitscl Ist dagegen recht schön und soll gelegentlich gebracht werden. Herzlichen Dank und Qrussi Sohuiidancr E. B. Sic dürfen nicht zu viel von uns verlangen. Aber vielleicht lässt sich das ln• Zukunft machen. Schicken Sic doch Jedenfalls den aiigckündlgtcn Beitrag ein. Wir werden dann sehen, ob er verwendbar ist. Nathan S. in B, Ueber Euer grosses Interesse für ״Jung Israel" haben wir uns sehr gefreut. Die Rätsel werden nicht zu schwer für Euch sein: versucht nur gleich das hcutigcl Grosse für euch beide! Fr. A, Z. Gewiss, sehr gern! Ruth. Du musst in Zukunft aber Deinen vollen Namen angeben. Briefe ohne volle Namensunterschrift zu schreiben, ist nicht schön, auch wenn die Briefe so freundlich und höflich sind wie Deiner. Fritz F—«, Ja. das geht.— Rätsel brauchen wir zwar nicht gerade, aber wenn Du so .«ehr gute" machst dann lass mal sehen!